Test: DVD-Player
JVC XV-521BK
Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- &
Softwareentwicklung
Finish, Features und Anschlüsse
JVC lässt dem Kunden die Qual der Wahl -
und sorgt mit verschiedenen Bezeichnungen für ein wenig Verwirrung: Der
Einstiegs-DVD-Player heißt als schwarzes Modell XV-521BK, die silberne
Ausführung nennt sich XV-522SL und der goldene Player hört auf den
Namen XV-523GD. Technisch sind die JVC-Drillinge allesamt identisch, und
mit 799 DM kosten sie auch exakt gleich viel. Optisch wirkt der Player
etwas hausbacken, mit seinem etwas klobigen Jog-Shuttle und einem
Gesamtdesign, das an einen Videorecorder erinnert. An der Verarbeitung
gibt es aber gar nichts auszusetzen, im Gegenteil, sie ist über dem
klassenüblichen Niveau. Zwar ist die Front, wie in der Preisregion
Standard, aus Plastik, dieses wirkt aber solide und langlebig. In dieses
Bild will allerdings nicht das billig wirkende Display passen - mehr
dazu im Bedienungs-Kapitel. Positiv zu vermerken, dass der JVC-Player die echte
Normwandlung beherrscht und aus NTSC kein 60 Hz-Pseudo-PAL macht,
sondern echtes PAL 50.
Leider gibt´s zur Normwandlung auch keine Alternative: Der Benutzer hat keine Wahl,
der Player wandelt grundsätzlich NTSC in echtes PAL 50 um. Daher
auch der Satz in der Bedienungsanleitung, der manchen verwundern
dürfte: "Der Player ist nicht zum Anschluss an einen
NTSC-Fernseher geeingnet",. So muss sich der Filmfreund dann auch
mit den gern auftretenden Nachteilen des Normwandels herumärgern, auch
wenn er einen Multinorm -TV besitzt und sonst ein weitaus besseres Bild
genießen könnte. Gar nicht freut uns ebenfalls die
Tatsache, dass der JVC kein RGB beherrscht. Aber einige andere
Konkurrenzmodelle können dies auch nicht, das sei der Fairness halber
angemerkt. Ansonsten ist die Ausstattung praxisgerecht und
entspricht der Preisklasse: Optischer und koaxialer Digitalausgang sind
vorhanden, eine FBAS- und S-Video-beschaltete Scart-Buchse und einmal
S-Video-Hosiden. Dazu kommt der obligatorische FBAS-Cinch-Out und der
Zweikanal-Downmix-Audioausgang.
Das Laufwerk allerdings gehört mit seiner etwas
großzügig bemessenen Einlesezeit nicht zu den schnellsten im Lande.
Dafür gefällt es mit recht leisem Laufgeräusch. Und es kann mehr, als
JVC ihm zutraut: Unser Testgerät las die selbst gebrannte Video-CD-R
(Rohling von Thats) ohne Probleme ein. Das heißt jetzt nicht, dass der
Player generell CD-Rs lesen kann, aber zumindest mit einigen kommt er
anscheinend zurecht. Gut gefällt
qualitativ die Fernbedienung, mit der man auch ein JVC-TV steuern kann.
Bedienung
Der JVC-Player weist als Vorteil bei der Bedienung ein
sehr praktisch zu bedienendes Jog-Shuttle am Gerät auf. Ebenfalls
liegt die Fernbedienung gut in der Hand, die verschiedenartig
geformten und ausreichend großen Tasten erleichtern die Bedienung
genauso wie deren klar definierter Druckpunkt und die angenehme
Haptik. Doch es gibt auch eine Reihe von Ungereimtheiten: Wieso muss
man, um ins sehr gut strukturierte und ordentlich gestaltete
Setup-Menü zu kommen, die "Shift"-Taste und die Return/Choice-Taste
beide gedrückt halten? Vor allem vereitelt dieser
"Klammergriff" zuverlässig die Einhand-Bedienung der
Fernbedienung. Man kann auch über Japan nach Holland reisen
- dieser Spruch kommt dem Tester bei dieser wenig praxisgerechten
Lösung in den Kopf.
Auch bleibt es ein Rätsel, warum dieses
ansonsten mit vielen guten Eigenschaften aufwartende Gerät ein
Display wie ein Taschenrechner der frühen 80er Jahre bekommen hat:
Viel zu klein, die Auflösung überzeugt überhaupt nicht. Hier sollte
JVC nachbessern. Zu guter Letzt noch zwei Dinge: Es wäre es auch sinniger, die
Enter-Taste in die Mitte des Navigationskreuzes zu setzen anstatt sie
darüber anzuordnen. Ebenso ist es nicht State-Of-The-Art, dass ich
die Ausgabenorm der Scart-Buchse (Y/C oder FBAS) an der
Geräterückseite mit einem Kippschalter vornehmen muss und nicht im
Setup-Menü bestimmen kann.
Bild
Das Bild des JVC würde fünfeinhalb Sterne
bekommen - könnte der Player bei NTSC-DVDs auch NTSC ausgeben. Denn
bedauerlicherweise gibt der XV-521BK immer PAL aus, auch wenn man über
ein Multinorm-TV verfügt. So müssen wir leider einen halben Punkt
abziehen, denn die bei einer Normwandlung zu erwartenden Mängel wie
Bildruckeln oder partielles Zeilenflimmern aufgrund der Interpolation
sind, wenn auch in relativ schwacher Form, bei unseren NTSC-Testscheiben
"Goldeneye" und "Tomorrow Never Dies" (beide Code 1) zu beobachten. Bei
PAL-DVDs hingegen zeigt der JVC ein wirklich überzeugendes Bild, das
nahe herankommt an den Leader der Klasse, den Pioneer
DV-535, der gegenüber dem JVC noch einen kleinen Vorsprung in
punkto Detailtreue und Gesamtbildschärfe verbuchen kann.
Kontrastumfang
und Natürlichkeit der Farben, das zeigen die 16:9-Testbilder auf der Burosch-Referenz-DVD,
sind absolut ohne Fehl und Tadel, ebenso wie die sehr gute
Farbdekompression, die das Bild artefaktefrei auf den Bildschirm bringt.
Der Layerwechsel verlief bei unserem Exemplar nicht perfekt, kurz bleibt
das Bild stehen und der Ton setzt für einen minimalen Zeitraum aus,
aber man kann mit dem Gebotenen leben.
Ton
Der Digitalton des JVC-Player überzeugt
mit einem klaren, sauberen Klangbild, das
für die gute Qualität der verwendeten Bauteile spricht. Fein und
detailliert trägt der Player den Klang zum Zuhörer, die Dynamik ist
auch im Hochtonbereich gut. Bei der THX Surround EX Demo DVD konnte der Player mit guten klanglichen
Leistungen aufwarten, ebenso bei
den Tonbeispielen auf der Referenz-DVD.
Wacker schlägt sich der JVC auch analog
angeschlossen. Mit einem spritzigen und niemals belegten Klang spielt
er bei der Qualität des D/A-Wandlers an der Spitze seiner Klasse mit.
Prima meisterte das Gerät Beethovens fünfte Symphonie und sorgte
für ein harmonisches und gefälliges Klangbild.
Fazit
Der JVC XV-521 überzeugt mit einer guten Verarbeitung und sehr guten
visuellen Eigenschaften. Von daher ist es wirklich schade, dass JVC dem
Benutzer nicht die Wahl lässt, ob er den NTSC-PAL-Normwandel haben
möchte oder nicht. Das führt zu einem Abzug in der Bildwertung, denn
obwohl der JVC qualitativ gut wandelt, sieht man die Nachteile in
leichter Form doch beim Ergebnis. Und das muss nicht sein. Wer
überwiegend PAL-DVDs anschaut, kann mit dem Bild, das dort an der Spitze
seiner Klasse mitspielt, sehr zufrieden sein. Die Toneigenschaften
sind ohne Fehl und Tadel. Tadeln muss man aber einige Bedienmängel,
denen aber die qualitativ und ergonomisch ordentliche Fernbedienung
und die summa summarum gelungene grafische Benutzerführung gegenüber
steht. Leider gibt der JVC kein RGB aus.
AREA DVD-Tipp:
Sehr gutes PAL-Bild, hochwertige Fernbedienung und ordentliche
Verarbeitung
Pro & Contra
 |
Bildqualität bei PAL-DVDs sehr gut |
 |
Ordentliche Verarbeitung |
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Gut strukturiertes On Screen-Menü |
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Hochwertige Fernbedienung |
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Keine NTSC- und keine RGB-Ausgabe |
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Bedienmängel |
Technische Daten
 |
Videoausgänge: 1x SCART (kein RGB), 1 x
Hosiden (S-Video), 1 x Cinch (Composite) |
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Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 2 x Cinch 2-Kanal
Downmix, |
 |
Farbe: schwarz (XV-521BK), silber
(XV-522SL), gold (XV523GD) |
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Maße (B x H x T): 435 x
95 x 297 mm |
 |
Gewicht: 3,2 kg |
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Preis: 799 DM (UVP) |
27. November 2000
Test: Carsten Rampacher
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