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ARD: Neuer Astra-Sat-Transponder ab sofort aktiv

19.03.2008 (Karsten Serck)

Die ARD hat heute kurz nach 12 Uhr ihren neuen Astra-Satellitentransponder in Betrieb genommen. Seitdem werden auf der Frequenz 10744 MHz H (SR 22.000, FEC 5/6) die Programme „EinsExtra“, „EinsPlus“, „EinsFestival“, „arte“ und „Phoenix“ ausgestrahlt. Durch eine Neuorganisation der digitalen TV-Programme auf verschiedene Sat-Transponder sollen die Bitraten und somit auch die Bildqualität verbessern werden. Auf der neuen Frequenz liegt die Bitrate der einzelnen Kanäle rund 1.5 Mbps höher als auf den alten Kanälen und zeigt kaum noch Artefakte. HDTV wird es bei der ARD mit Ausnahme des für Ostern geplanten "Showcase" aber vorerst nicht geben.

Für eine Übergangszeit wird die ARD die Fernsehprogramme vorübergehend parallel auf den alten und den neuen Transponderplätzen übertragen. Diese "Simulcast-Phase" beginnt am Mittwoch, 19. März 2008, und endet am Montag, 02. Juni 2008, für die Programme EinsExtra, EinsFestival, EinsPlus, ARTE, PHOENIX und Radio Bremen TV. Auch BR-alpha erhält einen neuen Transponderplatz, die Simulcast-Phase dauert aber hier bis Mitte 2009. Das Bayerische Fernsehen wird künftig als Bayerisches Fernsehen Nord und Bayerisches Fernsehen Süd übertragen.

Unter www.ard-digital.de gibt es eine Liste als PDF-Dokument, die die einzelnen geplanten Änderungen im Detail nennt. Auf Sat-Transpondern, die von Änderungen betroffen sind, wurden bereits Testkarten aufgeschaltet, die auf den geplanten Programmstart hinweisen.

Die Änderung bringt auch Nachteile für Zuschauer mit sich, die ihre Sat-Programme bislang über ein Kabel an mehreren Receivern empfangen. Denn derzeit werden die wichtigsten deutschen TV-Sender via Satellit im horizontalen High Band auf einer Ebene (Horizontal) übertragen. Das ermöglicht es einfach, das Sat-Signal an einen zweiten Receiver oder den zweiten Tuner eines Twin-Receivers durchzuschleifen. Der neue, ehemals von CNBC genutzte Transponder befindet sich allerdings im horizontalen Low Band. Zum Empfang muss der Sat-LNB auf eine andere Frequenzebene schalten, die sich von den anderen Programmen unterscheidet und den Twin-Receiver-Betrieb unmöglich macht, wenn zwei Programme auf den unterschiedlichen Ebenen gleichzeitig empfangen werden sollen. 

Der ARD erwähnt in ihrer FAQ die Problematik des Low Band-Transponders im Zusammenhang mit sogenannten "Einkabelanlagen", die teilweise in Mietshäusern verwendet werden und gegebenenfalls umgerüstet werden müssen und verteidigt die Entscheidung wie folgt: "Die ARD hat sich nach Abwägung aller Möglichkeiten auf diesen Transponderplatz geeinigt. Händler, Installateure und Hersteller, die den Markt mit Einkabelanlagen bedienen, sind informiert worden". Besitzern einer einzelnen Satellitenantenne, die zukünftig auch alle Programme im Twin-Receiver-Betrieb nutzen möchten, bleibt als Alternative die Anschaffung eines Twin-LNB und das Verlegen eines zweiten Kabels.

 

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