Jamo: Kommender Test des D7-Systems mit THX Ultra 2-Zertifikat
16.04.2003 (cr)

Neu bei uns zum Test eingetroffen ist das THX Ultra
2-zertifizierte Lautsprecherset D7-PEX, Farbe steingrau mit schwarzer
Stoffbespannung, von Jamo. Zu unserem kompletten 7.1 Set
gehören fünf Hauptlautsprecher D7LCR (Front links/rechts, Center, 2 x Surround
Back, in diesem Falle mit Direktstrahlern), zwei Dipole D7SUR für die
Surroundbeschallung und zwei aktive Subwoofer vom Typ D7 SUB. Der Komplettpreis
dieses Ensembles beträgt laut Liste 10398 EUR. Wer einen Hörraum hat, der
kleiner als 40 Quadratmeter ist, kann sich laut Jamo-Empfehlung den zweiten
aktiven Subwoofer sparen (Einzelpreis D7SUB 1899 EUR) und liegt dann bei einem
Preis von 8499 EUR. Wem ein 6.1 System reicht (mit einem 6.1 System lassen
sich aber die THX Ultra 2 Optionen, siehe weiter unten, nicht mehr nutzen!),
bezahlt für ds D7PEX 6.1 7499 EUR, die 5.1 Variante kommt auf 6499 EUR. Jamo
sieht das D7-System sowohl als sehr hochwertige Heimkino-LS-Package, aber auch
als "High-End-HiFi-System" für den anspruchsvollen Musikliebhaber.
Mit einem Frequenzgang von 20 Hz bis 40.000 Hz bei -6 dB eignet sich das
D7-System auch für hochauflösende Tonformate wie DVD Audio und SACD. In
Verbindung mit dem neuen THX Ultra 2 Standard, der auch erstmals in der
THX-Geschichte einen Music Mode enthält, erlaubt THX bei den Frontlautsprechern
einen größeren vertikalen Abstrahlwinkel.
Aufstellung und Besonderheiten des D7-Systems
Alle sieben Lautsprecher des D7 sind für die
Wandhalterung ausgelegt, wahlweise sind für Liebhaber einer frei im Raum
stattfindenden Aufstellung aber auch stabile Standfüße zu kaufen. Jamo propagagiert die Befestigung der Boxen an den Hörraumwänden - die Begründung:
Hier sind weit mehr Parameter in Bezug auf eine stimmige Akustik beeinflussbar
als bei der Aufstellung frei im Raum. Besteht hingegen zwischen Lautsprecher und
Wand kein Abstand mehr, ist die Größe, um welchen Wert die tiefen
Frequenzen durch den Raum verstärkt werden, bekannt. Jamo rät, die
Lautsprecher in einer Höhe von 1 Meter über dem Fußboden anzubringen. Da der
Abstand zum Platz des Zuhörers in den meisten Praxisfällen zwischen zwei und
vier Meter beträgt, können die Anteile der Reflexionen durch den Fußboden
annähernd bestimmt werden.
Zusammengefasst der Effekt bei der Wandmontage:
Tiefe Frequenzen werden durch die Rückwand verstärkt, gleichzeitig bewirken
die Anteile der Reflexionen durch den Fußboden im praktisch gleichen Hz-Bereich
eine Reduzierung der tiefen Frequenzen. Jamo arbeitet mit einem sehr sensibel
ansprechenden Kompensationsfilter, mit dessen Hilfe der Frequenzgang bis auf 80
Hz (- 3 dB) herunter linearisiert wird. Steht der Lautsprecher frei auf dem als
Zubehör lieferbaren LS-Ständer D7 FS, dann verhält sich die Box wie jeder
andere "normale" Lautsprecher auch, d.h. den nicht
vorhersehbaren Beeinflussungen durch den Hörraum entsprechend. Durch diese
beiden Aufstellmöglichkeiten sind separate Anschlussfelder für Wandmontage
bzw. Befestigung auf dem LS-Standfuß vonnöten.
Die einzelnen Komponenten:
D7LCR: 3-Wege-Lautsprecher, zwei Tieftöner (5,5''),
zwei Mitteltöner (2,5''), ein Hochtöner (1''), Mitteltöner sind vertikal
über bzw. unter dem mittig sitzenden Hochtöner montiert, links und rechts von
dieser Mittel-/Hochtonanordnung befinden sich die Tieftöner. Die
Trennfrequenzen liegen bei 400 Hz und 2 kHz. Die LS-Boxen sind magnetisch
geschirmt. Da als Front-LS drei identische Boxen zum Einsatz kommen, empfiehlt
es sich im Sinne einer klanglich stimmigen, homogenen Wiedergabe, diese LS alle
in identischer Höhe zu befestigen.
D7SUR: Identische Treibertypen wie im D7LCR, dadurch
lassen sich Phasenübergange erzielen, die nahtlos an die des D7LCR anknüpfen.
Folge: Ein gleich hohes Maß an Detailtreue bei der Wiedergabe. Bestückung:
ein 5,5'' Woofer, vier 2,5'' Mitteltöner, zwei 1'' Hochtöner.Trennfrequenz
für den Woofer 200 Hz, der Tieftöner sitzt im Zentrum der Gehäusefront.Diese
Anordnung wurde deshalb gewählt, weil konventionelle Dipollautsprecher (mit
zwei Woofern) aufgrund von Frequenzauslöschungen zwischen den beiden Woofern an
Bassschwäche leiden. Durch die Ausstattung mit einem, zentral angeordneten
Tieftöner konnte nicht nur dieses Problem gelöst werden - zusätzlich bleibt
die Gehäusetiefe gering, was die Installation und Integration erleichtert.
D7SUB: 15''-Tieftonchassis, 400 Watt (Sinus) Class
D-Verstärker, Leistungsspitzen bis zu 700 Watt, Standby-Stromverbrauch unter 1
Watt, mit Boundary Gain Compension. Dieser Filter kompensiert den akustischen
Einfluss des Hörraums auf den Bass des/der Subwoofer . Tiefste Frequenzen
werden durch jeden Raum verstärkt, die Größe dieser Verstärkung ist
natürlich vom Hörraum selber, aber auch von der Hörposition abhängig.
Normalerweise steigt die Größe des Wertes bei der Verringerung des Abstandes
zwischen Subwoofer und Hörraumwand. Ein überhöhter Basspegel ab 60 Hz ist die
Folge. Im Bereich von 20 bis 30 Hz ergeben sich sogar erhöhte Spitzen von 5 bis
10 dB für durchschnittlich große Räume. Was für die Filmtonwiedergabe
vielleicht noch imposant erscheinen mag, ist für die differenzierte
Musikwiedergabe oftmals sehr störend: Durch die Bassspitzen entstehen unschöne
Dröhn- und Vibrationsgeräusche. Die Boundary Gain Compension setzt bei 55 Hz (
- 3 dB) ein und dämpft um bis zu - 10 dB bei 20 Hz. Normalerweise ist bei
jedem THX Ultra 2-Verstärker oder -Receiver diese Boundary Gain Compension mit
an Bord - wer bei seinem THX Decoder jedoch nicht über dieses
Ausstattungsmerkmal verfügt, für den hat Jamo noch einen Trumpf im Ärmel: Die
Boundary Gain Compension ist bereits im D7 SUB über einen separaten Eingang
eingebaut, somit kann das D7-System mit allen Vorzügen auch sehr gut an bereits
vorhandenes Equipment angepasst werden. Der Regler für den Eingangslevel
befindet sich oben auf dem D7 SUB-Gehäuse, wenn die Einstellung der
THX-Referenzlautstärke entspricht, blinkt eine LED auf.
Über THX Ultra 2:
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THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante, die vollständig für
digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Auch die EXtended
Surround-Tonnormen von Dolby und von DTS wurden bei der Entwicklung berücksichtigt.
So bietet THX Ultra II auch ein weiter gehendes Post Processing
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Neu bei Ultra II: Die Aufteilung in Cinema- und Music Mode.
Der Cinema Mode ist optimiert für die 7.1-Wiedergabe (neu: ASA (Advanced
Speaker Array) soll die Vorteile von Extended Surround akustisch optimal
ausnutzen und alle 8 an einem EX-System beteiligten Lautsprecher optimal
aufeinander abstimmen, bei DTS ES Discrete 6.1 wird der zusätzliche
diskrete Kanal auch als ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing
versehen). Man kann einstellen, wie weit die beiden Back Surround
Lautsprecher voneinander entfernt sind. Diese Einstellung benötigt THX
Ultra 2, damit ASA richtig arbeiten kann. Zur Wahl stehen: "TOGETHER"
für Abstände von unter 1,2 Metern, oder "APART" für Abstände
zwischen beiden Surround Back Lautsprechern, die größer als 1,2 Meter
sind.
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Erstmalig bei THX gibt es auch einen Music Mode, der
besonders für DTS 96/24 und Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert
ist. Der Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems
mit zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden
jedoch anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So wird
die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet, die
rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box- Sinn dieses Unterfangens
ist es, räumlich gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und
Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen, deren
Klangeindruck aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens dem Klangbild
eines normalen Direktstrahlers (also der Lautsprecherart, die für die
akkurate Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll. THX
will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe Lautsprechersystem
sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend
vonstatten gehen soll. In der Praxis entpuppt sich THX Ultra II Music nicht
als "fauler Kompromiss", sondern als brauchbares Feature: So wird
eine raumfüllende, aber trotzdem präzise Musikwiedergabe von guter Dynamik
erreicht. Auch wenn nicht das Niveau physisch vorhandener Direktstrahler
erreicht wird: Im Rahmen der Möglichkeiten einer virtuellen Erzeugung ist
das Ergebnis beachtlich gut.
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Neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für die
Verwendung des Verstärkers mit einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer
bestimmt und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen des
Hörraums (Struktur der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes
und des Subwoofers sorgen in verschiedenen Fällen für eine störende Überbetonung
der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer als zu dominant
erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension ein und gleicht übermäßig
starke Basstöne, die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.
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