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Test: DVD-Player Pioneer DV-636

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- & Softwareentwicklung

Finish, Features und Anschlüsse

Seit kurzem ist für 1299 DM der Pioneer DV-636, Nachfolger des DV-626, in Deutschland erhältlich. Das ausschließlich in schwarz lieferbare Gerät ist wiederum mit einem Dolby Digital-/DTS-Decoder ausgerüstet und hat zwei Scart-Buchsen: Während die erste voll beschaltet ist (RGB/S-Video/FBAS), kann an der zweiten (nur FBAS) der Videorekorder angeschlossen werden. An weiteren Anschlüssen stehen gleich 2 S-Video-Hosidenausgänge zur Verfügung, dazu ebenfalls zweimal FBAS-Cinch und Analog-Cinch-Zweikanal-Downmix. Hinzu kommt der 5.1-Ausgang zum Anschluss des internen Decoders an einen Verstärker oder Receiver mit 5.1-Input. Bei den Anschlüssen also volle Bestückung - sehr lobenswert. Weniger den Gefallen des Testers findet allerdings das Laufwerk, das zwar schnell im Play- und Resumebetrieb ist, aber ein zu lautes Arbeitsgeräusch entwickelt, welches gerade bei leisen Filmszenen störend ist. Optisch passt sich der DVD-636 dem unauffälligen, schlichten Design der Pioneer-Player an, richtig edel wirkt die klavierlackfarbene DVD-Lade und deren Umgebung. So kommen optisch keine Zweifel auf, dass es sich um ein hochwertiges DVD-Gerät handeln muss, passend dazu ist die Verarbeitung des Players sehr gut, das gilt auch für die Fernbedienung, die mit der des Pioneer DV-535 identisch ist. Wie bei Pioneer üblich, liest auch der DV-636 CD-Rs und CD-RWs, hat aber ein deutlich vernehmbares Laufwerks-Laufgeräusch. Nach der ersten Disziplin also beste Voraussetzungen, das schon beim Vorgänger DV-626D sehr gute Testergebnis mindestens zu wiederholen. In der ersten Disziplin erreicht der auch von innen aufgeräumt und hochwertig wirkende Player aufgrund seines überzeugenden Finishs und seiner umfangreichen Anschlussmöglichkeiten fünfeinhalb Sterne - doch etwas fällt doch negativ auf: Den umfangreichen Video-Equalizer, unter anderem mit der für die Besitzer von LCD-Projektoren wichtigen Gamma-Korrektur, bringt der DV-636D nicht mehr mit.  Ebenso hat der eingebaute DD/DTS-Decoder noch immer keine Einstellmöglichkeiten.

Bewertung


Bedienung

Der Pioneer DV-636 verfügt wie die anderen Pioneer-Player auch über einen sogenannten Setup-Navigator, der dem Heimkino-Neuling bei elementaren Einstellungen helfen soll: Das Format des Fernsehbildes und die Datenströme, die aus dem Digitalausgang entlassen werden, kann der Benutzer hier einfach anwählen: Soll es DTS und Dolby Digital sein? Oder zusätzlich noch MPEG? Dazu kommt noch ein sehr einfaches Lautsprecher-Setup für den DD/DTS-Decoder. Ebenfalls kann der Benutzer über die Ausgabe von 96 kHz-Audio entscheiden, wobei es hier nicht nur die Option "ja" oder "nein", sondern interessanterweise auch "weiß nicht" gibt. Genau weiß man allerdings, das prinzipiell eine solche Setup-Hilfe nicht schlecht ist, allerdings hat Pioneer leider nicht konsequent zu Ende gedacht. Anders ist es nicht zu erklären, dass auch im Fall DV-636D die Wahl des geeigneten Videoausgabesignals (RGB, S-Video oder eben die Grundeinstellung Composite FBAS) nicht mit in den Navigator aufgenommen wurde.

Ansonsten lässt sich auch der DV-636D ohne nennenswerte Schwierigkeiten bedienen, nur die Mini-Tasten für das Decoder-Setup am Gerät selber stellen aus ergonomischer Sicht keine Offenbarung dar: Sie sind deutlich zu klein geraten. Die nicht beleuchtete Fernbedienung hat eine günstige Größe und ist damit auch für die problemlose Bedienung mit einer Hand geeignet, vorbildlich ist die Position der OK-Taste inmitten des Navigationskreuzes. Der Druckpunkt der Tasten ist klar definiert. Insgesamt machen die wenigen kleinen, durchweg noch in die Kategorie "harmlos" einzustufenden Unzulänglichkeiten nur wenig Mühe, nach kurzer Übung vonseiten des Benutzers funktioniert alles tadellos.

Bewertung

Bild

Das Bild des DV-636 ist sehr gut - bei den Real-Testbildern der Burosch Referenz-DVD überzeugt der Player mit sehr natürlichen Farben, großem Kontrastumfang und einer über dem Klassendurchschnitt liegenden Bildschärfe. Die Bildqualität ist besser als die des DV-535, vor allem die Detailtreue und die Bildschärfe kann hier noch besser gefallen. Exzellent: Die Farbdekompression. Die als schwer darstellbar bekannte Farbe blau wird brillant wiedergegeben, auch rot-blau-Übergänge, ebenfalls ein kritischer Punkt, meistert der DV-636D in vorbildlicher Manier. Niemals produziert das Gerät Artefakte. Von der Konkurrenz kann hier nur das ebenfalls exzellente Denon-Duo DVD-1000 und DVD-1500 Paroli bieten. Gegenüber dem Vorgänger DV-626 ist eine, wenn auch zugegebenermaßen kleine, Verbesserung sichtbar - schon der DV-626D konnte ein tadelloses Bild auf durchweg hohem Niveau bieten. Insgesamt eine sehr gute Leistung, leider fehlt, wie schon bei "Finish, Features und Anschlüsse" erwähnt, dem DV-636 aber der Video-Equalizer seines Vorgängers. Dies kann genauso wenig gefallen wie der nicht perfekte Layerwechsel -  das können andere Player besser, hier sollte Pioneer nachbessern. Trotzdem: Für ein ansonsten absolut makelloses und fehlerfreies Bild gibt es sechs Sterne.

Bewertung


Ton

Bescheiden fallen die Einstellmöglichkeiten für den integrierten Dolby Digital-/DTS-Decoder aus. Man kann nur einstellen, ob alle Lautsprecher eines kompletten 5.1-Systems vorhanden sind - das war es. Pioneer will beim DV-636 den Decoder aber auch nur als kleines zusätzliches Feature verstanden wissen - in erster Linie sollen die visuellen Eigenschaften besser sein als beim Einsteigermodell DV-535. So ist der interne Decoder von den Einstellmöglichkeiten her unzureichend, denn man kann weder einstellen, ob man große oder kleine Lautsprecher verwendet, noch, wie lang die Delay Time sein soll. Umso erstaunlicher, wie achtbar sich der Decoder aus der Affäre zieht: Seine klanglichen Leistungen sind nämlich keinesfalls auf dem Niveau der Justiermöglichkeiten, sondern fallen eher unter die Rubrik "beachtlich": Sicher, Wunder dürfen keine erwartet werden, schon allein wegen der fehlenden Anpassungsmöglichkeiten an die individuellen räumlichen Gegebenheiten vollbringt der DV-636D bei der manchmal ins Unnatürliche tendierenden Dialogtiefe - hier machen sich die fehlenden Delay-Regler bemerkbar -  keine Großtaten. Für den Heimkino-Einsteiger stellt der Decoder aber zumindest eine einigermaßen brauchbare Übergangslösung dar.

Keine negativen Überraschungen beim Digitalton: Klar und präzise, mit sehr guter Dynamik spielt der DV-636 an der Spitze seiner Klasse mit. Überraschung beim Check des internen D/A-Wandlers: Ein auch in den Höhen detailliertes Klangbild, dem nur im unteren Frequenzbereich etwas an Räumlichkeit fehlt. Insgesamt bekommt der Pioneer DV-635D in Klangtest die Note "gut".

Bewertung


Fazit

Der Pioneer DV-636 ist sehr empfehlenswert. Top-Bild, ein befriedigend klingender Decoder, ein exzellenter Digitalton und ein brauchbarer D/A-Wandler sind, gepaart mit dem hochwertig wirkenden Äußeren und den umfangreichen Anschlussmöglichkeiten, die vielen Pluspunkte des Geräts. Die Minus-Liste fällt vergleichsweise kurz aus: Die Decodereinstellmöglichkeiten sind auf ein absolutes Minimum beschränkt, und leider fehlt dem DV-636D ein Video-Equalizer, was in Anbetracht des Spitzen-Bildes aber nicht allzu stark ins Gewicht fällt. Nicht gefallen kann der Layerwechsel, das Laufgeräusch des Laufwerks ist etwas zu dominant.

AREA DVD-Tipp: Spitzenbild, viele Anschlüsse und befriedigender Decoder für einen fairen Preis

Pro & Contra

Bildqualität an der Spitze seiner Klasse
Decoder mit befriedigendem Klang
Umfangreiche Anschlussmöglichkeiten mit zwei Scart-Buchsen
Gute Verarbeitung  und hochwertige Materialien
Laufwerk nicht überzeugend hinsichtlich Laufgeräusch und Layerwechsel
Decoder praktisch ohne Einstellmöglichkeiten

Technische Daten

Integrierter Dolby Digital/DTS-Decoder
Videoausgänge: 2x SCART (Nr. 1 mit RGB und S-Video), 2 x Hosiden (S-Video), 2 x Cinch (Composite)
Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 2 x Cinch 2-Kanal Downmix, 1 x Sechskanal-Cinch
Farbe: schwarz
Maße (B x H x T): 420 x 104 x 288 mm
Gewicht: 3 kg
Preis: 1299 DM (UVP)

25. Oktober 2000

Test: Carsten Rampacher

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