Test: DVD-Player Pioneer DV-737

Finish, Features und Anschlüsse
Den Pioneer DV-737 zeichnet vor allem eine Eigenschaft aus: Der seit diesem
Monat auf dem deutschen Markt für rund 2199 DM angebotene Player, unter der Modellbezeichnung DV-737K auch
in schwarz erhältlich, ist der erste Pioneer-Player mit Progressive
Scan-Ausgabemöglichkeit. Zur Zeit gibt es auf dem deutschen Markt sowieso nur sehr wenige
Modelle, die die Vollbildausgabe beherrschen. Wie üblich, wird das Vollbild-Signal durch
den YUV-Ausgang geschleust, auf der Rückseite des Geräts kann per Umschalter angewählt
werden, ob ein normales Interlaced- oder ein Non-Interlaced-Signal aus dem
Komponentenausgang kommen soll. Leider können nur NTSC-DVDs in Progressive Scan
dargestellt werden (siehe dazu auch unser Progressive-Scan-Special).
Doch der Player hat noch weitaus mehr zu bieten: So eine über jeden Zweifel
erhabene Verarbeitung, die sich bis ins Innenleben des DV-737 fortsetzt, wo eine strikte
Separierung der Audio- und Videoschaltkreise die Grundlage für sehr gute Audio- und
Videoeigenschaften legt. Das Gehäuse erfreut mit einer Frontplatte aus massivem
Aluminium, und auf der Gehäuserückseite glänzen die Cinch-Anschlüsse in edlem Gold.
Die neue Fernbedienung gefällt ebenfalls mit ihrer ordentlichen Qualität. Erstklassig
ausgestattet ist der eingebaute Video-Equalizer: Verschiedene Filter sollen alle Arten von
Rauschen wie allgemeines Bild- oder Blockrauschen wirkungsvoll unterbinden. Hinzu kommen
zwei verschiedene Schärfereglungen, eine für Hochfrequenz- und eine für
Mittelfrequenzelemente (mehr dazu im Bildtest). Alternative zum Selbsteinstellen der
verschiedenen Parameter (für 3 Einstellungen stehen Memory Presets zur Verfügung: Es
sind Voreinstellungen für TV (Standard-Fernsehgeräte), Projektor (für
Rückenprojektions-TV oder Projektoren) sowie Professional (für professionelle Monitore)
anwählbar, bei denen vom Werk aus der Player für ein hervorragendes Bild auf dem
jeweiligen Bildausgabegerät vorjustiert wurde.
An Anschlüssen bietet der DV-737 jede Menge: Neben der schon erwähnten
Progressive Scan-Ausgabemöglichkeit via YUV-Ausgang warten zwei Scart-Buchsen auf
Anschluss (die erste ist voll beschaltet mit wahlweise RGB,S-Video oder FBAS, die zweite
ist zum Durchschleifen eines VCRs gedacht), es gibt zwei S-Video-Hosiden- und zwei
FBAS-Cinch-Buchsen. Zwei Digitalausgänge (optisch/koax) und zweimal Zweikanal-Downmix
sind auf der Audioseite vorhanden. Fazit: Reichhaltige Ausstattung, sehr gute Verarbeitung
und vielfältige Anschlussmöglichkeiten ergeben die Höchstpunktzahl. Selbstverständlich
kann auch der DV-737 CD-Rs uns CD-RWs abspielen.
Bedienung
Wie alle neuen Pioneer-Geräte verfügt auch der DV-737 verfügt über einen
sogenannten Setup-Navigator, der dem Heimkino-Einsteiger eine Hilfestellung in Bezug auf
wichtige Grundeinstellungen geben soll: Das Format des Fernsehbildes und die Datenströme,
die aus dem Digitalausgang entlassen werden, kann der Benutzer hier einfach anwählen:
Soll es DTS und Dolby Digital sein? Oder zusätzlich noch MPEG? Ebenfalls kann der
Benutzer über die Ausgabe von 96 kHz-Audio entscheiden. Die Menüs insgesamt sind zwar
Pioneer-typisch optisch schlicht, aber leicht verständlich und gut gegliedert.
Im Vergleich zum Vorgänger DV-717,
der in der Bedienung nicht restlos überzeugen konnte, sind klare Fortschritte zu
verzeichnen: Die Fernbedienung mit Jog-Shuttle-Funktion liegt gut in der Hand, die Tasten
gefallen mit exaktem Druckpunkt, die Navigations-Tools sind gelungen. Einige wenige Tasten
sind auch beleuchtet, wenn die Beleuchtung bei der nächsten Generation etwas
großzügiger ausfiele, wäre dies kein Nachteil. Das Laufwerk agiert schnell und leise
und sorgt so für guten Bedienkomfort. Das Display des DV-737 ist mit seiner wenig schön
anzusehenden, nicht alphanumerischen Anzeige dem sonstigen Standard des Gerätes aber
nicht angemessen.
Bild
Zum Bild des Pioneer DV-737 kann nur eins gesagt werden:
Absolute Spitzenklasse. Das gilt zum einen für das Vollbild, das über den Progressive
Scan-fähigen YUV-Ausgang ausgegeben werden kann (siehe auch unser Special Progressive Scan). Im Progressive
Scan-Betrieb kommt eine von Pioneer "PureCinema" genannte Schaltung zum Einsatz,
die dem Unterschied zwischen der Art des auf der DVD enthaltenden Materials Rechnung
tragen: Entweder kann eine DVD reines Video-Material (ursprünglich auf Video aufgenommen,
zum Beispiel bei Reisedokumentationen oder Fernsehserien) oder aber mit einer richtigen
Filmkamera aufgenommenes Material (Spielfilm-DVD) enthalten. Videos arbeiten mit einer
Bildfrequenz von 30 Bildern pro Sekunde, Filme hingegen kommen nur auf 24 Bilder/Sekunde.
Bei progressiver Zeilenabtastung poliert der DV-737 Filmmaterial auf 60 Bilder/Sekunde
auf. Mittels PureCinema soll sichergestellt werden, dass die Bildqualität der
ursprünglichen Kino-Bildqualität nahe kommt. Pioneer hat noch ein Feature eingebaut, um
es dem Benutzer möglich zu machen, herauszufinden, welche Art von Bildmaterial auf der
DVD enthalten ist: Beim OSD für die Video-Übertragungsrate erscheint ein (#) über der
Bildübertragungsrate, wenn es sich um richtiges Filmmaterial handelt.
Ebenfalls überragende Resultate erzielt der Pioneer beim
Anschluss via S-Video oder RGB an ein Bildausgabegerät. Bei den Real-Testbildern im
16:9-Format auf der Burosch-Referenz-DVD brilliert der Pioneer, angeschlossen über
S-Video, mit einer nahezu perfekten Farbwiedergabe und Bildschärfe. Der Kontrastumfang
ist schlichtweg überragend, an die Detailtreue kommt auch in dieser Preisklasse kein
anderen Gerät heran. Im Vergleich zum schon sehr guten Vorgänger DV-717 ist hier eine sichtbare Steigerung realisiert
worden. Auch im Filmbetrieb (Tomorrow Never Dies, Japan-NTSC-DVD, A Bug's Life, Code
1, Seven Years in Tibet, Code 1) erfreut der Player mit leuchtenden Farben, brillanter
Bildschärfe und einer bestechenden Detailtreue. Keine Frage, selbst für den nicht gerade
niedrigen Einstiegspreis ein Top-Ergebnis, denn selbst aus nicht perfekter Software - wie
zum Beispiel dem Titanic-Trailer auf der 3. DTS-Demo-DVD, der weder über ein anamorphes
noch über ein überdurchschnittlich gutes Bild verfügt, präsentiert sich der DV-737 in
sehr guter Form.
Die Werks-Voreinstellungen
Der Pioneer DV-737 verfügt über drei Werks-Voreinstellungen für herkömmliche TVs, für
Rückenprojektions-TVs und Projektoren sowie für professionelle Studio-Monitore. Obwohl
Pioneer den DV-737 als idealen Partner für die Besitzer hochwertiger Projektoren ansieht,
behandelte man auch die Eigner von normalen TVs nicht stiefmütterlich: Denn mit dem
"TV/CRT"-Modus betrieben, präsentiert sich das Bild des Pioneer auf einem Sony
KV-32FS60D als sehr ausgewogen: Eine exzellente Bildschärfe, gepaart mit einer
ausgesprochen natürlichen Farbwiedergabe. Hier wurde der Player via RGB verbunden, wobei
ein dreifach abgeschirmtes Burosch-Scartkabel zum
Einsatz kam, welches aufgrund seines hervorragendes Frequenzgangs Verwendung fand.
Der Video-Equalizer Wer
lieber selbst Hand anlegt und sich nicht mit den zweifelsohne schon sehr gut angepassten
Werksvoreinstellungen für sein Bildausgabegerät zufrieden geben möchte, hat anhand
verschiedener Parameter die Möglichkeit, das Bild dem individuellen Geschmack anzupassen.
Im einzelnen steht zur Verfügung:
Einziger Schönheitsfehler: Der Layerwechsel verläuft alles
andere als perfekt, ein deutlich zu langer Bild- und Tonaussetzer ist zu
vermerken, den man kaum übersehen kann. Hier
sollte Pioneer gerade bei einem so teuren Gerät schnell nachbessern, denn dieser
Schönheitsfehler muss nicht sein, wie verschiedene, sehr viel günstigere Konkurrenten
zeigen. Aufgrund der sonstigen überragenden Leistungen sichert sich der DV-737 aber ohne
Zweifel nicht nur die Höchstpunktzahl, sondern er wird die neue AREA DVD-Bildreferenz.
Ton
Der Digitalton ist hervorragend: Glasklar und brillant im
Hochtonbereich (Testpartner war eine Parasound-Kombination, bestehend aus dem
Vorverstärker P/SP 1500, dem DD/DTS-Decoder P/DD 1550 und der Parasound-Fünfkanal-
Endstufe HCA-806), ohne jegliches Störgeräusch und mit einer hohen Präzision über das
gesamte Frequenzspektrum. Vor allem bei Mahlers 2. Symphonie auf der 3. DTS Demo-DVD
zeigte der DV-737 seine Stärken bei der Tonwiedergabe. Bei solchen Leistungen will auch
der eingebaute D/A-Wandler nicht zurückstehen: Er kann mit seinem luftig-transparenten
Klang mit dem Wandler eines CD-Player der oberen Mittelklasse locker mithalten.
Fazit
Der Pioneer DV-737 ist zwar deutlich teurer als sein Vorgänger, vermag aber auch in jeder
Disziplin Spitzenleistungen zu vollbringen. Alle Schwächen des Vorgängermodells hat
Pioneer konsequent ausgemerzt. So ist das neue Laufwerk schnell, die neue Fernbedienung
lässt eine nahezu perfekte Bedienung des Geräts zu, und das Finish wirkt noch
hochwertiger als es ohnehin schon war. Bei der Bildqualität ist auch via RGB oder S-Video
eine Qualitätssteigerung realisiert worden, mit dem Progressive Scan-Ausgang ist der
DV-737 für die momentan bestmögliche Art der Bilddarstellung gerüstet. Mittels des
umfangreichen Video-Equalizers kann das Bild effektiv justiert werden, auch die
Werks-Voreinstellungen sind sehr empfehlenswert. Der Digitalton ist exzellent. Insgesamt
ist der Preis des Players bei den erstklassigen technischen Eigenschaften voll
gerechtfertigt - trotz des Schönheitsfehlers mit dem nicht gelungenen Layerwechsel, der
für ein Gerät dieser Klasse, das ansonsten Top-Qualitäten bietet, ärgerlich ist.
AREA DVD-Tipp: Ein
Spitzenklasse-DVD-Video-Player, der durch die Bank überragende Leistungen bietet
Pro & Contra
 |
Bildqualität exzellent |
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Erstklassiger Digitalton |
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Reichhaltige Ausstattung inklusive Progressive
Scan-Ausgabemöglichkeit und zwei Scart-Buchsen |
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Hervorragende Verarbeitung |
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Layerwechsel mit Bild- und Tonaussetzer |
Technische Daten
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Videoausgänge: 1 x Component Out mit Progressive
Scan-Ausgabemöglichkeit (umschaltbar), 2x SCART (Nr. 1 mit RGB), 2 x Hosiden (S-Video),
12x Cinch (Composite) |
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Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 1 x koaxial, 2 x Cinch
Downmix |
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Farbe: schwarz (DV-737K), gold (DV-737) |
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Maße (B x H x T): 420 x 128 x 370 mm |
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Gewicht: 6,9 kg |
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Preis: 2199 DM (UVP) |
24. Oktober 2000
Test: Carsten Rampacher
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