Test: AV-Receiver Yamaha
RX-V3000RDS

Finish, Features und Anschlüsse
Wer sich für einen voll ausgestatteten Receiver der
oberen Mittelklasse interessiert, der sich durch vielfältige
Einstellmöglichkeiten auch dem individuellen Geschmack und
schwierigen räumlichen Bedingungen anpasst, für den hat DSP-Pionier
Yamaha seit Januar 2001 einen neuen Kandidaten ins Rennen geschickt:
Der Receiver RX-V3000RDS mit
32-Bit-DSP und 96 kHz/24-Bit D/A-Wandlern kostet 3699 DM. Decodiert
werden auch Dolby Digital EX-codiertes Material sowie DTS ES Compatible
6.1.
Yamaha
vertraut im Gegensatz zur Konkurrenz von THX (Surround EX) auf einen Rear Surround Center in
der Mitte hinter den Zuschauern und nicht auf zwei Rear Surround Speaker, die nach
THX-Vorgaben mit geringem Abstand untereinander hinter dem Zuhörer in der Mitte aufgebaut
werden. Sinn der
THX-Variante ist es, die
klanglichen Veränderungen, die bei lediglich einem Rear Surround Speaker durch eine
leicht veränderte Sitzposition oder durch Bewegungen des Zuhörers Disharmonien beim
Empfinden der Räumlichkeit der von hinten kommenden Geräusche verursachen können, durch
einen zusätzlichen Rear Surround Speaker zu kompensieren.
Yamaha gibt auch dem RX-V3000 im Genegesatz zu einigen
Konkurrenzprodukten die
erforderliche Back Surround-Endstufe mit auf den Weg. Sie
leistet wie jede der insgesamt sechs eingebauten Endstufen nach
Werksangaben minimal 100 Watt (20 Hz
bis 20 kHz, 8 Ohm, 0,02 % Klirr). Zusätzlich gibt es noch zwei je 25 Watt starke Endstufen für ein
Yamaha-spezifisches Feature: In der Idealkonfiguration verfügt der
Receiver noch über zwei
zusätzliche Front-Effektlautsprecher. Sie sind aber auch nicht zwingen
vorgeschrieben. Doch das ist nicht die einzige
Besonderheit die Lautsprecher betreffend: Um ein noch voluminöseres
Klangbild zu ermöglichen, empfiehlt Yamaha, auch zwischen die zwei
hinteren Surroundkanäle einen aktiven Subwoofer
einzuschleifen.
In der DSP-Sektion gibt es insgesamt
49 Programme,
unterteilt wird nach "Cinema DSP" Programmen und "Hifi-DSP"-Programmen.
Yamaha treibt hohen Aufwand bei seinem digitalen Soundprozessing: So wurden zum Beispiel für die drei
Church-Programme des Hifi-DSP aufwendige Schallvermessungen in drei Kirchen mit
unterschiedlicher Akustik vorgenommen. Für die Cinema-DSP-Programme wurden
Klangmessungen in verschiedenen Arten von Kinosälen vorgenommen. Alle
DSP-Programme können durch die Änderung der werksseitig vorgegebenen Einstellparameter
noch den individuellen räumlichen Bedingungen und dem individuellen Hörgeschmack
angepasst werden.
Als sehr wertvolles Feature verfügt der Yamaha
RX-V3000RDS auch noch über einen Equalizer für die Anpassung des
vorderen Centers. Dieser ermöglicht es, die Klangcharakteristik des vorderen Center-Speakers der der Hauptlautsprecher anzupassen. Fünf Frequenzbänder (100
Hz, 300 Hz, 1 kHz, 3 kHz und 10 kHz) ermöglichen eine präzise Anpassung im gesamten
Frequenzspektrum. Die Vorzüge in der Praxis: Wer einen Center mit klanglichen Eigenschaften verwendet, die sich von denen der
Hauptlautsprecher unterschieden
(das ist der Fall,
wenn der Center von einer anderen Marke als die Hauptlautsprecher sind oder von der gleichen Marke, aber aus einer
anderen Serie und daher mit anderer Klangcharakteristik versehen). Gleichzeitig kann mit
Hilfe des Grafik-Entzerrers die oftmals zu mittenbetonte Charakteristik des
Center-Speakers korrigiert werden. Im Gegensatz zum
Verstärker-Flagschiff DSP-AX1 verfügt
der RX-V3000 aber nicht noch zusätzlich über einen Equalizer, der
die Anpassung des hinteren Center-Kanals ermöglicht.
Zusätzlich ist noch ein Cinema EQ genanntes
System mit an Bord, was die individuelle Anpassung der vier Lautsprechergruppen (Haupt-
und Centerlautsprechergruppe, die Gruppe der vorderen Effektlautsprecher, die hintere
Lautsprecher-Gruppe und die Rear-Center-Gruppe) aneinander ermöglichen soll. Mehr dazu im
technischen Anhang auf Seite 3 des Tests.
Als ebenfalls nützliches Tool zum Anpassen des Equipments stellt sich die
Low Frequency Test-Funktion heraus. Hiermit kann die Lautstärke des Front-Subwoofers an
die Lautstärke der anderen Lautsprecher angepasst werden, damit keine Über- oder
Unterbetonung und somit ein unausgeglichen Klangbild die Folge ist. Um genau diesem Faktum
entgegenzuwirken, kann der Verstärker im LFE-Pegel und im Dynamikbereich extra für Dolby
Digital kalibriert werden. Im LFE-Bereich sind Einstellungen zwischen 0 und -20dB
möglich, im Dynamikbereich kann zwischen maximaler Dynamik (soll besonders für
Spielfilme die beste Lösung sein), einer Standardeinstellung und einer Minimalvariante
gewählt werden. Auch für DTS gibt es eine Extra-Einstellung, die hier allerdings nur den
Pegel des LFE-Kanals betrifft. Aufgrund der anderen Systemgegebenheiten im Falle DTS
kann der Pegel von -10dB bis +10dB eingestellt werden.
Doch der RX-V3000RDS besteht nicht nur aus Elektronik:
So ist der Receiver besonders von außen äußerst hochwertig
verarbeitet, mit massiver Gehäusefrontplatte und einem präzise
gearbeiteten Lautstärke-Drehregler. Innen erfreuen großzügig
dimensionierte Kühlkörper das Auge, sichtbar wird beim Öffnen auch
die steife und aufwendige Chassiskonstruktion. Störend ist nur, dass
der RX-V3000 etwas unaufgeräumt wirkt und damit weniger hochwertig
als der DSP-AX1. Bei dieser
Feststellung muss aber auch der Preisunterschied zwischen beiden
Modellen berücksichtigt werden.

Der Yamaha
RX-V3000RDS von innen
Von der Verarbeitungsqualität her weiß auch die mitgelieferte
Fernbedienung zu gefallen, wenn auch das Design eher hausbacken ist.
Ein- und Ausgänge sind zahlreich vorhanden: Acht
Digitaleingänge sowie zwei optische Digitalausgänge, die frei
zuweisbar sind. Ein Sechskanal-Eingang für externe
Decoder und ein Achtkanal-Pre-Out stehen weiterhin zur Verfügung. 10 Cinch-Stereo-Eingänge
und vier Rec-Out-Cinch-Stereo-Ausgänge stehen für analoge Verbindungen ebenfalls zur
Verfügung. Videogeräte können mit Hilfe der sieben S-Video-Hosiden-Buchsen oder mit den
ebenfalls sieben FBAS-Cinch-Eingängen Verbindung aufnehmen. Ebenfalls gibt es
zwei Komponenteneingänge. Auf der Ausgangsseite gibt es einen Komponentenausgang und je
zweimal FBAS und S-Video-Hosiden. Eine RS-232-Schnittstelle findet sich auch auf der
Rückseite des RX-V3000RDS.
Die Anschlußvielfalt des Yamaha ist schlichtweg überragend. Selbst
nach einer üppigen Belegung mit einem DVD-Player, einem CD-Player,
einem MD-Recorder, einem analogen Tape-Deck, einem Digital-TV- oder
Sat-Receiver, einem Videorecorder und zusätzlich einer Dreamcast und
einer Playstation 2 befindet sich noch immer reichlich Platz auf der
Rückseite des Receivers, so dass dieser mit dem Anwachsen des
Stereo-Turms standhalten kann.

Gut
bestückt: Die Rückseite des RX-V3000RDS
Insgesamt überzeugt der Yamaha eine erstklassigen
Ausstattung, vielfältigen Anschlussmöglichkeiten und guter
Verarbeitung in der ersten Disziplin.
Bedienung
Der RX-V3000RDS hat mannigfaltige
Einstellmöglichkeiten. Via gut gegliedertem OSD sind massenhaft
Funktionen einstellbar. Während die elementaren Tools noch dem
durchschnittlichen Heimcineasten bekannt sein dürften, muss man für
die weitergehenden Justagemöglichkeiten entweder schon eine Weile mit
der Yamaha DSP-Technologie vertraut sein oder die Bedienungsanleitung
konsultieren. Ärgerlich ist die Art der Verzögerungseinstellung für
die Lautsprecher: Während bei
Konkurrenzprodukten
bequem der Abstand der Lautsprecher in Meter eingegeben werden kann, der Verstärker errechnet dann
die optimale Delay-Zeit, muss beim Yamaha die Delay-Zeit eingegeben werden.
Damit hat der Benutzer die Umrechnung zwischen Metern und Millisekunden
am Hals. Hier besteht von daher Nachbesserungsbedarf.
Das Bedienkonzept der Fernbedienung ist bis
auf kleinere Ausnahmen gut. Positiv fällt auf, dass sich die
DSP-Programme direkt über einzelne Funktionstasten abrufen lassen und
das umständliche Navigieren durch Menüs damit entfällt. Wünschenswert wäre nach wie vor, dass die
Beleuchtung auch die Tasten für die Wahl der DSP-Programme umfassen
würde. Das
kleine LC-Display, welches die angewählte Quelle anzeigt, ist beleuchtet, zusätzlich
leuchten parallel dazu die Funktionstasten für die grundlegenden Bedienelemente, die für
die Bedienung der Quelle notwendig sind. Die Tasten fürs OSD befinden
sich hinter einer Klappe im unteren Sektor des Infrarotgebers, ob dies
sinnvoll ist oder nicht, daran scheiden sich die Geister.
Nach
Yamaha-Auffassung nehmen die meisten Kunden die Einstellungen nur
einmal vor und benötigen die Funktionstasten dann nur noch selten bis
nie mehr, daher die "Verbannung" hinter die Klappe. Der
Heimkino-Enthusiast, den der RX-V3000RDS mit seinem nicht gerade
niedrigen Einstiegspreis allerdings ebenso ansprechen wird, ärgert
sich hingegen, sind die Settings doch etwas umständlich, bedingt
durch die Klappe und die fehlende Beleuchtung, zu machen.

Die
Fernbedienung unterscheidet sich durch die in hellem Farbton
abgesetzten Funktionstasten von der des DSP-AX1. Unten befindet sich
eine auf dem Bild geschlossene Klappe, die die Bedienelemente für das
On-Screen-Menü unter sich verbirgt
Die Fernbedienung ist lernfähig, somit programmierbar, und sogar mit Makros
zu belegen. So kann man nahezu alle wesentlichen Funktionen eines
DVD-Players inklusive Menüsteuerung übernehmen. Ärgerlich ist nur,
dass der Speicher der Fernbedienung nach rund 30 programmierten
Befehlen bereits voll ist - zu wenig, um wirklich alle Geräte, die
man hat, komplett über die Receiver-Fernbedienung steuern zu können. Das Display des Receivers weiß in
allen Belangen zu überzeugen: DOT-Matrix-Darstellung, angenehme
Beleuchtung und groß genug.
Ton
Yamaha sieht in der Idealkonfiguration für den
RX-V3000RDS zwei Hauptboxen, einen Center und einen aktiven Subwoofer für vorne vor, hinzu kommen
noch zwei vordere Effektboxen, die in mindestens 50 cm Abstand von den Haupt-Frontboxen
aufgestellt werden müssen. Hinten kommt neben den Links/Rechts-Surroundlautsprechern ein
Rear Surround Center zum Einsatz, wie von der Dolby Digital EX Norm vorgegeben.
Zusätzlich empfiehlt Yamaha, für ein optimal raumfüllendes Ergebnis auch auf den
Surroundkanälen, zwischen die L/R-Surroundlautsprecher noch einen weiteren aktiven
Subwoofer einzuschleifen. Um die Möglichkeiten des RX-V3000RDS ausloten zu können, wurde für
den Test die volle Konfiguration verwendet.
| Für die beiden Frontkanäle wurden
Infinity-Standboxen vom Typ Reference 61 Mk II verwendet |
| Als Front-Effektlautsprecher kamen zwei Infinity
Reference 1 Mk II zum Einsatz |
| Als Surroundlautsprecher kamen a) als
Direktstrahler ebenfalls zwei Infinity Reference 1 Mk II zum Einsatz b) als Dipole zwei
Magnat Vector Needle Dipole, die in ihrer Klangcharakteristik aufgrund ihrer klanglich warmen und
runden Auslegung gut mit dem Infinity-Equipment harmonieren |
| Ein Infinity-Center vom Typ Reference 100 Mk 2 kam als Center
zwischen den L/R-Frontkanälen und hinten als Rear Surround Center zum Einsatz |
| Zwei aktive Subwoofer fanden Verwendung: Für den Frontbereich
ein Yamaha YST-SW800 (800 W Nennleistung), ein Yamaha YST-SW300 (180 W Nennleistung)
verrichtete zwischen den hinteren L/R-Surroundlautsprecher seinen Dienst |
| Die Konfiguration wurde mit verschiedenen DVD-Playern getestet:
Einem Toshiba SD900E, einem Toshiba SD9000 Reference und einem
Pioneer DV-737 |
Zum Soundcheck trat folgende Software an:
| Dolby Digital 5.1 : X-Men
(Code 1), Mission Impossible 2 (Code 1), Tomarrow Never Dies (Code
2), Perfect Storm (Code 1 + Code 2) |
| DTS ES: Chicken Run (Code 1), Sleepy
Hollow (Code 2) |
| DTS: The Long Kiss Goodnight
(Code 2), Apollo 13 (Code 1) |
| Audio-CD: Mark Knopfler:
Sailing To Philadelphia, Dance Now 11, Ludwig van Beethoven:
Symphonien Nr.5 und 6, Simon Preston: Johann Sebastian Bach, Organ
Works |
Leistungsmessung mit BUROSCH
ELECTRONIC Audio-Analyzer NF-200:
| Nachprüfung der angegebenen Ausgangsleistung: Main L/R/Center/Subwoofer/Surround
links/rechts/Back Surround: 100 W, 0,03 % Klirr, 1 kHz |
| Maximal mögliche Ausgangsleistung bei
1 % Klirr: Main L/R/Center/Subwoofer/Surround links/rechts/Back
Surround: 140 W, 1 kHz |
Der Yamaha zeigte sich im Messwertcheck - siehe oben -
und im Tontest allen Belastungen sehr
gut gewachsen und erfreute mit einem harmonischen, aber trotzdem
differenzierten Klangbild. Sowohl für Musik als auch für Filme
eignet sich der RX-V3000RDS wirklich gut. Der richtigen
Lautsprecherkonfiguration sollte der Benutzer aber etwas Sorgfalt
widmen, schließlich verfügt der Receiver durch das ausgeklügelte
DSP über vielfältige Einstellungsmöglichkeiten.
Die Beobachtungen im einzelnen:
Dolby Digital: Der
Yamaha RX-V3000RDS bewies bei allen Test-DVDs, dass er eine echte
Bereicherung für seine Preisklasse darstellt, die durchaus von sehr
guten Receivern und Verstärkern besetzt ist (zum Beispiel dem Pioneer
VSX-909RDS oder dem Denon
AVC-A10SE). Das Klangbild war stets von einer hohen räumlichen
Dichte und einer feinen Strukur, die kleine Nuancen gut
herausarbeitete, geprägt. Bei "Mission Impossible 2" zeigte
der RX-V3000 überdies, dass er mit dem kraftvollen Soundtrack des
Films bestens zurechtkommt: Er bot in der Anfangsszene im Jumbo-Jet
viel Dynamik. Im weiteren Verlauf des Actionfilms
kristallisierte sich heraus, dass der, der mit einer minimalen Tendenz
zum Verwischen bei den Surroundeffekten leben kann, guten Gewissens
die Back Surround Matrix in Betrieb nehmen sollte. Denn der
Raumeindruck verbessert sich deutlich und macht den eben beschriebenen
Nachteil mehr als wett. Dies ist allerdings die Meinung des Testers,
ebenso gibt es andere 5.1-Filme, wo sich die Back Surround Matrix
weitaus unangenehmer bemerkbar macht.
Wir verwendeten das "70 mm Adventure"-DSP-Programm
bei "MI2", welches eine gerade auf diesen Film sehr gut
passende Dynamik mit sich brachte, die sich erfreulicherweise nicht
nur in den Actionsequenzen, sondern im Verlauf des gesamten Filmes
(ja, auch bei MI2 ist mal für ein paar Minuten Ruhe!) als eine gute
Wahl herausstellte. Die selbe Einstellung kann auch sehr gut
für Pierce Brosnans zweites 007-Abenteuer "Tomorrow Never
Dies" verwendet werden, besonders die Anfangsszene, als Bond den
"Terroristen-Supermarkt" sprengt, klingt ungeheuer
wuchtig-explosiv. Gleich in zwei DSP-Modi kam "X-Men"
(Code 1) besonders gut zum Zuhörer: Sowohl in der "70 mm SciFi"- als
auch in der "70 mm Spectacular"-Einstellung überzeugte das
Ergebnis. Was die Back Surround-Matrix angeht, so lässt sich hier der
schon bei MI2 beobachtete Sachverhalt bestätigen.
Erst recht gilt dies natürlich für den sowieso in
Dolby Digital 5.1 EX abgemischten Naturkatastrophen-Blockbuster "Perfect
Storm", bei dem sich besonders der zusätzlich zwischen die
beiden Surroundboxen eingeschliffene aktive Subwoofer bei richtiger
Einstellung als merkbare Unterstützung erwies, brachte der
zusätzliche Tieftonlautsprecher die
heftigen Böen doch noch effektiver ins heimische Wohnzimmer. Hielt
man sich die Augen zu, so konnte man die Nässe des Meeres und die
meterhohen Wogen förmlich spüren. Allerdings ist beim Anwählen der Lautstärker des hinteren
Subwoofers, die - wie bei einem aktiven Subwoofer üblich - nicht via
RX-V3000RDS, sondern am Subwoofer selber einzustellen ist (wie von
passiven Subwoofern her bekannt, wird der hintere Aktivwoofer via
Lautsprecherterminal in die Anlage integriert) - Vorsicht geboten: Wer nämlich
denkt, dass bei den nicht so heftig vorhandenen Bassanteilen im Surroundbereich dieses
Manko durch übertriebene Subwooferlautstärke kompensiert werden kann, irrt: Ein
unnatürlich-dumpfes, akustisch schon beinahe in Richtung monoaural tendierendes Klangbild
ist die Folge. Behutsamer Einsatz des Lautstärkereglers hingegen bringt ein deutliches
Plus an Volumen. wobei es bei "Perfekt Storm" insgesamt ein
wenig mehr Lautstärke sein durfte als bei den anderen Testmustern.
DTS:DTS
ES Discrete 6.1 kann der Yamaha RX-V3000RDS nicht decodieren, die
erste Version der DTS ES-Varianten, DTS ES 6.1 Compatible, allerdings
überzeugend. Bei der Code 1-DVD von "Chicken Run", die
nicht gerade ein absolut überzeugendes Beispiel für eine hervorragende
DTS ES 6.1 Discrete-Abmischung darstellt, war der Tester
durchaus überrascht, wie gekonnt der RX-V3000RDS mit diesen nicht
optimalen Software-Voraussetzungen umging. Der Pegel wurde aufgrund
der eher zurückhaltenden Abmischung der DVD weiter als
üblich aufgedreht, was den Receiver allerdings nicht im geringsten
aus der Ruhe brachte. Vielmehr spielte er sich durch seine harmonische
Wiedergabe an die Spitze seiner
Klasse, mit stets präziser Effektortung und einen differenzierten
Klangbild. Verwendet wurde die "70 mm General"-DSP-Einstellung,
die am besten mit den rennenden Hennen harmonierte. Diese
Eigenschaften konnte er auch beim hervorragend abgemischten "Sleepy
Hollow" (klingt sehr gut mit dem 70 mm Adventure DSP) unter Beweis stellen: Hier zeigte der RX-V3000RDS, dass
sich ein fein abgestuftes Klangbild im Hochtonbereich, das auch
Einzelheiten differenziert herausarbeitet, und eine hohe Harmonie
des Gesamtklangbilds keinesfalls ausschließen müssen. Die vielen
im Hochtonbereich gewollt aggressiv abgemischten Effekte des Films
stellten das Gerät zu keinem Zeitpunkt vor Probleme.
Grandios die
Vorstellung bei der DTS 5.1-DVD von "Long Kiss Goodnight":
Bei den zahlreichen Explosionen des Films beeindruckte der Yamaha mit
großen Leistungsreserven sowie einem erstklassigen Volumen im
Bassbereich. Mehrerei fiel noch auf: Zum einen der Nutzen der
zusätzlichen vorderen Effektlautsprecher. Gerade Effekte, die von
vorne oben links oder vorne oben rechts kommen, wie zum Beispiel vom
Himmel herabstürzende Trümmerstücke, sind mit Hilfe der zwei
Zusatzboxen noch realer darstellbar, da der Effekt nicht erst auf der
Höhe des Abstrahlwinkels der Frontboxen beginnt. Zum anderen, dass
der Yamaha insgesamt eine äußerst präzise Effektortung ermöglicht.
Zum dritten, dass der Film gleich in zwei DSP-Modi, nämlich "Adventure"
und "Spectacle", bestens klang. Bei den gigantischen
Explosionen am Schluss war eine noch etwas besseres Ergebnis mit
"Spectacle" zu erzielen, während sich in den etwas
ruhigeren Filmpassagen die "Adventure"-Einstellung als
harmonischerer Partner herausstellte. Zum vierten sollte aber der
Zuhörer, möchte er die Back Surround Matrix aktiveren, ruhig und
möglichst alleine sitzen: Dadurch, dass Yamaha im Back Surround
Bereich lediglich einen Lautsprecher einsetzt, ist die klangliche
Harmonie am besten gegeben, wenn man sich in zentraler Hörposition
alleine auf das Sofa setzt. Bei ungünstiger Sitzposition kann es
ansonsten für die, die nicht zentral sitzen, zu leichtem Verzerren des
Effektspektrums aus dem Back Surround Lautsprecher kommen. Schade
eigentlich, denn ansonsten kann der Yamaha auch bei mehreren Zuhörern
selbst für die mit dem ungünstigsten Sitzplatz noch eine hohe
klangliche Harmonie erzeugen. Man sollte daher tatsächlich darüber
nachdenken, im Back Surround Bereich mit zwei Lautsprechern zu
operieren, auch wenn zugegebenermaßen der Unterschied nicht zu
stark ins Gewicht fällt.
Audio-CD: Bei Bachs Orgelwerken (Im 4D-Verfahren aufgenommene CD)
wiederholte sich das, was man schon vom
DSP-AX1 her kannte: Die "Church"-Programme, in
aufwendiger Vermessungsarbeit real existierender Kirchen erstellt,
zeigten sich in der Praxis als sehr gut geeignet, dem Klang der Orgel
den angemessenen Glanz zu verleihen. Als Datenlieferanten für die Programme dienten in allen
Fällen Tonmessungen und -aufzeichnungen, die die Yamaha-DSP-Techniker in drei Kirchen
beziehungsweise Klöstern vornahmen: In einer Kirche in Freiburg
und in einem Speiseraum eines mittelalterlichen Klosters in Royaumont (Frankreich).
Das dritte Programm, das die Akustik einer Tokioter Kirche
nachzeichnet, gibt es beim RX-V3000RDS nicht, was aber kein allzu
großer Verlust ist, denn die Tokyo-Simulation passte akustisch nur zu
sehr wenig Aufnahmen, da sie ein etwas eigenartiges, sehr spezifisches
Resonanzverhalten an den Tag legte, wie der Test des DSP-AX1
zeigte.
Für Bachs Orgelwerke zeigt sich, auch das wissen Leser des DSP-AX1-Tests
schon, dass die Londoner Kirche,
in dem Simon Preston an der Orgel Bachs Orgelwerke spielte, akustisch dem Speiseraum im französischen Kloster
sehr nahe kommt: Die schwierige Aufgabe, das volle Klangsektrum der
Orgel einwandfrei darzustellen, wurde der RX-V3000RDS gut gerecht. Nur
wenig schlechter übrigens als der DSP-AX1,
der im Detail mit noch mehr Präzision auch Zwischen- und Untertöne
herausmodelliert und so für den anspruchsvollen Musikliebhaber ein
noch besserer Partner ist. Spitzenmäßig
agierte der Receiver bei Mark Knopflers ""What It Is"
von der CD "Sailing To Philadelphia". Mit vollem,
runden Klangbild bewies der Receiver bei der "Live
Concert"-DPS-Einstellung beachtliches musikalisches Talent und
brachte Knopflers charismatische Stimme voll zur Geltung.
Der RX-V3000RDS besitzt auch einen
neuen Modus, den der DSP-AX1
noch nicht hat: "8 Channel Stereo". Wird diese Betriebsart
angewählt, wird auf alle acht Lautsprecher, also auch auf die
vorderen Effektlautsprecher und auf den hinteren Back
Surround-Lautsprecher, ein Stereosignale erteilt. Die Tonverzögerung
für die Kanäle kann im Setup individuell festgelegt werden (siehe
auch Seite 3 des Tests). Im Testbetrieb
fielen mehrere Dinge dabei auf: Zum einen lässt sich ein zufrieden
stellendes Klangbild nur dann realisieren, wenn auch für die
Front-Effektkanäle vollwertige Lautsprecher eingesetzt werden. Da die
Front-Effektkanäle in der
Leistung deutlich unter den anderen sechs "vollwertigen"
Kanälen liegen, kann dies dazu verleiten, die von der alten Dolby
ProLogic-Anlage ausrangierten Surroundlautsprecher wieder zum Einsatz
zu bringen. Während dies im Filmbetrieb zwar mit ab und zu hörbaren,
nicht aber mit allzu deutlichen Einbußen bestraft wird, legt der
Stereobetrieb Lautsprecherschwächen schonungslos offen. Bei höheren
Lautstärken geht zudem klangliche Homogenität verloren, weil die
Leistungsdiskrepanz zwischen den sechs Vollwert-Endstufen und den zwei
schwächeren Endstufen für die Front-Effektkanäle spürbar wird.
Für den Klassik-Fan ist diese Einstellmöglichkeit sowieso
unbrauchbar, da die akustische Darstellung in keiner Weise mehr der
Realität entspricht. Wer aber in seinem Keller auch mal die ein oder
andere Party veranstaltet, wo ist wichtig ist, dass, egal, wo sich die
Tänzer aufhalten, aus jeder Box permanent Musik und nicht nur Surround-typische
Effekte kommen, ist dieses Programm gar nicht mal schlecht. Besonders
ab geht die Post, wenn, was sowieso empfehlenswert ist, zwischen den
hinteren Surroundboxen ein zusätzlicher aktiver ubwoofer seinen Dienst
verrichtet. Hier kann man dann auch den hinteren Subwoofer im Pegel
kräftig aufdrehen. Leistungsmäßig kann auch richtiges Techno-Spektakel den
Yamaha kaum aus der Ruhe bringen: Bei der "Dance Now Vol.
11"-CD stand auch nach einer Stunde Vollgas noch jede Menge
Reserve zur Verfügung, selbst die Hitzeentwicklung hielt sich in
erträglichem Rahmen, was nicht zuletzt auf die großzügig bemessenen
Kühlkörper zurückzuführen ist (siehe Seite 1 des Tests).
Fazit
Mit dem RX-V3000RDS ist Yamaha ein
überzeugender Receiver gelungen, der besonders durch seine
Ausgewogenheit punkten kann. Ob Musik oder Film, der Yamaha schlägt
immer den richtigen Ton an und kommt mit allen Formaten bestens
zurecht. Selbst weniger gute Software gibt er in einer Qualität
wieder, die erstaunlich ist. Die DSP-Programme bieten Unmengen von
Einstellmöglichkeiten, klingen aber auch in der Werkseinstellung
schon sehr gut, so dass Einsteiger und Leute, die sich mehr mit der
Schaltzentrale des Heimkinos auseinander setzen, gleichermaßen
glücklich mit dem Gerät werden. Durch die leistungsfähige
DSP-Elektronik kapituliert der Yamaha auch nicht vor nicht optimalen
räumlichen Bedinungen und kann auch im mit Möbeln und einer
Couchgarnitur besetzten Wohnzimmer noch eine gute Klangqualität
ermöglichen. Die Verarbeitung ist vor allem außen excellent, innen
gut, wenngleich der zugegebenermaßen nochmals deutliche teurere DSP-AX1
im Inneren besser verarbeitet ist. Das Bedienkonzept ist
insgesamt in Ordnung, könnte im Detail allerdings noch Feinschliff
vertragen. Bei der nächsten Gerätegeneration sollte Yamaha auch
überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, auch im back Surround Bereich
zwei Lautsprecher einzusetzen. Gleichzeitig müsste man auch auf den
neuen DTS-Standard Discrete 6.1 upgraden. Doch in Anbetracht der
vielen positiven Punkte, die den Umgang mit dem Yamaha wirklich
erfreulich und angenehm machten, kann dies den sehr guten
Gesamteindruck kaum schmälern.
AREA DVD-Tipp: Hervorragender
Receiver, der sich gleichermaßen gut für Film- und Musikwiedergabe
eignet

Pro & Contra
 |
Leistungsstarke DSP-Elektronik |
 |
Klang bei Film und Musik gleichermaßen
überzeugend |
 |
Sehr gute Verarbeitung |
 |
Hohe Leistungsreserven |
|
|
 |
Nur ein Lautsprecher für den Back
Surround-Bereich |
 |
Bedienkonzept mit kleinen Mängeln |
Seite 3: Technische Daten und
Technik des Yamaha RX-V3000RDS
Die DSP-Technik des
Yamaha RX-V3000RDS
Mittels der DSP-Technologie ist der Yamaha
RX-V3000RDS in der Lage, sich zum einen dem individuellen Geschmack des
Hörers anzupassen, zum anderen aber hat der Benutzer die Möglichkeit,
das Gerät auch bei schwierigen räumlichen Bedingungen, die den
wohlklingenden Einsatz eines Surroundsystems normalerweise erschweren, so
zu justieren, dass als Ergebnis trotzdem ein runder, harmonischer Klang
vorhanden ist. Dabei helfen die zunächst vorgestellten Tools.
Nützliche Tools
Anpassungsmöglichkeiten der DSP-Programme:
Die DSP-Programme können auch noch individuellen Vorstellungen eingestellt und angepasst
werden. Diese Einstellparameter (nicht alle bei allen Programmen vorhanden) können
via On-Screen-Menü beeinflusst werden:
| INIT.DLY (Initial
Delay = Anfängliche Verzögerung): Mit dieser Funktion kann der wahrgenommene Abstand vom
Quellensound verändert werden: Die Verzögerung zwischen dem direkten Klangbild und der
ersten wahrgenommenen Reflektion kann hier in einem Steuerungsbereich von 1 bis 99
Millisekunden eingestellt werden. Je kleiner der Wert ist, umso näher scheint der
Quellenklang akustisch am Hörer zu liegen, bei einem großen Wert entfernt sich der
Quellenklang akustisch weiter. Ein kleiner Wert ist für einen kleinen Hörraum, ein
großer für einen großen Hörraum zu empfehlen |
| P.INIT.DLY (Presence
Initial Delay = Anfängliche Presence-Verzögerung): Dieser Parameter stellt die
Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten Reflexion in einem
Presence-Soundfeld (siehe unten: Die Soundfeld-Bilder eines DSP-Programms) ein.
Einstellbereich: 1 bis 99 Millisekunden. Je größer der Wert, umso später beginnt die
erste Reflexion |
| RC.INIT.DLY (Rear Surround Center
Initial Delay = Anfängliche Verzögerung des hinteren Center-Sound-Feldes): Wie Funktion
davor, nur geht es diesmal um das hintere Center-Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 1
bis 49 Millisekunden |
| S.DELAY (Surround Delay =
Surround-Verzögerung): Wie die Funktionen zuvor, diesmal geht es um die Verzögerung
zwischen dem direkten Klang und der ersten Reflexion in einem Surround-Soundfeld.
Einstellbereich 0 bis 49 Millisekunden, abhängig vom Digitalformat |
| S.INIT.DLY (Anfängliche
Surround-Verzögerung): Einstellmöglichkeit für die Verzögerung
zwischen dem direkten Klangbild und der ersten Reflexion der
Surround-Seite des Gesamtklangfelds. Nur bei der Verwendung von
mindestens zwei vorderen und zwei hinteren Kanälen einsetzbar. Steuerungsbereich
von 1 bis 49 msek. |
| ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt
die wahrnehmbare Größe des Surround-Soundfeldes ein. Je größer der Wert, umso größer
wird das Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 0,1 bis 2,0. Da der Klang wiederholt in
einem Raum reflektiert wird, kommt es mit zunehmender Größe der Halle dazu, dass die
Zeit zwischen dem ursprünglich reflektierten Sound und den nachfolgenden Reflexionen
zunimmt. Durch die Möglichkeit der Steuerung der Zeit zwischen den reflektierten Sounds
kann man die wahrnehmbare Größe des virtuellen Saales ändern. Wenn der Parameter von 1
auf zwei verdoppelt wird, verdoppelt sich die wahrzunehmende Länge des Raumes |
| P.ROOM SIZE: Gleiche
Funktion für das Präsenz-Surroundfeld |
| S.ROOM SIZE (Surround-Raumgröße):
Steuerungsbereich von 0,1 bis 2,0. Stellt die wahrnehmbare Größe
des Surroundklangfeldes ein. |
| RC ROOM SIZE
(Rear Center Room Size): Einstellmöglichkeit für die wahrnehmbare Größe des hinteren
Center-Surround-Soundfeldes. Einstellbereich 0,1 bis 2,0, je größer der Wert, umso
größer die Reflektion der Wände des Presence-Soundfeldes |
| LIVENESS (Lebendigkeit): Dieses
Tool stellt das Reflexionsvermögen der virtuellen Wände in der Halle ein, indem die
Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen geändert wird. Einstellbereich 0 bis 10.
Einsatzbereich dieser Funktion: Da die frühzeitigen Reflexionen einer Klangquelle in
einem Raum mit hoher Akustikabsorbation viel schneller abklingen als in einem Raum mit
stark reflektierenden Wänden, kann mit dem LIVENESS-Parameter die Abklingrate der
frühzeitigen Reflexionen von einem "toten" Raum (Raum mit hoher
Absorbationsrate) zu einem "lebendigen Raum (Raum mit stark reflektierenden Wänden)
verändert werden |
| S.LIVENESS
(Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für das wahrnehmbare
Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im Surround-Soundfeld. Je größer der Wert,
umso reflektierender werden die Wände des Surround-Soundfeldes |
| RC.LIVENESS (Hintere
Center-Lebendigkeit) siehe Funktion zuvor, diesmal für den Rear Surround Center |
| REV.TIME (Reverbation Time =
Widerhallzeit): Stellt die Zeitspanne ein, die für das Abklingen des dichten,
nachfolgenden Widerhall-Sounds um 60dB (bei 1 kHz) benötigt wird. Folge: Die wahrnehmbare
Größe des akustischen Umfeldes wird über einen sehr weiten Bereich geändert.
Einstellbereich: 1,0 bis 5,0 Sekunden. Empfehlung: Bei "toten" Signalquellen
und/oder Hörräumen längere Widerhallzeit, bei "lebendigen" Signalfelder
und/oder Hörräumen eine kürzere, denn zuviel Widerhall sorgt genauso für eine
unnatürliche Klangkulisse wie zuviel |
| REV.DELAY(Reverbation Delay =
Widerhallverzögerung): Einstellmöglichkeit von 0 bis 250 Millisekunden für die
Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des direkten Klangs und dem Beginn des Widerhalls. Je
größer der Wert, umso später beginnt der Widerhall. Ein späterer Beginn des Widerhalls
erzeugt ein Klangfeld, das den Eindruck vermittelt, in einem größeren akustischen Umfeld
zu sein |
| REV.LEVEL(Reverbation Level =
Widerhallpegel):Stellt die Lautstärke des Widerhalls ein (0 bis 100 %), je höher der
Wert, umso lauter der Widerhall |
| Speziell neu für den
Achtkanal-Stereo-Modus: Die Tonverzögerung jedes Kanals kann
in einem Einstellbereich von 0 bis 50 msek. eingestellt werden |
Kurzer Exkurs: Die Soundfeld-Bilder eines DSP-Programms
Jedes der Cinema-DSP-Programme ist vom Charakter der verschiedenen
vorkommenden Soundfelder her unterschiedlich. Alle Daten beruhen, wie schon erwähnt, auf
realen Messungen, zum Beispiel in großen Kinosälen. Bei den Soundfeldern unterscheidet
Yamaha zwischen dem Presence-Soundfeld (das Soundfeld, welches sich vorne hinter den
Lautsprechern ausbreitet) und den linken und rechten Surround-Soundfeld sowie dem
Nachhall. Die Presence- und Surround-Soundfeld-Daten finden ihren Ausdruck in der
Verteilung der virtuellen Klangquellen und der Echomuster. Da jedoch die zwei
unterschiedlichen Soundfeld-Typen mit komplexen Elementen wie zum Beispiel der
Energiebalance und den Signalmischverhältnissen ausgedrückt verarbeitet werden, werden
sie als ein auf dem Wahrnehmungsvermögen der Zuhörer beruhendes Soundfeld ausgedrückt.
Dolby Digital Surround EX
1999, gleichzeitig mit der Uraufführung von "Star Wars - Episode
1", war ein neues System geboren: Dolby Digital EX, 6.1-Sound, abgemischt mit
einem zusätzlichen Kanal für den Rear Center, der in der Mitte hinter den normalen
Surroundlautsprechern aufgestellt wird. Die THX-Variante verfügt sogar über ein
zusätzliches Rear-Lautsprecher-Paar, das - wie schon beschrieben - mittels des einen
zusätzlichen Kanals versorgt wird. Bei der THX-Spezifikation werden die beiden
Back-Surroundlautsprecher in kurzer Distanz untereinander aufgestellt. Doch was ist mit
der Kompatibilität zu den bisherigen 5.1-Systemen? Ein 6.1-Soundtrack soll, so war die
Zielsetzung, auch auf bisherigem 5.1-Equipment laufen. Also entschloss man sich in beiden
Fällen für ein simples und abwärtskompatibles Verfahren, welches in ähnlicher Art und
Weise bereits bei Dolby Surround für die Generierung eines dritten Kanals aus einem
Stereosignal angewendet wurde: Das dem Rear Center zugedachte Signal wird durch eine
Matrix geschleift und auf die beiden Surround-Lautsprecher gleichmäßig verteilt. Ein
Zusatzdecoder extrahiert dann aus dem gematrixten Signal für die Surroundspeaker wieder
die Signale für die Links/Rechts-Surroundlautsprecher und für den oder die Rear Surround
Speaker. Im Dolby Digital-Bitstream wird eine zusätzliche Kennung mitgeliefert, die dem
digitalen 6.1-Decoder die Anweisung gibt, das Signal der beiden hinteren Kanäle durch
eine Matrix-Schaltung zu ziehen und das Center-Signal zu erzeugen. Ein herkömmlicher
5.1-Decoder, der mit der 6.1-Kennung nichts anzufangen weiß, gibt wie gehabt, nur ein
Stereo-Signal auf den hinteren Kanälen wieder, in dem auf beiden Kanälen das Signal des
Centers vorhanden ist.
Technische Daten
| Decodiert Dolby Digital-EX-codiertes
Material sowie DTS ES Compatible 6.1 |
| 96 kHz/24-Bit-D/A-Konverter |
| Nenn-Ausgangsleistung (minimal): 6 x 100 Watt (8 Ohm, 20 Hz bis
20 kHz mit 0, 02 % Klirrfaktor), Fronteffektkanäle 2 x 25 W (bei 8 Ohm, 0,05 %
Klirr, 1kHz), DIN-Ausgangsleistung Main L/R: (maximal): 160 W (84Ohm,1kHz,
0,7 % Klirr) |
| 32-Bit-DSP und 49 DSP-Programme |
| Klangreglung Höhen: +/- 10 dB bei 20 kHz, Bass +/- 10 dB bei
50 Hz |
| 10 Paar Analogeingänge |
| 6-Kanal-Analog-Externeingang |
| 8-Kanal-Analog-Pre-Ausgänge |
| 1 Analog-Multi-Room-Ausgang |
| 4 Analog-REC-Ausgänge |
| 8 Digitaleingänge, 2 Digitalausgänge,
frei zuweisbar |
| 2 frei zuweisbare Component Video-Eingänge, 1 Component Video-Ausgang |
| 7 Composite Eingänge, 2 Composite Ausgänge |
| 7 S-Video-Eingänge, 2 S-Video Ausgänge |
| Lernfähige und vorprogrammierte Fernbedienung mit beleuchtetem
Eingangswahl-Display |
| RS-232-Schnittstelle für erweiterte
IR-Funktionen |
| Netzteil:230 V, 50 Hz |
| Leistungsaufnahme ca. 480 W |
| Abmessungen (B x H x T in mm) 4749 x 191 x
468 |
| Gewicht 22 kg |
| Gehäusefarbe: schwarz |
| Preis: 3699 DM |
Test von: Carsten Rampacher
08. 01. 2001
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