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Marantz: Zwei neue THX-AV-Receiver mit Vollausstattung

10.04.2003 (cr)

Marantz gibt Gas: Der neue SR-9300 für 3500 EUR löst mit noch besserer, aktualisierter Ausstattung den SR-9200, der bei uns im Hardwaretest mit brillanten Leistungen überzeugen konnte, ab. Während die Endstufensektion weitestgehend unverändert blieb - an Leistung stehen 7 x 140 Watt an 8 Ohm zur Verfügung, die hoch belastbaren High Current-Endstufen konnten durch ihre Dynamik und Pegelfestigkeit auch in unserem Test voll punkten - ist bezüglich der Vorverstärkersektion und der Elektronik eine Menge geschehen. So ist der 9300er nun THX Ultra 2-zertifiziert, ferner wird auch DTS 96/24 decodiert. Es bleibt zu hoffen, dass, da immer mehr Geräte mit einem 96/24-Decoder auf den Markt kommen, sich auch das Softwareangebot verbessert. Neue 192 kHz/24-Bit Crystal Audio-D/A-Wandler sollen die klanglichen Fähigkeiten gerade in Bezug auf Brillanz und Detaileinarbeitung nochmals hörbar steigern, was in Anbetracht der exzellenten Leistungen des SR-9200 kein leichtes Unterfangen werden dürfte. Ob die Mission gelungen ist, wird ein ausführlicher Test bei uns klären. Es steht auch eine Source Direct- und Video Off-Schaltung bereit, um für audiophile Hörer einen natürlichen und reinen Klang ohne störende Beeinflussungen durch nicht benötigte Baugruppen sicherzustellen. Das vollverkupferte Gehäuse sorgt zusammen mit dem groß dimensionierten Ringkerntrafo ebenfalls für eine klangliche Optimierung. Ansonsten sorgt die "Precision Coding Technology" für höchste Sound-Präzision, so dass man insgesamt schon sehr gespannt sein kann auf die akustischen Fähigkeiten des Marantz-Neulings. Wie bereits der Vorgänger wird auch der 9300er mit Scartbuchsen ausgeliefert, was gerade in Europa die Rolle des AV-Receivers als Videoschaltzentrale positiv beeinflussen dürfte. Während es als weitere Videoanschlüsse noch S-Video-Hosiden- und FBAS-Buchsen gibt, werden wie schon beim SR-9200 keine YUV-Terminals mitgeliefert. Selbstverständlich gibt es einen 71-Eingang sowie einen vollen Satz an Pre-Outs. Multiroom-geeignet ist der SR-9300, hier kann man die eingebauten Endstufen zwischen den Surround Back- und dem Multiroom-Einsatz umschalten. Eine RS232 Schnittstelle für Software-Updates und Haussteuerungssysteme (Creston, AMX) steht ebenfalls zur Verfügung. Die hervorragende Fernbedienung RC3200 wird auch dem neuen Modell beigelegt, was in Anbetracht der Qualitäten des auch einzeln zu erwerbenden IR-Controllers alles andere als ein Fehler ist. Wie auch der 9200er ist der SR-9300 in goldener oder schwarzer Ausführung lieferbar.

1000 EUR günstiger ist der neue SR-8300 zu haben, der mit einem THX Select-Zertifikat und 6 Endstufen (6 x 120 Watt an 8 Ohm, High Current Feedback-Technologie) ausgeliefert wird. Auch hier hat der Kunde die Wahl zwischen der goldfarbenen und der schwarzen Version. Neu hinzugekommen ist beim SR-8300 der Decoder für DTS 96/24 sowie die "Precision Coding Technology". Auch der SR-8300 ist, wie der SR-9300, mit neuen Crystal 192 kHz/24-Bit Audio-DACs ausgestattet. Ein Scartanschluss findet sich auch beim SR-8300, auch S-Video- und FBAS-Terminals sind vorhanden, durch Abwesenheit glänzt allein YUV. Multiroom-geeignet ist der 8300er auch, hier lassen sich die Endstufen zwischen Surround und Multiroom umschalten, da für den Back Surround Betrieb nur eine Endstufe mitgeliefert wird, kann man die Back Surround Endstufe nicht für Multiroom nutzen, sondern muss mit den Endstufen für die "normalen" Surround-LS vorlieb nehmen. Eine RS 232-Schnittstelle für Haussteuerungssysteme und Softwareupdates steht auch hier bereit, ebenso eine "Source Direct"-Schaltung und eine "Video Off"-Funktion für reinen Sound. 

Wer einen SR-9200 oder einen SR-8200 sein eigen nennt, muss nicht traurig sein, wenn er von den technischen Errungenschaften der Nachfolger liest: Denn für 300 EUR (Preis gilt für SR-9200 und SR-8200) bietet Marantz ein Upgrade an (Hard- und Software-Upgrade), das die beiden Modelle technisch auf das Niveau der Neuerscheinungen liftet. Das Upgrade die Geräte umfasst:

  • THX Ultra 2 (nur SR-9200)

  • Precision Coding Technology (beide Modelle)

  • DTS 96/24 (beide Modelle)

  • Circle Surround 2 (beide Modelle)

Technischer Anhang

Precision Coding Technology (PCT): 

PCT verarbeitet die digitalen Signale von Dolby Digital und DTS mit einer höheren Rechenbreite vpn 32 Bit, was zu einem feiner aufgelösten Audiosignal führt. Gleichzeitig wird das Signal-Rausch-Verhältnis im Mittel-/Hochton-Bereich deutlich verbessert.

THX Ultra 2:

  • THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante, die vollständig für digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Auch die EXtended Surround-Tonnormen von Dolby und von DTS wurden bei der Entwicklung berücksichtigt. So bietet THX Ultra II auch ein weiter gehendes Post Processing

  • Neu bei Ultra II: Die Aufteilung in Cinema- und Music Mode. Der Cinema Mode ist optimiert für die 7.1-Wiedergabe (neu: ASA (Advanced Speaker Array) soll die Vorteile von Extended Surround akustisch optimal ausnutzen und alle 8 an einem EX-System beteiligten Lautsprecher optimal aufeinander abstimmen, bei DTS ES Discrete 6.1 wird der zusätzliche diskrete Kanal auch als ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing versehen). Man kann einstellen, wie weit die beiden Back Surround Lautsprecher voneinander entfernt sind. Diese Einstellung benötigt THX Ultra 2, damit ASA richtig arbeiten kann. Zur Wahl stehen: "TOGETHER" für Abstände von unter 1,2 Metern, oder "APART" für Abstände zwischen beiden Surround Back Lautsprechern, die größer als 1,2 Meter sind.

  • Erstmalig bei THX gibt es auch einen Music Mode, der besonders für DTS 96/24 und  Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert ist. Der Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems mit zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden jedoch anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So wird die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet, die rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box- Sinn dieses Unterfangens ist es, räumlich gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen, deren Klangeindruck aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens dem Klangbild eines normalen Direktstrahlers (also der Lautsprecherart, die für die akkurate Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll. THX will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe Lautsprechersystem sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend vonstatten gehen soll. In der Praxis entpuppt sich THX Ultra II Music nicht als "fauler Kompromiss", sondern als brauchbares Feature: So wird eine raumfüllende, aber trotzdem präzise Musikwiedergabe von guter Dynamik erreicht. Auch wenn nicht das Niveau physisch vorhandener Direktstrahler erreicht wird: Im Rahmen der Möglichkeiten einer virtuellen Erzeugung ist das Ergebnis beachtlich gut. 

  • Neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für die Verwendung des Verstärkers mit einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer bestimmt und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen des Hörraums (Struktur der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes und des Subwoofers sorgen in verschiedenen Fällen für eine störende Überbetonung der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer als zu dominant erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension ein und gleicht übermäßig starke Basstöne, die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.

 

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