Neue Philips-Technologie verhindert das Umgehen von Werbeblöcken
19.04.2006 (ks)
Philips hat in den USA eine neue Technologie zum Patent angemeldet, die es
verhindern soll, das Fernsehzuschauer während eines Werbeblocks den Kanal
wechseln können. Die Technik soll aber auch bei der Wiedergabe zuvor
aufgenommener Programme zum Einsatz kommen. Hier soll, sobald ein Werbeblock
abgespielt wird, die Möglichkeit zum Vorspulen auf dem Aufnahmegerät
deaktiviert werden, bis der Werbeblock zu Ende ist. Gegen eine Gebühr sollen
die TV-Zuschauer die Möglichkeit erhalten, die Sperre in ihren Geräten
aufzuheben.
Die Technik wird über eine Applikation auf der "Multimedia Home
Plattform" (MHP) realisiert. Die Applikation reagiert auf spezielle
Kennungen im Sendesignal, die dem Empfangsgerät signalisieren, dass die Sperre
aktiviert werden soll. Zwar haben auch deutsche TV-Sender in den letzten Jahren
viel Geld in MHP investiert, mangels günstiger Endgeräte gibt es aber nur sehr
wenige Haushalte, die überhaupt über einen MHP-Receiver verfügen - und die
Ankündigung der Technologie dürfte den Absatz auch nicht unbedingt
fördern.
Daher dürfte in Deutschland diese Technik kaum zum Einsatz kommen. Und
freiwillig wird wohl kaum jemand ein Empfangsgerät kaufen, welches die
Nutzungsmöglichkeiten derart stark einschränkt. Allerdings gibt es weltweit
viele Betreiber von Pay TV-Angeboten, die zur Nutzung ihrer Dienste entweder
einen speziellen Empfänger vorschreiben oder über Zertifizierungsprogramme
festlegen, was zum Empfang ihrer Angebote geeignete Receiver dürfen und nicht
dürfen. Auf diesem Wege könnte die Technologie auch gegen den Willen der
TV-Zuschauer langfristig Einzug in die TV-Haushalte bekommen.
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