Test: AV-Receiver Yamaha RX-V530

Es ist wieder die Zeit der Modellwechsel: Dies gilt auch für die
AV-Receiver-Modellpalette von Yamaha, wo vier neue Modelle den Markt seit kurzem
bereichern. Wir hatten ein Modell zum Praxistest hier, welches von seinen
Eigenschaften und von seinem Preis her einen besonders großen
Interessentenkreis ansprechen dürfte: Den 449 EUR kostenden RX-V530, der
wahlweise in Yamaha-typischem Titan oder in klassischem Schwarz lieferbar ist.
Für den Kaufpreis bringt der AV-Receiver eine Menge mit: So Endstufen mit 5 x
110 Watt Leistung (DIN), einen 32-Bit YSS-938 DSP-Chip aus der hauseigenen
Chipschmiede sowie 21 DSP-Programme mit insgesamt 44 Variationsmöglichkeiten
(hier werden alle DTS/DD/Dolby ProLogic-Einsatzmöglichkeiten zusammengezählt).
Wie bei Yamaha üblich, sind die DSPs aufwändig programmiert und bringen auch
(gerade die Cinema DSPs) einen hörbaren Gewinn für den Heimkinofreund. Als
Besonderheit verfügt der RX-V530 über eine Phantomschaltung, die einen
virtuellen Back Surround-Center generiert. Mit
Anschlüssen ausgestattet ist der Yamaha reichhaltig, so bringt er
beispielsweise schon zwei Komponenteneingänge und einen Komponentenausgang mit,
was in diesen Preisregionen alles andere als selbstverständlich ist.

Drei
Digitaleingänge, alle frei zuweisbar, und ein Digitalausgang sind ebenso mit
dabei wie eine komplette S-Video-Beschaltung der Videosektion. Die
Verarbeitung des Yamaha ist über jeden Zweifel erhaben: Nie hat der Kunde das
manchmal unangenehme Gefühl etwas sehr Preisgünstiges, was auch genauso
aussieht, erworben zu haben, im Gegenteil: Zwar ist die Frontplatte aus
Kunststoff, dieser sieht aber, gerade in Titan, so hochwertig aus, dass sich der
RX-V530 in jedem Rack gut macht. Das Anschlussterminal auf der Geräterückseite
offeriert Schraubanschlüsse für alle Lautsprecher, was sehr
lobenswert ist. Auf der
ganzen Linie überzeugt die Qualität der mitgelieferten Fernbedienung, die der
Preisklasse absolut angemessen ist. Hervorzuheben auch das angenehm
großflächige Display mit hoher Auflösung. So endet die erste Testdisziplin
für den RX-V530 äußerst erfreulich: Eine sehr gute Verarbeitung und eine
reichhaltige, über dem Durchschnitt der Preisklasse liegende Ausstattung
sichern dem AV-Receiver volle sechs Sterne.
Bewertung      
Bedienung
Wer sich mit der Bedienung des RX-V530 vertraut machen möchte, stellt schnell
fest, dass es auch für den Novizen problemlos funktioniert, das Gerät
betriebsfertig einzustellen und während des Betriebs Justagen vorzunehmen.
Einen beträchtlichen Anteil an der Leichtigkeit dieses Prozesses hat die
hervorragende Fernbedienung. Sinnvoll sind die einzelne Funktionsgruppen
voneinander abgetrennt, der große Lautstärkeregler ist griffgünstig
platziert, der Druckpunkt der Tasten, die durch ihre Gummibeschichtung gut zu
bedienen sind, ist klar. Das einzige, was an diesem IR-Controller noch fehlt,
ist eine Beleuchtung zumindest der wichtigsten Funktionstasten. Diese aber
bietet auch der Großteil der Konkurrenz nicht an. Nur Gutes gibt es vom Display
zu berichten, an dem sich fast die gesammelte Konkurrenz ein Beispiel nehmen
kann: Die hohe Auflösung und die Größe sorgen für eine tadellose
Ablesbarkeit und steigern zusätzlich noch den Qualitätseindruck. Da passt es
ins Bild, dass die Bedienelemente auf der Gerätefrontplatte ebenso durch eine
solide, griffgünstige Ausführung auffallen.
Bewertung      
Ton
Testequipment:
-
DVD-Player Harman/Kardon DVD-25
-
Frontlautsprecher Mirage FRX-9/Magnat Vector 77
-
Centerlautsprecher Mirage MC-2/Magnat Vector Center 13
-
Surroundlautsprecher Mirage FRX-Rear/Magnat Vector 22
-
Aktiver Subwoofer Magnat Omega 380
-
TV Grundig Lenaro 92 MFW 92-6110/9 DVD
Die virtuelle Back Surround-Funktion des RX-V530 Der Yamaha
RX-V530 ist mit einer Schaltung ausgestattet, die virtuell eine Matrix für den
Back Surround-Lautsprecher erzeugt. Auch wenn man nicht von einem
revolutionären Klangunterschied bei aktivierter virtueller Back Matrix-Funktion
sprechen kann, so ist doch, gerade in Verbindung mit einem der sehr gut
gelungenen Cinema DSP-Programme (Sci-Fi, Adventure, Spectacle), eine Steigerung
der Dichte der Surround-Klangkulisse herauszuhören. Zu beachten ist jedoch,
dass die verwendete Software auch eine entsprechend hohe Qualität aufweisen
muss (reichhaltige Surround-Klangkulisse). Insgesamt ist mit dieser
Phantomschaltung zwar ein kleiner Volumengewinn spürbar, einen richtigen,
physisch vorhandenen Back Surround-Lautsprecher kann das System nicht ersetzen.
Trotzdem: Da Yamaha dieses Ausstattungsmerkmal als Bonus Feature versteht, wird
es allemal gern genommen - schließlich komplettiert es die auch ansonsten sehr
gute Ausstattung des AV-Receivers.
Film
Der Yamaha RX-V530 konnte sich bei unseren Testläufen mit der Ultimate
Edition des dritten Teils der "Die Hard"-Trilogie "Die Hard With
A Vengeance" hervorragend in Szene setzen. Deutlich zeigt sich hier wieder,
dass AV-Receiver verschiedener Hersteller auch klanglich verschiedene
Prioritäten setzen. Beim RX-V530 liegen die Schwerpunkte, was den
effektliebenden Heimkino-Fan freuen dürfte, bei einer raumfüllenden und
voluminösen Akustik im Surroundbereich und einer kraftvollen Effektwiedergabe.
Die Wucht, mit der der relativ preisgünstige Yamaha Effekte in den Hörraum
befördert, verdient Respekt: Der Antritt ist ebenso beeindruckend wie die
problemlos fahrbaren maximalen Pegel. Freunde einer sehr natürlichen Auslegung,
denen die detaillierte Wiedergabe feinster Zwischentöne sehr wichtig ist, sind
nicht die primäre Zielgruppe des Yamaha. Auch wenn die Detaileinarbeitung und
die Feinauflösung im Hochtonbereich in Ordnung sind, so liegen dem AV-Receiver
die Übertragung kräftiger Explosionen, wilder Verfolgungsjagden sowie die
raumfüllende Wiedergabe voluminöser Sound Tracks hörbar mehr. Schon im Menü
von "ID4" kündigt sich durch einen sehr kräftigen Basseinsatz an,
dass solche Filme dem RX-V530 besonders liegen. Auch bei abgeschaltetem aktiven
Subwoofer ist das Bassvolumen für einen AV-Receiver dieser Preisklasse noch
erstaunlich gut. Wunder dürfen in diesen Preisregionen generell nicht erwartet
werden, was einfach am Kostendruck aller Hersteller liegt. Es werden immer mehr
Features für immer niedrigere Kaufpreise angeboten. Darum ist es wenig
sinnvoll, leistungsmäßig sehr anspruchsvolle, überdurchschnittlich
großvolumige Frontlautsprecher an das Gerät zu hängen - hier ist die
gängigste Lösung die beste: Wenn man noch einen entsprechend potenten aktiven
Subwoofer verwendet, ist der Yamaha gerade für den Heimkinoeinsatz bestens
geeignet. Im Yamaha-Sortiment finden sich auch tadellose Subwoofer, so
beispielsweise der YST-SW320. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Auch MIT
aktivem Subwoofer gibt es Unterschiede in der Bass-Performance der einzelnen
AV-Receiver in dieser Preisklasse. Der Basseinsatz des Yamaha ist aus
verschiedenen Gründen besonders zu loben: Zum einen ist die Basskraft hoch,
ebenso das gebotene Volumen. Zum anderen sind die sehr runden Übergänge sehr
gefällig, so dass bei den Übergängen innerhalb des Bassbereichs auch kein
noch so kleines Klangloch auftaucht. So entsteht beim RX-V530 der Eindruck, dass
er einen für diese Preisklasse gerade im unteren Frequenzbereich besonders
kompletten Klang bereitstellt. Daher erbebt auch der Hörraum, als das riesige
Alien-Mutterschiff zu Beginn von "Independence Day" am Mond
vorbeifliegt. Doch nicht nur das: Der Music Score klingt voluminös und dicht,
der ganze Raum ist durchwirkt von einer homogenen Klangwolke. Sehr
empfehlenswert: Das "Spectacle"-DSP-Programm, das sich auch bei den
ungeheuren Druckwellen, die die von den schießwütigen Aliens zerstörten
Gebäudekomplexe auslösen, klanglich mit ausgezeichneter Durchschlagskraft
bewährt und hier noch minimal vor dem ebenfalls gut abgestimmten "Sci-Fi"-DSP-Programm
rangiert. Letzteres bietet noch mehr räumliche Weite, besitzt aber eine etwas
geringere Effekt-Durchschlagskraft. Sehr harmonisch und passend war das "Sci-Fi"-Programm
beim Remake des "Planeten der Affen": Der Music Score ertönt auf
breiter akustischer Basis, die gesamte Klangkulisse lässt den Hörer gleich zu
Beginn des Films die unendlichen Weiten das Alls förmlich spüren. Der
Basseinsatz ist auch bei diesem Filmbeispiel wieder stimmig und trägt seinen
Teil zur gelungenen Darstellung des RX-V530 bei. Gut war die Vorstellung des
RX-V530 bei der deutschen Tonspur in Dolby Surround des 007-Streifens "Octopussy":
Obwohl diese DVD-Tonspur technisch nicht mehr Up To Date ist, schafft der
AV-Receiver ein Klangbild von ordentlicher Homogenität. Hier zeigen sich zum
einen die sehr gefällige Grundauslegung des Yamaha, zum anderen die
Fähigkeiten des verwendeten Modus "Dolby ProLogic II Movie". Die
Effektwiedergabe, wenngleich doch hörbar durch die systembedingten Grenzen der
ursprünglichen Tonspur beschränkt, ist erstaunlich kräftig. Die
mittenbetonte, akustisch etwas dünne Gesamtcharakteristik kann der Yamaha summa
summarum abschwächen, aber natürlich nicht völlig vergessen machen. Die
Startsequenz des Bond-Abenteuers klingt trotz der gut hörbaren Verzerrungen und
Übersteuerungen auf der deutschen Tonspur brauchbar - der RX-V530 versteht es
gut, auch aus nicht perfekter Software zumindest noch ein anhörbares
Heimkino-Vergnügen zu erzeugen. Erfreulich: Auch bei vierstündigem
Dauereinsatz mit forcierten Pegeln hielt sich die Erwärmung des AV-Receivers in
Grenzen. Die passive Kühlung des Yamaha scheint also effektiv zu
arbeiten.
Musik
Im Musikbetrieb erfreut der RX-V530 bei der Scorpions-DVD "Acoustica"
mit einem guten Raumeindruck und einer sehr gelungenen Vermittlung der
Live-Atmosphäre dieses Konzerts, das in Portugal statt fand: Die
Surround-Klangkulisse ist lebendig und facettenreich. Ebenso überzeugen kann
die Stimmwiedergabe und der klare, satte Klang (getestete Tonspur: DTS 5.1). Nur
im Hochtonbereich ginge in Punkto Feingefühl noch mehr. Dass der Yamaha gerade
bezüglich des machbaren Volumens viel bieten kann, beweist er bei Johann
Sebastian Bachs Violinenkonzert, Bachwerkeverzeichnis 1042, abgelegt auf einer
preisgünstigen, aber qualitativ sehr überzeugenden Naxos-DVD mit den
wählbaren Tonspuren DTS/DD 5.1. Wir verwendeten die noch minimal bessere
DTS-Tonspur, und der RX-V530 sorgte mit seinem angenehmen, nie aggressiven oder
zu spitzen Klang gerade auch bei den Streichern für Wohlbefinden. Für die
Preisklasse sehr ordentlich ist auch die Präzision der Streicher, hier können
nur deutlich teurere Geräte noch hörbar mehr leisten. Kraftvoll und
akzentuiert brachte der RX-V530 die Orchestereinsätze zur Geltung. Die
Detailwiedergabe ist gut, bei der Einarbeitung feiner Zwischentöne liegt aber,
ebenso wie beim Heimkino-Betrieb, nicht das besondere Talent des Yamaha, der
eher auf eine ausgewogene Gesamtdarbietung Wert legt.
Sehr brauchbar klingt der RX-V530 im Dolby ProLogic II-Music-Betrieb. Die
Darstellung ist weiträumig und homogen, erfreulich kräftig ist der
Bassbereich, und das selbst ohne aktiven Subwoofer. Lediglich der Hochtonbereich
könnte noch luftiger sein, wie sich bei Felix Mendelssohn-Bartholdys 1.
Symphonie zeigt. Erfreulich aber der Orchestereinsatz, der mit kräftigem
Antritt und stimmigem Gesamtklangbild gefällt. Bei verschiedenen Dance- und
Techno-CDs zeigt der Yamaha sein Talent: Im PLII Music Mode schafft er eine
reichhaltige Surround-Klangkulisse und ein stämmiges Bassfundament. Wer eine
richtige Privatparty feiern will, wird sich vor allem für den "5-Channel
Stereo Mode" interessieren: Auch in dieser Einstellung arbeiten die
Endstufen des Yamaha klaglos auch über längere Hördistanzen. Auch ohne
Subwoofer war das Leistungsgefühl absolut in Ordnung.
Im Stereobetrieb (Test-CDs: Toni Braxton/Secrets, Felix
Mendelssohn-Bartholdy: Symphonie Nr. 1/Opus 11) gefällt der RX-V530 mit guter
Homogenität und voll zufrieden stellender Plastizität. Der Bassbereich ist
rund und gefällig abgestimmt, so dass gerade der
"Gelegenheits-Stereohörer" mit den Qualitäten des Yamaha vollauf
zufrieden sein dürfte, ebenso der Hörer, der gern Dance- oder Techno-Musik
hört: Hier darf man auch ruhig Vielhörer sein, denn man kann sich immer wieder
über den effektiv arbeitenden Bassregler und die kräftige klangliche Auslegung
freuen. Wer aber häufig Jazz oder Klassik in Stereo hört, wird sicherlich
einiges bemerken: Bei der Stimmwiedergabe wird offensichtlich, dass auch Yamaha
bei einem 450 EUR-Gerät nicht Unsummen an Geld in eine aufwändige
Stereo-Optimierung stecken kann: Bei der Darstellung kleiner Nuancen fehlt es
ein wenig an Prägnanz, so dass diese nicht so akkurat herausgearbeitet werden,
wie es prinzipiell möglich wäre. Gleiches gilt für die
Hochton-Wiedergabe, die noch facettenreicher sein könnte. Aber: Bei keinem
AV-Receiver dieser Preisregionen wird der versierte Stereohörer das Klangbild
finden, das er schätzt. Daher wieder unser Tipp: Gerade stereoklangverliebte
Klassik- oder Jazzfans sollten sich ernsthaft mit zwei Alternativen
auseinander setzen:
- Den qualitativ guten Stereoverstärker (falls vorhanden) behalten und den
Yamaha für die Mehrkanalwiedergabe einsetzen. Ist auch kein
Stereoverstärker vorhanden, so kann man den Kauf von zwei voneinander
getrennten Anlagen zumindest einmal durchkalkulieren - was sich lohnen
könnte, wenn man echter Stereofan ist, denn an die Klangqualität eines
ordentlichen Mittelklasse-Stereoverstärkers (für rd. 500 EUR) kommen selbst deutlich teurere
Surroundreceiver nicht heran.
- Einen AV-Receiver einer höheren Preisklasse (ab ca. 1000 EUR wird auch
dem Stereoklang eine höhere Priorität geschenkt) ins Auge fassen und
ausgiebig Probe hören. Dies ist vor allem für diejenigen wichtig, die sehr
guter Filmton- und Musikwiedergabe gleichsam hohe Priorität einräumen
und/oder nicht den Platz haben, sich zwei Anlagen aufzubauen.
Natürlich gibt es auch da Hörer, die noch einiges an der Stereowiedergabe
auszusetzen haben, da gerade hier die Geschmäcker extrem unterschiedlich
sind und subjektives Empfinden deutlich mit hineinspielt. Wichtig: Am besten
in den eigenen vier Wänden testen. Findet der Test beim Händler statt, auf
jeden Fall mit verschiedenen Lautsprecher-Kombinationen testen. Es ist
wichtig, sich ein ausführliches Bild zu machen und nicht bei einer
"Lieblingsmarke", die manch ein Händler durchaus hat, automatisch
zu landen.
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Dolby PLII      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Mit dem RX-V530 hat Yamaha voll ins Schwarze getroffen, vereint er doch
wichtige Grundelemente, um ein Gerät für eine breite Zielgruppe interessant zu
machen: Der AV-Receiver glänzt vor allem im Filmbetrieb mit herausragenden
Leistungen, die eindrucksvoll zeigen, was man für unter 500 EUR bereits
erwarten kann. Natürlich, das sollte sich der anspruchsvolle Heimcineast sagen,
wer wirklich eine überragende Performance bei hohen Pegeln über eine längere
Dauer in einem großen Hörraum realisieren möchte, sollte nach wie vor zu
einem Gerät höhere Preisklassen greifen. Doch nicht jeder hat ein solches
Anforderungsprofil an einen AV-Receiver: Wem es also darum geht, in normalen,
auch mal höheren Lautstärken in sehr guter Qualität Film-DVDs zu genießen,
für den ist der RX-V530 ein hervorragender Tipp: Seine angenehme, stets
harmonische Wiedergabe ist ebenso zu loben wie der gekonnte Umgang mit weniger
guter Software. Einige der DSP-Programme aus der Cinema DSP-Schiene helfen, den
tadellosen Eindruck noch zu verstärken, denn mit einer leichten Steigerung des
Gesamtvolumens und einer noch minimal kräftigeren Effektwiedergabe wird der
Heimkinospaß nochmals etwas größer. Obwohl ein aktiver Subwoofer gerade in
dieser Leistungsklasse für eine effektive Basswiedergabe auf jeden Fall mit
dazu gehören sollte, stehen die kräftigen Endstufen auch ohne
Aktiv-Sub-Support nicht sofort auf verlorenem Posten: Sie machen ihre Sache
wirklich gut, nur zu leistungsmäßig anspruchsvolle Hauptlautsprecher sollte
der Benutzer, wie in diesen Preisregionen üblich, dem AV-Receiver ersparen. Im
Mehrkanal-Musikbetrieb besticht der Yamaha durch seine weiträumige, homogene
Wiedergabe. Während die Detaileinarbeitung und die Auflösungsfeinheit im
Hochtonbereich zwar gut, aber nicht überragend sind, sind der saubere
Bassbereich und die gefällige Gesamtwiedergabe auf absolutem Top-Niveau, so
dass mit dieser Auslegung, die gerade im alltäglichen Betrieb zu gefallen
weiß, der Geschmack vieler Käufer getroffen sein dürfte. Der
Stereoklang reicht für die Ansprüche normaler Hörer vollkommen aus, nur
Stereo-Fans sollten für den Zweikanal-Musikgenuss lieber ein separates System
verwenden. Yamaha versüßt das Ganze noch mit einem einfachen
Bedienkonzept und einer ausgezeichneten Verarbeitung, die den AV-Receiver von
der optischen Wertigkeit schon in die nächsthöhere Preisklasse hebt. Ohne
Frage ist der RX-V530 mit seinem hohen Niveau in allen Disziplinen ein besonders
empfehlenswertes Gerät, bei dem besonders die Abwesenheit wirklicher Schwächen
positiv auffällt.
So baut man AV-Receiver: Für rund 450 EUR kann man kaum noch mehr
erwarten
Gesamturteil:

Mittelklasse
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
-
Überragender Filmklang
-
Hervorragender Mehrkanal-Musikklang
-
Einige wirkungsvolle Cinema DSPs
-
Gute Kraftreserven
-
Überdurchschnittlich gute Verarbeitung
-
Sehr gute Fernbedienung
Contra:
Technische Daten
-
AV-Receiver mit Dolby Digital/DTS-Decoder
-
Dolby ProLogic II mit allen Einstellmöglichkeiten im Music Mode
-
Leistung: 5 x 110 W (DIN), 5 x 65 W (0,06 % Klirr, 20 Hz bis 20 kHz, 8
Ohm)
-
96 kHz/24-Bit Audio-DACs
-
32-Bit Yamaha DSP YSS-938
-
6.1-Phantomschaltung für virtuellen Back Surround Center
-
21 DSP-Modi in 44 Variationen
-
Silent Cinema für DSP-Programme via normalem Stereo-Kopfhörer
-
2 Digitaleingänge, 1 Digitaleingang, frei zuweisbar
-
2 Komponenten-Video-Eingänge, 1 Komponenten-Video-Ausgang
-
4 x Audio-Video-In/1 x Video-Out, alle S-Video- und FBAS-beschaltet
-
2 x Audio-In, 1 x Audio-Out
-
Sechskanaleingang (DVD Audio-geeignet)
-
Schraubanschlüsse für alle Lautsprecher
-
RDS-Tuner mit 40 Festspeichern
-
Abmessungen (B x H x T in mm): 435 x 151 x 387
-
Gewicht: 10 kg
-
lieferbare Farben: Titan und Schwarz
-
Preis: 449 EUR
Test: Carsten
Rampacher
03.06.2002
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