Test: AV-Verstärker Yamaha DSP-AZ1

Finish, Features und Anschlüsse
Der DSP-AZ1, der mit einer Leistung von 6 x 200 Watt (DIN Sinus) und 2 x 65
Watt für die Yamaha-typischen vorderen Effektkanäle die Nachfolge des
erfolgreichen DSP-AX1 antritt, ist im Modelljahr 2002 der
Top AV-Verstärker des Hauses Yamaha. Während in den USA selbst die Top-Modelle
fast ausschließlich als Receiver aufgelegt werden, bedient Yamaha wieder traditionell den
europäischen Markt mit einem reinen Verstärker, was Vertreter derjenigen
Fraktion begrüßen, die der Meinung sind, dass ein zusätzlicher Tuner im
Receiver nicht mehr als ein einfaches "Bonus Feature" ist, das sich
aber eher negativ auf die Klangreinheit auswirkt. Denon verfolgt die selbe
Maxime beim AVC-A11SR, der ebenfalls ein
reiner Verstärker ist. Wie beim Konkurrenzmodell steckt auch im wahlweise in
schwarzer oder goldener Ausführung lieferbaren Yamaha DSP-AZ1 alles, was momentan im Bereich der Heimkino-Technik "State Of
The Art" ist und für einen Preis von rund 2799 EURO auch erwartet werden
kann: DTS-ES Matrix/Discrete 6.1 und DTS 96/24 decodiert der Yamaha-Topliner,
für das Stereo-to-Surround-Aufpolieren von Musik-Aufnahmen sowie für alte Surround-Filme steht jetzt neben DTS Neo:6 auch Dolby Pro Logic II
inklusive aller Einstellmöglichkeiten im Music Mode zur Verfügung. Auch die
Videosektion im DSP-AZ1 zeigt sich up to date: Der Video-Frequenzgang der
insgesamt 3 YUV-Komponenten-Video-Anschlüsse wurde von 20 MHz auf 100 MHz erweitert und erlaubt somit
in ferner Zukunft auch die Übertragung von HDTV-Signalen - sofern man diese
irgendwann auch einmal in Europa aus irgendwelchen Quellen bekommen sollte. Auch ansonsten hat
Yamaha nicht an der Ausstattung und der Hochwertigkeit der Baugruppen gespart:
Neue, besonders hochwertige Yamaha DSP-Chips aus der hauseigenen Chipschmiede
sollen eine Decodierung und DSP-Nachbearbeitung auf höchstem Niveau
sicherstellen. Für künftige Software-Upgrades ist die RS232 Schnittstelle auf
der Geräterückseite vorgesehen. Auch für kommende digitale hochauflösende
Tonübertagung hat Yamaha vorgesorgt: Im Moment werden die hochauflösenden DVD
Audio Formate 96 kHz/24-Bit Sechskanal und 192 kHz/24-Bit Zweikanal zwar noch
von keinem DVD-Medium so unterstützt, dass sie digital ausgegeben werden
können, trotzdem gewährleistet der DSP-AZ1 die Kompatibilität mit 192
kHz/24-Bit Digital Audio über den koaxialen Digitaleingang. Für eine
qualitativ bestmögliche D/A-Wandlung sorgen neue Burr Brown 192 kHz/24-Bit
Audio-DACs vom Typ 1704. Damit bietet Yamaha ein Optimum an Wandlerperformance
in dieser Preisklasse, und gerade im Musikbetrieb dürfte der DSP-AZ1 damit gut
gerüstet sein für eine akkurate Wiedergabe. Weiterer Garant für ein
verbessertes Leistungsprofil ist der neue, massive Transformator mit
geringer Impedanz und einer im Vergleich zum Vorgänger um 20 Prozent
gesteigerten Kapazität. Mit speziell entwickelten Netzfilter-Kondensatoren und
einer 70 Mikron dicken Kupferfolie auf der Netzteilplatine beweist Yamaha, dass
man mit viel Feintuning versucht, Gutes noch besser zu machen. Zu einer noch
höheren Leistungsfähigkeit tragen auch die optimieren Kühlkörper bei, die
Wärme effektiver als bisher ableiten sollen.

Die Verarbeitung des DSP-AZ1 ist innen wie außen auf hohem
Niveau, so erhält der Kunde für seine knapp 2800 EUR ein solides, langlebiges
Stück Technik, dessen fein auflösendes, großformatiges Display den
hochwertigen Eindruck weiter unterstützt.

"The only way is up" - so lautet offensichtlich die
Designphilosophie, die hinter dem AZ1 steckt. Zwar ist der Verstärker der
Yamaha-Tradion folgend betont elegant und schlicht gestaltet, er ist aber mit 21
cm weitaus höher geworden als die meisten AV-Verstärker anderer Hersteller.
Somit wirkt das neue Flaggschiff schon optisch imposant und hebt sich deutlich
vom Rest der Yamaha-Produktfamilie ab.

Hinter seiner großen Klappe auf der Gerätevorderseite braucht sich der DSP-AZ1 nicht
verstecken - dafür gibt es hinter der Klappe verschiedene, sauber verarbeitete
Funktionselemente: Neben
den Klangreglern und den Einstellmöglichkeiten für die DSP-Programme ist hier
noch ein kompletter AV-Eingang vorhanden, der neben S-Video und Stereo-Cinch-Buchsen auch
noch einen optischen Digitalanschluss aufweist.

Die Anschlüsse auf der Rückseite sind preisklassengemäß umfangreich: Angesichts von sechs optischen und drei koaxialen Digitaleingängen
(zuzüglich 1 x RF für LD) wird man kaum in Verlegenheit kommen, keinen
Anschluss für ein Gerät zu finden. Für digitale Aufnahmegeräte stehen jetzt
zwei optische Digitalausgänge zur Verfügung. Die meisten analogen Eingänge
sind komplett als A/V-Eingänge ausgelegt. So hat man insgesamt sieben
AV-Eingänge mit Composite und S-Video sowie noch fünf weitere reine
Stereo-Eingänge inkl. einem Phono-Eingang zur Auswahl. Auf der Video-Seite sind
noch drei Eingänge für YUV-Komponentensignale vorhanden. Diese lassen sich
ebenso wie die optischen Digitaleingänge individuell den verschiedenen
Eingangsquellen zuweisen. Für DVD-Audio oder SACD ist natürlich auch ein
Sechskanal-Eingang dabei. Die Schraubverschlüsse für die Lautsprecherkabel sind
leider etwas unterdimensioniert, so dass man bei größeren
Kabel-Querschnitten schon einmal Probleme bekommt.
Bei den DSP-Programmen ist der bereits im RX-V3000 RDS verwendete
"8-Kanal Stereo"-Modus hinzugekommen. Zwar wird man wohl meistens den
Receiver bei Musik im Pro Logic II-Modus laufen lassen, doch wer sowohl vorne
als auch hinten das gleiche Stereo-Signal haben will, der kann dies auf diesem
Wege einfach erreichen. Während beim RX-V3000 RDS hier noch zwangsläufig die
beiden Center mitliefen, lassen sich die Kanäle speziell für diesen Modus noch
in Prozentwerten herabsetzen: Der Pegel eines jeden einzelnen Lautsprechers ist
individuell einstellbar, dies funktioniert komfortabel via OSD.
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Bedienung
Entgegen des Trends zu großen Fernbedienungen mit Touch Screen bei teuren
Verstärkern bleibt Yamaha der herkömmlichen Fernbedienung treu, die sich bereits
bei der letzten Gerätegeneration bewährt hat. Sie ermöglicht auch die
Bedienung von anderen Geräten wie DVD-Playern oder Fernsehern. Da auch
Funktionstasten für spezielle DVD-Player-Funktionen wie Ton,
Untertitel und Menü-Navigation vorhanden sind, kann sie sogar andere
Fernbedienungen komplett ersetzen. Zur Programmierung greift man entweder auf
voreingestellte Firmen-Codes zurück oder nutzt die eingebaute Lernfunktion.
Neben einfachen Befehlen lassen sich sogar Makros programmieren. Das Ganze hat
allerdings einen Haken: Trotz der immensen Anzahl an verschiedenen
Eingangsquellen ist der Speicher der Fernbedienung im Extremfall schon mit
gerade zwei komplett erlernten Geräten am Rande seiner Kapazität angelangt.
Auch wenn die Fernbedienung vielleicht keine Schönheit ist, kann man nur
hoffen, dass Yamaha ihr weiterhin treu bleibt, da sie bis auf das Handicap bei
der Programmierung im Alltag nicht zu schlagen ist: So einfach wie bei Yamaha
lassen sich kaum schnelle Änderungen an den gewählten Musik-Modi und
DSP-Effekten vornehmen, die sich direkt via Tastendruck anwählen lassen. Gerade
wer im Dolby Pro Logic II-Betrieb zwischen "Movie" und
"Music" wechseln möchte, wird dies zu schätzen wissen.
Über die gut strukturierten On Screen Menüs ist
der Verstärker schnell betriebsfertig justiert. Wer zum ersten Mal ein Gerät
aus dem Hause Yamaha gekauft hat, muss sich allerdings, möchte er den tieferen
Sinn mancher Zusatzfunktion verstehen und diese richtig einsetzen, einige
Minuten in die insgesamt zufrieden stellende Bedienungsanleitung einlesen, die
nur manchmal noch ein wenig ausführlicher und sprachlich präziser sein
könnte. Insgesamt aber gestaltet sich die Bedienung problemlos. Praktisch:
Im Setup lässt sich jetzt bei der Einstellung der Lautsprecher die Verzögerung
nicht nur in Millisekunden sondern auch wahlweise als Entfernung in Metern angeben.
Sowohl für den vorderen als auch den hinteren Kanal steht ein kleiner Equalizer
zur Auswahl, der eine klangliche Anpassung der Stimmwiedergabe ermöglicht. Der
"Cinema EQ" ermöglicht außerdem noch eine generelle Anpassung der
Höhenwiedergabe der einzelnen Kanäle. Praktische Zusatzfeatures wie
beispielsweise die Einstellmöglichkeiten (mehr dazu im Anhang) für die
Konfiguration des 5.1 Eingangs sind ebenfalls problemlos via OSD
aufzurufen.
Der große digital gesteuerte Lautstärke-Regler am Gerät ist sehr
leichtgängig. Zur Auswahl der insgesamt 13 Eingangsquellen wird ein
Drehregler verwendet, der allerdings ein wenig zuviel Understatement ausstrahlt:
Er ist so winzig, das man schon einmal über das Ziel hinausschießt. Hier
wären Tastschalter, wie sie z.B. bei den neuen Kenwood-Receivern wieder zum
Einsatz kommen, weitaus praktischer. Nicht zu verbessern: Das großflächige
bernsteinfarbene Display in feiner DOT Matrix-Auflösung, das sinnvoll
aufgeteilt ist: In der
Mitte wird immer der gewählte Sound-Modus angezeigt. Auf der linken Seite ist
die Eingangsquelle abzulesen und auf der rechten Seite erscheint in
klaren Symbolen die Anzahl der Kanäle sowie der derzeitige Lautstärkepegel.
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Ton
Testequipment:
Software:
-
Mission To Mars (Code 2 Tonspur DTS ES Discrete 6.1)
-
Die Maske (Code 2 Tonspur DTS ES Discrete 6.1)
-
DTS Demo DVD Nr. 5
-
X-Men (Code 1 DD 5.1)
-
Men In Black (Code 2 DD 5.1)
-
Top Gun (Code 2, deutsche Tonspur in Dolby Surround)
-
Johann Sebastian Bach, Violinenkonzerte, Naxos DD/DTS 5.1-DVD
-
Queen, A Night At The Opera (DTS 96/24-DVD)
-
Falco, Everything (Stereo PCM-DVD)
-
Sting, Ten Summoner's Tales (Audio-CD)
-
Dire Straits, Love Over Gold (Audio-CD)
-
Trancemaster, Flashback (Audio-CD)
Film
Bei "Mission To Mars" (DTS ES Discrete 6.1) konnte der Yamaha mit
Spitzenleistungen glänzen. Besonders überzeugend war die grandiose tonale
Gesamtharmonie. Ganz gleich, wie kräftig am Lautstärkeregler gedreht wird,
immer bietet der Yamaha ein klanglich absolut stimmiges Resultat. Insbesondere
begeistert die weiträumige, kraftvolle Wiedergabe des Music Score, die es trotz
allem vorhandenen Volumen auch nicht an Präzision fehlen lässt. Hervorragend
baut der DSP-AZ1 eine solide klangliche Basis im Surroundbereich auf, so dass
die heftigen Stürme auf dem "Roten Planeten" ungefiltert in den
Hörraum getragen werden. Als besonders geeignet für eine überzeugende
Wiedergabe stellte sich das Cinema DSP "Sci Fi"-Programm heraus, das
zusätzlich den Eindruck der Weitläufigkeit der tonalen Kulisse unterstützte.
Sehr gut ist, Yamaha-typisch, die Basswiedergabe: Antrittsstark und mit
hervorragendem Volumen ist der DSP-AZ1 bestens gerüstet, um Effektsalven im
Tiefbassbereich den richtigen Nachdruck zu verleihen. Beachtlich ist die Güte
der Basswiedergabe selbst in dem Fall, in dem kein aktiver Subwoofer, sondern
ausschließlich großvolumige Frontlautsprecher zum Einsatz kommen: Hier zeigt
sich, dass zum einen das Bassmanagement auch ordentlich arbeitet und die
Bassanteile tatsächlich den Frontkanälen zuführt, zum anderen beweist der
DSP-AZ1, dass die Leistungsreserven seiner Endstufen tadellos sind, was in
Anbetracht des Preises und den hervorragenden Leistungen der Konkurrenz von Kenwood
und Denon aber auch erwartet werden darf.
Gerade der Bassbereich ist immens leistungsintensiv, bei weniger teuren
AV-Verstärkern und -Receivern, die ohne das Zuarbeiten eines aktiven Subwoofers
auskommen müssen, findet sich bei erhöhten Pegeln oder im mehrstündigen
Dauereinsatz ein Abnehmen des Bassvolumens und eine nur befriedigende
Maximalperformance. Neu bei den Yamaha Cinema DSP-Programmen des DSP-AZ1 ist,
dass der diskrete Back Surround Kanal bei der DSP-Nachbearbeitung auch als ein
solcher erkannt wird und somit auch in den Cinema DSP-Modi das volle Spektrum
bei der Effektdarstellung, das es nur bei DTS ES Discrete gibt, erhalten bleibt
und je nach DSP-Programm entsprechend aufbereitet wird. In Top-Qualität gibt
der DSP-AZ1 auch die DTS ES Discrete Tonspur der Code 2-DVD des Jim Carrey
Movies "Die Maske" wieder. Die lebendige Surround-Klangkulisse fällt
ebenso auf wie die schon bei "Mission To Mars" gehörte
Weitläufigkeit des Music Score. Bei der "Maske" kam der "Spectacle"-Cinema
DSP Mode zum Einsatz, der eine sehr dynamische Effektwiedergabe sicherstellt.
Wie beispielweise in Chapter 6, als Carrey, mit der Maske bewehrt, die MP-Salven
hinter der Rockergang herschleudert und anschließend zu seiner betrügerischen
Autowerkstatt düst. Gutes Beispiel auch die Vorstellung des maskierten Helden
im 10. Kapitel bei seiner Tanzeinlage. Dass das Spectacle DSP-Programm gerade
bei großen Effektspektakeln die richtige Wahl ist, beweist der DSP-AZ1 auch bei
der Sequenz aus "Gladiator" (in DTS ES Discrete 6.1) auf der fünften
DTS Demo DVD. Mit großem Nachdruck lässt der Yamaha die Brandpfeile durch die
Wälder fliegen, heftig erfolgt der Aufprall in den gegnerischen Reihen. Das
Surround-Klangbild gefällt durch den vielschichtigen Aufbau und durch die
kräftige Darstellung.
Eine überzeugende Darbietung gelingt dem Verstärker beim Alien-Spektakel
"Men In Black" (in Dolby Digital 5.1 aufgenommen), wo die Fans schon
sehnsüchtig auf den bald erscheinenden zweiten Teil warten. Bis dieser in
unsere Kinos kommt, kann man sich den ersten Part guten Gewissens auf dem
DSP-AZ1 anhören: Mit einer heftigen Wiedergabe der verschiedenen
Effektfeuerwerke und der wiederum auffälligen kompletten Darstellung des Music
Score kann der im "Spectacle"-Modus betriebene DSP-AZ1 die vorherigen
guten Leistungen auch hier bestätigen. Ohne nennenswerte Verluste bezüglich
der Exaktheit der Effektpositionierung kann man die Back Surround Matrix
aktivieren, was sich in einem nochmals dichteren Klangbild ohne störende
Klanglöcher nieder schlägt. Auch bei "X-Men" kann man den
Lautsprecher für den Back Surround Kanal zum Leben erwecken, denn die Code
1-DVD verfügt, genau wie das Code 2-Pendant, ebenfalls über eine sehr
gelungene, weitläufige DD 5.1-Abmischung, die zudem mit einem guten
Dynamikumfang glänzt. Gleichzeitig aber stellt die DVD schon nicht gerade
geringe Ansprüche an einen AV-Verstärker, alle Varianten tonaler Darstellung
ansprechend herauszuarbeiten . Dem DSP-AZ1 will dies auf hohem Niveau gelingen,
was auch hier wieder Mit-Verdienst das "Spectacle"-DSP-Programms ist,
das bei "X-men" noch brauchbare klang als das zum Vergleich verwendete
Sci-Fi-Programm: Die Dynamiksprünge kamen mit dem Spectacle-DSP noch besser zur
Geltung.
Im Vergleich zum Konkurrenten von Denon, dem AVC-A11SR,
ist der Yamaha das Gerät mit der nochmals voluminöseren Darstellung, die
Surround-Klangkulisse wird üppig ausgekleidet. Die Trümpfe des Denon stechen
in Form der unerbittlichen Präzision bei schwierigen Effektkombinationen, die
der Denon in erstklassiger Positionierung durch den Hörraum jagt. Auch im
Hochtonbereich ist der AVC-A11SR nochmals
transparenter, während der DSP-AZ1 auch bei qualitativ weniger guter Software
noch eine sehr homogene, gefällige Wiedergabe ermöglicht - es ist immer wieder
überraschend, was der Yamaha bei geschickter Verwendung der unten im Anhang des
Testes beschriebenen Einstellmöglichkeiten für DSP-Programme und
Lautsprecher-Justagen alles an Sound auch aus weniger guter Software herausholen
kann. Dass dies nicht nur mit den Yamaha-eigenen DSPs, sondern bei entsprechend
guter Integration auch mit Dolby ProLogic II Cinema bei lediglich Dolby ProLogic
I-codierten DVDs hervorragend funktioniert, beweist der Verstärker mit einem
angenehm weiten, vom Volumen und dem damit verbundenen Basseinsatz her
überraschend brauchbaren Klangbild bei "Top Gun" (Code 2), wo bereits
die Startsequenz zum Fliegerspektakel ansprechend übertragen wird: Mit
ohrenbetäubendem Lärm düsen die Jets durch die Lüfte, beachtlich ist, was
der Yamaha aus dem leicht muffigen Hochtonbereich an Qualität herausholt. Imposant
ist die Leistung vor allem bei der Pro Logic II-Wiedergabe neuerer Filme, die als
5.1-Mix auf viel Dynamik und große Effekte optimiert sind, dann bei Wiedergabe
im Fernsehen aber nur noch mit zwei vorhandenen Audio-Kanälen auskommen
müssen. Dem Yamaha DSP-AZ1 gelingt es hervorragend, verblüffend nah an das
ursprüngliche Original heranzukommen und selbst die Split Surround-Effekte
werden erstaunlich gut rekonstruiert, so dass zwischen echtem Dolby Digital
5.1-Ton und dem Dolby Pro Logic II-Upmix die Unterschiede vielfach nur bei
genauem Hinhören auffallen. Wer z.B. die DVD "Star Trek - Der erste
Kontakt", die auch von Dolby als Demo-Scheibe für Pro Logic II empfohlen
wird, auf dem Yamaha hört, der bekommt einen hervorragenden Einblick in die
Möglichkeiten, die sich mit Pro Logic II ergeben.
Musik
Bei Bachs Violinenkonzerten (Naxos DD/DTS 5.1 DVD, Tonspur DTS 5.1) konnte
sich der DSP-AZ1 im normalen DTS 5.1 Modus ohne zusätzliche DSP-Nachbearbeitung bestens in Szene setzen.
Besonders gut brachte der
Verstärker die Passagen zur Geltung, in denen das Orchester voll einsetzt: Ohne
die Darstellung der einzelnen Instrumente zu einem indifferenten Brei verkommen
zu lassen, brilliert der Yamaha mit einem absolut homogenen Klangbild, welches
auch bei hohen Pegeln (80 Prozent Maximalpegel) noch erstaunlich rund und frei
von störenden "Nebenwirkungen" abgestimmt ist. Das Volumen der
Darbietung überzeugt vollkommen, so dass der Eindruck des Zuhörers, Bachs
Klangwelten aktiv zu erleben, positiv verstärkt wird. Der gesamte Klang wirkt
nicht "aufgesetzt", sondern durchdringt Hörraum und Zuhörer durch
und durch - Folge ist ein sehr intensives Klangerlebnis. Die sehr lebendig
abgemischte DVD, die den Surroundkanälen einiges an Klanganteilen zuführt, tut
ihr Übriges dazu, um eine akustische Erlebniswelt der Extraklasse zu schaffen.
Nur, was die Darstellung kleiner Details, wie beispielsweise das sanfte
Abklingen eines Instruments betrifft, gibt es Konkurrenten, die mit noch mehr
Präzision auch solche Feinheiten berücksichtigen. Diese Auslegung sorgt auch
bei der in DTS 96/24 aufgenommenen Queen-DVD "A Night At The Opera"
für ausgezeichnete Wiedergabequalitäten. Wer hier wirklich noch mehr
Feingefühl, Stimmqualität und einen noch facettenreicheren Aufbau der
Surround-Klangkulisse wünscht, der darf keinen immensen finanziellen
Mehraufwand scheuen und muss sich zwischen dem Denon AVC-A1SR (bzw. Denon AVC-A1SE mit Upgrade)
und dem Pioneer VSA-AX10 entscheiden. Für
sein Geld macht der DSP-AZ1 seine Sache nicht nur gut, sondern überragend: Die
Stimmwiedergabe ist gefällig, die Surround-Klangkulisse dynamisch. Hier
herrscht Gleichstand zum Denon AVC-A11SR, der
die Stimmen noch feinfühliger behandelt, aber dafür im Bassbereich nicht so
vehement antritt. Hier ist es also Geschmackssache, was bevorzugt wird.
Top-Geräte sind auf jeden Fall beide. bei der Software fällt positiv auf, dass
die Queen-DVD trotz des immensen Alters der ursprünglichen Vorlage recht
lebendig klingt, nur das gut hörbare Grundrauschen zeigt, dass auch bei DTS
niemand zaubern kann.
Die Integration der Dolby Pro Logic II Funktion kann nur als ausgesprochen gelungen
bezeichnet werden. Kennzeichen des DSP-AZ1 ist auch hier das runde Klangbild mit
einem soliden Bassfundament, das nur wenig unter der Surround-Nachbearbeitung
leidet. Die Transparenz und die Dynamik im Surround-Bereich ist ebenfalls
tadellos. Hiermit fügt sich der Yamaha exakt zwischen den nochmals vehementeren
Kenwood KRF-X9995D und den im
Hochtonbereich führenden Denon AVC-A11SR ein.
Es ist beachtlich, wie klar jedes der drei Geräte auch in unterschiedlichen
Disziplinen seiner Auslegung treu bleibt: Der runde, harmonische Yamaha mit
einer sehr guten Anpassung an fast alle Vorlieben, der im Hochtonbereich
überragende, detailgetreue Denon, der gerade für Klassik-Fans eine bestechende
ProLogic II Nachbearbeitung bietet, und der gnadenlos zupackende Kenwood, der
effektvollen Techno-Tracks das richtige Volumen und die passende AusDRUCKskraft
verleiht.
Bei Stings "Love Is Stronger Than Justice" vom Album "Ten
Summoner's Tales" kann der Yamaha mit seiner PLII-Auslegung voll
überzeugen: Vor allem ist es beachtlich, wie wenig Präzisionsverlust bei der
Stimmwiedergabe hörbar wird. Die geschaffene Räumlichkeit ist angenehm
gefällig, so dass sich eine entspannte Höratmosphäre beim Zuhörer einstellt.
man erwischt sich häufiger dabei, wie man den Lautstärkpegel weiter erhöht,
einfach, weil es Spaß macht, dem stimmig klingenden DSP-AZ1 bei der Arbeit
zuzuhören. Das Gleiche gilt auch für die Dire Straits-CD "Love Over
Gold": Beim Titelsong fällt die gelungene Wiedergabe von Gitarre und
Hi-Hat ebenso auf wie die passende Verteilung der Instrumental- und
Stimmanteile. Gas gibt der DSP-AZ1 auch bei der in PCM Stereo abgemischten
Falco DVD- "Everything": Obwohl die DVD von der Abmischung her nicht
optimal gelungen ist und zu viel Mittenanteile aufweist, schafft der DSP-AZ1 im
Rahmen der Möglichkeiten ein beachtlich gutes und komplettes Klangbild. Auch
wenn die Transparenz auch trotz der Wiedergabequalitäten des DSP-AZ1 nicht
über ein durchschnittliche Niveau herauskommt, so agiert der AV-Verstärker bei
der Stimmwiedergabe und der Abstimmung des Bassbereichs höchst erfolgreich, wie
sich bei "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da" gut zeigt, wo der
Yamaha DSP-AZ1 mit privatpartytauglicher Performance auftrumpft und somit zeigt,
wie breit das Anwendungsspektrum eines modernen, leistungsfähigen
AV-Verstärkers in der Praxis ist. Ein raumfüllendes Klangbild erzeugt der
Yamaha DSP-AZ1 auch bei Komakinos "Outface" auf der Trancemaster
Flashback-CD.
Bei Tracy Chapmans "Talkin' Bout A Revolution" und dem folgenden
Stück "Fast Car", beide auf der CD "Tracy Chapman", zeigt
der Yamaha, dass er auch im Stereobetrieb ein sehr ernstzunehmender Konkurrent
ist: Unser Zuspieler war digital angeschlossen, so dass die hochwertigen
D/A-Wandler des DSP-AZ1 ihre Arbeit aufnehmen mussten. Dies taten sie mit viel
Feingefühl: Ein sauber abgestimmter Hochtonbereich und Tracy Chapmans sehr gut eingearbeitete
Stimme sorgten für Wohlgefühl und die Erkenntnis, dass die Zeiten, in denen
selbst teure AV-Maschinen für die Stereowiedergabe kaum zu verwenden waren,
endgültig vorbei sind. Extrem anspruchsvolle Stereo-Enthusiasten sollten
trotzdem noch ihren hochwertigen Verstärker behalten, denn die Feinfühligkeit
der Darstellung ist bei teureren, reinen Stereo-Amps nochmals besser. Dies gilt
nicht nur für den Yamaha, sondern auch für den im Stereo-Betrieb ebenfalls
überraschend guten Denon AVC-A11SR. Dass der
DSP-AZ1 im Stereo-Einsatz gut in Form ist, zeigt sich auch beim Stück
"Hang In Long Enough" von Phil Collins: Prägnant zeichnet der
Verstärker Collins' charakteristische Stimme, das Schlagzeug ist prima eingearbeitet.
Insgesamt klingt der DSP-AZ1 im Gegensatz zu früheren Yamaha-Verstärkern im
Stereo-Betrieb nicht mehr schlank und spitz, sondern kräftig und gefällig, mit
einem soliden Oberbass-Fundament und einer guten Gesamthomogenität.
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Dolby PLII      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Mit dem DSP-AZ1 stellt Yamaha erneut überzeugend die besondere Kompetenz
beim Bau von AV-Verstärkern, die mit einem großen Fundus an wertvollen
Zusatzfeatures aus jeder Software-Vorlage ein klangliches Optimum herausholen,
unter Beweis. Ebenso begeistert der DSP-AZ1 Yamaha-typisch mit einem sehr
homogenen, voluminösen Klangbild beim Einsatz als Heimkino-Maschine. Hier
konnte gegenüber dem in dieser Disziplin schon überzeugenden Vorgänger eine
hörbare Verbesserung erzielt werden, die sich besonders im spontaneren,
gewaltigeren Ansprechen der nun nochmals höher belastbaren Endstufen
ausdrückt. In Verbindung mit den überdurchschnittlich gut programmierten
Cinema DSPs wird so Heimkinospaß der Extraklasse Wirklichkeit. Doch nicht nur
hier ist der DSP-AZ1 in bester Form: So klingt der mit hochwertigen 192
kHz/2-Bit Audio-D/A-Konvertern von Burr Brown ausgestattete AV-Verstärker auch
im Stereobetrieb tadellos, hier ist das Preis-/Leistungsverhältnis wirklich
sehr gut. Auf jeden Fall wird der Stereo-Hörer, der auf einen harmonischen
Klang von guter Plastizität Wert legt, mit dem DSP-AZ1 glücklich werden. Das
früheren Yamaha-AV-Verstärkern eigene, höhenbetonte, aggressive und eher
schlanke Klangbild im Stereo-Modus ist beim DSP-AZ1 noch nicht mal mehr in
Ansätzen vorhanden.
Der Yamaha etabliert sich neben dem THX Ultra-Duo Denon
AVC-A11SR und dem Kenwood KRF-X9995D
als "dritte Kraft" an der Klassenspitze der Klasse bis 3000 EUR. Für
jeden Geschmack ist etwas dabei. Wenn es um schiere Kraft geht, mit denen
Effektsalven in den Hörraum geschleudert werden, ist der leistungsmäßig den
beiden anderen Geräten auf dem Papier (aber nur dort!) unterlegene KRF-X9995
noch immer erste Wahl. Diese unerbittliche Vehemenz findet sich ansonsten nur
bei AV-Receivern/-Verstärkern höheren Preisklassen. Fairerweise muss aber auch
erwähnt werden, dass der Kenwood als einziger der hier aufgeführten Geräte
nur mit fünf eingebauten Endstufen antritt. Dafür bringt der Kenwood eine
ausgezeichnet zu bedienende, exzellent verarbeitete Touch Screen Fernbedienung
mit, während die beiden anderen Konkurrenten mit schlichteren IR-Controllern
ihre Arbeit als Heimkino-Kontrollcenter antreten. Klanglich haben alle ihre
spezifischen Reize: Während die transparente, jedoch nie aggressive
Höhenwiedergabe sowie die liebevolle Detail-Einarbeitung des AVC-A11SR, der an
den entsprechenden Stellen bei effektgewaltigen DVDs übrigens urplötzlich
gnadenlos zupacken kann, nach wie vor unübertroffen sind, kontert der DSP-AZ1
mit einem auch bei weniger guter Software stimmigen Klangbild. Der Yamaha ist
der Meister, wenn es darum geht, aus nicht optimalen Vorlagen noch ein Optimum
an Tonqualität zu holen, selbst bei forcierten Pegeln ist der Klangeindruck
noch gut. Allerdings, dies soll an dieser Stelle nicht verschwiegen werden,
erfordert es einiges an Kenntnis über die umfangreichen Editierfunktionen für
die DSP-Programme und die Lautsprecher-Einstellmöglichkeiten, um alles, was
prinzipiell möglich ist, aus dem DSP-AZ1 herauszuholen. Der Kenwood
begeistert mit seiner extremen Dynamik immer wieder aufs neue, so dass gerade
Filme mit einem hohen Anteil an kräftigen Bass- und Effektattacken mit großer
Wucht wiedergegeben werden. Im Musikbetrieb haben ebenfalls alle ihre
individuellen Stärken. Der Klassikfan wird sich nach ausgiebigem Probe hören
für den Denon begeistern, der mit seiner feinfühligen, detailgetreuen
Wiedergabe auch bei diffizil darstellbaren Instrumenten die Konkurrenten auf die
Plätze verweist. Wer von Klassik bis zu Rock und Techno ein breites Spektrum an
Musikstilen hört, wird sich für den DSP-AZ1 interessieren, der nur mit
geringen Kompromissen sehr gut auf die jeweilige Musik-Stilrichtung einzustellen
ist. Die Techno- und Dance-Musik-Fraktion sollte sich den in dieser Disziplin
brillanten KRF-X9995D anhören - gerade bei diesen Musikarten schlägt die
große Stunde des vehement antretenden Kenwood, der problemlos den Party-Keller
in eine Privatdisco erster Güte verwandeln kann. So unterschiedlich wie die
Auslegung ist auch das Design der Kontrahenten: Wer es progressiv-extravagant
mag, greift zum futuristisch anmutenden Kenwood, die zurückhaltend-technische
Eleganz ist ein Kennzeichen des schnörkellos gestalteten DSP-AZ1, die warme,
klassische Ausstrahlung Erkennungsmerkmal des zeitlos gestylten AVC-A11SR.
Verarbeitet sind alle Geräte bestens, hier einen eindeutigen Sieger zu küren,
fällt angesichts des Aufwands, den alle drei Hersteller betrieben, wirklich
schwer.
Der Yamaha DSP-AZ1 ist ein bestens verarbeiteter, zeitgemäß ausgestatteter
AV-Verstärker, der sich nirgendwo eine Schwäche leistet und mit einem
gleichbleibend hohen Niveau in allen Teildisziplinen aufwarten kann. Damit ist
der Verstärker bestens gerüstet, um das schwere Erbe des erfolgreichen
Vorgängers mit einem nochmals deutlich verbesserten Leistungsprofil anzutreten.
In Anbetracht des sehr fair kalkulierten Kaufpreises hat der DSP-AZ1 zudem mit
seiner exzellenten Eignung zur Film- und Musiktonwiedergabe auch das Zeug zum
echten Bestseller. Daher steht dem Yamaha auch unser Referenz-Prädikat zu, denn
er bietet erstklassige Leistungen, ohne gleich das gesamte Konto des Käufers zu
plündern. Wer noch mehr Performance will, wird dafür auch deutlich stärker
zur Kasse gebeten.
Der Yamaha DSP-AZ1 offeriert ein bestechendes
Niveau in allen Teildisziplinen
Gesamturteil:

Highend-Klasse
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
-
Brillanter Heimkinoklang
-
Überragende D/A-Wandler und hohe Musikalität
-
Hervorragende Belastbarkeit
-
Aufwändiger Aufbau
-
Sehr reichhaltige Ausstattung mit vielfältigen DSP-Programmen und
Editiermöglichkeiten
-
Exzellentes Preis/Leistungsverhältnis
Contra:
Die technischen Grunddaten:
- Decodiert DTS ES Matrix/Discrete 6.1, Dolby Digital EX-codiertes Material,
DTS 96/24
- DTS NEO:6 Music/Cinema, Dolby PLII Music/Movie mit allen
Einstellmöglichkeiten im Music Mode
- 6 x 200 W (4 Ohm DIN) + 2 x 65 W für die Fronteffektkanäle
- 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler Burr Brown 1704 für alle Kanäle
- 4 Digital-In koaxial, 6 optische Digi-In (frei zuweisbar)
- 2 optische Digitalausgänge
- 3 Komponenteneingänge (frei zuweisbar), 1 Komponentenausgang
- 2 Monitorausgänge (beide FBAS/S-Video)
- 5 Audio-Eingänge, 2 Audio-Ausgänge
- 7 Audio/Video-Eingänge 3 Audio/Video-Ausgänge, alle S-Video/FBAS-beschaltet
- Pre-Outs für alle Kanäle, Endstufen auftrennbar für
Hauptkanäle/Centerkanal/Front-Effekt-Kanäle
- 5.1 Eingang (DVD Audio-tauglich)
- Front AV Eingang inklusive S-Video und optischem Digitaleingang
- RS-232 Schnittstelle für künftige Softwareupgrades
- Gewicht 28 kg
- Maße 435 Breite x 211 Höhe x 473 Tiefe
- Preis: ca. 2799 EURO
Anhang: Ausstattung und DSP-Technik
Wie von Yamaha-AV-Verstärkern und -Receivern gewohnt, tritt auch der DSP-AZ1 mit
unterschiedlichen HiFi-und Cinema-DSP-Programmen in verschiedenen Variationsmöglichkeiten an. Hier der Überblick:
HiFi-DSP:
- Concert Hall 1: Wählbar: Europe Hall A (Philharmonie München, große, fächerförmige
Konzerthalle mit etwa 2500 Sitzen, wenig Reflexionen von den Wänden, der
Klang breitet sich fein aus), Europe Hall B (Große kastenförmige Konzerthalle/Alte
Oper in Frankfurt/Main mit weniger als 2400 Sitzplätzen. Solides, kraftvolles
Klangbild. Der virtuelle Sitz des Zuhörers befindet sich im rechten
mittleren Abschnitt des ersten Geschosses), Europe Hall C (1700 Sitzplätze,
reich mit Ornamenten verziert, dadurch reichhaltige Reflexionen,
kastenförmiger Aufbau)
- Concert Hall 2: USA Hall D (Boston Philharmony, große Konzerthalle mit 2600 Plätzen,
traditionelles europäisches Design, Betonung der mittleren und hohen
Frequenzen), Europe Hall E (Konzertgebowe Amsterdam, das besondere hier ist:
Sitze hinter dem Orchester, dadurch ergibt sich fast eine kreisförmige Bühne
mit sehr spezieller Raumakustik, viel Effekte von hinten, 2200 Sitze. Hier
muss besonders darauf geachtet werden, dass die Software zum sehr
individuellen DSP Profil passt) Live Concert (Große, runde Konzerthalle mit reichen
Klangeffekten, starkes Presence Soundfeld für Betonung der
Bühnencharakteristik. Der virtuelle Sitz des Zuhörers ist vorn in der Mitte in
Bühnennähe)
- Church: Freiburg (lange Nachhallverzögerung, frühzeitige Reflexionen
eher klein), Royaumont (Akustik des Speiseraums im mittelalterlichen Kloster
Royaumont, bei Paris gelegen), Tokyo (Saint Mary`s Chapel, Nachhall moderat, 2,5
sek., sehr gut geeignet für Kirchenmusik mit Orgel oder für chorale Musik)
- Jazz Club: The Bottom Line (Jazz Club
in New York mit Plätzen für 300 Personen. Klang recht natürlich, für
einige Jazz-Aufnahmen geeignet. Auf jeden Fall aber, je nach Gusto, in
normalem Stereo oder PLII Music gegen hören), Village Gate (New Yorker
Jazzclub, der sich im Keller befindet, virtuelle Sitzposition links in
Richtung Raummitte), Village Vanguard (New York an der 7. Straße, Raum mit
niedriger Decke, Bühne nicht mittig, sondern in Raumecke)
- Rock Concert: The Roxy Theatre (Für dynamische Rockmusik geeignet. Die
Daten stammen aus Rock-Club aus L.A. Virtueller Sitz des Hörers: In der
Mitte der Halle), Arena (Klassische, kastenförmige Konzerthalle, lange
Verzögerungszeiten zwischen dem direkten Sound und den Effekten mit dem
Raumgefühl einer großen Arena), Warehouse Loft (typische Mehrzweckhalle aus
Beton, mit sehr deutlichen Reflexionen von den Wänden)
- Entertainment: Disco (der Sound ist dicht und stark konzentriert), Party
(als Background Programm bei der Privatparty, Betonung der Surroundkanäle), 8-Kanal-Stereo
Cinema-DSP:
- Movie Theater 1: Spectacle, weites Soundfeld eines 70 mm Filmtheaters wird
kreiert. Besonders gut geeignet für Actionfilme mit vielen Effektsequenzen. Effektiv arbeitender Bassbereich mit
großem Volumen und beachtlicher Präzision
- Movie Theater 1: Sci-Fi, wirkt noch eine Spur weitläufiger als Spectacle,
dafür z.B. bei Schusswechseln nicht ganz so explosiv.
- Movie Theater 2: Adventure, Sehr guter Kompromiss aus kräftiger
Effektwiedergabe und hervorragender Gesamtharmonie. Voluminöser, voller
Klang mit großer Dichte
- Movie Theater 2: General, nicht unbedingt das beste Soundfeld. Manche
ältere Produktionen oder Filme mit eher zurückhaltender Effektwiedergabe klingen damit eine Spur harmonischer, vielleicht auch
die ein oder andere Komödie. Ansonsten kaum Verbesserungen gegenüber der
"normalen" DD/DTS/ProLogic-Wiedergabe.
- Enhanced Mode (DD/DTS/ProLogic): Dieses DSP simuliert die Multi
Surround-Lautsprechersysteme von Kinos für 35 mm-Filme. Ohne Verlust
der Ortung des Originalsklangs soll eine gute Effektwiedergabe garantiert
sein. Bei einigen Filmen Verbesserung des Volumens des Surround-Klangfelds
Nur für Audio/Video-Quellen in 2-Kanal:
- Entertainment/Game: Tiefe und Raumgefühl für Computerspiele. In der
Praxis lieber PLII Movie verwenden
- Concert Video 1: Pop&Rock, DJ
- Concert Video 2: Classical Opera, Pavillon
- TV Theater: Mono Movie/Variety&Sport
Yamaha DSP
DSP-Programme - die Grundlagen
Der Yamaha
DSP Prozessor ist so aufgebaut, dass eine völlig unabhängige Verarbeitung des
vorderen Präsenzbereiches und des hinteren Surround-Soundfeldes ermöglicht
wird. Der Surroundbereich wird schon seit der Einführung der Cinema DSP
Technolgie 1990 (damals war Dolby Pro Logic der Mehrkanalstandard) mit zwei
unabhängigen Klangfeldern für den linken und den rechten Kanal nachbearbeitet.
Mit dem Aufkommen der Extended Surround-Heimkino-Tonnormen DTS ES und Dolby
Digital EX legte Yamaha nach und setzt ein zusätzliches drittes Klangfeld für
den Back Surround Kanal, der bei Yamaha mit einem Lautsprecher betrieben wird,
ein. Die Position der akustischen Effekte wird durch das dekodierte
Eingangssignal vorgegeben, der Dekoder selbst arbeitet mit unendlich großer
Kanaltrennung - in der Praxis jedoch ist ist die Kanaltrennung durch die
nachfolgenden analogen Baugruppen des Verstärkers (speziell zu nennen wäre die
gemeinsame elektrische Masseverbindung) leicht eingeschränkt.
Die
Signalverarbeitung der einzelnen Kanäle durch den DSP Prozessor erzeugt aus den
bis zu 6 Vollfrequenzkanälen bei Dolby Digital und DTS, die nach dem Decodieren
als relativ "punktförmige" Informationen zur Verfügung stehen, ein
geschlossenes Klangbild. Die Ausdehnung und die Intensität, mit anderen Worten
die Charakteristik des jeweiligen Klangbildes, variiert je nach angewähltem DSP
Programm. Die Wahl des entsprechenden DSP Programms sollte sich nach dem
vorliegenden Film- oder Musikmaterial richten, da nur beim optimalen
Zusammenspiel vom Ausgangsmaterial und der gewählten DSP Nachbearbeitungsart
eine optimale Performance erreicht werden kann.
Auf
der Basis normaler Wiedergabearten wie Mono, Stereo, Dolby ProLogic Surround,
Dolby Digital 5.1 oder DTS 5.1 gestalten die Yamaha-Toningenieure ihre eigenen
Soundfelder. Jedes der Cinema-DSP-Programme ist vom
Charakter her verschieden, denn die auf realen Messungen beruhenden Daten, die
dann zu den verschiedenen vorkommenden Soundfeldern verarbeitete werden,
unterscheiden sich. Bei den Soundfeldern differenziert Yamaha zwischen dem
Presence-Soundfeld (das Soundfeld, welches sich vorne hinter den Lautsprechern
ausbreitet) und den linken und rechten Surround-Soundfeld sowie dem Nachhall.
Die Presence- und Surround-Soundfeld-Daten zeigen sich in der Verteilung der
virtuellen Klangquellen und der Echomuster. Die zwei unterschiedlichen
Soundfeld-Typen werden mit komplexen Elementen wie zum Beispiel der
Energiebalance und den Signalmischverhältnissen verarbeitet. Insgesamt ergibt
sich so ein exakt auf das Wahrnehmungsvermögen der Zuhörer zugeschnittenes
Soundfeld.
Das
erklärte Ziel von Yamaha DSP ist, die räumlichen und klanglichen Eigenschaften
eines Kinosaals in einem möglichsten hohen Grad an Perfektion auf die
heimischen "vier Wände" zu übertragen, beziehungsweise die geringere
Anzahl der Lautsprecher zu Hause und die ungünstigeren räumlichen Bedingungen
bestmöglich zum kompensieren. Daher erzeugt der Yamaha DSP Prozessor ein
Klangfeld nach einem Reflexionsmuster, das dem eines Abhörstudios der
Filmindustrie entspricht. Yamaha-typisch ist, dass im Surroundbereich nicht auf
Dipole, sondern auf Direktstrahler gesetzt wird. Vorteil dieser Lösung soll
laut Yamaha sein, dass das hörraumeigene Klangfeld durch den anderen Aufbau
eines Direktstrahlers im Vergleich zum Dipol nicht zu stark angeregt wird.
DSP-Programme
richtig verstehen: Spezielle Aspekte und Grenzen der Ton-Nachbearbeitung
-
Um
bei Dolby ProLogic-codiertem Tonmaterial die rechts-/links-Trennung im
Surroundbereich zu verbessern, stützt sich der dem Nachbearbeitungsvorgang
zu Grunde liegende Algorhythmus des Prozessors - anders als bei Dolby
Digital oder DTS - auch auf tonale Informationen aus den Stereokanälen.
Dies kann im Einzelfall zu dem Eindruck führen, dass die Kanaltrennung vorn
- hinten leicht eingeschränkt ist
-
Um
ein geschlossenes Klangfeld ohne störende Klanglöcher im Heimkino-Raum zu
erzeugen, werden Effektverläufe von vorn nach hinten oder auch von hinten
nach vorn von einem Kanal an den anderen "übergeben". Speziell
bei impulsartigen Signalen ist daher die hörbare Übernahme in den
Surroundbereich sachgerecht - denn, so argumentiert Yamaha, dieses Verhalten
entspricht genau dem in der realen Welt. Hier sollte eher der Vergleich zum
Kino als der zu "reinem", also nicht nachbearbeiteten Dolby
Digital gezogen werden. Auch die akustischen Eigenschaften des Hörraums
spielen - je nach dessen "Halligkeit" und/oder Hellhörigkeit
- in die Wahrnehmung solcher eben geschilderter Effekt hinein.
-
Ein
weiterer Einfluss entsteht durch die akustischen Eigenschaften des gewählten
DSP-Programms. Zu beachte ist hier aber, dass - wie weiter unten ausführlich
erläutert - die Parameter jedes einzelnen DSP-Programms individuell
nachbearbeitet werden können. Speziell mit Hilfe einer Reduzierung der
Parameter "Liveness", "Room Size" und "Initial
Delay" lässt sich einem zu großen akustischen Eigenleben des Hörraums
beikommen.
-
Bei
der Wiedergabe von Stereosignalen in einem der Movie Theatre-Programme wird
der Dolby ProLogic-Dekoder aktiviert. Durch die einfache Struktur des
Decoders wird dann das Differenzsignal L - R auf die Surroundkanäle geführt,
somit wird das DSP zusätzlich unterstützt. Da Yamaha die Movie
Theatre Programme für die Wiedergabe von Mehrkanalton entwickelt hat hat,
ist der Dolby ProLogic-Dekoder nicht abschaltbar und führt daher zu den
vorher genannten unerwünschten Effekten bei der Wiedergabe von uncodiertem
Stereomaterial. Da hilft dann nur die Wahl eins Programms ohne den
vorgeschalteten Dolby PL Dekoder.
Die
Vorbilder für die Yamaha DSP-Programme
Mit
den paar DSP-Programmen, die sich bei fast jedem AV-Receiver oder -Verstärker
als Bonus Feature im Ausstattungsumfang befinden, sind die Yamaha DSPs kaum zu
vergleichen. Die Yamaha-Variante ist darum sehr interessant, weil die
Yamaha-Toningenieure für ihre verschiedenen Cinema- und Hifi-DSP-Programme real
existierende Räume tonal exakt vermessen haben. Das heißt: Für die
Kino-DSP-Programme dienten als Maßstab verschiedene Kinos auf der ganzen Welt,
für die Hifi-DSP-Programme zum Beispiel Konzerthallen und Kirchen. So handelt
es sich nicht um ausschließlich am Computer erstellte Programme, sondern um auf
realen Bedingungen basierende. Zur Yamaha DSP-Technologie gehören umfangreiche
Einstellmöglichkeiten, die es ermöglichen, das jeweilige Programm optimal an
das akustische Verhalten des Hörraums anzupassen. Ebenso kann der Benutzer die
Homogenität des Klangbilds der verwendeten Lautsprecher mit verschiedenen
Einstellmöglichkeiten anpassen. Viele Yamaha DSP-Programme sind in Hinsicht auf
die beiden miteinander konkurrierenden Mehrkanal-Tonformate DTS und Dolby
Digital optimiert.
Hier ein
Beispiel (Cinema DSP Movie Theatre, Programmtyp "Spectacle"), wie sich
ein DSP-Programm grafisch ausdrücken lässt:

Gut zu erkennen: Wie der Name "Spectacle"
schon erahnen lässt, liefert dieses Programm eine besonders intensive
Soundwiedergabe. Dies betrifft sowohl das rosafarbene Presence-Soundfeld vorn
als auch die beiden blau eingefärbten Surround-Klangfelder. Damit eignet sich
das Spectacle-Programm besonders gut für effektgewaltige Actionfilme. Das oben
abgebildete Schema wird bei der DD/DTS 5.1 Nachbearbeitung angewendet.

Auf dem obigen Bild ist das Movie Theatre Programm
"Sci-Fi" grafisch veranschaulicht. Wie die intensive, hellgraue Fläche
zwischen den beiden mintgrün und blau eingefärbten Surround-Soundfeldern
andeutet, ist hier ein drittes Surround-Soundfeld aktiv: Das für den Back
Surround Center bei DTS ES und Dolby Digital EX.
Welche
Lautsprecher sind zu verwenden?
Yamaha DSP ist bei
der Wahl der Lautsprecher flexibel und
stellt die Wahl der Lautsprecher-Bestückung weitgehend frei. So können für
den linken und den rechten Frontkanal zum Beispiel auch hochwertige,
musikalische Standboxen verwendet werden, die auch im Stereo-Betrieb ein gefälliges
Klangbild bieten. Im Surroundbereich sind keine Dipole erforderlich: Das dem
Dipol eigene, für die Filmschau zuhause gewinnbringende diffuse Klangbild wird
bei Yamaha im Rahmen der DSP-Programme elektronisch erzeugt. Durch die Möglichkeit,
die Kennlinien der Lautsprecher elektronisch anzupassen, wäre es theoretisch möglich,
auch Lautsprecher-Typen verschiedener Hersteller oder verschiedener
Produktlinien des gleichen Herstellers zu verwenden. In der Praxis sieht es so
aus, dass zwar minimale tonale Differenten ausbalanciert werden können, es sich
aber trotzdem empfiehlt, bei der Wahl der Lautsprecher auf ein Fabrikat und am
besten auch auf eine Produktlinie zurückzugreifen. Was die Anzahl der
Lautsprecher betrifft, gibt es beim DSP-AZ1 verschiedene Besonderheiten: So gibt
es zwei zusätzliche Front-Effektlautsprecher,
die im Abstand von mindestens 0,5 Meter, am besten links und rechts oben an den
äußersten vorderen Enden des Hörraums angebracht werden sollen.
Die Vorteile
dieser beiden Front-Effektlautsprecher: Effekte beziehungsweise Geräusche, die
von vorne links oder vorne rechts oben kommen, können besser räumlich
abgebildet werden. Dies ist gerade bei
Explosionen mit wegfetzenden Trümmerteilen oder bei der Darstellung
vorbeifliegender Hubschrauber oder Flugzeuge einer realeren Wiedergabe zuträglich.
Ebenso empfiehlt Yamaha einen zusätzlichen aktiven Subwoofer, der zwischen die
beiden Surroundlautsprecher eingeschliffen wird. Was den Extended Surround-Betrieb
betrifft, so begnügt sich Yamaha hier mit einem Back Surround Center.
Für den wahren Heimkino-Fan mit einigem Sachverständnis bietet Yamaha
auch noch verschiedene Nachbearbeitungsfunktionen für die DSP-Programme des
DSP-AZ1:
- EFFECT TRIM +/- 3 dB-Variation des Effektpegels gegenüber der
Hauptpegeleinstellung
- INIT.DLY (Initial Delay = Anfängliche Verzögerung): Mit
dieser Funktion kann der wahrgenommene Abstand vom Quellensound verändert
werden: Die Verzögerung zwischen dem direkten Klangbild und der ersten
wahrgenommenen Reflektion kann hier in einem Steuerungsbereich von 1 bis 99
Millisekunden eingestellt werden. Je kleiner der Wert ist, umso näher
scheint der Quellenklang akustisch am Hörer zu liegen, bei einem großen
Wert entfernt sich der Quellenklang akustisch weiter. Ein kleiner Wert ist für
einen kleinen Hörraum, ein großer für einen großen Hörraum zu empfehlen
- P.INIT.DELAY: Die obige Funktion in Bezug auf das Presence-Soundfeld.
- ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die wahrnehmbare Größe
des Surround-Soundfeldes ein. Je größer der Wert, umso größer wird das
Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 0,1 bis 2,0. Da der Klang wiederholt in
einem Raum reflektiert wird, kommt es mit zunehmender Größe der Halle
dazu, dass die Zeit zwischen dem ursprünglich reflektierten Sound und den
nachfolgenden Reflexionen zunimmt. Durch die Möglichkeit der Steuerung der
Zeit zwischen den reflektierten Sounds kann man die wahrnehmbare Größe des
virtuellen Saales ändern. Wenn der Parameter von 1 auf zwei verdoppelt
wird, verdoppelt sich die wahrzunehmende Länge des Raumes
- P.ROOM.SIZE: Die selbe Funktion wie zuvor beschrieben für das
Präsenz-Soundfeld
- LIVENESS (Lebendigkeit): Dieses Tool stellt das
Reflexionsvermögen der virtuellen Wände in der Halle ein, indem die
Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen geändert wird. Einstellbereich 0
bis 10. Einsatzbereich dieser Funktion: Da die frühzeitigen Reflexionen
einer Klangquelle in einem Raum mit hoher Akustikabsorbation viel schneller
abklingen als in einem Raum mit stark reflektierenden Wänden, kann mit dem
LIVENESS-Parameter die Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen von
einem "toten" Raum (Raum mit hoher Absorbationsrate) zu einem
"lebendigen Raum (Raum mit stark reflektierenden Wänden) verändert
werden
- S.DLY (Surround Delay = Surround-Verzögerung): Wie die
Funktionen zuvor, diesmal geht es um die Verzögerung zwischen dem direkten
Klang und der ersten Reflexion in einem Surround-Soundfeld. Einstellbereich
0 bis 49 Millisekunden, abhängig vom Digitalformat
- S.INIT.DELAY: Anfängliche Surround-Verzögerung, Regelbereich 1 -
49 ms. Einstellung der Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der
ersten Reflexion auf der Surround-Seite des Klangfeldes
- S.ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die anscheinende Größe des
Surround-Soundfeldes ein (Regelbereich 0,1 - 2,0)
- S.LIVENESS (Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit
von 0 bis 10 für das wahrnehmbare Reflexionsvermögen der virtuellen Wände
im Surround-Soundfeld. Je größer der Wert, umso reflektierender werden die
Wände des Surround-Soundfeldes
- RC.INIT.DLY (Rear Surround Center Initial Delay = Anfängliche
Verzögerung des hinteren Center-Sound-Feldes): Wie Funktion davor, nur geht
es diesmal um das hintere Center-Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 1 bis
49 Millisekunden
- RC ROOM SIZE (Rear Center Room Size): Einstellmöglichkeit für die
wahrnehmbare Größe des hinteren Center-Surround-Soundfeldes. Einstellbereich
0,1 bis 2,0, je größer der Wert, umso größer die Reflektion der Wände des
Presence-Soundfeldes. Eine leichte Anhebung kann, zusammen mit S.Liveness, je
nach Reflexionsverhalten, für eine leicht weiträumigeres Klangfeld sorgen.
- RC.LIVENESS (Hintere Center-Lebendigkeit) siehe Funktion
zuvor, diesmal für den Rear Surround Center
- REV.TIME (Reverbation Time = Widerhallzeit): Stellt
die Zeitspanne ein, die für das Abklingen des dichten, nachfolgenden
Widerhall-Sounds um 60dB (bei 1 kHz) benötigt wird. Folge: Die wahrnehmbare
Größe des akustischen Umfeldes wird über einen sehr weiten Bereich geändert.
Einstellbereich: 1,0 bis 5,0 Sekunden. Empfehlung: Bei "toten"
Signalquellen und/oder Hörräumen längere Widerhallzeit, bei
"lebendigen" Signalfelder und/oder Hörräumen eine kürzere, denn
zuviel Widerhall sorgt genauso für eine unnatürliche Klangkulisse wie
zuviel. Hier sollte man zunächst genauere Untersuchungen über die
akustischen Eigenschaften des Hörraums anstellen. (Material der Wände?
Wenig/viele Möbel? Teppichboden oder Parkett? usw.)
- REV.DELAY (Reverbation Delay = Widerhallverzögerung):
Einstellmöglichkeit von 0 bis 250 Millisekunden für die Zeitdifferenz
zwischen dem Beginn des direkten Klangs und dem Beginn des Widerhalls. Je größer
der Wert, umso später beginnt der Widerhall. Ein späterer Beginn des
Widerhalls erzeugt ein Klangfeld, das den Eindruck vermittelt, in einem größeren
akustischen Umfeld zu sein. Vorsicht bei der Einstellung: Wer es zu gut
meint, erreicht nur einen unnatürlichen Klangeindruck, der weder zum
Hörraum noch zum wiedergegebenen Material passt.
- REV.LEVEL (Reverbation Level = Widerhallpegel): Stellt die
Lautstärke des Widerhalls ein (0 bis 100 %), je höher der Wert, umso
lauter der Widerhall
- Bei 8-Kanal-Stereo Möglichkeit für Pegeleinstellung für jeden einzelnen
Lautsprecher
Weitere nützliche Ausstattungsmerkmale:
-
Silent Cinema: DSP-Programme können via Stereo-Kopfhörer genossen
werden.
-
Als wertvolles Feature verfügt der Yamaha DSP-AZ1 auch
noch über einen Equalizer für die Anpassung des vorderen Centers. Dieser
ermöglicht es, die Klangcharakteristik des vorderen Center-Speakers der der
Hauptlautsprecher anzupassen (Regelbereich -6 bis +6 dB). Fünf Frequenzbänder
(100 Hz, 300 Hz, 1 kHz, 3 kHz und 10 kHz) ermöglichen eine präzise
Anpassung im gesamten Frequenzspektrum. Die Vorzüge in der Praxis: Wer
einen Center mit klanglichen Eigenschaften verwendet, die sich von denen der
Hauptlautsprecher unterschieden (das ist der Fall, wenn der Center von einer
anderen Marke als die Hauptlautsprecher sind oder von der gleichen Marke,
aber aus einer anderen Serie und daher mit anderer Klangcharakteristik
versehen). Gleichzeitig kann mit Hilfe des Grafik-Entzerrers die oftmals zu
mittenbetonte Charakteristik des Center-Speakers korrigiert werden.
-
Gleichfalls verfügt der DSP-AZ1 auch über einen Equalizer für den Back
Surround Center mit den selben oben beschriebenen Einstellmöglichkeiten
-
Als ebenfalls nützliches Tool zum Anpassen des Equipments
stellt sich die Low Frequency Test-Funktion heraus. Hiermit kann die Lautstärke
des Front-Subwoofers an die Lautstärke der anderen Lautsprecher angepasst
werden, damit keine Über- oder Unterbetonung und somit ein unausgeglichenes
Klangbild die Folge ist.
-
Via "Input Rename" können den Eingängen eigene Namen
zugewiesen werden
-
Einstellmöglichkeiten für den Sechskanaleingang: Zuweisung der
Bassinformation auf die Hauptkanäle, wer mit 4 Lautsprechern DVD Audio
genießen möchte, kann die Center-Toninformationen auf die Hauptkanäle legen
Test: Carsten
Rampacher & Karsten Serck
02.05.2002
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