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Test: AV-Receiver Kenwood KRF-V8030D

Wir danken Karsten Becker (www.dvdplayer.de) für die Bereitstellung von Testräumen und Equipment

Finish, Features und Anschlüsse

Die Preisklasse der Dolby Digital/DTS-Receiver ist hart umkämpft: Schließlich erwartet der Kunde für diesen Betrag schon ein ausgewachsenes Gerät, das in der Lage sein soll, auch größere Räumlichkeiten effektiv zu beschallen - und die Klangpräzision soll auch nicht zu kurz kommen, ebenso wenig die Ausstattung. Ein interessantes Exemplar, das mit 1099 DM schon am oberen Ende der Preisskala rangiert, traf von Kenwood bei uns ein. Der Dolby Digital/DTS-Receiver mit dem Namen KRF-V8030D besticht durch eine hochwertige, vorprogrammierte und programmierbare Fernbedienung inklusive LC-Display. Auch das Gerät selber gefällt mit eleganten und funktionellen Design und routinierter Verarbeitung. Als Besonderheit wartet der ausschließlich in schwarz lieferbare, 5 x 100 Watt (Werksangabe 4 Ohm, 1 kHz, 0,7 % Klirr) beziehungsweise 5 x 80 W (AREA DVD-Messung, 8 Ohm, 1 kHz, 0,7 % Klirr, siehe auch Seite 2) starke Receiver mit einer "Circle Surround" genannten Zusatzfunktion auf. Sinn dieses Features soll es sein, auch bei zum Beispiel bei Stereo-CDs eine weiträumige Klangwiedergabe auf einem 5.1-Lautsprechersystem zu erreichen. Einen Weg mit ähnlichem Ziel beschritt DTS mit seinem Neo:6-System. Auch bietet das Gerät drei verschiedene DSP-Modi (Arena, Jazz Club, Theater).

An Anschlüssen ist alles wesentliche vorhanden: Der Receiver verfügt über zwei optische Digitaleingänge und zwei koaxiale. Dem gegenüber auf der Ausgangsseite steht ein optischer Digitalausgang Für den Anschluss externer Decoder steht ein 6.1-Cinch-In zur Verfügung. An Ein- und Ausgängen sind vorhanden: Tape/MD, Monitor (in und out), CD, Phono, Video 1 (in und out), Video 2 und Video 3. Alle Videoein- und -ausgänge sind auch S-Video-beschaltet, zum Anschluss stehen Hosiden-Buchsen zur Verfügung. Zusätzlich gibt es noch einen Front-AV-Eingang, der ebenfalls S-Video-beschaltet ist. 

Die Rückseite des Gerätes macht einen aufgeräumten Eindruck. Negativ fällt auf, dass sich auch Kenwood nicht zu soliden Schraubverschlüssen für alle Lautsprecherboxen durchringen konnte. Hier regierte leider auch der Rotstift, so müssen die Surroundboxen und der Centerspeaker an wenig überzeugenden Klemmverschlüssen angebracht werden, die sich mit einigem Erfolg gegen große Kabelquerschnitte sträuben.  Positiv zu vermerken ist, dass der Kenwood nicht nur über einen Standby-, sondern auch noch über einen richtigen Netzschalter auf der Gerätefrontplatte verfügt. Für den Standby-Betrieb  hat der Receiver einen eigenen "Standy-By-Trafo. 

Bewertung

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Bedienung

Hier kann der Kenwood durchweg mit guten Leistungen aufwarten. Seine vorprogrammierte und programmierbare Fernbedienung ist zwar etwas klobig und schwer, liegt aber trotzdem noch einigermaßen gut in der Hand, da die Gewichtverteilung recht ausgeglichen ist. Bedienen kann man mit ihr praktisch alles, die verschieden großen Tasten und das LC-Display eröffnen viele Möglichkeiten. 

Hochwertig: Die Fernbedienung des Kenwood

Aber auch die Essentials sind gut und durchdacht gelöst. Ein Sonderlob gebührt Kenwood für die praxisgerechte Einstellung der Delay-Time, indem direkt die Entfernung der Lautsprecher vom Hörer eingegeben werden kann. Die beiden Drehregler für die angewählte Quelle und für das Bedienen verschiedener Zusatzfunktionen am Gerät sind praktisch, nach kurzer Eingewöhnungszeit arbeitet man mit ihnen völlig problemlos. Also eitel Sonnenschein im Bedienungskapitel? Nicht ganz, denn das Display mit seiner wenig guten Auflösung will nicht ganz zum sonstigen Level passen. Dazu zeigt der Kenwood die Tonnorm nicht an, lediglich "digital" sowie die Belegung der Lautsprecher. Ob nun aber DTS 5.1 oder Dolby Digital 5.1 vorliegt, darüber gibt ausschließlich eine winzige rot leuchtende Lampe Auskunft, und das ist etwas dürftig.

 

Bewertung

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Ton

Ein Parasound Sechskanalendstufe vom Typ HCA-806 kam für die beiden Back-Surround-Lautsprecher zum Einsatz
Für dieSurroundbeschallung sorgten zwei Boston Acoustics-Dipole vom Typ VRS-PRO mit THX-Zertifikat
Ein THX-zertifizierter Center vom Typ Boston Acoustics VR-14 und zwei Frontlautsprecher vom Typ Boston Acoustics VR-35 mit THX-Zertifikat kümmerten sich um die Frontbeschallung. Zusätzlich kam ein selbst konstruierter Subwoofer mit kraftvoller 180 Watt-Endstufe und zwei 25-cm-Visaton-Tieftonlautsprechern mit Glasfasermembran zum Einsatz
Die Konfiguration wurde mit verschiedenen DVD-Playern getestet: Einem Pioneer DV-737 und einem Toshiba SD-9000 Reference

Zum Soundcheck trat folgende Software an:

Dolby Digital 5.1 : A Night At The Roxbury (Code 2),  Die Mumie (Code 2), Das Kartell (Code 2), Operation Broken Arrow (Code 2), Antonio Vivaldi: The Four Seasons, Herbert von Karajan, Sony Classical 5.1-DVD, Wolfgang Amadeus Mozart: Le Nozze Di Figaro, Glyndeburne Festival Opera, NVC Arts/Warner Music 5.1-DVD
DTS: DTS Demo DVD Vol. 4:, DTS-Trailer "Sonic Landscape", Sequenz aus: Antz sowie Song v. Roy Orbison: Pretty Woman, Galaxy Quest (Code 1), The Haunting (Code 1, DTS ES Discrete 6.1, kompatibel zu DTS 5.1)
Audio-CD:  DJ Meeting 2000, Mozart 200: Höhepunkte der vollständigen Mozart-Edition (Philips DDD-CD)

Der Kenwood KRF-V8030D überzeugte im Klangtest mit einem für seine Preisklasse ausgesprochen guten Antritt. Sein Klangbild war immer klar-analytisch, kein Weichzeichner, der Spitzen abrundet, sondern ein Vertreter der präzisen Fraktion, der eine außergewöhnlich gute Dynamik im Hochtonbereich aufwies. In der Praxis überzeugend: Die Circle-Surround-Funktion, die zweikanalige Stereo-CDs effektiv aufpoliert.

AREA DVD Messwertcheck 

Leistung (immer bei 8 Ohm, 1 kHz, 0,7 % Klirr) Surroundbetrieb 5 x 80 W, Stereobetrieb 2 x 80 W, Gesamtklirrfaktor (8 Ohm, 1 kHz, 50 W): 0,055 %

Gemessen mit Burosch Audioanalyzer NF-200

Die Beobachtungen im einzelnen:

a) Filme und Filmsequenzen

Dolby Digital 5.1 Hier gelang dem Kenwood ein beachtlicher Einstand. Bei der Code 2-DVD des Films "Die Mumie" brachte er den klangstarken Music Score auf allen Kanälen effektivzur Geltung und vermittelte dabei ein großzügiges Raumgefühl. Ähnliche Beobachtungen ließen sich bei der Effektwiedergabe machen. Besonders auffällig war die hohe Präzision bei der Effektortung im Surroundbereich. Das zeigt sich auch bei der Code 2-DVD von "Das Kartell": Hier beweist der Kenwood zudem, dass er nicht nur mit lauten und krachenden Effekten bestens zurechtkommt, sondern auch Umgebungsgeräusche detailliert wiedergeben kann. Die Stimmwiedergabe ist gut, aber nicht überragend, der Grund liegt darin, dass der Kenwood wegen seiner feinnervigen Auslegung im Hochtonbereich die Stimmen minimal zu spitz wiedergibt. Für seine Preisklasse ist das Gebotene aber über jeden Zweifel erhaben. Spitzenleistungen erwarteten den Hörer bei "Operation Broken Arrow": Bei dieser Code 2-DVD mit äußerst kräftiger Dolby Digital-Tonspur bewies der KRF-V8030D, dass auch hohe Lautstärkepegel keine Hürde darstellen - nur ein Problem wurde deutlich: Wer sich diesen Receiver zulegt und an den Lautsprechern spart, wird wenig Freude am Ergebnis haben, denn: Durch den präzisen, sich eng an der Vorlage orientierenden Klang, der im Hochtonbereich differenziert und nuanciert, aber eben auch mit kräftiger Belastung der Hochtöner aufspielt, sind die Anforderungen an das Speaker-Equipment nicht eben niedrig. Mit Sub/Sat-Systemen aus dem Sonderangebot wird der Kenwood-Besitzer daher wohl nicht recht glücklich werden. Dafür mit der Durchschlagskraft des Geräts, wie sich bei der Code 2-DVD von "A Night At The Roxbury" zeigt: Ein reines, kraftvolles Klangbild, dass keinerlei Einbrüche aufweist und den sehr gut abgemischten Music Score mit einem weiträumig-luftigen Charakter zum Zuhörer trägt.

DTS 5.1: Auch feine Tonnuancen bereiten dem Kenwood keine Probleme, gut sein Auftritt beim Abspielen des DTS-Trailers "Sonic Landscape". Dieser Trailer, eigentlich eher langweiliger Natur, da ohne bassstarke Effekte wie beim Vorläufer, eignet sich gut, um zu überprüfen, wie der Probant mit subtilen, kleinen Effekten umgeht, und der Receiver hat hier nicht enttäuscht. Gut auch die Wiedergabe der Sequenz aus "Antz", ebenso wie der Trailer auf der DTS-Demo-DVD 4 zu finden. Die Stimmwiedergabe könnte noch weicher sein, der Klang ist etwas zu hart.  Hervorragend der Auftritt des Receivers bei "Galaxy Quest" (Code 1): Die krachenden Effektsalven der Weltraumschlachten kommen in hoher Präzision um mit viel Kraft zum Zuhörer. dabei fällt erneut auf, wie zielsicher der Kenwood die Effekte positioniert. Das schafft der auch bei der Code 1-DVD (DTS ES Discrete 6.1) von "The Haunting": Obwohl nicht mit diskreter DTS 6.1-Wiedergabemöglichkeit gerüstet, gibt der Receiver die DVD mit ihren zahlreichen dynamischen Effekten angemessen wieder und überzeugt durch gute Leistungsreserven.

b) Musik

Dolby Digital 5.1 und DTS 5.1: n Hier gab es eine Menge zu hören, wie zum Beispiel unheimlich spritzige "Four Seasons" von Antonia Vivaldi. Die Dolby Digital 5.1-DVD, die mit einer sehr guten Aufnahmequalität gefällt, weiß der Kenwood entsprechend umzusetzen, so dass der Eindruck von hoher Dynamik, gepaart mit Mühelosigkeit, entsteht. Der Orchestereinsatz wie auch die Solo-Instrumente erklingen kraftvoll und präzise. Nicht ganz so gut der Klangeindruck bei der 5.1-DD-DVD von Mozarts "Le Nozze Di Figaro". Dies hängt damit zusammen, dass diese DVD im Hochtonbereich nicht unbedingt das besitzt, was man ein fein abgestimmtes Klangbild nennt. Und die Wiedergabe dieser nicht ganz so guten Software liegt dem Kenwood offensichtlich nicht so sehr. Zu blechern ist der Klang und zu dünn. Dass die Abmischung des Roy Orbison-Songs "Pretty Woman" (4. DTS Demo-DVD) sehr heftig ist und manche Geräte sicherlich an ihre Leistungsgrenze bringt, kümmert den Kenwood wenig. Er treibt die Lautsprecher hier zu Höchstleistungen an und zeigt auch noch bei Lautstärken jenseits von Gut und Böse praktisch keine Verzerrungserscheinungen.

Audio-CD: Bei beiden oben in der Tabelle aufgeführten Testmustern verwendeten wir den Circle-Surround-Modus, um herauszufinden, ob sich diese Schaltung, die vor allem herkömmliche Stereoaufnahmen akustisch in Richtung 5.1-Sound aufpolieren und laut Bedienungsanleitung "ein ganz neues Stereoerlebnis" vermitteln soll, auch positiv bemerkbar macht. Den blumigen Worten in der Theorie ließ der Kenwood aber auch überzeugende Leistungen in der Praxis folgen: Mit sehr natürlicher, offener Klangcharakteristik gab der Receiver den Beginn von Mozarts Oper "Die Entführung aus dem Serail" wieder. Besonders gefiel das Ergebnis bei Mozarts Hornkonzert Es-Dur, Köchelverzeichnis (KV) 495: Gerade bei einem so schwierig darzustellenden Instrument wie dem Horn scheidet sich schnell die Spreu vom Weizen; Verzerrungen, zu geringe Detailtreue und zu blechern-mittiger Klang sind die Fettnäpfchen, in die hineingetreten werden kann. Nicht so der Kenwood: Was er gerade bei dieser Sequenz zeigte, war schlichtweg überragend. Klar und sauber, voluminös und detailreich die Abbildung, die luftig und einer Klangwolke gleich sich im ganzen Raum mit hoher Harmonie verteilte. Extralob für diese Leistung. Gut auch der Auftritt bei der Violinensonate F-Dur, KV 377, hier allerdings klang die Violine etwas zu dünn und spitz. Die Stimmwiedergabe, wie zum Beispie lbeim Auszug aus "Don Giovanni", überzeugt mit guter Wiedergabe der Details, ist, wie schon bei anderen  Musikbeispielen beobachtet, aber etwas zu spitz. Dass der Kenwood auch zum Party-Star taugt, bewies er bei der Doppel-CD vom "DJ-Meeting 2000": Hier donnerte das Avancada Remix vom U96-Track "Das Boot 2001" mit Urgewalt durch den Testraum, auch hier war der Raumeindruck sehr gut, ebenso die Leistungsreserven.

Bewertung Klang insgesamt

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Bewertung Klang Preis/Leistung
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Bewertung Klang Musik
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Bewertung Klang Film
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Fazit

Viel Leistung zum fairen Preis: Der KRF-V8030D hat kraftvoll aufspielende Endstufen, denen auch hohe Belastung nur wenig anhaben kann. Dazu kommt seine außergewöhnlich gute Dynamik im Hochtonbereich - allerdings ist der Antritt des Kenwood manchmal fast schon ein wenig zu aggressiv, mit seiner kristallklaren Höhenwiedergabe dürften weniger hochwertige Lautsprecher Probleme bekommen. Praxisgerecht und gut präsentiert sich die Ausstattung des Receivers, inklusive der Circle-Surround-Funktion, die ihren Job wirklich ordentlich macht und für ein gelungenes Klangerlebnis sorgt. Überzeugen kann auch die für diese Preisklasse überdurchschnittlich hochwertige und vielseitige Fernbedienung. Verbesserungsvorschläge muss sich allerdings das Display gefallen lassen, das nicht ganz zum sonst sehr erfreulichen Gesamteindruck passt:: Zu wenig Informationen kann es wiedergeben, und die aktuelle Tonnorm sollte vielleicht auch mit hinein geschrieben werden.

AREA DVD-Tip: Viel Power und Klangtreue sowie eine gute Ausstattung sprechen für den Kenwood

Pro & Contra

plus.gif (283 Byte) Sehr gute Leistungen im Hochtonbereich
plus.gif (283 Byte) Für die Preisklasse exzellente Leistungsreserven
plus.gif (283 Byte) Hochwertige Fernbedienung
plus.gif (283 Byte) Gute und praxisgerechte Ausstattung inklusive Circle Surround
minus.gif (271 Byte) Display überzeugt nicht völlig
minus.gif (271 Byte) Nur Klemmverschlüsse für Surround- und Centerlautsprecher

Die technischen Daten des Kenwood KRF-V8030D

Dolby Digital-/DTS-Decoder

Leistung 5 x 100 W (4 Ohm, 1 kHz, 0,7 % Klirr), 5 x 80 W (8 Ohm, 1 kHz, 0,7 % Klirr
RDS-Tuner mit 40 Stationsspeichern
Circle Surround-Funktion und 3 DSP-Programme (Arena, Jazz Club, Theater)
Ein- und Ausgänge digital: 2 x optisch, 2 x koaxial (Eingänge), 1 x optisch (Ausgänge)
Ein- und Ausgänge analog: Tape/MD, Monitor (in & out), CD, Phono, Video 1 (in & out), Video 2, Video 3, 6-Kanal-Eingang, Front-AV-Eingang
Alle Videoein- und -ausgänge S-Video-beschaltet
Vorprogrammierte und lernfähige Fernbedienung mit LCD-Display
2 geschaltete Netzausgangsbuchsen
Metallfrontplatte
Gewicht: 8,9 kg
Maße (B x H x T in mm): 440 x 143 x 400
Farbe: schwarz
Preis: 1099 DM

 

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