RSS FORUM KONTAKT IMPRESSUM


 

Alle Teufel-Tests
Toshiba-Tests

 HARDWARE-TESTS

Doppeltest: Wie gut sind die neuen Yamaha RX-V557 und RX-V757? (Teil 2)
Ausstattung/DSPs/Baugruppen/Anschlüsse

Beide Yamaha AV-Receiver sind sehr gut ausgestattet - zunächst vergleichen wir die Haupt-Ausstattungsmerkmale beider Modelle, die mit Decodern für DTS/DD 5.1, DTS ES Discrete/Matrix, DTs Neo:6, DTS 96/24, Dolby Digital 5.1 EX sowie Dolby Pro Logic IIx ausgestattet sind. Hinzu kommen verschiedene Yamaha DSPs, deren Nutzen wir später genauer erläutern. Ebenfalls werden tabellarisch alle verfügbaren Modi und Nachbearbeitungsmöglichkeiten aufgeführt und auch in vielen Fallen kommentiert.

Während der RX-V557 ein Sechskanalreceiver mit 6 x 135 Watt (DIN) ist, kommt der RX-V757 mit sieben, jeweils 150 Watt starken Endstufen. Damit sind die beiden Komponenten für unterschiedliche Zielgruppen konzipiert. Der 757 versteht sich als ein AV-Receiver, der bereits sehr anspruchsvolle Heimcineasten ansprechen soll - und eine solche Klientel hält meist nicht so viel von Sechskanalgeräten, für den wahren Home Cinema-Liebhaber hat eine Multichannelmaschine 7 Kanäle. Der kleinere 557er ist besonders für Aufsteiger, die mit Extended Surround starten wollen und in einem kleineren Hörraum hören, geeignet. Besonders soll er auch stark preis-/leistungsorientierte Käufer ansprechen. Hier eine Übersicht über Leistungsmerkmale:

YPAO-Messmikrophon des RX-V757

Arbeitet schnell: YPAO  im Einsatz

  • Der RX-V757 verfügt zusätzlich über YPAO - in der Praxis ergibt sich daraus durchaus ein Vorteil, da Yamahas Einmessautomatik inzwischen sehr schnell, recht präzise und mit hoher Betriebssicherheit gefällt. Nicht nur die Standardwerte wie LS-Größe, Entfernung und Pegel werden eingestellt, sondern zusätzlich gibt es einen 5-Band-EQ, der die Lautsprecher beachtlich gut einmisst. Manuell ist der EQ nicht zu kalibrieren, aber arbeitete in Verbindung mit verschiedenen angeschlossenen Lautsprechersystemen aber erstaunlich zielsicher und konnte die Charakteristik der Lautsprecher gut herausstellen. 

  • Der kleinere 557 besitzt zwar kein Einpegelsystem, dafür ein besonders einfaches Quick Setup, mit dessen Hilfe rasch alle Grundeinstellungen getätigt sind. 

  • Der RX-V757 bringt zusätzlich ein OSD mit, welches dem günstigeren 557 fehlt.

  • Die Fernbedienung des RX-V557 ist vorprogrammiert, die des 757ers ist zusätzlich lernfähig

  • Der RX-V757 verfügt über einen "Pure Direct Modus", in dem höchste Signalreinheit garantiert werden soll. Videosektion und Display werden ausgeschaltet. 

  • Beide Modelle verfügen über eine "Straight"-Betriebsart, in der Stereo- und Multikanalmaterial ohne jegliche Nachbearbeitung im Ursprungszustand gehört werden kann

  • Multiroom liegt momentan stark im Trend. Passend dazu hat Yamaha bereits den RX-V557 mit Multiroom-Fähigkeit ausgestattet. So kann beim RX-V757 der Endstufenteil für Back Surround auch wahlweise für Multiroom verwendet werden (oder für die Yamaha-eigenen Presence Lautsprecher, die vorn oberhalb der Front-LS angebracht werden). Der RX-V557 bietet Audioausgänge für Raum 2.  Bei beiden Modellen kann das Lautsprecherpaar B entweder im Hauptraum oder in einer 2. Hörzone geschaltet werden. 

  • Beide Yamaha AV-Receiver verfügen über einen Videokonverter, der FBAS-Signale auf S-Video oder Komponente bzw. S-Video-Signale auf Komponente wandeln kann

  • Sehr gut: Beide Yamaha AV-Receiver haben eine Audio Delay (Lip Sync)-Einstellmöglichkeiten von 0 bis 160 ms. Mit dieser Funktion lässt sich die Synchronität von Audio- und Videosignal wieder herstellen. Diese kann verloren gehen, wenn das Videosignal durch eine zeitaufwändige Bearbeitung (z.B. De-Interlacing, Upscaling) zeitlich gesehen nach dem Audiosignal ankommt. Yamaha rüstet selbst preiswerte Modelle wie den 557 mit einer solchen Regelung aus. 

  • Hervorragend: Die Abstufung der Subwoofer-Übernahmefrequenzen. Selbst der kleine 557 besitzt eine 40- und eine 60 Hz-Einstellmöglichkeit. 

  • Damit die Nachbarn bei einer nächtlichen Musik- oder Filmsession nicht gleich aus dem Bett fallen, verfügen die Yamaha-Geräte über einen speziellen Modus, der die lauten Klanganteile herabsetzt und die leisen anhebt. Für Musik- und Filmton gibt es jeweils ein eigenes Programm. 

  • Wenn man den "Standby/On"-Schalter zusammen mit der "Straight"-Taste drückt, kommt man bei beiden Modellen zur Auswahl der LS-Impedanz. Min. 4 Ohm können eingestellt werden.

  • Nachteil: Beide Yamahas haben keinen richtigen Netzschalter. Hier sollte man auf jeden Fall nachbessern. 

Die DSP-Sektion des RX-V757 und des RX-V557

Beide neuen Modelle  bringt wiederum verschiedene HiFi- und Cinema-DSP-Programme mit, die zudem beim 757 auch eine individuelle Nachbearbeitung seitens des Anwenders ermöglichen - hier die Übersicht: 

Musik-DSPs:

  • Hall in Vienna: Klassische, hufeisenförmige Konzerthalle mit ca. 1.700 Sitzen. Säulen und Ornamente generieren sehr komplexe Reflexionen, die zu einem vollen, reichhaltigen Klang führen. In der Praxis gehört dieses Programm zu den besten Musik-DSPs, da gerade des Flair großer Konzerte, welches durch Temperament, aber auch durch akustische Wärme zu spüren ist, sehr gut in den Hörraum transportiert wird. Aufpassen sollte man nur, dass die Aufnahme in einer baulich zumindest ähnlichen Konzerthalle aufgezeichnet wurde.

  • The Bottom Line: Jazzclub in New York, 300 Sitzplätze. Eine echte "Live-Atmosphäre" soll hier im Mittelpunkt stehen. Für manche Jazz-Aufnahme ordentlich geeignetes Programm. Wahre Jazz-Liebhaber hören jedoch meist am liebsten unbearbeiteten Sound. Und dann noch am besten in Stereo, eher Kandidaten für die "Pure Direct"-Schaltung des 757ers.  

  • The Roxy Theatre: Laut Yamaha sehr gut für lebendige, dynamische Rock-Musik geeignet. Akustische Basis ist ein Rock-Club aus Los Angeles, Sitz des Zuhörer ist in der Mitte von der Halle. Wir testeten mit Bon Jovi - mit prima Ergebnis: Ein klarer, ehrlicher und dynamischer Sound. Gutes DSP. 

  • Entertainment Disco: Das Hammer-DSP! Nichts mehr ist vom früher kritisierten halligen, dumpfen und bassschwachen Sound übrig, hier wird nun aus dem vollen geschöpft, denn der Auftrag, die Klangatmosphäre einer Disco nachzubilden, gelingt diesem DSP nun mit fettem Bass und breiter Effektkulisse ganz hervorragend! 

DSPs für Film- oder Videoquellen:

  • Pop/Rock: Für Pop- oder Rockkonzerte, die im TV übertragen werden

  • TV Sports: Besonders für Sportprogramme, aber auch für Fernsehshows geeignet

  • Mono Movie: Erweitert den Nachhall und somit den Raumeindruck bei Monoquellen

  • Game: Sounds von Video- und PC-Spielen sollen durch das Hinzufügen von Tiefe und Räumlichkeit intensiver wirken

  • MOVIE THEATER-Programme:
    • MOVIE THEATER: Spectacle. CINEMA DSP Verarbeitung. Dieses Programm erstellt ein extrem weites Soundfeld eines 70-mm Filmtheaters. Es reproduziert genau den Quellensound in allen Einzelheiten, so dass das Soundfeld unglaublich realistisch erscheinen. Dieses Programm ist ideal für jede Art von Videoquelle geeignet, die mit Dolby Surround, Dolby Digital oder DTS codiert ist (besonders groß angelegte Filmproduktionen) - was in der Yamaha-Bedienungsanleitung sehr blumig klingt, entpuppt sich als DSP-Programm, das gewisse Parameter - Basskraft bei der Effektdarstellung, Dynamik der Surround- und Back Surround-Klangkulisse - mit beachtlichem Erfolg nachbearbeitet, indem die Wirkung intensiviert wird. Bei Filmen wie "Twister", "Der Sturm" oder "Jurassic Park" ist dieses Programm in seinem Element. 

    • MOVIE THEATER: Sci-Fi. CINEMA DSP Verarbeitung. Laut Yamaha durch eine räumlich sehr weite Darstellung besonders gut für Science Fiction-Filme geeignet. Die unendlichen Weiten des Weltraums, ferne Galaxien, die Ruhe im weiten Raum - dies soll dargestellt werden. Bei "Galaxy Quest" oder "Lost in Space" schlägt sich dieses Programm gar nicht schlecht. Effekte werden mit hoher Klarheit wiedergegeben, aber mit etwas weniger Nachdruck als bei "Spectacle". Nicht bei allen Sci-Fi-Filmen klingt dieses DSP besser als andere Modi: Bei "Independence Day" nehmen wir z.B. lieber "Spectacle"

    • MOVIE THEATER: Adventure. CINEMA DSP Verarbeitung. Sehr gelungenes DSP-Programm, das besonders den Music Score sehr facettenreich und mit weitem Raumgefühl umsetzt. Szenen, in denen einsame Reiter durch die Prärie ziehen oder James Bond ("Der Spion, der mich liebte") mit Barbara Bach durch die Wüste irrt, Sequenzen, in denen Unglaubliches geschieht (Mumie Teil 2: Skorpionkönig geht mächtiges Bündnis ein, Oase entsteht inmitten der unwirtlichen Wüste) - hier entfaltete dieses Programm sein volles Aroma. Trotz der Yamaha-Beschreibung (für eine präzise Reproduktion des Sounddesigns der neuesten 70-mm Filme) kann man dieses Programm auch problemlos für etwas ältere Produktionen verwenden. Sehr gute, räumlich effektive Effektwiedergabe. 

    • MOVIE THEATER: General. CINEMA DSP Verarbeitung. Hier kann man auch gleich in der Ursprungsform in Dolby Digital oder DTS hören  - dieses DSP bringt praktisch gar keinen Effekt und ist unserer Ansicht nach relativ überflüssig.

Nachbearbeitungsmöglichkeiten RX-V757/557 (je nach Programm nicht alles regelbar):

  • DSP-Pegel: Dieser Parameter stellt die Pegel aller DSP-Effektklänge innerhalb eines engen Bereiches ein. In Abhängigkeit von der Hörraumgröße und der Akustik des Hörraums kann man die Intensität des DSP-Effekts maßvoll anpassen. Regelbereich -6 dB bis +3 dB.
  • INIT.DLY (Initial Delay = Anfängliche Verzögerung): Mit dieser Funktion kann der wahrgenommene Abstand vom Quellensound verändert werden: Die Verzögerung zwischen dem direkten Klangbild und der ersten wahrgenommenen Reflektion kann hier in einem Steuerungsbereich von 1 bis 99 Millisekunden eingestellt werden. Je kleiner der Wert ist, umso näher scheint der Quellenklang akustisch am Hörer zu liegen, bei einem großen Wert entfernt sich der Quellenklang akustisch weiter. Ein kleiner Wert ist für einen kleinen Hörraum, ein großer für einen großen Hörraum zu empfehlen. P.INIT.DELAY - Einstellung für das Presence-Surroundfeld
  • ROOM SIZE/P.ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die wahrnehmbare Größe des Surround-/Presence-Soundfeldes ein. Je größer der Wert, umso größer wird das Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 0,1 bis 2,0. Da der Klang wiederholt in einem Raum reflektiert wird, kommt es mit zunehmender Größe der Halle dazu, dass die Zeit zwischen dem ursprünglich reflektierten Sound und den nachfolgenden Reflexionen zunimmt. Durch die Möglichkeit der Steuerung der Zeit zwischen den reflektierten Sounds kann man die wahrnehmbare Größe des virtuellen Saales ändern. Wenn der Parameter von 1 auf zwei verdoppelt wird, verdoppelt sich die wahrzunehmende Länge des Raumes
  • LIVENESS (Lebendigkeit): Dieses Tool stellt das Reflexionsvermögen der virtuellen Wände in der Halle ein, indem die Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen geändert wird. Einstellbereich 0 bis 10. Einsatzbereich dieser Funktion: Da die frühzeitigen Reflexionen einer Klangquelle in einem Raum mit hoher Akustikabsorbation viel schneller abklingen als in einem Raum mit stark reflektierenden Wänden, kann mit dem LIVENESS-Parameter die Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen von  einem "toten" Raum (Raum mit hoher Absorbationsrate) zu einem "lebendigen Raum (Raum mit stark reflektierenden Wänden) verändert werden
  • S.INIT.DELAY: Anfängliche Surround-Verzögerung, Regelbereich 1 - 49 ms. Einstellung der Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten Reflexion auf der Surround-Seite des Klangfeldes
  • S. ROOM SIZE (Surround-Raumgröße). Funktion: Dieser Parameter stellt die anscheinende Größe des Surround-Soundfeldes ein. Regelbereich: 0,1 – 2,0
  • S.LIVENESS (Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für das wahrnehmbare Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im Surround-Soundfeld. Je größer der Wert, umso reflektierender werden die Wände des Surround-Soundfeldes
  • SB.INIT.DELAY: Anfängliche Back Surround-Verzögerung, Regelbereich 1 - 49 ms. Einstellung der Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten Reflexion auf der Back Surround-Seite des Klangfeldes
  • SB ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die wahrgenommene Größe des Back Surround-Soundfeldes ein (Regelbereich 0,1 - 2,0)
  • SB.LIVENESS: (Back Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für das wahrnehmbare Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im Back Surround-Soundfeld. Je größer der Wert, umso reflektierender werden die Wände des Back Surround-Soundfeldes
  • REV.TIME (Reverbation Time = Widerhallzeit):  Stellt die Zeitspanne ein, die für das Abklingen des dichten, nachfolgenden Widerhall-Sounds um 60dB (bei 1 kHz) benötigt wird. Folge: Die wahrnehmbare Größe des akustischen Umfeldes wird über einen sehr weiten Bereich geändert. Einstellbereich: 1,0 bis 5,0 Sekunden. Empfehlung: Bei "toten" Signalquellen und/oder Hörräumen längere Widerhallzeit, bei "lebendigen" Signalfelder und/oder Hörräumen eine kürzere, denn zuviel Widerhall sorgt genauso für eine unnatürliche Klangkulisse wie zuviel. Hier sollte man zunächst genauere Untersuchungen über die akustischen Eigenschaften des Hörraums anstellen. (Material der Wände? Wenig/viele Möbel? Teppichboden oder Parkett? usw.)
  • REV.DELAY (Reverbation Delay = Widerhallverzögerung): Einstellmöglichkeit von 0 bis 250 Millisekunden für die Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des direkten Klangs und dem Beginn des Widerhalls. Je größer der Wert, umso später beginnt der Wid erhall.EinspätererBeginndesWiderhallserzeugtein Klangfeld, das den Eindruck vermittelt, in einem größeren akustischen Umfeld zu sein. Vorsicht bei der Einstellung: Wer es zu gut meint, erreicht nur einen unnatürlichen Klangeindruck, der weder zum Hörraum noch zum wiedergegebenen Material passt.
  • REV.LEVEL (Reverbation Level = Widerhallpegel): Stellt die Lautstärke des Widerhalls ein (0 bis 100 %), je höher der Wert, umso lauter der Widerhall
  • Bei 8-Kanal-Stereo Möglichkeit für Pegeleinstellung für jeden einzelnen Lautsprecher
  • DIALG.LIFT: Dieser Parameter stellt die Höhen der Sounds der Front- und Centerkanäle ein, indem einige Elemente der Front- und Center-Kanäle den Presence-Lautsprechern (= vorderen Lautsprechern) zugeordnet werden. Je größer der Wert (Wahlmöglichkeiten 0/1/2/3/4/5, anfängliche Einstellung ist "3") ist, umso höher ist die Position des Klanges der Front- und Centerkanäle.

Verwendete Baugruppen im Direktvergleich:

Die DSP-Sektion nebst DSP-Chip sind in beiden Receivern identisch - sonst jedoch tun sich Unterschiede auf. Ein Blick auf verschiedene Teile im Geräteinnern verdeutlicht noch besser als verschiedene kleine Zusatz-Features, wieso der RX-V757 völlig zu Recht 200 € teurer ist - wir zeigen Ihnen einige Beispiele auf:

Einfachere Elkos beim 557

Kapazität jeweils 10.000 Microfarad

Hochwertiger ausgeführte Elkos des RX-V757

Kapazität jeweils 12.000 Microfarad - dies sichert eine bessere Leistungsfähigkeit beim 7-kanaligen 757

Kühlt sehr gut: Hochwertiger 757-Kühlkörper aus extrudiertem Aluminium. Die Arbeit ist sehr effektiv, der 757 erhitzte sich im Testbetrieb auch bei hohen Pegeln und langer Dauernutzung nur moderat. Dies spricht für ein ausgeklügeltes Temperaturmanagement

Günstigerer Blech-Kühlkörper des 557

Nummer größer: Der Trafo des RX-V757 ist leistungsfähiger (links: 757, rechts: 557)

RX-V557 mit 360 Watt Aufnahmeleistung (alle Kanäle betrieben mit 1/8 der Dauer-Ausgangsleistung)

RX-V757 mit 440 Watt Aufnahmeleistung (alle Kanäle betrieben mit 1/8 der Dauer-Ausgangsleistung)

Wie wirken sich die Baugruppen-Unterschiede in der Praxis aus? Durchaus hörbar. Der RX-V757 ist leistungsfähiger, bleibt bei hohen Pegeln sehr souverän und leistet für seine Klasse Außerordentliches. Außerdem klingt er gerade bei Musik detaillierter und klarer, im Stereobetrieb ist der Unterschied z.B. gut herauszuhören. Bei der Filmtonwiedergabe gefällt die höhere Nachdrücklichkeit des 757ers. 

Anschlussbestückung

Gut bestückt sind beide Modelle - der 757 bietet aber noch deutlich mehr

  • RX-V757: Ausgänge: 1x opt. digital, 2x AV, 1xAudio analog, 1xZone2 Audio+Trigger, 1 x Komponente, 7.1 Vorverstärkerausgänge, Eingänge hinten: 2 x Komponente, 4xAV inkl. S-Video/FBAS+2xAudio, Digitaleingänge 3x optisch, 2x koax, Phonoeingang, zusätzlich LS-Terminals für Presence-Lautsprecher,  Eingänge Front: A/V+S-Video+opt.digital 

  • RX-557: Ausgänge: 1 x opt. digital, 1 x Audio, 1 A/V 1 x Zone 2, Eingänge hinten: digital 3 x optisch, 1 x koaxial, 3 x AV, 2 x Audio , Eingänge vorn: A/V-Anschluss (nur FBAS-beschaltet)

"Bonus-Material" des RX-V757: Lautsprecher-Terminals für Presence-Lautsprecher, 7.1-Preout - den sollte eigentlich schon der 557 mitbringen

Gut zu erkennen: Der 757 (unten) bietet einen koaxialen Digitaleingang sowie einen AV-Ein- und einen AV-Ausgang mehr (DVD/VCR2)

Einfacher Front AV beim 557

Voll ausgestatteter Front AV beim 757

Unser Fazit: Der RX-V757 ist die 200 € Mehrpreis, was diese Disziplin angeht, auf jeden Fall Wert. Ihm fehlt es an Nichts, er hat ein Lautsprecher-Einmesssystem, sieben Endstufen, alle Decoder, eine sehr breite Palette an Anschlüssen, der Preisklasse mehr als angemessene Baugruppen, umfangreiche Editiermöglichkeiten für die DSP-Programme sowie ein OSD. Der 557 ist ordentlich, aber nicht komplett ausgestattet: So bieten Denon (1905) und Pioneer (915) eine siebte Endstufe, die Metallfront des Yamaha hat der Denon auch, der Pioneer verfügt zwar nicht über die Metallfront, dafür über ein Lautsprechereinmesssystem. Der VSX-915 hat zudem ebenso wie der Denon einen Vorverstärkerausgang für alle Kanäle vorzuweisen. Der Denon hat beim Front AV zusätzlich einen optischen Digitaleingang, der Pioneer sogar noch eine S-Video-Buchse. Der 557 bietet beides nicht. Pro Yamaha: DSP-Sektion und Videokonverter. Der VSX-915 kontert aber erneut: Seine Endstufen sind auch für Front Bi-Amping konfigurierbar, was in der Praxis einige Vorteile bei Verwendung hochwertiger Lautsprecher mit sich bringt. Die Fernbedienung des VSX-915 ist die mit Abstand klassenbeste. 

Bewertung RX-V557
Bewertung RX-V757
Bedienung

Durch sein OSD ist der 757 noch komfortabler in der Bedienung

Mit sinnvoll voneinander abgegrenzten Tastengruppierungen können beide Fernbedienungen überzeugen (links 557, rechts 757)

Das hervorragende Display der Yamaha-AV-Receiver stellt auch den Namen der DSP-Programm übersichtlich dar

Dass ein Yamaha Surroundreceiver nur von absoluten Experten zu bedienen ist, war noch nie der Fall. Doch von Generation zu Generation gab man sich, nicht immer mit größtmöglicher Erfolgsausbeute, zur Vorgabe, den Kontakt zwischen Mensch und AV-Maschine noch problemloser zu gestalten. Bei den aktuellen Modellen ist der Erfolg dann endlich durchschlagend, denn wer vorgibt, mit diesen beiden Receivern nicht klarzukommen, hat sich vermutlich noch nicht einmal die Mühe gemacht, sich 30 Minuten mit dem Gerät und dem Bedienkonzept auseinander zu setzen. Und diese Zeit muss man sich bei jeder Komponente dieser Art auf jeden Fall gönnen, möchte man die Bedienlogik verstehen, um den Receiver anschließend korrekt zu konfigurieren. 

Besonders einfach gestalten sich alle Einstellarbeiten beim RX-V757, denn dieser hat eine Fernbedienung mit kleinem LC-Display und vor allem ein übersichtliches OSD. Dieses fehlt preisklassenbedingt beim 557 (nur sehr wenige 400 € Modelle haben ein OSD), was dafür sorgt, dass alle Justagen mittels des Gerätedisplays vorgenommen werden müssen. Trotz dieses Mankos ist aber auch der 557 rasch betriebsbereit, mit der übersichtlichen Fernbedienung, die kein nervtötendes Tastengrab darstellt, geht man gern um, denn das Teil überzeugt durch absolute Problemlosigkeit.  Während beim 757 mittels YPAO automatisiert eingemessen wird, muss der 557-Eigner selbst "Hand anlegen" und Angaben über sein Lautsprechersystem und dessen Aufbau eingeben - das gestaltet sich aber dank der simplen Bedienlogik recht einfach, wer

Auch die Gerätefrontplatte ist bei beiden Geräten gut strukturiert, löblich zu erwähnen ist, dass die Bedienelemente trotz ihrer zum Teil nicht eben ausladenden Dimensionierung recht gut zu handhaben sind, da die einzelnen Tasten einen gebührenden Abstand zueinander aufweisen. Man fasst also den Knopf an, den man braucht und nicht auch noch die zwei daneben, was zu einem Bedienchaos führen könnte. Nur Gutes gibt es auch vom Gerätedisplay, groß, kontrastreich und mit DOT Matrix-Auflösung, zu berichten.  Auch aus größerer Entfernung ist es prima abzulesen und stellt sogar fast den vollen Namen bei den DSP-Programmen dar.  Fazit: Sechs Sterne für den 757, weil der 557 kein YPAO, kein OSD und eine simplere Fernbedienung hat, gibt es einen Punkt Abzug. 

Bewertung RX-V557
Bewertung RX-V757

Zurück zu Seite 1/Weiter zu Seite 3

HOME > HARDWARE-TESTS > ZURÜCK <