Yamaha: Neuer Highend-AV-Verstärker DSP-Z9
03.09.2003 (cr)

Yamaha sorgte bei der IFA für einen echten Paukenschlag und stellte ein neues Highend-Topmodell der umfangreichen AV-Verstärker-/Receiver-Produktpalette vor. Über dem bisherigen Topmodell DSP-AZ1 rangiert nun mit dem DSP-Z9 der leistungsfähigste und vollständigste Heimkino-Verstärker aus dem Hause Yamaha. Der 9-Kanal-AV-Amplifier DSP-Z9 ist mit neun Endstufen ausgestattet. Diese erzeugen eine Leistung von 7 x 300 Watt und 2 x 90 Watt für die Yamaha-typischen Fronteffektkanäle.
Natürlich ist der DSP-Z9 zu den aktuellsten Kinoton-Formaten kompatibel. So unterstützt der neue Verstärker neben Dolby Digital EX, Dolby Pro Logic II, DTS-ES Discrete 6.1, DTS Neo:6 und DTS 96/24 erstmals auch THX Ultra
2 (alles über THX Ultra 2 findet sich im Anhang dieser Newsmeldung). Zusammen mit der Quad-Field CINEMA DSP Technologie von Yamaha ermöglicht der DSP-Z9 ein erstklassiges Klangerlebnis.
Yamaha ist bekannt für die Technologie des Digital Sound Processing (DSP). In der jüngsten Verstärker-Generation hat Yamaha die Leistungsfähigkeit der DSPs noch einmal entscheidend verbessert. Gegenüber dem bisherigen Topmodell DSP-AZ1 arbeitet der DSP-Z9 mit der dreifachen Datendichte. Außerdem werden 96 kHz/24 Bit Signale erstmals direkt von den DSP-Programmen verarbeitet.
Mehr zur DSP-Philosophie von Yamaha findet sich im Anhang dieser Newsmeldung.
Doch nicht nur die Audio-Qualität erreicht beim DSP-Z9 allerhöchstes Niveau. Yamaha integriert als erster Hersteller überhaupt einen leistungsfähigen Videoprozessor
in sein Verstärker-Flaggschiff. Dieser Prozessor übernimmt viele anspruchsvolle Aufgaben, die sonst dem Projektor oder dem DVD-Player zugeschrieben werden. So ist der DSP-Z9 beispielsweise der erste Verstärker, der die Ausgabe von Progressive Scan Signalen ermöglicht, selbst wenn der verwendete DVD-Player dies nicht unterstützt. Somit ist der Verstärker auch eine erstklassige Videoschaltzentrale.
Im neuen Flaggschiff von Yamaha halten auch die Yamaha-eigenen Technologien SILENT CINEMA und Night Listening Mode Einzug. Die Betriebsart SILENT CINEMA verwöhnt den Zuhörer auch bei der Verwendung eines herkömmlichen Stereo-Kopfhörers mit echtem Kino-Klangerlebnis. Anwender, die auch nachts nicht auf realistischen Kino-Sound verzichten wollen, werden den Night Listening Mode zu schätzen wissen. Dieser Modus gewährleistet, dass Nachbarn oder Mitbewohner nicht durch laute Musik oder Kino-Sound gestört werden. Yamaha ist ferner einer der wenigen Anbieter, die im Night Listening Mode neben Dolby Digital auch DTS unterstützen.
Der Yamaha DSP-Z9 verfügt ebenfalls über ein automatisches Lautsprecher-Einmesssystem, das ähnlich funktioniert wie Pioneers
M.C.A.C.C. Basierend auf der von Yamaha entwickelten YPAO-Technologie (Yamaha Parametric Room Acoustic
Optimizer) wird die Beschaffenheit des Raumes analysiert. YPAO ermöglicht es dem Endanwender, alle wichtigen Einstellungen für optimalen Surround-Klang automatisiert vorzunehmen. Dazu wird ein Mikrofon an der Stelle des Zuhörers positioniert. Mittels eines Testtons werden die Lautsprecher auf die akustischen Gegebenheiten des Raumes angepasst. YPAO dient jedoch nicht nur zur Analyse des Raumes. Auch Fehlerquellen wie nicht richtig angeschlossene Lautsprecher lassen sich damit aufspüren.
Mit dem DSP-Z9 ermöglicht Yamaha auch bei analogen Eingangsignalen über den 6/8-Kanaleingang die Nutzung der
DSP-Programme. Die hierfür nötige aufwändige Digitalisierung mit 96 kHz/24 Bit erlaubt auch Funktionen wie Time Alignment und Bass Management für analoge Signale zu nutzen.
Hohe Leistung und beste Signalreinheit stellen hohe Ansprüche an den mechanischen Aufbau und das Netzteil eines Hochleistungsverstärkers. Beim DSP-Z9 setzt Yamaha daher nur auf besonders hochwertige Komponenten und Schaltungen. Letztere sind zur Minimierung störender Interferenzen in separaten Kammern verbaut. Digitale Interferenzen werden weiterhin reduziert durch 4-lagige, voll geschirmte Prozessor-Platinen. Das extrastabile Chassis ist elektromagnetisch abgeschirmt, die Bodenplatte und die Standfüße sind schwingungsabsorbierend. Um die extremen Kraftreserven des DSP-Z9 jederzeit gewährleisten zu können, verbaut Yamaha ein extrem leistungsfähiges Netzteil mit Ringkerntrafo. Noch dieses Jahr kommt das Flaggschiff in den Handel.

Über Yamaha DSP
DSP-Programme - die Grundlagen
Der Yamaha DSP Prozessor ist so aufgebaut, dass eine völlig unabhängige
Verarbeitung des vorderen Präsenzbereiches und des hinteren
Surround-Soundfeldes ermöglicht wird. Der Surroundbereich wird schon seit
der Einführung der Cinema DSP Technolgie 1990 (damals war Dolby Pro Logic der
Mehrkanalstandard) mit zwei unabhängigen Klangfeldern für den linken und den
rechten Kanal nachbearbeitet. Die Position der akustischen Effekte wird durch
das dekodierte Eingangssignal vorgegeben, der Dekoder selbst arbeitet mit
unendlich großer Kanaltrennung - in der Praxis jedoch ist ist die Kanaltrennung
durch die nachfolgenden analogen Baugruppen des AV-Receivers (speziell zu nennen
wäre die gemeinsame elektrische Masseverbindung) leicht eingeschränkt.
Die Signalverarbeitung der einzelnen Kanäle durch den DSP Prozessor erzeugt
aus den bis zu Vollfrequenzkanälen bei Dolby Digital und DTS, die nach dem
Decodieren als relativ "punktförmige" Informationen zur Verfügung
stehen, ein geschlossenes Klangbild. Die Ausdehnung und die Intensität, mit
anderen Worten die Charakteristik des jeweiligen Klangbildes, variiert je nach
angewähltem DSP Programm. Die Wahl des entsprechenden DSP Programms sollte sich
nach dem vorliegenden Film- oder Musikmaterial richten, da nur beim optimalen
Zusammenspiel vom Ausgangsmaterial und der gewählten DSP Nachbearbeitungsart
eine optimale Performance erreicht werden kann.
Auf der Basis normaler Wiedergabearten wie Mono, Stereo, Dolby ProLogic
Surround, Dolby Digital 5.1 oder DTS 5.1 gestalten die Yamaha-Toningenieure ihre
eigenen Soundfelder. Jedes der Cinema-DSP-Programme ist vom Charakter her
verschieden, denn die auf realen Messungen beruhenden Daten, die dann zu den
verschiedenen vorkommenden Soundfeldern verarbeitete werden, unterscheiden sich.
Bei den Soundfeldern differenziert Yamaha zwischen dem Presence-Soundfeld (das
Soundfeld, welches sich vorne hinter den Lautsprechern ausbreitet) und den
linken und rechten Surround-Soundfeld sowie dem Nachhall. Die Presence- und
Surround-Soundfeld-Daten zeigen sich in der Verteilung der virtuellen
Klangquellen und der Echomuster. Die zwei unterschiedlichen Soundfeld-Typen
werden mit komplexen Elementen wie zum Beispiel der Energiebalance und den
Signalmischverhältnissen verarbeitet. Insgesamt ergibt sich so ein exakt auf
das Wahrnehmungsvermögen der Zuhörer zugeschnittenes Soundfeld.
Das erklärte Ziel von Yamaha DSP ist, die räumlichen und klanglichen
Eigenschaften eines Kinosaals in einem möglichsten hohen Grad an Perfektion auf
die heimischen "vier Wände" zu übertragen, beziehungsweise die
geringere Anzahl der Lautsprecher zu Hause und die ungünstigeren räumlichen
Bedingungen bestmöglich zum kompensieren. Daher erzeugt der Yamaha DSP
Prozessor ein Klangfeld nach einem Reflexionsmuster, das dem eines Abhörstudios
der Filmindustrie entspricht. Yamaha-typisch ist, dass im Surroundbereich nach
Herstellerangaben keine Dipole erforderlich sind, sondern auch
Direktstrahler benutzt werden können. In der Praxis aber zeigt sich, dass sich
bei der Verwendung von Dipole manche Vorteile der DSP Technologie eher noch
deutlicher zeigen: Gerade die noch voluminösere, weitläufige Klangkulisse können
hier überzeugen. So ist von einem Betrieb mit Dipolen also keinesfalls
abzuraten.
DSP-Programme richtig verstehen: Spezielle Aspekte und Grenzen
der Ton-Nachbearbeitung
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Um bei Dolby ProLogic-codiertem Tonmaterial die rechts-/links-Trennung im
Surroundbereich zu verbessern, stützt sich der dem Nachbearbeitungsvorgang
zu Grunde liegende Algorhythmus des Prozessors - anders als bei Dolby
Digital oder DTS - auch auf tonale Informationen aus den Stereokanälen.
Dies kann im Einzelfall zu dem Eindruck führen, dass die Kanaltrennung vorn
- hinten leicht eingeschränkt ist
-
Um ein geschlossenes Klangfeld ohne störende Klanglöcher im
Heimkino-Raum zu erzeugen, werden Effektverläufe von vorn nach hinten oder
auch von hinten nach vorn von einem Kanal an den anderen "übergeben".
Speziell bei impulsartigen Signalen ist daher die hörbare Übernahme in den
Surroundbereich sachgerecht - denn, so argumentiert Yamaha, dieses Verhalten
entspricht genau dem in der realen Welt. Hier sollte eher der Vergleich zum
Kino als der zu "reinem", also nicht nachbearbeiteten Dolby
Digital gezogen werden. Auch die akustischen Eigenschaften des Hörraums
spielen - je nach dessen "Halligkeit" und/oder Hellhörigkeit
- in die Wahrnehmung solcher eben geschilderter Effekt hinein.
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Ein weiterer Einfluss entsteht durch die akustischen Eigenschaften des
gewählten DSP-Programms.
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Bei der Wiedergabe von Stereosignalen in einem der Movie
Theatre-Programme wird der Dolby ProLogic-Dekoder aktiviert. Durch die
einfache Struktur des Decoders wird dann das Differenzsignal L - R auf die
Surroundkanäle geführt, somit wird das DSP zusätzlich unterstützt.
Da Yamaha die Movie Theatre Programme für die Wiedergabe von Mehrkanalton
entwickelt hat hat, ist der Dolby ProLogic-Dekoder nicht abschaltbar und führt
daher zu den vorher genannten unerwünschten Effekten bei der Wiedergabe von
uncodiertem Stereomaterial. Da hilft dann nur die Wahl eins Programms ohne
den vorgeschalteten Dolby PL Dekoder.
Die Vorbilder für die Yamaha DSP-Programme
Mit den paar DSP-Programmen, die sich bei fast jedem AV-Receiver oder -Verstärker
als Bonus Feature im Ausstattungsumfang befinden, sind die Yamaha DSPs kaum zu
vergleichen. Die Yamaha-Variante ist darum sehr interessant, weil die
Yamaha-Toningenieure für ihre verschiedenen Cinema- und Hifi-DSP-Programme real
existierende Räume tonal exakt vermessen haben. Das heißt: Für die
Kino-DSP-Programme dienten als Maßstab verschiedene Kinos auf der ganzen Welt,
für die Hifi-DSP-Programme zum Beispiel Konzerthallen und Jazz-Clubs. So
handelt es sich nicht um ausschließlich am Computer erstellte Programme,
sondern um auf realen Bedingungen basierende.
Über THX Ultra 2
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THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante, die vollständig für
digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Auch die Extended
Surround-Tonnormen von Dolby und von DTS wurden bei der Entwicklung berücksichtigt.
So bietet THX Ultra II auch ein weiter gehendes Post Processing, DTS ES
Discrete 6.1 ist ebenfalls voll integriert: Der zusätzliche diskrete Kanal
auch als ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing versehen.
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Neu bei Ultra 2: Die Aufteilung in Cinema- und Music Mode.
Der Cinema Mode ist optimiert für Wiedergabe von 5.1-Material über ein
7.1-Lautsprechersystem und soll die Vorteile von Extended Surround auch bei
eigentlich in 5.1 vorliegendem Material akustisch optimal ausnutzen. Alle 8
an einem EX-System beteiligten Lautsprecher werden optimal aufeinander
abgestimmt. Um dies für den Back Surround-Bereich zu ermöglichen, stellt
der Heimcineast die Entfernung zwischen den beiden Back Surround
Lautsprecher ein. Diese Einstellung benötigt THX Ultra 2, damit ASA (Advanced
Speaker Array) richtig arbeiten kann und die Surround- und Back
Surround-Klangkulisse als homogenes Ganzes erscheint. Wer Material hat,
welches in Dolby Digital 5.1 EX vorliegt, verwendet nach wie vor THX
Surround EX und nicht THX Ultra 2 Cinema.
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Erstmalig bei THX gibt es auch einen Music Mode, der
besonders für DTS 96/24 und Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert
ist. Der Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems
mit zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden
jedoch anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So wird
die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet, die
rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box. Sinn dieses Unterfangens
ist es, räumlich gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und
Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen, deren
Klangeindruck aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens dem Klangbild
eines normalen Direktstrahlers (also der Lautsprecherart, die für die
akkurate Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll. THX
will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe Lautsprechersystem
sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend
vonstatten gehen soll. In der Praxis entpuppt sich THX Ultra II Music nicht
als "fauler Kompromiss", sondern als brauchbares Feature: So wird
eine raumfüllende, aber trotzdem präzise Musikwiedergabe von guter Dynamik
erreicht. Auch wenn nicht das Niveau physisch vorhandener Direktstrahler
erreicht wird: Im Rahmen der Möglichkeiten einer virtuellen Erzeugung ist
das Ergebnis beachtlich gut.
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Neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für die
Verwendung des Verstärkers mit einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer
bestimmt und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen des
Hörraums (Struktur der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes
und des Subwoofers sorgen in verschiedenen Fällen für eine störende Überbetonung
der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer als zu dominant
erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension ein und gleicht übermäßig
starke Basstöne, die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.
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Um alle THX Ultra 2 Features nutzen zu können, ist ein
komplettes 7.1 Lautsprechersystem erforderlich.
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