AV-Receiver Pioneer
VSX-859RDS

Wir danken Karsten
Becker (www.dvdplayer.de) für die Bereitstellung von Testräumen und Equipment
Finish, Features und Anschlüsse
Wer einen noch bezahlbaren Receiver sucht, der schon ein
THX-Zertifikat mitbringen soll, dem bietet Pioneer im aktuellen
Produktprogramm die passende Lösung für rund 2000 DM: Sie heißt VSX-859RDS und geht
mit 5 x 100 Watt (1% Klirr/8 Ohm/1 kHz) und THX Select-Zertifizierung
an den Start. THX Select legt weniger harte Maßstäbe an als THX
Ultra, vor der Einführung von THX Select die
einzige THX-Norm für den Heimgebrauch (damals noch ohne Beinamen
"Ultra"). Unterscheidungsmerkmale
zwischen den beiden THX-Normen werden auf Seite 3 des Tests näher
erläutert. Darüber hinaus ist der VSX-859RDS THX Surround
EX-fähig: Er hat eine Matrix für den zusätzlichen Back
Surround-Kanal mit an Bord, allerdings keine zusätzlichen zwei
Endstufen (Details zu THX Surround EX auf Seite 3 des Tests). Wer eine
passende Endstufe sucht, kann bei Pioneer zwischen zwei Modellen
entscheiden:

Für THX Surround EX
erforderlich: Zusatzendstufe M-10X für 699 DM
Entweder die in gold für 699 DM
erhältliche Zusatzendstufer M-10X (2 x 120 W an 4 Ohm, 2 x 75 W an 8 Ohm) oder der
schwarze Zusatzverstärker A-509R (2 x 90 W an 4 Ohm, 2 x 60 W an 8 Ohm, inklusive
Fernbedienung) für 599 DM.
Der Pioneer VSX-859RDS
ist auch
in der Lage, DTS ES Compatible 6.1 zu decodieren. Er verfügt aber,
genauso wie auch der VSX-909RDS, noch nicht über die
weiterentwickelte Matrix für DTS ES Matrix 6.1 und auch nicht über die Möglichkeit, DTS
ES Discrete 6.1 wiederzugeben. Die Ausstattung ist ansonsten überdurchschnittlich gut. Aufwendige DSP-Programme bringt der VSX-859
RDS einige mit. Der Überblick:
 |
Home THX: |
 |
THX Cinema: Wiedergabe von THX-Klang ohne Einbeziehung der Back
Surround-Kanäle |
 |
THX Surround EX: Wiedergabe von THX-Klang unter Einbeziehung
der zwei Back Surround-Lautsprecher |
 |
THX Auto: In diesem Modus wählt der
VSX-859RDS automatisch die für die Wiedergabe geeignete
THX-Betriebsart aus. Nur abrufbar, wenn auch Back
Surround-Lautsprecher über eine externe Endstufe angeschlossen
sind. |
 |
ADVANCED THEATER-Betriebsarten
(Advanced Theater soll die Klangwiedergabe bei Filmsoundtracks und anderen AV-Quellen
verbessern. Dolby Digital und DTS sind in die Klangbearbeitung mit einbezogen. Alle vier
unten aufgezählten Advanced Theater-Programme arbeiten zusammen mit dem integrierten DSP) |
 |
Musical: Soll Musik ein größeres Maß an Räumlichkeit
verleihen. Die Verzögerungszeit des Schalls ist groß bemessen, was zu einer Akustik
ähnlich der in einem Konzertsaal mit resonantem Klang führt |
 |
Drama: Für dialogreiche Spielfilme, die Dialoganteile werden
hervorgehoben, was zu einem realistischeren Klangbild der Stimmen beitragen soll. Die
dynamische Reichweite des Klangs wird etwas komprimiert, um sicherzustellen, dass die
lauten Klanganteile die leiseren nicht überdecken |
 |
Action: Für Filme mit hohem Anteil an Special Effects. Laute
und leise Parameter werden exakter wiedergegeben |
 |
5/7-D Theater: Besonders geeignet, um Stereo-Signalquellen mehr
Klangtiefe zu verleihen. Resultat bei aktiviertem Programm soll ein dynamischer und
breiter Klangraum sein. Zweikanalsignale sollen somit klanglich in die Nähe eines
5-Lautsprecher-Systems gehoben werden |
 |
Normale DSP-Betriebsarten: |
 |
Hall 1: Simulation der akustischen Effekte eines großen
Konzertsaals mit besonderer Eignung für klassische Musik. Lange Verzögerungszeit des
reflektierten Klangs wird mit Nachhalleffekten kombiniert und soll so eine
Klangcharakteristik wie in einem Konzertsaal mit einer kraftvollen
Orchesteraufführung erzeugen |
 |
Hall 2: Simulation eines äußerst resonanzreichen Konzertsaals |
 |
Jazz: Simulation eines Jazzclubs. Geringe Reflexionsschall-Zeit
erhöht den Live-Band-Effekt |
 |
Dance: Reflexionsschallzeit nochmals kürzer, Bässe stark
betont |
 |
Theater 1/Theater 2: Kinosaal-Akustik-Simulationen. Von der
Auslegung her ähnlich |
 |
5/7 Channel Stereo: Stereosimulation unter Nutzung aller
angeschlossenen Lautsprecher |
Für diese Preisklasse hervorragend: Für jeden einzelnen
Kanal kann die Bass- und die
Höhenreglung getrennt eingestellt werden. Die Anschlussmöglichkeiten
sind vielfältig: So besitzt der VSX-859RDS zwei optische Digitalausgänge. Auf der Eingangsseite gibt es zwei koaxiale
und drei optische Eingänge, alle frei zuweisbar im Digital
Assignment-Menü des On-Screen-Displays. Für den Anschluss externer Decoder
steht ein 6/8-Kanal-Cinch-In zur Verfügung. Auf der Audio-Ausgangsseite
steht 7.1-Pre Out zur Verfügung. 10 Audio-Eingänge und fünf
FBAS-Video-Eingänge (5 AV/5 Audio) sowie vier Audio- und
Videoausgänge (2Audio/2 AV/2 Video) bringt der VSX-859RDS mit,
genauso wie zwei Monitorausgänge (mit/ohne On-Screen-Display). Hinzu kommen zwei
frei zuweisbare Komponenteneingänge und ein Komponentenausgang sowie fünf S-Video-Ein- und drei
S-Video-Ausgänge. Unter der Klappe an der Frontseite des Gerät
verbirgt sich noch ein Front AV-Eingang inklusive S-Video und
optischem Digitaleingang. Laserdisc-Liebhaber können ebenfalls ihren
Player anschließen und von ihren NTSC-Laserdiscs 5.1-Sound genießen,
denn einen RF-Eingang hat der VSX-859RDS auch.

Die Rückseite des Pioneer
VSX-859RDS erfreut mit Anschlussvielfalt und exzellenter
Verarbeitung. Selbstverständlich gibt es für alle
Lautsprecher solide Schraubverschlüsse
Zu dem sehr guten Gesamtergebnis des
Pioneer trägt auch die gewohnt hochwertige Verarbeitung bei, die
deutlich über dem Klassenstandard angesiedelt ist und dem Benutzer den
Eindruck vermittelt, ein langlebiges, qualitativ überzeugendes
Produkt erworben zu haben. Insgesamt ohne Frage die volle Punktzahl
für den Pioneer VSX-859RDS, da er zwar keine Endstufen für den
Betrieb der Back Surround-Lautsprecher mitbringt, ansonsten aber über
ein überdurchschnittliches Ausstattungsniveau verfügt.
Bedienung
Wie auch beim schon getesteten
"großen Bruder" VSX-909RDS
weiß die Bedienung des Pioneer-Receivers zu überzeugen.
Besonders lobenswert: Die elegante Fernbedienung (das gleiche Modell
wie beim VSX-909RDS) ist komplett beleuchtet, die Tastengruppen sind
übersichtlich angeordnet, die Tasten weisen einen ausreichend exakten
Druckpunkt auf. Damit ist die problemlose Bedienung im dunklen
gesichert. Dazu passt das Display des Geräts: Nicht nur die Größe
gefällt, sondern auch die feine DOT-Matrix-Auflösung. Hier können
sich viele Konkurrenten ein Vorbild nehmen: So und nicht anders sieht
ein hochwertiges und praxisgerecht gestaltetes Display aus.
Erfreulich, dass Pioneer auch in der 2000 DM-Klasse ein solches
anbietet und es nicht nur den Top-Linern vorbehält. Die
Menüstrukturen des On-Screen-Displays sind auch für den
Heimkino-Neuling leicht zu durchschauen und sehr gut strukturiert.
Lobenswert: Die einfache Einstellung der Delay-Time. Hier kann direkt
der Abstand der Lautsprecher von der Hörposition eingegeben werden,
damit entfällt das Umrechnen der Delay-Zeit in Millisekunden und den
unterschiedlichen Lautsprecher-Abständen. Gut gelöst auch das
sonstige Lautsprecher-Setup.

Bedienung im
dunklen problemlos: Beleuchtete
Fernbedienung des VSX-859RDS
Ton
 |
Die eingebauten fünf Endstufen des Pioneer
VSX-859RDS wurden für den Frontkanäle, den Center und die Surround-Kanäle verwendet. |
 |
Ein Parasound Sechskanalendstufe vom Typ HCA-806
kam für die beiden Back-Surround-Lautsprecher zum Einsatz |
 |
Für die komplette rückwärtige
Surroundbeschallung sorgten vier Boston Acoustics-Dipole vom Typ VRS-PRO mit
THX-Zertifikat |
 |
Ein THX-zertifizierter Center vom Typ Boston Acoustics VR-14
und zwei Frontlautsprecher vom Typ Boston Acoustics VR-35 mit THX-Zertifikat kümmerten
sich um die Frontbeschallung. Zusätzlich kam ein selbst konstruierter Subwoofer mit
180 Watt-Endstufe und zwei 25-cm-Visaton-Tieftonlautsprechern mit
Glasfasermembran zum Einsatz |
Zum Soundcheck trat folgende Software an:
 |
Dolby Digital: Independance
Day (Code 2), Der Sturm (Code 2), Mission To Mars (Code 2),
Mission Impossible 2 (Code 1), The Mummy (Code 2) Antonio Vivaldi:
The Four Seasons (Herbert v. Karajan + Berliner Philharmoniker,
Sony Classical, Code 1 - 6), Wolfgang Amadeus Mozart, Symphonien
Nr. 40, 28, Ouvertüren (Naxos/DVD International DTS 5.1/DD
5.1-DVD) |
 |
DTS: Mission To Mars (Code 2), Sleepy
Hollow (Code 2), Johann Sebastian Bach, Violinenkonzerte (Naxos/DVD
International DTS 5.1/DD 5.1-DVD), Wolfgang Amadeus Mozart,
Symphonien Nr. 40, 28, Ouvertüren (Naxos/DVD International DTS
5.1/DD 5.1-DVD) |
 |
Audio-CD: D-Techno Vol. 1,
Future Trance Vol. 11, Beethovens
Symphonien 5 + 6: Symphonie Nr. 5 (Philips DDD-CD) |
Test-DVD-Player: Toshiba SD9000 Reference, Pioneer
DV-737
Der Pioneer VSX-859RDS empfahl sich mit insgesamt sehr
guten Leistungen vor allem als kraftvoller Receiver für den
Filmfreund. Zwar erwärmte sich das Gerät bei größeren Lautstärken
schon nach kurzer Zeit recht heftig, Leistungseinbrüche zeigten sich
aber auch nach dreistündiger Dauer-Hochbelastung keine.
Die Beobachtungen im einzelnen:
a) Filme und Filmsequenzen
DTS :
Auch auf dem VSX-859RDS kann der DTS ES Discrete 6.1-Mix von
"Mission To Mars" dargestellt werden - wenn auch nur im
Format "DTS ES Compatible 6.1" mit Back Surround-Matrix (die
DTS ES Matrix 6.1-Version ist ebenfalls automatisch in jedem DTS ES
Discrete 6.1-Soundtrack enthalten, um die Abwärtskompatibilität auch
zu 5.1-Systemen sicherzustellen - mehr dazu auf Seite 3 des Tests). Der Klang war, auch wenn es im
"richtigen" ES-Discrete-Format naturgemäß noch
eindrucksvoller klingt, sehr überzeugend, knackig und präzise der
Hochtonbereich, voluminös und räumlich der Bass. Empfehlenswert ist
hier die "ACTION 7.1"-Einstellung, die eine ausgesprochen
gute Dynamik im Hochtonbereich mitbringt. Diese Eindrücke
bestätigten sich auch bei "Sleepy Hollow", wo der Receiver
ebenfalls mit einem homogenen und plastischen Klangbild aufwarten
konnte. Nur bei wirklich heftigen Effekten merkt man, dass der
"große Bruder" VSX-909RDS
noch entschlossener zur Sache geht und mit noch kraftvollerem
Antritt bei gestiegener Präzision aufwarten kann. Beide finden bei
der DTS-Wiedergabe erwartungsgemäß ihren Meister im DTS-Klassenprimus
Denon AVR-3801, der bei der
DTS-Wiedergabe auch deutlich über seine Preisklasse hinaus die
Maßstäbe setzt. Ohne Frage kann man aber auch mit dem hier
gebotenen sehr zufrieden sein.
Dolby Digital Die
ganz große Stärke des VSX-859RDS - ganz besonders, wenn der
THX-Modus aktiviert ist. Wenn man über eine Endstufe und zwei
Lautsprecher für den back Surround-Betrieb verfügt, sollte nach dem
persönlichen Geschmack nach kurzem Hörtest entschieden werden, ob
man bei "normalen" DD 5.1-Aufnahmen die Back Surround-Matrix
aktivieren möchte oder nicht. Einer sehr guten Raumwirkung ist es in
vielen Fällen dienlich, manchmal aber sind die Auswirkungen auch eher
nachteilhaft, weil zu viele Klanganteile aus den beiden Back
Surround-Boxen kommen oder weil Effekte nicht mehr sauber positioniert
sind und dann das Flugzeug, dessen Flugkurve sich räumlich eindeutig
auf den rechten Surround-Lautsprecher abspielt, auch auf den beiden
mittleren Lautsprechern zu hören ist.
Bei der in Dolby Digital EX codierten DVD (Code 2) von
"Der Sturm" beeindruckte der VSX-859RDS mit einem
kraftvollen Antritt und einer guten Dynamik. Das Klangbild war stets
angenehm homogen und frei von Klanglöchern, trotzdem ließ der
Receiver einzelne hervorstechende Effekte nicht in einem räumlichen
Einheitsbrei versinken. Vielmehr war er in der Lage, diese
differenziert herauszumodellieren. Dieser Eindruck bestätigte sich
bei "Mission To Mars" (Code 2), wo der Pioneer VSX-859RDS
zwar die klanglichen Nachteile gegenüber dem erstklassigen DTS ES
Discrete-Mix nicht vergessen machen konnte, im Rahmen des Möglichen
aber ein beachtliches Klangerlebnis realisieren konnte, wobei auch die
angenehme Wiedergabe der Dialoge positiv zu vermerken ist. Ein
außerordentlich gutes Ergebnis ist bei "Independence Day"
zu verzeichnen. Hier ließ es der VSX-859RDS bei den erbitterten
Kämpfen zwischen den Erdenbürgern und den Aliens derart krachen,
dass man schlicht und einfach vergaß, einen Receiver der 2000
DM-Klasse zu betreiben. Hut ab vor dieser überdurchschnittlich guten
Leistung, die der VSX-859RDS mit seinem vor allem im unteren
Frequenzbereich heftigen Antritt gezeigt hat.
Bei den verschiedenen Dolby Digital
5.1-Filmmustern haben wir das Klangerlebnis im THX Surround EX Modus und im Dolby Digital
"ACTION 7.1"-Modus, also ohne THX-Nachbearbeitung, miteinander verglichen.
Ergebnis: Während bei den eben genannten Filmen eindeutig der
THX-Modus am besten klang, überzeugte bei "MI2" (Code 1)
der "7.1-Action"-Modus am meisten (zu beachten: Davor im
Setup die Lautsprechereinstellungen nicht in der THX-Konfiguration
belassen, denn da sind alle Lautsprechertypen auf "small"
eingestellt!). Der Action-Modus klang bei MI2 dynamischer, im
Hochtonbereich eine Spur aggressiver, was half, den explosiven Music
Score des Films besser darzustellen.
b) Musik
Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1:
Bei den Testmustern bot der Pioneer VSX-859RDS ordentliche Leistungen.
Gefällig und mit warmen Unterton, immer auf klangliche Harmonie
bedacht, agiert der Receiver, vergisst dabei allerdings,
hervortretende Einzelinstrumente im Orchester absolut exakt
herauszumodellieren. Ebenfalls fehlt bei den verschiedenen Soli bei
den "Four Seasons" das letzte Bisschen Nachdruck auf der
einen Seite, auf der anderen Seite kommen die Nuancen bei gewollt
sanften Orchestereinsätzen nicht differenziert genug heraus. Dies
sind Kritikpunkte, die allerdings nur der in klassischer Musik etwas
mehr bewanderte Hörer heraushört, und die folglich auch nur für
diesen Personenkreis von Interesse sein dürften. Was aber auch dem
Laien auffällt, ist die Tatsache, dass klassische, mehrkanalig in 5.1
aufgenommene Musik nicht allzu gut mit der aktivierten Back
Surround-Matrix harmoniert. Ein zu belegtes und zu mittenbetontes
Klangbild mit unpassender Klangansammlung rund um die beiden Back
Surround-Lautsprecher führen dazu, dass man klassische Musik lieber im
herkömmlichen 5.1-Modus genießt.
Audio-CD: Bei
der Beethoven-CD gefiel der Pioneer-Receiver mit einem homogenen und
warmen Klangbild. Empfehlenswert war sowohl der normale Stereo-Betrieb als auch
der 7-Kanal-Stereo-Modus, denn hier wurden auch feine Nuancen am
besten wiedergegeben. Die Einstellung "Hall 1" sorgte zwar
für einen erfreulich guten Raumeindruck, beschnitt die Musik aber
leicht in den Höhen und ließ Detials verwischen. Für die
Techno-CDs "D-Techno"-Volume 1" und "Future Trance
Volume 11" empfiehlt sich
auch der DSP-"Dance" Modus mit seiner passenden Basswiedergabe.
Bei beiden Testmustern gefiel das ausgesprochen kräftige
Klangbild.
Fazit
Der Pioneer VSX-859RDS ist ein
rundherum empfehlenswerter Receiver, der besonders dadurch positiv
auffällt, dass er keine echten Schwächen aufweist. Wer gern eine
Schaltzentrale für sein 5.1-THX-System haben möchte und auf die Back
Surround-Option verzichten kann, bekommt für 2000 DM ein hervorragendes
Gerät, dessen erstklassiges Preis-/Leistungsverhältnis erst dann etwas
schlechter wird, wenn man als THX Surround EX-Fan eine Endstufe für die
zwei Back Surround-Lautsprecher hinzukaufen möchte. Wer hingegen noch
einen anständigen Zweikanal-Verstärker herumstehen hat, kann diesen
zum Einsatz bringen und erhält dann THX Surround EX zum Sonderpreis.
100 % "echtes" THX Select ist es zwar in keinem Fall, denn die
von Pioneer angebotenen Lösungen haben genausowenig ein THX-Zertifikat wie
der alte Verstärker, den man noch besitzt, aber da THX Select in den
Anforderungen sowieso nicht so streng ist, wird dies nur
Paragraphenreiter wirklich stören. Alle anderen erfreuen sich an den
vielen ausgezeichneten Eigenschaften des VSX-859RDS: Sei es der sehr
gute Filmklang oder die erstklassige Verarbeitung, die sich auch vor
doppelt so teuren Geräten nicht zu verstecken braucht, sei es die
einfache Bedienung mit trotzdem sehr umfassenden OSD oder die gute
Bestückung mit Anschlüssen. Im Musikklang ist der VSX-859RDS ebenfalls
prima, seine Priorität liegt aber eindeutig im Filmbereich. Bei den
Musikbeispielen tat sich der Receiver bei aktuellen Trance- und
Techno-CDs mit seinem vehementen Antritt positiv hervor, die
Herausmodellierung feiner Nuancen bei klassischer Musik kann er zwar
auch befriedigend, dies ist aber nicht seine ganz große Stärke.
AREA DVD-Tipp:
Ein gelungener THX Select-Verstärker ohne Schwächen zum fairen Preis

Pro & Contra
 |
Sehr gute Ausstattung |
 |
Gute Leistungsreserven |
 |
Durchdachtes Bedienkonzept mit sehr guter Fernbedienung |
 |
Hervorragende Verarbeitung |
|
|
 |
Keine Endstufen für den Back Surround-Bereich |
Seite 3: Informationen über THX
Surround EX sowie die technischen Daten des Pioneer VSX-859RDS
THX-Informationen und technische Daten des
VSX-859RDS
Im THX-Prozessor findet eine umfangreiche
Klangnachbearbeitung statt. Die einzelnen Parameter der Home-THX-Nachbearbeitung:
Re-Equalization:
Wird ein Filmsoundtrack auf der Heimkinoanlage wiedergegeben, kann der Gesamteindruck von
einem zu grellen, unnatürlichen Klangbild negativ beeinflusst werden, da die Soundtracks
für die Wiedergabe in großen Kinosälen mit ganz anderen Klangvoraussetzungen konzipiert
sind. Das THX Re-Equalizing soll von daher die Adaption vom großen Kinosaal ins kleinere
Heimkino vornehmen, damit der Klang auch dort mit einer natürlichen Kulisse aufwarten
kann
|
Timbre Matching: Je
nachdem, aus welcher Richtung das menschliche Ohr Klänge wahrnimmt, ändert es seine
Klangwahrnehmung. Im Kino sind von daher viele Lautsprecher um die Zuschauer herum
montiert, um ein möglichst reales Klangbild ohne Klanglöcher zu realisieren. Im Heimkino
finden nur zwei Surroundlautsprecher bei herkömmlichen DD- oder DTS-5.1 beziehungsweise 4
Surroundlautsprecher bei THX EX Verwendung. Timbre Matching filtert die zu den
Surroundlautsprechern transportierte Klanginformation, um so eine optimale Anpassung des
Toncharakters von den Front- und den Surroundlautsprechern zu erreichen, was zu einem
natürlichen und harmonischen Klangbild beitragen soll.
|
| Adaptive Decorrelation:
Oftmals ist zu beobachten, dass das Klangbild aus den Surroundlautsprechern zu dünn,
wenig plastisch und dadurch unharmonisch wirkt. Dieser Effekt verstärkt sich noch,
wenn sich der Zuhörer von der exakt mittleren Sitzposition entfernt. Diesen
Negativmerkmalen soll die "Adaptive Decorrelation" entgegen wirken: Die
Zeitdauer des einen Surroundkanals und das Phasenverhältnis bezüglich des anderen
Surroundkanals wird verändert. Damit wird zweierlei erreicht: Zum ersten ein ausgewogenes
Klangbild auch abseits der genau mittig angeordneten Hörposition, zum zweiten ein
voluminöserer Eindruck des Klanganteils aus den Surroundlautsprechern. |
| Bass Peak Level Manager:
Soll den bei einigen Film-Soundtracks enthaltenen Bass-Spitzen, die zu unangenehmen
Verzerrungen im Klangbild oder zu Durchschlagen des Subwoofers führen können, entgegen
wirken. Der maximale Bass-Spitzenpegel, bei dem das Equipment noch ein störungsfreies
Klangbild wiedergibt, kann angegeben werden. |
| Loudspeaker
Position Time Synchronization: Kompensierung des unterschiedlichen Abstands der
Lautsprecher von der individuellen Hörposition. Durch diese Funktion wird ein exakt
synchrones Arbeiten des Lautsprechersystems erreicht. |
| THX, Home THX, THX
Surround EX, Re-Equalization, Timbre Matching, Adaptive Decorrelation, Bass Peak Level
Manager und Loudspeaker Position Time Synchronization sind Warenzeichen von Lucasfilm Ltd. |
THX Surround EX 1999, gleichzeitig mit der Uraufführung
von "Star Wars - Episode 1", war ein neues System geboren: Dolby Digital
Ex, 6.1-Sound, abgemischt mit einem zusätzlichen Kanal für den Rear Center, der in
der Mitte hinter den normalen Surroundlautsprechern aufgestellt wird. Die THX-Variante
verfügt sogar über ein zusätzliches Rear-Lautsprecher-Paar, das - wie schon beschrieben
- mittels des einen zusätzlichen Kanals versorgt wird. Bei der THX-Spezifikation werden
die beiden Back-Surroundlautsprecher in kurzer Distanz untereinander aufgestellt. Doch was
ist mit der Kompatibilität zu den bisherigen 5.1-Systemen? Ein 6.1- oder 7.1-Soundtrack
soll, so war die Zielsetzung, auch auf bisherigem 5.1-Equipment laufen. Also entschloss
man sich in beiden Fällen für ein simples und abwärtskompatibles Verfahren, welches in
ähnlicher Art und Weise bereits bei Dolby Surround für die Generierung eines dritten
Kanals aus einem Stereosignal angewendet wurde: Das dem Rear Center zugedachte Signal wird
durch eine Matrix geschleift und auf die beiden Surround-Lautsprecher gleichmäßig
verteilt. Ein Zusatzdecoder extrahiert dann aus dem gematrixten Signal für die
Surroundspeaker wieder die Signale für die Links/Rechts-Surroundlautsprecher und für den
oder die Back Surround Speaker. Im Dolby Digital-Bitstream wird im Falle einer
Kennzeichnung der DVD als THX Surround EX-codiert eine zusätzliche Information
mitgeliefert, die dem digitalen 6.1-Decoder die Anweisung gibt, das Signal der beiden
hinteren Kanäle durch eine Matrix-Schaltung zu ziehen und das Center-Signal zu erzeugen.
Ist die Zusatzinformation nicht vorhanden, muss die Matrix manuell aktiviert werden. Ein
herkömmlicher 5.1-Decoder, der nicht über eine Matrix für das Abspielen des
zusätzlichen Kanals verfügt, gibt wie gehabt, nur ein Stereo-Signal auf den hinteren
Kanälen wieder, in dem auf beiden Kanälen das Signal des zusätzlichen Back
Surround-Kanals vorhanden ist.
Wiedergabe von DTS ES Discrete 6.1-Tracks auf Back
Surround-Matrix-Geräten ohne zusätzlichen diskreten Kanal
Bei DTS ES Discrete
6.1 sorgt, wie der Name schon sagt, nicht eine Matrix für die
Zuweisung des Signals für den Rear Surround Center, sondern ein
weiterer diskreter Kanal. Hat der Verstärker/Receiver
keinen zusätzlichen diskreten Kanal ,sondern nur eine
Matrixschaltung für den Back Surround-Channel, kann der Ton für den
Back Surround Channel auch via Matrix erzeugt werden. Technisch
funktioniert das folgendermaßen: Eine DTS ES Discrete 6.1-DVD trägt
einmal die zusätzliche Klanginformation in einer für einen zusätzlichen
diskreten Kanal enthaltenen Toninformation. Gleichzeitig aber ist zu
50 Prozent im linken und zu 50 Prozent im rechten "normalen"
Surroundkanal auch die für die Matrix für den Back Surround Channel
enthaltende Toninformation enthalten. Wenn nun der Verstärker oder
Receiver einen diskreten Kanal für den Back-Surround-Berech besitzt,
ist die Toninformation für die Matrix natürlich nicht gefragt.
Folge: Die im linken und im rechten Surroundkanal enthaltene
Toninformation für die Matrix werden phasenverkehrt abgebildet, so
dass damit nichts mehr zur Matrix gelangt. Wenn hingegen der Verstärker/Receiver
nur über eine Matrix für den Back Surround verfügt, dann kommt das
Signal ganz normal durch die Matrix, so ist dann auf dem Back
Surround-Kanal trotzdem Ton.
Technische Daten
| Decodiert THX Surround EX, Dolby Digital 5.1, Dolby Pro Logic,
DTS ES Compatible 6.1, DTS 5.1 |
| Nenn-Ausgangsleistung: Surround: 5 x 100 Watt (8 Ohm, 1 kHz mit
1 % Klirrfaktor) |
| Frequenzgang (CD, Line, Tape) 5 Hz - 100 kHz |
| Verschiedene Klangmodi für alle
Decodierformate |
| 10 Audioeingänge/5 Videoeingänge (Composite)
(5 AV/5A) |
| AV-Input inklusive S-Video-Eingang und
optischem Digitaleingang auf der Frontseite |
| 7.1-Kanal-Analog-Externeingang |
| 7.1-Kanal-Analog-Pre-Ausgänge |
| 3 optische, 2 koaxiale Digitaleingänge, 2 Digitalausgänge
(optisch) |
| 1 Dolby Digital RF Eingang |
| 2 Component Video-Eingänge (frei
zuweisbar), 1 Component Video-Ausgang |
| 4 Audio-/4 Videoausgänge (Composite)
(2A/2AV/2V) |
| 5 S-Video-Eingänge, 3 S-Video Ausgänge |
| Tuner mit UKW-RDS-Funktion und 30 Stationsspeichern |
| Netzteil:230 V, 50 Hz |
| Leistungsaufnahme 400 W |
| Abmessungen (B x H x T in mm) 420 x 173 x
463 |
| Gewicht 17,6 kg |
| Gehäusefarben: schwarz und gold |
| Preis: 1999 DM |
Test von: Carsten Rampacher
11.12. 2000
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|