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Test: Aiwa XD-DV370

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- & Softwareentwicklung

Finish, Features und Anschlüsse

Gäbe es einen Schönheitspreis für den elegantesten Einstiegsplayer, würde der kürzlich getestete Grundig GDV 130 ernsthafte Konkurrenz bekommen: Der Aiwa XD-DV370, der exakt gleich viel kostet wie der Grundig (699 DM), sieht flott designed und chic aus. Ob es der in Chrom gefasste runde Multifunktionsknopf rechts am Gehäuse ist oder die in mattem Silber gehaltene Front der DVD-Lade - Aiwa zeigt, dass auch Plastik richtig gut aussehen kann. Auf jeden Fall müssen sich viele Konkurrenten, was Design und auch die Wertigkeit der Front betrifft, hier hinten anstellten. Wie der Konkurrent von Grundig verfügt auch der Aiwa-Player über eine vollwertige Fernbedienung, die in punkto Qualität auch manchem weitaus teureren Modell gut zu Gesicht stünde.  Multimedia-Freaks dürfen sich noch über andere Goodies des Aiwa freuen, denn neben CD-Rs und CD-RWs kann der XD-DV370 auch MP3-CDs wiedergeben. Im Test hatte mit keinem Format Probleme. Anschlußseitig erfreut der Aiwa-Player mit koaxialem sowie optischem Digitalausgang und einer RGB-tauglichen Scartbuchse. Den FBAS-Cinch-Out, das ist ungewöhnlich, sparte sich Aiwa, was auch kein großer Verlust ist. Dafür bringt der Player selbstverständlich eine S-Video-Hosidenbuchse mit. 

Bewertung


Bedienung

Die qualitativ gute Fernbedienung hat einen gravierenden Nachteil: Zunächst muss die sehr kleine Setup-Taste gesucht werden - will man dann das Gerät durch die Menüs zur Einstellung aller Grundfunktionen navigieren, gibt es das nächste Größenproblem: Das Navigationskreuz ist ebenfalls zu klein geraten. Auch wenn die mittig platzierte Enter-Taste ergonomisch die richtige Lösung ist, so ist die Mini-Tastengröße einer problemlosen Bedienung im Wege. So wird auch die Umsetzung von Befehlen zu einem Geduldsspiel, denn die Mikro-Tasten haben auch noch keinen allzu gut definierten Druckpunkt.

Das blaue Funktionselement Unten ist nicht etwa das Navigationskreuz für die Menüs, sondern Play- Pause-, Vor- und Rücksprungtasten. Das Navigationskreuz ist entschieden zu klein und befindet sich links darüber

Die On-Screen-Menüs sind, im Gegensatz Hintergrundbild bei nicht spielender DVD, sehr nüchtern und lieblos geraten. Die MP3-Wiedergabe funktionierte problemlos, der Benutzer kann auch Titel programmieren, ebenso zeigt der Aiwa die Ordnernamen an. Nicht eingeblendet bei unserem Check wurden aber die Zusatzinformationen über Song oder Interpreten (Tags). 

Das Display des Gerätes ist Geschmackssache, was an der aufdringlichen grünen Farbgebung liegt. Die Auflösung und die sonstige grafische Gestaltung ist durchaus in Ordnung.

Bewertung

 

Bild

Auffällig beim Anschluss über RGB ist, dass der Aiwa in punkto Farbwiedergabe (weniger intensive Farben) und Bildhelligkeit (Gesamtbild dunkler) ein verändertes Bild ausgibt. Dies entpuppt sich aber nur als Vorteil: So kann der Aiwa ein richtig schwarzes Bild perfekt darstellen, und die Farbwiedergabe ist angenehm neutral: Gut gesättigt, aber nicht zu knallig. Bei den 16:9-Real-Testbildern der BUROSCH Referenz-DVD zeigte der XD-DV370 Leistungen, die sich nicht hinter denen vilker Konkurrenten verstecken müssen: Eine gute Bildschärfe, ein gefälliger Kontrastumfang und eine ordentliche Detailtreue. Die Bilddekomprimierung ist befriedigend bis gut und zeigt nur in wenigen Fällen nicht ganz saubere Kantenverläufe. Insgesamt befindet sich der Player auf dem klassenüblichen Niveau, neue Akzente setzt er jedoch nicht.

Bewertung


Ton

Der Digitalton ist in Ordnung, wobei das Klangbild minimal belegt und nicht ganz so transparent wirkt, was sich zum Beispiel bei der THX Surround EX Demo DVD zeigt. Störgeräusche, die von einem unzureichend abgeschirmten Netzteil herrühren könnten, sind keine zu hören. Nicht allzu überzeugend die Darbietung des XD-DV370 bei Beethovens fünfter Symphonie (Philips DDD-CD): Hier ist das Klangbild etwas zu blechern, die Höhendarstellung ist zu wenig detailliert. Dies ist nicht die Welt des Aiwa, der sich von der Produktstruktur eher an multimedial Interessierte als an den highfidelen Musikliebhaber wendet, der sich in anderen Geräteklassen umschauen wird. 

Bewertung


Fazit

Der Aiwa XD-DV370 überzeugt durch seine gelungene Optik und seine MP3-Tauglichkeit. Das Laufwerk managt den Layerwechsel perfekt und hat dazu noch ein relativ unaufdringliches Laufgeräusch. Was die Tonqualität angeht, so reicht das Gebotene für die meisten Kinofilme und Musiktracks. Bei sehr schwer darstellbarer Musik oder bei extrem brillant abgemischter Mehrkanal-Filmsoftware zeigt sich allerdings, dass es zu mehr als befriedigenden Leistungen nicht reicht. Das Bild ist gut, kann aber in keiner Einzeldisziplin Akzente setzen. Die Bedienung mit der wenig sinnvoll aufgeteilten Fernbedienung, deren Tasten teilweise viel zu klein sind, weist Mängel auf. Insgesamt reicht es nur für die unterste Stufe der Testempfehlung.

AREA DVD-Tipp: Der richtige Player für den designorientierten Multimedia-Freund

Pro & Contra

MP3-Wiedergabe
Gelungenes Design und gute Verarbeitung
Problemloser Layerwechsel
Digitalton-Qualität nur befriedigend
Bedienmängel

Technische Daten

 Der Aiwa XD-DV370 von hinten 

Videoausgänge: 1x SCART (mit RGB), 1 x Hosiden (S-Video), 
Audioausgänge: Digital 1 x koaxial, 1 x optisch, 1 x Cinch 2-Kanal Downmix
Farbe: schwarz
Maße (B x H x T): 430 x 88 x 245 mm
Gewicht: 3,2 kg
Preis: 699 DM (UVP)

08. Januar 2001

Test: Carsten Rampacher

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