ASTRA testet HDTV mit Windows Media 9
12.09.2003 (ks)
Nicht nur der für Anfang 2004 geplante HDTV-Sender Euro1080 testet derzeit im Rahmen der Broadcasting-Messe IBC in Amsterdam HDTV-Übertragungen über das ASTRA-Satellitensystem, sondern auch der Satellitenbetreiber ASTRA selbst demonstriert zusammen mit Microsoft die Möglichkeiten zur HDTV-Übertragung. Hierbei wird Microsofts Video-Codec "Windows Media 9" verwendet, der weitaus weniger Bandbreite beansprucht als das bislang gebräuchliche MPEG2. Während MPEG2 für HDTV Datenraten von mindestens rund 15 Mbps erfordert, reichen bei Windows Media 9 bereits 6-8 Mbps für HDTV, also nur geringfügig mehr als die derzeit bei DVD gebräuchlichen Datenraten. Beim herkömmlichen MPEG2-komprimierten Digitalfernsehen in PAL werden Datenraten um die 4 Mbps genutzt. Ein HDTV-Kanal in Windows Media 9
würde also nur ungefähr die doppelte Bandbreite eines MPEG2-Kanals in PAL beanspruchen und nicht das fünf oder sechsfache wie bei MPEG2. Die Testübertragungen erfolgen in 720p-Auflösung über den Transponder, den Euro1080 derzeit nutzt (Frequenz: 12168 MHz Vertikal, Symbolrate 27500, FEC 3/4). Auch Euro1080 hat bereits vor einiger Zeit durchaus Interesse an verbesserten Kompressionscodecs wie Windows Media 9 für sein HDTV-Fernsehen geäußert. Bislang allerdings gebe es von Microsoft noch keine entsprechende Realtime-Encoding-Lösung für Broadcaster, hieß es noch im Juni auf der Mediavision in Köln. Bis es solche Systeme gibt, wird möglicherweise gar nicht mehr so lange Zeit vergehen. Auf der IBC-Messe stellen mehrere Firmen Encoding-Systeme für Windows Media 9 mit Standard-Auflösungen vor, die auch bereits an entsprechenden Systemen für HDTV arbeiten.
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