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DLR entwickelt mobiles Sat-Radio für Europa

24.01.2007 (ks)

Das deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt in Zusammenarbeit mit SES ASTRA, BMW, Dornier-Consulting, der Deutschen Welle, dem Institut für Rundfunktechnik, TriaGnoSys, der Universität Braunschweig und dem Frauenhofer Institut für Integrierte Schaltung ein neues mobiles Satelliten-Radio-System für Europa. "Ku-Mobil" heißt das von der Europäischen Weltraumorganisation ESA geförderte Projekt, welches das DLR-Institut für Kommuniktion und Navigation zusammen mit Partnern am 25.01.2007 im European Space Research and Technology Centre (ESTEC) im niederländischen Noordwijk abschließend vorstellen will. Die Informations-Übertragung erfolgt bei diesem Projekt über ausgediente Kommunikations-Satelliten im so Ku-Frequenzbereich um elf Gigahertz, der bereits für die Übertragung von TV-Programmen via Satellit genutzt wird. Im Auftrag der ESA wurde gemeinsam ein Demonstrator entwickelt und das Konzept auf mehreren Fahrten in und um München, Luxemburg, Amsterdam bis nach Kopenhagen vom DLR erfolgreich getestet. Das Testfahrzeug ist mit einer unter einer "Radom"-Kuppel versteckten Satellitenantenne ausgestattet, die Signale vom Satelliten empfängt.

Das System ähnelt den mobilen Satellitenradios (Sirius & XM) in den Vereinigten Staaten. Das klassische Ausstrahlungskonzept der Direktübertragung wurde von den DLR-Wissenschaftlern verändert: Sie hatten die Idee, selbstständige Beiträge wie Nachrichten, einzelne Musiktitel oder Interviews unabhängig voneinander zu versenden. Das Ganze ähnelt ein wenig den "Podcasts" im Internet. Bei einem solchen Konzept ist keine permanente Satellitenverbindung erforderlich. 

Die Nutzung vorhandener und ausgedienter Satelliten soll deutlich kostengünstiger sein und bietet auch dann ein Programm, wenn ein Kontakt zum Satelliten nur zeitweise vorhanden ist: Hat der Empfänger des Autos Kontakt zu dem Satelliten, werden die Radio-Beiträge als Datei-Pakete empfangen und auf der Festplatte des Empfängers gespeichert. Eine mitgeschickte Programmdatei entscheidet, in welcher Reihenfolge die Dateien für einen bestimmten Sender abzuspielen sind und was bei Fehlen einer Datei stattdessen zu spielen ist. So stehen dem Nutzer beispielsweise in einer Tiefgarage, in der für gewöhnlich jedes herkömmliche Radio streikt, Musiktitel und allgemeine Beiträge aus dem Speicher in bester Audioqualität zur Verfügung.

Mit einem "personalisierten Rundfunkprogramm" ist auch die Kombination unterschiedlicher Zugangsmedien möglich. Die Lieblingsmusik des Benutzers könnte beispielsweise von einer eingelegten CD oder einem MP3-Spieler kommen, und zwischen den Musikstücken würden aktuelle Nachrichten oder andere Beiträge via Satellit eingeblendet. Neben den reinen Audio-Programmen werden auch Bilder, Karten, Video-Clips und web-basierte Inhalte übertragen.

Ob und wann das neue "Ku-Mobil"-System Marktreife erlangen wird, hat das DLR noch nicht angekündigt.



 

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