Test: AV-Verstärker Yamaha
DSP-AX1

Finish, Features und Anschlüsse
Verschiedene Wege sollen zu einem Ziel führen - dem optimalen
Heimkinoerlebnis. So vertraut Denon beim THX Surround EX-Verstärker Denon AVC-A10SE auf das Know-How von THX, während
Yamaha beim neuen Verstärker-Spitzenmodell DSP-AX1 eigene Wege beschreitet und auf seine
Cinema DSP-Technologie vertraut. An Tonnormen verarbeitet der 5500 DM teure, in schwarz
oder gold lieferbare Verstärker Dolby Digital EX und DTS ES 6.1 Matrix. Im Gegensatz zu
Denons THX-Verstärker vertraut Yamaha beim Flaggschiff auf einen Rear Surround Center in
der Mitte hinter den Zuschauern und nicht auf zwei Rear Surround Speaker, die nach
THX-Vorgaben mit geringem Abstand untereinander hinter dem Zuhörer in der Mitte aufgebaut
werden. Sinn dieses Systems ist es, die
klanglichen Veränderungen, die bei lediglich einem Rear Surround Speaker durch eine
leicht veränderte Sitzposition oder durch Bewegungen des Zuhörers Disharmonien beim
Empfinden der Räumlichkeit der von hinten kommenden Geräusche verursachen können, durch
einen zusätzlichen Rear Surround Speaker zu kompensieren. Dafür kann der Yamaha mit
anderen Ausstattungsmerkmalen dienen: Zum einen verfügt er über insgesamt acht
eingebaute Endstufen, von denen sechs mit einer DIN-Leistung von 6 x 180 W (an 4 Ohm)
beziehungsweise mit einer minimalen effektiven Ausgangsleistung von 6 x 110 Watt (20 Hz
bis 20 kHz, 8 Ohm, 0,015 % Klirr) aufwarten. Damit steht also für
jeden der sechs Lautsprecher des 6.1-Systems genügend Leistung zur Verfügung,
empfehlenswert ist es, einen Subwoofer für den LFE-Kanal zu verwenden, der eine
Nennleistung von mindestens 100 Watt aufweisen kann. Eben war von acht eingebauten
Endstufen die Rede, und die zwei noch nicht weiter erwähnten sind für eine Yamaha-eigene
Spezialität zuständig: In der Idealkonfiguration verfügt der DSP-AX1 noch über zwei
zusätzliche Front-Effektlautsprecher, die von den nach DIN-Norm 2 x 60 Watt starken
Endstufen versorgt werden. An minimaler effektiver Ausgangsleistung an 8 Ohm bleiben noch
2 x 35 Watt übrig. Doch damit nicht genug der das Lautsprecher-Equipment betreffenden
Yamaha Cinema DSP-Spezialitäten: Denn man sieht vor, dass nicht nur vorne ein Subwoofer
über den Subwoofer-Pre-Out an den Verstärker angeschlossen wird, sondern auch hinten
zwischen den L/R-Surroundlautsprecher ein aktiver Basslautsprecher Verwendung findet. Für
diesen ist allerdings kein Pre-Out vorgesehen, sondern die zwei Surroundlautsprecher
werden durch den Woofer durchgeschliffen.
In der DSP-Sektion hat der Yamaha einiges zu bieten,
unterteilt wird nach "Cinema DSP" Programmen und
Hifi-DSP-Programmen. Insgesamt
54 Programme stehen zur Verfügung. Dabei verweist Yamaha auf den hohen getriebenen
Aufwand bei der Umsetzung der DSP-Technologie: So wurden zum Beispiel für die drei
Church-Programme des Hifi-DSP aufwendige Schallvermessungen in drei Kirchen mit
unterschiedlicher Akustik vorgenommen. Für die Cinema-DSP-Programme wurden
Klangmessungen in verschiedenen Kinosälen hochmoderner Prägung vorgenommen. Alle
DSP-Programme können durch die Änderung der werksseitig vorgegebenen Einstellparameter
noch den individuellen räumlichen Bedingungen und dem individuellen Hörgeschmack
angepasst werden.
Als sehr wertvolles Feature verfügt der Yamaha auch noch über einen
Center-GEQ und einen Rear Center-GEQ. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein
Grafik-Entzerrer, der es ermöglicht, die Klangcharakteristik des vorderen und des
hinteren Center-Speakers der der Hauptlautsprecher anzupassen. Fünf Frequenzbänder (100
Hz, 300 Hz, 1 kHz, 3 kHz und 10 kHz) ermöglichen eine präzise Anpassung im gesamten
Frequenzspektrum. Die Vorzüge in der Praxis: Wer einen Rear-Center oder einen
Center-Lautsprecher klanglichen Eigenschaften verwendet, die sich von denen der
Hauptlautsprecher beziehungsweise der Surroundlautsprecher unterschieden(das ist der Fall,
wenn der Center oder Rear Center von einer anderen Marke als die Hauptlautsprecher
beziehungsweise die Surroundlautsprecher sind oder von der gleichen Marke, aber aus einer
anderen Serie und daher mit anderer Klangcharakteristik versehen). Gleichzeitig kann mit
Hilfe des Grafik-Entzerrers die oftmals zu mittenbetonte Charakteristik des
Center-Speakers korrigiert werden. Zusätzlich ist auch noch ein Cinema EQ genanntes
System mit an Bord, was die individuelle Anpassung der vier Lautsprechergruppen (Haupt-
und Centerlautsprechergruppe, die Gruppe der vorderen Effektlautsprecher, die hintere
Lautsprecher-Gruppe und die Rear-Center-Gruppe) aneinander ermöglichen soll. Mehr dazu im
technischen Anhang auf Seite 3 des Tests.
Als ebenfalls nützliches Tool zum Anpassen des Equipments stellt sich die
Low Frequency Test-Funktion heraus. Hiermit kann die Lautstärke des Front-Subwoofers an
die Lautstärke der anderen Lautsprecher angepasst werden, damit keine Über- oder
Unterbetonung und somit ein unausgeglichen Klangbild die Folge ist. Um genau diesem Faktum
entgegenzuwirken, kann der Verstärker im LFE-Pegel und im Dynamikbereich extra für Dolby
Digital kalibriert werden. Im LFE-Bereich sind Einstellungen zwischen 0 und -20dB
möglich, im Dynamikbereich kann zwischen maximaler Dynamik (soll besonders für
Spielfilme die beste Lösung sein), einer Standardeinstellung und einer Minimalvariante
gewählt werden. Auch für DTS gibt es eine Extra-Einstellung, die hier allerdings nur den
Pegel des LFE-Kanals betrifft. Aufgrund der anderen Systemgegebenheiten sind im Falle DTS
kann der Pegel von -10dB bis +10dB eingestellt werden.
Doch neben der DSP-Technologie nebst aufwendigen Einpegelhilfen kann der
28-Kilo-Koloss noch mit vielem anderen aufwarten: So mit einer absolut erstklassigen
Verarbeitung - innen wie außen. Ein hochwertig verarbeitetes Chassis und eine wertige
Gerätefront untermauern die Stellung eines aufwendigen High-Tech-Verstärkers. Im
Geräteinneren fallen die großzügig dimensionierten Kühlkörper ebenso auf wie die
sorgfältige Abschottung des Netzteils. Alle Leitungen sind sauber verlegt, die Platinen
präzise eingefasst. Nicht ins Bild passen nur die dem Gerät nicht würdigen, viel zu
kleinen Lautsprecher-Schraubverschlüsse.

Auch das Geräteinnere ist bis
ins Detail hochwertig verarbeitet
Von der Verarbeitungsqualität her weiß auch die mitgelieferte
Fernbedienung zu gefallen, vom Design, das doch einige Ähnlichkeiten mit einer Tafel
Schokolade aufweist, ist sie allerdings nicht der Weisheit letzter Schluss, das gleiche
gilt für die damit in enger Verbindung stehende, nur befriedigende Ergonomie des
Gehäuses. Das Bedienkonzept der Fernbedienung ist insgesamt gut: So ist das kleine
LCD-Display, welches die angewählte Quelle anzeigt, beleuchtet, zusätzlich leuchten
parallel dazu die Funktionstasten für die grundlegenden Bedienelemente, die für die
Bedienung der Quelle notwendig sind. Die Fernbedienung ist lernfähig, somit
programmierbar, und sogar mit Makros zu belegen. Wünschenswert wäre allerdings, dass die
Beleuchtung auch die Tasten für die Wahl der DSP-Programme umfassen würde.
An Ein- und Ausgängen herrscht erwartungsgemäß kein Mangel: sieben
optische und drei koaxiale Digitaleingänge sowie ein optischer Digitalausgang. Für
Laserdisc-Fans gibt es einen Dolby Digital RF-Eingang. Ein Sechskanal-Eingang für externe
Decoder und ein Achtkanal-Pre-Out stehen weiterhin zur Verfügung. Dazu kommt noch ein
"Zone 2"-Ausgang - der DSP-AX1 ist Multi-Room-fähig. 12 Cinch-Stereo-Eingänge
und fünf Rec-Out-Cinch-Stereo-Ausgänge stehen für analoge Verbindungen ebenfalls zur
Verfügung. Videogeräte können mit Hilfe der zehn S-Video-Hosiden-Buchsen oder mit den
zehn FBAS-Cinch-Eingängen Verbindung aufnehmen. Ebenfalls gibt es drei
Komponenteneingänge. Auf der Ausgangsseite gibt es einen Komponentenausgang und je
zweimal FBAS und S-Video-Hosiden. Eine RS-232-Schnittstelle findet sich auch auf der
Rückseite des DSP-AX1.

Hier finden viele Zuspieler ihre
Anschlussmöglichkeit: Die Rückseite des DSP-AX1
Insgesamt überzeugt der Yamaha mit einer erstklassigen
Verarbeitungsqualität und einer sehr umfangreichen Ausstattung, die vielseitige
Anschlussmöglichkeiten genauso umfasst wie eine schon fast gigantisch zu nennende
Ausrüstung mit DSP-Programmen, die mit hohen Entwicklungsaufwand für optimale klangliche
Performance sorgen sollen. Verbesserungswürdig sind nur die dem Gerät nicht angemessenen
Lautsprecher-Schraubverschlüsse.
Bedienung
Der Yamaha DSP-AX bietet dem Benutzer ein sehr breites
Spektrum an Möglichkeiten, das Gerät mit optimal in die Heimkinoanlage zu integrieren.
Ein optisch und von der Benutzerführung her wirklich gut zu nennendes On-Screen-Display
schätzt man schnell als wertvollen Assistenten bei der Installation. Die präzise
ausgeführten Tasten auf der Fernbedienung, die allerdings leider unter einer Klappe zu
finden und nicht beleuchtet sind, helfen beim Navigieren durch die Menüpunkte.
Ärgerlich ist nur die Art der Verzögerungseinstellung: Während bei
Konkurrenzprodukten wie dem Denon AVC-A10SE
bequem der Abstand der Lautsprecher eingegeben werden kann, der Verstärker errechnet dann
die optimale Delay-Zeit, muss beim Yamaha die Delay-Zeit eingegeben werden. Hier besteht
ein kleiner Nachbesserungsbedarf.
Das Bedienkonzept der Fernbedienung ist sonst gut: So ist das
kleine LCD-Display, welches die angewählte Quelle anzeigt, beleuchtet, zusätzlich
leuchten parallel dazu die Funktionstasten für die grundlegenden Bedienelemente, die für
die Bedienung der Quelle notwendig sind.

Im obersten, gelb markierten
Sektor befinden sich die Tasten für die Anwahl der an die verschiedenen Inputs
angeschlossenen Komponenten. Im Mittelsektor sind die Bedienelemente für die jeweiligen
Komponenten. Im Sektor darunter sind separate Bedienelemente für ein Fernsehgerät. Unter
einer nach unten abschiebbaren Klappe (auf dem Bild geschlossen) finden sich die
Bedienelemente für das On-Screen-Menü
Die Fernbedienung ist lernfähig, somit programmierbar, und sogar mit Makros
zu belegen. Wünschenswert wäre allerdings, dass die Beleuchtung auch die Tasten für die
Wahl der DSP-Programme umfassen würde. Ein weiterer Kritikpunkt ist
die teilweise etwas unpräzise formulierte Bedienungsanleitung, die für Einsteiger
Grundlegendes nicht genau genug erläutert und für Fortgeschrittene oder Profis zuwenig
Information bietet.
Das Display des Yamaha ist aufgrund seiner
alphanumerischen Darstellungsweise und seiner angenehmen bernsteinfarbenen Farbe nicht nur
schön anzusehen, es ist auch groß genug und zeigt alle wesentlichen Informationen an -
vorbildlich.
Ton
Yamaha sieht in der Idealkonfiguration für den
DSP-AX1 zwei Hauptboxen, einen Center und einen Subwoofer für vorne vor, hinzu kommen
noch zwei vordere Effektboxen, die in mindestens 50 cm Abstand von den Haupt-Frontboxen
aufgestellt werden müssen. Hinten kommt neben den Links/Rechts-Surroundlautsprechern ein
Rear Surround Center zum Einsatz, wie von der Dolby Digital EX Norm vorgegeben.
Zusätzlich empfiehlt Yamaha, für ein optimal raumfüllendes Ergebnis auch auf den
Surroundkanälen, zwischen die L/R-Surroundlautsprecher noch einen weiteren aktiven
Subwoofer einzuschleifen. Um die Ressourcen des DSP-AX1 ausnutzen zu können, wurde für
den Test die volle Konfiguration verwendet.
| Für die beiden Frontkanäle wurden
Infinity-Standboxen vom Typ Reference 61 Mk II verwendet |
| Als Front-Effektlautsprecher kamen zwei Infinity
Reference 1 Mk II zum Einsatz |
| Als Surroundlautsprecher kamen a) als
Direktstrahler ebenfalls zwei Infinity Reference 1 Mk II zum Einsatz b) als Dipole zwei
Magnat Needle Dipole, die in ihrer Klangcharakteristik aufgrund ihrer klanglich warmen und
runden Auslegung gut mit dem Infinity-Equipment harmonieren |
| Ein Infinity-Center vom Typ Reference 100 Mk 2 kam als Center
zwischen den L/R-Frontkanälen und hinten als Rear Surround Center zum Einsatz |
| Zwei aktive Subwoofer fanden Verwendung: Für den Frontbereich
ein ASW Cantius AS400 (120 W Nennleistung), ein Kenwood SW-301 (100 W Nennleistung)
verrichtete zwischen den hinteren L/R-Surroundlautsprecher seinen Dienst |
| Die Konfiguration wurde mit verschiedenen DVD-Playern getestet:
Einem Pioneer DV-626D, einem Pioneer DV-05 Elite (in wesentlichen Teilen baugleich Pioneer
DV-717) und einem 200er DVD-Wechsler Sony DVP-CX850D |
Zum Soundcheck trat folgende Software an:
| Dolby Digital 5.1 : Godzilla (Code 1), Goldeneye
(Code 1), Galaxy Quest (Code 1), Red Violin (Code 2), Top Gun (Code 2), Wolfgang Amadeus
Mozart: Le Nozze Di Figaro (Aufzeichnung vom Glyndebourne-Opern-Festival, NCA Arts/Warner
Music), Staatsoper Unter den Linden in Berlin 1998, Daniel Barenboim leitet die Berliner
Philharmoniker, Werke von Beethoven, Schumann, List und Wagner (TDK Collection) |
| DTS ES: DTS Demo DVD Volume 4: Sequenz aus "The
Haunting" |
| DTS: DTS Demo DVD Vol. 4: Saving Private Ryan,
Antz, DTS Demo DVD 3: Ausschnitt aus Mahlers 2. Symphonie, Peter Tschaikowsky: Symphonie
Nr. 6 (Herbert v. Karajan + Berliner Philharmoniker, EMI Classics DTS-CD), Galaxy Quest
DTS Version (Code 1) |
| Audio-CD: Simon Preston, Bach: Organ Works
(Deutsche Grammophon 4D-CD) |
Der Yamaha überzeugte im Tontest mit hervorragenden Leistungen: Der DSP-AX1
bot ein ungeheuer weites, voluminöses Klangfeld, die eingebauten Endstufen zeigten auch
beim Dauereinsatz keinerlei Ermüdungserscheinungen.
Die Beobachtungen im einzelnen:
a) Filme und Filmsequenzen
Dolby Digital EX: Das erste
Testmuster war die in Dolby Digital EX aufgenommene Code 1-DVD "Austin Powers - The
Spy Who Shagged Me". Hier muss hinzugefügt werden, dass diese DVD trotz Dolby
Digital EX-Codierung gerade im Bereich Surroundeffekte alles andere als
"State-oft-the-Art" ist. Der hintere Center Surround-Lautsprecher wird zwar sehr
gut in die hintere Klangkulisse integriert, dass der Film trotzdem kein hervorragendes
Klangerlebnis zu vermitteln weiß, liegt an der zurückhaltenden Abmischung der
Surroundkanäle. Dafür ist der Bass in den Sequenzen, in denen viel passiert (vor allem
in der Startszene) präzise und mit ausreichender Durchschlagskraft versehen. Mit dem
"70mm Adventure"-Programm ergibt sich ein trotz der softwarebedingten Nachteile
ein Klangbild mit guter Raumwirkung. Die Musik in der Anfangssequenz wird vom DSP-AX1 mit
erfreulich viel Dynamik wiedergegeben, bei den Schießereien wird ein kleiner
konzeptbedingter Nachteil deutlich: Wer mal mit dem Kopf zur Seite zuckt, weil er denkt,
eine MP-Salve würde ihn treffen, nimmt leichte Inhomogenitäten im Klangbild wahr, die
dadurch begründet sind, dass hinten nur ein Rear Surround Center zum Einsatz kommt, der
eine zentrierte Hörposition nötig macht. Dies ist auch der Grund, weshalb THX einen
zweiten Rear Surround Lautsprecher in der THX Surround EX Konfiguration vorsieht, DTS ES
6.1 Matrix und Dolby Digital EX aber nur einen Rear Surround Lautsprecher einbeziehen.
Fairerweise muss aber hinzugefügt werden, dass die dadurch entstandene Schmälerung des
Filmgenusses minimal ist und eigentlich erst durch den direkten Vergleich mit dem Denon
AVC-A10SE, der aufgrund seiner THX Surround EX Technologie über 2 Rear Surround Center
verfügt, hörbar wird. Dafür weiß der DSP-AX1 mit sattem Bassvolumen durch die zwei
verwendeten Subwoofer und einer sehr differenzierten Front-Effektkulisse Akzente zu
setzen.
DTS ES 6.1 Matrix: Die DTS ES
6.1 Matrix-Sequenz von "The Haunting" auf der 4. DTS Demo DVD wird beim Einsatz
des Yamaha DSP-AX1 zu einem druckvollen Effektfeuerwerk:Bei den knarrenden Türen und bei
der zersplitternden Scheibe kommen auch die zusätzlichen Front-Effektlautsprecher
wirkungsvoll zum Einsatz - vorausgesetzt, man hat ein DSP-Programm angewählt, in unserem
Fall "70 mm Spectacle" (dann laufen die zwei Effektlautsprecher mit), welches
eine besonders breites Klangfeld und eine detailgetreue Reproduktion der gesamten
Klangkulisse sichern soll. (wahlweise kann auch DTS ES 6.1 Matrix ohne Einbeziehung der
DSP-Sektion angewählt werden) Diesen Worten lässt der Yamaha auch Taten folgen:
Die Explosion der Scheibe ist gewaltig, die Scherben scheinen mitten durch das eigene
Zimmer zu fliegen. Kleiner konzeptbedingter Nachteil wie auch bei DD EX: Bei leichten
Veränderungen der Hörposition oder zwei Zuhörern auf dem Sofa ist ein Rear Surround
Center manchmal nicht die absolut ideale Lösung, da leichte tonale Verschiebungen
auftreten können. Ansonsten gibt es nur Lobenswertes zu berichten: Die Endstufen des
Yamaha sind auch durch die massiven Attacken von der Filmsequenz nicht aus der Ruhe zu
bringen, selbst Lautstärkeeinstellungen jenseits von Gut und Böse wirken sich nicht in
Form von unangenehmen Leistungseinbrüchen aus. Gut auch hier der zusätzliche
Subwoofer hinten, der bei richtiger Einstellung - siehe Kapitel Dolby Digital - den
Klangeindruck voluminöser macht.
Dolby Digital 5.1 Hier bot der
Yamaha durchweg überragende Leistungen. Bei der Code 1-Version von "Goldeneye"
aus der ersten Bond-Collector`s Box erzeugte der Verstärker ein sehr reales Klangbild.
Verwendet haben wir den "70 mm Adventure"-DSP-Modus, zusätzlich wurde die
Matrix für den Rear Surround Center aktiviert. Von der Beschaffenheit her - laut Yamaha
besonders geeignet für die exakte Reproduktion moderner 70 mm-Mehrkanalfilme, als Vorbild
für die Soundparameter des DSP-Programms dienten hier State-Of-The-Art-Kinos - schien
dieses Programm schon von der Theorie her besonders gut mit "Goldeneye" zu
harmonieren. Außerdem soll der teils lästige und unnatürliche Nachhall des
Surround-Klangfeldes in diesem Programm begrenzt sein. In der Praxis gab es am
Hörerlebnis nichts auszusetzen, wohl aber neue Erkenntnisse: Die Wirkung der
Front-Effektlautsprecher, besonders bei Geräuschen, die von vorne links oben
beziehungsweise vorne rechts oben kommen, war wesentlich größer als erwartet: So wurde
die gesamte Klangkulisse nuancenreicher und raumfüllender. Ähnliche Beobachtungen
ergeben sich für den Subwoofer hinten: Die Surroundeffekte profitieren zu einem nicht
unwesentlichen Teil von der Wirkung des Subwoofers. Durch den Einsatz des Aktivwoofers,
wie auch schon besonders bei der DTS-Demo-DVD beobachtet, wird die Durchschlagskraft der
Effekte deutlich stärker. Allerdings ist beim Anwählen der Lautstärker des hinteren
Subwoofers, die - wie bei einem aktiven Subwoofer üblich - nicht via Yamaha
DSP-AX1, sondern am Subwoofer selber einzustellen ist - Vorsicht geboten: Wer nämlich
denkt, dass bei den eher spärlich vorhandenen Bassanteilen im Surroundbereich dieses
Manko durch übertriebene Subwooferlautstärke kompensiert werden kann, irrt: Ein
unnatürlich-dumpfes, akustisch schon beinahe in Richtung monoaural tendierendes Klangbild
ist die Folge. Behutsamer Einsatz des Lautstärkereglers hingegen bringt ein deutliches
Plus an Volumen. Eine gute Vorstellung zeigte der DSP-AX1 auch bei der Dolby
Digital-Variante von "Galaxy Quest" (getestet im "70 mm Science
Fiction"-DSP-Modus mit aktivierter Matrix für den Rear Surround Center), ohne jedoch
dem Zuhörer zu verheimlichen, dass die DTS-DVD des gleichen Films in allen Belangen
besser ist. Trotzdem sorgte der Verstärker auch im Rahmen der Möglichkeiten für ein
weiträumiges Klangbild, dem augrund der Software-Voraussetzungen allerdings die Dynamik
im Hochtonbereich etwas fehlte. Dass der Yamaha auch bei Filmen auf DVD, die schon etwas
älter sind, denen aber für die Anpassung an des momentan herrschende Niveau ein
nachträglicher 5.1-Mix verpasst wurde, eine sehr gute Figur abgibt, zeigte sich bei der
Code 2-DVD von "Top Gun": Die nicht mehr heutigen Maßstäben entsprechende
Dynamik im Höhenbereich konnte zwar auch der Yamaha nicht grundlegend verändern, mit dem
"70 mm Spectacle"-Modus mit eingeschalteter Matrix für den Rear Surround Center
sorgte er aber für ein erstaunliches Volumen, gepaart mit einer guten Dynamik im
Tieftonbereich und einer angenehmen Stimmwiedergabe.
DTS 5.1: Erster Kandidat für
die Testreihe war der Code 1-DTS-Version von "Galaxy Quest", deren Dolby Digital
5.1-Konterfei zum Hörtest in der Dolby Digital-Testsequenz herangezogen wurde. Die
DTS-Version beeindruckte vor allem durch ihre hohe klangliche Dichte und eine sehr gute
Dynamik im Bass- und Hochtonbereich, die der Yamaha mit Hilfe des "70
mm-Science-Fiction"-Cinema DSP-Modus sehr gut umsetzen konnte. Die Matrix für den
Rear Surround Center war ebenfalls in Betrieb, und es zeigte sich auch bei dieser DVD
deutlich, dass ein Subwoofer, der zwischen dem linken und rechten Surroundlautsprecher
seinen Dienst verrichtet, für das Klangvolumen der hinteren, bei dieser DVD durchaus
kräftig abgemischten und in großem Umfang vorhandenen Effekten eine nicht zu
unterschätzende Bereicherung darstellt. Die Fronteffekt-Boxen waren ebenfalls erfolgreich
im Einsatz und untermauerten ihre Daseinsberechtigung bei verschiedenen Explosionen und
Schießereien. Ebenso zeigte sich der Ausschnitt von "Saving Private Ryan" auf
der vierten DTS-Demo-DVD von seiner besten Seite: Eine sehr detaillierte Wiedergabe der
Stimmen und auch sonst im Inferno der Schießereien untergehenden Umgebungsgeräusche
zeigten, dass der Yamaha auch die leiseren Zwischentöne beherrscht - genau wie es auch
der ebenfalls auf der vierten DTS-Demo-DVD enthaltene Ausschnitt aus "Antz"
demonstriert.
b) Musik
Dolby Digital 5.1: Bei
Musik-DVDs, die über Dolby Digital 5.1-Klang verfügen, zeigt der Yamaha sehr gute
Leistungen. Bei der "La Nozze Di Figaro"-DVD sorgte die
Live-Konzert"-Einstellung in Verbindung mit der Aktivierung der Matrix für den Rear
Surround-Center für eine reale Abbildung von Mozarts Oper, die in diesem Fall im Rahmen
des Glyndebourne-Opernfestivals aufgeführt wurde. Über eine
"Klassik/Opern"-Einstellung verfügt der Yamaha auch, mit dieser Einstellung
werden ebenfalls gute Ergebnisse erzielt. Die Stimmwiedergabe überzeugte bei beiden
gewählten Programmen durch eine sehr gute Dynamik im Tief- und Hochtonbereich sowie über
eine harmonische Integration des Orchesters. Auch feine klangliche Nuancen fanden
ausreichende Berücksichtigung. Ähnliches lässt sich auch vom Konzert der Berliner
Philharmoniker berichten, wo die "Live Concert"-Einstellung schon fast zu
aggressiv antrat. Etwas gedämpfter, ohne dafür viel Dynamik zu opfern, und mit sehr
harmonischen Klangbild agierte die "Klassik/Opern"-Einstellung. Gut klang hier
auch der normale 6.1-Modus, wo zusätzlich nur die Matrix für den Rear Center aktiviert
wurde, die DSP-Sektion aber abgeschaltet ist und nur die Raumwirkung kleine Wünsche
offen lässt. Unterschiede bemerkt man vor allem, wenn man die gewohnt voluminöse
Raumwirkung einiger DSP-Programme kennt. Bei der exakten Wiedergabe von Opern bleiben noch
Wünsche für die Zukunft offen: Zum einen gibt es nur ein Opern-Programm überhaupt,
dieses ist in der "Cinema DSP"-Sektion zugeordnet. Dem gegenüber stehen sechs
Programme der "HiFi DSP"-Sektion für Konzerthallen, die bis auf die "Live
Concert"-Einstellung für Opern wichtige Kriterien leicht vernachlässigen - kein
Wunder, schließlich ist eine Oper keine Konzerthalle. Hier sollte nachgebessert werden,
Opernhäuser, die die Yamaha-Techniker als geeignete Räumlichkeiten für ihre akustischen
Vermessungen als Grundlage für das DSP-Programming nehmen können, gibt es ja genug, vor
allem in Europa: Die Mailänder "Scala" würde sich zum Beispiel genauso
anbieten wie das Bayerische Nationaltheater (der Name "Nationaltheater" hat
historische Gründe, im prächtigen Gebäude mit hervorragender Akustik ist die
Bayerische Staatsoper beheimatet) in München. In beiden Opernhäusern sind schon viele
Konzerte aufgezeichnet worden. Ebenso sollten die Opern-Programme auf moderne Aufnahmen im
Mehrkanal-Tonformat ausgerichtet werden. Das "Klassik/Opern"-Programm des
DSP-AX1 lässt sich zwar für Dolby Digital-5.1-Opern verwenden, ist aber ein generell
anwendbares Programm ohne die spezielle Nachbearbeitung für diskreten Mehrkanalton.
Hervorragend gab der Yamaha die anspruchsvolle, Oscar-prämierte Filmmusik des Films
"Die Rote Violine" (verwendetes DSP-Programm wegen der Mehrkanal-Optimierung:
General 6.1 mit eingeschalter Matrix für den Rear Surround Center) wieder: Die
Wiedergabe war harmonisch und warm, die Streicher klangen präzise, doch nicht zu spitz.
DTS 5.1: Als erstes Testmuster
diente der Ausschnitt aus Mahlers 2. Symphonie von der dritten DTS-Demo-DVD, die
über ein äußerst präzises, volles und nuanciertes Klangbild verfügt, wie sich schon
in anderen Testreihen eindrucksvoll zeigte. Nach einigem Experimentieren mit den
Church-Klangfeldern zeigte sich, dass diese Symphonie, die in einer französischen Kirche
aufgenommen wurde, am besten mit dem Royaumont-Church-Programm (siehe auch Audio-CD)
harmoniert. Beeindruckend die luftige Darstellung auch der leisen Passagen, gelungen die
Hall-Reproduktion, die eine sehr reale Klangcharakteristik vermittelte. Bei den gewaltigen
Sequenzen, in denen das gesamte Orchester druckvoll aufspielte, beeindruckte der Yamaha
durch eine Klangfülle, die seinesgleichen sucht. Man fühlte sich mitten in das Konzert
hineinversetzt. Ähnliches lässt sich erstaunlicherweise auch von der Wiedergabe der
DTS-CD von Tschaikowskys 6. Symphonie sagen. Erstaunlicherweise deshalb, weil die
Software, deren Grundlage aus dem Jahr 1972 stammt, nachträglich mit einer DTS-Abmischung
versehen wurde. Der Yamaha verleiht auch dieser DTS-CD ein angenehm-voluminöses
Klangbild, mit druckvollen Auffahren des Klangspektrums des gesamten Orchesters und einer
guten Darstellung der einzelnen Instrumente. Bei dieser Aufnahme zeigte der Yamaha eine
absolute Glanzleistung, weil er selbst bei einer Software, die alles andere als
State-Of-The-Art-Klang hat, ein exzellentes Klangerlebnis zu vermitteln wusste.
Audio-CD: Bei Bachs Orgelwerken (Im 4D-Verfahren aufgenommene CD) konnte der DSP-AX1
einmal zeigen, was die DSP-Programme auch aus einer normalen Audio-CD herausholen können.
Da die CD in einer Londoner Kirche aufgezeichnet wurde, bot es sich an, die drei
"Church"-Programme, die die DSP-Programme ebenfalls beinhalten, nochmals
genauer unter die Lupe zu nehmen. Als Datenlieferanten für die Programme dienten in allen
Fällen Tonmessungen und -aufzeichnungen, die die Yamaha-DSP-Techniker in drei Kirchen
beziehungsweise Klöstern vornahmen: In einer Kirche in Tokio, in einer Kirche in Freiburg
und in einem Speiseraum eines mittelalterlichen Klosters in Royaumont (Frankreich). Der
erste Tontest, zu dem die Freiburg-Einstellung verwendet wurde, endete ernüchternd: Zu
viel Hall und die Tendenz, einige der diffizil darzustellenden Orgelstimmen zu
"verschlucken", ließen wenig Freude an Bachs Orgelwerken aufkommen. Doch
scheint die Londoner Kirche akustisch dem Speiseraum im französischen Kloster recht nahe
zu kommen: Denn bei der Anwahl dieses Programms bot sich eine beeindruckende, nuancierte
Klangkulisse, bei der sich zeigt, dass die DSP-Programme wirklich von der Auslegung her
verschieden sind und sich nicht einfach durch ein bisschen Hall mehr oder weniger
unterscheiden. Mit der richtigen Wahl des DSP-Programms kann hier auch der anspruchsvolle
Musikliebhaber zufrieden gestellt werden, der vielleicht bislang nicht recht glücklich
war über negative Nebeneffekte des Digital Sound Processings wie nicht perfekte Dynamik
im Höhenbereich, zuviel künstlich klingender Hall und keine präzise Ortung der
einzelnen Instrumente. Der Yamaha demonstriert hier ein hohes Niveau, allerdings ist der
Denon AVC-A10SE, gerade für die Liebhaber klassischer Musik, durch seine sehr hoch
angesiedelte klangliche Präzision und seine ungeheure Dynamik, vor allem auch im
Hochtonbereich, ein harter Widersacher.
Fazit für die Musikwiedergabe:
Der Yamaha erreicht sein hervorragendes Ergebnis auf einem anderen Wege als der Denon
AVC-A10SE: Während der Denon mit einer immer noch unerreichten, glasklaren und präzisen
Höhenwiedergabe den Hörer in seinen Bann zog, ist es beim Yamaha vor allem die große
Harmonie, der eher etwas weichere, rundere und nie hart aufschlagende Klang, der ein
besonders ausgeglichenes Hörerlebnis möglich macht.
Fazit
Am Ergebnis gibt es in seiner Eindeutigkeit nichts zu
rütteln: Auch in Anbetracht des nicht gerade niedrigen Einstandspreises von 5500 DM
bietet der Yamaha absolut überzeugende Leistungen. Mit Hilfe der leistungsfähigen
DSP-Elektronik lässt sich der Bolide präzise in das Equipment integrieren und vermittelt
nach entsprechender Einstellung auch in Räumen, die akustisch keine optimalen
Voraussetzungen für ein Hörvergnügen auf hohem Niveau mitbringen, eine ausgezeichnete
Performance. Vor allem beeindruckt der warme und harmonische Klang des DSP-AX1, mit der
gebotenen räumlichen Darstellung vor allem auch im Betrieb mit Mehrkanal-Filmen setzt der
Yamaha ein Highlight. Yamahas Cinema-DSP stellt mit den vorderen Effektlautsprechern und
dem zusätzlichen Subwoofer zwischen den Surroundlautsprechern eine interessante und sehr
gelungene Alternative zu den Geräten dar, die mit dem THX-Postprocessing den Weg zum
optimalen Heimkinogenuss suchen. Empfehlenswert ist beim DSP-AX1, ihn vor allem in den
Cinema DSP-Programmen mit der vollen Lautsprecherbestückung inklusive den vorderen
Effektlautsprechern und dem zusätzlichen Aktivsubwoofer für hinten zu verwenden.
Der DSP-AX1 kommt mit einem Rear Surround Center
Speaker aus, das ist mit in den einzelnen Wertungen beschriebenen kleinen Nachteilen
verbunden. Die Endstufen entsprechen genauso den hohen Ansprüchen wie die bis ins Detail
gediegene Verarbeitung und die Anschlussvielfalt. Kritik verdienen die
unterdimensionierten Schraubverschlüsse für die Lautsprecherkabel genauso wie die
unnötig komplizierte Delay Time-Einstellung. Die Fernbedienung ist sehr vielfältig, doch
es tut sich noch Raum auf für einzelne Verbesserungen am insgesamt trotzdem
überzeugenden Bedienkonzept. Ein Extralob gibt es für das erstklassige Display des
Geräts, das schönes Design mit sehr guter Übersichtlichkeit verbindet.
Insgesamt erhält der Käufer für sein Geld ein
komplett ausgestattetes Heimkino-Kraftpaket, das auch noch schön anzusehen ist. Im
Vergleich zum ebenfalls getesteten Denon AVC-A10SE kann man sagen, dass es verkehrt wäre,
bei einem der beiden ausgezeichneten Geräte vom Verlierer, beim anderen vom Gewinner zu
sprechen. Die Begründung: Beide Hersteller und somit beide Produkte verfolgen eine ganz
spezielle Philosophie, die beim DSP-AX1 und beim AVC-A10SE sehr deutlich wird: Wer auch
bei nicht optimalen räumlichen Gegebenheiten ein geeignetes, mit vielen Parametern sehr
gut und effektiv zu justierendes Gerät sucht, das alle Endstufen in einem Gehäuse
vereint und einen sehr voluminösen, harmonischen Klang hat und bei Filmen eine sehr
reale, kraftvolle Klangkulisse aufbaut, die auch in dieser Preisklasse seinesgleichen
sucht, kann zum Yamaha greifen. Wer eine absolut präzise, im Hochtonbereich überragende
Akustik, die zum Beispiel bei Streichern ein erstklassiges Hörerlebnis sichert,
bevorzugt, zusätzlich noch eine hochwertige Zweikanal-Endstufe oder einen sehr guten
Zweikanal-Vollverstärker sein Eigen nennt, greift zum rund 1500 DM günstigeren Denon,
der eine Fünfkanal-Stufe eingebaut hat und noch externe Kraft für zwei Kanäle
benötigt. Beide Geräte eint eine absolut erstklassige Verarbeitung, eine sehr gute
Ausstattung und druckvolle eingebaute Endstufen.

Pro & Contra
 |
Wirkungsvolle DSP-Elektronik mit ausgezeichneten
Anpassungsmöglichkeiten |
 |
Sehr harmonischer, voluminöser Klang |
 |
Hervorragende Ausstattung |
 |
Sehr gediegene Verarbeitung |
|
|
 |
Schraubklemmen für die Lautsprecher unterdimensioniert |
 |
Bedienung trotz gelungen Gesamtkonzept mit kleinen Mängeln |
Seite 3: Technische Daten und
Technik des Yamaha DSP-AX1
Die Technik des Yamaha DSP-AX1
Hier soll ein Einblick in die verschiedenen Baugruppen
gegeben werden, die zur Decodierung der verschiedenen Mehrkanalstandards und zur
Optimierung der Klangeigenschaften verwendet werden. Ebenfalls werden weitere
DSP-Funktionen erläutert.
Nützliche Tools
Anpassungsmöglichkeiten der DSP-Programme:
Die DSP-Programme können auch noch individuellen Vorstellungen eingestellt und angepasst
werden. Diese Einstellparameter (nicht alle bei allen Programmen vorhanden) können
via On-Screen-Menü beeinflusst werden:
| EFCT TRIM (Effect
Trim = Effektbegrenzung): Dieser Parameter stellt den Pegel aller Effektsounds innerhalb
eines schmalen Bereichs ein, in einem Steuerungsbereich von -3dB bis +3dB. Nützlich ist
diese Funktion, wenn der Effektpegel relativ zum direkten Klang der Akustik des Hörraums
angepasst werden muss |
| INIT.DLY (Initial
Delay = Anfängliche Verzögerung): Mit dieser Funktion kann der wahrgenommene Abstand vom
Quellensound verändert werden: Die Verzögerung zwischen dem direkten Klangbild und der
ersten wahrgenommenen Reflektion kann hier in einem Steuerungsbereich von 1 bis 99
Millisekunden eingestellt werden. Je kleiner der Wert ist, umso näher scheint der
Quellenklang akustisch am Hörer zu liegen, bei einem großen Wert entfernt sich der
Quellenklang akustisch weiter. Ein kleiner Wert ist für einen kleinen Hörraum, ein
großer für einen großen Hörraum zu empfehlen |
| P.INIT.DLY (Presence
Initial Delay = Anfängliche Presence-Verzögerung): Dieser Parameter stellt die
Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten Reflexion in einem
Presence-Soundfeld (siehe unten: Die Soundfeld-Bilder eines DSP-Programms) ein.
Einstellbereich: 1 bis 99 Millisekunden. Je größer der Wert, umso später beginnt die
erste Reflexion |
| RC.INIT.DLY (Rear Surround Center
Initial Delay = Anfängliche Verzögerung des hinteren Center-Sound-Feldes): Wie Funktion
davor, nur geht es diesmal um das hintere Center-Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 1
bis 49 Millisekunden |
| S.DLY (Surround Delay =
Surround-Verzögerung): Wie die Funktionen zuvor, diesmal geht es um die Verzögerung
zwischen dem direkten Klang und der ersten Reflexion in einem Surround-Soundfeld.
Einstellbereich 0 bis 49 Millisekunden, abhängig vom Digitalformat |
| ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt
die wahrnehmbare Größe des Surround-Soundfeldes ein. Je größer der Wert, umso größer
wird das Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 0,1 bis 2,0. Da der Klang wiederholt in
einem Raum reflektiert wird, kommt es mit zunehmender Größe der Halle dazu, dass die
Zeit zwischen dem ursprünglich reflektierten Sound und den nachfolgenden Reflexionen
zunimmt. Durch die Möglichkeit der Steuerung der Zeit zwischen den reflektierten Sounds
kann man die wahrnehmbare Größe des virtuellen Saales ändern. Wenn der Parameter von 1
auf zwei verdoppelt wird, verdoppelt sich die wahrzunehmende Länge des Raumes |
| RC ROOM SIZE (Rear Center Room
Size): Einstellmöglichkeit für die wahrnehmbare Größe des hinteren
Center-Surround-Soundfeldes. Einstellbereich 0,1 bis 2,0, je größer der Wert, umso
größer die Reflektion der Wände des Presence-Soundfeldes |
| LIVENESS (Lebendigkeit): Dieses
Tool stellt das Reflexionsvermögen der virtuellen Wände in der Halle ein, indem die
Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen geändert wird. Einstellbereich 0 bis 10.
Einsatzbereich dieser Funktion: Da die frühzeitigen Reflexionen einer Klangquelle in
einem Raum mit hoher Akustikabsorbation viel schneller abklingen als in einem Raum mit
stark reflektierenden Wänden, kann mit dem LIVENESS-Parameter die Abklingrate der
frühzeitigen Reflexionen von einem "toten" Raum (Raum mit hoher
Absorbationsrate) zu einem "lebendigen Raum (Raum mit stark reflektierenden Wänden)
verändert werden |
| S.LIVENESS
(Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für das wahrnehmbare
Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im Surround-Soundfeld. Je größer der Wert,
umso reflektierender werden die Wände des Surround-Soundfeldes |
| RC.LIVENESS (Hintere
Center-Lebendigkeit) siehe Funktion zuvor, diesmal für den Rear Surround Center |
| REV.TIME (Reverbation Time =
Widerhallzeit): Stellt die Zeitspanne ein, die für das Abklingen des dichten,
nachfolgenden Widerhall-Sounds um 60dB (bei 1 kHz) benötigt wird. Folge: Die wahrnehmbare
Größe des akustischen Umfeldes wird über einen sehr weiten Bereich geändert.
Einstellbereich: 1,0 bis 5,0 Sekunden. Empfehlung: Bei "toten" Signalquellen
und/oder Hörräumen längere Widerhallzeit, bei "lebendigen" Signalfelder
und/oder Hörräumen eine kürzere, denn zuviel Widerhall sorgt genauso für eine
unnatürliche Klangkulisse wie zuviel |
| REV.DELAY (Reverbation Delay =
Widerhallverzögerung): Einstellmöglichkeit von 0 bis 250 Millisekunden für die
Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des direkten Klangs und dem Beginn des Widerhalls. Je
größer der Wert, umso später beginnt der Widerhall. Ein späterer Beginn des Widerhalls
erzeugt ein Klangfeld, das den Eindruck vermittelt, in einem größeren akustischen Umfeld
zu sein |
| REV.LEVEL (Reverbation Level =
Widerhallpegel):Stellt die Lautstärke des Widerhalls ein (0 bis 100 %), je höher der
Wert, umso lauter der Widerhall |
Exkurs: Die Soundfeld-Bilder eines DSP-Programms
Jedes der Cinema-DSP-Programme ist vom Charakter der verschiedenen
vorkommenden Soundfelder her unterschiedlich. Alle Daten beruhen, wie schon erwähnt, auf
realen Messungen, zum Beispiel in großen Kinosälen. Bei den Soundfeldern unterscheidet
Yamaha zwischen dem Presence-Soundfeld (das Soundfeld, welches sich vorne hinter den
Lautsprechern ausbreitet) und den linken und rechten Surround-Soundfeld sowie dem
Nachhall. Die Presence- und Surround-Soundfeld-Daten finden ihren Ausdruck in der
Verteilung der virtuellen Klangquellen und der Echomuster. Da jedoch die zwei
unterschiedlichen Soundfeld-Typen mit komplexen Elementen wie zum Beispiel der
Energiebalance und den Signalmischverhältnissen ausgedrückt verarbeitet werden, werden
sie als ein auf dem Wahrnehmungsvermögen der Zuhörer beruhendes Soundfeld ausgedrückt.
Cinema EQ
Der Cinema EQ- oder Kino-Entzerrer ist eine weitere Zusatzfunktion des
DSP-AX1. Mit Hilfe dieser Funktion kann die Klangqualität der vier Lautsprecher-Gruppen
(Haupt- und Centerlautsprechergruppe, die vordere Effektlautsprecher-Gruppe, die
Surroundlautsprecher-Gruppe und der Rear Surround-Center-Lautsprecher) aneinander
angepasst werden. Cinema EQ besteht aus einem Höhen-Entzerrer (High), der die
Höhen-Kennlinie ändert, und einem parametrischen Entzerrer (PEQ), der die jeweils
gewählte Frequenz betont oder unterdrückt. Einsatzgebiete für dieses Tool gibt es
verschiedene: Sowohl die Angleichung der Klangcharakteristik verschiedener
Lautsprechertypen als auch die Anpassung an spezielle Aufstellungsverhältnisse der
Lautsprecher im Raum sind denkbar, ebenso die Anpassung des Klangs der
Signalquellen an den persönlichen Hörgeschmack.
Dolby Digital Surround EX
1999, gleichzeitig mit der Uraufführung von "Star Wars - Episode
1", war ein neues System geboren: Dolby Digital EX, 6.1-Sound, abgemischt mit
einem zusätzlichen Kanal für den Rear Center, der in der Mitte hinter den normalen
Surroundlautsprechern aufgestellt wird. Die THX-Variante verfügt sogar über ein
zusätzliches Rear-Lautsprecher-Paar, das - wie schon beschrieben - mittels des einen
zusätzlichen Kanals versorgt wird. Bei der THX-Spezifikation werden die beiden
Back-Surroundlautsprecher in kurzer Distanz untereinander aufgestellt. Doch was ist mit
der Kompatibilität zu den bisherigen 5.1-Systemen? Ein 6.1-Soundtrack soll, so war die
Zielsetzung, auch auf bisherigem 5.1-Equipment laufen. Also entschloss man sich in beiden
Fällen für ein simples und abwärtskompatibles Verfahren, welches in ähnlicher Art und
Weise bereits bei Dolby Surround für die Generierung eines dritten Kanals aus einem
Stereosignal angewendet wurde: Das dem Rear Center zugedachte Signal wird durch eine
Matrix geschleift und auf die beiden Surround-Lautsprecher gleichmäßig verteilt. Ein
Zusatzdecoder extrahiert dann aus dem gematrixten Signal für die Surroundspeaker wieder
die Signale für die Links/Rechts-Surroundlautsprecher und für den oder die Rear Surround
Speaker. Im Dolby Digital-Bitstream wird eine zusätzliche Kennung mitgeliefert, die dem
digitalen 6.1-Decoder die Anweisung gibt, das Signal der beiden hinteren Kanäle durch
eine Matrix-Schaltung zu ziehen und das Center-Signal zu erzeugen. Ein herkömmlicher
5.1-Decoder, der mit der 6.1-Kennung nichts anzufangen weiß, gibt wie gehabt, nur ein
Stereo-Signal auf den hinteren Kanälen wieder, in dem auf beiden Kanälen das Signal des
Centers vorhanden ist.
Technische Daten
| Nenn-Ausgangsleistung (minimal): 6 x 110 Watt (8 Ohm, 20 Hz bis
20 kHz mit 0, 015 % Klirrfaktor), Fronteffektkanäle 2 x 35 W (bei 8 Ohm, 0,05 % Klirr),
Nenn-Ausgangsleistung (maximal): 6 x 150 W (8 Ohm,1kHz, 10 % Klirr), Fronteffektkanäle 2
x 45 W (8 Ohm,1kHz, 10 % Klirr), DIN-Ausgangsleistung 6 x 180 W und 2 x 60 Watt für die
Fronteffektkanäle |
| Klangreglung Höhen: +/- 10 dB bei 20 kHz, Bass +/- 10 dB bei
50 Hz |
| 12 Paar Analogeingänge |
| 6-Kanal-Analog-Externeingang |
| 8-Kanal-Analog-Pre-Ausgänge |
| 1 Analog-Multi-Room-Ausgang |
| 4 Analog-REC-Ausgänge |
| 7 optische, 3 koaxiale Digitaleingänge, 1 optischer
Digitalausgang |
| 1 Dolby Digital RF Eingang |
| 3 Component Video-Eingänge, 1 Component Video-Ausgang |
| 10 Composite Eingänge, 2 Composite Ausgänge |
| 10 S-Video-Eingänge, 2 S-Video Ausgänge |
| Lernfähige, programmierbare Fernbedienung mit beleuchtetem
Eingangswahl-Display |
| Netzteil:230 V, 50 Hz |
| Leistungsaufnahme 550 W |
| Abmessungen (B x H x T in mm) 471 x 211 x 473 |
| Gewicht 28 kg |
| Gehäusefarben: schwarz und gold |
| Preis: 5500 DM |
Test von: Carsten Rampacher
17. 07. 2000
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