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Nachtest: Toshiba SD-140

27.09.2004 Tester: Carsten Rampacher, Karl-Heinz Pöppl

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER für das Bereitstellen der Hörräume

Overview

Der erste Test des Toshiba SD-240 verlief aufgrund der mangelhaften Betriebssicherheit nicht gerade optimal - um festzustellen, ob es sich hier um einen Einzelfall handelte, haben wir erneut einen SD-140 unter die Lupe genommen.  Eines möchten wir schon einmal vorab feststellen: Die Ausgangsposition des silberfarbenen, flachen DVD-Players mit PAL Progressive Scna-Signalausgabe ist diesmal weitaus besser, denn die unverbindliche, sehr hoch angesetzte Preisempfehlung von 149 EUR dient noch nicht einmal als grober Richtwert. Vielmehr ist es bei sorgfältiger Recherche problemlos möglich, den mit 192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandlern und 27 MHz Video-D/A-Konverter ausgestatteten Toshiba schon für 70 bis 80 EUR zu bekommen - ein sehr günstiger Preis für ein Markengerät. 

Finish

Optisch unauffällig: Tastatur auf der Frontplatte des SD-140

Optisch macht der flache Toshiba auf den ersten Blick einen unauffälligen Eindruck - doch auf den zweiten Blick tun sich Besonderheiten auf: Eine Ausnahme in dieser Preisklasse stellt nämlich der aufwändige Öffnungsmechanismus der DVD/CD-Lade dar. Erst gleitet die silberfarbene Abdeckklappe nach unten, anschließend fährt die Lade heraus - alles funktioniert überraschend präzise, so ein Detail erweckt gleich den Eindruck großer Sorgfalt. Umso weniger sorgfältig ist die Geräterückseite verarbeitet. Anstatt jeden Ausgang mit der entsprechenden Bezeichnung zu versehen, klebt links neben den Anschlussterminals einfach ein Aufkleber, auf dem die jeweiligen Anschlüsse aufgeführt sind - keine sehr hochwertige Lösung, für den fairen Marktpreis aber in Ordnung. Prima ist die mitgelieferte Fernbedienung. Insgesamt eine ordentliche Bewertung, nur die lieblos gemachte Geräte-Rückseite stört etwas. 

Aufwändig: Erst begibt sich die silberfarbene Klappe nach unten, dann fährt die DVD/CD-Lade hervor

Bewertung
Ausstattung

Im Hinblick auf die Ausstattung glänzt der SD-140 mit 192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandlern - und schwächelt etwas beim verbauten Video-D/A-Konverter: Hier muss ein schlichter 27 MHz/10-Bit-D/A-Wandler genügen. Ansonsten hebt sich der Toshiba nicht durch eine besonders umfangreiche Ausstattung hervor, es gibt keinen Video-EQ und auch sonst wenig Einstellmöglichkeiten. Dafür ist der SD-140 sehr preiswert zu bekommen und besticht durch die sehr gute Zoom-Funktion.

Bewertung
Multimedia/Laufwerk

Das zweite Testgerät schlägt sich merklich besser in Bezug auf die Betriebssicherheit, eine gute Leistung wird aber auch diesmal nicht erzielt. Sporadisch auftretende kurze Bild- und Tonaussetzer (< 1sec.) bei ‚Spider-Man’ vor allem bei Kapitelübergängen sind nach wie vor zu auszumachen. Bei ‚Akte X – Der Film’ zeigt sich ein ähnliches Verhalten. Die Probleme mit ‚Fluch der Karibik’  (Problemfall 1. Testsample, das Menü war nach 5 Minuten noch nicht eingelesen) haben sich deutlich gebessert. Das Menü der DVD wird jetzt problemlos eingelesen. Bei der Filmwiedergabe kommt es aber immer noch zu vereinzelt auftretenden Bild- und Tonaussetzern, vergleichbar mit einem Layerwechsel. Die Fehlerkorrektur verdient sich insgesamt die Note "befriedigend". Prinzipiell kann der SD-140 so gut wie alle wichtigen Formate wiedergaben - außer DivX. DVD Video, DVD-R, DVD-RW (Video und VR Mode), (DVD)+R/+RW, CD-R/-RW, jpeg, MP3, WMA, VCD und SVCD spielt der SD-140 laut Toshiba ab. Kodak Picture-CDs und Fujicolor-CDs nimmt der silberne Toshiba ebenfalls entgegen. Das Laufwerk agiert auch beim zweiten Testgerät zu laut besonders bei Sprungfunktionen (Kapitel, Menü, Zeitmarke, etc.) stören die Arbeitsgeräusche.

Alles im Griff, aber sehr schlicht: Das MP3-Menü

AREA DVD Formate und Disc Type-Check-Anmerkungen:

  • CD-RW (Single Session, CD nicht abgeschlossen; Mix aus JPEG- und MP3-Files sowohl im Root-Verzeichnis, als auch in Unterordnern) problemlos möglich.

  • JPEGs werden schnell aufgebaut. 2fach Zoomfunktion möglich. Bei JPEGs zum Teil störende Treppeneffekte, wenn die Auflösung größer als 1280x960 ist. Bei JPEGs mit 1280x960 ausgezeichnetes Antialiasing!

  • Im Hauptmenü wird lediglich durch einen Ordner symbolisiert, dass eine Struktur vorhanden ist.

  • Die Ordner können nur sequentiell ausgewählt werden, eine direkte Anwahl ist nicht möglich.

  • MP3s können bis 320kBit/s Samplerate wiedergegeben werden. Der jeweils folgende Titel wird automatisch abgespielt. Bei JPEGs gibt es nur die manuelle Weiterschaltung (keine Diashowfunktion).

  • Es ist nur eine getrennte Wiedergabe von Bildern und Audio-Files möglich. Eine Mischung aus MP3- und jpeg-Files auf einer CD kann nicht zusammen wiedergegeben werden.

  • Disc Type-Check:
    • DVD-R
    keine Probleme
    • DVD-RW (leichte Kratzer, nur Video Mode-Wiedergabe möglich)
    • keine Probleme
    • SVCD
    keine Probleme, erstaunlich gute Bildqualität
    • VCD
    Sporadisch treten kurze Aussetzer bis hin zu Abstürzen auf.
    • Audio-CD (leichte bis mittelschwere Kratzer)
    keine Probleme

Bewertung
Anschlüsse

Dürftig: Die Anschlussbestückung

Die Anschlussbestückung ist spärlich, weder ein koaxialer Digitalausgang noch ein S-Video-Hosiden-Terminal finden sich. Ein Komponentenausgang ist notwendig für die Progressive-Signalausgabe, eine RGB-fähige Scartbuchse ist ebenfalls obligatorisch. Das Angebot wird ergänzt durch einen 2-Kanal-Audio-Ausgang und durch einen FBAS-Videoausgang. Für einen Marktpreis von 70 bis 80 EUR in Ordnung, aber nicht überdurchschnittlich.

Bewertung
Bedienung

Die Bedienung des SD-140 ist insgesamt nicht schwierig, einige Kleinigkeiten zeigen jedoch, dass es im Detail Potential für Verbesserungen gibt. So ist unter dem Menüpunkt "Andere" auch die Umschaltung für die Ausgabe des Bildsignals enthalten, und die eigentlich übersichtliche und von der Größe her genau richtige Fernbedienung hat zwar lobenswert große Tasten für die Grundfunktionen wie "Play" oder "Stop", dafür ist die Navigationseinheit unauffällig im unteren Teil des IR-Controllers untergebracht. Nicht ganz befriedigend ist das Gerätedisplay, einen ernsthaften Vorwurf kann man Toshiba hier aber nicht machen - die Konkurrenz bietet in weiten Teilen auch nicht mehr. 

Angenehm groß geraten: Fernbedienung des SD-140

Auflösung nicht optimal: Das Gerätedisplay

Schlicht und wenig Einstellmöglichkeiten: Das Basis-Menü des SD-140

Typisch für die Einsteigerklasse: Wenig Einstellmöglichkeiten im Bildmenü

Unüblich: Die Einstellungen für den Ausgang (RGB/YUV Interlaced/YUV Progressiv) finden sich unter dem Menüpunkt "Andere"

 

Bewertung
Testequipment
Bild 

Wenn der Toshiba SD-140 Filmmaterial progressiv aufbereiten soll, sind die Ergebnisse auch beim Nachtest absolut überzeugend: Der recht simpel gestrickte De-Interlacer kann sich hier gut in Szene setzen. Selbst Progressive-Testbilder, die die Güte des Film-Modus ausloten sollen, managt der Toshiba mit einer erstaunlichen Souveränität: Es entstehen auch bei schnellen Kameraschwenks und bei raschen Bewegungen keine Auflösungsverluste, Pixelmuster oder Nachzieheffekte. Bei "Fluch der Karibik" und bei "Spiderman" bot der Toshiba ein erstaunlich reifes und plastisches Bild, das in Verbindung mit einem hochwertigen Bildwiedergabegerät echtes Home Cinema-Feeling ermöglichte. Auch die DVD des noch aktuellesten 007-Streifens "Stirb an einem anderen Tag" zeigte die Qualitäten des SD-140 bei der Wiedergabe von Film-DVDs deutlich: Der sehr gute Kontrast, die ausgezeichnete Schwarzwiedergabe und die gefällige, natürliche Farbdarstellung sorgten ebenso für Freude wie die fast völlige Abwesenheit von störendem Bildrauschen. Nicht so gut gelungen ist die Vollbild-Aufbereitung von Videomaterial, das im Zeilensprung-Verfahren aufgenommen wurde: Hier  scheint es, als würde der Toshiba durch einfache Interpolation die fehlenden Zeilen eines jeden Halbbildes ergänzen, das Ergebnis ist ein unruhiges Bild mit Zittern und Präzisionsschwächen bei vertikalen Bilddetails sowie einem etwas unrunden Ablauf schneller Bewegungen. 

Bewertung
Bild Interlaced

Das Interlaced-Bild des SD-140 zeigt sich nicht nur ohne Schwächen, sondern ganz stark: Mit hoher, aber stets angenehmer Bildschärfe und einer prima Detailwiedergabe wird ein stimmiges Ergebnis geboten - trotz des vergleichsweise bescheidenen Video-D/A-Konverters. 

Bewertung
Ton

Ist der SD-140 analog angeschlossen, tut er sich weder positiv durch ausgeprägte Stärken, noch negativ durch ärgerliche Schwächen hervor. Er verrichtet unauffällig seinen Dienst, das Klangbild ist recht homogen, aber etwas langweilig. Digital angeschlossen ist das gezeigte Profil ein gänzlich anderes: Hier kann der Toshiba mit seinem transparenten, feinfühligen Digitalton auftrumpfen und sich an der Klassenspitze etablieren. Mit sauberem, reinen und facettenreichen Klang sichert sich der SD-140 eine sehr gute Bewertung. Nur manchmal schleichen sich leichte akustische Probleme ein, wie ausführliche Nachtests zeigen:  Bei manchen DVDs fehlt es dem Ton an Dynamik, speziell bei Dialogen muss die Lautstärke deutlich erhöht werden, um eine ausreichende Sprachverständlichkeit zu erreichen.

Bewertung
Fazit

Diesmal reicht es zu einem guten Testergebnis für den Toshiba. Verantwortlich dafür ist neben der nun immerhin befriedigenden Betriebssicherheit vor allem der sehr günstige Marktpreis. Bereits für 70 bis 80 EUR kann man einen SD-140 neu erwerben. In Anbetracht dieser Tatsache sticht die wirklich brauchbare Bildqualität höchst angenehm hervor. Echte Bildschwächen leistet sich der Toshiba keine, für ein so preisgünstiges Modell ist die Progressive-Wiedergabe von Filmmaterial ausgesprochen gut gelungen. Störend sind nach wie vor das laute Laufwerk und gewisse Schwächen bei der Wiedergabestabilität besonders von DVD Video-Medien.

Billig und bildstark: Wer sparen möchte, findet im SD-140 einen brauchbaren Partner

Einsteigerklasse
Test 12. Juli 2004
Preis-/Leistungsverhältnis:
Pro:
  • Tadelloses Progressive-Bild bei Filmmaterial

  • Trotz kleiner Mängel einfache Bedienung

  • Gute Zoom-Funktion

  • Viele Formate abspielbar

  • Sehr günstiger Marktpreis

Contra:
  • Nur befriedigende Betriebssicherheit

  • Zu lautes Laufwerk

  • Karge Ausstattung

Datenblatt
  • DVD-Video-Player

  • Progressive Scan-Signalausgabe 

  • Maße (B x H x T in mm): 430 x 59 x 210

  • Gewicht: 2,0 kg

  • Farbe: silbern
    Preis: UVP EUR 149,–

  • Internet: www.toshiba.de/consumer

  • Formate: DVD Video, DVD-R/-RW, (DVD)+R/RW, , Audio-CD, CD-R, CD-RW, VCD, SVCD, MP3, WMA, jpeg-CDs

  • Anschlüsse: 1 x YUV, 1 x Scart, 1 x FBAS, 1 x optischer Digitalausgang, 1 x 2-Kanal-Analog-Audio

  • Ausstattung/Merkmale:192 kHz/24-Bit Audio D/A-Konverter, 27 MHz/10-Bit Video-D/A-
    Konverter, Dialog-Enhancer, Enhanced Black Level

27. September 2004
Test: Carsten Rampacher, Karl-Heinz Pöppl

 

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