Test: DVD-Player Denon DVD-5000

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- &
Softwareentwicklung
Verarbeitung, Anschlüsse und Features
Schon das Gewicht des Denon DV-5000 spricht Bände: 16,5 Kilo!
Schon dadurch wirkt der 5500 DM teure Denon hochwertig. Verstärkt wird das Gefühl noch
durch die gediegene Verarbeitung: Die massive, 15 mm dicke Frontplatte aus Aluminium und
die Bedienelemente aus dem gleichen Werkstoff verstärken den Eindruck, daß man es hier
mit einem besonderen Gerät zu tun hat. Der Deckel des Gehäuses ist zweilagig, der Boden
sogar vierlagig. Auch das Innenleben dokumentiert dies: Sauber gelötete Platinen,
hochwertige Verarbeitung aller Bauteile - überall glänzt der Denon mit Superlativen. Er
verfügt über drei separate Transformatoren für den Audio- den Video- und den
Steuerteil.
Zu den Special Features des DV-5000, der übrigens, wie auch
der kleinere DV-2500, auf die Basiselektronik von Panasonic zurückgreift - im Falle
des DV-5000 ist der Panasonic A-350 der "Organspender" - gehört ein sehr
aufwendiger vierfacher 24-Bit D/A-Wandler für den CD-Betrieb. Ergänzt wird er von Denons
Neuentwicklung, dem "AL 24-Processing". Dies ist ein neuer Prozessor, der mit
Hilfe zweier Rechenschaltungen die 16 Bit einer normalen Audio-CD auf 24 Bit hochrechnet.
Jede Rechenschaltung errechnet 4 Bit, so daß am Ende des Prozesses insgesamt 8 Bit zu den
16 hinzuaddiert werden können. Der Prozessor unterstützt nicht nur 16-Bit-Daten, sondern
auch 18, 20 und 24-Bit bis zu einer Sampling-Frequenz von 96 kHz. Damit dieser
High-End-Wandler auch immer genug zu tun bekommt, spendierte Denon dem DV-5000 einen
optischen und einen koaxialen Digitaleingang. So kann noch ein externes Gerät -
CD-Player, MiniDisc-Recorder oder DAT-Deck - angeschlossen werden. Ferner besitzt der
DV-5000 einen HDCD-Konverter, der mit dem momentanen CD-Standard kompatibel ist.
24-Bit-Daten werden hierbei in die bei den normalen CDs üblichen 16 Bit konvertiert. Dies
geschieht durch Spitzenpegel- und Kleinsignalerweiterung und hat zur Folge, daß die hohe
Klangqualität der 24-Bit - Auflösung auch nach der Konvertierung erhalten bleibt.

Auch sonst bietet der DV-5000 anschlußmäßig fast alles: Zwei
Hosiden-S-Video- Ausgänge, einen Composite-Out für Projektoren-Besitzer, 2
Audio-Analog-Ausgänge, die üblichen optischen/koaxialen Digital-Outs sowie 2
Cinch-Video-Ausgänge. Selbstverständlich sind die Anschlüsse vergoldet. Nur
Euro-Scart-Buchsen sucht man vergebens. Kaum noch erwähnenswert, daß selbstverständlich
auch DTS unterstützt wird - MPEG 2 - Audio jedoch nicht, was aber keinen allzu großen
Verlust darstellen dürfte.
Bezüglich des Menüs wird Panasonic A-350-Kost ohne die
Decoderfunktionen geboten, und dies ist sicherlich kein Nachteil, ist das Menü doch
übersichtlich und einfach zu bedienen. Ein sinnvolles Feature des A-350, der
Schärferegler, wurde allerdings auch eingespart. Offensichtlich besaß man bei Denon
solch ein Vertrauen in die Fähigkeiten in das eigene Gerät, das man diesen einfach
gleich weggelassen hat.
Die Fernbedienung vermag allerdings nicht völlig zu
überzeugen. Zwar sind die wichtigsten Funktionstasten beleuchtet und somit auch im
Dunkeln zu finden, die Ergonomie des entschieden zu lang geratenen Teils aber ist
bestenfalls durchschnittlich. Das gleiche Urteil gilt auch hinsichtlich des
Qualitätseindrucks - das verwendete Plastik ist sicherlich nicht minderwertig, bei einem
5500-DM-Gerät würde sich aber ein massiver ausgeführte Fernbedienung besser machen -
siehe die sehr hochwertigen Remote Controls der Bang & Olufsen - Geräte.
Der Codefree-Umbau
Der Codefree-Umbau von Karsten Becker erlaubt das Umschalten
zwischen den Regionalcodes 1 & 2 im Standby-Betrieb via Fernbedienung. Gleichzeitig
wird damit ein erhebliches Manko des Denon behoben: Serienmäßig gibt der Player bei
NTSC-DVD´s nämlich wie seine Artverwandten von Panasonic nur ein PAL 60 - Signal aus,
mit dem viele "Beamer" nicht zurechtkommen. Nach dem Umbau steht dann auch
"echtes" NTSC zur Auswahl. Bei einem solchen High End - Gerät wie dem Denon,
der mit Sicherheit nicht an einem Kleinstfernseher aus dem Supermarkt betrieben wird,
sollte diese Option aber eigentlich schon zur Grundausstattung gehören.
Bild
Hier schlägt des Denons große Stunde. Das Bild, das er
produziert, sucht seinesgleichen. Unwichtig, um welches Kriterium es sich handelt - der
Denon bietet Überdurchschnittliches. Das Bild ist extrem scharf, der Kontrastumfang ist
exzellent, die Farben wirken sehr natürlich- besonders bei der Nanga-Parbat-Besteigung am
Anfang von "Seven Years in Tibet" (Code 1-DVD) überzeugt das Gerät absolut:
das Blau des Himmels, die Berglandschaft des Himalaya - alles wirkt "wie echt".
Auch die "Microcosmos"-DVD (Code 2) sieht auf diesem Player hervorragend aus:
Besonders bei Standbildern zeigt der Player wirklich jedes noch so kleine Detail. Sehr gut
das Bild auch bei "The Rock" (Code 2): Die dunklen Szenen werden perfekt
wiedergegeben, gibt's Schwächen, dann rühren diese von der Software her, denn der Denon
zeigt jedes Detail, das vorhanden ist.
5.1.-Klang
Der Klang im 5.1.-Bereich profitiert natürlich von den
verwendeten, hochwertigen Baugruppen und der strengen Audio/Video-Seperierung mit den
schon erwähnten getrennten Transformatoren. Nichts stört hier den exzellenten
5.1.-Klang. Aus Scheiben mit Spitzen-Ton (Godzilla/Code 1, Armageddon/Code 2) wird alles
herausgeholt.
Audio-CD-Klang
Als Audio-CD-Player bietet der Denon einen superben Klang, was
bei dem getriebenen Aufwand eigentlich niemanden überraschen sollte. Der Klang ist
lupenrein, sehr differenziert, plastisch - keine Nuance, sei sie auch noch so klein, geht
unter. Auf diesem Gerät sollten nur Spitzen-CDs zum Einsatz kommen, am besten hochwertige
DDD-Klassik-Scheiben, im Idealfall auch noch im neuen 4D-Verfahren gemastert. Hier zeigt
der Denon, wo's langgeht, und Grenzen setzt nur der Frequenzbereich der CD und das
restliche Equipment. Bei Wagners "Tristan und Isolde" (exzellente Wiedergabe vor
allem der Stimmen) und bei Beethovens erster und fünfter Symphonie (4D-Disc) begeisterte
der Denon absolut.
Fazit
Der Denon DV-5000 verschiebt in allen Disziplinen die Meßlatte
ein gutes Stück weiter nach oben. sein Bild ist makellos, der Ton ebenso, und als
Audio-CD-Player bzw. als reiner D/A-Wandler mit extern angeschlossenem Gerät brilliert
der Denon ebenfalls. Nur stellt sich trotz aller Begeisterung für den Super-Wandler die
Frage, ob ausgerechnet ein DVD-Player ein solches Bauteil braucht. Der Vorteil gerade
eines DVD-Heimkino-Systems liegt doch auch darin, daß der analoge Sound durch digitalen
6-Kanal-Sound ersetzt wurde, der eine bessere Performance bietet. Leute, die bereit sind,
5500 DM für einen DVD-Player auszugeben, besitzen in vielen Fällen bestimmt schon eine
High-End-Anlage, zu deren Umfang auch ein exzellenter Wandler sowie ein exzellenter
CD-Player gehören dürfte. Diese Zielgruppe erwartet sicherlich auch von einem DVD-Player
außergewöhnliche Leistungen hinsichtlich Bild und Ton, die der Denon auch bringt - aber
sie brauchen bestimmt nicht noch einen Spitzen- D/A - Wandler. Vielleicht wäre eine
abgespeckte Variante, ohne aufwendigen Wandler, aber mit der ansonsten gleichen Technik
ein Weg, eine größere Zielgruppe anzusprechen.
Konkurrenz hat der Denon DV-5000 hier in Deutschland momentan
keine, da Pioneer den DV-09 immer noch nicht hier anbietet. Wenn er dann endlich kommt,
wird's spannend, denn dann zeigt sich, ob der Denon seinen Herausforderer in die Schranken
weisen kann oder nicht.
Pro & Contra
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Erstklassige Verarbeitung und Materialgüte |
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Exzellente Bild- und Tonqualität |
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Spitzen--Audio-CD-Klang |
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Übersichtliches Menü |
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Exorbitant hoher Preis |
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NTSC 3.58 - Wiedergabe von NTSC-DVD´s nur nach Umbau |
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wenig überzeugende Fernbedienung |
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keine Scart-Buchsen |
Technische Daten
- 10
Bit Video-D/A-Wandler
- Multipler 24-Bit/96 kHz -
D/A-Wandler
- AL-24-Processing zur
Interpolation von 16 auf 24 Bit bei Audio-CDs
- HDCD-Konverter
- 3 separate Transformatoren
für Audio-/Video-/Steuereinheit
- Anschlüsse Video: 1x YUV
Component-Video, 2x S-Video-Hosiden, 2x Composite-Video
- Anschlüsse Audio:
Digitaleingang optisch/koaxial, Digitalausgang optisch/koaxial, 2x Cinch
- DTS-Wiedergabe
- Beleuchtete Fernbedienung
- Gewicht: 16, 5 kg
- Maße: 434 x 135 x 374 mm (B x
H x T)
- Netzteil: 230 V, 50 Hz
- Farbe: Champagner
- Preis: ca. 5500 DM
Test: Carsten Rampacher
05.07.1999
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