Test: AV-Receiver Harman/Kardon
AVR5000

Wir danken Karsten
Becker (www.dvdplayer.de) für die Bereitstellung von Testräumen und Equipment
Finish, Features und Anschlüsse
Harman/Kardon mischt kräftig mit im
Receivergeschäft der oberen Mittelklasse: So bekam der Topliner der
neuesten Modelle (der 3000 DM teure AVR-7000 gehört noch der vorherigen
Generation an) für seinen Preis ein sehr umfangreiches Ausstattungspaket
mit ins Rennen um die Käufergunst. Der 1799 DM teure Receiver im
schwarzen Gehäuse verfügt über 5 x 70 Watt (bei 0,07 %
Klirr, 20 Hz bis 20 kHz, 8 Ohm) starke Endstufen und besitzt auch ein von H/K patentiertes System: Die EzSet
genannte Möglichkeit, mittels eines in die Fernbedienung integrierten
Mikrofons die Lautsprecher einzupegeln. Ebenfalls eingebaut hat der AVR-5000
einen HDCD-Decoder, der auch den Klang normaler CDs in besserer
Qualität darstellt. Dies ist auch Aufgabe des Logic7 genannten
Features, welches den Klang herkömmlicher Stereo- oder analoger
Surround-Sound-Klangformate aufpolieren soll - ohne die hinreichend
bekannten Nachteile wie ein dumpfes Klangbild oder verwischte Bässe.
MP3 codiert der Receiver ebenfalls, Problem ist nur, in welcher Form der
Datenstrom der MP3-Quelle aus dem Zuspieler herauskommt. So braucht man
einen Digitalausgang, der auch MP3-Daten liefern kann, und das ist nicht
so einfach - denn das, was aus dem normalen DVD-Spieler, der nur CD-Rs
und CD-RWs abspielen kann, aus dem Digitalausgang herauskommt, ist
unbrauchbar. Also braucht man ein schon explizit für die MP3-Wiedergabe
gerüstetes Gerät, welches den MP3-Datenstrom auch aus dem
Digitalausgang ausgeben kann - dann kann man den MP3-Decoder im H/K
nutzen, der eine besonders gute Wiedergabequalität bei MP3-Files
ermöglichen soll.
Das Design des Receivers ist sehr innovativ und elegant, die
sauber verarbeitete Frontplatte ist gefällig anzusehen. Wird der AVR-5000
in Betrieb genommen, fällt sein aufwändig
illuminiertes Display ins Auge, das über einen beträchtlichen Teil der
fast komplett schwarz verspiegelten Frontplatte geht
und die angewählte Surround - oder Stereobetriebsart sowie die aktivierten Lautsprecher
und alle verfügbaren Ein- und Ausgänge anzeigt. Die Farbgebung ist mit blau, gelb und
rot sehr abwechslungsreich. Ferner ist das Gerät ausgezeichnet verarbeitet und vermittelt einen
sehr hochwertigen Eindruck. Dies trifft prinzipiell auch auf die formschöne und
futuristisch anmutende Fernbedienung, zu - weniger zu loben sind
allerdings die billigen Klebefolien auf dem IR-Controller, die schon im
Neuzustand wellig aussehen und damit nicht so recht den sonstigen
Eindruck der Hochwertigkeit unterstützen helfen. Freundlich und brauchbar: Für
Multiroom-Freunde packt Harman/Kardon noch eine kleine Fernbedienung für
die 2. Zone dazu, denn das Receiver-Multitalent ist auch Multi
Room-fähig.
Das Anschlussterminal auf der Rückseite ist ebenfalls tadellos verarbeitet, für alle
Lautsprecher gibt es solide anmutende Schraubverschlüsse. Selbstverständlich lässt
sich der AVR-5000 über ein On-Screen-Menü kalibrieren und steuern.
An Ein- und Ausgängen herrscht kein
Mangel, sehr gut gefiel dem Tester das vollständig ausgestattete
Front-Terminal, wo sich ein optischer Digitaleingang und ein koaxialer
Digitalein- oder (wählbar) -ausgang befindet. Dazu kommt noch ein
Stereo-Cinch-Eingang und ein FBAS- sowie ein S-Video-Hosideneingang.
Hinten findet sich auch Einiges, um die Zuspieler passend
unterzubringen: So zwei optische und zwei koaxiale Digitaleingänge, ein
optischer und ein koaxialer Digitalausgang ergänzen das Sortiment.
Analog stehen hinten sechs Eingänge zur Verfügung, ausgangsseitig gibt
dreimal Cinch-Stereo. Hinzu kommen noch Pre-Outs für Front, Center und
Surround sowie der obligatorische Subwoofer-Ausgang und ein
Sechskanal-Eingang beispielsweise für den Anschluss eines DVD
Audio-Players. Zwei Video-Komonenteneingänge sowie fünfmal S-Video
Hosiden und fünfmal FBAS-Video gibt es auf der visuellen Eingangsseite,
ein Komponentenausgang und je dreimal S-Vide und FBAS kommen auf der
Ausgangsseite hinzu.
Bestückt ist der Harman/Kardon
AVR-5000 auch mit
verschiedenen Klangmodi, darunter auch die schon angesprochene
Logic7-Schaltung. Hier eine Übersicht über alle Programme:
 |
Logic 7 C (Cinema) und Logic 7 M (Music): Laut HK eine
verbesserte Raumklang-Technologie, die aus Stereo- und Surround-codiertem Tonmaterial mehr
Räumlichkeit herausholen soll: Die Auflösung ist präziser, die Ortung der der
einzelnen Tonquellen soll besser möglich sein. Der Übergang zwischen den Kanälen bei
bewegten Tonquellen (fliegende Flugzeuge oder Raumschiffe z.B.) hört sich laut der
Bedienungsanleitung homogener und damit realer an. Bei Stereo-Material liefert diese
Einstellung eine breitere Klangbühne und bessere räumliche Tiefe. Um dies zu
ermöglichen, verwendet diese Schaltung Rauminformationen, die in jedem Stereo-Signal
enthalten sind. |
 |
Hall 1 und Hall 2: Für Stereo- und auch für Mono-Aufnahmen.
Effekt soll sein, die Überlagerungen von direkten und reflektierten Schallwellen zu
simulieren. Dabei ist die Basis für Hall 1 eine mittelgroße, für Hall 2 eine große
Konzerthalle |
 |
Theater: simuliert den Raumklang eines Standard-Kinos oder
Theaters (leider verschweigt die ansonsten gute Bedienungsanleitung, was unter dem Begriff
"Standard" zu verstehen ist). Diese Einstellung soll sich sowohl für Stereo-
als auch für Monoquellen eignen. |
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VMax Near/Far: Bei der Verwendung von ausschließlich 2
Frontlautsprechern simuliert die VMax-Funktion einen Center- und zwei
Surroundlautsprecher, um "Virtual Surround"-Klang zu ermöglichen.
Ist die Hörposition näher als 1,5 Meter an den Lautsprechern,
empfiehlt H/K die Version "Near", darüber die Version
"Far" |
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Fünfkanal-Stereo: Stereosignal an allen
Boxen, ideal für die Partybeschallung |
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Surround Off/Stereo: Einstellung für highfidele Puristen, denn
hier werden alle digitalen Signalprozessoren umgangen. Übrig bleibt Stereo-Klang aus den
beiden vorderen Hauptboxen |
Mit seiner sehr guten Verarbeitung und der innovativen
Ausstattung erhält der H/K in der ersten Disziplin die
Höchstpunktzahl. Das einzige Ausstattungsmerkmal, welches vermisst
wird, sind eine Back Surround-Matrix zur Decodierung von Dolby Digital
EX-codiertem Material und von DTS ES Matrix 6.1.
Bedienung
Die Bedienung des AVR5000 ist
mittels sehr gut realisierter Features äußerst einfach. So funktioniert
die für jede Quelle separat durchzuführende Lautsprecher-Einpegelung
via IR-Controller auch ohne jegliche Heimkino-Vorkenntnisse des
Benutzers schnell und effektiv. Innerhalb kürzester
Zeit ist so das Boxensystem perfekt in Angleichung zur jeweiligen
analogen oder digitalen Signalquelle eingepegelt und betriebsbereit.
Fehlfunktionen leistete sich die sehr zuverlässig funktionierende
Zusatzfunktion nicht. Eine gute Hilfe ist zusätzlich die sehr verständlich
und klar geschriebene Anleitung, die vielen Konkurrenten zeigt, wie
ein sinnvoll strukturiertes Benutzerhandbuch aussehen kann: Kein
überflüssiger Schnickschnack, aber alles Wesentliche sprachlich gut
ausformuliert zusammengefasst. Die Fernbedienung selber gefällt mit
kompletter Beleuchtung, was teilweise die zu kleinen und zu zahlreich
vertretenen Tasten kompensiert.

Die
Fernbedienung ist gleichzeitig auch Einpegelhilfe für die
Lautsprecher mit integriertem Mikrofon. Dazu ist sie für den Betrieb
in der Dunkelheit komplett beleuchtet - vorbildlich
Insgesamt ist der Funktionsumfang
der Fernbedienung nach kurzer Eingewöhnungszeit aber problemlos zu
verwalten. Durch seine nicht zu klobige Form liegt der IR-Controller
gut in der Hand, perfekt mittig platziert ist das Navigationskreuz,
die Set-Taste liegt, ergonomisch die beste Lösung, genau in der Mitte
und ist ausreichend groß. Hier wurde offensichtlich mit Erfolg
nachgedacht.
Einfach und schnell zu bedienen sind auch die On-Screen-Menüs, die
nicht zu viele, dafür in fast allen Fällen sinnvolle
Auswahlmöglichkeiten bieten. Das Display des Receivers gefällt mit
dem Anzeigen aller wesentlichen Daten zur aktuell abgespielten
Tonquelle, wäre der Hauptteil noch in DOT-Matrix-Form ausgeführt,
könnte das Ergebnis noch mehr überzeugen. Aber auch so gibt es schon
sechs Sterne für den H/K, der für seinen Besitzer den Heimkino -und
Musikgenuss wirklich einfach macht. Auch Multiroom-Freunde können
zufrieden sein: Wie schon weiter oben erwähnt, liegt dem AVR-5000 eine
zweite Fernbedienung für die Zone 2 bei, die leicht bedienbar ist.

Zweite
Fernbedienung für den Multi-Room-Betrieb des AVR-5000
Ton
Testequipment:
Testsoftware:
 |
Dolby Digital 5.1 : X-Men
(Code 2), Galaxy Quest (Code 2), The World Is Not Enough (Code 2), Antonio Vivaldi: The Four Seasons
(Herbert v. Karajan + Berliner Philharmoniker, Sony Classical, Code 1 -
6), Berliner Philharmoniker: Waldbühne in Berlin 1996/Italian
Night (u.a. Verdi-Bellini-Rossini, Dirigent Claudio Abbado, gehörte
Stücke: Guiseppe Verdi, Ouvertüre aus "Nabucco",
Gioacchino Rossini, Ouvertüre aus dem "Barbier von
Sevilla", TDK DD 5.1-DVD) |
 |
DTS: DTS Demo DVD Vol. 5: Sequenz aus:
U-571; Ausschnitt aus Titan A.E., DTS Demo DVD Vol.3: Mahlers 2.
Symphonie, Ausschnitt aus Daylight; Peter Tschaikowsky: Symphonie Nr. 6 (Herbert v. Karajan + Berliner
Philharmoniker, EMI Classics DTS-CD), Der Chill Faktor (Code 2) |
 |
DVD
Audio: Ludwig v. Beethoven, Symphonien Nr. 3, 4 ,5 (Teldec
DVD Audio, 5.1 Kanal 96 kHz/24-Bit-Aufnahme) |
 |
Audio-CD: Königin der Nacht/Cheryl Studer singt
Mozart (Philips DDD-CD), Felix Mendelssohn Bartholdy: Ein
Sommernachtstraum, Deutsche Grammophon 4D-CD |
Der Harman/Kardon bot im Klangtest für seine
Preisklasse herausragende Leistungen. Ganz gleich ob Film oder Musik,
immer zeichnete der H/K ein sehr natürliches und harmonisches
Klangbild, das durch den peniblen Umgang mit der jeweiligen Software
ebenso überzeugte wie durch Antrittsstärke und
Leistungsbereitschaft. Die Leistungsfähigkeit der Endstufen
ließ auch nach vierstündigem Dauereinsatz nicht zu wünschen übrig.
Die Beobachtungen im einzelnen:
a) Filme und Filmsequenzen
Dolby Digital 5.1 Der
Harman/Kardon AVR-5000 überzeugte bereits beim Auftakt mit "Galaxy
Quest" (Code 2): Mit sehr guter Dynamik trägt der Receiver den
Music Score in den Zuhörerraum, dabei gefällt seine feine Auflösung. Harmonisch ist die Stimmwiedergabe,
realistisch und mit gut abgestuftem Klangbild ertönen die
Weltraumschlachten mit dem trickreichen intergalaktischen Bösewicht Sarris.
Effekt-Fanatiker dürften sich an der frischen und niemals belegten
Effektwiedergabe freuen, die den ganzen Klangeindruck sehr lebendig
erscheinen lässt - so beispielweise bei der Weltraumschlacht im
achten Kapitel der DVD, bei der auch die tadellose Bassdynamik
überzeugen kann. Ähnliche Beobachtungen lassen sich auch bei
"The World Is Not Enough" machen, eine dynamische und
antrittsstarke Vorstellung des AVR-5000. Schon in der ersten Szene ist
es erstaunlich, wie klar im Hochtonbereich ein Gerät einer noch
durchaus bürgerlichen Preisklasse klingen kann - denn gerade hier
sind bei günstigeren Offerten öfters Abstriche zu machen, zu wenig
differenziert und leicht belegt tönt es im oberen Teil des
Frequenzspektrums. Manchmal ist dies auch softwarebedingt, denn gerade
viele DD-Titel bieten im Hochtonbereich keinen außerordentlich guten
Leistungen. Daher ist es umso erstaunlicher, was der AVR-5000 hier
bietet - und das lässt sich auf die gesamte Wiedergabe
ausweiten: Der Receiver bietet eine klangliche Homogenität, die von
der Qualität her praktisch das Niveau THX Select-zertifizierter
Receiver problemlos erreicht, in der Güte der Darstellung höherer Frequenzen
sogar minimal übertrifft - transparent genug, aber nie aggressiv. Die
spektakuläre Verfolgungsjagd auf der Themse, als Bond einer Killerin
in einem Rennboot voller Gadgets hinterherhetzt, beweist (z.B. als die
beiden Boote unter einer Brücke herfahren), dass der H/K eine sehr
realistische Darstellung in den Mittelpunkt seiner klanglichen
Ausdruckskraft setzt, die, wenn es denn vom Ausgangsmaterial her so
sein, soll, vor keinem Dynamikausbruch zurückschreckt und eine
hervorragende Effektdarstellung in exakter Positionierung bietet (so
bei Bonds Rolle mit seinem Power-Boot bei Laufzeit 9:24 bis 9:28).
DTS 5.1: Bei den getesteten
DTS-Sequenzen bot der AVR-5000 für seine Preisklasse außergewöhnlich
gute Leistungen, so beispielsweise bei der Sequenz aus "Titan
AE". Kraftvolle und fein auflösende Effekte waren aus dem
Surroundbereich zu vernehmen, hervorragend sein Können auch bei
bidirektionalen Surroundeffekten, wo eine präzise Ortung jederzeit
möglich war. Homogen und von natürlicher Charakteristik die
Stimmwiedergabe, voluminös und doch präzise der Bass. Unheimlich
detailliert arbeitete der Receiver bei dem Filmausschnitt aus
"U-571" auch feine Zwischentöne heraus, ohne dem Effekt-
und Bassgewitter dieser Sequenz von seiner ungeheuren Wucht zu nehmen.
Wieder auffällig ist die sehr lebendige Darstellung, die dem Zuhörer
vermittelt, mitten im Geschehen zu sein und keinen Klanganteil
notorisch überbewertet, sondern ein reales Sounderlebnis in den
Mittelpunkt stellt. Dass der H/K auch mit kleineren Effekten gut
zurecht kommt, zeigt sich zu Beginn von "Der Chill Faktor",
als die Geräusche des Dschungels auf der kleinen Insel mit tadelloser
Exaktheit wiedergeben werden. Die Explosion des neuen chemischen
Kampfstoffes kurz darauf erscheint sehr vielschichtig, die Vehemenz
und das Ausmaß kann der Zuhörer förmlich spüren - genauso wie die
Explosion des Tanklastzuges im 12. Kapitel. Die große Geschwindigkeit
der Verfolgungsjagden im Film weiß der Receiver in geeigneter Form
wiederzugeben, so dass der Zuhörer seinen Platz mitten in der
Filmhandlung einnehmen kann. Als kleiner Verbesserungsvorschlag
wäre hier nur die Back Surround-Matrix zu nennen, die, so wissen wir
aus Testerfahrungen, auch bei nicht explizit in Extended Surround
aufgenommenen Tonspuren bei entsprechend voluminösen 5.1-Abmischungen
für eine Verringerung der Klanglöcher im Surround-Klangfeld
sorgt.
b) Musik
Dolby Digital 5.1: Bei
Vivaldis "Vier Jahreszeiten" bot der AVR-5000 eine äußerst
gelungene Vorstellung. So ertönte, passend zur Jahreszeit, der
Frühling frisch und lebendig, mit feiner Zeichnung der Streicher,
deren transparente Dynamik und Lebendigkeit im diffizil darstellbaren
Hochtonbereich immer wieder Anlass zur Freunde bot. Auch kleine
Zwischentöne fanden die Aufmerksamkeit des Receivers, der damit
erneut untermalte, dass Harman/Kardon bei der Konzeption von
AV-Receivern neben dem Heimkinofreund auch stets den Musikliebhaber
mit einbezieht. Ebenfalls sehr gute Resultate erzielte das Gerät bei
Verdis "Nabucco"-Ouvertüre und der Ouvertüre aus Rossinis
"Barbier von Sevilla" der "Italian Nights"-DVD.
Wunderbar rund, ohne störende Disharmonien, ertönte direkt zu Beginn
der musikalisch anspruchsvollen Ouvertüre das Orchester, dabei
schaffte es der AVR-5000 aber trotzdem, jedes Instrument exakt nach
der originalgetreuen Gewichtung mit einzubeziehen. Besonders
beeindruckte der volle Orchestereinsatz, im wahrsten Sinne des Wortes
"mit Pauken und Trompeten". Die unterschiedlichen Tempi und
die große Ladung an musikalisch ausgedrückter Emotion vermittelt der
Receiver praktisch filterlos - ganz so, wie es sich der Liebhaber
klassischer Musik wünscht. Dies ist auch ein Hinweis auf die
Hochwertigkeit der verbauten Decoder sowie die Güte der Endstufen,
die auch hier wieder ihre spontane Leistungsbereitschaft zeigen
konnten.
DTS: Die EMI DTS-CD mit
Tschaikowskys 6. Symphonie gab der Verstärker hervorragend wieder, vor
allem beeindruckte das voluminöse Klangbild, das aber trotzdem immer
natürlich wirkte und den unterfrequenten Klanganteil nicht chronisch
überbetonte. Die ursprünglich
der DTS-CD zugrunde liegende Aufnahme stammt aus dem Jahr 1972, daher
kann auch das nachträgliche
DTS-Digital-Mastering nicht ganz die altersbedingten Schwächen des Originals ausgleichen. So sind die Mitten
eigentlich leicht überbetont, während den Höhen einiges an Luftigkeit
neuerer Aufnahmen fehlt. Der AVR-5000 holt aus diesen nicht idealen
Voraussetzungen ein Optimum heraus: Vor allem beim ersten größeren Dynamiksprung
(Laufzeit 2:30 bis 2:35) besticht die prägnante und kraftvolle
Wiedergabe ungemein. Genauso wie das Klangerlebnis bei dem fein
abgestuften Klangteppich von Mahlers 2. Symphonie auf der dritten DTS
Demo DVD, wo zum einen die große Detailtreue, zum anderen das gute
Handling der teils heftigen Dynamiksprünge auffällt. Klanglich stets
der natürlichen Präzision verpflichtet, dürften diese Leistungen
beim Musikliebhaber vollen Anklang finden, denn auch in den leisen
Passagen schafft es der H/K, ein fein erklingendes Ergebnis mit
weitläufiger Raumwirkung zu präsentieren (Choreinsatz bei Laufzeit
37:50).
Audio-CD: Bei
"Martern Aller Arten" aus Mozarts Entführung aus dem Serail
bot der Harman/Kardon eine harmonische und feinfühlige Darstellung im
Stereobetrieb. Mit transparenter Prägnanz, aber trotzdem ohne
überdosierte Antrittsstärke trug der Receiver Cheryl Studers Stimme
in den Zuhörerraum. Dasselbe Stück klang auch in Logic7-Modus
wirklich gut, nur minimal litt die Brillanz der Stimme, für einen
Stereo-To-Surround-Aufpolierer gibt es aber wohl kaum eine schwerere
Aufgabe, als die charakteristische Stimme einer Opernsängerin
surroundtechnisch nachzubearbeiten. Eine herausragende Vorstellung bot
Logic7 bei Mendelssohns "Sommernachtstraum", wo eine
exzellente Räumlichkeit und trotzdem eine große klangliche
Präzision aufzeigen wie leistungsfähig dieses System tatsächlich
ist. Der Harman/Kardon überzeugt also in
dieser Disziplin, das verdankt er zu einem nicht unerheblichen Teil vor
der ausgefeilten
Logic7-Schaltung, die Zweikanal-Audio-CDs sehr überzeugend Raumklang
verleiht. Besonders lobenswert bei allen Testläufen sind neben dem nicht verschwommenen,
sondern trocken-präzisen Bass die Qualitäten in der Detailtreue, die
kaum leidet und fast das Niveau der CD im Stereo-Modus erreicht. Da der
Raumeindruck überraschend gut ist, sind hier wirklich eine Menge
Vorteile zu nennen, die Logic7 im Alltagsbetrieb für den Musikhörer
mit sich bringt. So kann man nur sagen: Hut ab, den H/K-Ingieuren ist
mit Logic7 wirklich ein ausgezeichneter Wurf gelungen, in der
aktuellen Form muss Logic7 den Vergleich mit DTS Neo:6 auf keinen Fall
scheuen, und das Können von Dolby Pro Logic II müsste schon einer
Sensation gleichkommen, sollte sich hier nochmals eine deutliche
Verbesserung bemerkbar machen.
DVD Audio:
Im DVD Audio-Betrieb zeigten die Endstufen des H/K AVR-5000, dass sie
problemlos mit den hohen Leistungsanforderungen zurecht kommen, die
eine hörbar gute DVD Audio-Wiedergabe mit sich bringt. Die
Leistungsfähigkeit bot nie Anlass zur Klage, und der saubere, feine
und glasklare Klang, trotzdem immer angenehm und nie zu spitz,
bewiesen, dass H/K bei den Endstufen Qualität verbaut.
Fazit
Der Harman/Kardon AVR-5000 besitzt
beste Voraussetzungen, um ein Bestseller zu werden - in keiner
Disziplin leistet er sich eine gravierende Schwäche. Beeindruckend in
seiner Preisklasse sind die Klangreinheit und die guten Leistungsreserven. Mit Top-Leistungen in beiden Disziplinen empfiehlt
sich der H/K AVR-5000 sowohl für den Film- als auch für den
Musikfreund. Nützliche Zusatzfeatures ergänzen dieses stimmige Bild:
Ob dies die sehr effektiv arbeitende Logic7-Schaltung ist oder die
Einmessfunktion für die Lautsprecher, die in die Fernbedienung
integriert wurde: Hier entwickelte und konstruierte man mit Liebe zum
Detail. Dies untermauert auch die tadellose Verarbeitung, nur die
Fernbedienung könnte noch einen Schuss mehr Hochwertigkeit vertragen. Wer also auf
die Back Surround-Matrix für die Extended Surround-Tonnormen
verzichten kann, bekommt zu einem fairen Preis einen hervorragenden
AV-Receiver, der in der Güte seiner Eigenschaften das Klassenniveau
deutlich sprengt.
Pro & Contra
 |
Sehr guter Klang im Film- und im
Musikbereich |
 |
Tadellose Leistungsreserven und
hochwertige Endstufen |
 |
Komfortables Bedienkonzept mit sehr einfacher Lautsprechereinmessung |
 |
Gute Anschlussausstattung |
 |
Tadellose Verarbeitung |
 |
Keine Matrix und keine Endstufe für den Back-Surround-Kanal |
Preislich fair kalkulierter AV-Receiver mit überzeugenden Testleistungen

Obere Mittelklasse
Technische Daten

Der
AVR-5000 von hinten (im Bild die baugleiche US-Version AVR-510)
| Dolby Digital/DTS-Decoder mit Anzeige der
Kanalbelegung |
| Integrierte 24-Bit-D/A-Wandler mit 192
kHz Samplemöglichkeit |
| Logic 7 Prozessor (Kino- und Musik- Modus) |
| Dauerleistung: 2 x 80 Watt/8 Ohm
(Stereo-Betrieb), 5 x 70 Watt/8 Ohm (5-Kanal-Betrieb) |
| MP3- und HDCD-Decoding |
| Verschiedene DSP-Programme |
| Programmierbarer Bass-Manager mit
justierbarer Übergangsfrequenz |
| Audioeingänge: Digital 3 x optisch, 3 x
koaxial (inklusive Fronteingänge), analog 7 x
Cinch, 1 x ext. Sechskanaleingang |
| Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 2 x
koaxial (inklusive schaltbarem Frontausgang); 3 x Analog
Cinch, Pre-Outs (Center, Surround, Main, Subwoofer Pre-Out (1 x )) |
| Videoeingänge: Komponenteneingang 2 x; S-Video Hosiden
5 x;
FBAS 5 x (inklusive Fronteingang) |
| Videoausgänge: Komponentenausgang 1 x; S-Video Hosiden
3 x;
FBAS 3 x; Multi-Room-Ausgang (FBAS/S-Video beschaltet) |
| Gerät über OSD einstellbar |
| UKW/MW-Tunerteil, UKW-Sektion mit RDS und
Radiotext, 30 Stationen
programmierbar |
| Lernfähige, Code-programmierbare*,
Makro-fähige Systemfernbedienung mit beleuchteten Tasten und
Lautstärkepegelmesser zur vollautomatischen Einmessung (EZSet) |
| Multi-Room-fähig |
| Zweite mitgelieferte Fernbedienung für Multi-Room-Betrieb |
| Maximale Leistungsaufnahme 694 W |
| Gewicht 15.9 kg |
| Maße (B x H x T in mm): 440 x 167 x 435 |
| Farbe: schwarz |
| Preis: 1799 DM (UVP) |
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