Test: DVD-Player Pioneer
DV-340

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- & Softwareentwicklung
Finish, Features und Anschlüsse
Noch genau 599 DM kostet ab sofort der Einstieg in die
DVD-Welt bei Pioneer. Für diesen Betrag erhält der Kunde wahlweise
den schwarzen DV-343 oder den silbernen DV-340. Ausgestattet sind die
beiden verschiedenfarbigen Brüder exakt gleich: So gibt es zwar nur
einen koaxialen Digitalausgang, und die Scart-Buchse gibt zwar FBAS-
oder S-Video, nicht aber RGB-Signale aus (anders als es bei den ersten
Informationen über den Player erwähnt war - hier war noch von einer
RGB-Option die Rede), dafür liefert Pioneer aber einen
S-Video-Hosidenanschluss mit. Wie alle Pioneer-Player spielt auch der
technisch auf dem bewährten DV-535
basierende Neuling CD-Rs und CD-RWs ab. Sogar für zwei vorprogrammierte
Bildeinstellungen (Kino/Animation) war noch Platz in der
Feature-Liste. Nichts wesentlich Revolutionäres also - aber die
eigentliche Überraschung lieferte das Finish unseres Testgeräts: Wer
den DVD-Spieler auspackt, wird niemals glauben, dass man für den zeitlos-elegant gestylten Player mit sehr hochwertig wirkender
Plastik-Frontplatte lediglich knapp 600 DM bezahlt hat. Das Display
erfreut mit feiner Darstellung (wenn auch, aus Preisgründen,
natürlich nicht in DOT-Matrix-Darstellung) und unterstreicht
wirkungsvoll die sehr gelungene Optik. Auch die Fernbedienung fügt
sich ein in dieses Bild, es ist genau der gleiche IR-Geber, der auch
dem DV-535 beiliegt. SVCDs
gegenüber zeigte sich unser Testgerät sehr aufgeschlossen: Obwohl
Pioneer offiziell nicht von einer SVCD-Abspielmöglichkeit spricht -
was angesichts der vielen verschiedenen Möglichkeiten zur Erstellung
von Discs dieses Formats auch kein Wunder ist - schluckte der
Testplayer unsere Check-SVCD problemlos.
Der Fehlerkorrektur-Check
Burosch
Audio-/Video-Technik hat nun die zweite Auflage einer DVD
entwickelt, mit deren Hilfe sich Rückschlüsse über die Qualität
der Fehlerkorrektur bei Laufwerken von DVD-Playern ziehen lassen. Auf
der Disc befinden sich verschiedene Tracks, die, mit identischem
Testbild, nacheinander durchlaufen. Für die Realisierung dieser DVD
waren umfangreiche mathematische Berechnungen erforderlich, um jeden
einzelnen Prüfsektor (= Track) entsprechend des mathematischen
Zusammenhangs um einen bestimmten Faktor länger als den ihm
Vorausgehenden zu machen. Die Sequenz am Anfang ist somit kurz, gegen
den Außenrand der DVD wird die Laufzeit des einzelnen Tracks
expotentiell größer. In der Praxis geschieht die Überprüfung der
Fehlerkorrektur nun durch insgesamt 30 Tracks, der simulierte Fehler
wird in in der 2. Auflage größeren Schritten von ca. 0,16 mm linear
breiter und damit wird die DVD schwerer abspielbar und stellt erhöhte
Anforderungen an die Fehlerkorrektur. Neu ist auch, dass der erste
Track noch keinen Fehler aufweist und nur der Initialisierung der
Test-DVD DVD-Player-intern Rechnung trägt. Dafür setzt der 2. Track
sofort mit einem vollen Millimeter Fehlerbreite ein, dann geht es in
0,16 mm-Schritten bis 4 mm (Track 30) weiter. BUROSCH und AREA DVD
hielten eine Neuauflage der Fehlerkorrektur-Check-DVD für sinnvoll,
weil viele DVD-Player-Modelle mit der maximalen Fehlerbreite der
ersten Auflage, also mit 3 mm, keinerlei Probleme hatten.
Für uns hat die DVD den Vorteil, dass man dem
DVD-Player auf dem Zahn fühlen kann, auch wenn das Endergebnis kein
absolutes in Form eines Zahlenwertes in einer physikalisch gebräuchlichen
Einheit ist. Technisch läuft das folgendermaßen ab, wenn ein Fehler
beim Abtasten erkannt wird: Der DVD-Player befördert die Daten nach
Erkennung des Fehlers in einen Zwischenspeicher. Dies geschieht meist
mit sichtbarer zeitlicher Verzögerung, tritt der Fehler erstmals auf,
kommt es kurzzeitig zu Artefakte- und Mosaikbildungen, dann läuft das
Bild wieder normal weiter - in diesem Moment kommt der
Zwischenspeicher zum Einsatz: Nach und nach wird dieser entleert, auf
der anderen Seite müssen vom Laser wieder Daten in den Speicher fließen
- und zwar so, dass der Speicherinhalt immer auf dem gleichen Niveau
bleibt. Sinkt das Niveau ab, kommt es erneut zur Artefaktebildung.
Daher muss das Zusammenspiel Laser-Zwischenspeicher perfekt
funktionieren, das heißt der Laser muss weiter gleichmäßig Daten
auslesen und in den Zwischenspeicher abgeben, dieser wiederum
"interpoliert" die Daten und sorgt für die
Herstellung eines fehlerfreien, artefaktelosen Bildes (in dem die
fehlerhaften Bildteile durch gespeicherte Wert aus dem
Zwischenspeicher ersetzt werden). Ob dieses Zusammenspiel
funktioniert, kann diese DVD nachprüfen.
So stellt sich heraus, ob die Laufwerkselektronik in der
Lage ist, größere Interpolierungen problemlos auszuführen. Dabei
ist zu bedenken: Der Speicher muss groß genug für den flexibel
gehaltenen Datenstrom einer DVD sein und mit allen Datentransferraten
zurecht kommen. Um die Elektronik richtig zu fordern, wurde auf der
Test-DVD jeder Track mit der maximalen Datenrate 9.8 Mbit/s
aufgezeichnet.
Der Pioneer DV-343 schlägt sich äußerst wacker als
erster Player, der mit der neuen Fehlerkorrektur-Test-DVD getestet
wurde. Bis Track 20 spielt er alles problemlos ab, von Track 21 bis 24
beginnt massive Artefaktebildung. Bei Track 25 dann ist die Fehlerkorrektur
am Ende.
Erfreulicher Start für den neuen Pioneer DV-340: Er
sichert sich nicht nur einen Spitzenplatz unter den Konkurrenten - es
gibt Playermodelle, die einige Hundert Mark teurer sind und weitaus
billiger aussehen - auch der deutlich teurere DV-535
wird durch die auch preislich sehr attraktive Neuerscheinung unter Druck geraten, denn in
punkto Design und dem Preisl-/Leistungsverhältnis hat er nicht allzu
viele Chancen gegen den DV-340/343. Dazu kommt die praxisgerechte Ausstattung und ein schnelles
Laufwerk mit ordentlicher Fehlerkorrektur, welches nun auch noch über
ein erträgliches Laufgeräusch verfügt. Da gibt es nur ein Ergebnis:
Sechs Sterne. Mehr Qualität für weniger Geld gibt es nicht, trotz
des Fehlens der RGB-Option.
Bedienung
Der Pioneer DV-340 verfügt wie alle aktuellen
Pioneer-DVD-Player über einen sogenannten Setup-Navigator, der dem
Heimkino-Einsteiger eine Hilfestellung in Bezug auf wichtige Grundeinstellungen geben
soll: Das Format des Fernsehbildes und die Datenströme, die aus dem Digitalausgang
entlassen werden, kann der Benutzer hier einfach anwählen: Soll es DTS und Dolby Digital
sein? Oder zusätzlich noch MPEG? Ebenfalls kann der Benutzer über die Ausgabe von 96
kHz-Audio entscheiden, wobei es hier nicht nur die Option "ja" oder
"nein", sondern interessanterweise auch "weiß nicht" gibt. Genau
weiß man allerdings, das prinzipiell eine solche Setup-Hilfe nicht schlecht ist,
allerdings hat Pioneer leider nicht konsequent zu Ende gedacht. Anders ist es nicht zu
erklären, dass die Wahl des geeigneten Videoausgabesignals (RGB, S-Video oder eben die
Grundeinstellung Composite FBAS) nicht mit in den Navigator aufgenommen wurde.
Fernbedienung
mit sehr gut ausgeführtem Navigationskreuz
Ansonsten lässt sich der DV-340 leicht und problemlos bedienen,
die Haptik der Bedienknöpfe auf der aufgeräumten Frontplatte ist
angenehm, der Druckpunkt der Tasten auf der Fernbedienung ist in
Ordnung, nur bei den Vorlauf-Tasten leicht schwammig. Gut: Die
Ausführung des Navigationskreuzes mit zentral angeordnetem
Enter-Button. Erfreulich:
Fernbedienungsbefehle werden vom DV-340 fast unverzüglich in die Tat
umgesetzt. Zusammen mit dem gut ablesbaren Display ergibt dies für
den Pioneer auch in der Bedienungsdisziplin eine sehr gute Bewertung.
Bild
Bezüglich der Bildqualität muss der
Besitzer des DV-340 keinerlei Abstriche gegenüber dem in dieser
Disziplin sehr guten DV-535 machen.
Dass der DV-340 kein RGB ausgibt, ist nicht weiter dramatisch, sind
seine visuellen Qualitäten doch auch bei der Bildwiedergabe via
S-Video überdurchschnittlich überzeugend. Bei den 16:9-Realtestbildern der BUROSCH-Referenz-DVD
überzeugte der Player mit einer tadellosen Gesamtbildschärfe und
einer erfreulich natürlichen Farbwiedergabe. Bei den Testbildern mit
kräftig gesättigten Farben wusste der Pioneer besonders zu gefallen,
brachte er die hohe Farbsättigung exzellent zur Geltung. Die Farbdekompression ist
gut, kein
Ansatz zur Artefaktebildung, kein sichtbaren Farbrauschen. Erfreulich
genau ist auch die Detailwiedergabe, der Kontrastumfang ist fein
gestuft und insgesamt groß. Dies zeigt sich auch bei der
Bildwiedergabe von "The Mummy", die kräftigen Farben mit
leichten Hang ins bräunlich-rötliche kommen sehr gut zur Geltung,
ebenso arbeitet der Player auch feine Muster in ordentlicher Qualität
heraus. Auch die tadellose Bildqualität der Inspector Gadget-Code 2-DVD brachte der Pioneer mit prima Bildschärfe und guter Detailtreue
entsprechend zur Geltung. In der neuen Einstiegspreisklasse liegt
somit der Pioneer visuell klar vorn - daran ändert auch der nach wie
vor nicht überzeugende Layerwechsel mit deutlich sichtbarem Stehen
bleiben des Bildes und Tonaussetzer nichts.
Ton
Der Digitalton ist Pioneer-typisch
tadellos: Sehr klar und spritzig, Details werden prima wiedergegeben,
und zwar über den gesamten Frequenzbereich: Das Klangbild ist immer
harmonisch und völlig ohne störende Einflüsse, die beispielsweise
von einem ungenügend abgeschirmten Netzteil oder wenig wertigen
Baugruppen herrühren könnten. Pioneer bietet also auch in günstigen
Preisregionen prima Qualität.
Fazit
Der Pioneer DV-340 bietet in der Preisklasse um 600 Mark einen
überragenden Gegenwert. Die Verarbeitung ist deutlich über
Klassenstandard, die Bildqualität überzeugt voll und ganz. In beiden
Disziplinen gerät sogar manch teurerer Player der Konkurrenz ins Hintertreffen.
Die Bedienung ist übersichtlich und einfach, und selbst unserer
Test-SVCD verwehrte sich der mit einem gegenüber früheren
Pioneer-Basis-Playern leiseren Laufwerk ausgestattete DVD-Spieler
nicht. So bleibt als Fazit: Das Gerät hat zweifelsohne das Zeug zum
Volltreffer. Daran kann auch die fehlende RGB-Option und der ruckelige
Layerwechsel nichts ändern.
In der Preisklasse um 600 DM ist der DV-340 konkurrenzlos

Einsteigerklasse
Pro & Contra
 |
Bildqualität in seiner Preisklasse
erstklassig |
 |
Gute Verarbeitung |
 |
Einfache Bedienung |
 |
Kein RGB |
 |
Layerwechsel überzeugt nicht |
Technische Daten

Der Pioneer
DV-340 von hinten
| Videoausgänge: 1x SCART (mit S-Video,
ohne RGB), 1 x Hosiden (S-Video), 1 x
Cinch (Composite) |
| Audioausgänge: Digital 1 x koaxial, 1 x Cinch 2-Kanal Downmix |
| Farbe: schwarz (DV-343), silber (DV-340) |
| Maße (B x H x T): 420 x 282 x 95,5
mm |
| Gewicht: 2,7 kg |
| Preis: 599 DM (UVP) |
04. Mai 2001
Test: Carsten Rampacher
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