Test: DVD-Player Panasonic DVD-A 360

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- &
Softwareentwicklung
Ausstattung und Technik
Von der Optik her ähnelt der Panasonic DVD-A 360 dem kleineren
Modell DVD-A 160. Gegenüber diesem verfügt der DVD-A 360 aber über einen eingebauten
Dolby Digital- /DTS-Decoder, eine hochwertigere Fernbedienung und erweiterte
Anschlussmöglichkeiten. So bietet das Spitzenmodell auch einen koaxialen Digitalausgang,
einen weiteren Video-Cinch-Ausgang und einen regelbaren Kopfhörerausgang. Ferner ist der
DVD-A360 über beide SCART-Buchsen in der Lage, ein RGB-Signal auszugeben, was gerade für
High-End-Benutzer von Interesse sein dürfte. Für Benutzer von älteren TVs steht eine
PAL 60-Option zur Verfügung, die das Abspielen von NTSC-DVDs auf Fernsehern ohne
Multinormfähigkeit ermöglicht. Insgesamt ist das Gerät ordentlich verarbeitet, wenn
auch die verwendeten Materialien nicht sehr hochwertig wirken, was in der schwarzen
Ausführung, die getestet wurde, noch deutlicher zum Ausdruck kommt. Vorzuziehen wäre
hier die ohne Aufpreis lieferbare Gehäusefarbe Silber.
Das Laufwerk vermag mit seinem leisen Betriebsgeräusch zu überzeugen - sowohl im
Play-Betrieb, als auch im Pause-Modus verursacht es kaum störende Geräusche.
Die Fernbedienung überzeugt mit guter Ergonomie, lässt aber
eine Beleuchtung für den problemlosen Betrieb im Dunkeln vermissen. Allerdings lässt
sich der A-360 nach ein wenig Einübung auch "blind" sehr einfach bedienen.
Sinnvoller wäre gewesen, ein zusätzliches Jog Shuttle auf der Fernbedienung zu
platzieren, ein Manko, das schon beim Vorgänger DVD-A 350 vorhanden war. Auch ungünstig
ist die Platzierung des Zehner-Tastenfeldes zur Chapteranwahl unter einer
aufschiebbaren Klappe auf der Fernbedienung.
Die Menüführung ist von der graphischen Darstellung her noch
zufriedenstellend, wenngleich kaum Verbesserungen hinsichtlich des Vorgängers vorgenommen
wurden. Damals beim DVD-A 350 war der Standard noch voll zufriedenstellend, aber die
Entwicklung geht rasend schnell. Die schon länger erhältlichen Sony-Player DVP-S 725,
DVP-S 525 und DVP-S 325 bieten bezüglich der Bedienbarkeit und der optischen Aufbereitung
der Menüs deutlich mehr.
Sehr störend sind die viel zu klein geratenen Symbole in den
verschiedenen Menüs. Es scheint sich außerdem noch nicht bis ins Hause Panasonic
herumgesprochen zu haben, dass viele verschiedene Symbole zwar vielleicht ansprechend
aussehen, der schnellen und übersichtlichen Bedienung aber nicht unbedingt zuträglich
sind. Hier wären Textbezeichnungen klar besser.
Bild
Die Bildqualität des Panasonic DVD-A 360
ist gut, wenngleich er keinesfalls einen neuen Maßstab in seiner Klasse setzt. Gut ist
auf jeden Fall die plastische Farbewiedergabe, selbst DVDs, bei denen die Farben
normalerweise etwas unnatürlich wirken - so wie z.B. in der deutschen Code 2-DVD von
"Breakdown" - werden ordentlich wiedergegeben. Insgesamt hat der DVD-A 360,
verglichen mit den Playern von Pioneer, die eine ungemein scharfe Detailwiedergabe haben,
ein geringfügig weicheres Bild. Dies ist dann von Vorteil, wenn dadurch softwarebedingte
Schwächen weniger krass zum Ausdruck kommen, aber es ist von Nachteil, wenn wirklich
qualitativ sehr gute DVDs verwendet werden. Bei "Seven Years in Tibet" (Code 1)
und "Godzilla" (Code 2) konnte sich der Panasonic nicht völlig überzeugend in
Szene setzen.
Insgesamt kann man mit der Bildqualität
aber zufrieden sein, vor allem, wenn man bedenkt, wie wenig DVDs einen derartig hohen
Standard bezüglich der Bildgüte bieten, dass sich das etwas weichere Bild des DVD-A
360 tatsächlich nachteilig auswirkt.
Ton
Bezüglich des eingebauten Decoders
lässt sich sagen, dass die klangliche Leistung, vor allem in Anbetracht des Preises des
Geräts, durchaus annehmbar ist. Im Dolby Digital-Betrieb wird ein zufriedenstellendes
Ergebnis erzielt. Der Dynamikumfang ist gegenüber dem Vormodell spürbar gewachsen, auch
die früher wenig überzeugende Darstellung des Tieftonbereichs hat sich verbessert. Im
DTS-Modus bringt der Player ebenfalls eine annehmbare Leistung zustande,
Nachbesserungsbedarf besteht bei beiden Sechskanalbetriebsarten noch im klanglich
diffizilen Hochtonbereich, wo die Darstellung zu wenig differenziert und plastisch wirkt.
Schließt man das Gerät herkömmlich,
das heißt analog via Cinch an seine Anlage, an, fällt auf, dass einem ordentlichen
eingebauten D/A-Wandler keine sehr hohe Priorität eingeräumt wurde. Als CD-Player taugt
das Panasonic-Gerät nur eingeschränkt. Das gesamt Klangbild wirkt ein wenig dumpf,
einiges der Brillanz von Beethovens fünfter Symphonie kam nicht zum Ausdruck. Das ist
aber durchaus zu verzeihen, schließlich soll der Player in erster Linie Filme auf DVD
korrekt wiedergeben.
Fazit
Licht und Schatten liegen beim Panasonic
DVD-A 360 eng beieinander: Das Gerät ist gut und praxisgerecht ausgestattet, sieht man
einmal von der unbeleuchteten Fernbedienung ohne Jog-Shuttle ab. Die gebotenen
Bildqualität geht in Ordnung, Brillantes wird aber nicht geboten. Dasselbe gilt auch für
den eingebauten Decoder, der für Sechskanal-Einsteiger aber ausreicht. Wer allerdings
schon guten Sechskanalklang gewohnt ist, sollte ihn unter der Rubrik "überflüssiges
Zubehör" abhaken.
Nicht überzeugen kann der Panasonic
hinsichtlich eines wertigen Aussehens. Die Verarbeitung ist zwar in Ordnung, den optischen
Eindruck eines technisch hochentwickelten Spitzenmodells, wie es zum Beispiel der Sony
DVP-S 7700 nach außen trägt, vermittelt der DVD-A 360 überhaupt nicht. Dies hängt in
erster Linie mit den verwendeten Materialien zusammen, die von der Güte her eher billig
wirken. Dass dies auch anders geht, beweist die allererste Player-Kollektion aus dem Hause
Panasonic: DVD-A 100 und DVD-A 300 (war in Deutschland nicht erhältlich) waren die
Materialgüte betreffend deutlich hochwertiger.
Pro & Contra
Zwei
RGB-taugliche SCART-Buchsen
Gute Ausstattung
Ergonomische Fernbedienung
Zufriedenstellender Klang des Decoders
Sehr leises Laufwerk
Fernbedienung ohne Jog-Shuttle und ohne Beleuchtung
Veraltete Menüführung
Wenig wertige Anmutung
Technische Daten
-
10 Bit Video D/A-Wandler
- 96 kHz/24 Bit
Audio D/AWandler
- Eingebauter
Dolby Digital/DTS-Decoder
- Ausgänge
Video: 2 x SCART, RGB-tauglich, 2 x Cinch, 1 x S-Video Hosiden
- Ausgänge
Audio: 1 x optischer, 1 x koaxialer Digitalausgang, 1 x Cinch Stereo
- 1 x Cinch-Sechskanalausgang
- Jog Shuttle am
Gerät
- Gehäusefarben:
schwarz und Silber
- Gewicht: 3,3
Kilo
- Abmessungen (B
x H x T in cm): 43 x 9, 4 x 26,
-Codefree.
Region 1 - 6, automatische Umschaltung
- Preis: 1.499
Mark
Verantwortlicht für den Test: Carsten Rampacher
05.10.1999
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