HDTV: Sony setzt bei Blu-ray Disc auf MPEG-2
30.11.2005 (ks)
Zwar werden zukünftige Blu-ray Disc-Player in der Lage sein müssen, neben
MPEG-2 auch die verbesserten Video-Codecs MPEG4-AVC und Microsofts VC-1
abspielen zu können, die bei gleicher Bildqualität eine deutlich geringere
Bitrate erfordern, doch welcher Video-Codec eingesetzt wird, können die
Hollywood-Studios selbst entscheiden.
Sony Pictures Home Entertainment zumindest beabsichtigt derzeit, bei
zukünftigen Blu-ray Disc-Veröffentlichungen MPEG2 als Video-Codec einzusetzen
und setzt damit auf die alte Technik, die bereits seit Jahren bei der DVD und
dem digitalen Satellitenfernsehen zum Einsatz kommt. Don Eklund, der
stellvertretende Technik-Chef bei Sony Pictures, begründet dies gegenüber dem
amerikanischen ZDNet damit, dass die neuen Codecs nicht unbedingt eine bessere
Bildqualität böten. "Unser Ziel ist die beste Bildqualität für Blu-ray.
Derzeit und für die vorhersehbare Zukunft wird diese mit MPEG-2 erreicht",
so Eklund. Bereits bei der ersten Demo Disc, die Sony im Blu-ray-Formt für
Hardware-Hersteller zur Technik-Demonstration kürzlich produziert hat, wird der
MPEG2-Codec eingesetzt. Zwar bietet MPEG2 in HDTV erst ab Bitraten von rund 15
Mbps erfahrungsgemäß ein wirklich gutes Bild, doch aufgrund der Kapazität von
25 GB bei der Blu-ray Disc reicht der Speicherplatz für Spielfilme dennoch aus.
Laut ZDnet setzt man bei den Studios Warner und Fox aber auf die neuen
Video-Codecs. Demnach befürworte derzeit Warner Microsofts VC-1 und Fox
MPEG4-AVC. Bei Warner soll es sogar Planungen geben, Filme mit dem VC-1-Codec
auf herkömmlichen DVD-9 zu produzieren, was für die Studios den Vorteil von
geringeren Produktionskosten hätte. VC-1 ist eine standardisierte Version von
Microsofts Windows Media 9-Codec, der auch bereits bei den WMVHD-DVDs von
Concorde und anderen Anbietern für HDTV-Bilder eingesetzt wurde.
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