HDTV: Kein "Premiere HD" im Kabel von ISH und IESY?
18.05.2006 (ks)
Während Haushalte mit Satelliten-Empfang bereits seit Ende 2005 die
HDTV-Programme von Premiere HD empfangen können, müssen Kabel-Kunden weiterhin
solange warten, bis ihr Kabelnetzbetreiber die HDTV-Programme auch einspeist.
Nachdem sowohl Kabel BW als auch Kabel Deutschland Verträge mit Premiere über
die Einspeisung von Premiere HD geschlossen haben, ist eine Vereinbarung mit
Unity Media, die über die Tochtergesellschaften ISH und IESY die Kabelnetze im
bevölkerungsreichsten Bundesland NRW betreibt, weiterhin offen.
Streitpunkt zwischen Unity Media und Premiere, deren Geschäftsbeziehung seit
dem Übergang der Fußball-Bundesliga-TV-Rechte zur kommenden Saison an die
Unity Media-Tochter Arena von Spannungen belastet wird, ist hierbei unter
anderem die zusätzliche Bandbreite, die für Premiere HD erforderlich ist.
Unity Media-Sprecher Stefan Susbauer verweist gegenüber dem Online-Dienst
DWDL.de darauf, dass Premiere ja im Rahmen der derzeitig bereits genutzten
Bandbreite auf Sendung gehen könnte. Ohne mehr Bandbreite, also neue
Kabelkanäle, müsste Premiere aber zugunsten von HD das bisherige
Programmangebot reduzieren.
"Die Ausstrahlung im Rahmen unserer schon genutzten Bandbreite würde bedeuten, wir müssten rund zehn Kanäle unseres Programmangebots
abschalten", erklärte Premiere-Sprecher Michael Jachan gegenüber AREA DVD.
"Das ist für uns definitiv keine Option. Alle Verträge, die wir zur Einspeisung unserer HD-Programme schon geschlossen haben, beinhalten zusätzliche Bandbreite. Offensichtlich will uns die
Unity Media, diese zusätzliche Bandbreite nicht zur Verfügung stellen. Kunden und Interessenten im Netz der
Unity können wir deshalb nur raten zu überprüfen, ob es möglich ist auf Sat-Empfang umzusteigen, wenn sie HD-Programme sehen
wollen."
Angesichts der umstrittenen Versuche von Premiere, die von der Telekom
erworbenen Online-Rechte an der Bundesliga über den Umweg einer
IPTV-Übertragung zu nutzen, ist es zwar
nachvollziehbar, dass Unity Media gegenüber Premiere kein übermäßiges
Entgegenkommen demonstriert, doch dieser Konflikt wird auf dem Rücken der
zahlenden Kabelkunden vollzogen, die ohne Premiere HD weder Spielfilme noch
Fußball-WM in HDTV sehen könnten. Eine Verweigerungs-Strategie könnte für
Unity Media auch zum Eigentor werden. Denn da der HDTV-Empfang von Premiere HD
in Deutschland auch mit unauffällig installierbaren Mini-Sat-Antennen ab 35 cm
Durchmesser möglich ist, ist es auch für viele bisherige Kabelkunden mit
einfachen Mitteln möglich, auf Satellitenempfang umzusteigen.
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