THX versus DSP - Verschiedene Wege zur besseren Heimkino-Performance
Wie
klingt es im Heimkino noch realistischer? Wie schafft man es, die Akustik eines
effektgeladenen Kinofilms möglichst naturgetreu in die heimischen vier Wänden
zu übertragen? Vornehmlich in den höheren
Preisklassen sehen die meisten Hersteller die Lösung in den
Zertifizierungsstandards von THX. Doch es gibt auf der anderen Seite auch
renommierte Firmen wie Yamaha, die auf die kostspielige THX-Lizensierung
verzichten und auf eigens entwickelte DSP-Prozessoren für den besseren Klang
setzen. Diese Einführung soll beide Methoden, die beide besseren Klang
versprechen, gegenüberstellen.
Home
THX
Home
THX nähert sich dem optimalen Heimkino-Hörerlebnis über die Original-Akustik
des Kinofilms. Da der heimische Hörraum eine völlig andere Akustik aufweist
als ein Kino, gleicht Home THX das Klangbild des Films an die veränderten
raumakustischen Bedingungen an. Dies geschieht durch eine umfangreiche
Nachbearbeitung, die im weiteren Textverlauf genauer vorgestellt werden soll.
Es gibt bei Home THX auch elektronische Möglichkeiten, um zum Beispiel
einer nicht hundertprozentig idealen Lautsprecheraufstellung entgegen zu wirken.
Bei Home THX findet das „Sound-Tuning“ in Form einer speziellen
Nachbearbeitung statt, das heißt, stark vereinfacht: Erst kümmert sich ein
Prozessor um die Decodierung, anschließend kommt ein zweiter Prozessor zum
Einsatz, der das sogenannte „Post Processing“ durchführt, bei dem die
akkurate, THX-gerechte Nachbearbeitung gewisser Tonparameter erfolgt.
THX
Ultra und THX Select
Es
gibt zwei Home THX-Zertifizierungen: THX Ultra und THX Select. THX Select wurde
als kostengünstigere Variante der THX-Norm geschaffen, die vor allem für kleinere Hörräume geeignet
ist und weniger streng in der bei THX Ultra kompromisslosen Auslegung des
Equipments ist. Viele Freunde des „richtigen“ Home THX sehen in THX Select
aber eine unerwünschte Verwässerung des ursprünglichen Systemgedankens. THX
Ultra ist identisch mit der schon geraumer Zeit bekannten Home THX-Norm. Die
Normen unterscheiden sich zum Beispiel durch die jeweils andere Übernahmefrequenz
des Subwoofers und den bei THX Ultra zwingend vorgeschriebenen Einsatz von
Dipol-Lautsprechern für die zwei Surroundkanäle eines THX 5.1-Systems. Bei der
Select-Variante werden sie zwar auch empfohlen, man kann jedoch auch ein
THX-Select-zertifiziertes System ohne Dipole aufbauen.
Die
Charakteristik der Lautsprecher ist bei THX Ultra exakt festgelegt:
Abstrahlwinkel und Frequenzgang sind sehr eng definiert. Ebenso ist die
Aufstellung eine Wissenschaft für sich. Denn nur, wenn alles hundertprozentig
stimmig und exakt eingemessen ist, ist die Erfüllung des THX Ultra-Standards
gewährleistet. Bei THX Select ist man da großzügiger, auch die Aufstellung
der Lautsprecher ist wesentlich einfacher.
Während die Subwoofer-Übernahmefrequenz
bei THX Ultra bei 80 Hz liegt, wurde sie bei der THX Select-Norm auf 100 Hz
heraufgesetzt. THX Select soll für kleine bis mittelgroße, THX Ultra für große
Hörräume geeignet sein. Aufgrund der Unterschiede in der für das jeweilige
System empfohlene Raumgröße sind auch die Anforderungen an das Leistungsvermögen
unterschiedlich, das vorgeschriebene End- und Vorverstärkerleistungsprofil
unterscheiden sich.
THX
Select und THX Ultra im Vergleich
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System
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THX
Ultra
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THX
Select
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Front
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Abstrahlwinkel und Frequenzgang streng
limitiert
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Abstrahlwinkel und Frequenzgang großzügiger
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Surround
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Dipole Pflicht
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Dipole empfohlen
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Subwoofer- Übernahmefrequenz
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80 Hz
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100 Hz
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Lautstärke- Peak
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105 dB
|
105 dB
|
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Leistungsprofil
(THX-Wortlaut)
|
Mehr Ausgangsleistung als der normale
AV-Verstärker oder AV-Receiver. Hält die striktesten Anforderungen an
geringes Grundrauschen und geringe Verzerrung ein. Ist ausgelegt für die
Leistungsbedürfnisse großer Hörräume
|
Ausgangsleistung soll exakt den Bedürfnissen
von Mehrkanal-Software entsprechen. Aufbau des AV-Verstärkers/Receivers
einfacher und damit kostengünstiger. Weniger Leistung für kleine bis
mittlere Hörraumgrößen
|
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Lautsprecheraufbau
|
Komplizierter Aufbau für perfektes
Klangbild
|
Aufbau einfacher und flexibler
|
Eintracht
herrscht bei beiden Normen in den Nachbearbeitungsprozessen beim
THX-Post-Processing: Diese werden im einzelnen im Verlauf des Textes
vorgestellt.
Unten stehend sehen Sie anhand eines kleinen Schemas, wie das THX
Postprocessing funktioniert. Grafik: Denon
Das Equipment
Für
Home THX braucht der Heimkinobesitzer, wenn es nach den Vorgaben von THX geht, spezielles Equipment. Durch die eben
vorgestellten Eigenheiten des THX-Systems sollten, möchte man die optimale
Performance, durchweg THX-zertifizierte Komponenten zum Einsatz kommen. Dipole für hinten gehören im
wahrsten Sinne des Wortes zum „guten Ton“. Ebenso kommen nur Verstärker
und Receiver, die die strengen Auflagen erfüllen und ein THX-Zertifikat haben,
in Betracht bei der Kaufentscheidung. Von vielen Heimkinofans kommt immer die
Frage, ob den mit den für Filme optimierten THX-Lautsprechern auch Musikgenuss
auf hohem Niveau möglich ist. Schließlich sollen Dipole als
Surroundlautsprecher zwar einem diffusen Klangbild eines Kinostreifens zuträglich
sein, aber Direktstrahler stehen in dem Ruf, bessere Ergebnisse bei einer Musikübertragung
zu liefern. Für den Anwender sehr
praktisch geht Denon mit dieser Problematik um: So kann man beispielsweise bei
den THX-Modellen des Hauses gleich 2 Surroundlautsprecher-Pärchen anschließen und im
On-Screen-Menü bestimmten, wann welches Pärchen mitläuft: So können dann in
den THX-Filmprogrammen die Dipolstrahler ihr Können zeigen, während in Modi,
die für die Musikwiedergabe geeignet sind, die Direktstrahler angesteuert
werden.
Für den Heimkinofreund, der auch noch ausgesprochener Musikliebhaber ist
und bereit, viel Geld in seine Liebe zur Perfektion zu stecken, empfiehlt es
sich aber trotzdem, ein Lautsprecherset für den Filmgenuss (THX) und einen
musikalisch ausgerichteten zweiten Boxensatz für die Musikwiedergabe zu
betreiben - denn auch THX-Frontboxen sind, von Ausnahmen abgesehen, nicht immer
dazu geeignet, highfidele Kenner klanglich zufrieden zu stellen. Weitere
Möglichkeit: Es gibt auch exzellente, Nicht-THX-zertifizierte
Heimkinolautsprecher, die hervorragend auch in Verbindung mit THX-zertifizierten
AV-Verstärkern oder -Receivern klingen und nicht selten auch noch ein
ordentliches Leistungsprofil im Musikbetrieb mitbringen. Wer sich also einen
AV-Verstärker mit THX-Zertifikat zulegt, sollte keinesfalls nur ein
THX-zertifiziertes Lautsprecherset dazu in Erwägung ziehen, sondern sich
verschiedene Lautsprechersysteme am besten im direkten Vergleich mit dem dazu
ins Auge gefassten Verstärker/Receiver anhören. Ein THX-Zertifizierter
AV-Verstärker oder -Receiver (am besten THX Ultra wegen der höheren
Anforderungen) kann gerade bei forciertem Einsatz empfehlenswert sein, denn um
das THX-Siegel zu erhalten, muss das Gerät bestimmte Anforderungen bezüglich
der Stabilität des Netzteils und der Belastbarkeit der Endstufen
erfüllen.
THX
Surround EX
Bei Dolby
Digital EX 6.1 verrichtet ein zusätzlicher Back Surround-Lautsprecher als
Garant für eine noch räumlichere Klangkulisse von hinten seinen Dienst. Bei
THX Surround EX 7.1 sind es zwei Back Surround-Speaker, die in der Mitte
des Hörraums mit geringem Abstand voneinander und räumlich hinter den Dipolen
für die Surroundkanäle angebracht werden. Aus beiden Back
Surround-Lautsprechern kommt das selbe Signal, also es gibt nur einen zusätzlichen
Kanal, welcher über beide Lautsprecher wiedergegeben wird (Das Prinzip ist
bekannt - wie schon früher bei Dolby Pro Logic, wo es für die
Surroundlautsprecher auch nur einen Kanal gab, welcher monaural von beiden
Surroundlautsprechern wiedergegeben wurde). Sinn dieses Systems ist es, die
klanglichen Veränderungen, die bei lediglich einem Back Surround Speaker durch
eine leicht veränderte Sitzposition oder durch Bewegungen des Zuhörers
Disharmonien beim Empfinden der Räumlichkeit der von hinten kommenden Geräusche
verursachen können, durch einen zusätzlichen Back Surround Speaker zu
kompensieren.
THX
Ultra II
-
THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante, die vollständig für
digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Auch die EXtended
Surround-Tonnormen von Dolby und von DTS wurden bei der Entwicklung
berücksichtigt. So bietet THX Ultra II auch ein weiter gehendes Post
Processin
-
Neu bei Ultra II: Die Aufteilung in Cinema- und Music Mode.
Der Cinema Mode ist optimiert für die 7.1-Wiedergabe (neu: ASA (Advanced
Speaker Array) soll die Vorteile von Extended Surround akustisch optimal
ausnutzen und alle 8 an einem EX-System beteiligten Lautsprecher optimal
aufeinander abstimmen, bei DTS ES Discrete 6.1 wird der zusätzliche
diskrete Kanal auch als ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing
versehen). Man kann einstellen, wie weit die beiden Back Surround
Lautsprecher voneinander entfernt sind. Diese Einstellung benötigt THX
Ultra 2, damit ASA richtig arbeiten kann. Zur Wahl stehen: "TOGETHER"
für Abstände von unter 1,2 Metern, oder "APART" für Abstände
zwischen beiden Surround Back Lautsprechern, die größer als 1,2 Meter
sind.
-
Erstmalig bei THX gibt es auch einen Music Mode, der
besonders für DTS 96/24 und Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert
ist. Der Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems
mit zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden
jedoch anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So wird
die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet, die
rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box- Sinn dieses Unterfangens
ist es, räumlich gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und
Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen, deren
Klangeindruck aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens dem Klangbild
eines normalen Direktstrahlers (also der Lautsprecherart, die für die
akkurate Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll. THX
will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe Lautsprechersystem
sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend
vonstatten gehen soll. In der Praxis entpuppt sich THX Ultra II Music nicht
als "fauler Kompromiss", sondern als brauchbares Feature: So wird
eine raumfüllende, aber trotzdem präzise Musikwiedergabe von guter Dynamik
erreicht. Auch wenn nicht das Niveau physisch vorhandener Direktstrahler
erreicht wird: Im Rahmen der Möglichkeiten einer virtuellen Erzeugung ist
das Ergebnis beachtlich gut.
-
Neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für die
Verwendung des Verstärkers mit einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer
bestimmt und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen des
Hörraums (Struktur der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes
und des Subwoofers sorgen in verschiedenen Fällen für eine störende Überbetonung
der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer als zu dominant
erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension ein und gleicht übermäßig
starke Basstöne, die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.
Home THX – Die
Nachbearbeitung
Re-Equalization
Wird
ein Filmsoundtrack auf der Heimkinoanlage wiedergegeben, kann der Gesamteindruck
von einem zu grellen, unnatürlichen Klangbild negativ beeinflusst werden, da
die Soundtracks für die Wiedergabe in großen Kinosälen mit ganz anderen
Klangvoraussetzungen konzipiert sind. Das THX Re-Equalizing soll von daher die
Adaption vom großen Kinosaal ins kleinere Heimkino vornehmen, damit der Klang
auch dort mit einer natürlichen Kulisse aufwarten kann
Timbre
Matching
Je
nachdem, aus welcher Richtung das menschliche Ohr Klänge wahrnimmt, ändert es
seine Klangwahrnehmung. Im Kino sind von daher viele Lautsprecher um die
Zuschauer herum montiert, um ein möglichst reales Klangbild ohne Klanglöcher
zu realisieren. Im Heimkino finden nur zwei Surroundlautsprecher bei herkömmlichen
DD- oder DTS-5.1 beziehungsweise 4 Surroundlautsprecher bei THX EX Verwendung.
Timbre Matching filtert die zu den Surroundlautsprechern transportierte
Klanginformation, um so eine optimale Anpassung des Toncharakters von den Front-
und den Surroundlautsprechern zu erreichen, was zu einem natürlichen und
harmonischen Klangbild beitragen soll.
Adaptive
Decorrelation
Oftmals
ist zu beobachten, dass das Klangbild aus den Surroundlautsprechern zu dünn,
wenig plastisch und dadurch unharmonisch wirkt. Dieser Effekt verstärkt
sich noch, wenn sich der Zuhörer von der exakt mittleren Sitzposition entfernt.
Diesen Negativmerkmalen soll die "Adaptive Decorrelation" entgegen
wirken: Die Zeitdauer des einen Surroundkanals und das Phasenverhältnis
bezüglich des anderen Surroundkanals wird verändert. Damit wird zweierlei
erreicht: Zum ersten ein ausgewogenes Klangbild auch abseits der genau mittig
angeordneten Hörposition, zum zweiten ein voluminöserer Eindruck des
Klanganteils aus den Surroundlautsprechern.
Bass
Peak Manager
Der lauteste Teil eines Film-Soundtracks ist
der Bass, der vom an den LFE-Kanal angeschlossenen Subwoofer ausgeht. Wird ein
Dolby Digital-Soundtrack abgespielt, so kann es vorkommen, dass der Subwoofer
Bassanteile übertragen muss, die seine Leistungsfähigkeit übersteigen. Folge
sind unangenehme Klangbeeinflussungen wie Durchschlagen des Subwoofers oder
Verzerrungen. Um dem entgegen zu wirken, gehört zur THX-Nachbearbeitung auch
der Bass Peak Manager, der den Bass ab einem bestimmten Peak „beschneidet“.
Der Peak sollte so eingestellt sein, dass er dem Leistungsprofil des verwendeten
Subwoofers entspricht. Folge: Durch die Eingrenzung des Bassbereichs bleibt ein
sauberes Klangbild gewahrt.
Loudspeaker
Position Time Synchronisation
Im
Idealfall hat der Center eines 5.1-Lautsprechersystems zu jedem anderen
Lautsprecher einen identischen Abstand. In der Praxis jedoch sieht dies oftmals
anders aus: Da sind dann zum Beispiel die Surroundlautsprecher wesentlich weiter
vom Center-Speaker entfernt als die beiden Hauptboxen vorne. Die hier
beschriebene Funktion erlaubt es, dieses Manko auszugleichen: Jede
Lautsprecherposition kann digital bezüglich der Verzögerungszeit eingestellt
werden, damit der Klang ohne störende Verzögerungen und mit der richtigen räumlichen
Tiefe beim Zuhörer ankommt.
Yamaha DSP
DSP-Programme - die Grundlagen
Der Yamaha
DSP Prozessor ist so aufgebaut, dass eine völlig unabhängige Verarbeitung des
vorderen Präsenzbereiches und des hinteren Surround-Soundfeldes ermöglicht
wird. Der Surroundbereich wird schon seit der Einführung der Cinema DSP
Technolgie 1990 (damals war Dolby Pro Logic der Mehrkanalstandard) mit zwei
unabhängigen Klangfeldern für den linken und den rechten Kanal nachbearbeitet.
Mit dem Aufkommen der Extended Surround-Heimkino-Tonnormen DTS ES und Dolby
Digital EX legte Yamaha nach und setzt ein zusätzliches drittes Klangfeld für
den Back Surround Kanal, der bei Yamaha mit einem Lautsprecher betrieben wird,
ein. Die Position der akustischen Effekte wird durch das dekodierte
Eingangssignal vorgegeben, der Dekoder selbst arbeitet mit unendlich großer
Kanaltrennung - in der Praxis jedoch ist ist die Kanaltrennung durch die
nachfolgenden analogen Baugruppen des Verstärkers (speziell zu nennen wäre die
gemeinsame elektrische Masseverbindung) leicht eingeschränkt.
Die
Signalverarbeitung der einzelnen Kanäle durch den DSP Prozessor erzeugt aus den
bis zu 6 Vollfrequenzkanälen bei Dolby Digital und DTS, die nach dem Decodieren
als relativ "punktförmige" Informationen zur Verfügung stehen, ein
geschlossenes Klangbild. Die Ausdehnung und die Intensität, mit anderen Worten
die Charakteristik des jeweiligen Klangbildes, variiert je nach angewähltem
DSP Programm. Die Wahl des entsprechenden DSP Programms sollte sich nach dem
vorliegenden Film- oder Musikmaterial richten, da nur beim optimalen
Zusammenspiel vom Ausgangsmaterial und der gewählten DSP Nachbearbeitungsart
eine optimale Performance erreicht werden kann.
Auf
der Basis normaler Wiedergabearten wie Mono, Stereo, Dolby ProLogic Surround,
Dolby Digital 5.1 oder DTS 5.1 gestalten die Yamaha-Toningenieure ihre eigenen
Soundfelder.
Jedes der Cinema-DSP-Programme ist vom
Charakter her verschieden, denn die auf realen Messungen beruhenden Daten, die
dann zu den verschiedenen vorkommenden Soundfeldern verarbeitete werden,
unterscheiden sich. Bei den Soundfeldern differenziert Yamaha zwischen dem
Presence-Soundfeld (das Soundfeld, welches sich vorne hinter den Lautsprechern
ausbreitet) und den linken und rechten Surround-Soundfeld sowie dem Nachhall.
Die Presence- und Surround-Soundfeld-Daten zeigen sich in der Verteilung der
virtuellen Klangquellen und der Echomuster. Die zwei unterschiedlichen
Soundfeld-Typen werden mit komplexen Elementen wie zum Beispiel der
Energiebalance und den Signalmischverhältnissen verarbeitet. Insgesamt ergibt
sich so ein exakt auf das Wahrnehmungsvermögen der Zuhörer zugeschnittenes
Soundfeld.
Das
Ziel von Yamaha DSP ist, genau wie beim zuvor vorgestellten THX, die räumlichen
und klanglichen Eigenschaften eines Kinosaals in einem möglichsten hohen Grad
an Perfektion auf die heimischen "vier Wände" zu übertragen,
beziehungsweise die geringere Anzahl der Lautsprecher zu Hause und die
ungünstigeren räumlichen Bedingungen bestmöglich zum kompensieren. Daher
erzeugt der Yamaha DSP Prozessor ein Klangfeld nach einem Reflexionsmuster, das
dem eines Abhörstudios der Filmindustrie entspricht. Yamaha-typisch ist, dass
im Surroundbereich nicht auf Dipole, sondern auf Direktstrahler gesetzt wird.
Vorteil dieser Lösung soll laut Yamaha sein, dass das hörraumeigene Klangfeld
durch den anderen Aufbau eines Direktstrahlers im Vergleich zum Dipol nicht zu
stark angeregt wird.
DSP-Programme
richtig verstehen: Spezielle Aspekte und Grenzen der Ton-Nachbearbeitung
-
Um
bei Dolby ProLogic-codiertem Tonmaterial die rechts-/links-Trennung im
Surroundbereich zu verbessern, stützt sich der dem Nachbearbeitungsvorgang
zu Grunde liegende Algorhythmus des Prozessors - anders als bei Dolby
Digital oder DTS - auch auf tonale Informationen aus den Stereokanälen.
Dies kann im Einzelfall zu dem Eindruck führen, dass die Kanaltrennung vorn
- hinten leicht eingeschränkt ist
-
Um
ein geschlossenes Klangfeld ohne störende Klanglöcher im Heimkino-Raum zu
erzeugen, werden Effektverläufe von vorn nach hinten oder auch von hinten
nach vorn von einem Kanal an den anderen "übergeben". Speziell
bei impulsartigen Signalen ist daher die hörbare Übernahme in den
Surroundbereich sachgerecht - denn, so argumentiert Yamaha, dieses Verhalten
entspricht genau dem in der realen Welt. Hier sollte eher der Vergleich zum
Kino als der zu "reinem", also nicht nachbearbeiteten Dolby
Digital gezogen werden. Auch die akustischen Eigenschaften des Hörraums
spielen - je nach dessen "Halligkeit" und/oder
Hellhörigkeit - in die Wahrnehmung solcher eben geschilderter Effekt
hinein.
-
Ein
weiterer Einfluss entsteht durch die akustischen Eigenschaften des
gewählten DSP-Programms. Zu beachte ist hier aber, dass - wie weiter unten
ausführlich erläutert - die Parameter jedes einzelnen DSP-Programms
individuell nachbearbeitet werden können. Speziell mit Hilfe einer
Reduzierung der Parameter "Liveness", "Room Size" und
"Initial Delay" lässt sich einem zu großen akustischen
Eigenleben des Hörraums beikommen.
-
Bei
der Wiedergabe von Stereosignalen in einem der Movie Theatre-Programme wird
der Dolby ProLogic-Dekoder aktiviert. Durch die einfache Struktur des
Decoders wird dann das Differenzsignal L - R auf die Surroundkanäle
geführt, somit wird das DSP zusätzlich unterstützt. Da Yamaha die
Movie Theatre Programme für die Wiedergabe von Mehrkanalton entwickelt hat
hat, ist der Dolby ProLogic-Dekoder nicht abschaltbar und führt daher zu
den vorher genannten unerwünschten Effekten bei der Wiedergabe von
uncodiertem Stereomaterial. Da hilft dann nur die Wahl eins Programms ohne
den vorgeschalteten Dolby PL Dekoder.
Die
Vorbilder für die Yamaha DSP-Programme
Mit
den paar DSP-Programmen, die sich bei fast jedem AV-Receiver oder -Verstärker
als Bonus Feature im Ausstattungsumfang befinden, sind die Yamaha DSPs kaum zu
vergleichen. Die Yamaha-Variante ist darum sehr interessant, weil die
Yamaha-Toningenieure für ihre verschiedenen Cinema- und Hifi-DSP-Programme real
existierende Räume tonal exakt vermessen haben. Das heißt: Für die
Kino-DSP-Programme dienten als Maßstab verschiedene Kinos auf der ganzen Welt,
für die Hifi-DSP-Programme zum Beispiel Konzerthallen und Kirchen. So handelt
es sich nicht um ausschließlich am Computer erstellte Programme, sondern um auf
realen Bedingungen basierende. Zur Yamaha DSP-Technologie gehören umfangreiche
Einstellmöglichkeiten, die es ermöglichen, das jeweilige Programm optimal an
das akustische Verhalten des Hörraums anzupassen. Ebenso kann der Benutzer die
Homogenität des Klangbilds der verwendeten Lautsprecher mit verschiedenen
Einstellmöglichkeiten anpassen. Viele Yamaha DSP-Programme sind in Hinsicht auf
die beiden miteinander konkurrierenden Mehrkanal-Tonformate DTS und Dolby
Digital optimiert.
Hier
ein Beispiel (Cinema DSP Movie Theatre, Programmtyp "Spectacle"), wie
sich ein DSP-Programm grafisch ausdrücken lässt:

Gut zu erkennen: Wie der Name "Spectacle"
schon erahnen lässt, liefert dieses Programm eine besonders intensive
Soundwiedergabe. Dies betrifft sowohl das rosafarbene Presence-Soundfeld vorn
als auch die beiden blau eingefärbten Surround-Klangfelder. Damit eignet sich
das Spectacle-Programm besonders gut für effektgewaltige Actionfilme. Das oben
abgebildete Schema wird bei der DD/DTS 5.1 Nachbearbeitung angewendet.

Auf dem obigen Bild ist das Movie Theatre Programm
"Sci-Fi" grafisch veranschaulicht. Wie die intensive, hellgraue
Fläche zwischen den beiden mintgrün und blau eingefärbten
Surround-Soundfeldern andeutet, ist hier ein drittes Surround-Soundfeld aktiv:
Das für den Back Surround Center bei DTS ES und Dolby Digital EX.
Welche
Lautsprecher sind zu verwenden?
Yamaha DSP ist im
Vergleich zu THX bei der Wahl der Lautsprecher flexibler
und stellt die Wahl der Lautsprecher-Bestückung weitgehend frei. So können für
den linken und den rechten Frontkanal zum Beispiel auch hochwertige,
musikalische Standboxen verwendet werden, die auch im Stereo-Betrieb ein gefälliges
Klangbild bieten. Im Surroundbereich sind keine Dipole erforderlich: Das dem
Dipol eigene, für die Filmschau zuhause gewinnbringende diffuse Klangbild wird
bei Yamaha im Rahmen der DSP-Programme elektronisch erzeugt. Durch die Möglichkeit,
die Kennlinien der Lautsprecher elektronisch anzupassen, wäre es theoretisch möglich,
auch Lautsprecher-Typen verschiedener Hersteller oder verschiedener
Produktlinien des gleichen Herstellers zu verwenden. In der Praxis sieht es so
aus, dass zwar minimale tonale Differenten ausbalanciert werden können, es sich
aber trotzdem empfiehlt, bei der Wahl der Lautsprecher auf ein Fabrikat und am
besten auch auf eine Produktlinie zurückzugreifen. Unterschiede gibt es im
Aufbau und Umfang der Lautsprecher: Während das THX-System im Frontbereich auf
die übliche Bestückung mit zwei links/rechts-Boxen und einem Center
setzt und auch Yamaha bei den meisten Modellen ebenfalls diese
Standardkonfiguration einsetzt, gibt es beim Topmodell DSP-AZ1 zwei zusätzliche
Front-Effektlautsprecher, die im Abstand von mindestens 0,5 Meter, am
besten links und rechts oben an den äußersten vorderen Enden des Hörraums
angebracht werden soll.
Die Vorteile
dieser beiden Front-Effektlautsprecher: Effekte beziehungsweise Geräusche, die
von vorne links oder vorne rechts oben kommen, können besser räumlich
abgebildet werden. Dies ist gerade bei
Explosionen mit wegfetzenden Trümmerteilen oder bei der Darstellung
vorbeifliegender Hubschrauber oder Flugzeuge einer realeren Wiedergabe zuträglich.
Ebenso empfiehlt Yamaha einen zusätzlichen aktiven Subwoofer, der zwischen die
beiden Surroundlautsprecher eingeschliffen wird (Im Gegensatz zu THX, wo bei
vielen Sets zwei aktive Subwoofer, die jeweils unter der THX-Frontbox zu
platzieren sind, Verwendung finden). Was den Dolby Digital EX-Betrieb betrifft,
so begnügt sich Yamaha hier mit einem Back Surround Center.
Beispiel
für die Anpassungsmöglichkeiten der Yamaha DSP-Programme: Der DSP-AX3200
und seine Features
Wie von Yamaha-AV-Verstärkern und -Receivern gewohnt, tritt auch der
DSP-AX3200 mit 30 verschiedenen HiFi-und Cinema-DSP-Programmen in 52 Variationsmöglichkeiten
an. Hier der Überblick:
HiFi-DSP:
-
Concert Hall 1: Wählbar: Europe Hall A (große, fächerförmige
Konzerthalle mit etwa 2500 Sitzen, wenig Reflexionen von den Wänden, der
Klang breitet sich fein aus), Europe Hall B (Große kastenförmige
Konzerthalle in Frankfurt/Main mit weniger als 2400 Sitzplätzen. Solides,
kraftvolles Klangbild. Der virtuelle Sitz des Zuhörers befindet sich im
rechten mittleren Abschnitt des ersten Geschosses)
-
Concert Hall 2: USA Hall C (große Konzerthalle mit 2600 Plätzen,
traditionelles europäisches Design, Betonung der mittleren und hohen
Frequenzen), Live Concert (Große, runde Konzerthalle mit reichen
Klangeffekten, starke Reflexionen von allen Richtungen betonen die Extension
des Klangs. Der virtuelle Sitz des Zuhörers ist vorn in der Mitte in Bühnennähe)
-
Church: Freiburg (lange Nachhallverzögerung, frühzeitige Reflexionen
eher klein), Royaumont (Akustik des Speiseraums im mittelalterlichen Kloster
Royaumont, bei Paris gelegen)
-
Jazz Club:The Bottom Line (Jazz Club in New York mit Plätzen für 300
Personen. Klang recht natürlich, für einige Jazz-Aufnahmen geeignet. Auf
jeden Fall aber, je nach Gusto, in normalem Stereo oder PLII Music gegen hören),
Village Gate (New Yorker Jazzclub, der sich im Keller befindet, virtuelle
Sitzposition links in Richtung Raummitte).
-
Rock Concert: The Roxy Theatre (Für dynamische Rockmusik geeignet. Die
Daten stammen aus Rock-Club aus L.A. Virtueller Sitz des Hörers: In der
Mitte der Halle), Arena (Klassische, kastenförmige Konzerthalle, lange Verzögerungszeiten
zwischen dem direkten Sound und den Effekten mit dem Raumgefühl einer großen
Arena)
-
Entertainment: Disco (der Sound ist dicht und stark konzentriert - so
schreibt es Yamaha. Leider ist das Hallverhalten zu ausgeprägt. Daher
bevorzugen wir für Disco-Feeling ProLogicII Music und für die Privatparty
Sechskanal-Stereo), 6-Kanal-Stereo (das richtige Programm für die
Privatparty)
Cinema-DSP:
-
Movie Theater 1: Spectacle, weites Soundfeld eines 70 mm Filmtheaters wird
kreiert. Besonders gut geeignet für Actionfilme mit vielen Effektsequenzen.
Hier rangiert die hervorragende Effektwiedergabe vor der Gesamtharmonie,
letztere ist aber immer noch sehr gut . Effektiv arbeitender Bassbereich mit
großem Volumen und beachtlicher Präzision
-
Movie Theater 1: Sci-Fi, wirkt noch eine Spur weitläufiger als Spectacle,
dafür z.B. bei Schusswechseln nicht ganz so explosiv.
-
Movie Theater 2: Adventure, Sehr guter Kompromiss aus kräftiger
Effektwiedergabe und hervorragender Gesamtharmonie. Voluminöser, voller
Klang mit großer Dichte
-
Movie Theater 2: General, nicht unbedingt das beste Soundfeld. Manche älteren
Produktionen klingen damit eine Spur harmonischer, vielleicht auch die ein
oder andere Komödie. Ansonsten kaum Verbesserungen gegenüber der
"normalen" DD/DTS/ProLogic-Wiedergabe.
-
Enhanced Mode (DD/DTS/ProLogic): Dieses DSP simuliert die Multi
Surround-Lautsprechersysteme von Kinos für 35 mm-Filme. Ohne Verlust
der Ortung des Originalsklangs soll eine gute Effektwiedergabe garantiert
sein. Bei einigen Filmen Verbesserung des Volumens des Surround-Klangfelds
Nur für Audio/Video-Quellen in 2-Kanal:
-
Entertainment/Game: Tiefe und Raumgefühl für Computerspiele. In der
Praxis lieber PLII Movie verwenden
-
Concert Video: Pop&Rock, Opera
-
TV Theater: Mono Movie/Variety&Sports
Für den wahren Heimkino-Fan mit einigem Sachverständnis bietet
Yamaha auch noch verschiedene Nachbearbeitungsfunktionen für die DSP-Programme,
hier aufgezählt am Beispiel des DSP-AX3200:
-
INIT.DLY (Initial Delay = Anfängliche Verzögerung): Mit dieser Funktion
kann der wahrgenommene Abstand vom Quellensound verändert werden: Die Verzögerung
zwischen dem direkten Klangbild und der ersten wahrgenommenen Reflektion
kann hier in einem Steuerungsbereich von 1 bis 99 Millisekunden eingestellt
werden. Je kleiner der Wert ist, umso näher scheint der Quellenklang
akustisch am Hörer zu liegen, bei einem großen Wert entfernt sich der
Quellenklang akustisch weiter. Ein kleiner Wert ist für einen kleinen Hörraum,
ein großer für einen großen Hörraum zu empfehlen
-
P.INIT.DELAY:
-
ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die wahrnehmbare Größe des
Surround-Soundfeldes ein. Je größer der Wert, umso größer wird das
Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 0,1 bis 2,0. Da der Klang wiederholt in
einem Raum reflektiert wird, kommt es mit zunehmender Größe der Halle
dazu, dass die Zeit zwischen dem ursprünglich reflektierten Sound und den
nachfolgenden Reflexionen zunimmt. Durch die Möglichkeit der Steuerung der
Zeit zwischen den reflektierten Sounds kann man die wahrnehmbare Größe des
virtuellen Saales ändern. Wenn der Parameter von 1 auf zwei verdoppelt
wird, verdoppelt sich die wahrzunehmende Länge des Raumes
-
P.ROOM.SIZE: Die selbe Funktion wie zuvor beschrieben für das Präsenz-Soundfeld
-
LIVENESS (Lebendigkeit): Dieses Tool stellt das Reflexionsvermögen der
virtuellen Wände in der Halle ein, indem die Abklingrate der frühzeitigen
Reflexionen geändert wird. Einstellbereich 0 bis 10. Einsatzbereich dieser
Funktion: Da die frühzeitigen Reflexionen einer Klangquelle in einem Raum
mit hoher Akustikabsorbation viel schneller abklingen als in einem Raum mit
stark reflektierenden Wänden, kann mit dem LIVENESS-Parameter die
Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen von einem "toten"
Raum (Raum mit hoher Absorbationsrate) zu einem "lebendigen Raum (Raum
mit stark reflektierenden Wänden) verändert werden
-
S.DLY (Surround Delay = Surround-Verzögerung): Wie die Funktionen zuvor,
diesmal geht es um die Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der
ersten Reflexion in einem Surround-Soundfeld. Einstellbereich 0 bis 49
Millisekunden, abhängig vom Digitalformat
-
S.INIT.DELAY: Anfängliche Surround-Verzögerung, Regelbereich 1 - 49 ms.
Einstellung der Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten
Reflexion auf der Surround-Seite des Klangfeldes
-
S.ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die anscheinende Größe des
Surround-Soundfeldes ein (Regelbereich 0,1 - 2,0)
-
S.LIVENESS (Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für
das wahrnehmbare Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im
Surround-Soundfeld. Je größer der Wert, umso reflektierender werden die Wände
des Surround-Soundfeldes
-
RC.INIT.DLY (Rear Surround Center Initial Delay = Anfängliche Verzögerung
des hinteren Center-Sound-Feldes): Wie Funktion davor, nur geht es diesmal
um das hintere Center-Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 1 bis 49
Millisekunden
-
RC ROOM SIZE (Rear Center Room Size): Einstellmöglichkeit für die
wahrnehmbare Größe des hinteren Center-Surround-Soundfeldes.
Einstellbereich 0,1 bis 2,0, je größer der Wert, umso größer die
Reflektion der Wände des Presence-Soundfeldes. Eine leichte Anhebung kann,
zusammen mit S.Liveness, je nach Reflexionsverhalten, für eine leicht weiträumigeres
Klangfeld sorgen.
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RC.LIVENESS (Hintere Center-Lebendigkeit) siehe Funktion zuvor, diesmal für
den Rear Surround Center
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REV.TIME (Reverbation Time = Widerhallzeit): Stellt die Zeitspanne
ein, die für das Abklingen des dichten, nachfolgenden Widerhall-Sounds um
60dB (bei 1 kHz) benötigt wird. Folge: Die wahrnehmbare Größe des
akustischen Umfeldes wird über einen sehr weiten Bereich geändert.
Einstellbereich: 1,0 bis 5,0 Sekunden. Empfehlung: Bei "toten"
Signalquellen und/oder Hörräumen längere Widerhallzeit, bei
"lebendigen" Signalfelder und/oder Hörräumen eine kürzere, denn
zuviel Widerhall sorgt genauso für eine unnatürliche Klangkulisse wie
zuviel. Hier sollte man zunächst genauere Untersuchungen über die
akustischen Eigenschaften des Hörraums anstellen. (Material der Wände?
Wenig/viele Möbel? Teppichboden oder Parkett? usw.)
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REV.DELAY (Reverbation Delay = Widerhallverzögerung): Einstellmöglichkeit
von 0 bis 250 Millisekunden für die Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des
direkten Klangs und dem Beginn des Widerhalls. Je größer der Wert, umso später
beginnt der Widerhall. Ein späterer Beginn des Widerhalls erzeugt ein
Klangfeld, das den Eindruck vermittelt, in einem größeren akustischen
Umfeld zu sein. Vorsicht bei der Einstellung: Wer es zu gut meint, erreicht
nur einen unnatürlichen Klangeindruck, der weder zum Hörraum noch zum
wiedergegebenen Material passt.
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REV.LEVEL (Reverbation Level = Widerhallpegel): Stellt die Lautstärke des
Widerhalls ein (0 bis 100 %), je höher der Wert, umso lauter der Widerhall
Weitere nützliche Ausstattungsmerkmale:
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Silent Cinema: DSP-Programme können via Kopfhörer genossen werden.
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Als wertvolles Feature verfügt der Yamaha DSP-AX3200RDS auch noch über
einen Equalizer für die Anpassung des vorderen Centers. Dieser ermöglicht
es, die Klangcharakteristik des vorderen Center-Speakers der der
Hauptlautsprecher anzupassen (Regelbereich -6 bis +6 dB). Fünf Frequenzbänder
(100 Hz, 300 Hz, 1 kHz, 3 kHz und 10 kHz) ermöglichen eine präzise
Anpassung im gesamten Frequenzspektrum. Die Vorzüge in der Praxis: Wer
einen Center mit klanglichen Eigenschaften verwendet, die sich von denen der
Hauptlautsprecher unterschieden (das ist der Fall, wenn der Center von einer
anderen Marke als die Hauptlautsprecher sind oder von der gleichen Marke,
aber aus einer anderen Serie und daher mit anderer Klangcharakteristik
versehen). Gleichzeitig kann mit Hilfe des Grafik-Entzerrers die oftmals zu
mittenbetonte Charakteristik des Center-Speakers korrigiert werden.
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Low Frequency Test-Funktion: Hiermit kann die Lautstärke des
Front-Subwoofers an die Lautstärke der anderen Lautsprecher angepasst
werden, damit keine Über- oder Unterbetonung und somit ein unausgeglichen
Klangbild die Folge ist. Um genau diesem Faktum entgegenzuwirken, kann der
Verstärker im LFE-Pegel und im Dynamikbereich extra für Dolby Digital
kalibriert werden. Im LFE-Bereich sind Einstellungen zwischen 0 und
-20dB möglich, im Dynamikbereich kann zwischen maximaler Dynamik (soll
besonders für Spielfilme die beste Lösung sein), einer Standardeinstellung
und einer Minimalvariante gewählt werden. Auch für DTS gibt es eine
Extra-Einstellung, die hier allerdings nur den Pegel des LFE-Kanals
betrifft. Aufgrund der anderen Systemgegebenheiten sind im Falle DTS kann
der Pegel von -10dB bis +10dB eingestellt werden.
Fazit
Welches System der Heimkino-Fan
im Endeffekt wählt, hängt von der persönlichen Präferenzstruktur und den
individuellen Gegebenheiten vor Ort ab. Wer hauptsächlich Filme schaut und sich
dafür einen eigenen Raum reserviert, in dem er alle Lautsprecher
möglichst genau nach Maßgabe installieren kann und zusätzlich bereit ist, in sein Hobby
durchaus größere Summen Geld zu investieren, für den ist ein THX-System sicher sehr interessant.
Durch THX Ultra II mit dem Music Modus eignet sich THX nun auch besser zum Musik
hören. Der Heimcineast sollte auch beim Lautsprecherkauf bedenken, dass es kein
zwingendes "Muss" ist, sich zu einem THX-zertifizierten
AV-Receiver/-Verstärker auch ein THX Lautsprecherset zu kaufen. Hier sollten
die individuellen Hörgewohnheiten und auch das Preis-/Leistungsverhältnis
entscheiden. Extrem flexibel in der Lautsprecherwahl und damit auch geringeren
Budgets zuträglich (durch die Kompensationsmöglichkeiten kann man sogar, wenn
sich die Charakteristiken der Lautsprecher zumindest ähneln, mit Lautsprechern
unterschiedlicher Hersteller für eine Übergangszeit arbeiten), hält Yamahas
DSP-Technologie einen Trumpf in der Hand. Auch überzeugend gelöst: Wer
nicht die optimalen
räumlichen Bedingungen vorfindet (Heimkinoraum ist gleichzeitig auch das
heimische Wohnzimmer), sollte ebenfalls näher mit Yamaha DSP befassen, das
dem Benutzer viel Freiheit in der Wahl der Lautsprecher gibt und sich
zusätzlich auch durch die vielen verschiedenen Anpassungsmöglichkeiten sehr
gut an die individuelle Hörumgebung angleichen lässt.
30. April 2002
Autor: Carsten Rampacher
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