Test: AV-Receiver Denon
AVR-3801

Wir danken Karsten
Becker (www.dvdplayer.de) für die Bereitstellung von Testräumen und Equipment
Finish, Features und Anschlüsse
Denon legt nach: Wer Wert auf DTS ES Discrete 6.1-Decodierung legt,
allerdings nicht bereit ist, dafür 7500 DM wie im Fall des Topliners AVC-A1SE über die Ladentheke zu reichen, kann ab
diesem Monat zum brandneuen, wie üblich in schwarz oder champagner lieferbaren Receiver
AVR-3801 greifen, der mit 2399 DM nur ein Drittel des Spitzenmodells kostet, aber schon
über eingebaute Endstufen mit 7 x 150 Watt (6 Ohm, 1 kHz, 0,7 % Klirr) verfügt.
Ebenfalls beherrscht der AVR-3801 auch DTS ES Matrix 6.1, eine DTS-Version mit Back
Surround Matrix, die sich aber gegenüber der ersten Matrix-basierten 6.1 Version von DTS,
die nun unter DTS ES Compatible 6.1 firmiert, als verbessert präsentiert.
Auch ein weiteres neues System von DTS hat der Neuling in der
Denon-Produktpalette mit an Bord: DTS Neo:6: Herkömmliche Zweikanal- oder Surroundsignale
werden mittels eines neu entwickelten Decoders, der auch bei der oben schon genannten DTS
ES 6.1 Matrix-Schaltung Verwendung findet, auf 6.1 Kanäle aufpoliert. Eine genaue
Eingangssignal-Kennung und die Matrix in Kombination erlauben für alle 6.1-Kanäle eine
Reproduktion des gesamten, von 20 Hz bis über 20 kHz reichenden Frequenzspektrums. Ebenso
soll eine sehr gute Kanaltrennung möglich sein, DTS spricht vom selben Pegel wie dem beim
digitalen diskreten System. Damit Neo:6 auch dem jeweiligen Einsatzzweck entsprechend
angewendet werden kann, gibt es zwei Betriebsarten: Kino und Musik. im Musik-Modus werden
die beiden Front links/rechts Kanäle direkt wiedergegeben und umlaufen die
Decoderschaltung. Dadurch entsteht kein Qualitätsverlust beim Klang. Der vom Center- und
von den Surroundkanälen ausgegebene Effekt soll dann das Klangfeld effektiv räumlich
weiten.
Noch bei weiteren Ausstattungsmerkmalen stand der AVC-A1SE Pate: Die Back Surround-Lautsprecher können
in verschiedenen Betriebsarten verwendet werden: Im DTS ES Discrete 6.1-Betrieb bekommt
der Back Surround Channel, wie schon gesagt, ein diskretes Signal. Liegt aber kein
Discrete-codiertes Material vor, dann kann der Benutzer wählen: Entweder er aktiviert die
Back Surround Matrix, oder aber er schaltet diese auf "Non Matrix". Dann bekommt
der rechte Back Surround-Lautsprecher das gleiche Signal wie der rechte
Surroundlautsprechers und der linke Back Surround-Lautsprecher das gleiche Signal wie der
linke Surroundlautsprechers zugewiesen. Dies verhindert den bei Musik sich oft nachteilig
auswirkenden Effekt der Back Surround Matrix: Häufiger fiel uns auch im Testbetrieb auf,
dass das Surroundklangbild zu starke klangliche Konzentration um die Back Surround
Lautsprecher aufwies, was einer natürlichen Wiedergabe nicht unbedingt zuträglich war.
Auch wenn der AVR-3801 kein THX-Zertifikat hat, so kann der Benutzer
trotzdem die für den THX-Ultra-Betrieb vorgeschriebenen, aber auch bei Verstärkern oder
Receivern ohne THX-Nachbearbeitungsfunktionen effektiven Dipole benutzen, ohne auf den
Einsatz von Direktstrahlern für die Musikwiedergabe zu verzichten: Das Anschlussterminal
des Receivers bietet Platz für zwei Surroundlautsprecher-Paare, im On Screen Menü kann
eingestellt werden, in welchem Modus welcher Lautsprechertyp arbeitet.
Der Verstärker ist für den Fall, dass die Phantasie von Dolby oder DTS
noch weitere Surroundformate produzieren sollte, auch für externe Decoder gerüstet, denn
er bietet einen externen Achtkanaleingang. Auch die 100 kHz-Tauglichkeit für den
fachgerechten Anschluss eines DVD Audio-Players bringt der AVR-3801 mit.
An Eingängen stellt der AVR-3801 das in dieser Klasse übliche Niveau zur
Verfügung, ohne nach oben oder unten aus dem Rahmen zu fallen: Auf der Audio-Seite stehen
insgesamt 9 analoge Eingänge zur Verfügung, dazu kommen 3 optische Digitaleingänge
und 1 koaxialer digitaler Input.

Das Anschlussterminal des
AVR-3801
Auf der Video-Seite gibt es 2 YUV-Komponenteneingänge, 5
FBAS-Composite-Eingänge und 5 mal S-Video Hosiden. Die Ausgänge: Ein Achtkanal-Analog
Pre-Output, 3 Paar analoge Recording-Outputs, ein analoger Multi-Zone-Output (für die
Multi Zone-Funktion können alternativ auch die zwei Endstufen für den Back
Surround-Bereich genutzt werden) und ein optischer Digitalausgang. Videoseitig weist der
AVR-3801 auf der Ausgangsseite einen Video-Komponentenausgang, 3 Composite-Ausgänge und
drei S-Video-Hosiden-Ausgänge auf. Die Bestimmung der angeschlossenen Geräte für
die frei zuweisbaren Digitalein- und Digitalausgänge kann via On-Screen-Menü vorgenommen
werden. An weiteren Ausstattungsmerkmalen bietet der Receiver noch einige
DSP-Programme,
die in der folgenden Tabelle kurz beschrieben werden:
 |
Wide Screen: Soll Wiedergabe wie in einem Filmtheater mit
großer Leinwand simulieren. Alle Signalquellen werden im 7.1-Modus wiedergegeben,
einschließlich Dolby Pro Logic und Dolby Digital 5.1-Klangquellen. Den Surround-Kanälen
werden Effekte hinzugefügt, die die Multi-Surround-Lautsprecher eines Filmtheaters
simulieren |
 |
Super Stadium: Für den Sportfan. Soll ein Klangbild erstellen,
dass über besonders lange Widerhall-Signale dem Zuhörer den Eindruck vermittelt, direkt
im Stadion zu sitzen |
 |
Rock Arena: Simuliert eine Arena mit reflektierendem Klang aus
allen Richtungen wie bei einem Live-Konzert |
 |
Jazz Club: Simuliert das Klangfeld eines Jazz-Clubs mit
niedrigen Decken und harten Wänden |
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Video Game: Für Computerspiele geeignet |
 |
Mono Movie: Soll den Raumeindruck bei Mono-Filmen verbessern |
 |
Matrix: Dient der Verbesserung des Raumgefühls bei
Stereo-Aufnahmen. |
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5 Channel/7 Channel Stereo: Die Signale des vorderen linken
Kanals werden zu den Surround-Kanälen und dem linken Back-Surround-Lautsprecher
ausgegeben, die Signale des vorderen rechten Kanals werden zu den Surround-Kanälen und
dem linken Back-Surround-Lautsprecher ausgegeben. Der Ausgang der phasengleichen
Komponente der linken und rechten Kanäle erfolgt zum Mittelkanal. Dieser Modus vermittelt
Stereo-Ton über alle Kanäle |
Die Verarbeitung des Geräts überzeugt, wie bei Denon üblich, sowohl innen
und außen durch eine solide Anmutung und hochwertige Baugruppen.

Gute Verarbeitung: Auch innen
ist der AVR-3801 aufgeräumt und mit hochwertigen Baugruppen bestückt
Die Fernbedienung macht da keine Ausnahme: Nett anzusehen, mit LC-Display
und guter Materialqualität
Insgesamt ein für die Preisklasse beachtlicher Auftritt: Nichts
Wesentliches wird vermisst, dafür liefert Denon nicht Selbstverständliches mit: So die
DTS ES Discrete 6.1-Decodierfunktion, DTS Neo:6 und sieben kräftige Endstufen.
Bedienung
Mit Hilfe des On Screen Menüs und der praktischen
Fernbedienung ist die Einstellung des AVR-3801 auch für den Heimkino-Einsteiger nicht
allzu problematisch. Noch länger dürfte die beleuchtete Fernbedienung allerdings nicht
sein, bei der Bedienung mit einer Hand droht sie ab und zu, aus der Hand zu rutschen. Wie
schon beim AVC-A1SE festgestellt, weist das
Bedienkonzept aber im Detail kleine Mängel auf:

Gut designt, ordentlich
verarbeitet und praktisch zu bedienen: Fernbedienung mit LC-Display
Denon konnte sich nicht zu einer einheitlichen Art der
Bestätigung bei der Anwahl von Funktionen durchringen: Manchmal muss der Enter-Knopf
gedrückt werden (der leider außerhalb und nicht inmitten des Navigationskreuzes liegt),
manchmal aber wird auch durch einen Sprung nach links mit dem Cursor bestätigt. Drückt
man dann aus Versehen den Enter-Knopf, ist man wieder im Grundmenü und darf noch mal von
vorne anfangen. Sehr lobenswert hingegen: Auch der AVR-3801 verfügt über eine einfache
Einstellung der für ein ausgeglichenes Klangbild wichtigen
Delay-Einstellung: Die
Entfernung der einzelnen Lautsprecher von der Hörposition wird in Metern eingegeben, der
Receiver errechnet daraus die richtige Verzögerungszeit. Somit entfällt das lästige
Umrechnen zwischen den Entfernungen der Lautsprecher und den Millisekunden für die Delay
Time.

Das On Screen Menüs des AVR-3801
gleichen denen der schon getesteten Denon-Modelle. Auch dieses preislich günstigere
Modell wartet mit umfangreichen Einszellmöglichkeiten auf
Am Gerät selber befinden sich noch eine einige
Knöpfe, mit denen man wichtige Grundeinstellungen auch direkt am Gerät erledigen kann.
Dies ist aber nur bei ausreichend verfügbarer Helligkeit empfehlenswert, im abgedunkelten
Raum sollte man besser zur beleuchteten Fernbedienung greifen, die auch programmierbar ist.
Das Display des Denon ist - wie schon bei den anderen
Verstärker- und Receivermodellen beobachtet - aufgrund seiner
DOT-Matrix-Darstellungsweise hübsch anzusehen, und es zeigt auch alles Wesentliche
an - wäre es zusätzlich noch etwas größer, würden wir dies sehr begrüßen.
Ton

Der ACR-3801 in schwarz
Beim Test des AVR-3801 verwendeten wir
die folgende Konfiguration:
 |
Für die komplette rückwärtige
Surroundbeschallung sorgten vier Boston Acoustics-Dipole vom Typ VRS-PRO mit
THX-Zertifikat |
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Ein THX-zertifizierter Center vom Typ Boston Acoustics VR-14
und zwei Frontlautsprecher vom Typ Boston Acoustics VR-35 mit THX-Zertifikat kümmerten
sich um die Frontbeschallung. Zusätzlich kam ein selbst konstruierter Subwoofer mit
kraftvoller 180 Watt-Endstufe und zwei 25-cm-Visaton-Tieftonlautsprechern mit
Glasfasermembran zum Einsatz |
 |
Die Konfiguration wurde mit verschiedenen DVD-Playern getestet:
Einem Pioneer DV-05 Elite (THX Ultra-Zertifikat) und einem Panasonic DVD-RV60 |
Zum Soundcheck trat folgende Software an:
 |
Dolby Digital 5.1 : Godzilla (Code 1),The Mummy
(Code 2), Tomorrow Never Dies (Code 1), A Night At The Roxbury (Code 2), Antonio
Vivaldi: The Four Seasons (Herbert v. Karajan + Berliner Philharmoniker, Sony
Classical,
Code 1 - 6), Denon Ambience: Ludwig van Beethoven & Frédéric Chopin |
 |
Dolby Digital Surround EX: "Mission To Mars" |
 |
DTS ES Discrete 6.1: "The Haunting" (Code 1),
"Sleepy Hollow" (Code 2) |
 |
DTS: DTS Demo DVD Vol. 4: Sequenz aus "Saving
Private Ryan", "Dancing With Wolves", DTS Demo DVD Vol. 3: EMI
DTS-CD:
Tschaikowsky, 6. Symphonie, Galaxy Quest (Code 1) |
 |
Audio-CD: Simon Preston: Bach, Organ Works
(Deutsche Grammphon 4D-CD), Future Trance Vol. 11 |
Der Denon AVR-3801 konnte Tontest mit Leistungen auftrumpfen, die den in
seiner Preisklasse sonst üblichen Rahmen sprengten. Sowohl im Film- als auch im
Musikbetrieb waren seine Leistungen außerordentlich gut. Leistungseinbrüche bei den
jeweils 150 Watt starken Endstufen waren auch bei forciertem Einsatz der Reserven nicht zu
beobachten.
Die Beobachtungen im einzelnen:
a) Filme und Filmsequenzen
DTS ES Discrete 6.1: Bei "Sleepy Hollow" zeigte sich der AVR-3801 von seiner besten
Seite. Eine detaillierte Darstellung im Hochtonbereich, gepaart mit druckvollem Aufspielen
brachte den Testraum zum Brodeln. Man fragte sich, ob der gnadenlose kopflose Reiter nicht
einen Abstecher in den Testraum gemacht hat - so real wurden auch feine Nuancen
wiedergegeben. Besonders beeindruckend für DTS ES Discrete-Fans: Das Säbelziehen hinter
dem Zuhörer. Mit hoher Präzision und großer Dynamik wird es über den neuen diskreten
Kanal wiedergegeben, dass es sich um einen Vollfrequenzkanal handelt, wird an
verschiedenen Stellen deutlich. Ebenfalls hervorragend: Die gelungene Einarbeitung des den
Film wesentlich mittragenden Soundtracks bringt der AVR-3801 richtig zur Geltung. Die
zahlreichen, exakt platzierten Effekte aus "The Haunting" stellen den Receiver
auch nicht vor unlösbare Aufgaben: Natürlich ist die Durchsetzungskraft und die
Präzision im Surroundbereich nicht so immens hoch wie beim AVC-A1SE, aber in Anbetracht des Preises ist die
Leistung des Receivers hervorragend. Auch Türklopfen oder das knarrende Gebälk bildet
der AVR-3801 realitätsnah ab, so dass der Eindruck einer Klangkulisse mit hoher
räumlicher Dichte bis ins Detail entsteht. Bei beiden ES Discrete-DVDs kann der Receiver
auch mit der druckvoll und präzise einsetzenden Basswiedergabe überzeugen. Bei
"Sleepy Hollow" kommt dies besonders eindrucksvoll bei der explodierenden Mühle
in Kapitel 14 zum Ausdruck, wo die Teile mit großem Nachdruck durch den Hörraum fliegen.
Wiedergabe von Dolby Digital EX-codiertem
Material: Sehr voluminös, mit viel Druck im
Bassbereich, heizt der Receiver den Zuhörern bei "Mission To Mars" richtig ein:
Alle Effekte der im Rahmen der Tonnorm sehr guten Software setzt der Receiver mit großer
Dynamik und Präzision um. Auffällig aber, dass im Vergleich zu den DTS ES Discrete
6.1-Titeln die Übertragung des Hochtonbereichs nicht ganz so überzeugend gelingen mag.
Dies betrifft nicht nur den im Falle Dolby Digital EX via Matrix erzeugten Back
Surround-Kanal, sondern die gesamte Klangcharakteristik, die etwas dumpfer und weniger
exakt definiert zu vernehmen ist. Trotz allem: Der AVR-3801 verhilft vor allem mit Hilfe
seiner starken Endstufen der Mission auf den Mars die nötige akustische Ausdruckskraft.
Im Vergleich zu herkömmlichen Dolby Digital 5.1-Titeln kann "Mission To Mars"
mit exakter positionierten Effekten im Back Surround-Bereich aufwarten.
Dolby Digital 5.1 "The
Mummy" (Code 2) und "Godzilla" (Code 1) sowie "Tomorrow Never
Dies" (Code 1): Hier bringt der Einsatz der Back Surround Matrix ein noch
räumlicheres Klangbild: Die Explosionen haben eine noch größere Durchsetzungskraft,
ganz einfach deshalb, weil auch hinter dem Zuschauer das Spektakel seine Fortsetzung
findet. Ein wenig allerdings, das soll hier nicht verschwiegen werden, geht der Einsatz
der Back Surround Matrix auf Kosten der exakten Ortbarkeit und damit der realen
Klangkulisse: Denn es kommen auch Geräusche aus den Back Surround-Lautsprechern, die dort
nicht unbedingt hingehören. Doch Godzillas Auftauchen aus dem Meer, als er wie nebenbei
auf seinem Durchmarsch verschiedene Pkws, Trucks und Hafengebäude zerlegt, klingt einfach
großartig. Insgesamt ist die Klangcharakteristik bei den Dolby Digital-Testmustern von
"Godzilla" und "Tomorrow Never Dies" geringfügig weniger ausgewogen
als beim THX Ultra-zertifizierten Konkurrenten Pioneer
VSX-909RDS, der mit einer in dieser Klasse bislang nicht erreichten Homogenität
aufwarten konnte und im Bassbereich eine unglaubliche Kraft bot - die umfangreiche Home
THX-Nachbearbeitung und die Auslegung in Richtung einer vollen Tieftonwiedergabe trägt
hier eindeutig Früchte. Bei "The Mummy" hingegen konnte sich der AVR-3801 nicht
nur gut, sondern überragend in Szene setzen und mit einer außerordentlich lebendigen,
effektgeladenen Kulisse aufwarten, die die Surroundkanäle vorbildlich ins Klangbild
integrierte.
DTS 5.1: Mitten im Weltraum:
Sehr real stellt der AVR-3801 die grandiosen Effekte der DTS-Version von "Galaxy
Quest" dar: Mit Nachdruck erklingen die verschiedenen Explosionen bei den
Raumschlachten, mit eingeschalteter Back Surround-Matrix ist die Effektkulisse noch
eindrucksvoller, ohne dass die Ortung der Effektsalven nicht mehr eindeutig möglich
wäre: Man fühlt sich als aktiver Teilnehmer der Weltraumschlacht, wenn der
intergalaktische Bösewicht Sarris das Raumschiff, auf dem sich die Thermianer und
Commander Taggert mit seiner Crew befinden, bombardiert. Sehr gut zur Geltung kommt auch
der prägnant eingearbeitete Soundtrack, der voluminös auf allen Kanälen erklingt.
Ähnliches bestätigen die Testmuster von der vierten DTS-Demo-DVD: So sind die MP-Salven
bei der Sequenz aus "Saving Private Ryan" perfekt in bezug auf Ortbarkeit und
Durchsetzungskraft, das gesamte Klangbild betont die lauten, großen Effekte, ohne
kleinere Nuancen untergehen zu lassen. Das sind Beobachtungen, die auch schon bei den
anderen Denon-Testgeräten bei dieser Szene gemacht wurden - hier zeigt sich besonders die
gute Darstellung im Hochtonbereich. Bei dem Ausschnitt aus "Dancing With
Wolves", der klanglich nicht an die "Saving Private Ryan"-Sequenz und an
"Galaxy Quest" heranreicht, konnte der Receiver zeigen, dass er auch weniger
brillante Vorlagen klanglich gut umzusetzen versteht: Vor allem den Effekten (Schüsse,
Schreie etc.) auf den Surroundkanälen verlieh er viel Kraft. Dass dieser Track im
Hochtonbereich nicht voll überzeugt, kann allerdings auch der AVR-3801 nicht ausbügeln.
b) Musik
Dolby Digital 5.1: Vivaldis
"Vier Jahreszeiten" klangen im Praxistest sehr gut. Auch wenn der nur ein
Drittel so teure AVR-3801 nicht an die famosen Leistungen seines "großen
Bruders", dem AVC-A1SE, heranreicht - das
Topmodell agierte mit noch mehr Feingefühl bei der Darstellung einzelner Instrumente und
bot einen noch harmonischeren und kraftvolleren Einsatz des Orchesters - so kann man
mit dem Ergebnis doch wirklich zufrieden sein. Ein Eindruck räumlich vermittelter
Leichtigkeit, unterstützt von einem runden Klangbild, das mit präziser Dynamik über das
gesamte Frequenzspektrum aufwartet - so lässt sich die Wiedergabe via AVR-3801 am besten
charakterisieren. Gleiches gilt für Beethovens "Egmond-Ouvertüre"
auf der Denon Ambience Video-DVD: Die im Hochtonbereich nicht perfekte Software gab der
Receiver im Rahmen des möglichen harmonisch und mit guter Raumwirkung wieder. Sehr
hilfreich war bei auch in diesem Test eine neue Einstellmöglichkeit für die beiden
Back-Surround-Lautsprecher, die auch der AVC-A1SE mitbringt. Wie im Kapitel
"Features, Finish und Anschlüsse" schon erwähnt, kann auch der AVR-3801 seine
Matrix für die Wiedergabe des Back Surround Channels ausschalten. Die beiden
normalerweise in engem Abstand voneinander aufgestellten Back Surround-Lautsprecher werden
dann - der linke dem linken, der rechte dem rechten - normalen Surroundlautsprecher
zugeordnet. Damit geben die Back Surround-Lautsprecher dasselbe Signal aus wie der
jeweilige Surroundlautsprecher. Mit Hilfe dieser Funktion ist der Klang im
Surround-Klangfeld wunderbar ausgewogen, er scheint im Raum zu schweben und konzentriert
sich nicht in zu großem Maße vor den Back Surround-Lautsprechern. Das war bislang ein
Problem, denn die hervorragende Wiedergabe von Musik wollte im Gegensatz zur Wiedergabe
von Filmmaterial mittels der Matrix für den Back Surround-Kanal nicht so recht gelingen:
Das Ergebnis klang oft zu dumpf und zu unausgewogen. Wer ein noch realeres und homogeneres
Klangerlebnis erzielen möchte, kann die hinteren Lautsprecher im Abstand variieren: Denn
ein Stück weiter auseinander, mehr in Richtung der normalen rechts/links
Surroundlautsprecher verrückt, klingt alles noch ein Stück besser. Im Idealfall kommt
mit einem identischen Abstand aller vier Lautsprecher voneinander - Surround links, Back
Surround links, Back Surround rechts und Surround rechts sollten in etwa den gleichen
Abstand voneinander haben - das räumlich beste Klangbild zusammen, die
Charakteristik ähnelt der eines großen Konzertsaals mit wohl dosiertem Hall und einer
weiten Räumlichkeit. Diese Boxenaufstellung sorgt auch in den Teilen mit hohem
Musikanteil in der Komödie "A Night At The Roxbury" (die DVD wurde aufgrund
ihrer bass- und effektstark abgemischten Musikpassagen ausgewählt) für ein Klangerlebnis
wie in der im Film im Mittelpunkt stehenden Disco. Der AVR-3801 überzeugt einmal mehr mit
seiner präzisen Bassansteuerung.
DTS: Sehr rund die
Darstellung von Tschaikowskys 6. Symphonie, die aufgrund der nicht idealen
Software-Voraussetzungen gerne zum Test verwendet wird, um zu überprüfen, wie der
Receiver mit einer nachträglich DTS-codierten Aufnahme, die ursprünglich von 1972
stammt, umgeht. Um eines gleich vorweg zu nehmen: Hier erzielt der AVC-A1SE noch bessere Ergebnisse, er
verschleiert fast perfekt, dass es sich um eine Aufnahme mit deutlichen Dynamikschwächen
handelt. Doch auch, was der in einer anderen preislichen Liga spielende AVR-3801 daraus
macht, lässt sich hören: Er bietet ein Klangbild von großer Harmonie, in dem lediglich
die zu dumpfe Charakteristik im Hochtonbereich, eine Eigenart dieser DTS-CD, leicht
hervorsticht. Großartig aber die Wucht, mit der die Musik an den entsprechenden Stellen
einsetzt. An den leisen Passagen merkt das geschulte Ohr, wo sich beim Topmodell AVC-A1SE
und auch bei deutlich teureren Konkurrenzmodellen wie dem Yamaha DSP-AX1 das viele zusätzliche Geld, das der
Kunde in das Gerät investiert hat, auszahlt: Feine Nuancen arbeiten die Spitzenmodelle
mit noch mehr Feingefühl heraus. Was die Räumlichkeit anbelangt, macht dem AVR-3801 aber
kaum einer etwas vor: Denn wenn die Back Surround Matrix deaktiviert ist und die Back
Surround Boxen (wie beim vorangehenden Abschnitt beschrieben) die gleichen Signale wie die
Surroundlautsprecher zugewiesen bekommen (klang hier besser als der Einsatz der Matrix),
ist die gebotene Räumlichkeit ausgezeichnet.
Audio-CD: Wie schon beim Test des AVC-A1SE erzielten
wir sehr gute Ergebnisse mit dem Einsatz von DTS Neo:6. Wir benutzten die
"Music"-Einstellung, die sich mit klanglich präziser sowie räumlich sehr
harmonischer Auslegung für vielfältige Einsatzzwecke empfahl: Sowohl Bachs Orgelwerke,
gespielt von Simon Preston, klangen sehr homogen, als auch die Techno-CD "Future
Trance, Volume 11". Bei den schwierig darzustellenden Orgelstücken kann der Dolby
Pro Logic Modus getrost vergessen werden. Kein Klassikfreund kann sich mit der dumpfen,
mitten- und centerbetonten Darstellung, gepaart mit unecht klingendem Hall im
Surroundbereich, anfreunden. Bislang blieb nur zwei Wahlmöglichkeiten: Entweder die
Siebenkanal-Stereo-Einstellung, die zwar eine homogenes räumliches Klangerlebnis liefert,
in punkto Realitätsnähe aber nur eine Notlösung sein kann, oder der "Direct
Mode", der zwar nuanciert und detailliert die Orgelmusik abbildet, die Tatsache aber,
dass ein sehr gut abgemischtes Surroundsignal gerade eine Orgelaufnahme auch positiv in
Richtung realer Klangwiedergabe (in einer Kirche ist bekanntermaßen Hall vorhanden)
beeinflussen kann, systembedingt außer Acht lässt. Und genau da setzt Neo:6 in der
Music-Einstellung an: Ohne das Originalsignal, das an den beiden
links/rechts-Frontlautsprechern anliegt, negativ zu beeinflussen, kreiert das System für
den Surround- und Back-Surround-Bereich eine reale, ausgewogene Raumklangbalance.
Ähnliches lässt sich auch bei verschiedenen Stücken der "Future Trance"
beobachten, auch wenn da die Ausgangssituation natürlich eine andere ist. Sehr kraftvoll
agiert der Receiver, und verleiht den Trance-Stücken eine sehr nachdrückliche klangliche
Ausprägung: Bei dieser Power ist der AVR-3801 auch adäquat für den harten Einsatz im
heimischen Partykeller.
Fazit:
Oberklasse zum Mittelklasse-Preis. In allen Disziplinen - vor allem aber im DTS-Klang -
bietet der Denon AVR-3801 sehr gute Leistungen. Auch wenn selbstverständlich Unterschiede
zum dreimal so teuren Denon AVC-A1SE (der
noch weitaus präziser bei der Wiedergabe von klassischer Musik klingt und durch seine
THX-Zertifizierung auch DD-Sound noch harmonischer wiedergibt, auch ist die
Endstufen-Power unerreicht) vorhanden sind: So gibt es dennoch die volle Punktzahl für
den kleinen Bruder, denn er klingt weitaus besser als viele teurere Konkurrenten und ist
damit nicht nur in seiner Preisklasse der momentane Primus. Um dies zum Ausdruck zu
bringen, kassiert der AVR-3801 sechs Sterne, denn weder im Film- noch im Musikklang
leistet er sich nennenswerte Schwächen. Noch nie klang ein so günstiger Receiver so gut.
Fazit
Der Denon AVR-3801 ist momentan außer Konkurrenz: Für nicht einmal
zweieinhalbtausend DM bietet er einen überragenden Gegenwert. Das fängt mit der
Decodiermöglichkeit für DTS ES Discrete 6.1 an und geht mit den mit jeweils 150 Watt
für alle Fälle gerüsteten sieben Endstufen weiter. Die Verarbeitung ist Denon-typisch
sehr gut, und die Ergebnisse im Klang-Praxistest lassen aufhorchen: Eine erstklassige
Dynamik im Hochtonbereich und stets kraftvolles Zupacken auf den Effektkanälen. Die
Bedienung überzeugt insgesamt - im Detail aber sind manche Dinge verbesserungswürdig.
Die Menüführung könnte durch Vereinheitlichung der Prozeduren weiter vereinfacht
werden, das Display könnte etwas größer sein. Das sind aber letztendlich
"Peanuts": Mehr Power für weniger Geld gibt es zurzeit nirgends - und auch der
Musik-Fan kann sich freuen: Denn musikalisch kann der Denon ebenfalls überzeugen.
DTS ES Discrete 6.1-Decodierung und Top-Klang -
der AVR-3801 bietet ein überragendes Preis-/Leistungsverhältnis
Pro & Contra
 |
Für die Preisklasse exzellenter Klang |
 |
Sehr gute Leistungsreserven |
 |
Gute Ausstattung |
 |
Hochwertige Verarbeitung |
|
|
 |
Leichte Bedienmängel |
 |
Display etwas zu klein |
DTS ES Discrete 6.1 und die technischen Daten

Dieses Logo tragen alle Receiver
oder Verstärker, die die neue Tonnorm wiedergeben können
DTS ES Discrete 6.1 Bei DTS ES Discrete 6.1 sorgt, wie der Name schon sagt, nicht eine Matrix
für die Zuweisung des Signals für den Rear Surround Center, sondern ein weiterer
diskreter Kanal. Somit wird das Klangbild im Surroundbereich noch realer, denn neue
Effektkombinationen, die nur mit Hilfe einer Matrix nicht darstellbar sind, können nun
erstellt werden: Kombinierte Effekte können so zum Beispiel aus dem linken
Surroundlautsprecher und dem Back Surround-Lautsprecher kommen, während der rechte
Surroundlautsprecher schweigt. Ebenfalls ist die Dynamik des diskreten Kanals weitaus
höher als die des Back Surround-Matrixkanals. Die DTS ES Discrete 6.1-DVD ist
entsprechend gekennzeichnet, so dass der AVC-A1SE dies erkennt und ein Flag setzt: Im
Display steht dann "DTS ES Discrete 6.1", die Wiedergabe erfolgt dann mit
diskretem zusätzlichen Kanal für den Back Surround-Bereich.

Eindeutig gekennzeichnet: Der
Verstärker oder Receiver setzt das Flag, dass es sich um eine DTS ES Discrete
6.1-codierte DVD handelt
Hat der Verstärker/Receiver keinen
zusätzlichen diskreten Kanal ,sondern nur eine Matrixschaltung für den Back
Surround-Channel, kann der Ton für den Back Surround Channel auch via Matrix erzeugt
werden. Technisch funktioniert das folgendermaßen: Eine DTS ES Discrete 6.1-DVD trägt
einmal die zusätzliche Klanginformation in einer für einen zusätzlichen diskreten Kanal
enthaltenen Toninformation. Gleichzeitig aber ist zu 50 Prozent im linken und zu 50
Prozent im rechten "normalen" Surroundkanal auch die für die Matrix für den
Back Surround Channel enthaltende Toninformation enthalten. Wenn nun der Verstärker oder
Receiver wie im Falle des AVC-A1SE einen diskreten Kanal für den Back-Surround-Berech
besitzt, ist die Toninformation für die Matrix natürlich nicht gefragt. Folge: Die im
linken und im rechten Surroundkanal enthaltene Toninformation für die Matrix werden
phasenverkehrt abgebildet, so dass damit nichts mehr zur Matrix gelangt. Wenn hingegen der
Verstärker/Receiver nur über eine Matrix für den Back Surround verfügt, dann kommt das
Signal ganz normal durch die Matrix, so ist dann auf dem Back Surround-Kanal
trotzdem Ton.
Technische Daten
| Decodiert DTS ES Discrete 6.1, DTS ES Matrix 6.1, DTS 5.1,
Dolby Digital EX-codiertes Material, Dolby Digital 5.1 |
| Nenn-Ausgangsleistung Surround:7 x 150 Watt (6 Ohm, 1 kHz mit
0,7 % Klirrfaktor), 7 x 105 W (8 Ohm, 20 Hz bis 20 kHz mit 0,05 % Klirrfaktor) |
| DTS Stereo-To-Surround-Decoding DTS Neo:6 mit Wahlmöglichkeit
Music oder Cinema |
| Wahlmöglichkeiten für den Back
Surround-Betrieb: Matrix/Non
Matrix/Off |
| Anschlussmöglichkeit für 2 Surrsound-Boxenpaare (Surround A,
Surround B) |
| Frequenzgang 10 Hz - 100 kHz; +0, -3 dB (Direct Mode) |
| DSP-Modi: Wide Screen, Super Stadium, Rock Arena, Jazz Club,
Video Game, Mono Movie, Matrix, 5 Channel/7 Channel Stereo |
| 1 x 8-Kanal-Analog-Externeingang |
| 1 x 8-Kanal-Analog-Pre-Ausgang |
| 9 Paar Analogausgänge |
| 1 Analog-Multi-Zone-Ausgänge |
| 3 Paar Analog-REC-Ausgänge |
| 3 optische Digitaleingänge, 1 koaxialer Digitaleingang, 1
optischer Digitalausgang, alle frei zuweisbar |
| 2 Component Video-Eingänge, 1 Component Video-Ausgang |
| 5 Composite Eingänge, 3 Composite Ausgänge |
| 5 S-Video-Eingänge, 3 S-Video Ausgänge |
| RDS-Tuner mit 40 Stationsspeichern |
| Netzteil:230 V, 50 Hz |
| Abmessungen (B x H x T in mm) 434 x 171 x 416 |
| Gewicht 17 kg |
| Gehäusefarben: schwarz und champagner |
| Programmierbare Fernbedienung mit LC-Display |
| Preis: 2399 DM |
Test von: Carsten Rampacher
09.10.2000
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