EU-Kommission drängt auf Digitalisierung von Radio und TV bis 2010
25.05.2005 (ks)
Die Europäische Kommission hat die Mitgliedstaaten aufgefordert, den Übergang vom analogen zum digitalen Rundfunk zu beschleunigen. Der digitale Rundfunk bietet
nach Ansicht der Kommission bessere Bild- und Tonqualität, besseren Empfang mit tragbaren und mobilen Geräten, mehr Fernseh- und Hörfunkprogramme sowie bessere Informationsdienste. Da der digitale Rundfunk das Frequenzspektrum effizienter nutzt, würde dadurch auch
Frequenzkapazität für andere Nutzungen frei, etwa für neue Rundfunk- und Mobilfunkdienste, die ihrerseits Innovation und Wachstum in den Bereichen Fernsehen und elektronische Kommunikation anstoßen werden. Die Kommission erwartet, dass der Übergang zum digitalen Rundfunk 2010 weit fortgeschritten sein wird, und schlägt als Frist für die Abschaltung des herkömmlichen analogen terrestrischen Rundfunks Anfang 2012 vor. Auch fordert die Kommission ein koordiniertes Konzept für die EU-weite Verfügbarmachung frei gewordener Frequenzen.
Die für Informationsgesellschaft und Medien zuständige Europakommissarin
Reding meint: „Durch die Empfehlung, 2012 als EU-Frist für die Abschaltung
des analogen Rundfunks festzulegen, möchte ich ein Zeichen setzen, um den
Marktteilnehmern und Kunden anzuzeigen, dass das digitale Fernsehen bald
Wirklichkeit sein wird. Je eher wir den Übergang zum Abschluss bringen, um so
rascher werden unsere Bürger und Unternehmen daraus Nutzen ziehen. Die
europaweite Koordinierung der Frequenznutzung wird unseren Bürgern dann Zugang
zu neuen Diensten geben, die Mobilfunk und Rundfunk miteinander vereinen, wie
etwa die mobile Datenausstrahlung („Datacasting“) von Videos oder
multimediale Inhalte. Die meisten EU-Mitgliedstaaten, die bereits ein Datum für
die Abschaltung festgelegt haben (darunter auch Deutschland) haben sich für
2010 entschieden. Sechs weitere Staaten haben spätestens 2012 gewählt.“
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