RSS FORUM KONTAKT IMPRESSUM


 

Alle Teufel-Tests
Toshiba-Tests

 HARDWARE-TESTS

INFO: Teuer oder günstig - wo liegen die Unterschiede ?

29. März 2005 (cr)

69 € oder 4.500 € für einen DVD-Player, 200 € oder 5.900 € für einen AV-Receiver, 250 € oder 10.000 € für ein Lautsprechersystem - wo liegen eigentlich die Unterschiede? Was macht teure Komponenten so teuer beziehungsweise wieso kann man bereits so günstig Heimkino-Komponenten einkaufen? 

Oft denken Käufer bei sehr günstigen Modellen: Irgendwo muss doch hier der Haken sein, anders kann ich mir den Preis kaum erklären. Nicht anders verhält es sich bei sehr teuren Gerätschaften: Irgendwo verdient der Hersteller hier bestimmt massig Geld. Es kann wohl kaum sein, dass diese Komponente das 20-fache eines günstigen Angebots kostet. Da stimmt doch etwas mit den Verhältnissen nicht.

Eines wollen wir gleich vorausschicken: In einigen Fällen tragen dunkle Vorahnungen zumindest einen Teil Wahrheit in sich. Will heißen: Eine sehr günstige Offerte kann selbst diesen billigen Kaufpreis nicht Wert sein. Oder: Bei einem sehr teuren Angebot verdient der Hersteller über Gebühr viel. Doch man muss auch zugeben: Viele edle Komponenten sind nicht ohne Grund so teuer. Oftmals stecken hohe Entwicklungskosten und aufwändige Baugruppen dahinter, die den Kaufpreis für Enthusiasten rechtfertigen. Um auf den Gegensatz zu sprechen zu kommen, es finden sich ebenso günstige Offerten auf dem Markt, die tatsächlich Schnäppchen sind. Weil sie schlicht und einfach genau das bieten, was der viel zitierte "Otto Normalverbraucher" von einem Gerät erwartet. Kurzum, sie sind praxisgerecht, in dem sie die Prioritäten der Zielgruppe recht genau erfüllen. 

Und hier sind wir gleich beim nächsten Thema: Den eigenen Prioritäten. Man muss hier sich selbst hinterfragen, ob man eher ein Nutzer mit normalem Anspruch - Musik wird gern am Sonntag Morgen zum Frühstück gehört, ab und zu kommen die Nachbarn zu einem gemütlichen Filmeabend, dazu schaut man täglich seine Lieblingsserie im Fernsehen - oder aber ein versierter Anwender ist, der es gern im größeren Hörraum richtig "krachen" lassen und echtes Kino-Feeling realisieren möchte. Oder man ist anspruchsvoller Musikhörer, Theater-, Opern- und Konzertbesucher und verfügt über viel Hörerfahrung, so dass man auch zuhause genau das Richtige "auf die Ohren" bekommen möchte. 

Wer normale Ansprüche hat, dies steht fest, muss nicht mehr Unsummen ausgeben. Aufgrund der Verarbeitungsqualität, Betriebssicherheit und der einfachen Bedienung raten wir aber auch hier von "Super-Billig-Offerten" ab. Oft kommt das böse Erwachen erst hinterher, wenn die neue AV-Anlage bereits nach kurzer Zeit ihren Dienst versagt oder so schlecht klingt, dass sich selbst der Laie wundert. Gute Qualität im Einsteigersektor ist also auch hier die richtige Entscheidung. Aufsteiger haben ebenfalls eine breite Auswahl an fair kalkulierten Komponenten, die bereits deutlich reichhaltiger ausgestattet und akustisch erwachsener sind. Sehr ambitionierten Hörern bleibt dann nur der tiefe Griff ins Portemonnaie übrig, denn es war schon immer ein wenig teurer, einen exklusiven Geschmack zu haben und nach dem Besten zu verlangen. Aber: Auch zwischen einem tiefen Griff in den Geldbeutel und einer Großinvestition liegt noch viel. Unbezahlbar müssen selbst Top-Anlagen nicht mehr sein. 

Dies liegt auch daran, dass man auch als anspruchsvoller Nutzer so mancher "alten Weisheit" nicht mehr verfallen muss - Beispiel: 1/3 der AV-Anlage sollte die Elektronik, 2/3 sollten die Lautsprecher ausmachen. Wer so kauft, landet nicht selten bei völlig überteuerten, angeblichen "Highend"-Schallwandlern, bei denen der "Name mit Tradition"in Bezug auf die Preisgestaltung zu wenig Zurückhaltung "verpflichtet" - und das muss nicht sein. Es gibt erstaunlich leistungsfähige und dabei gleichzeitig finanzierbare Boxen, die stark gehobene Ansprüche problemlos erfüllen - dies bestätigt unsere Testpraxis immer wieder. 

Im folgenden Text stellen wir nun die Unterschiede vor, die zwischen günstigen und teuren Geräten existieren, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und mit dem Zusatz versehen, dass natürlich nicht immer bei jeder Komponente grundsätzlich alles zutreffen muss.

AV-Receiver und -Verstärker

  1. Chassis/Gehäuse: Günstige Geräte haben einen simplen Aufbau. Hier steht die kostengünstige Produktion und nicht eine optimale Trennung der verschiedenen Sektionen im Vordergrund. So gibt es im Geräteinneren meist nur eine "Abteilung" und nicht verschiedene, sorgfältig voneinander abgeschirmte Sektionen. Das Chassis preiswerter Modelle ist einlagig (bei Nobel-Geräten mehrlagig) ausgeführt, während teure Komponenten durch den hochwertigen Aufbau viel effektiver Vibrationen und Resonanzen vorbeugen. Bereits von außen sind deutliche "Klassenunterschiede" auszumachen: Geräteseitenteile, der Deckel, die Geräterückseite und natürlich die Gerätefront verraten oft (aber nicht immer!) die Preisklassenzugehörigkeit. 
  2. Baugruppen: Ob D/A-Wandler, Transformator, Endstufeneinheiten oder A/D-Wandler - bei den Baugruppen, die eigentlich in jedem AV-Receiver oder -Verstärker stecken, gibt es deutliche Unterschiede. 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler haben bereits günstige Modelle, allein die Aussage über die prinzipielle Möglichkeit, diese Samplingfrequenz mit dieser Genauigkeit zu verarbeiten, sagt noch nicht viel über die Güte des Wandlers aus. Selektierte Bauteile mit hochwertigem Aufbau, die eine möglichst reine, rauscharme Signalreproduktion ermöglichen, kosten Geld und stecken nur in teuren Komponenten. Die Frage ist ferner, wie viele Wandler denn im Gerät verbaut sind, so mehr installiert sind, umso besser, umso präziser ist die Arbeit. Unterschiede finden sich auch in der DSP-Sektion, dem Herzstück der digitalen Signalverarbeitung. Hier hängt vieles von der Rechenleistung, der Geschwindigkeit und dem Aufbau des DSP-Prozessors ab. Hochwertige Modelle kommen gleich mit zwei oder noch mehr Prozessoren, um dem mannigfaltigen Nachbearbeitungsfunktionen Herr zu werden. THX-Geräte beispielsweise haben eigens für die THX-Nachbearbeitung einen 2. Prozessor.  Auch wichtig: Die Gerätekühlung (große Kühlkörper zur passiven Kühlung, leise Ventilatoren bei zusätzlicher aktiver Kühlung in Extremsituationen). Nur teurere Modelle verfügen über leistungsfähige Kondensatoren und Trafos. Der Grund dafür ist einfach: Beides kostet in performance-starker Ausführung viel, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Die Hochstromfähigkeit der Endstufen, die Fähigkeit, auch mit niedrigen Impedanzen zurecht zu kommen, ist erst (und selbst da nicht in allen Fällen) bei Komponenten jenseits der 1.000 € in größerem Umfang gegeben. Es befinden sich zwar bereits zwischen 700 und 1.000 € AV-Receiver mit beachtlicher Leistungsfähigkeit auf dem Markt, doch zaubern können auch diese Anbieter nicht, will heißen: Bei äußerst anspruchsvollen Anwendungen ist schnell das Ende der Fahnenstange erreicht. Etwas Wichtiges zum Schluss: Nur, wenn nirgendwo gespart wurde, ist die Leistungsfähigkeit der Komponente entsprechend groß. 
  3. Ausstattung: Hier sind wichtige Unterscheidungen zu treffen, denn gewisse Ausstattungsmerkmale lassen sich günstig realisieren, andere kosten richtig Geld. Ebenfalls gibt es Ausstattungsmerkmale, die man in völlig verschiedenen Qualitätsstufen integrieren kann, von "netter Zusatzfunktion" bis zu einem beinahe schon professionell nutzbaren Tool ist hier alles möglich. Wir geben für alle Gruppen Beispiele und beginnen mit einem Feature, das momentan ganz groß im Trend liegt, dem automatischen Lautsprecher-Einmesssystem. Hier haben günstige Geräte meist nur eine recht einfache Version an Bord. Diese kümmert sich nur um Größe, Entfernung und Pegel der angeschlossenen Lautsprecher. Ein Equalizing für jede Box wird nicht vorgenommen. Ebenso ist es mit der Präzision nicht allzu weit her, so dass diese Einmesssysteme, gemäß der Geräte-Preisklasse, eher für Anwender mit völlig normalen Ansprüchen ausgelegt sind. Selbst allerdings in so manchem kostspieligeren Modell steckt ein System, welches zwar über eine Vielzahl an Funktionen verfügt, im Endeffekt die Justagearbeit aber trotzdem nicht absolut sauber vornimmt. Trost: Oftmals kann der erfahrene Anwender manuell nachjustieren, was manchmal genau das Erwünschte möglich macht.  Weiter geht es mit dem Thema DSP-Programme. Praktisch jeder AV-Receiver oder -Verstärker verfügt über digitale Klangfelder mit so schwungvollen Namen wie "Opera", "Concert Hall" oder "Jazz Club" - aber nur sehr wenige DSP-Modi halten wirklich die mit dem jeweiligen Namen assoziierten Versprechungen. Die teureren Yamaha-Modelle sind hier insbesondere zu nennen, die eine DSP-Sektion haben, die tatsächlichen Nutzen bringt, denn: Yamaha koppelt die DSPs noch an einen umfangreichen Nachbearbeitungstrakt, so dass der Nutzer individuelle Anpassungen an den eigenen Hörgeschmack und die Lokalitäten vor Ort vornehmen kann.  Nächstes Thema: Die aktuellen Highspeed-Digitalinterfaces wie HDMI oder i.link. Hier ist festzuhalten, dass die Implantierung dieser Ausstattungsmerkmale momentan noch mit einem beträchtlichen finanziellen Aufwand verbunden ist. Wie jedoch Einzelfälle zeigen, sinken auch hier die Kosten, so dass in absehbarer Zeit damit zu rechnen ist, dass auch Mittelklasse-Modelle mit diesen Schnittstellen ausgestattet werden.  Nicht besonders aufwändig zu integrieren, doch trotzdem gerade bei einfachen Geräten nicht mit dabei ist eine Lip Sync- oder Audio Delay-Funktion, die Laufzeitunterschiede zwischen Audio- und Videosignal ausgleicht, die durch eine zeitintensive Bearbeitung (De-Interlacing z.B.) des Videosignals entstehen können. Generell gilt für die Anschlussbestückung: Wer über einen umfangreichen Gerätepark verfügt, kann die AV-Receiver-Angebote der Einsteiger-Liga gleich vergessen, denn vor allem auch die Bestückung mit digitalen Anschlüssen ist eher dürftig. Aufpassen muss der, der einen Plattenspieler anschließen möchte, denn einen Phono-Eingang haben günstige Modelle selten. Hier hilft dann nur die Anschaffung eines Phono-Vorverstärkers. Wer daran denkt, aktive Lautsprecher oder separate, leistungsstärkere Endstufen einzusetzen, sollte sich unbedingt vergewissern, dass der AV-Receiver entsprechende Vorverstärkerausgänge (Pre-Outs) aufweist. Weitere Ausstattungsmerkmale edler AV-Boliden: Ein Videoscaler (sehr selten momentan noch), ein interner De-Interlacer, umfangreiche Möglichkeiten zur Multiroom-Installation (Beschallung von bis zu 4 Hörzonen, Weiterleitung digitaler Audiosignale in andere Hörzonen außerhalb der Haupt-Hörzone, DSP-Funktionen in Zone 2, Weiterleitung von Videosignalen). Einige Hersteller bieten bereits günstigere Komponenten mit umfangreichen Multiroom-Optionen an. 
  4. Einzelheiten bei Verarbeitung/Optik/Haptik/Nutzen: Hier wären beispielsweise zu nennen: Sauberkeit der Gehäuseverarbeitung, Lautsprecher-Anschlüsse auf der Geräterückseite, Geräterückseite mit vergoldeten Anschlüssen oder nicht, Display (DOT-Matrix, ein- oder zweizeilig), massive Klappe auf Gerätefront, die weniger oft benötigte Bedienelemente verbirgt, Lautstärkedrehregler (präzise geführt oder nicht, Kunststoff oder Metall), Gerätestandfüße (billig oder massiv ausgeführt), Tasten mit schwammigem oder exaktem Druckpunkt
  5. Fernbedienung: Wer denkt, bei einem teureren Modell liege automatisch auch eine hochwertigere Fernbedienung bei, wird in der Praxis manchmal enttäuscht sein, denn selbst einige teure AV-Receiver oder -Verstärker haben eine Fernbedienung beiliegen, die nicht zur Anmutung des Hauptgerätes passt. Es gibt aber auch Gegenbeispiele, nämlich AV-Boliden mit extrem hochwertiger IR-Kontrolleinheit oder günstigere Modelle, die schon erstaunlich hochwertige Fernbedienungen mitbringen. 

DVD-Player

  1. Chassis/Gehäuse: Auch bei DVD-Playern gilt: Günstige Geräte haben einen simplen Aufbau. Hier steht die kostengünstige Produktion und nicht eine optimale Trennung der verschiedenen Sektionen im Vordergrund. So gibt es im Geräteinneren meist nur eine "Abteilung" und nicht verschiedene, gegeneinander abgeschirmte Sektionen. Das Chassis ist einlagig (bei Edel-Komponenten mehrlagig) ausgeführt, während teure Komponenten durch den hochwertigen Aufbau viel effektiver Vibrationen und Resonanzen vorbeugen. Bereits von außen sind deutliche "Klassenunterschiede" auszumachen: Geräteseitenteile, der Deckel, die Geräterückseite und natürlich die Gerätefront verraten oft (aber nicht immer!) die Preisklassenzugehörigkeit. 
  2. Laufwerk: Wer automatisch denkt, dass ein teurer DVD-Player auch ein besonders hochklassiges Laufwerk mitbringt, liegt oft richtig - aber nicht immer. Denn leider konnten wir schon feststellen, dass sich im Geräteinneren zwar eine hochwertige Peripherie befindet, das Laufwerk selbst jedoch erreichte kein akzeptables Niveau.
  3. Baugruppen: Besonders hochwertige D/A-Wandler finden sich meist in hochpreisigen Modellen. WICHTIG: Wer den DVD-Player digital an den AV-Receiver anschließt, benötigt die D/A-Wandler des DVD-Spielers nicht. Wer über einen AV-Receiver und einen DVD-Player mit i.link verfügt, kann auch DVD-Audio- und SACD-Signale digital übertragen. In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist aber, dass die hochwertigen DVD-Spieler mit i.link meist auch sehr noble D/A-Wandler mitbringen. Nächstes Beispiel: Video-D/A-Wandler. Hier liegt die Problematik ähnlich wie beim Audio-D/A-Konverter. Sehr hochwertige DVD-Spieler der aktuellen Generation bringen neben Spitzen-D/A-Wandlern für die Konvertierung des Videosignals von der digitalen in die analoge Ebene auch noch ein DVI- und/oder HDMI-Interface für die digitale Video-Signalausgabe mit. Wer ein entsprechendes Bildwiedergabegerät mit DVI/HDMI-Eingang nutzt, benötigt den Video-D/A-Wandler im DVD-Player nicht mehr.  Wer sich den Aufbau von günstigen und teuren DVD-Playern genau anschaut, wird oft nicht schlecht staunen: Im 70 €-Player sitzt eine einzige Platine, darauf ist alles enthalten, was der Player können soll. In teuren, edlen Modellen hingegen findet sich für alles eine separate Platine, was Störungen minimiert und die Effizienz, mit der gearbeitet wird, deutlich steigert. Im Extremfall kann das so aussehen: Extra-Platine fürs De-Interlacing, für die analoge Videosignalverarbeitung, für die digitale Videoverarbeitung, für den internen Scaler, für die analoge und die digitale Audioverarbeitung und eine Kernplatine für alle Laufwerks- und Kontrollfunktionen. Bei Billigplayern ist alles hochintegriert und "on board", dadurch sinken die Herstellungskosten massiv, leider aber auch die Güte vor allem bei aufwändigen Arbeitsprozessen (z.B. De-Interlacing).
  4. Ausstattungsmerkmale: Interne Scaler gehören meist (bis auf wenige Ausnahmen, z.B. von Denon/Samsung) zu teureren Modellen. Ebenso verhält es sich mit den Video-Equalizern: Bei günstigen DVD-Playern sind sie eher ein nettes zusätzliches Ausstattungsmerkmal ohne richtigen Nutzen, dazu sind die Einstellmöglichkeiten oft zu gering und die Effizienz unzureichend. Bei edlen Playern hingegen bewirkt der Video-EQ deutlich mehr, ist feiner justierbar und mit mehr Funktionen ausgestattet. Wer auf einen teuren Universal-Spieler setzt und diesen per analoger Cinchverbindung mit seinem AV-Receiver verbindet, kann sich ebenfalls freuen, denn für die DVD-Audio- und SACD-Wiedergabe stehen in vielen Fällen mehr Optionen in Bezug auf die Lautsprechereinstellungen zur Verfügung. Nicht nur, dass ein Bassmanagement für DVD-Audio und SACD geboten wird (eine Laufzeitanpassung/Time Alignment wird aus technischen Gründen oft nur für DVD-A eingesetzt), auch die Abstufungen der einzelnen Einstellparameter sind in vielen Fällen feiner. So mancher "Edelplayer" aus der "Highendschmiede" jedoch ist auch manchmal - schließlich lieben es einige audiophile Experten lieber "puristisch" - eher spärlich ausstaffiert. 
  5. Stichwort Multimedia-Fähigkeiten: Hier sollte man nicht den Denkfehler begehen und vermuten, dass teure DVD-Spieler auch besonders umfangreich ausgerüstet sind in Bezug auf abspielbare Formate. Das Gegenteil ist oft der Fall, und billige Offerten < 100 € sind den teuren Modellen deutlich überlegen. Hintergrund: Edle Player sind dafür gedacht, DVD-Videos, DVD-Audios, SACDs und auch CDs höchst präzise wiederzugeben.  Formate wie Ogg Vorbis, MP3 Pro oder DivX in allen Variationen steht nicht auf dem Menüplan. Wer also mit einem hochwertigen Gerät liebäugelt, zugleich aber Formatliebhaber ist, sollte sich noch einen günstigen "Allesfresser" mit dazu kaufen. 
  6. DVD-Spieler als CD-Player-Ersatz: Günstige Player taugen aufgrund ihrer bescheidenen akustischen Fähigkeiten nur selten als Ersatz für den CD-Player, wenn man einen gehobenen Höranspruch hat. Im Zweifel den alten CD-Player für CDs weiterverwenden, wenn es ein günstiger DVD-Spieler sein soll. 
  7. Einzelheiten bei Verarbeitung/Optik/Haptik/Nutzen: Hier wären zu nennen: Sauberkeit der Gehäuseverarbeitung, Ausführung der Anschlüsse auf der Geräterückseite, Geräterückseite mit vergoldeten Anschlüssen oder nicht, Display (DOT-Matrix oder nicht), DVD/CD-Lade (billig gemacht oder aufwändig verarbeitet), Gerätestandfüße (billig oder massiv ausgeführt), Tasten mit schwammigem oder exaktem Druckpunkt. Ein grafisch schön gemachtes Menü ist übrigens nicht vom Kaufpreis abhängig. Günstige Einsteigermodelle der renommierten Anbieter haben hier oft Besseres mit an Bord als so mancher Edel-Player mit Schlicht-Menü. 
  8. Fernbedienung: Wer denkt, bei einem teureren Modell liegt automatisch auch eine hochwertigere Fernbedienung bei, wird auch bei DVD-Spielern in der Praxis manchmal enttäuscht sein, denn selbst einige teure DVD-Player haben eine Fernbedienung beiliegen, die nicht zur Anmutung des Hauptgerätes passt. Es gibt aber auch Gegenbeispiele, nämlich Edel-Player mit extrem hochwertiger IR-Kontrolleinheit oder günstigere Modelle, die schon erstaunlich hochwertige Fernbedienungen mitbringen. 

Lautsprecher

  1. Bereits die Optik und die Haptik signalisieren deutliche Unterschiede zwischen preiswerten und edlen Lautsprechern. So bringen teure Schallwandler meist ein sauber verarbeitetes Echtholzfunier mit oder, sind sie z.B. silbern lackiert, ein aufwändiges Oberflächenfinish. Günstigere Boxen haben oft nur eine Folien-Oberfläche, die sich bei genauerem Hinsehen deutlich von echtem Holz unterscheidet.  Wer sich für ein Subwoofer-/Satellitensystem entscheidet, wird feststellen, dass selbst günstigere Offerten mehr und mehr echte Aluminiumgehäuse mitbringen. Bei teuren Sub/Sat-Kombis ist dieses Qualitätsmerkmal Pflicht. 
  2. Detailverarbeitung: Einpassung Chassis, Kanten-Finish etc.
  3. Der Gehäuseaufbau unterscheidet sich stark, teure Modelle haben meist aufwändig versteifte Gehäuse, die eine exakte Wiedergabe begünstigen. 
  4. Chassisbestückung: Bei den Top-Baureihen verwenden namhafte Lautsprecherhersteller besonders hochwertige Chassis mit ausgezeichneten akustischen Eigenschaften.
  5. Weitere Unterschiede zwischen teuren und günstigen Lautsprechern: Frequenzweiche ist bei teuren Modellen oft aufwändiger ausgeführt, was der klanglichen Reinheit und der akustischen Präzision zuträglich ist. Für DVD-Audio und SACD sind ebenfalls teurere Systeme aufgrund ihrer konstruktiven Merkmale besser geeignet. Verschiedene Edel-Boxen haben einen eigenen Hochtöner (Superhochtöner) für den erweiterten Hochtonbereich von DVD-A und vor allem von SACD. Dieser Superhochtöner ist aufwändig konstruiert, sehr klein und beginnt mit der Übertragung, wo der "herkömmliche" Hochtöner aufhört. 
  6. Anschlussterminal: Bereits recht günstige Stand- und großvolumige Regallautsprecher verfügen mittlerweile über bi-wiring-fähige Anschluss-Schraubterminals. Bei sehr edlen Lautsprechern sind diese jedoch nochmals hochwertiger, haltbarer und praxisgerechter (große Kabelquerschnitte sind einfacher einzuführen) verarbeitet. 
  7. Wer mit seinen Lautsprechern mit normalen Pegeln und auf normalem Level Musik und Filmton genießen möchte, muss nicht mehr Unmengen Geld investieren. Zwischen 500 und 1.000 € sind, je nach Anspruch und Raumgröße, anzulegen. WICHTIG: Hörer mit gesteigertem Anspruch werden mit diesen Offerten nicht glücklich, denn wer Wert auf höchste Pegelfestigkeit oder liebevoll aufbereiteten Detailreichtum legt, muss mehr investieren.
  8. Die alte Weisheit, dass Lautsprecher deutlich teurer sein müssen als der Rest der Anlage, stimmt so nicht mehr. Natürlich macht es wenig Sinn, einen 5.000 €-Boliden am 1.000 €-Satellitensystem zu betreiben, man sollte schon auf eine entsprechende Dimensionierung achten. Gleich jedoch ein 15.000 €-Lautsprecherensemble einzukaufen, macht aber auch keinen Sinn.
  9. Bezugnehmend auf den Punkt 5) weisen wir nachdrücklich darauf hin, dass gerade teure, extrem detailreich darstellende Highendboxen nicht unbedingt für diejenige Käuferschicht interessant sind, die sich einen extrem leistungsfähigen Boliden ins Haus holen und viel Wert auf höchste Pegelfestigkeit der Lautsprecher bei heimkinoorientierten Anwendungen legen. Diese Home Theatre-Enthusiasten sind unter Umständen anderen Lautsprechern, die extrem belastbar sind, dabei Werte wie Präzision und Brillanz aber keinesfalls außer Acht lassen, besser bedient. Wer als audiophiler Gourmet in höchster klanglicher Reinheit bei moderater Lautstärke schwelgen möchte, sollte sich hingegen umschauen nach noblen "Feingeistern". Diese sind nie günstig zu bekommen, da gerade gewisse Anbieter auch von ihrem Ruf profitieren, musikalisch Bestmögliches feil zu bieten. Bei genauer Recherche jedoch kann man auch hier Unterschiede ausfindig machen. Hier wäre aber noch zu ergänzen, dass dieser Anwenderkreis auch bei der Wahl der Verstärkereinheit nicht unbedingt einen AV-Boliden, sondern vielleicht eher eine grazil darstellende Vor-/Endstufenkombi auswählen sollte. Plan B: Ein günstigeres Heimkinosystem und ein separates System für den Stereogenuss in Reinkultur. 
  10. AUFPASSEN auf den Wirkungsgrad! Wer wild und ohne System AV-Receiver und Lautsprecher miteinander kombiniert, wundert sich hinterher, wieso er mächtig aufdrehen muss, damit endlich richtiger Druck aus den Schallwandlern kommt. Nicht selten streicht der AV-Receiver, ist er ein in Bezug auf den Preis eher "bürgerliches" Modell, schon bei moderaten Pegeln die Segel. Dieses Verhalten liegt im Wirkungsgrad der jeweiligen Lautsprecher begründet. Darum sollten diejenigen, die einen normal dimensionierten AV-Receiver einsetzen, auf einen guten Wirkungsgrad bei den ins Auge gefassten Boxen denken. 

Ratschläge zum Schluss

  1. Selber testen. Am besten die beiden "Favoriten" oder die beiden ins Auge gefassten Kombinationen selber ausgiebig hören. Dazu gilt: Sich viel Zeit nehmen und auch das Handling selber überprüfen.
  2. Die gesamte Kette ist so gut wie das schwächste Glied. Also am besten Geräte nehmen, die in Bezug auf das Leistungsniveau zusammen passen. 
  3. Das Thema Verkabelung Ernst nehmen - und zwar auf die richtige Art und Weise, das heißt, Kabel mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis und hochwertiger Verarbeitung wählen. Billigstrippen oder angebliche Highendkabel zu Mondpreisen bringen nur Frust. 
  4. Generell gilt: Vergleichen. Beim Internetanbieter oder beim Händler sollte man sich nach verschiedenen Faktoren und deren geeigneter "Mischung" richten: a) Vernünftiger Kaufpreis und b) überzeugender Service.  Die günstigsten Preise sind oft an unzureichenden Service gekoppelt, und mancher Händler lässt sich seinen Service fürstlich honorieren. Auch hier heißt es: Vergleichen, entscheiden und - an die Zukunft denken. Beispiel: Der seriöse Internet-Händler ist auch noch nach Jahren für Sie da, während der Billiganbieter mit Marktschreier-Preisen vielleicht schon dann nicht mehr auffindbar ist, wenn Sie nach sechs Monaten einen Garantiefall haben. 

29. März 2005
Text: Carsten Rampacher