Test: Toshiba SD-9500 - Schlägt der "Oldie" die modernen
Kontrahenten?
23.08.2004 (cr)
Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER
für das Bereitstellen der Hörräume
Overview
Schon vor bald zwei Jahren lotete die DVD-Player-Abteilung des
japanischen Elektronik-Riesen Toshiba aus, was prinzipiell mit einem
Abspielgerät für die vielseitigen Scheiben möglich ist: Ergebnis war ein
monumentaler Bolide mit dem Namen SD-9500, der die Toshiba-Tradition, höchst
aufwändige Topmodelle zu bauen, nach SD-9000 Reference und SD-900 fortsetzte.
Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 2.699 EUR kam die ultimative DVD
Video/-Audio-Maschine, die mit den übrigen Toshiba-Playern, die sich an
Verbraucher mit normalen bis gehobenen Ansprüchen richtet, nichts gemein hat,
auf den Markt. Schon seit Sommer 2002 erhältlich, ist der SD-9500 auch heute
noch verfügbar, wenngleich nicht mehr offiziell gelistet. Wie uns von Seiten
Toshibas jedoch versichert wurde, gibt es noch Lagerbestände, die, nun auf PAL
Progressive umgerüstet (original nur NTSC-Progressive) auf Käufer warten. Der
Marktpreis für den ausschließlich mit schwarzer Metallfront lieferbaren
Boliden ist übrigens so niedrig, dass der 11 kg schwere Player schon fast als
Schnäppchen durchgehen kann: Schon für rund 1.500 EUR kann man einen SD-9500
bei guter Recherche auftreiben, das Angebot ist jedoch überall stark begrenzt.
Ob es sich lohnt, trotz der modernen, mit High-Tech in Form digitaler
Highspeed-Schnittstellen und Scalern voll gestopften Konkurrenz noch zu Toshibas
edel anmutenden und hochklassig aufgebauten Top-Player zu greifen, soll unser
Test klären helfen.
Finish
Der Toshiba SD-9500 gehört ohne Zweifel zu den am besten
verarbeiteten AV-Komponenten, die überhaupt käuflich zu erwerben sind. Schon
von außen künden die massive Aluminiumfront und die soliden Standfüße sowie
die schwere Bodenplatte vom Bestreben nach bestmöglicher Qualität. Ein
weiterer Beweis für den hohen Aufwand, den die Toshiba-Techniker getrieben
haben, ist die Laufwerkslade, deren Aussparung zunächst unsichtbar ist. Erst
nach dem Drücken der "Open"-Taste gleitet geräuschlos das Display
ein Stück hinunter, und darunter wird die leise herausfahrende DVD-/CD-Lade
sichtbar. Von innen betrachtet, hält der SD-9500 dem hohen äußeren Anspruch
problemlos Stand. Nur beste Baugruppen und eine sehr akkurate Verarbeitung
beweisen hier, dass es sich um einen überdurchschnittlich ausgerüsteten
DVD-Spieler handelt. Das Netzteil, die Kondensatoren, die streng voneinander
getrennten Video- und Audioboards - all dies zeigt, dass bis ins Detail an
nichts gespart wurde, um ein Optimum an Bild- und Tonqualität zu erreichen. Die
dicke, perfekt aufbereitete Geräterückseite fügt sich nahtlos in diesen
Gesamteindruck ein. Alle Anschlüsse sind exzellent eingepasst, die Cinchbuchsen
sind allesamt vergoldet, was die Kontaktsicherheit und die Langlebigkeit
deutlich verbessert. Die mitgelieferte Fernbedienung passt, wie auch bei
praktisch allen andern Anbietern üblich, in Bezug auf die Materialwahl nicht
ganz zum Hauptgerät, ist aber ordentlich verarbeitet und, wie sich später
zeigen wird, äußerst praktisch.
Bildergalerie
"Top Secret": Erst, nachdem das Display nach unten
geglitten ist, kommt die Laufwerkslade hervor
Solide "Lagerhaltung": Die DVD-/CD-Lade passt
ebenfalls zum Anspruch des gesamten Geräts
"Simply the Best": Der SD-9500 überzeugt mit seinem
erstklassigen Finish
Genuss ohne Reue: Der SD-9500 "inside" begeistert
ebenfalls
Hält jedem Expertenblick stand: Der aufwändige Aufbau wird
auch im Detail sichtbar
"Full House": Der SD-9500 ist bis an den Rand
gefüllt
Nicht nur sauber, sondern rein: Alle Baugruppen sind akkurat
eingepasst
Da wird mancher AV-Receiver neidisch: Das Netzteil
Beste Aussichten: Aufwändiger Video-Aufbau
Im "Untergrund": Selbst von unten ist der SD-9500
sehr ansehnlich geraten
Bewertung     
Ausstattung
Der SD-9500 verfügt über eine reichhaltige Ausstattung.
Bereits sein Konstruktionskonzept verrät, dass überall aus dem Vollen
geschöpft wurde. Während hochwertige 192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler bei
DVD-Spielern dieser Preisklasse selbstverständlich sind, bietet der Toshiba mit
seinen Spitzen-Konvertern zusätzlich noch die Möglichkeit, mittels externer
Digitaleingänge die Wandlereinheit auch für externe Zuspieler zu nutzen. Des
Weiteren verfügt der Toshiba-Player über alle Anlagen, um auch als Ersatz für
CD-Player der Oberklasse voll punkten zu können: Er poliert die Signale einer
herkömmlichen Audio-CD von 44,1 kHz/16 Bit auf 176,4 kHz/24-Bit auf.
(verschiedene Upsampling-Möglichkeiten gibt es auch für externe Quellen).
HDCDs, die gegenüber einer normalen CD ein transparenteres, vielschichtigeres
Klangbild bieten, können durch den eingebauten HDCD-Decoder ebenfalls in vollem
Umfang wiedergegeben werden. Für die DVD-Audio-Wiedergabe ist der SD-9500
ebenfalls gerüstet. Wer denkt, dass durch die Ausschaltung der Videosektion ein
noch besserer, weil völlig ungestörter Klang möglich wird, kann mittels des
"Video Off"-Schalters auf der Fernbedienung die Videoboards in die
Warteschleife verbannen.
Kurzer Exkurs: DVD-Audio
Setzt man eine lineare Pulse Code
Modulation (PCM)-Codierung voraus, so ergibt sich bei einer Single-Layer-DVD
(DVD-5) bei Stereoausgangsmaterial und einer 48 kHz-Abtastrate sowie einer
Wortbreite von 24 Bit eine Abspielzeit von 258 Minuten. Bei einer DVD-9 (Eine
Seite, zwei Layer, das meistgebräuchliche Format für Spielfilme auf DVD Video)
wächst die Spielzeit auf 469 Minuten an. Erhöht man die Abtastrate auf das bei
DVD-Audio mögliche Maximum von 192 kHz, bleiben im Falle DVD-5 noch 64 und im
Falle DVD-9 noch 117 Minuten übrig. Dies gilt für eine Stereo-Aufnahme,
anders sieht es im Mehrkanalmodus aus. Hier ist es zwar, wie schon erwähnt,
wegen der maximalen Datenrate nicht möglich, mit einer Abtastfrequenz von 192
kHz zu arbeiten, 96 kHz, kombiniert mit einer Wortbreite von 24 Bit, sind aber
realisierbar. Nutzt man dies aus, bliebe bei einer LPCM-DVD noch eine Spielzeit
von 43 Minuten (DVD-5) beziehungsweise 78 Minuten auf einer DVD-9. Zu wenig, so
die einhellige Meinung der DVD-Audio-Macher, also musste die Spielzeit erhöht
werden - aber bitte nicht mit Hilfe eines verlustbehafteten
Komprimierungsverfahrens. Im Computerbereich sind verlustfreie Packing-Verfahren
nichts besonders. Viele PC-Anwender werden das Programm "WinZip"
kennen, mit dessen Hilfe Dateien effektiv "gepackt", das heißt in der
Dateigröße reduziert werden können, um so den Versand via e-mail oder das
Abspeichern auf einer CD-R oder einer Diskette zu erleichtern. Nach dem
"Entpacken" des Programms ist dann wieder alles im Ursprungszustand,
also kein Verlust ist durch das "packen" von Daten entstanden. Nach
diesem Prinzip arbeitet nun auch "Meridian Lossless Packing", kurz MLP
genannt. Hier
ist das decodierte Audiosignal mit dem PCM-Signal bitidentisch, MLP decodiert
mit hoher Präzision Bit für Bit. Wie stark komprimiert wird, hängt vom
Programmmaterial und von den eingestellten Parametern ab. Umso höher die
Bitrate und die Auflösung, umso höhere Bitraten lassen sich erreichen. Gebräuchlich
sind Kompressionswerte zwischen 1,3 und 1,7 erreicht, aber teilweise auch
deutlich höhere Werte bis zu 50 Prozent. Anders ausgedrückt: MLP kann die
Spielzeit einer DVD-Audio von 25 bis 55 Prozent erhöhen.
Nur ein Problem werden
Anwender haben, die ein leistungsstarkes Subwoofer-/Satellitensystem einsetzen:
Ein geräteinternes Bassmanagement hat der SD-9500 nur für den eingebauten
Dolby Digital- und DTS-Decoder, aber nicht für den DVD Audio-Betrieb. Das
heißt, dass die Basssignale nicht von den im Setup auf "klein"
eingestellten Satelliten (und man muss praktisch alle Satelliten auf
"klein" einstellen, da in der Praxis selbst bei optimistisch
angegebenen unteren Grenzfrequenzen von z.B. 80 oder 90 Hz selten dieser Teil
des Frequenzspektrums ansprechend wiedergegeben wird) auf den aktiven Subwoofer
umgeleitet werden. Vielmehr gehen die Bassanteile dann verloren, da als
Lautsprechergröße im DVD-Audio-Betrieb automatisch "large"
vorgewählt wird, unabhängig von den Einstellungen, die der Anwender im Setup
getroffen hat. Toshiba rät, Lautsprecher, die auch Frequenzen unterhalb von 120
Hz wiedergeben können, sowieso auf "large" einzustellen, so dass ein
großer Teil der normal dimensionierten Standboxen (ausgenommen natürlich
säulenartige Standlautsprecher-Modelle, die momentan groß in Mode sind und mit
ihrem schmalen, wenig voluminösen Gehäuse Bässe nur unzureichend und ab einer
gewissen Tiefe gar nicht mehr reproduzieren können) und größer ausfallende
Regalboxen die Basswiedergabe übernehmen können.
Nicht mehr ganz zeitgemäß: Lautsprecher-Setup
Was die Video-D/A-Wandlung angeht, hat Toshiba den
technologischen Aufwand auf die Spitze getrieben. Damals, als der SD-9500
entwickelt wurde, waren 108 MHz/14-Bit Video-D/A-Konverter das technisch Beste
(inzwischen gibt es weiterentwickelte Bauteile mit 216
MHz/14-Bit), was auf dem Markt zu bekommen war. Die japanischen
DVD-Player-Experten verwenden, um eine praktisch verlustfreie Signalumwandlung
zu erreichen, gleich drei dieser Video-D/A-Konverter. Wie sich später in der
Bildwertung zeigen wird, zahlt sich diese Großzügigkeit auch wirkungsvoll
aus.
Video-Equalizer und verschiedene
Progressive-Modi

Arbeitet effektiv: Video-Equalizer des SD-9500
Natürlich ist der SD-9500 mit einem Video-EQ ausgestattet, der
neben den Stadanrd-Funktionen für Kontrast, Helligkeit, Farbe und Farbton
(Farbton für für NTSC-Quellen, regelt Rot-/Grün-Balance) auch über eine
Zeitlauffehler-Korrektur für Laufzeitunterschiede zwischen dem Helligkeits- und
dem Farbsignal verfügt. Mittels des "Fineverbesserers" (falsch
übersetzt, Detailverbesserer wäre richtig) nimmt sich der SD-9500 den
hochfrequenten Bildbereich vor mit dem Ziel, kleine Bildeinzelheiten noch
plastischer darzustellen. Der Kantenverbesserer (engl. Edge Enhancer")
sorgt für eine präzisere Konturenbildung. Die ebenfalls integrierte
Gammakorrektur fällt sehr schlicht aus. Schaltbar ist ferner ein
digitaler Rauschfilter (DNR, Digital Noise Reduction), der über eine eigene
Taste auf der Fernbedienung angesteuert wird.
Damit der Toshiba SD-9500 auch aus jeder Art Ausgangsmaterial astreine
progressive Bilder erstellen kann, sind umfangreiche Prüfungen durch das Gerät
selber nötig. Toshiba arbeitet hier mit einer weitergehenden
Quellmaterial-Erkennung, Analyse und Bearbeitung, um die bestmögliche Bildgüte
sicherzustellen. Denn die Vollbild-Signalverarbeitung ist keinesfalls einfach:
So muss zwischen Film- und Videomaterial (welches in Interlaced aufgezeichnet
wurde) unterschieden werden. Somit benötigt ein guter Progressive-Player erst
einmal einen Film-Modus, der sich um die akkurate Progressive-Aufbereitung von
Filmmaterial kümmert, und einen De-Interlacing-Mode, der sich Videomaterial
widmet (z.B. Fernsehserien, Live-Konzerte und Dokumentationen auf DVD).
Doch ein einfacher Film-Modus, den man für alle DVDs, auf denen Kinofilme
abgespeichert sind, anwenden kann, reicht nicht für eine stets einwandfreie
Darstellung. Denn obwohl das Material, das auf einer Kinofilm-DVD enthalten ist,
prinzipiell in Vollbildern vorliegt (Kinofilme werden mit Filmkameras
aufgezeichnet, die im Vollbild-Verfahren arbeiten), so entstehen durch das auf
den Interlaced-Betrieb abgestimmte Mastering der DVD doch schwierige
Situationen: DVDs sind nicht korrekt "geflagt", übersetzt
"gekennzeichnet", was heißt, dass der DVD-Player, wenn er im
"Film-Mode" für die Wiedergabe von Filmmaterial läuft, die Bilder
auf der DVD nicht einwandfrei als Progressive-Bild identifizieren kann, was zu
einer nicht korrekten Darstellung führt. Daher sind rechenaufwändige,
gleichzeitig aber blitzschnell durchzuführende eigenständige
Bildfelduntersuchungen durch die Progressive-Engine des DVD-Players nötig,
damit ein einwandfreies De-Interlacing jeglichen Quellmaterials garantiert
werden kann. Um dies zu ermöglichen, muss die Progressive-Engine in
schnellstmöglicher Zeit eine möglichst große Anzahl hochpräziser
Rechenoperationen durchführen - weil die Bestandteile edel und teuer sind, kann
hervorragende Progressive-Technik nicht zum Sonderpreis angeboten werden. Der SD-9500
aber gefällt mit hochwertiger Progressive-Signalverarbeitung auf und ist mit verschiedenen Betriebsarten
(Auto, Film, Video) ausgerüstet, die
eine exakte Anpassung ermöglichen.
Bewertung     
Multimedia/Laufwerk
Der Layerwechsel passt nicht so recht zum Highend-Anspruch des
SD-9500: Das Stehen bleiben des Bildes und der Tonaussetzer sind entschieden zu
lang, das geht heutzutage deutlich besser. Sonst jedoch kann man dem schnellen
und leisen Laufwerk nichts vorwerfen, klaglos wird jede DVD oder CD, auch mit
deutlichen Kratzern gespickt, entgegen genommen und abgespielt, was für eine
sehr gute Fehlerkorrektur spricht. Gerade mancher Luxusbolide patzt in dieser
Disziplin, darum freut uns das überdurchschnittliche Abschneiden des Toshiba
ganz besonders. Hier übertrifft er selbst den bereits sehr betriebssicheren Pioneer
DV-868AVi und weist den Denon DVD-A11 in
die Schranken. Die vorbildliche Ruhe selbst
während des Einleseprozesses spricht für eine gelungene
Geräuschdämmung.
Die MP3 Features entsprechen mit dem eher kargen Menü nicht
mehr dem Stand der Dinge, zu wenig Zeichen werden dargestellt, und Vor- oder
Zurückspulen ist nicht möglich. Eine ID3-Tag-Anzeigemöglichkeit ist ebenfalls
nicht integriert, und bei Multisession MP3-Discs wird nur die erste Session
erkannt. Da es sich beim SD-9500 noch um ein älteres Modell handelt,
werden Formate wie WMA oder JPEG noch nicht wiedergegeben - was sich unserer
Meinung nach bei einem solchen Luxusgerät, das sowieso viel zu schade für eine
Rolle als multimedialer "Allesfresser" ist, sehr gut verschmerzen
lässt.
Eher karg: Das MP3-Menü
AREA DVD Formate und Disc Type-Check:
-
DVD Video, Medien von zerkratzt bis neuwertig: Exzellente
Bilanz, keine einzige Betriebsstörung und kein einiger Systemabsturz
trüben das ausgezeichnete Gesamtbild.
-
DVD+R, Neuwertiges Medium: Keinerlei Beanstandungen.
-
DVD-R, Medien von fast neuwertig bis versehen mit sichtbaren Kratzern:
Hier bereitet der SD-9500 nur Freude und gefällt mit seinem prima Bild und
der hohen Abspielsicherheit ohne sichtbare Artefakte.
-
DVD-RW VR Mode: Discs in DVD-RW-VR-Format nimmt der SD-9500 nicht entgegen.
-
DVD-RW Video Mode, Medium mit leichten Gebrauchsspuren:
Bildqualität sehr gut, keinerlei Abspielprobleme, auch zu Beginn der Disc
keine Aussetzer. Vorbildlich.
-
CD/CD-R: Medien von neuwertig bis stark zerkratzt: Keine Probleme, auch nicht mit den
verschiedensten Typen von Rohlingen von billig bis hochwertig.
-
SVCD, Medium mit stärkeren Gebrauchsspuren: Perfekt,
keine Bildstörungen am Anfang der Testsequenz, prima Bild und
guter Ton.
-
jpeg auf CD, Medium fast neuwertig: Keine Wiedergabe
möglich.
-
Single Session MP3, Medien von stark zerkratzt bis
neuwertig: Tadellose Betriebssicherheit, bestmöglicher Klang. Selbst bei
stark zerkratzten Discs kaum Aussetzer. Toshiba beweist hier, das
Luxus-DVD-Spieler keine launischen Divas sein müssen, sondern auch bei für
die anvisierte Klientel weniger wichtigen Funktionen wie der MP3-Wiedergabe
absolut überzeugt.
-
Multisession MP3. stark zerkratztes Medium: Nur die erste
Session wird erkannt.
-
Singe Session MP3 auf DVD-R, neues Medium ohne
Gebrauchsspuren: Keine Wiedergabe möglich.
Bewertung     
Anschlüsse
Toshiba, der Profi: Mit BNC- und XLR-Ausgängen ausgestattetes
Anschlussterminal
Die Anschlussbestückung des SD-9500 ist sehr ungewöhnlich. Das
es kein speziell für den europäischen Markt konstruiertes Modell gab, ist
keine Scartbuchse vorhanden - dies wird den wahren audiovisuellen Highender,
für den der Toshiba schließlich geschaffen wurde, aber nicht vom Kauf
abhalten. Die Fraktion der äußerst anspruchsvollen Home Theatre-Fans freut
sich eher über außergewöhnlich hochwertige Verbindungsmöglichkeiten, die
visuell durch den BNC-Komponentenausgang (wer keinen BNC-Eingang am
Bildwiedergabegerät hat, kann sich mit aufsteckbaren Adaptersteckern BNC ->
Cinch behelfen) und akustisch durch die symmetrischen XLR-Ausgänge gegeben
sind. Als speziellen Anschluss, der für den japanischen Markt sehr
wichtig ist, gibt es noch den D1/D2-Ausgang als Mini-Buchse neben dem
BNC-Terminal. Mit digitalen Hochgeschwindigkeitsschnittstellen kann der SD-9500
aufgrund des Alters seiner Konstruktion noch nicht dienen, wer also nach
Interfaces wie i.link (Audio), HDMI (Audio/Video) oder DVI (Video) sucht, ist
hier fehl am Platze. DVD-Audio-Signale werden hier noch auf altbekanntem Weg
mittels des 5.1 Ausgangs in analoger Form zum AV-Verstärker gesendet. Reich
bestückt ist der Player mit herkömmlichen digitalen Anschlussmöglichkeiten,
wobei die beiden digitalen Eingänge (1 x optisch, 1 x koaxial) von den
Qualitäten des SD-9500 zeugen: Hier können externe Komponenten angeschlossen
werden, für die der Toshiba dann intern die digital-analoge Signalwandlung
mittels seiner audiophilen D/A-Wandler vornimmt. Ein optischer und ein koaxialer
Digitalausgang sind vorgesehen, wenn man dem SD-9500 keine
"Wandlungstätigkeiten" anvertrauen möchte. Zusätzlich steht noch
ein analoger 2-Kanal-Stereoausgang und ein S-Video-Hosiden- und ein
FBAS-Terminal bereit. Fazit: Die etwas andere Anschlussauswahl - teilweise
exotisch, generell sehr hochwertig und nicht mehr ganz zeitgemäß - trotzdem
geben wir Toshibas Elite-Player eine gute Note, denn auch Hochwertigkeit macht
sich bezahlt.
Bewertung     
Bedienung
Das Bedienkonzept des SD-9500 überzeugt auf der ganzen Linie.
Die hervorragende Fernbedienung gefällt mit ihrer angenehmen Größe und der sehr guten
Navigationseinheit, um die herum die wichtigsten Funktionstasten angeordnet
sind. Durch die gut dosierte Anzahl der Tasten entsteht eine sehr gute Übersichtlichkeit, weniger oft benötigte Funktionen sind
unter einer Klappe verborgen, die Tasten dafür fallen dann kleiner aus, was
aber nicht weiter schlimm ist. Sehr praktisch: An der rechten Seite der
Fernbedienung befindet
sich griffgünstig ein Dreh-Drücksteller für Vor- und Rücklauf,
Wiedergabe und Abspielpause. Zudem ist lobenswert, dass die wichtigsten
Funktionstasten in der Dunkelheit leuchten, so dass auch im abgedunkelten
Heimkinoraum eine problemlose Bedienung gegeben ist.
Ausgezeichnet: Die praktische Fernbedienung stellt ein
komfortables Handling sicher
Bis ins Detail nachgedacht: Dreh-/Drücksteller für
elementaren Spielbetrieb (gelbes Rad)
Aufgeräumt: Die Zusatzfunktionen, die weniger oft benötigt
werden, hält die Fernbedienung unter einer Klappe bereit
In der Mitte des Navi-Menüs läuft der Film weiter
Sehr
praktisch ist auch die Navigationsfunktion der Fernbedienung, nach
Drücken der "Navi"-Taste kommt man zu einem übergreifenden On
Screen Display, in dessen Mitte weiterhin das aktuell laufende Filmbild zu
sehen ist. Links und rechts davon kann man in alle Untermenüs vordringen,
z.B. ins elementare Setup oder in den Video-EQ. Mittels der "Preview"-Funktion
kann man sich kurze Kapitel-Vorschauen auf den Screen holen, die Auswahl des
Kapitels findet über ein übersichtliches Menü mit Thumbnails statt.
Mittels des "Strobe Viewers" kann man einzelne Bildsequenzen in
drei Geschwindigkeiten abspielen lassen, die Auswahl des Startbildes erfolgt
auch hier über ein Thumbnail-Menü. Ein spezielles Feature des SD-9500 ist auch die "V-Remote"-Funktion.
Hier wird ein Feld mit den wichtigsten Wiedergabefunktionen auf dem
Bildwiedergabegerät eingeblendet (kleines Bild oben links), parallel läuft der Film weiter. Durch
einfaches Navigieren mit dem sehr griffgünstigen Navigationskreuz der
Fernbedienung kann man dann über die On Screen-Anzeige stoppen, vor- oder
zurückspulen oder die Audiospur wechseln. Bei entsprechender Software kann
der Anwender über dieses Bedienfeld auch die Multiangle-Optionen steuern.

Auch
die fest integrierten Testbilder sind über das Quick-Menü abzurufen Mittels
einer speziellen "Quick"-Taste auf der Fernbedienung lassen sich
elementare Grundfunktionen in einem übersichtlichen On Screen Menü darstellen.
Auch bei anderen Details zeigt sich, dass die Toshiba-Entwickler gründlich
nachgedacht haben, so funktioniert das Kapitel springen ausgezeichnet, das
gerade aktuelle Kapitel wird zudem auch per On Screen Display angezeigt. Die
Menüs selber sind, wie man auch den Bildern entnehmen kann, ansprechend
gestaltet, nur die sehr schlichte MP3-Benutzeroberfläche (siehe Laufwerks- und
Multimediawertung) passt nicht ganz ins Bild. Auch verbesserungswürdig: Wer vom
6-Kanal-Analogausgang zum optischen oder koaxialen Digitalausgang wechseln
möchte, muss erst im betreffenden Menü die Art der Signalausgabe ändern.
Praxisgerecht hingegen ist die "Progressive"-Taste auf der
Fernbedienung, die ein einfaches Umschalten zwischen Progressive- und
Interlaced-Betrieb ermöglicht. Die wenigen Bedienelemente am SD-9500 selber
sind problemlos zu verwalten, die Laufwerkslade reagiert rasch auf das Drücken
der "Open"-Taste. Das Display des Toshiba ist schlicht, gefällt aber
durch die tadellosen Kontrastwerte, die eine sehr gute Ablesbarkeit
sicherstellen.
Das Display des SD-9500 geriet sehr schlicht, ist aber
tadellos abzulesen
Bewertung     
Testequipment
Bild
Es besteht die Möglichkeit, den SD-9500 auch zur Ausgabe
von PAL Progressive-Signalen zu bewegen, und die SD-9500, die Toshiba noch auf
Lager hatte und die nun in Umlauf gebracht werden, sind alle PAL
Progressive-fähig. Unser Testgerät aus Toshibas zentralem Testgerätebestand beschränkte
sich auf die Ausgabe von NTSC-Progressive-Signalen. De
Bildqualität, die der aufwändig aufgebaute Player beim Ausschnitt aus
"Star Wars- the Phantom Menace", abgelegt auf der THX Ultimate Demo
DVD, zur Verfügung stellte, war schlichtweg sensationell. Obwohl es mittlerweile
noch höher entwickelte Video-D/A-Wandler als den verwendeten 108 MHz-/14-Bit
D/A-Konverter gibt, ist der Toshiba in Bezug auf die Wirkung des Gesamtbildes
kaum zu schlagen. Dies liegt mit Sicherheit am unglaublich aufwändigen Aufbau
dieses Highend-Players, der nämlich nicht nur einen und auch nicht zwei,
sondern gleich drei (!) 108 MHz/14-Bit D/A-Wandler mitbringt, für jede Farbe
eine separate D/A-Wandlereinheit. Und dieser hochkarätige Aufbau zeigt eine
große Wirkung: Messerscharf bis ins Detail gezeichnet präsentieren sich die
Pod Racer - mehr kann man aus der Standard-NTSC Auflösung, vorgetragen im
Vollbild-Verfahren, nicht mehr herausbekommen, und hier geht der Toshiba auch
insgesamt in Führung. Wer noch mehr Feinauflösung
wünscht, muss digital über Digital Visual Interface (DVI) oder
über High Definition Multimedia Interface (HDMI) gehen,
denn hier bieten verschiedene DVD-Spieler wie zum Beispiel der Denon DVD-A11
(DVI) oder der Pioneer DV-868AVi (HDMI) die
Möglichkeit, NTSC- oder PAL-Standardauflösungen in die HDTV-Signalformate 720p
und 1080i hochzuskalieren.
Durch die überragende, weit überdurchschnittlich gute
Bildqualität, die der Toshiba bereits analog über den BNC-YUV-Ausgänge
realisiert, kann man aber auch schon ohne zusätzliches Upscaling vollends
glücklich werden. Bei der 5. DTS Demo DVD erreicht der Bolide erneut Bestwerte.
Bei der Sequenz aus "U-571" bringt er bereits gleich zu Beginn die
rotierende Schiffsschraube mit exzellenter Bewegungsdarstellung und einer sehr
guten Plastizität zur Geltung. Den Innenraum des U-Bootes zeichnet der SD-9500
detailliert und sauber, so dass ein höchst räumlicher, realistischer
Gesamteindruck entsteht. Durch die superben Kontrastwerte geht in den dunkeln
Bildbereichen kein Detail unter - zusätzlich schafft es der Toshiba, feinste
Einzelheiten auch hervorragend ins visuelle Gesamtgefüge zu integrieren.
Beim Auszug aus "Titan A.E." lässt der Spitzen-Player dann dem Rest
der DVD-Player-Welt wiederum keine Chance - das hier gesehene Bild ist das beste, was wir bislang analog betrachtet haben. Selbst die anerkannt
exzellenten Konkurrenten Denon DVD-A11 und Pioneer DV-868AVi
können, trotz 216 MHz/12-Bit-D/A-Wandlung (Denon) bzw. 216
MHz-/14-Bit-Umsetzung (Pioneer) dem Toshiba nicht das Wasser reichen: Dieses unglaubliche dreidimensionale Gefühl von echter räumlicher Tiefe,
gepaart mit der messerscharfen, bis in die letzte Objektkante präzisen und
exakten Darstellung ist so gut, dass man die Sequenz immer wieder aufs Neue
anschauen möchte.
Wer noch nicht den SD-9500 im Einsatz gesehen hat, wird es kaum
für möglich halten, was für eine Bildgüte dieser DVD-Spieler auf einem
entsprechenden Display oder Projektor bereit stellen kann. Bei der Szene aus
"Jurassic Park - the Lost World" (ebenfalls DTS Demo Nr. 5) begeistert
der SD-9500 mit einer extrem genauen Modellierung der Gesichter der Akteure.
Jedes Fältchen, ja jede Pore der Haut wird plastisch und mit überragender
Schärfe wiedergegeben. Die Felsen, von denen aus der Einsatz zur Dino-Jagd
beobachtet wird, sind so real, dass man geneigt ist, danach zu greifen. Und die
Jeeps und Motorräder lassen, ebenso wie die Hightech-Ausrüstung der
gnadenlosen Jäger, jede Facette erkennen. Man kann guten Gewissens sagen, dass
visuell doch immer noch Steigerungen möglich sind, auch wenn man zuvor die Auffassung
vertrat, dass analog angeschlossen kaum noch Verbesserungen möglich sind und dass die DVD visuell
eigentlich ausgereizt ist. Bei der Sequenz aus "Chicken Run" beweist
der SD-9500 einmal mehr seine Weltklasse und bringt das Geschehen so tief, klar
und perfekt modelliert zur Geltung, dass auch für extrem anspruchsvolle Home
Theatre-Liebhaber kein Wunsch mehr offen bleibt.
Bei allen Test-Beispielen fällt die perfekte Farbwiedergabe auf. Der
Toshiba liegt nie farblich daneben, sondern stellt immer hundertprozentig
akkurat und rein dar. Die Farbgebung des Bodens im Jurassic Park-Auszug oder die
Unterwasserwelt in "U-571" seien hier als optimal dargestellte
Sequenzen genannt. Die Farbgebung trägt mit dazu bei,
dass man regelrecht in das Bild einzutauchen scheint und einen realen,
umfassenden Eindruck gewinnt. Alle Farbübergänge sind perfekt - nie leistet
sich der SD-9500 die Schwäche, dass durch "Ausbluten" z.B. bei
Rot-/Blau-Übergängen noch ein Rest Rot im eigentlich blauen Gebiet sichtbar
wird. Auch die im höchsten Maße präzise Bewegungsdarstellung beweist
deutlich, dass der SD-9500 das maximal Mögliche souverän aufbietet - hier kann
keiner mithalten, so schmerzlich dies für einige Konkurrenten auch sein mag.
Natürlich sind die ebenfalls hochklassigen Konkurrenten noch immer
DVD-Maschinen, die auf hohem Level operieren, aber, wie es so schön in einer
Werbung des Münchener Autobauers BMW zur aktuellen 5er-Baureihe hieß:
"Einer muss in Führung gehen". Dass dies ausgerechnet der schon seit
geraumer Zeit erhältliche SD-9500 ist, verwundert zwar, ist aber nicht von der
Hand zu weisen: Alles sieht so real und natürlich aus, selbst schnellste
Bewegungen sind flüssig gezeichnet, nie stören Ruckeln, Schärfeverluste oder
Nachzieheffekte den Filmspaß. Die Wiedergabe von Videomaterial ist ebenfalls
tadellos und überzeugt durch Detailfreude, Sauberkeit und plastische
Gesamtdarstellung.
Gibt es trotz allem noch Verbesserungswünsche, steht der Video-EQ des SD-9500 bereit, der nicht nur
brauchbare Funktionen,
sondern auch eine sehr lobenswerte Effizienz bietet. Neben den
Standardeinstellungen für Helligkeit und Farbe (kein normaler Schärferegler
vorhanden!) sind besonders der Edge Enhancer zur Verbesserung der
Kantendarstellung und eine EQ-Funktion, die die visuelle Feindarstellung
nochmals (bei exzellente Software wirklich sichtbar) optimiert, herauszustellen.
Eine Y/C-Zeitkorrektur kann unterschiedliche Laufzeiten von Chrominanz- und
Luminanzsignal kompensieren helfen, und die Gammakorrektur ist für eine
verbesserte Darstellung dunkler Bildbereiche zuständig. Diese Gammakorrektur
ist aber im Vergleich z.B. zum Denon DVD-A11
sehr schlicht ausgefallen und bringt in der Praxis durch ihre zu grobe Rasterung
kaum Verbesserungen. Drei Speicherplätze stehen für individuelle Justagen zur
Verfügung, so dass man z.B. ein Setup für Kinofilme, eines für
Animation-Filme und eines für Live-Konzerte erstellen kann.
Bewertung     
Bild Interlaced
Interlaced angeschlossen, erbringt der SD-9500 im
systembedingten Rahmen exzellente Ergebnisse aufs Bildwiedergabegerät. Selbst
bei DVDs, die ältere Filme enthalten (z.B. "Top Gun" von 1986) und
somit keine besonders erfolgversprechenden Aussichten auf ein hervorragendes
Bild mitbringen, realisiert der Player ein scharfes, vielschichtiges und
kontrastreiches Bild - so gut, wie beim SD-9500 Durchschnitts-Scheiben aussehen,
bringt so mancher Mittelklasse-DVD-Spieler noch nicht einmal das Bild von
Highend-Scheiben zur Geltung. Beim 2. Teil der "Mumie" überwältigt
der Toshiba mit seiner visuellen Brillanz auch abgebrühte Bildexperten - so
klar, so leuchtend und mit einer solchen Tiefenwirkung bekommt man Filme nur
äußerst selten zu sehen.
Bewertung     
Ton
Was die DVD-Audio-Wiedergabe angeht, so muss der inzwischen
schon ältere Toshiba ohne ein geräteinternes Bassmanagement auskommen, was
heißt, dass dieses Gerät nicht für diejenigen AV-Anwender das richtige ist,
die ein leistungsstarkes Subwoofer-/Satellitensystem einsetzen. Entweder sollte
man Regallautsprecher, die auch Bässe ordentlich wiedergeben können, oder
vollwertige Standlautsprecher einsetzen. Sind diese Voraussetzungen gegeben, herrscht
allerdings eitel Sonnenschein, denn mit seiner kristallklaren, ausdrucksstarken
Wiedergabe, die mit großer Leidenschaft bis ins Detail Akzente setzt, weist der
SD-9500 den Großteil der DVD-Player - auch teure Konkurrenten - souverän in
die Schranken. Seine Wiedergabe der Dabringhaus und Grimm DVD-Audio "Breaktrough
into a new Dimension" ist so gut, dass sich dieser Highend-Player auch für
diejenige Klientel geradezu aufdrängt, die sehr häufig Konzerte besucht und
so über eine große persönliche Hörerfahrung verfügt. Beim Auszug aus Georg
Friedrich Händels "Susanna" begeistert der Toshiba mit seiner
ungeheuer brillanten Vorstellung, ein grenzenloser, strahlender Glanz legt sich
allumfassend über den Hörraum. Harmonisch, detailliert und exakt richtig
akzentuiert treten die Blechbläser in Georg Philipp Telemanns Largo&Allegro
(vom Konzert Telemann-Werkeverzeichnis 52) in Aktion. Man fühlt sich umgeben
von der Musik und nimmt jedes Detail, jeden Instrumentaleinsatz in sich auf. Die
Streicher erklingen mit der richtigen Mischung aus gefälliger Weichheit und
hoher Präzision - herausragend. Es gibt praktisch keinen Konkurrenten, der dem
SD-9500 das Wasser reichen kann, vor allem dann nicht, wenn man seinen
günstigen Marktpreis mit ins Kalkül zieht. Schwungvoll, lieblich und mit
grandioser Leichtigkeit setzt der edle Player auch bei Wolfgang Amadeus Mozart
Rondo, Köchelverzeichnis KV 485, das Quellmaterial mustergültig um: Feinperlig,
höchst exakt und mit einem wunderbar transparenten Hochtonbereich gibt sich der
Toshiba als "Traumwerkzeug" für den engagierten Klassikfan zu
erkennen. Doch auch die Liebhaber eher neuerer Musikstile sind beim SD-9500
bestens aufgehoben, bei der DVD-Audio "Reptile" von Eric Clapton zeigt
Toshibas Vorzeige-DVD-Spieler, dass er auch mit der Gitarre sehr gut umzugehen
weiß, und das Schlagzeug wird ebenfalls so komplett und mit solcher Genauigkeit
interpretiert, als gäbe es nichts einfacheres. Als wäre es
selbstverständlich, begeistert der Player mit einer freien, natürlichen und
vielschichtigen Stimmwiedergabe und komplettiert die seine Weltklasse-Leistung.
Zudem kann das Ausnahme-Talent mit einem aufgeräumten, klaren und mit einem hervorragenden
Volumen gesegneten Bassbereich punkten.
Gilt es, CDs abzuspielen, kann der SD-9500 auch seinen
HDCD-Decoder in die Waagschale werfen. Gut, HDCDs gibt es nicht wie Sand am
Meer, aber sie sind zu finden, so wie beispielsweise unsere HDCD "The
essential James Bond", auf der die Prager Symphoniker in beeindruckender
Art und Weise die Titel-Songs aller 007-Filme bis zum ersten Brosnan-Film "Goldeneye"
zum Besten geben. Wer diese Disc über den SD-9500 anhört, wird kaum glauben
wollen, dass es sich nicht um eine DVD-Audio handelt, so präzise, feinfühlig
und klar ertönt der Hochtonbereich der Titelmelodien, wie z.B. sehr schön beim
Titelsong zu "Man lebt nur Zweimal". Die hervorragende Gesamtharmonie
der orchestralen Darbietung ist ebenso mitreißend wie die sorgfältige
Einarbeitung jedes einzelnen Instruments. Absolut überragend die Wiedergabe der
Flöte bei "a View to a Kill", so emotional, klar und ausgewogen haben
wir diese Passage noch nie gehört. Auch bei "Live and let die", einem
der schönsten Bond-Titelsongs aller Zeiten, gibt sich der SD-9500 keine
Blöße, sondern deklassiert praktisch die gesamte Konkurrenz: So mitreißend,
authentisch und lebendig stellt sonst kaum ein anderer Player auf dem Markt dar.
Diese Feststellung hat auch dann uneingeschränkt Gültigkeit, wenn herkömmliche
Audio-CDs wiedergegeben werden sollen. Mit Hilfe einer exzellent
funktionierenden Upsampling-Funktion wandelt der Player die 44,1
kHz/16-Bit-Signale einer normalen CD in 176,4 kHz/24-Bit um. Über den analogen
2-Kanal-Ausgang gelangt dieses "facegeliftete" Signal zum
AV-Verstärker. Und die Ohren werden Augen machen, denn was sich da fein
detailliert im Hörraum ausbreitet, ist von einer Qualität, die der Anglist als
"Outstanding" oder "Extraordinary" bezeichnen würde -
anders ausgedrückt: Premium-Niveau. Hier ist einfach alles fernab vom
Durchschnitt: Die Herausarbeitung feinster Einzelheiten, die Gesamtharmonie, die
Plastizität, die Räumlichkeit, alles, was zu einem praktisch perfekten
Klangbild dazugehört, kann der SD-9500 bieten und stellt somit auch in dieser
Disziplin eine besonders gute Wahl für den extrem anspruchsvollen Musikhörer
dar. Auch, wer selbst ein Instrument hört und darum einen besonders großen
empirischen Schatz an Hörpraxis angesammelt hat, wird sich wundern, in welch
außerordentlicher Qualität Toshibas Topmodell auch schwierigere Passagen
herausmodelliert.
Der interne Decoder verfügt zwar nicht über das modernste
Setup (Delay-Einstellung in Millisekunden ist nicht mehr zeitgemäß), akustisch
jedoch ist er nicht nur voll auf der Höhe der Zeit, sondern mit seiner
weitläufigen, facettenreichen Darstellung, seinem soliden, kräftigen Bass und
der pointierten Stimmwiedergabe besser als viele andere - hier erreicht er
ähnlich gute Werte wie der Denon DVD-A11.
Der Digitalton des SD-9500 überragt fast alles, was wir bislang gehört haben - zusammen mit dem Denon DVD-A1
stellt der das absolut Beste dar, was es auf dem Markt gibt. Selbst so
exzellente Konkurrenten wie der Denon DVD-A11
oder der Onkyo DV-SP800 bieten nicht ganz diese
glasklare, jedoch nie zu aggressive Brillanz, die jedes hochwertig aufgenommene
Musikstück für den audiophilen Kenner zu einem Erlebnis werden lässt. So
beispielsweise bei der "Sentimento"-CD von Andrea Bocelli, wo die
Stimme des begnadeten Sängers in höchster Reinheit erklingt, die
Instrumentalwiedergabe ist ebenfalls über jeden Zweifel erhaben. Bei der DTS
96/24-DVD "Brasilian Bossa" zieht Toshibas Bolide ebenfalls alle
Register seines Könnens und lässt das Piano und die anderen begleitenden
Instrumente mit viel Fingerspitzengefühl und einem Höchstmaß an
Feinauflösung erklingen. Unterschiede beim Digitalton gibt es nicht? Wir raten
Zweiflern, sich den SD-9500 einmal in Ruhe anzuhören. Wer sich die Zeit und die
Muße nimmt, wird feststellen, wie groß der Abstand zu gewöhnlichen
DVD-Spielern ist. Wichtig: Man sollte nicht den Frevel begehen und in Verbindung
mit einem Elite-Player wie dem SD-9500 einen AV-Receiver der Mittelklasse zu
betreiben. An dieses musikalische Talent sollte auf jeden Fall ein auserwählt
guter AV-Receiver, bei den günstigeren Offerten beispielsweise der brillante Denon AVR-3805
oder der ausdrucksstarke Harman Kardon AVR-630.
Bewertung     
Fazit
Es gibt immer wieder Überraschungen - für eine
faustdicke sorgt der Toshiba SD-9500. Mit sensationellen Werten in Bezug auf die
analoge Bildsignalausgabe via YUV distanziert der Ausnahme-Player die gesamte
Konkurrenz. Wir dachten, es gäbe praktisch keine Verbesserungen mehr bei der
analogen Signalausgabe, zu gut waren schon unsere zahlreichen hochdekorierten
Testkandidaten. Doch es ist häufig so im Leben: Wenn man sich einer Sache
sicher ist, kommt etwas dazwischen, was alles auf den Kopf stellt - und in
unserem Fall war es der SD-9500, der dafür sorgt, dass das Drehbuch des Films
vom besten DVD-Spieler überhaupt erneut umgeschrieben werden muss. So
messerscharf, so detailreich und so sauber wird jede Filmsequenz zu einem
besonderen Erlebnis, und in Anbetracht der Güte des SD-9500 bleibt die Frage
offen, wie groß der Qualitätsgewinn durch DVI oder HDMI tatsächlich ist, denn
am meisten punkten können die digitalen Übertragungsmöglichkeiten, wenn sie
im Vergleich zu DVD-Spielern mit nur durchschnittlichen oder lediglich guten
Video-D/A-Konvertern betrachtet werden. Was jedoch den SD-9500 angeht, so ist
die interne Video-D/A-Konversation derartig aufwändig, dass Qualitätsverluste
durch digital-analoge Signalwandlungen, die bei weniger aufwändigen Lösungen
nicht von der Hand zu weisen sind, keine Rolle spielen. Nur die Möglichkeit,
mittels hochwertiger Scaler, die aus Kopierschutzgründen nur bei der Wahl eines
digitalen Videoausgangs (DVI oder HDMI mit Kopierschutz HDCP) aktiv sind, eine
höhere Auflösung zu erzielen, spricht im Vergleich zu einem analog arbeitenden
Elite-Gerät wie dem SD-9500 für Player mit digitalen Videoschnittstellen. Und
selbst dann hat man zwar eine höhere Auflösung, die zu einem prinzipiell
besseren, weil detailreicheren Bild führt - aber in der Praxis ist dies nicht
immer der Fall, denn bei Discs mit nicht absolut sorgfältiger MPEG
Videokomprimierung sind störende Kompressionsartefakte besser sichtbar. Nur bei
exzellenter Software in Kombination mit einem hervorragenden internen Scaler
sind sichtbare visuelle Verbesserungen möglich.
Der SD-9500 führt noch einen weiteren Vorteil ins Feld, der
seine Ausnahme-Position verdeutlicht: Selbst bei visuell weniger brillanter
Software ermöglicht er noch eine außergewöhnlich gute Bildqualität. Was der
DVD-Spieler aus durchschnittlichen Scheiben herausholt, verdient höchsten
Respekt und begeistert immer wieder. Ein weiteres Argument für den Toshiba ist
auch der günstige Marktpreis, zu Preisen ab rund 1.500 EUR kann man den
Luxus-Player bereits erwerben. Für solche Beträge ist der SD-9500 ein
absolutes Schnäppchen, denn zusätzlich zu den erstklassigen visuellen
Leistungen erfüllt er auch hundertprozentig die Ansprüche audiophiler
Liebhaber. Gerade als CD-Player-Ersatz schöpft er aus dem Vollen und
überwältigt das Auditorium mit seiner exquisiten Mischung aus
größtmöglicher Harmonie und bestechender Detaillierung. Mit dem HDCD-Decoder
und der Möglichkeit, herkömmliche CD-Signale wirkungsvoll aufzupolieren,
stellt er ein effektiv arbeitendes Werkzeug für Musikbegeisterte dar. Im
DVD-Audio-Einsatz erreicht der DVD-Player ebenfalls Spitzenergebnisse - hier
muss man nur hinzufügen, dass er noch kein Bassmanagement für die
DVD-Audio-Wiedergabe integriert hat. Daher sollte der Anwender über
Standlautsprecher oder über ausreichend dimensionierte Regalboxen verfügen,
die auch den Bassbereich abdecken. Sind diese Voraussetzungen gegeben, sticht
der SD-9500 mit seinem lupenreinen, kristallklaren und homogenen Klang den
Großteil der weltweiten Konkurrenz souverän aus. Der interne Dolby Digital-
und DTS-Decoder reiht sich zusammen mit dem feinst auflösenden Digitalton in
diesen Reigen von Höchstleistungen ein. Zum Premium-Konzept des Toshiba passen
auch der extrem aufwändige Aufbau und die perfekte Verarbeitung, und das
durchdachte, gelungene Bedienkonzept vervollständigt die Referenz-Leistung
unseres Testkandidaten.
Der SD-9500 schockt mit überwältigen Ergebnissen die
Konkurrenz

Highend-Klasse
Test 23. August 2004
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
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Bislang bestes YUV Progressive Bild überhaupt
-
Höchstmögliche Interlaced-Signalqualität
-
CD-Klang auf audiophilem Referenzniveau
-
Superbe DVD-Audio-Wiedergabe
-
Perfekte, extrem hochwertige Verarbeitung
-
Höchst aufwändiger Aufbau mit drei Video-DACs
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Erstklassiges Laufwerk
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Exzellentes Bedienkonzept
-
Für die Leistung sehr günstiger Marktpreis
Contra:
Datenblatt
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DVD-Audio/Video-Player
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Progressive Scan-Signalausgabe in NTSC und PAL
-
Maße (B/H/T): 430/118/315 mm
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Gewicht: 11 kg
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Farbe: schwarz
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Preis: UVP 2.699 EUR, Marktpreise ab 1.500 EUR
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Formate: DVD Video, DVD-Audio, DVD-R/-RW (nur Video
Mode), (DVD)+R/RW, , Audio-CD, HDCD, CD-R, CD-RW, VCD, SVCD, MP3
-
Anschlüsse: 1 x YUV (BNC), 1 x D1/D2, 1 x FBAS, 1 x
S-Video-Hosiden, optischer und koaxialer Digitalein- und ausgang,
2-Kanal-Analog-Audio-Ausgang, 5.1-Ausgang, professioneller symmetrischer
XLR-Ausgang
-
Ausstattung/Merkmale:192 kHz/24-Bit Audio D/A-Konverter, 3 x
108 MHz/14-Bit Video-D/A-
Konverter, streng separierte Audio- und Videoschaltkrese,
umfangreicher Video-Equalizer, CD-Upsampling auch für externe Quellen,
eingebauter Dolby Digital- und DTS-Decoder, Zoom- und Strobe-Funktionen,
Preview-Funktion für DVD-Kapitel, CD/DVD-Text, 4-faches Zoom, Zeitlupe: 1/2, 1/8, 1/16 vor-/rückwärts
Standbild, Einzelbildwiedergabe, PAL/NTSC-Wiedergabe, Titelsprung vor-/rückwärts,
Repeat-Funktion, Bildsuchlauf vor-/rückwärts –2-/8-/30-fach, A/B-Repeat
Display Dimmer, Spatializer – 3 D Virtual Surround –Sound,
Joystick-Fernbedienung mit Shuttle-Dreh-/Drücksteller und fluoreszierenden
Tasten, massive Alufront
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Technische Daten: Leistungsaufnahme Stand by: < 1 W, Rauschspannungsabstand: < 120 dB,
Dynamik Bereich: < 120 dB, Klirrfaktor: < 0,0006 %
23. August 2004
Test: Carsten Rampacher
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