Test: Yamaha RX-V1500
30.11.2004 (cr)
Overview
Der Yamaha RX-V1400 war
zweifellos ein besonders gelungener AV-Receiver, der noch kurz vor seiner
Ablösung im AV-Receiver-Mastertest
brillieren konnte - nun ist der mit € 849 gleich teure Nachfolger da: Der
Yamaha RX-V1500 soll die Erfolgsstory des Vorgängers fortführen.
Gewohnter Anblick: RX-V1500 in typischer Yamaha-Optik
Zweifelsohne ist auch der "Neue" wieder ein besonders opulent
ausgestattetes Gerät zum fairen Kaufpreis - eine Kombination, die schon dem
Vorgänger viele Kunden bescherte. Viel gab es auch am Konzept des 1400ers
nicht zu verbessern - Quelle manchen Ärgers war jedoch das relativ langsam und
relativ fehleranfällig arbeitende automatische Lautsprecher-Einmesssystem YPAO
(Yamaha Parametric Room Acoustic Optimizer). Bei uns im damaligen Test war die
Arbeit von YPAO zwar zunächst recht ordentlich - bei Testläufen mit zwei
weiteren Modellen jedoch stellte sich heraus, dass bei manchen
Lautsprechersystemen und räumlichen Bedingungen Probleme auftraten. Außerdem
hat die Konkurrenz in der Zwischenzeit nicht geschlafen und schnellere sowie
leistungsfähigere Systeme auf dem Markt eingeführt. Daher hat Yamaha genau hier
optimiert: Nur noch drei Minuten soll YPAO benötigen, um das vorhandene
Lautsprecherequipment einzupegeln, hinzu kommt eine bessere Betriebssicherheit - später mehr dazu. Neu beim RX-V1500
hinzugekommen sind auch eine Multiroom-Unterstützung für bis zu drei Hörzonen
und der Night Listening Enhancer, der für eine nachbarnfreundliche
Lautstärkeanpassung in der tiefen Nacht sorgt. Die
Multizone-Unterstützung stellt in der Hauptzone
5.1-Mehrkanal-Klang zur Verfügung, während in der Zone 2 auf Stereoklang zugegriffen werden kann – wahlweise verstärkt von zwei Endstufen im
RX-V1500, die dann für die zweite Hörzone anstatt für den Back
Surround-Betrieb Verwendung finden. Für die Zone 3 bietet der Yamaha RX-V1500 zusätzlich eine getrennte Lautstärkeeinstellung und einen eigenem IR-Empfänger-Anschluss.
Yamaha wäre nicht Yamaha, wenn nicht auch zusätzlich ein Gläschen mehr
Leistung eingeschenkt würde: Jede der eingebauten sieben Endstufen hält
(DIN-Messung, 1 kHz) stramme 180 Watt bereit, der Vorläufer stellte gewiss nicht
schwächliche 170 Watt pro Kanal zur Verfügung.
Verarbeitung
Die Verarbeitung des RX-V1500 ist sehr gut, anders sind wir es
auch nicht von Yamaha-Geräten gewohnt. Alle auf der Gerätefront vorhandenen
Drehregler sind präzise geführt, was den hochwertigen Gesamteindruck ebenso
unterstützt wie die massive Klappe, hinter der weniger häufig benötigte
Bedienelemente beheimatet sind. Die schön gestalteten, soliden
Gerätestandfüße sind ein weiteres Detail, welches wir positiv vermerkt haben.
Die Geräterückseite gefällt ebenfalls durch ihre akkurate Verarbeitung, die
Anschlüsse sind exakt eingepasst. Die mitgelieferte Fernbedienung ist für die Preisklasse qualitativ völlig in
Ordnung - übrigens ist sie nicht nur vorprogrammiert, sondern auch lern-
und makrofähig. Insgesamt sammelt der RX-V1500 viele Punkte in dieser
Disziplin, denn auch das große, für Yamaha-Komponenten typische
Punktmatrix-Display tanzt nicht aus der Reihe.
Hochwertig: Metallfrontplatte, solide Standfüße
Liegt gut in der Hand: Lautstärkedrehregler
Ausstattung
Die Ausstattung präsentiert sich Yamaha-gewohnt extrem
reichhaltig, so ist der RX-V1500 genauso wie der Vorgänger THX
Select-zertifiziert und bringt einen Decoder für THX Surround EX mit - somit
eine starke Konkurrenz zu den ebenfalls THX Select-lizensierten Kontrahenten
Kenwood KRF-X9080D (€ 699) und Pioneer
VSX-1014 (€ 799). Ansonsten sind alle gängigen Decoder mit an Bord, also
Dolby Digital 5.1 EX, DTS ES Matrix/Discrete 6.1, DTS Neo:6, DTS 96/24 und Dolby
Pro Logic IIx. Selbstverständlich verfügt der RX-V1500 auch wieder über
verschiedene Yamaha-eigene
Cinema- und HiFi-DSP-Programme, so dass man per DSP-Postprocessing
noch besonders zu bestimmtem Quellmaterial passende Programme heraussuchen kann
- mehr dazu im nächsten Abschnitt. Die Ausstattungsliste des RX-V1500 umfasst auch einen Videokonverter, der
S-Videosignale auf Komponente sowie FBAS-Signale auf S-Video und Komponente
wandeln kann.
Löblicherweise hat Yamaha auch die Bandbreite der
Komponenten-Ein- und Ausgänge mit 60 MHz nicht zu knapp bemessen, so dass auch
Progressive- und HDTV-Signale ohne Auflösungsverluste durchgeschliffen werden
können. In diesem Zusammenhang auch erwähnenswert ist die Audio Delay-Funktion,
die dafür sorgt, dass Audio- und Bildsignal synchron übertragen werden. Der
Hintergrund: Oftmals entstehen durch die zeitintensive Bearbeitung des
Videosignals (z.B. De-Interlacing für Progressive-Betrieb) Zeitlaufunterschiede, das
Bild kommt dann - unpassend - später an als der Ton. Mittels der
Audio-Delay-Schaltung (0 bis 240 ms einstellbar) kann dieses Manko kompensiert werden. Weiteres Yamaha-typisches
Ausstattungsmerkmal: Die "Dialog Lift"-Funktion, die für eine
Anpassung der Dialogwiedergabe an die Sitzposition des Hörers sorgt - in der
Praxis funktioniert dies prima. Wer besonders auf reinen, von DSP-Programmen und
sonstigen Filtern möglichst nicht beeinflussten Musikgenuss steht, wird sich
über die Pure Direct Funktion freuen, die Anzeige, Digitalschaltkreise und
Videofunktionen für einen direkten, unbeeinflussten Signalweg abschaltet.
Der DSP-Teil des Yamaha RX-V1500
Der Yamaha RX-V1500 verfügt wieder, wie typisch für Yamaha
AV-Receiver und -Verstärker, über verschiedene DSP-Modi, die wir später
tabellarisch näher erläutern. Zunächst wollen wir, dem Verständnis halber,
die Grundlagen der Yamaha DSP-Technologie kurz schildern.
Yamahas DSP-Programme - die Grundlagen
Der Yamaha DSP Prozessor ist so aufgebaut, dass eine völlig unabhängige
Verarbeitung des vorderen Präsenzbereiches und des hinteren
Surround-Soundfeldes ermöglicht wird. Der Surroundbereich wird schon seit
der Einführung der Cinema DSP Technolgie 1990 (damals war Dolby Pro Logic der
Mehrkanalstandard) mit zwei unabhängigen Klangfeldern für den linken und den
rechten Kanal nachbearbeitet. Die Position der akustischen Effekte wird durch
das dekodierte Eingangssignal vorgegeben, der Dekoder selbst arbeitet mit
unendlich großer Kanaltrennung - in der Praxis jedoch ist ist die Kanaltrennung
durch die nachfolgenden analogen Baugruppen des AV-Receivers (speziell zu nennen
wäre die gemeinsame elektrische Masseverbindung) leicht eingeschränkt.
Die Signalverarbeitung der einzelnen Kanäle durch den DSP Prozessor erzeugt
aus den bis zu Vollfrequenzkanälen bei Dolby Digital und DTS, die nach dem
Decodieren als relativ "punktförmige" Informationen zur Verfügung
stehen, ein geschlossenes Klangbild. Die Ausdehnung und die Intensität, mit
anderen Worten die Charakteristik des jeweiligen Klangbildes, variiert je nach
angewähltem DSP Programm. Die Wahl des entsprechenden DSP Programms sollte sich
nach dem vorliegenden Film- oder Musikmaterial richten, da nur beim optimalen
Zusammenspiel vom Ausgangsmaterial und der gewählten DSP Nachbearbeitungsart
eine optimale Performance erreicht werden kann. Wer mit dem DSP daneben liegt,
wird eine Klanggüte bekommen, die hörbar unter der "normalen" Dolby
Digital- oder DTS-Tonspur, also dem nicht nachbearbeiteten Soundtrack,
liegt.
Auf der Basis normaler Wiedergabearten wie Mono, Stereo, Dolby ProLogic
Surround, Dolby Digital 5.1 oder DTS 5.1 gestalten die Yamaha-Toningenieure ihre
eigenen Soundfelder. Jedes der Cinema-DSP-Programme ist vom Charakter her
verschieden, denn die auf realen Messungen beruhenden Daten, die dann zu den
verschiedenen vorkommenden Soundfeldern verarbeitet werden, unterscheiden sich.
Dies ist besonders hervorzuheben, denn aufgrund der Tatsache, dass nicht einfach
unterschiedliche Hall- und Reflexionsanteile am PC zu verschiedenen
DSP-Programmen zusammengemischt werden, ist die Qualität der Yamaha DSP-Modi
besonders hoch: Es liegen echte, existierende Räumlichkeiten diesen DSP-Modi
zugrunde, die von den Yamaha-Ingenieuren exakt akustisch vermessen wurden.
Bei den Soundfeldern differenziert Yamaha zwischen dem Presence-Soundfeld (das
Soundfeld, welches sich vorne hinter den Lautsprechern ausbreitet) und den
linken und rechten Surround-Soundfeld, dem Back Surround-Soundfeld sowie dem Nachhall. Die Presence- und
Surround-/Back Surround-Soundfeld-Daten zeigen sich in der Verteilung der virtuellen
Klangquellen und der Echomuster. Die unterschiedlichen Soundfeld-Typen
werden mit komplexen Elementen wie zum Beispiel der Energiebalance und den
Signalmischverhältnissen verarbeitet. Insgesamt ergibt sich so ein erstaunlich
genau auf
das Wahrnehmungsvermögen der Zuhörer zugeschnittenes Soundfeld.
Das erklärte Ziel von Yamaha DSP ist, die räumlichen und klanglichen
Eigenschaften eines Kinosaals, einer Konzerthalle oder eines Jazzclubs in einem möglichsten hohen Grad an Perfektion auf
die heimischen "vier Wände" zu übertragen, beziehungsweise die
geringere Anzahl der Lautsprecher zu Hause und die ungünstigeren räumlichen
Bedingungen bestmöglich zum kompensieren. Daher erzeugt der Yamaha DSP
Prozessor ein Klangfeld nach einem Reflexionsmuster, das laut Yamaha dem eines Abhörstudios
der Filmindustrie entspricht.
DSP-Programme richtig verstehen: Spezielle Aspekte und Grenzen
der Ton-Nachbearbeitung
-
Um bei Dolby ProLogic-codiertem Tonmaterial die rechts-/links-Trennung im
Surroundbereich zu verbessern, stützt sich der dem Nachbearbeitungsvorgang
zu Grunde liegende Algorhythmus des Prozessors - anders als bei Dolby
Digital oder DTS - auch auf tonale Informationen aus den Stereokanälen.
Dies kann im Einzelfall zu dem Eindruck führen, dass die Kanaltrennung vorn
- hinten leicht eingeschränkt ist
-
Um ein geschlossenes Klangfeld ohne störende Klanglöcher im
Heimkino-Raum zu erzeugen, werden Effektverläufe von vorn nach hinten oder
auch von hinten nach vorn von einem Kanal an den anderen "übergeben".
Speziell bei impulsartigen Signalen ist daher die hörbare Übernahme in den
Surroundbereich sachgerecht - denn, so argumentiert Yamaha, dieses Verhalten
entspricht genau dem in der realen Welt. Hier sollte eher der Vergleich zum
Kino als der zu "reinem", also nicht nachbearbeiteten Dolby
Digital gezogen werden. Auch die akustischen Eigenschaften des Hörraums
spielen - je nach dessen "Halligkeit" und/oder Hellhörigkeit
- in die Wahrnehmung solcher eben geschilderter Effekt hinein.
-
Ein weiterer Einfluss entsteht durch die akustischen Eigenschaften des
gewählten DSP-Programms.
-
Bei der Wiedergabe von Stereosignalen in einem der Movie
Theatre-Programme wird der Dolby ProLogic-Dekoder aktiviert. Durch die
einfache Struktur des Decoders wird dann das Differenzsignal L - R auf die
Surroundkanäle geführt, somit wird das DSP zusätzlich unterstützt.
Da Yamaha die Movie Theatre Programme für die Wiedergabe von Mehrkanalton
entwickelt hat hat, ist der Dolby ProLogic-Dekoder nicht abschaltbar und führt
daher zu den vorher genannten unerwünschten Effekten bei der Wiedergabe von
uncodiertem Stereomaterial. Da hilft dann nur die Wahl eins Programms ohne
den vorgeschalteten Dolby PL Dekoder.
Die DSP-Programme des RX-V1500
Für Film/Videoquellen (Multikanal und Zweikanal):
-
MUSIC VIDEO: Dieses Programm soll dem Sound eine enthusiastische
Live-Atmosphäre verleihen. Insgesamt ist dieses DSP-Programm, was sich laut
Yamaha für Rock- und Jazzmusik eignen soll, ordentlich gelungen. Wer gern
mit DSP-Modi experiminiert, kann dieses Programm besonders gut für manches
Rock- oder Pop-Livekonzert nutzen, wo der bühnenbetone Live-Charakter recht
gut zur Geltung kommt.
-
ENTERTAINMENT: Game. Dieses Programm fügt Tiefe und Räumlichkeit zu den Sounds von Videospielen
hinzu. Für unseren Geschmack etwas dumpf.
-
TV THEATER: Mono Movie. Dieses Programm dient für die monaurale Reproduktion von Videoquellen (wie zum Beispiel
alte Filme). Dieses Programm erzeugt den optimalen Nachhall, um die Klangtiefe zu erzeugen,
die nur in dem Presence-Soundfeld verwendet wird. In der Praxis ist leider
etwas zu viel Hall vorhanden, und die bei Monofilmen sowie schon sehr dumpfe
Wiedergabe erklingt zusätzlich leicht verzerrt. Klarer Tipp: Film lieber in
Original-Mono anschauen - ohne Nachbearbeitung.
-
TV THEATER: Variety/Sports Obwohl das Presence-Soundfeld
(vorn) relativ eng ist, verwendet das Surround-Soundfeld das Klangumfeld einer großen Konzerthalle. Diese Effekt betont die Erfahrung beim Betrachten verschiedener TVProgramme
wie Nachrichten, Shows, Musikprogrammen oder Sportprogrammen.
-
MOVIE THEATER: Spectacle. CINEMA DSP Verarbeitung. Dieses Programm erstellt ein extrem weites Soundfeld eines
70-mm Filmtheaters. Es reproduziert genau den Quellensound in allen Einzelheiten, so dass
das Soundfeld unglaublich realistisch erscheinen. Dieses Programm ist ideal für jede Art von Videoquelle geeignet, die mit Dolby Surround, Dolby Digital oder
DTS codiert ist (besonders groß angelegte Filmproduktionen) - was in der
Yamaha-Bedienungsanleitung sehr blumig klingt, entpuppt sich als
DSP-Programm, das gewisse Parameter - Basskraft bei der Effektdarstellung,
Dynamik der Surround- und Back Surround-Klangkulisse - mit beachtlichem
Erfolg nachbearbeitet, indem die Wirkung intensiviert wird. Bei Filmen wie
"Twister", "Der Sturm" oder "Jurassic Park"
ist dieses Programm in seinem Element. Generell sollte man bei groß
angelegten Blockbustern mit hohem Effektanteil das "Spectacle"-DSP
unbedingt gegen den ebenfalls sehr guten "Adventure"-Modus und
gegen die THX Cinema-Einstellung hören, um das optimale Programm zu
ermitteln.
-
MOVIE THEATER: Sci-Fi. CINEMA DSP Verarbeitung. Laut Yamaha
durch eine räumlich sehr weite Darstellung besonders gut für Science
Fiction-Filme geeignet. Die unendlichen Weiten des Weltraums, ferne
Galaxien, die Ruhe im weiten Raum - dies soll dargestellt werden. Bei "Galaxy
Quest" oder "Lost in Space" schlägt sich dieses Programm gar
nicht schlecht. Effekte werden mit hoher Klarheit wiedergegeben, aber mit
etwas weniger Nachdruck als bei "Spectacle". Nicht bei allen
Sci-Fi-Filmen klingt dieses DSP besser als andere Modi: Bei
"Independence Day" nehmen wir lieber "Spectacle", bei
den "Star Wars"-Filmen lieber den THX Cinema-Modus.
-
MOVIE THEATER:Adventure. CINEMA DSP Verarbeitung. Sehr
gelungenes DSP-Programm, das besonders den Music Score sehr facettenreich
und mit weitem Raumgefühl umsetzt. Szenen, in denen einsame Reiter durch
die Prärie ziehen oder James Bond ("Der Spion, der mich liebte")
mit Barbara Bach durch die Wüste irrt, Sequenzen, in denen Unglaubliches
geschieht (Mumie Teil 2: Skorpionkönig geht mächtiges Bündnis ein, Oase
entsteht inmitten der unwirtlichen Wüste) - hier entfaltete dieses Programm
sein volles Aroma. Trotz der Yamaha-Beschreibung (für eine präzise Reproduktion des
Sounddesigns der neuesten 70-mm Filme) kann man dieses Programm auch
problemlos für etwas ältere Produktionen verwenden. Sehr gute, räumlich
effektive Effektwiedergabe.
-
MOVIE THEATER: General. CINEMA DSP Verarbeitung. Hier kann
man auch gleich in der Ursprungsform in Dolby Digital oder DTS hören
- dieses DSP bringt praktisch gar keinen Effekt und ist unserer Ansicht nach
relativ überflüssig.
Für Musikquellen
-
CONCERT HALL HiFi DSP Verarbeitung. Eine klassische, hufeisenförmige Konzerthalle mit etwa 1.700 Sitzen.
Säulen und Ornamente generieren extrem komplexe Reflexionen, die zu einem sehr vollen,
reichen Sound führen. Vorsicht: Auf das Quellmaterial achten - nicht
einfach jede CD mit klassischen Konzerten verwenden, sondern sich
informieren, ob die Halle, in der aufgenommen wurde, mit jeder, die dem DSP
zugrunde liegt, zumindest in etwa übereinstimmt (etwas Fachwissen
erforderlich).
-
JAZZ CLUB HiFi DSP Verarbeitung. Dies ist das Soundfeld vor der Bühne des berühmten Jazzclubs „The
Bottom Line“ in New York. Der Raum bietet Sitze für 300 Personen an der linken und rechten
Seite eines Soundfeldes, das einen direkten, lebhaften Sound bietet.
-
ROCK CONCERT HiFi DSP Verarbeitung. Das ideale Programm für lebendige, dynamische Rockmusik. Die
Daten für dieses Programm wurden in einem bekannten Rock-Club in Los Angeles
aufgezeichnet. Der virtuelle Sitz des Zuhörers befindet sich in der Mitte links der Halle.
Für manche Rock-CD oder DVD ein ordentliches, weil sehr
"fetziges" Programm. Höhenbrillanz ist nur
durchschnittlich.
-
ENTERTAINMENT: Disco. HiFi DSP Verarbeitung. Dieses Programm erzeugt das akustische Umfeld einer
größeren Disco. Der Sound ist dicht und stark konzentriert, in der Praxis
muss man in Bezug auf die Hallcharakteristik etwas aufpassen, es hängt vom
Hörraum ab (ob dieser akustisch eher lebendig oder eher tot ist), ob das
Disco-DSP eine gute Alternative zum normalen Betrieb ist.
Wer etwas mehr Einblick in die Materie hat, kann die DSP-Programme auch noch
individuell nachbearbeiten:
- DSP-Pegel: Dieser Parameter stellt die Pegel aller DSP-Effektklänge
innerhalb eines engen Bereiches ein. In Abhängigkeit von der
Hörraumgröße und der Akustik des Hörraums kann man die Intensität des
DSP-Effekts maßvoll anpassen. Regelbereich -6 dB bis +3 dB.
- INIT.DLY (Initial Delay = Anfängliche Verzögerung): Mit dieser Funktion
kann der wahrgenommene Abstand vom Quellensound verändert werden: Die Verzögerung
zwischen dem direkten Klangbild und der ersten wahrgenommenen Reflektion
kann hier in einem Steuerungsbereich von 1 bis 99 Millisekunden eingestellt
werden. Je kleiner der Wert ist, umso näher scheint der Quellenklang
akustisch am Hörer zu liegen, bei einem großen Wert entfernt sich der
Quellenklang akustisch weiter. Ein kleiner Wert ist für einen kleinen Hörraum,
ein großer für einen großen Hörraum zu empfehlen
- ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die wahrnehmbare Größe des
Surround-Soundfeldes ein. Je größer der Wert, umso größer wird das
Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 0,1 bis 2,0. Da der Klang wiederholt in
einem Raum reflektiert wird, kommt es mit zunehmender Größe der Halle
dazu, dass die Zeit zwischen dem ursprünglich reflektierten Sound und den
nachfolgenden Reflexionen zunimmt. Durch die Möglichkeit der Steuerung der
Zeit zwischen den reflektierten Sounds kann man die wahrnehmbare Größe des
virtuellen Saales ändern. Wenn der Parameter von 1 auf zwei verdoppelt
wird, verdoppelt sich die wahrzunehmende Länge des Raumes
- LIVENESS (Lebendigkeit): Dieses Tool stellt das Reflexionsvermögen der
virtuellen Wände in der Halle ein, indem die Abklingrate der frühzeitigen
Reflexionen geändert wird. Einstellbereich 0 bis 10. Einsatzbereich dieser
Funktion: Da die frühzeitigen Reflexionen einer Klangquelle in einem Raum
mit hoher Akustikabsorbation viel schneller abklingen als in einem Raum mit
stark reflektierenden Wänden, kann mit dem LIVENESS-Parameter die
Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen von einem "toten"
Raum (Raum mit hoher Absorbationsrate) zu einem "lebendigen Raum (Raum
mit stark reflektierenden Wänden) verändert werden
- S.INIT.DELAY: Anfängliche Surround-Verzögerung, Regelbereich 1 - 49 ms.
Einstellung der Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten
Reflexion auf der Surround-Seite des Klangfeldes
- S. ROOM SIZE (Surround-Raumgröße). Funktion: Dieser Parameter stellt die anscheinende Größe des Surround-Soundfeldes ein.Regelbereich: 0,1 – 2,0
- S.LIVENESS (Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für
das wahrnehmbare Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im
Surround-Soundfeld. Je größer der Wert, umso reflektierender werden die Wände
des Surround-Soundfeldes
- SB.INIT.DELAY: Anfängliche Back Surround-Verzögerung, Regelbereich 1 - 49 ms.
Einstellung der Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten
Reflexion auf der Back Surround-Seite des Klangfeldes
- SB ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die wahrgenommene Größe des Back Surround-Soundfeldes ein (Regelbereich 0,1 - 2,0)
- SB.LIVENESS: (Back Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für
das wahrnehmbare Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im Back
Surround-Soundfeld. Je größer der Wert, umso reflektierender werden die Wände
des Back Surround-Soundfeldes
- REV.TIME (Reverbation Time = Widerhallzeit): Stellt die Zeitspanne
ein, die für das Abklingen des dichten, nachfolgenden Widerhall-Sounds um
60dB (bei 1 kHz) benötigt wird. Folge: Die wahrnehmbare Größe des
akustischen Umfeldes wird über einen sehr weiten Bereich geändert.
Einstellbereich: 1,0 bis 5,0 Sekunden. Empfehlung: Bei "toten"
Signalquellen und/oder Hörräumen längere Widerhallzeit, bei
"lebendigen" Signalfelder und/oder Hörräumen eine kürzere, denn
zuviel Widerhall sorgt genauso für eine unnatürliche Klangkulisse wie
zuviel. Hier sollte man zunächst genauere Untersuchungen über die
akustischen Eigenschaften des Hörraums anstellen. (Material der Wände?
Wenig/viele Möbel? Teppichboden oder Parkett? usw.)
- REV.DELAY (Reverbation Delay = Widerhallverzögerung): Einstellmöglichkeit
von 0 bis 250 Millisekunden für die Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des
direkten Klangs und dem Beginn des Widerhalls. Je größer der Wert, umso später
beginnt der Wid erhall.EinspätererBeginndesWiderhallserzeugtein
Klangfeld, das den Eindruck vermittelt, in einem größeren akustischen
Umfeld zu sein. Vorsicht bei der Einstellung: Wer es zu gut meint, erreicht
nur einen unnatürlichen Klangeindruck, der weder zum Hörraum noch zum
wiedergegebenen Material passt.
- REV.LEVEL (Reverbation Level = Widerhallpegel): Stellt die Lautstärke des
Widerhalls ein (0 bis 100 %), je höher der Wert, umso lauter der Widerhall
- Bei 8-Kanal-Stereo Möglichkeit für Pegeleinstellung für jeden einzelnen
Lautsprecher
- DIALG.LIFT: Dieser Parameter stellt die Höhen der Sounds der Front- und
Centerkanäle ein, indem einige Elemente der Front- und Center-Kanäle den
Presence-Lautsprechern (= vorderen Lautsprechern) zugeordnet werden. Je
größer der Wert (Wahlmöglichkeiten 0/1/2/3/4/5, anfängliche Einstellung
ist "3") ist, umso höher ist die Position des Klanges der Front-
und Centerkanäle.
Insgesamt ist der Yamaha RX-V1500 extrem reichhaltig ausgestattet - ohne
Zweifel gebührt ihm dafür die Höchstpunktzahl.
Bewertung      
Anschlüsse
Kontaktfreudig: Front AV-Eingang mit S-Video-Beschaltung und
optischem Digitaleingang
Die Anschlussbestückung ist reichhaltig, vorhanden sind neben
acht digitalen Eingängen auch ein 6/8-Kanal-Eingang, ein
7.1-Vorverstärkerausgang und eine RS232-Schnittstelle für
Haussteuerungssysteme. Auf der Gerätefront wartet ein komplett bestückter
AV-Eingang auf Bild- und Tonsignale mobiler externer Zuspieler. Fazit:
Üppige und sinnvolle Anschlussausstattung.
Bewertung     
Bedienung
"Präzisionsarbeiter": Messmikrophon für die
automatische Einpegelung der Lautsprecher
Zu bedienen ist der Yamaha einfach - wesentlichen Anteil daran
hat YPAO. Auch, wenn sehr versierte Anwender oftmals nicht hundertprozentig von
einem Auto Room Setup nebst Room EQ zu überzeugen sind und lieber selber Hand
anlegen, so kann ein solches Feature doch dem weniger technisch bewanderten
Neueinsteiger ebenso helfen wie demjenigen, der noch nicht komplett zueinander
gehörige Lautsprecher einsetzt - YPAO berücksichtigt auch die Parameter der jeweils
angeschlossenen Box und kann, im Dienste eines ausgeglichenen Klangbilds, prinzipiell durch
die unterschiedliche Ausführung der einzelnen Boxen vorhandene akustische Differenzen bis zu einem
gewissen Grad bereinigen. Auch, wenn man einen akustisch etwas schwierigen
Hörraum hat, kann YPAO unter Umständen für einen gefälligeren Klang
sorgen. Im Vergleich zur vorherigen, ersten YPAO-Generation ist das weiter
entwickelte System kaum wiederzuerkennen, so schnell und zuverlässig arbeitet
es jetzt. Tatsächlich waren die Lautsprecher im Test (3 Probeläufe) wirklich
nach jeweils rund 3 Minuten eingepegelt - und, was uns überraschte: Trotz der
drastischen Geschwindigkeitssteigerung hat auch die Qualität des Resultats
deutlich zugenommen. Besonders bemerkbar hat sich dies in unseren Testläufen
bei der Subwoofer-Einpegelung gemacht. Neigte YPAO 1 - übrigens genauso wie
andere automatisierte Einpegelungs- und Einmesssysteme - noch zu einer
unpassend-unterbetonten Einpegelung des aktiven Basslautsprechers, so macht YPAO
2 diesen Fehler nicht mehr: Die Werte wirken vertrauenserweckend, der Bass kam
satt und präzise - großes Lob, so gut wie YPAO 2 pegelt zur Zeit kein anderes
System den Subwoofer ein.
Übersichtlich, hochwertig, gelungen: So stellen wir uns eine
tadellose Fernbedienung vor!
Großflächig: Das von der Farbgebung her angenehme
DOT-Matrix-Display
Doch auch abgesehen von YPAO ist die Bedienung des RX-V1500 sehr
einfach. Mittels des On Screen Displays sind die Grundeinstellungen schnell
erledigt. Ein kleines Hindernis bei der Zuweisung der Video- und der digitalen
Audio-Verbindungen sind nur die Abkürzungen, die teilweise nicht allzu
verständlich sind. Ansonsten herrscht eitel Sonnenschein, die klare, leicht zu
durchschauende Menüstruktur erweist sich als im höchsten Maße praktisch. Die
mitgelieferte Fernbedienung ist ebenfalls gut gelungen. Sie ist übersichtlich,
liegt gut in der Hand und zeigt auf dem kleinen LC-Display immer die gerade
aktive Funktionsebene an. Auch die Reichweite und der Druckpunkt der einzelnen
Funktionstasten sind absolut in Ordnung. Durch die sehr angenehme Farbgebung und
den sehr guten Kontrast besticht das bestens ablesbare, großflächige
Punktmatrixdisplay, bereits seit Generationen typisches Yamaha-Merkmal. Alle
Bedienelemente am Receiver selber - auch die kleineren unter der
Frontklappe - sind einfach zu handhaben.
Bewertung:     
Klang
Always in Motion: Der RX-V1500 im Testbetrieb
Filmton
Exzellente Ausstattung, sehr gute Verarbeitung und einfache
Bedienung - fehlt nur noch ein brillanter Klang. Und, wie wir bereits erwartet
haben, enttäuschte uns der RX-V1500 auch hier nicht. Seine akustische Auslegung
hat sich im Vergleich zur letzten Generation aber etwas verändert. Immer noch
packt der Yamaha bei Bedarf kräftig zu, aber dieses Warten auf die großen
Effekte, so dass man dann mit unerhörter Wucht zuschlagen kann, ist nicht mehr
so stark ausgeprägt. Insgesamt drückt der Yamaha weniger wuchtig alle Arten
von Effekten durch den Hörraum als der Pioneer VSX-1014,
der bei großen Effektsalven extrem kraftvoll und dynamisch reagiert. Der Yamaha
RX-V1500 ist im Vergleich zum Vorgänger und auch zum Pioneer mehr auf
Natürlichkeit ausgelegt und dokumentiert dies auch durch eine sehr fein
gezeichnete Wiedergabe z.B. bei Ambient-Surroundeffekten und bei der Darstellung
des Music Score. Der RX-V1500 schafft es auf diese Art und Weise, viel
Atmosphäre zu erzeugen und dem Auditorium den Eintritt in ein facettenreiches
und vielschichtiges Klangpanorama zu ermöglichen.
Wie sieht es beim
Pioneer aus? Der Pioneer VSX-1014 schafft
einen für diese Preisklasse beeindruckenden Spagat zwischen dem eindrucksvollen
Aufbau spannungsgeladener Szenen und der "Entladung" dieser Spannung
in den entsprechenden Actionsequenzen. In dieser Disziplin kann man dem Pioneer
nichts mehr vormachen, hier ist er momentan einzigartig in seiner Preisklasse.
Das Aufbauen dichtester Spannung, der direkte Vermitteln von der dann
hereinbrechenden Effektgewalt - das gelingt dem Pioneer vorzüglich. Der Yamaha
ist mehr der "Abenteurer": Große, weite Landschaften, einsame
Märsche, der pfeifende Wind, Kamelritte durch die Wüste, untermalt von
Umgebungsgeräuschen und dem Music Score - hier schlägt seine ganz große
Stunde. Filme wie "Asterix und Obelix", "Gladiator" und die
beiden Teile der "Mumie" entfalten dann eine besondere Wirkung. Gerade
die beiden "Mumie"-Teile beziehen ihren Reiz dann nicht mehr nur aus
den bombastischen Effekten und der Spannung davor, sondern auch aus anderen
Sequenzen wie z.B. dem Kamelmarsch durch die Wüste (Teil 1) oder der
Ballonfahrt (Teil 2). Als Cleopatras Architekt hilfesuchend-einsam durch den
harten gallischen Winter irrt, fängt der RX-V1500 dieses akustische Panorama
praktisch ungefiltert ein. Der eindrucksvolle, vielschichtig-imposante
Soundtrack von "Gladiator" wirkt, vom Yamaha vorgetragen, akustisch
sehr tiefgehend und facettenreich gestaffelt. Im THX-Modus klingt der RX-V1500
sehr klar und aufgeräumt, der Hochtonbereich ist gut aufgebaut, nie zu dumpf
und immer höchst gefällig - Konkurrenz bekommt die THX-Betriebsart aber gerade
bei den eben genannten Filmen vom ausgezeichneten Yamaha "Adventure"-
Cinema-DSP-Programm, das akustisch ganz vorzüglich zum RX-V1500 passt und
gerade dieses Gefühl sensibel vorgetragener räumlicher Weite passend
unterstützt. Auch der sehr feinfühlig und exakt modellierte Music Score kommt hier
besonders gut zum Ausdruck.
Bei "Die Welt ist nicht genug"
gefällt der RX-V1500 ebenfalls mit seinem homogenen und sehr dichten Klangbild.
Im direkten Vergleich wirkt der Pioneer VSX-D1014 noch eine Idee dynamischer,
dafür schafft der Yamaha ein noch intensiveres Raumgefühl und eine besonders
präzise Tiefenstaffelung der Front-Klangkulisse. Der 007-Film gefiel uns im
THX-Betriebsmodus besonders gut, da auch bei hohen Lautstärken noch ein nicht
zu spitzer, sondern erstaunlich klarer Sound zu hören war. Die Schüsse bei der
Schießerei unter Tage (Bond hatte sich als "falscher" Wissenschaftler
eingeschlichen und trifft auf Renard) klingen sehr realistisch, auch
Einzelheiten gibt der Yamaha sehr passend wieder. Bei "Harry Potter und der
Gefangene von Askaban" schlägt sich wiederum der "Adventure"-DSP-Modus
am besten, weil der sehr imposante Music Score, der den Film zu einem
beträchtlichen Teil trägt, hier mit hervorragender Fülle und mit einer
überzeugenden räumlichen Weite vorgetragen wird. Der Bassbereich des Yamaha
präsentiert sich sehr gut strukturiert und tritt, wenn eine entsprechende
Sequenz kommt (z.B. erster Auftritt der Dementoren im Park in der Nähe des
Dursley-Hauses, zweiter Auftritt der Dementoren im Zug nach Hogwards) auch mit
entsprechendem Nachdruck an.
Der RX-V1500 ist trotzdem insgesamt etwas
"zahmer" ausgelegt als der Pioneer VSX-D1014, der mit noch etwas mehr
Wucht dienen kann. Diese Feststellung soll aber nicht als Kritik am RX-V1500
verstanden sein, denn es ist Ansichtssache, welche Auslegung man
bevorzugt. Beide Geräte, Yamaha und Pioneer, würden sich auch in der
1.000 €-Liga sehr gut machen - mit Ausnahme des
Onkyo TX-SR702E, den man aufgrund seines Leistungsprofils eher der 1.500
€-Klasse zuordnen würde, könnten sowohl Yamaha als auch Pioneer an der
Klassenspitze mitspielen. Dies zeigt ein Vergleich mit dem sehr guten Denon
AVR-2805, der sich bei der Filmtonwiedergabe nicht gegen Pioneer und Yamaha
durchsetzen kann: Der Yamaha begeistert sogar mit noch besserer Räumlichkeit
und höherer Flexibilität aufgrund seiner verschiedenen DSP-Modi, der Pioneer
übertrifft den Denon mit noch besserer Dynamik und extrem kraftvollem Bass.
Nicht, dass diese Aussagen falsch verstanden werden: Nach wie vor ist der
AVR-2805 ein tadelloser AV-Receiver, zu seiner Markteinführung hat er neue
Akzente gesetzt. Aber: Die Entwicklung sowohl der AV-Receiver als auch der
Preise schreitet mit großem Tempo voran, und Pioneer und Yamaha haben mit ihren
im Vergleich zum Denon neueren Produkten schon wieder akustische Fortschritte
erzielen können. Auch im Vergleich mit dem gerade ausgelaufenen
Marantz SR-7400 zeigen sich Vorteile für Pioneer und Yamaha. Dies muss nicht
grundsätzlich so sein - das Neuere
ist nicht automatisch das Bessere. Aber sowohl Pioneer als auch Yamaha haben
konsequent optimiert und liegen daher momentan vorn, was sich auch wieder
ändern kann - Denon ruht bestimmt nicht, bis 2005 wieder ein neuer AV-Receiver
der Konkurrenz das Fürchten lehrt. Fazit: "Filmtonmeister" bleibt der
Pioneer VSX-D1014, denn er bringt die meiste Faszination. Gleich dahinter folgt
der RX-V1500.
Pegelfestigkeit
Die Pegelfestigkeit des RX-V1500 ist tadellos, und auch ohne
zusätzlichen aktiven Subwoofer kann man den AV-Receiver ohne Probleme
betreiben. Selbst in Hörräumen um die 35 Quadratmeter liefert der Yamaha noch
eine überzeugende Performance - nie wirkt er unterdimensioniert , sondern
gefällt auch nach mehrstündiger Dauerhatz noch mt klarem, natürlichen Klang.
Der Yamaha bietet somit wie schon der Vorgänger eine Pegelfestigkeit, die
deutlich macht, welches Niveau heute schon bezahlbare Geräte unter praxisnahen
Bedingungen erreichen. Ist der
Hörraum noch größer und erreicht Größen um die 40 Quadratmeter, kann sich
der in Bezug auf seine Leistungsfähigkeit exzellente Pioneer VSX-D1014 knapp
durchsetzen - mit diesem AV-Receiver ist Pioneer ohne Zweifel eine besonders
großer Wurf gelungen. Der Yamaha allerdings wird keinesfalls vom VSX-1014
deklassiert, sondern heftet sich hartnäckig an die Versen des Pioneer, ohne
jedoch genau das identische Niveau zu erreichen - immer bleibt ein kleiner,
aber bei hohen Pegeln in extensiven Lokalitäten heraushörbarer
Unterschied bestehen. Der VSX-D1014 tritt dann noch dynamischer an und strahlt
durch den extrem vollen Bass, der noch nicht einmal leicht unsauber wird, ein
besonders hohes Maß an Souveränität aus. Insgesamt bietet der RX-V1500
Leistungsreserven, die für die meisten Multichannel-Liebhaber mehr als
ausreichen dürften.
Mehrkanal-Musik
Absolut begeisternd gibt der RX-V1500 die DTS 96/24-DVD "Brasilian
Bossa" wieder. Beim Titel "Batida Differente" zeigt sich, dass
Yamaha, was die stimmige Einarbeitung des Pianos angeht, nach wie vor ein
besonders glückliches Händchen hat: So dynamisch, klar und authentisch
klingt es bei keinem Konkurrenten. Da ist einfach mehr Schwung drin, mehr Charme
- bei dieser DVD legt unser Testkandidat richtig los und offeriert auch bei den
elektrischen und akustischen Gitarren (Titel: "Wave") viel
Fingerspitzengefühl. Auf ein zusätzliches DSP sollte man bei dieser qualitativ
ausgezeichneten Aufnahme besser verzichten, da dann auch die ausgewogene
akustische Balance sowie das natürliche Gefühl plastischer Räumlichkeit
leidet. "Naturbelassen" hören sich die interessanten Stücke am
besten an - der RX-V1500 beweist hier mit seiner präzisen Tiefenstaffelung und
der lebendigen Gesamtdarstellung viel Talent. Auch bei Ludwig van Beethovens
wunderschöner "Pastorale" zieht der RX-V1500 alle Register:
Musikalisch ist er in seiner Preisklasse die Nummer 1 und egalisiert damit den
Vorsprung des Pioneer VSX-D1014, den sich dieser in der Filmton-Bewertung
erarbeitet hatte. Er spielt im Hochtonbereich frei auf, betont Nuancen mit
ausgezeichneter Akzentuierung und begeistert mit seiner hohen akustischen
Strahlkraft. Auch die verschiedenen Dynamiksprünge meistert der Yamaha gelassen
und bringt den Einsatz des gesamten Orchesters mit dem richtigen Nachdruck zur
Geltung. Sehr schön modelliert unser Testkandidat die Streicher heraus,
verleiht ihnen Brillanz, ohne Aggressivität beizumengen. Für preisbewusste
Klassik-Liebhaber ist der RX-V1500 eine echte Empfehlung - aber wie sieht es
für die Fans effekt- und bassstarker Dance- und Trance-Musik aus? Auch hier,
bei unseren verschiedenen 5.1 Dolby Digital-Test-DVDs, beweist der Yamaha mit
seiner räumlich weiten Darstellung und dem gut aufgebauten Bass Talent, muss
aber den Pioneer VSX-D1014 im Direktvergleich ziehen lassen: Der Pioneer
profitiert hier von seinen erstklassigen Dynamikwerten, im Bassbereich bietet er
noch mehr Druck und Volumen. Diese Glanzleistung des VSX-1014 kann aber nichts
daran ändern, dass insgesamt der RX-V1500 bei Multichannel-Musik die Nase vorn
hat.
Surround-Aufpolierer
Der RX-V1500 bringt DTS Neo:6 und Dolby Pro Logic IIx mit, und
wir sprechen in diesem Fall eine Empfehlung für PLIIx aus. Sowohl im Film- als
auch im Musikeinsatz hat Dolbys Aufpolierer mehr akustische Tiefe und insgesamt
mehr Substanz zu bieten, was auch damit zusammen hängt, dass Yamahas Pro Logic
II- und Pro Logic IIx-Integrationen schon beinahe traditionell zu den besten des
gesamten Marktes gehören. Der Bassbereich ist einerseits angenehm straff und
nicht so schwammig wie bei manch anderer Integration, andererseits bringt er
aber auch genug Fundament mit, so dass die Darbietung nicht zu schlank klingt.
DTS Neo:6 wirkt im Hörvergleich nicht so komplett, insgesamt schlanker und
weniger stimmig in Bezug auf die Übergänge, insbesondere vom unteren
Mitten- in den oberen Bassbereich. Bei der Filmtonwiedergabe bietet Neo:6 zwar
eine dynamische Surroundkulisse, diese Fülligkeit, die PLIIx bereit stellt,
wird aber nicht aufgeboten.
Stereobetrieb
Im Stereobetrieb erbringt der RX-V1500 tadellose Leistungen,
dies zeigt, dass man bei Yamaha einer gelungenen Stereowiedergabe eine hohe
Priorität einräumt. Der RX-V1500 baut klar auf, bietet einen sauber
angestuften, frisch und gleichzeitig homogen klingenden Hochtonbereich und ein
solides tieffrequentes Fundament. Er ist nicht ganz so dynamisch wie der Pioneer
VSX-D1014 ausgelegt, der fast schon "fetzig" klingt, dafür agiert der
Yamaha sensibler und schafft eine erstaunlich tiefgründige Kulisse mit gut
definierter virtueller Bühne. Mit diesen Wiedergabeprioritäten eignet sich der
extrem ausgewogene RX-V1500 für praktisch alle Musikarten, ganz gleich ob
Klassik, Pop oder Jazz - immer hinterlässt der Yamaha im Stereobetrieb einen
glänzenden Eindruck.
Bewertung Pegelfestigkeit      
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer      
Bewertung Klang Stereo     
Fazit
Wie bereits der Vorgänger präsentiert sich auch der RX-V1500
als rundherum gelungener, klang- und ausstattungsstarker AV-Receiver mit
gediegener Verarbeitung. Er leistet sich nirgendwo eine Schwäche, sondern
begeistert durch Ausgewogenheit auf Spitzenniveau. Besonders überzeugt hat uns
die Mehrkanal-Musikwiedergabe, wo der Yamaha mit viel Feingefühl und einer
überragenden räumlichen Darstellung an die Spitze seiner Klasse strebt. Hier
kann ihn momentan niemand schlagen, bei der Filmtonwiedergabe muss er sich
hingegen hinter dem Pioneer VSX-D1014 einordnen, der auch bei der
Pegelfestigkeit vorn bleibt. Praktisch perfekt ist der Ausstattungsumfang,
Yamaha bietet hier extrem viel fürs Geld. Zu bedienen ist der RX-V1500 auch
einfach, so dass man bilanzierend sagen kann, dass der RX-V1500 die
Erfolgsstory des Vorläufers weiter schreiben wird - das gelungene Konzept wurde
beibehalten, in verschiedenen Punkten haben die Yamaha-Experten wirkungsvoll
optimiert.
Typisch Yamaha: Der RX-V1500 überzeugt durch
sein stimmiges Gesamtkonzept
Gesamturteil:

Obere Mittelklasse
Test 02.12 2004
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
-
Überragender Mehrkanal-Musikklang
-
Filmtonwiedergabe mit exzellenter Räumlichkeit
-
Hervorragend auflösender Hochtonbereich
-
Präziser, gefälliger Bass
-
Wirkungsvolle DSP-Modi mit vielfältigen Nachbearbeitungsmöglichkeiten
-
Prima Stereoklang
-
Erstklassige Ausstattung
-
Tadelloses Bedienkonzept
-
Hochwertige Verarbeitung
Contra:
Technische Daten
-
A/V-Receiver Yamaha RX-V1500
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Leistung: : 7 x 180 Watt pro Kanal/6 Ohm
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Ausstattung: THX Select-Zertifikat, Decoder für: THX Surround EX, Dolby Digital EX, dts ES Matrix/Discrete 6.1, dts 96/24, Pro Logic IIx, dts Neo:6, 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler, automatisches Einmesssystem YPAO, 14 DSP-Modi, Yamaha Silent Cinema, Audio Delay, Night Listening Mode, Videonormwandler, RDS-Tuner, Lautsprecherumschaltung A + B, Fernbedienung vorprogrammiert und lernfähig
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Eingänge Audio: 6/8-Kanal-Eingang, 8 x Digital (5 x optisch, 3 x koaxial), 7 AV-Eingänge, Phonoeingang
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Eingänge Video: 2 x YUV, 7 x AV (S-Video/Composite)
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Ausgänge Audio: 2 x digital optisch, 7.1 Preout, 2 AV-Ausgänge, 2 x Audioausgang analog
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Ausgänge Video: YUV, 2x AV (S-Video/Composite)
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Sonstige Anschlüsse: RS232-Schnittstelle
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Maße (H x B x T) 435 x 171 x 434 mm
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Gewicht: 15,5 kg
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erhältl. Farbe: Titan, Schwarz
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Preis: € 849,–
Test: Carsten Rampacher
02. Dezember 2004
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