Marantz: Alles über den SR-9600
20.06.2005 (cr)

Marantz begibt sich in direkte Konkurrenz zum neuen Denon
AVC-A11XV: Mit 3.500 € kostet das neue Highend-Produkt SR-9600 genauso viel,
setzt aber auf andere optische Reize. Während es beim Denon die
dezent-schlichte Aufmachung ist, die ihn zum "Wolf im Schafspelz"
mutieren lässt, zeigt der SR-9600 durch seine ausladenden Abmessungen und die
technisch-massive Erscheinung, was er kann. Uns beeindruckt das klare, zeitlose
Marantz-Design jedenfalls ebenso wie das filigrane Denon-Design, das eine sehr
praxisgerechte Alternative zur "Mutter aller Giganten", dem Denon AVC-A1XV
darstellt.

Sehr umfangreiche Anschlüsse beim SR-9600

Bestens vorbereitet für Multiroom

HDMI 1.1 Terminals
Doch nun zum neuen Marantz, der sehr viel Hightech in sich
trägt. Die Besonderheiten in der umfangreichen Featureliste lassen den Schluss
zu, dass es sich um ein vielseitig talentiertes Modell handelt: Denn sowohl
HDMI-Schnittstellen als auch i.link-Verbindungen dokumentieren den Anspruch des
SR-9600, die Anforderungen der Zukunft erfüllen zu wollen. Ein
neuer Decoderchipsatz von Crystal CS4950x (Dual 32bit DSP) soll hohe Präzision
bei der Decodierarbeit sichern. An Decodern bringt der SR-9600 alles mit, was
"State of the Art" ist, darunter auch THX Ultra 2, Dolby Pro Logic IIx,
Dolby Headphone und DTS 96/24. Der "Auto Surround Modus" soll eine
einfache Bedienung ermöglichen. Natürlich gibt es, wenn Laufzeitunterschiede
zwischen aufwändig bearbeitetem Videosignal und Audiosignal vorkommen, eine
AV-Delay/LipSync-Funktion, die Bild und Ton synchronisiert (0 bis 200 ms
einstellbar).
Natürlich darf in dieser Preisklasse ein automatisches
Lautsprechereinmesssystem nicht fehlen. Bei Marantz nennt es sich M.R.A.C. und
kommt mit 9-Band-EQ. Auch bietet der SR-9600 ab 60 Hz aufwärts neu und
präziser gestaffelte Subwoofer-Übernahmefrequenzen. Bei der
Lautsprecher-Entfernung der einzelnen Box vom Hörplatz vertraut Marantz auf 5
cm-Schritte. Zukunftsträchtig auch die Multiroom/Multi Source-Ausstattung für 3 Zonen
inklusive 2 Tunern.

Endstufeneinheit des SR-9600- Marantz setzt nicht auf eine
rein passive, sondern - siehe Ventilator - auch wieder auf eine aktive Kühlung

Hochwertige Vorstufensektion
Beim technischen Aufbau, der einen hochwertigen Boliden
akustisch wesentlich ausmacht, vertraut Marantz auf ein Kupfer-beschichtetes
Chassis, eine doppelte Bodenplatte sowie einen hochwertigen Ringkerntrafo.
Marantz setzt bei allen relevanten Baugruppen, die sich besonders sensibel in
Bezug auf die Klangqualität zeigen, auf selektierte Bauteile. Die Vorstufe soll
sich durch HDAM-S2 durch eine besonders gute Klangreinheit auszeichnen. Die BOXER-Endstufe
(7 gleiche Current-Feedback- (CF) Endstufen mit 140W/8Ohm) soll auch im
hochpegeligen Dauerlastbetrieb eine hervorragende Performance garantieren.
Hochwertigkeit dokumentierten auch die 192 kHz/24-Bit A/D-Wandler, die
eingehende Analogsignale exakt digitalisieren, um sie dann dem geräteinternen
Bassmanagement und der LipSync-Funktion zur weiteren Bearbeitung zu übergeben.
Des Weiteren besitzt der Marantz eine BI-Amping-Möglichkeit für die
Frontkanäle und einen Pure Direct-Modus für möglichst reinen
Klanggenuss.

Bekannte Fernbedienung
Der Videoteil des SR-9600 ist ebenfalls aufwändig geraten.
Selbstverständlich ist ein Videonormwandler an Bord, der zwischen Composite,
S-Video und Komponenten hin- und herwandeln kann. Die Komponenten-Ein- und
Ausgänge sind breitbandig ausgelegt (100 MHz) und somit für die Verarbeitung
von HDTV-Signalen vorbereitet. Gleich vier Eingänge und zwei Ausgänge zeigen,
dass das Thema Komponente und HDTV bei Marantz sehr ernstgenommen wird. Doch
auch digital ist der SR-9600 voll auf der Höhe der Zeit, denn er setzt, wie
auch Denon es beim AVC-A11XV und beim AVC-A1XV macht, bereits auf HDMI 1.1.
Dieser Standard ist bereits dazu ausgelegt, Multichannel-Dolby Digital- und
DTS-Signale und laut Marantz sogar DVD-Audio übertragen zu können. Für die
Bedienung zeichnet sich die bereits bekannte, handliche und gut aufgebaute,
lernfähige Fernbedienung RC-3200 verantwortlich. Bei aller Moderne hält
man bei Marantz lobenswerterweise auch an althergebrachten Traditionen fest, wie
das typische "Gyro-Tuning"-Rad in der Mitte der Frontplatte beweist.
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