Doppeltest: Wie gut sind die neuen Yamaha RX-V557 und RX-V757? (Teil 3)
Testequipment
Klang
Pegelfestigkeit
Der RX-V757 konnte absolut überzeugen, obwohl wir ihn in vielen Testreihen
an die anspruchsvollen nuWave 125 nebst 3 x CS-65 hingen. Der aktive Subwoofer
lief bei einem Teil der Testreihen gar nicht mit, bei einem anderen Teil hatten
wir die Trennfrequenz für den AW-75 auf 40 Hz, bei einem dritten Testteil auf
60 Hz festgelegt. Damit musste der Yamaha immer noch einen großen Teil der
leistungsintensiven Bassarbeit stemmen, denn gerade in der 40 Hz-Einstellung
muss der 757 noch alles übernehmen, was über 40 Hz liegt. Bei vielen Musikstücken ist dies
fast das gesamte Klangspektrum. Umso erstaunlicher die ausgezeichnete Leistung an den
auch vom Wirkungsgrad her nicht überdurchschnittlich effizienten nuWave. Der
RX-V757 wirkte auch bei hohen Pegeln nicht überfordert, sondern brachte
souverän seine Leistung. Selbst die Hitzenentwicklung verlief moderat -
allerdings sollte man bei jedem AV-Receiver darauf achten, dass man nicht ein
Gerät oben draufstellt oder aber den armen Surroundreceiver in ein enges Rack
stopft. Wer solche Maßnahmen ergreift, darf sich dann über Hitzestau und
sinkende Performance nicht beschweren.
Unter normalen Umständen jedenfalls
erhitzt sich der 757 deutlich geringer als mancher Mitwettbewerber. Was die
Leistungsfähigkeit angeht, liefert er in der 600 €-Liga die momentan beste
Vorstellung ab. Weder der OnkyoTX-SR602E
noch der Harman Kardon AVR-235 können dem Yamaha folgen. Beide wirken
gepresster und weniger locker. Auch der Denon AVR-2105
muss sich dem RX-V757 geschlagen geben, am nächsten kommt dem 757er noch der
kräftige Marantz SR-5500. Der direkte Vorgänger RX-V750 wirkt im
Vergleich ebenfalls nicht so souverän wie der 757, sondern hat bei hohen Pegeln
hörbar weniger Bassdruck. Bärenstark schlägt sich das
Pegel-"Schreckgespenst" des 600 €-Feldes, der groß aufspielende Pioneer
VSX-915. Er schlägt Onkyo und Harman sogar, beim Denon herrscht praktisch
Gleichstand - erst der Marantz SR-555 und der Yamaha RX-V757 können ihn bei großen Lautstärken an
anspruchsvolleren Lautsprechern in die Grenzen weisen. Insgesamt rückt
der RX-V757 sogar dem RX-V1500 in der
hausinternen Konkurrenz bedrohlich nahe, was genau den Umkehrschluss zur
Situation in der letzten Generation nahe legt: Damals war der RX-V1400 dem
RX-V750 klar vorzuziehen, diesmal sollte man in Erwägung ziehen, ob nicht
bereits der RX-V757 reicht, denn seine Leistungen sind außerordentlich
überzeugend.
Auch der kleinere 557 gibt sich keine Blöße und spielte sogar zusammen mit
den großen Nuberts prima auf. Hier sollte man aber den nuWave AW-75
Aktivsubwoofer doch mit dazu nehmen, wenn man wirklichen Nachdruck entfalten und
einen intensiven Bass bei höherer Lautstärke genießen möchte. Dann geht es
prima voran, wenngleich nicht mit der beeindruckenden Vehemenz, die der 757 an
den Tag legt. Während der Yamaha zum Denon AVR-1905 aufschließen kann -
allerdings ohne den ebenfalls pegelfesten 1905er hinter sich zu lassen - ist der
Pioneer
VSX-915 weiterhin die Macht in dieser Preisliga, denn er ist auch ohne
aktiven Sub zu betreiben und hat auch an aufwändigen LS-Systemen keine
Probleme, sich durchzusetzen und Leistung zu liefern. Prima gefällt beim
Test-Yamaha, dass er bei hoher Lautstärke zwar minimal im Bassdruck nachlässt,
aber nie dumpf oder verzerrt klingt.
Filmton
Star Wars Episode II - hier bringt der RX-V757 echtes Heimkino-Flair zum
Zuhörer. Wir haben nach einigen Vergleichen für Yamahas "Sci Fi"-
Movie-DSP entschieden, welches eine besonders überzeugende räumliche Weite
offeriert und von daher sehr gut zum Film passt. Mit Wucht schlägt der
Bassbereich gleich am Beginn des Films zu (als Amidalas Raumschiff mit dem
Landeanflug beginnt und als sich nach der Landung infolge eines geplanten
Anschlags eine Explosion ereignet, bei der ihre Doppelgängerin ihr Leben lassen
muss), doch nicht
nur, dass man den Bass fast bis in die Magengrube spürt, kann man begrüßen:
Auch die Struktur bei allen Effekten ist prima und vermeidet gekonnt jeden
Anflug von substanzloser Oberflächlichkeit. Der
RX-V750 schafft hier praktisch ebensoviel Emotion wie ein Pioneer VSX-1014
oder ein Harman Kardon AVR-335, beides herausragende
Offerten der 800 €-Liga. Genau das ist neu an der Auslegung: Bislang klangen
die Yamaha AV-Receiver immer bei fast jedem Ausgangsmaterial tadellos - auch aus
durchschnittlicher Software holten sie noch eine Menge heraus. Doch bei
der emotionsgeladenen Wiedergabe hervorragender Tonspuren waren meist andere
noch einen Tick besser im Segment der bürgerlichen AV-Receiver - damit ist dank
des RX-V757 nun Schluss: Die Verfolgungsjagd, als Anakin und Obi Wan der
dreisten Auftragskillerin bis in einen üblen Club folgen, wird atmosphärisch
dicht und aufwändig aufgebaut wiedergegeben.
Der 557 schlägt sich ebenfalls beachtlich gut und kann mit einem räumlich
tadellosen Klangbild punkten. Er erreicht aber nicht diesen schnellen Aufbau der
Effektkulisse, der den RX-V757 auszeichnet. Er gibt sich zwar Mühe, auch
Details gut einfließen zu lassen, agiert aber mit minimaler Verzögerung. Die
Stimmwiedergabe gibt keinen Anlass zur Kritik, Anakins und Amidalas Stimme,
gerade bei den dialogorientierten Szenen auf Naboo im Mittelpunkt des
akustischen Ablaufs, lässt sich heraushören, dass der 557 eine gut gelungene
Akzentuierung mitbringt. Bei mächtigen Effekten wie in den oben beim 757
genannten Anfangssequenzen schlägt sich der 557 wacker, eilt ihm ein potenter
aktiver Subwoofer zur Hilfe, agiert er mit mächtigem Nachdruck. Wir raten beim
kleineren Modell, gerade dann, wenn man höhere Pegel hört, minimal auf die 60
oder 80 Hz Einstellung im Bassmanagement zurückzugreifen, damit bei
effektlastigen Filmszenen der aktive Subwoofer die leistungsintensive Bassarbeit
übernehmen kann.
Das "Adventure"-DSP ist
genau richtig für "Master and Commander" in Verbindung mit dem 757 - gerade bei verschiedenen
zeitgenössischen Filmen mit effektfreudiger Klangkulisse zeigt sich, dass es
durchaus von Vorteil ist, zwischen verschiedenen DSP-Programmen wählen zu
können. Natürlich ist von elementarer Wichtigkeit, dass die DSPs auch
akustisch stimmig sind und keine Klangverschlechterung mit sich bringen, gerade
bei einfach programmierten Modi, wo schlicht etwas Hall hinzugefügt wird,
ist dies des Öfteren der Fall. Yamaha hält sich von solchen Billiglösungen
weit fern. Die verschiedenen Cinema DSPs sind auch nicht so ausgelegt, dass man sie direkt
beim ersten Effekt schon problemlos voneinander unterscheiden könnte - nein,
die Differenzen sind subtilerer Natur, dafür umso effektiver, wenn es um die
Ausschmückung des gesamten Tongefüges geht. Hier optimieren die Programme mit
erstaunlicher Nachhaltigkeit bei feinen Nuancen, da wird der Nachdruck bei der
Effektwiedergabe etwas erhöht, hier erscheint die Surroundkulisse noch eine
Idee räumlicher und dort erscheint die Frontklangkulisse noch intensiver. Daher klingt "Master and
Commander" im Adventure-Modus (angewandt auf die DTS-Tonspur) auch
besonders beeindruckend: Die Vorbereitungen zum ersten Gefecht werden sehr
authentisch übertragen, sehr schön eingearbeitet sind die tosenden Wellen. Die
Rufe im Hintergrund während der Gesprächsszene mit Captain Aubrey in
Kapitel 3 sind wirkungsvoll eingearbeitet. Das Knarzen der Schiffsplanken, die
Glocke - all dies ertönt ohne Distanz, der RX-V757 schafft somit einen
direkten akustischen Zugang des Zuhörers zum Film, Dann, ab Laufzeit 8.30
Minuten, plötzlich die kurzen, heftigen Kanonenkugel-Einschläge:
Markerschütternd und brutal trägt sie der bassstarke Yamaha zum
Auditorium. Mit etwas weniger Nachdruck und einem nicht ganz so schnellen
und präzisen Effektaufbau ist der RX-V557 immer noch wirklich gut, aber er
agiert nicht so emotional wie der RX-V757, der mehr Tiefgang und eine bessere
Detailtreue offeriert. In der 400 € Konkurrenz sehen wir den RX-V557 aber auf
jeden Fall in der Spitzengruppe.
Bei "Independence Day" verwendeten wir wieder das "Spectacle"-DSP,
das hier für eine besonders intensive, kraftvolle Effektdarstellung
sorgt. Bereits der Vorbeiflug des Alien-Mutterschiffs am Mond lässt den
Hörraum erbeben. Der Music Score ertönt ebenfalls nachdrücklich, so wird ein
Spannungsbogen aufgebaut, der den Zuhörer in seinen Bann zieht. Sehr zu loben
ist auch der Stimmenaufbau, auch kleine Einzelheiten der jeweiligen Stimme holt
der RX-V757 gut ans Tageslicht. Wer in Bezug auf die Stimmwiedergabe noch
deutlich zu vernehmende bessere Ergebnisse erzielen möchte, muss weitaus tiefer
in die Tasche greifen - besonders feinfühlig mit Stimmen gehen der Denon
AVR-2805 und der Onkyo TX-SR702E um, die
hier ein sehr sensibles, vielschichtes Klangfeld aufbauen. In Kapitel 8, als
sich das Mutterschiff öffnet, lässt der Yamaha RX-V757 wiederum erfolgreich
seine Muskeln spielen - die Endstufeneinheiten sind, ein weiterer Beweis, sehr
leistungsfähig und widerlegen damit das weit verbreitete Vorurteil, dass,
bedingt durch das mehr an Features und die immer günstigeren Preise, an den
elementaren Baugruppen immer weiter gespart wird. Dieser 757, den wir hier vor
uns haben, bietet ein weitaus besseres Leistungsgefühl als seine teureren
Vorgänger Yamaha RX-V740 und RX-V750, die
gerade an großen Lautsprechersystemen keinen so souveränen Eindruck
hinterließen. Alles wirkte mehr wie eine Kulisse, die dem Zuhörer Distanz
suggeriert, während der RX-V757 durch seine gesteigerte Dynamik und seine
Nachdrücklichkeit hier direkter echten Filmspaß zu vermitteln weiß.
Im direkten Vergleich liefert auch der RX-V557 eine sehr gute Leistung ab. Er
gefällt vor allem durch seine sehr klare Wiedergabe, nicht ganz so heftig wie
der exzellente Pioneer VSX-915, der
im Bassbereich mit preisklassen-unüblicher Souveränität agiert. Der 757
bietet mehr akustische Substanz, und die Stimmen beeindrucken mit mehr Volumen.
Beim günstigeren Modell, für sich betrachtet wirklich gut, wirkt alles ein
wenig aufgesetzter, nicht so tiefgehend. Man merkt hier, dass beim teureren
Modell die Sorgfalt auch bei der Abstimmung noch größer war. Für sein Geld
jedoch ist der 557 eine reizvolle Alternative, er ist aber nicht so ein
Überflieger wie der 757, sondern ordnet sich knapp hinter dem Pioneer
VSX-915 und auch hinter dem Denon AVR-1905 ein.
Der Pioneer ist momentan die Nummer eins in diesem Segment, und der Denon,
obwohl er schon deutlich älter ist, hält vor allem mit seiner differenzierten
Surroundkulisse noch gut mit. Der Yamaha kann zwar seine DSP-Programme ins Feld
führen, doch sie ersetzen die siebte Endstufe, die beide Konkurrenten
mitbringen, doch nicht bei einer "Gegenüberstellung". Auch ist
festzustellen, dass die Effizienz der DSPs beim 757 besser ausfällt.
DVD-A/SACD
Der RX-V757 trumpft auch bei der Musikwiedergabe groß auf. Dass seine
Endstufen sehr dynamisch agieren und deutlichen Nachdruck im Bassbereich
bereitstellen, merkt man, wenn man die Endstufeneinheit verwendet, um SACDs oder
DVD-As wiederzugeben. Natürlich, mit dem Onkyo DV-SP1000E haben wir einen
überdurchschnittlich hochwertigen Zuspieler, aber die gesamte Kette ist immer
nur so stark wie ihr schwächstes Glied, was bezogen auf diesen Fall hieße, dass der 757 bei
schlechten Leistungen ein tadelloses Ergebnis verhindern würde. Da der Klang
natürlich, frisch und mit sehr gut abgestuftem Bass sehr gut gefällt, können
wir nur bescheinigen, was sich bereits bei der Bewertung der Pegelfestigkeit andeutete: Die Endstufenabteilung des RX-V575 ist außerordentlich gut
gelungen. Mit seinem auch für diese Preisliga sehr transparenten Hochtonbereich
erfüllt er hier sogar die Ansprüche erfahrenerer Hörer.
Der RX-V557 schneidet ebenfalls respektabel ab. Er bietet nicht den Nachdruck
des RX-V757 und ist nicht ganz so schnell bei der Sache. Der Klang ist recht
klar und wirkt nicht zu schmal. Was die Detailarbeit betrifft, agiert er
überraschend gut, muss sich aber verständlicherweise dem 757 beugen, der auch
in die Surroundsound-Kulisse noch mehr Struktur bringt. Gut: Homogen klingt
bereits der kleinere RX-V557.
Musikwiedergabe Dolby Digital/DTS
Verwendet man normale Dolby Digital- oder DTS 5.1-DVDs wie z.B. eine Disc mit
Ludwig van Beethovens "Pastorale", so kann der 757 ebenfalls nicht nur
überzeugen - er begeistert, was für einen so preiswerten AV-Receiver um 600
€ eine Seltenheit darstellt. Auffällig ist, dass der 757 wieder als
"echter" Yamaha durchgeht - mit seinem sehr gefälligen, homogenen
Klangbild hört man ihm einfach sehr gern zu. Er klingt, großes Kompliment,
sogar noch angenehmer als so mancher tadellose 800 €-AV-Receiver, und in
dieser Liga tummeln sich bärenstarke Geräte. Vergessen ist der etwas farblose
und langweilige Klangcharakter des Vorgängers - hier hat Yamaha ein echtes
Universaltalent geschaffen, der zum gefälligen Sound auch noch eine
erstaunliche Detailtreue offeriert. Mit schnellen Tempowechseln und stark
unterschiedlichen beteiligten Instrumenten kommt der Yamaha sehr gut zurecht,
vom Solo bis zum abrupt einsetzenden Orchester gibt er alles zu unserer vollen
Zufriedenheit wieder - und schafft es sogar, noch weiter zu gehen: Durch das
natürliche, weite Raumgefühl ist die Kulisse tiefgehend und erstaunlich
imposant. Wer hier noch hörbar mehr möchte, muss gleich zu Modellen wie dem Yamaha RX-V2500,
dem Onkyo TX-SR702E oder sogar dem
extrem basskräftigen und dabei gleichzeitig sehr kultivierten Marantz SR-8500
greifen. Selbst ein Pioneer VSX-1014 oder
ein Harman Kardon AVR-335, die beiden
führenden Geräte in der 800 €-Liga, müssen sich mächtig anstrengen, und
nicht immer sind diese Anstrengungen von Erfolg gekrönt: Der Yamaha klingt
sogar nochmals angenehmer, erst bei sehr dynamischen Stücken spielt der Pioneer
seinen ungeheuer raschen Antritt und der HK bei hohen Lautstärken seinen
bärenstarken Nachdruck aus. Für normale Lautstärken und viele Musikarten aber
ist der Yamaha ein extrem angenehmer Partner, den man nach ausgiebigen
Hörproben nicht mehr hergeben möchte - erst recht dann nicht, wenn man auf den
Kontostand schaut und feststellt, dass der neue AV-Receiver noch nicht einmal
übermäßig kostspielig war.
Frappierenderweise ist bei der "Pastorale"-DVD die Differenz
zwischen RX-V757 und RX-V557 am deutlichsten akustisch auszumachen. Der 557 muss
sich bei den verschiedenen Dynamiksprüngen mehr anstrengen und schafft es daher
nicht, eine so frische, beschwingende Struktur im Hörraum aufzubauen. Er
leistet eine solide Arbeit ab, auch der Hochtonbereich klingt recht gut betont
und keinesfalls dumpf oder trübe, aber dieser direkte Glanz, der den RX-V757
auszeichnet, kann nicht in diesem Umfang herausgehört werden. Fairerweise
müssen wir aber ergänzen, dass der 557 für seine Preisliga gute musikalische
Qualitäten mitbringt, er klingt sehr angenehm und nie störend. Wie sieht es
mit dem stärksten Konkurrenten aus? Der
Pioneer VSX-915 detailliert nicht ganz so gut wie der Yamaha RX-V557, aber
marschiert mit mehr Entschlossenheit voran. Er managt Dynamiksprünge für seine
Liga sehr gut.
DSP-Sektion/Surround-Aufpolierer
Die gelungene DSP-Sektion zeichnet beide Modelle aus (unten
757, oben 557)
Zum RX-V757 gibt es wiederum praktisch nur Positives zu berichten, bei der
DSP- und Surround-Aufpolierersektion hat Yamaha einmal wieder ganze Arbeit
geleistet. Zunächst fuhren wir eine Testreihe mit dem 007-Film "Im
Angesicht des Todes", der lediglich in DD 2.0 vorliegt und daher effektiv
aufgebohrt werden kann. Beim Titelsong "A View to a Kill" von Duran
Duran ließ es der RX-V757 es mächtig krachen. Besonders wuchtig ertönte der
eigentlich eher zurückhaltende Bass im PLIIx Music Modus, luftiger war der
Klang bei Neo:6 Music, dafür insgesamt etwas schmaler. Den kraftvollen Duran
Duran Soundtrack brache PLIIx insgesamt härter und effektiver zum Publikum. Der
Film selbst hört sich im Yamaha Adventure DSP ausgezeichnet an, aber auch PLIIx
Movie ohne weitere Nachbearbeitung (Standard Surround) war akustisch mit
vollmundiger Surround-Effektkulisse, die die spärlich klingenden Dolby Pro
Logic-Zeiten vergessen macht, sehr empfehlenswert.
Nicht ganz so nachdrücklich,
mit etwas zurückhaltendem Bass war Neo:6 Cinema nicht erste Wahl. Neo:6 Music
war dafür bei der Audio-CD "The Essential James Bond" (HDCD mit den
Titelmelodien aller James Bond-Filme bis "Tomarrow never dies",
gespielt vom Prager Symphonieorchester) das akustisch beste Programm. Die im
Hochtonbereich frische Vorstellung wird durch die sehr gute Dynamik wirkungsvoll
unterstützt. Der Bassbereich gefiel mit guter Präzision. PLIIx Music
wiederum ist bei der Doppel-CD "Fetenhits: Italo Dance Classics"
überzeugender. Auf dieser CD sind praktisch alle bekannten
Italo-Dancefloor-Klassiker der 80er Jahre akustisch wirkungsvoll überarbeitet
enthalten. Und da wirkt sich der kräftigere Bass der PLIIx Music-Adaption
vorteilhaft aus. Doch wer richtiges Disco-Feuer entfachen möchte und sich um
das letzte Quentchen Präzision nicht schert, der sollte sich Yamahas "Disco"-DSP
einmal in aller Ruhe zu Gemüte führen: Hier wird dann ein wahres Bassfeuerwerk
geboten, das gerade bei größeren Lautstärken richtig anschiebt und für
Tanzflächen-Atmosphäre sorgt. Von der hallig-dumpfen Charakteristik, die
dieses DSP bei früheren Yamaha Receivergenerationen beinahe unbrauchbar machte,
ist nichts mehr zu hören.
Auch der 557 überzeugt mit seiner DSP- und Surround-Aufpolierersektion. Er
klingt bei der oben bereits erwähnten Passage aus "Im Angesicht des
Todes", als das Duran Duran-Titellied "A View to al Kill"
ertönt, ebenfalls in PLII bzw. PLIIx Music am besten, weil der Bass hier mit
einem beträchtlichen Volumen aufwarten kann, welches aber nicht ganz das Maß
erreicht, das der RX-V757 vorgibt. Kein Wunder - der 757er ist einfach besonders
gut gelungen und auch noch 200 € teurer -da kann der 557 nicht ganz mit.
Achtbar schlägt er sich dennoch, bessere Werte erreicht wiederum der Pioneer
VSX-915, der hier durch seine Antrittsstärke begeistert. Was der Yamaha
RX-V757 in der 600 €-Liga ist, das ist der Pioneer in der 400 €-Liga - das
momentan beste Gerät. Das Filmgeschehen des Bond-Films klingt in PLIIx Movie
besonders gut, die Surroundkulisse wirkt erstaunlich lebhaft, wenngleich die
dumpfe Höhenwiedergabe immer noch verdeutlicht, dass man es hier mit älterem
Ausgangsmaterial zu tun hat.
Prima gefällt uns bei auch bei diesem Yamaha Surroundreceiver das "Disco"-DSP,
das mit seiner kräftigen Wiedergabe und der ausgezeichneten Effektkulisse
punkten kann. Hier muss man klar sagen, dass KEIN KONKURRENT bei Discomusik der
80er und 90er Jahre dem 557 das Wasser reichen kann. Er vermittelt durch Yamahas
exzellente DSP-Technologie hier einfach mehr Intensität. Wir wollen allerdings
gleich ergänzen, dass man dien discoartig-basstarken Sound mögen muss. Für
Gemüter, die auch höchste Präzision und Differenzierungsmöglichkeiten Wert
legen, ist das nicht die richtige Betriebsart. Dieses DSP vermittelt "Feeling"
und ist nichts für Analytiker oder erster gesinnte Musikfreunde.
Stereo
Hier
leistet der RX-V757 sehr gute Arbeit - bei Yamaha hat man offensichtlich einiges
getan, dass im Stereoklang keine Wünsche (natürlich in Bezug auf die
Preisklasse) mehr offen bleiben. Der Sound wirkt dichter, fundierter, nicht
mehr so an der Oberfläche kratzend wie früher. Schlecht klangen auch die
Vorgänger RX-V750 und RX-V740 nicht, aber anspruchsvolleren Musikfreunden boten
sie zu wenig Tiefgang und Substanz. Bei "Ti adoro", der aktuellen
Luciano Pavarotti-CD, die mit tadelloser Aufnahmequalität glänzt, hörte
sich der 757 gar nicht nach einem 600 €-Modell an, bei dem die
Stereowiedergabe eher stiefmütterlich behandelt wird: Nein, Yamaha hat auch bei
der Stereodarstellung ein hörenswertes Niveau erreicht, so dass Hören
Spaß macht und nicht durch eine zu emotionslose Wiedergabe höchstens für
ungeschulte Ohren erträglich ist. Wer absolut "pur" ohne Videosektion
und Displaybeleuchtung und ohne DSP-Einwirkungen hören möchte, kann dies
beim 757 mittels des Pure Direct Modus (Knopf siehe Bild links) tun. Der Sound
ist dann knackig, frisch und lebendig, im Bassbereich aber schlanker im
Vergleich zum durch Sounding bei normaler Wiedergabe "gepushten"
Klang.
Der 557 ist weit davon entfernt, im Stereobetrieb schlecht zu klingen -
aber besonders hohe Ansprüche sollte man nicht mitbringen. Wer nicht ganz so
genau hinhört, dürfte von der Klangqualität überzeugt sein, denn
schwächlich oder überfordert klingt der kleinere der beiden Yamaha
Surroundreceiver bei keinem Stück. Es ist eher die nicht so präzise Hingabe
bei der Produktion eines detailreichen Klangbilds - erfahreneren Hörern wird
dies auffallen. Der 557 agiert auch recht schwungvoll und nervt nicht mit
langweiligem, hakeligen Wiedergabevermögen. Aber wenn es darum geht, eine
virtuelle Bühne aufzubauen, agiert der Sechskanalreceiver nicht souverän
genug, sondern versammelt die Klanganteile zu konzentriert in unmittelbarer
Nähe des Lautsprechers. Genau hier macht sich der akustische Vorsprung des
teureren 757 bemerkbar, er spielt mit besserer körperlicher Lösung der Musik
von den Lautsprechern und einer gesteigerten Präzision auf. Wer wirklich viel
Wert auf eine bemerkenswerte Stereowiedergabe legt, dem empfehlen wir, sich eine
separate Stereolösung zuzulegen bzw. den vorhandenen Stereoverstärker weiter
zu verwenden - dies gilt selbst beim guten RX-V757, weil der Fokus bei der
Entwicklung solcher Komponenten trotz hörbar mehr Sorgfalt bei der Abstimmung
der Stereosektion immer noch auf der Surround-Soundqualität liegt.
Bewertungen Pegelfestigkeit:
RX-V557:      
RX-V757:      
Bewertungen Mehrkanal-Klang Filmton/Musik:
RX-V557:      
RX-V757:      
Bewertungen DSP/Surroundaufpolierer:
RX-V557:      
RX-V757:      
Bewertungen Stereo:
RX-V557:      
RX-V757:      
Die beiden Yamaha AV-Receiver und die richtigen Lautsprecher
Gerade beim RX-V757 hat man eine große Auswahl, wenn es ums Aussuchen
passender Lautsprechersysteme geht. Da der Siebenkanal-Receiver sehr
belastungsfähige Endstufen eingebaut hat, kann man auch ein hochwertiges
Lautsprecher-Ensemble ohne Bedenken einsetzen. Sehr gut zum Yamaha RX-V757 passt
beispielsweise das Nubert nuWave 85, CS-65, RS-5 und AW-7-Set,
inzwischen ordert man anstatt des AW-7 Subwoofers den neuen AW-75.
Wer es richtig wissen möchte, kann diesen hervorragenden Subwoofer auch mit den
Nubert nuWave 125 und gleich drei CS-65
kombinieren. Dann haben besonders Musikliebhaber ein sehr gutes System, das
man noch weiter aufwerten kann, indem man sich zusätzlich eine gute
2-Kanal-Endstufe für den Stereobetrieb gönnt, die man an die Preouts des
RX-V757 problemlos anschließen kann. Die Vorstufe des Yamaha ist, wie unsere
Tests zeigten, von sehr guter Qualität, so dass eine akustische Aufwertung in
Form einer Endstufe auch tatsächlich von Erfolg gekrönt ist. Prima zum Yamaha
passt auch die Infinity Beta-Serie. Hier raten
wir zum Kauf der Beta 50 für vorn und der Beta 40 für hinten, wenn ein 5.1
Setup genügt. Dieses würden wir auf jeden Fall durch den großen Center C-360
und den großen Sub SW-12 ergänzen. Wer ein 7.1 Setup fährt, kann sich für
hinten auch die Beta ES-250 Dipole kaufen. Wer wenig Platz hat, auf eine
hochwertige Wiedergabequalität aber dennoch nicht verzichten möchte, dem legen
wir das ausgezeichnete, klangstarke und homogen aufspielende Tannoy Arena
ans Herz. Eine sehr gut klingende Möglichkeit, den Yamaha sehr gut zur Geltung
zu bringen, wäre auch ein Set aus sieben Polk Audio LSi-9
sowie, als exzellentem, leistungsstarken Subwoofer Heco Phalanx 12A.
Zum kleinen RX-V557 passt das Teufel Theater 2,
das passenderweise gleich komplett in 6.1 Konfiguration angeboten wird, sehr
gut. Da der RX-V557 bei höheren Pegeln und/oder großem Hörraum auf eine
basskräftige Unterstützung angewiesen ist, ist es sehr vorteilhaft, dass der
mitgelieferte Teufel-Woofer besonders leistungsstark ist. Als Alternativ bei
stark beengten Platzverhältnissen spielt sich das Infinity TSS-750
in den Vordergrund. Mit den belastbaren, dabei zugleich sehr kompakten
Satelliten ist es eine Empfehlung Wert. Als Tipp für preisbewusste Käufer, die
praktisch nur Mehrkanalton und in Multichannel viel Filmsound genießen wollen,
können wir das mit 545 € sehr günstige Teufel Concept
S nennen. Für Musikfreunde ohne erweiterten Bassanspruch käme das Test: Quadral TX-5 mit Sub DV-67
in Frage, wer es mächtig krachen lassen möchte, könnte sich den Quadral Power Cube Sub 500
anstatt des DV-67 hinzukaufen, dann hätte er ein exzellentes, wenn auch
eher teures System.
Fazit:
Der in allen Belangen erstklassige RX-V757 wird unsere erste Preisklasse-Referenz
in der 600 €-Liga - bislang konnten erst teurere Modelle wie der VSX-1014 von
Pioneer den Referenzstatus in ihrer Preisklasse erreichen. In niedrigeren
Segmenten haben wir bislang noch kein so gutes Gerät gefunden, mit dem RX-V757
ändert sich das nun: Durch die exzellente Pegelfestigkeit, den superben Sound in allen Disziplinen,
die reichhaltige und zugleichsinnvolle Ausstattung sowie die noble, feine
Verarbeitung inklusive tadelloser verwendeter Baugruppen sichert sich der
RX-V757 völlig verdient den Referenzstatus in der Liga bis 600 €. Kein
Konkurrenzmodell, sei es der Marantz SR-5500, der Harman Kardon AVR-235, der
Onkyo TX-SR602E oder selbst der überragende Denon AVR-2105, haben aus aktueller
Sicht eine Chance gegen den Yamaha. Dies zeigt, dass man nach der letzten,
klanglich eher langweiligen Generation, von der der RX-V750 als Spitzenmodell
nicht ganz überzeugen konnte, gelernt hat: Es wurde so erfolgreich am neuen
Modell gearbeitet, dass man nun an der starken Konkurrenz vorbeiziehen kann. Der
RX-V757 trumpft wieder mit typischen Yamaha-Tugenden auf: Er leistet sich
einfach keine Schwächen und setzt zudem verschiedene neue Glanzpunkte. Ein
Gerät, welches wir nur wärmstens empfehlen können, eine Komponente, die schon
für vergleichsweise wenig Geld echte Begeisterung weckt.
Bei diesem Überflieger geht der RX-V557 fast unter - dabei hat er es
überhaupt nicht verdient, ist er doch auch ein gut gelungenes Gerät ohne
gravierende Schwächen. Doch er hat nicht nur wegen dem "Summa Cum
Laude"-Kandidaten RX-V757 ein kleines Problem, sondern auch wegen dem Pioneer
VSX-915, der mit nochmals besserer Pegelfestigkeit, siebter Endstufe sowie
Lautsprechereinmesssystem den anderen Geräten der 400 €-Liga auf- und
davonmarschiert. Gegen den 915er ist momentan einfach kein Kraut gewachsen, da
kommt kein RX-V557 und auch kein anderer Konkurrent mit. Die Ausstattung des 557
überzeugt nicht restlos, es fehlen eine siebte Endstufe, ein
Lautsprecher-Einmesssystem sowie eine vollständigere Anschlussbestückung mit
komplettem Front AV sowie 7.1-Preout. Fernab dieser Betrachtungen finden sich
aber auch Argumente für den RX-V557. Vor allem der runde, gefällige Klang,
allerdings deutlich emotionsloser als beim 757, sowie die sehr saubere
Verarbeitung inklusive Alu-Front und Top-Display sind hier zu nennen. Bilanz:
Rundes Angebot für optisch-haptisch orientierte Multichannel-Aufsteiger mit
akustischem Harmoniebedürfnis.
Der RX-V557 ist hervorragend verarbeitet und gefällt mit
seinem harmonischen, angenehmen Sound

Mittelklasse
Test 12. Mai 2005
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
-
Sehr klarer, angenehmer Klang
-
Gute Pegelfestigkeit
-
Sehr saubere Verarbeitung
-
Hervorragend bestückte DSP-Sektion
-
Einfaches Handling
Contra:
Mit hoher Belastbarkeit, exzellentem Klang sowie seiner
hochsoliden Verarbeitung setzt sich der RX-V757 vor alle Konkurrenten

Preisklassen-Referenz Mittelklasse
Test 12. Mai 2005
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
-
Sehr leistungsfähige, dynamische Endstufen
-
Durch hochwertige Endstufeneinheit sogar für SACD und DVD-A
geeignet
-
Kräftiger, dabei gleichzeitig detailreicher Sound
-
Reichhaltige und sinnvolle Ausstattung
-
DSP-Sektion arbeitet mit ausgezeichneter Effektivität
-
Umfangreiche Editiermöglichkeiten für die DSP-Programme
-
Wirksames, schnelles und betriebssicheres YPAO
-
Sehr gute Verarbeitung
Contra:
Test: Carsten Rampacher
12. Mai 2005
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