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Test: DVD-Player Pioneer DV-535

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- & Softwareentwicklung

Finish, Features und Anschlüsse

Bislang zeichneten sich Pioneer-DVD-Player - auch die Basisgeräte - immer durch insgesamt überzeugende Eigenschaften in den AREA DVD-Praxistests aus. So waren wir gespannt, ob der neue, ab diesem Monat in Deutschland angebotene DV-535, mit 749 DM 150 DM billiger als sein Vorgänger DV-525, diese Tradition fortsetzt.  Erst einmal ausgepackt, erkennt man den DV-535, der als DV-530 erstmals auch in der Gehäusefarbe silber lieferbar ist, sofort als Mitglied der Pioneer-Familie wieder. Evolution statt Revolution lautet die Devise beim Design - wobei diese Evolution teils vorteil- aber auch teils nachteilhaft ausfällt. Letzteres trifft eindeutig auf deutlich sichtbare Einsparmaßnahmen seitens Pioneer zu. So machen die Knöpfe am Gerät selber, die nicht beschriftet sind (die Symbole sind jeweils über dem Knopf auf die Frontplatte gedruckt), optisch den Eindruck, recht kostengünstig produziert worden zu sein. Gleiches lässt sich von der DVD-Lade sagen, die mit leichten Klappergeräuschen herausfährt. Summa summarum ist die Verarbeitung aber dem Preis des Gerätes angemessen. Das Laufgeräusch des Laufwerks ist vernehmlich, doch hält es sich noch in erträglichen Grenzen. Dafür ist es ungeheuer schnell: Im Lade- und im Resume-Betrieb sowie im Kapitelsprung lässt es sich nicht lange Bedenkzeit. Sehr erfreulich. Leider gilt dies nicht für den Layerwechsel: Hier verharrt das Laufwerk zu lange und macht so dem Zuschauer deutlich, wo denn nun der zweite Layer anfängt. Das können einige Konkurrenten besser. Dafür liest das Laufwerk des Players, wie bei Pioneer-Geräten üblich, auch CD-Rs. Und da wir gerade bei den Vorteilen sind: Auch die Fernbedienung ist eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Geringfügig besser verarbeitet und auch etwas größer. Mehr dazu im Kapitel "Bedienung", genau wie zum "Setup Navigator", einer Hilfestellung, die ins On-Screen-Menü integriert ist und es Heimkino-Anfängern leichter machen soll, den Player schnell und korrekt einzustellen.

An Anschlüssen bietet der DV-535 eine voll bestückte Scart-Buchse: RGB, S-Video Hosiden und Composite können hier ausgegeben werden. Dies ist durchaus nicht selbstverständlich, denn der Panasonic DVD-RV20 und alle seine Derivate verzichten auf die RGB-Option. Ansonsten ist alles Handelsübliche da: Einmal S-Video Hosiden, einmal Composite-Cinch-Out auf der Video- , zwei Digitalausgänge (optisch/koax) und einmal Zweikanal-Downmix auf der Audioseite.

Fazit: Praxisgerechte Ausstattung inklusive RGB und ein schnelles Laufwerk, welches nur beim Layer-Wechsel Besseres leisten könnte, kombiniert mit einem fairen Einstiegspreis sichern dem DV-535 in der ersten Teildisziplin eine gute Note.

Bewertung


Bedienung

Der Pioneer DV-535 verfügt über einen sogenannten Setup-Navigator, der dem Heimkino-Einsteiger eine Hilfestellung in Bezug auf wichtige Grundeinstellungen geben soll: Das Format des Fernsehbildes und die Datenströme, die aus dem Digitalausgang entlassen werden, kann der Benutzer hier einfach anwählen: Soll es DTS und Dolby Digital sein? Oder zusätzlich noch MPEG? Ebenfalls kann der Benutzer über die Ausgabe von 96 kHz-Audio entscheiden, wobei es hier nicht nur die Option "ja" oder "nein", sondern interessanterweise auch "weiß nicht" gibt. Genau weiß man allerdings, das prinzipiell eine solche Setup-Hilfe nicht schlecht ist, allerdings hat Pioneer leider nicht konsequent zu Ende gedacht. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Wahl des geeigneten Videoausgabesignals (RGB, S-Video oder eben die Grundeinstellung Composite FBAS) nicht mit in den Navigator aufgenommen wurde.

Ansonsten lässt sich der Player leicht und problemlos bedienen, nur möchte man keinem wünschen, dies auf Anhieb im Dunkeln tun zu müssen: Die winzigen Bedruckungen der Tasten oberhalb der Tasten an der Frontplatte des Gerätes und die unbeleuchtete Fernbedienung, deren Tasten aber im Vergleich zur Fernbedienung des Vorgängers wesentlich griffgünstiger und minimal größer ausgefallen sind, machen einige Übung von seiten des Benutzers erforderlich. Ist diese aber vorhanden, kann nichts mehr schief gehen, die Fernbedienungstasten haben einen ordentlich definierten Druckpunkt, Befehle der Fernbedienung setzt der DV-535 schnell in die Tat um. Ansonsten gibt es noch die "Experten"-Einstellung im On-Screen-Menü, welche neben der werksseitig voreingestellten "Einsteiger"-Einstellung angewählt werden kann.

Bewertung

 

Bild

Das Bild des Pioneer DV-535 ist gemessen am Preis sehr gut. Zwar sind nur minimal Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger zu erkennen - und zwar in Bezug auf die gelungene und harmonische Farbwiedergabe sowie die geringfügig genauere Detailwiedergabe - aber der DV-525 kostete noch 899 DM, der DV-535 ist 150 DM billiger. Bei den Testmustern "The World Is Not Enough", "The Mummy" und "Das Große Krabbeln" präsentierte sich das Bild Pioneer-gewohnt scharf und mit tadellosem Kontrastumfang. Leider managt der Player den Layerwechsel nicht so souverän wie einige Konkurrenzmodelle - aber was das Bild an sich angeht, macht dem Pioneer in seiner Klasse keiner etwas vor.

Bewertung


Ton

Der Digitalton ist ohne Fehl und Tadel, sehr klar und spritzig im gesamten Frequenzspektrum: Auch im äußersten Hochtonbereich gefällt das Klangbild durch die plastische Auflösung sowohl im DTS- als auch im Dolby Digital-Bereich. Kein Störgeräusch trübt das Klangvergnügen, das zeigt, dass Pioneer trotz aller Einsparmaßnahmen die wesentlichen Baugruppen des DVD-Players nicht stiefmütterlich behandelt hat. Befriedigend und normalen Ansprüchen genügend ist der Klang des eingebauten D/A-Wandlers.

Bewertung



Fazit

Der Pioneer DV-535 ist gleich 150 DM billiger als sein Vorgänger - und das bei sogar geringfügig besserer Bildqualität, die schon beim DV-525 sehr lobenswert war. Dass hier viel Gegenwert fürs Geld geboten wird, zeigt auch die praxisgerechte Ausstattung mit RGB-Ausgabemöglichkeit und insgesamt praktischer Bedienung. Das Laufwerk ist schnell im Lade- und Resume-Betrieb und gibt CD-Rs wieder, enttäuscht aber beim Layerwechsel. Die Verarbeitung ist der Geräteklasse angemessen, die Fernbedienung wurde gegenüber dem Vorgänger verbessert. Wer aber nun einen DV-525 im Ausverkauf günstig bekommt, kann trotzdem zugreifen - falsch machen kann man auch mit dem günstigen Erwerb des Vorgängers nichts.

AREA DVD-Tipp: Top-Bild in der Preisklasse unter 900 DM

Pro & Contra

Bildqualität sehr gut
Für die Preisklasse außerordentlich guter Digitalton
Praxisgerechte Ausstattung inklusive RGB-Ausgabemöglichkeit und CD-R-Wiedergabe
Laufgeräusch des Laufwerks deutlich vernehmbar
Layerwechsel verläuft nicht perfekt

Technische Daten

Videoausgänge: 1x SCART (mit RGB), 1 x Hosiden (S-Video), 1 x Cinch (Composite)
Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 1 x Cinch 2-Kanal Downmix
Farbe: schwarz (DV-535), silber (DV-536)
Maße (B x H x T): 420 x 104 x 281 mm
Gewicht: 2,7 kg
Preis: 749 DM (UVP)

04. September 2000

Test: Carsten Rampacher

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