CES: Neue Gerüchte und Hintergründe über Warners Abschied von der HD DVD
06.01.2008 (Karsten Serck)
Die Ankündigung von
Warner zukünftig nur noch auf Blu-ray zu setzen und keine Filme im HD
DVD-Format mehr zu veröffentlichen, blieb nicht ohne Folgen. Noch am Freitag
sagte die HD DVD Promotion Group die ursprünglich für den Sonntag geplante
Pressekonferenz ab, die im Rahmen der CES in Las Vegas stattfinden sollte.
Toshiba reagierte in einer Pressemitteilung
überrascht über das Ende der Unterstützung für die HD DVD, welches
ungeachtet bestehender Verträge erfolgt sei. Toshiba selbst veranstaltet zu
laufender Stunde eine Pressekonferenz in Las Vegas, von der weitere Reaktionen
erwartet werden.
Es dauerte nicht lange, bis Spekulationen aufkamen, dass die Entscheidung von
Warner auch finanzielle Hintergründe hätte. So gibt es z.B. Gerüchte,
wonach sowohl Warner als auch Fox bis vor kurzem in Verhandlungen gestanden
hätten, exklusiv auf HD DVD zu setzen. Fox hätte aber Anfang der Woche eine
ungenannte Summe erhalten, um exklusiv an der Blu-ray Disc festzuhalten, womit
die alleinige Entscheidung von Warner für die HD DVD noch kein Ende des
Formatkriegs bedeutet hätte. Die Rede ist von 500 Millionen Dollar, die
Warner erhalten habe, um nur noch im Blu-ray Disc-Format Filme zu
veröffentlichen. Warner Home Entertainment-Präsident Kevin Tsujihara dementierte
aber, dass Geldzahlungen den Ausschlag für den Abschied von der HD DVD gegeben
hätten.
Von der Warner-Entscheidung unbeeinflusst sind zunächst die Titel von New
Line, HBO und der BBC, die ebenfalls durch Warner in den USA vertrieben werden.
Die Warner-Tochter New Line will aber laut dem Branchenmagazin Variety
ebenfalls ihre Filme zukünftig nur noch auf Blu-ray Disc veröffentlichen.
Vorläufig bis 31. Mai will Warner Filme noch auf HD DVD veröffentlichen, wenn
auch nur mit einer zeitlichen Verzögerung zur DVD/Blu-ray
Disc-Veröffentlichung. Wie genau dieser Zeitraum aussehen soll, hat Warner
bislang noch nicht mitgeteilt.
Als einer der ersten Prominenten meldete sich Film-Regisseur Michael Bay zu
Wort, der sich bereits in der Vergangenheit recht lautstark pro Blu-ray Disc
geäußert hatte, nachdem Paramount seinen letzten Film "Transformers"
nur HD DVD veröffentlicht hatte. In seinem Forum shootfortheedit.com
prognostizierte Bay einen schnellen Tod für das HD DVD-Format, da die
Supermarktkette Wal Mart, über die ein großer Teil des Handels in den USA
läuft, es jetzt noch einfacher hätte, die Blu-ray Disc zu promoten.
Nach der Warner-Entscheidung gibt es kein einziges großes Hollywood-Studio
mehr, welches sowohl HD DVD als auch Blu-ray Disc unterstützt. Der Marktanteil
der Studios, die hinter der Blu-ray Disc stehen, liegt auf Basis aktueller Verkaufszahlen
bei 67% während die beiden HD DVD-Studios Paramount und Universal nur auf einen
Marktanteil von 23% kommen.
|