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AREA DVD: Die besten Filme 2007 auf DVD

24.12.2007 Autor: Tobias Wrany

In Hollywood ist gegen Ende dieses Jahres die Aufregung groß, ob des andauernden Streiks der Drehbuchautoren. Ein Umstand, welcher den unbefangenen Betrachter des Filmjahres 2007 eventuell etwas irritieren könnte, waren die Kinos und nachfolgend die DVDs doch überdurchschnittlich angefüllt mit Fortsetzungsfilmen und anderen mehr oder weniger ideenlosen Formelfilmen, was allzu häufig die Vermutung provozierte, die schreibende Zunft sei von den Produzenten schon längst in die Frühverrentung geschickt worden. Doch glücklicherweise konnte 2007 trotzdem nicht ganz verloren gegeben werden, fanden sich doch immer noch diverse sehenswerte Filmwerke auf die Silberscheibe gepresst wieder, von denen hier noch einmal einige, ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit, in Erinnerung gerufen werden sollen:

"Children Of Men"

Irgendwo ist es natürlich deprimierend, dass filmische Zukunftsvisionen mit Anspruch selten strahlende Utopien für den Fortgang der Menschheit entwerfen, andererseits kommt es so immer wieder zu interessanten Filmstücken, wie auch "Children Of Men", der alles andere als mühsames Kopfkino anzubieten hat, sondern neben einem dichten Spannungsbogen und stimmig düsterer Atmosphäre auch hervorragende Darsteller wie Julianne Moore und Clive Owen nebst einem durchdachten Drehbuch mit geistig gehaltvoller Substanz aufzubieten hat (siehe DVD-Review).

"Wer früher stirbt ist länger tot"

Eines der erfrischendsten Werke des abgelaufenen Jahres trägt erfreulicherweise den Herkunftsstempel "Made in Germany" oder genauer gesagt "Made in Bavaria" - und dies mit allen Konsequenzen, was gewiss so manchen etwas weiter nördlich angesiedelten Germanen mit gewisser Erleichterung auf die Option der (hochdeutschen) Untertitelung zurückgreifen ließ. Dann bestand aber auch kein Hindernis mehr, um einen Film zu genießen, der neben einem ungemein ideenreichen Buch auch die fast schon sprichwörtlich gewordenen "unverbrauchten Gesichter" in der Darstellerriege aufzuweisen hat, die sich durchweg für den zukünftigen Dauereinsatz empfehlen konnten; dazu eine Regie, die sich nicht auf das Abfilmen stimmiger Bilder beschränkt, sondern auch noch mit diversen Inszenierungsfinessen punkten konnte. Das Ergebnis war eine launige Abhandlung über das Leben und den Tod, nebst gefühlvoller Liebeshändel und einem genauen Blick auf die Probleme des Hineinwachsens in die seltsame Welt des Erwachsenseins (siehe DVD-Review).

"Hollywoodland" (Die Hollywood Verschwörung)

Für Anhänger alter Detektivfilme, wo der rechtschaffene, aber abgehalfterte Ermittler mehr oder minder vergeblich im Sumpf der Reichen und Mächtigen nach der Wahrheit buddelt, ist "Hollywoodland" (Die Hollywood Verschwörung) mit seiner bildgetreuen Abbildung einer vergangenen Hollywoodära in düster-nostalgischer Atmosphäre schon per se ein Gewinn. Aber auch für neutralere Betrachter lohnt sich der Film mit einem wohl dosierten Spannungsmaß, dem lehrreichen Blick hinter die strahlenden Kulissen der Traumfabrik und durchweg guten Darstellern, bei denen vor allem Ben Affleck, sonst vom Gesichtsausdruck allzu häufig kaum von einer unbelebten Computeranimation zu unterscheiden, ein tiefgehendes Portrait eines zerrissenen Charakters wiedergibt (siehe DVD-Review).

"The Departed" (Unter Feinden)

Zwar nur ein Remake, kann sich "The Departed" dank seiner zahlenmäßig, wie qualitativ herausragenden Darstellerriege trotzdem mehr als eigenständig behaupten. Auch Regisseur Martin Scorsese fühlt sich mit dem Stoff sichtlich zu Hause und besinnt sich auf alte Stärken, wie den präzisen Einsatz von Bild, Schnitt und Hintergrund, um das Publikum in jedem Moment tief in seine kriminelle Welt eintauchen zu lassen. Die Polizei- und Gangsterballade um falsche Identitäten packt von der ersten Minute an und bleibt bis zum Ende in allen Belangen hochklassige Unterhaltung (siehe DVD-Review).

"Sunshine"

Trotz einiger Mängel, gerade im letzten Drittel, hebt sich "Sunshine" als echter Science-Fiction Streifen dennoch wohltuend von allen fantastisch aufgemotzen Effektgewittern ab, die sonst so häufig auftreten, wenn sich Hollywood ins Weltall begibt. Sich langsam steigernd vergisst "Sunshine" weder die Grundregeln des Spannungskinos, noch schiebt er den technisch-wissenschaftlichen Aspekt als bloße Kulisse in den Hintergrund. Solide gespielt und ebenso routiniert abgefilmt, ist "Sunshine" durchaus ein würdiger Vertreter seines Genres in diesem Jahr (siehe DVD-Review).

"Zodiac"

Obwohl es (sowohl bei der Beleuchtung als auch in Hinblick auf die Grundstimmung der Geschichte) wieder denkbar düster zugeht, ist David Finchers neuer Serienkillerfilm in keiner Weise ein Wiedergänger seines Erfolgswerks "Seven". Vielmehr präsentiert er ein faszinierendes Stück Zeitgeschichte und ein eindringliches Portrait der diversen Charaktere, der auf verschiedene Art und Weise an den Ermittlungen beteiligten Personen; wobei die Mörderjagd als solche zwar fast nur den Hintergrund bildet, durch ihre stete Präsenz aber ein fast größeres Spannungsfeld aufbauen kann, als so mancher Hochglanzthriller (siehe DVD-Review).

"Music And Lyrics" (Mitten ins Herz - Ein Song für dich)

Da ja nun das Fest der Liebe da ist, darf auch eine romantische Komödie nicht fehlen. Und in dieser Hinsicht hat "Music And Lyrics" durchaus seine Qualitäten. Und dies, obwohl der Film eine Hauptbesetzung aufweist, die sich in diesem Genre beim besten Willen nicht als taufrisch bezeichnen lässt. Aber zumindest ist die Paarung Grant/Barrymoore neu und, was noch wichtiger ist, die Chemie zwischen den beiden stimmt vor der Kamera auf den Punkt, so dass (in Kombination mit einem gefühlvollen Drehbuch) schon einmal die romantische Komponente gerettet ist. Und beim Thema Humor wächst der Hauptdarsteller tatsächlich über sich hinaus, wenn er altersgerecht sein jugendliches Image durch den Kakao zieht und mit bewundernswerter Courage sogar selbst zum Mikrofon greift um herrlich schrecklichen Plastikpop zu Gehör zu bringen (siehe DVD-Review).

"Stranger Than Fiction" (Schräger als Fiktion)

Ist ein Drehbuch so originell, wie jenes von "Stranger Than Fiction" besteht leider allzu oft die Gefahr, dass der Film als solcher zwar jeden Innovationspreis abräumen könnte, aber in Sachen gefühlsmäßigem Engagement eines breiteren Publikums leider kläglich versagt. Aber das dem nicht so sein muss, beweist dieses vergnügliche Ping-Pong-Spiel zwischen literarischer und realer Existenz, mit brillanten Dialogen und blendend aufgelegten Darstellern, die das mitreißende Geschehen von Anfang bis Ende zu einem unaufgeregt großartigen Filmerlebnis machen (siehe Blu-ray Disc-Review).

"Hot Fuzz"

Mehr Hommage als Parodie spießt "Hot Fuzz" mit traumwandlerischer Sicherheit trotzdem jedes erdenkliche Klischee und eingefahrene Genremerkmal des Actionfilms auf und weiß dies in ein ungemein fruchtbares Humorpotential umzusetzen. Doch bleibt der Film bei diesem Punkt nicht stehen, sondern baut sich mit Liebe zum Detail seine eigene Welt mit einer durchaus spannungsgeladenen Handlung und einem einsichtsvollen Blick in die schwarze Seele der idyllischen englischen Provinz. Und da weder Budget noch das professionelle Können Mängel aufweisen, sollten selbst eingefleischte Anhänger mitreißender Actionware auf ihre Kosten kommen - "Hot Fuzz" bietet somit die seltene Gelegenheit, Freund und Feind der Sparte "Action" in trauter Gemeinsamkeit vor dem Bildschirm zu vereinen, eine Chance, die man sich nicht entgehen lassen sollte (siehe DVD-Review).

"Logan's Run - Flucht ins 23. Jahrhundert"

Und zum Schluss noch ein Beispiel aus der Abteilung "Klassiker" neu auf DVD. Bei einem gewissen Sinn für Nostalgie und Spaß an gesellschaftskritischer Science-Fiction der Alten Schule ist "Logan's Run" ein überaus lohnenswertes Studienobjekt. Die Geschichte, durch seine Spannungsmomente, die eine oder andere Actioneinlage und die obligatorische romantische Komponente durchweg auf hohem Unterhaltungsniveau, trägt nebenbei auch den einen oder anderen gehaltvollen Gedanken über die menschliche Zivilisation mit sich. Aber man kann natürlich einfach die Inszenierung genießen, die allerdings eine gewisse Bandbreite aufweist, von einer noch heute beeindruckenden Gestaltung der dargestellten Zukunftswelt bis hin zu Momenten, bei denen anscheinend die Augsburger Puppenkiste Pate gestanden hat (siehe DVD-Review).

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