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Test: DVD-Video/SACD-Player Sony DVP-NS905V

10.10.2002 (cr)

Das Testgerät wurde zur Verfügung gestellt von www.dvdplayer.de

Ausstattung

Sonys DVD Video/SACD-Player konnte damals in unserem Test mit vielen Talenten punkten, so resümierten wir damals, dass der hochwertige Player in seiner Preisklasse ein besonders gutes Angebot darstellen würde. Nun hat aber die Konkurrenz nicht geschlafen, daher ist es nun Zeit für Sony, einen potenten Nachfolger auf Kiel zu legen: Der deutlich flacherere, aber optisch nicht minder gefällige DVP-NS905V, wiederum ein DVD Video/SACD-Player, kommt für einen Preis von 600 EUR (UVP), wahlweise in schwarzer oder silberner Ausführung, in die Läden. Nach wie vor gefällt die hochwertige, massive gebürstete Aluminiumfrontplatte, die zahlreich vertretenen Tasten auf der Gerätevorderseite sind ebenfalls sauber verarbeitet und von guter Qualität. Von Vorteil ist, dass die gesamte Gerätebedienung auch direkt am Player selber und nicht ausschließlich mittels Fernbedienung erfolgen kann. Sogar eine komplette Navigationseinheit findet sich vorn am DVP-NS905V. Nicht mehr ganz so aufwändig ist die schlichtere, aber ordentlich verarbeitete Fernbedienung, auch die Laufwerksschublade zeigt, dass Einsparmaßnahmen getroffen wurden: Immer noch ist sie gut gelagert, die sehr wertige Laufwerkslade des Vorgängers machte hier aber einen nochmals besseren Eindruck. Einen YUV-Ausgang gibt es ebenfalls (im Gegensatz zum DVP-NS900V) nicht mehr, aber immer noch zwei Scartbuchsen. Ein S-Videoausgang, 1 x FBAS , ein Sechskanalausgang für SACD und den internen Dolby Digital- und DTS-Decoder vervollständigen zusammen mit dem 2-Kanal Audioausgang sowie einem optischen und einem koaxialen Digitalausgang das ordentliche, wenn auch nicht überragende Anschlussangebot. 

Doch der Sony DVP-NS905 hat auch sehr interessante Neuerungen und Verbesserungen mit auf den Weg bekommen: Sehr lobenswert ist, dass Sony bereits in dieser Preisklasse einen hochwertigen 108 MHz/12-Bit Video D/A-Wandler einsetzt, somit sind beste Voraussetzungen für ein detailreiches und plastisches Bild geschaffen - und dass der DVP-NS905 in dieser Disziplin Überdurchschnittliches zu leisten vermag, zeigt später die Bildwertung. Wermutstropfen bei den visuellen Eigenschaften: Der DVP-NS905V verfügt nicht mehr über eine so gut aufgebaute Gammakorrektur wie der DVP-NS900V. Genauso wie dem Vorgänger fehlt dem Videoequalizer des DVP-NS905 ein Schärferegler. Somit sind Bild (Kontrast), Helligkeit, Farbe und Farbton individuell regelbar. Wer nicht selber "Hand anlegen" möchte, kann auf vier vorprogrammierte Bildfelder zurückgreifen:

  • Dynamisch 1: Bildkontrast  und Farbintensität werden verstärkt (gut bei Filmen wie z.B. "Das große Krabbeln" oder "Toy Story", die Einstellung betont die kräftigen Farben und die frische Wiedergabe)

  • Dynamisch 2: Nochmals mehr Kontrast und Farbstärke (Vorsicht, sorgt bei vielen DVDs für eine leichte visuelle Disharmonie)

  • Kino 1: Durch eine Erhöhung des Schwarzwertes werden Details in dunklen Bildbereichen verstärkt. Nützlich bei verschiedenen Spielfilmen, die zu einem beträchtlichen Teil in der Dunkelheit spielen (z.B. Independence Day, The Rock, U-571), für eine realistischere und angenehmere Bildwiedergabe

  • Kino 2: Weiße Bereiche werden heller, dunkle werden kräftiger, und der Farbkontrast wird verstärkt.

Weiterhin besitzt der DVP-NS905 eine in drei Stufen schaltbare Blockrauschreduktion, die, gerade in der 1. Stufe oder bei "Härtefällen" auch in der 2. Stufe, bei nicht allzu überzeugenden DVDs grobe Bildfehler abschwächt, ohne das Bild mit Nachteilen wie sichtbarer Unschärfe und/oder Nachzieheffekten zu "verschlimmbessern". Von der 3. Stufe allerdings sollte im Interesse einer akzeptablen Bildharmonie Abstand genommen werden. 

Audioseitig erfreut der DVP-NS905V mit einem kompletten Setup für den internen Decoder. Hier fehlt es an nichts: So besteht die Möglichkeit, für den Frontlautsprecher (beide zusammen), den Center und die Surroundlautsprecher (beide zusammen) den Abstand vom Hörplatz in Metern einzugeben. Sony rät in der Bedienungsanleitung, den Abstand des Lautsprechers, der sich näher am Hörplatz befindet, einzugeben, wenn z.B. der rechte und der linke Frontlautsprecher sich in unterschiedlicher Entfernung vom Hörplatz befinden. Als nächsten positiven Punkt vermerken wir, dass beim übrigens erstaunlich präzisen Testtongenerator auch ein Testtonsignal für den aktiven Subwoofer bereit gestellt wird, was das Einpegeln erheblich erleichtert und vereinfacht. Viele Geräte bieten diesen "Zusatzservice" nicht an. Selbstverständlich gibt es eine Möglichkeit, die Lautsprecher auf "groß" oder "klein" einzustellen. Sony weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass, wenn alle Lautsprecher auf "klein" stehen, die geräteinterne Bassumleitung ihre Arbeit aufnimmt und dann alle Bassanteile im Klangbild dem aktiven Subwoofer (dessen Übernahmefrequenz laut Sony im internen Bassmanagement auf 120 Hz festgelegt ist) zugeleitet werden. Sehr gut: Die Position der Surroundlautsprecher kann exakt festgelegt werden, zur Wahl stehen "Seite" (z.B. für seitlich an der Wand angebrachte Dipole) und "hinten" (z.B. für hinter dem Zuhörer aufgestellte Direktstrahler). Schade ist beim Decoder-Setup lediglich, dass die wichtige Laufzeitanpassung im SACD Betrieb nicht aktiv ist. Hier wird also davon ausgegangen, dass der SACD-Liebhaber identische Lautsprecher, die im identischen Abstand vom Hörplatz aufgestellt sind, einsetzt. 

Ansonsten hat Sony in den DVP-NS905V noch jede Menge Audio-Features eingebaut. Für diejenigen, die noch keine komplette Surroundanlage mit allen erforderlichen Lautsprechern ihr Eigen nennen bzw. sogar nur mittels der im Fernsehgerät verbauten Lautsprecher hören, hat Sony verschiedene virtuelle Surround-Sound-Programme entwickelt:

  • TVS Dynamisch, dieses Programm ist dann vorgesehen, wenn lediglich die im Fernseher eingebauten Lautsprecher eingesetzt werden, erzeugt 1 Paar virtueller Surround-Lautsprecher.

  • TVS Raumklang, dieses Programm sollte ebenfalls dann eingesetzt werden, wenn nur die im TV verbauten Lautsprecher aktiv sind. TVS Raumklang erzeugt 5 Paar virtuelle Surroundlautsprecher.

  • TVS Nacht dämpft die lauten Tonanteile ab, Dialogverständlichkeit wird verbessert. Diese Funktion soll sich laut Sony vor allem dann anbieten, wenn man bei niedrigen Lautstärken trotzdem "TVS Raumklang" nutzen möchte.

  • TVS Standard, dieses Programm ist für das Zusammenspiel mit 2 normalen Frontlautsprechern gedacht (nicht die LS im TV). Erzeugt 3 Paar virtuelle Surroundlautsprecher

Für eine komplette 5.1-Anlage finden sich ebenfalls spezielle Programme im Angebot. DCS (Digital Cinema Sound) nennt Sony diese Technologie. Aufgabe von DCS: Per DSP-Processing wird der Klang der Surroundlautsprecher von deren eigentlicher physikalischer Position virtuell "wegverschoben".  Bei nur einem Paar Surroundlautsprecher simulieren die DCS Programme mehrere LS-Paare. Im einzelnen stehen zur Verfügung:

  • Enhanced Surround, soll bei in Dolby Pro Logic codierten Tonquellen einen stereoähnlichen Effekt für die monoauralen Surroundkanäle erzeugen (Dolby PL hat nur 1 Surroundkanal, also lediglich Mono-Wiedergabe möglich)

  • Virtual Rear Shift: Der Klang der Surroundlautsprecher wird von der eigentlichen Position wegverschoben. Wie sich dieser Effekt auswirkt, hängt auch davon ab, welche Position ("hinten" oder "Seite") für die Surround-LS im Setup des internen Decoders eingestellt wurde. Bei der Surround-Einstellung "hinten" werden die Surrounds akustisch in Richtung Seite verschoben, bei der Surround-Einstellung "Seite" werden die Surrounds nach schräg hinten verschoben.

  • Virtual Multi Rear: Der Klang der Surroundlautsprecher wird von der eigentlichen Position wegverschoben und 3 Paar virtuelle Surround-LS erzeugt. Wie sich dieser Effekt auswirkt, hängt auch davon ab, welche Position ("hinten" oder "Seite") für die Surround-LS im Setup des internen Decoders eingestellt wurde.

  • Virtual Multi Dimension: Der Klang der Surroundlautsprecher wird von der eigentlichen Position wegverschoben und 5 Paar virtuelle Surround-LS erzeugt. Die LS-Paare befinden sich in einem Winkel von ca. 30 Grad erhöht rund um den Zuhörer. Wie sich dieser Effekt auswirkt, hängt auch davon ab, welche Position ("hinten" oder "Seite") für die Surround-LS im Setup des internen Decoders eingestellt wurde.

Doch nicht nur bezüglich der Anzahl der Surround-Programme ist der DVP-NS905 besonders fortschrittlich - auch multimedial werden hohe Ansprüche erfüllt: Während Sony die Wiedergabe von DVD-RWs in der Anleitung garantiert, ist von einer SVCD-Unterstützung offiziell nichts zu lesen. Schade eigentlich, denn so schnell, wie der DVP-NS905V unsere Test-SVCD (gebrannt nach vcdhelp-Muster) einlas, war schon bemerkenswert. Nicht minder gut gefiel uns die Qualität der Wiedergabe, keine Bildstörungen, keine Tonaussetzer, die Bildqualität war auf einem tadellosen Niveau. Hier also bietet der DVP-NS905 für den SVCD-Liebhaber, der sich an die vcdhelp-Anleitung hält, eine sehr gute Performance. Selbstverständlich gibt der Sony-Player auch MP§-CDs wieder - und zwar mit einer beispielhaft hohen Abspielsicherheit. Auch im mehrstündigen Betrieb leistete sich der Sony nur extrem selten Aussetzer, dazu las er problemlos jede MP3-CD ein - vorbildlich. Eine Wiederholfunktion (Disc/Album/Track) gibt es für MP3-CDs, nicht aber eine Programmier- oder eine Shuffle-Player-Funktion. Auch ID3-Tags zeigt der DVP-NS905 nicht an, dafür aber maximal 36 Zeichen des Tracknamens. Ein weiterer Vorteil des DVP-NS905: Zum einen ist die Tonausgabe analog oder digital möglich, zum anderen spielt der formschöne Player auch Multisession MP3-CDs ab.

Völlig problemlos agierte in unserem Test das schnelle und leise Laufwerk - jede DVD oder CD, auch in verkratztem Zustand, wurde rasch und ohne jegliche Schwierigkeiten eingelesen und wiedergegeben. Nicht überzeugend ist leider der Layerwechsel, hier sind keinerlei Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger zu verzeichnen, im Gegenteil: Das Bild bleibt ca. 1,5 bis 2 Sekunden stehen, der Ton setzt für diesen Zeitraum aus (Zeitraum variiert natürlich je nach dem, wie günstig/ungünstig auf der DVD der Layerwechsel platziert wurde, unsere Zahlen beziehen sich auf den Layerwechsel zwischen Kapitel 18 und 19 auf der Code 2-DVD von "Top Gun").

Insgesamt ist es Sony mit dem DVP-NS905 gelungen, einen fair kalkulierten DVD-Player mit vielen sinnvollen Features und einer ansprechenden Verarbeitung auf den Markt zu bringen. Daher: Sechs Sterne für den eleganten DVD Video/SACD-Spieler. 

Bewertung Austattung

 

Bedienung

Die Sony-Techniker schafften das, was die Konkurrenz anscheinend bislang vergeblich versuchte: Eine perfekte Schnellstart-Konfiguration für den Neueinsteiger. Alles, was wirklich elementar ist, wird nacheinander abgefragt, selbstverständlich auch die sehr wichtige Frage nach der Bildausgabe-Signalart (FBAS/S-Video/RGB). Gerade diese ist bei den sonst auch durchaus hilfreichen Setup-Hilfen der Konkurrenten nicht im Umfang enthalten. Hier also sticht der Sone aus der Masse heraus - aber auch darüber hinaus ist sein Bedienkomfort beispielhaft: So funktioniert das Überspringen von Kapiteln schlichtweg perfekt, schnell und problemlos, dazu stellt der Sony das gerade angewählte Kapitel übersichtlich im On Screen Display dar. Überhaupt das OSD - im gewohnten Sony-Design gehalten, kann es auf der ganzen Linie überzeugen. Trotz der Funktionsvielfalt ( z.B. des internen Decoders oder die verschiedenen Surroundprogramme) ist alles übersichtlich und einfach zu bedienen. Löblich ist, dass Sony konsequent überall das gleiche einfache Funktionsschema zum Aufrufen weiterer Untermenüs beibehalten hat - so ist es selbst dem Neueinsteiger möglich, alle Einstellmöglichkeiten auch voll zu nutzen. Zudem kann auch die gut gegliederte Bedienungsanleistung insgesamt gefallen, wenngleich bei der Erklärung mancher Zusatzfeatures der Nutzwert und die Arbeitsweise noch exakter herausgestellt werden könnte. Überzeugen kann die sehr gut in der Hand liegende, übersichtlicue Fernbedienung., Einige Tasten sind zwar etwas klein, dafür aber ist die Gesamtanzahl der Tasten auf ein sinnvolles Maß begrenzt. Der Druckpunkt der Knöpfe ist klar definiert, die Reichweite des IR-Controllers zwar nicht überdurchschnittlich, aber in Ordnung. Wünschenswert wäre aber eine Beleuchtung der wichtigsten Funktionselemente.  Die Bedienelemente am Gerät selber sind gut ausgeführt, besonders die Jog-/Shuttle-Navigationseinheit gefällt mit ihrer leichten Bedienbarkeit. Nur die "Open"-Taste zum Herausfahren der Laufwerkslade ist entschieden zu klein - dafür kommt die Lade nach dem Druck der "Open"-Taste schnell herausgefahren. Das Display des DVP-NS905 erfreut Sony-typisch mit sehr gutem Kontrast und feiner Auflösung. 

Bewertung 

 

Bild

Bei den Real-Testbildern auf unserer DVD-Discovery zeigte sich ein sichtbarer Unterschied zwischen RGB- und S-Video-Bild: Das RGB-Bild ist deutlich detailreicher und klarer, dafür in der Farbgebung zurückhaltend-neutral, ohne aber zu blässlich zu sein. Das S-Video-Bild ist farblich sehr gut gelungen und tendiert leicht ins Warme, ist aber weniger feinauflösend. Die Detailtreue, die Gesamtbildschärfe und die Plastizität erreichen nicht ganz das Niveau des RGB-Bildes. Diese Beobachtungen lassen sich beispielsweise beim Testbild mit dem Hühnerei machen, wo die Maserung des Eis im RGB-Einsatz noch exakter erscheint. Beim Testbild mit den Goldmünzen überzeugt die Bildschärfe im RGB-Betrieb auf der ganzen Linie, und auch bei der Verbindung via S-Video ist das Resultat noch absolut tadellos. Noch besser kommt via RGB die Prägung der Münzen zum Ausdruck, sie wirkt sehr dreidimensional-plastisch und fein gezeichnet. Hervorragend (RGB) managt der DVP-NS905V auch das Testbild mit den Wolkenkratzern, alle Stockwerke, auch die obersten, sind klar gezeichnet. Mit überragender Schärfe und exzellenter Bildplastizität holt der Sony aus dem Zahnräder- Testbild eine Menge heraus - sicherlich auch ein Verdienst des sehr hochwertigen 108 MHz/12-Bit Video-DACs, der im Inneren seiner höchst präzisen, detailreichen Arbeit nachgeht. Auch das Früchtestillleben und die Haut der attraktiven blonden Dame auf dem dazugehörigen Testbild gefallen mit präziser Zeichnung. Doch nicht nur bei den Testbildern der DVD-Discovery, auch im Filmeinsatz kann der Sony begeistern: Zunächst einmal schafft er es bei praktisch jeder Software, ein homogenes, gefälliges Bild hervorzuzaubern, auch wenn die DVD eigentlich höchstens mittelmäßige visuelle Eigenschaften hat. Früher war es meistens so, dass die Sony-Geräte auch bei weniger guter Software ein gutes Bild erzeugen konnte, dafür aber bei exzellenten DVDs eine zwar gute, aber nicht überragende Bildschärfe erzielten - der DVP-NS905V räumt hiermit gründlich auf: Seine Bildschärfewerte sind auf Top-Niveau, in dieser Klasse kommt sonst nur der Pioneer DV-656A auf ähnlich gute Bewertungen: Dies zeigt sich z.B. bei "Gladiator", wo der Sony-Player noch mit anderen Tugenden positiv auffällt: So mit seinem exzellenten Kontrastumfang, auch in den Szenen, die in der Dunkelheit spielen, sind viele Details genau sichtbar, gleichzeitig sind diese Bildfeinheiten praktisch perfekt ins visuelle Gesamtgeschehen integriert. Die Schwarzwiedergabe ist ebenfalls überdurchschnittlich gut: Tief, klar und plastisch erscheint das Schwarz, hier liefert der Sony die besten Werte seiner Klasse, und selbst einige Klassen höher kann nur noch minimal mehr erwartet werden. Dies zeichnet sich durch alle visuellen Eigenschaften des DVP-NS905V: Sony hat diesmal mit Erfolg alle Register gezogen, die visuelle Güte des Players kann ohne jegliche erkennbare Schwachpunkte überzeugen: Auch das sehr saubere Bild fällt auf, bei schnellen Bewegungen ist der Sony in der Lage, diese ohne jegliche Nachzieheffekte sehr flüssig und natürlich umzusetzen. Die Ränder der auf dem Bildausgabegerät gezeigten Objekte sind auch bei raschen Kameraschwenks und sonstigen Bewegungen jeder Geschwindigkeit frei von störenden Treppenmustern. Diese ganzen Tugenden machten auch das Anschauen von "Inspector Gadget" zu einem großen Vergnügen. Etwas schade ist nur, dass diese superben visuellen Qualitäten durch den nicht vorhandenen YUV-Ausgang  von ihren "Wirkungsmöglichkeiten" her eingegrenzt werden. Damit ist auch eine Ausgabe von Progressive Scan-Bildsignalen nicht möglich. Insgesamt empfiehlt sich der DVP-NS905 damit ganz besonders für die Eigner sehr hochwertiger 82 cm- oder 92 cm-Röhren-Fernseher, die mit der gebotenen Bildgüte hochzufrieden sein dürften.

Bewertung 

 

Ton

Der Sony DVP-NS905V begeistert mit seinen sehr guten Qualitäten als analog angeschlossener CD-Player-Ersatz: Bei Felix Mendelssohn-Bartholdys 1. Symphonie trat der Player sehr dynamisch an, die einzelnen Instrumente werden sehr exakt herausmodelliert, das gesamte Klangbild ist homogen und gefällig. Der Hochtonbereich besticht durch die akkurate, feinfühlige und saubere Darstellung. Besonders die Streicher klingen sehr stimmig, nie zu agressiv, aber immer nuanciert und klar. Doch nicht nur mit klassischer Musik, auch mit R&B-Stücken kommt der Sony-DVD-Spieler gut zurecht, so z.B. mit Toni Braxtons "Un-Break MyHeart": Viel natürliches Volumen und eine sehr exakte, wohltemperierte Stimmwiedergabe schaffen einen sehr realen, plastischen Klangeindruck (Test-Verstärker Denon AVC-A1SE mit Upgrade im Pure Direct-Mode, Sony DVP-NS905V analog angeschlossen). Somit erbringt der Sony in dieser Disziplin eine sehr gute Leistung, lediglich die Besitzer überdurchschnittlich hochwertiger CD-Player sollten sich überlegen, ob der DVP-NS905 wirklich als Ersatz für den reinen CD-Player verwendet werden sollte, denn diese sehr anspruchsvollen Musikliebhaber erwarten in Bezug auf die Plastizität, die Homogenität und die akustische Brillanz vielleicht noch ein wenig mehr. Für seinen fairen Kaufpreis jedoch überzeugt der Sony vollkommen, hier dürfte es schwer sein, eine noch gelungenere Klangcharakteristik bei einem anderen Gerät ermitteln zu können. 

Ähnlich, wenngleich minimal weniger überzeugend sehen die Resultate im SACD-Betrieb aus. Als Testmuster diente uns die "Ultimate Collection", ein nicht offizielle verkaufter SACD-Sampler von Sony Music. Bei Celine Dions "That's The Way It Is" (Tonformat Mehrkanal-SACD) konnte der gut ausgestaltete Hochtonbereich überzeugen, die Stimme jedoch hätte noch prägnanter und weniger zurückhaltend herausgearbeitet werden können. Mit guter Räumlichkeit und einer ordentlichen Detaillierung trug der DVP-NS905 "Constipated Duck" ((Tonformat Mehrkanal-SACD) in den Hörraum. Ein wenig mehr Esprit hätte allerdings nicht geschadet, hier leisten reine SACD-Player klanglich mehr. Bei Jennifer Lopez' Titel "Let's Get Loud" (Tonformat 2-Kanall-SACD) waren die Gesamtplastizität und die Räumlichkeit des Vortrags absolut in Ordnung, die Stimme hätte wiederum noch ein wenig mehr Ausdruckskraft gut getan - wenngleich hier die Relationen beachtet werden müssen, der DVP-NS905 ist weitaus günstiger als sein Vorgänger, dazu klingt er im CD-Betrieb noch einen Tick besser - da ist es nicht verwunderlich, dass der DVP-NS900V im SACD-Betrieb mit einem etwas akzentuierteren Klangbild die minimal bessere Figur abgab. Es empfiehlt sich aber auf jeden Fall, vor dem Kauf Probe zu hören, für diesen Kaufpreis lobenswert sind die Ergebnisse des DVP-NS905V allemal - gerade wenn man die beachtlichen Qualitäten des Geräts bei Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Violine, Piano und Orchester (Tonformat Mehrkanal-SACD, ebenfalls auf der "Ultimate Collection") einmal gehört hat: Eine gefällige Wiedergabe der Streicher, ein tadelloses Management der Dynamiksprünge und der sehr klare Klang des Pianos runden diese ausgezeichnete Vorstellung ab. Auch ordentliche Resultate erzielt der Sony DVP-NS905V auch bei der Wiedergabe der Multichannel SACD "Bob Mintzer Big Band, Hommage To Count Basie": Das Saxophon ertönt detailliert und klar, das Schlagzeug wird mit hoher Präzision und gutem Feingefühl herausgearbeitet. 

Der interne Dolby Digital-/DTS-Decoder kann ebenso sehr brauchbare Ergebnisse erzielen. Der Bassbereich erscheint zwar etwas schlank, ebenso ist der Tiefgang nicht ganz perfekt, aber für einen internen Decoder sind die Ergebnisse vollkommen in Orndung. Bei der Sequenz aus "Gladiator" auf der 5. DTS Demo DVD war das Ergebnis im Bassbereich voll befriedigend, gerade aber bei tieffrequenten, subtilen Klanganteilen wird offenbar, dass es an Tiefgang fehlt, bei sehr kräftigen Effektsalven wie z.B. den einschlagenden Brandkugeln fehlt es etwas am richtigen Punch. Doch Sony wird den internen Decoder auch sicherlich selber nur als zusätzliches Feature und nicht als "Hauptbestandteil" des DVP-NS905V ansehen, und als Übergangslösung bis zur Anschaffung eines geeigneten AV-Receivers taugt die ordentliche Lösung allemal: Denn die klare, natürliche Stimmwiedergabe gefällt gut, die Surround-Klangkulisse ist ordentlich aufgebaut, und die DCS-Programme machen ihre Sache erstaunlich gut: So wirkt die Surround-Klangkulisse bei der Wahl des Programms "Virtual Multi Dimension" (Beschreibung siehe weiter oben) weitläufiger und dichter, die Präzision bei der Effektdarstellung nimmt lediglich geringfügig ab ( Ortung etwas ungenauer). Auch gut verrichtet das DCS-Soundfeld "Virtual Multi Rear" seine Arbeit, minimal weniger Weitläufigkeit als bei "Virtual Multi Dimension" (Beschreibung wieter oben) ist festzustellen, dafür gibt es auf der Haben-Seite praktisch keinen Präzisionsverlust bei den Effekten im Vergleich zur normalen Wiedergabe. Somit bleibt ein positiver Eindruck vom internen Decoder zurück, denn bei den Szenen aus "The Lost World" und "Titan A.E.", beide ebenfalls auf der 5. DTS Demo DVD abgelegt, kann der Sony DVP-NS905V vor allem wieder mit der guten Stimmwiedergabe und der angenehm räumlichen Surround-Klangkulisse punkten. Bleibt der Digitalton - der ist, wie man es von Sony schon immer gewohnt war, auf Top-Niveau, transparent, lebendig und völlig frei von Störungen jeglicher Art. Somit hat sich der DVP-NS905V auch  in der Tonwertung seine sechs Sterne redlich verdient, gehören doch echte Schwächen nicht zum breit gefächerten Repertoire des Sony.

Bewertung 

 

Fazit

Der Nachfolger des Erfolgsmodells DVP-NS900V ist erneut ein exzellenter DVD Video/SACD-Player geworden: Noch nie hatte irgendein Sony-DVD-Player ein derart scharfes, plastisches und detailreiches Bild wie der "Newcomer", der hochwertige, in dieser Klasse momentan einzigartige 108 MHz/12-Bit Video-DAC lohnt sich also absolut. Gleichzeitig aber schafft der DVP-NS905V auch den Spagat, bei sehr guter Software fast alles herauszuholen, bei weniger guten DVDs aber immer noch ein Bild mit hoher Gesamthomogenität zur Verfügung zu stellen. Gerade, was diese äußerst gelungene Mischung darstellt, repräsentiert der DVP-NS905V zurzeit nicht nur die Klassenspitze, sondern selbst für deutlich mehr Geld ist kaum noch mehr möglich. Das gilt auch für die gesamten visuellen Qualitäten, wer nochmals mehr Schärfe, Plastizität, Klarheit und Detailtreue möchte, muss weitaus tiefer in die Tasche greifen und sich in der 1500 EUR-Klasse umsehen. Die akustischen Qualitäten werden bestimmt vom sehr guten Klang als analog angeschlossener CD-Player-Ersatz, wo der Sony den ebenfalls überzeugenden Pioneer DV-656A knapp in die Schranken weisen kann, und vom gut ausstaffierten, ordentlich klingenden internen Decoder, dessen hervorragendes Setup beispielhaft ist. Der klare Digitalton trägt ebenfalls seinen Teil zum Gesamteindruck bei. Bei so viel Glanzleistungen fällt die gute, aber nicht überdurchschnittliche Leistung im SACD-Einsatz etwas ab: Hier könnte das Klangbild noch etwas mehr Esprit, die Stimmen etwas mehr Ausdruckskraft vertragen. Auch wäre es gut, wenn Sony beim Nachfolger auch ein Time Alignment für den SACD-Einsatz integrieren würde, denn in der Praxis haben die wenigsten Hörer eine Lautsprecheraufstellung, bei der jeder Lautsprecher den identischen Abstand zum Hörplatz aufweist. Diese kleinen Einschränkungen bezüglich der SACD-Funktion dem Sony aber als Schwäche anzukreiden, wäre aus zwei Gründen nicht fair: Zum einen ist der DVP-NS905 für sein Leistungsprofil preislich sehr günstig, zum anderen fällt die SACD-Wiedergabe nur darum etwas ab, weil der Rest der akustischen Eigenschaften überdurchschnittlich gut ist. Die Ausstattung des DVP-NS905V ist sehr reichhaltig, die Anschlussbestückung in Ordnung. Leider aber fehlt ein YUV-Ausgang, auch eine Ausgabe von Progressive Scan-Bildsignalen ist nicht möglich. Der Sony entschädigt mit einer sehr gut integrierten MP3-Funktion, eine sehr hohe Abspielsicherheit, ein tadelloser Klang und eine einfache Bedienbarkeit sorgen ebenso für Freude wie die Wiedergabemöglichkeit für Multisession-MP3-CDs. Was der MP3-Fan allerdings vermissen wird, sind eine Random Play-Funktion und eine Anzeige der ID3-Tags. Die SVCD-Wiedergabe ist ebenfalls sehr gut gelungen, so dass man dem Sony tadellose Multimedia-Eigenschaften bescheinigen kann. Das leise Laufwerk ist sehr schnell und liest auch verkratzte DVDs und CDs ohne Probleme ein. Leider fällt der zu lange Layerwechsel bei diesen sonst sehr positiven Eindrücken aus dem Rahmen. Insgesamt aber verdient sich der anspruchsvoll verarbeitete Sony-Player aber eine besondere Empfehlung - denn er trumpft mit vielen herausragenden Eigenschaften auf.   

Der DVP-NS905 ist wiederum ein überragender, sehr empfehlenswerter DVD-Player von Sony

Obere Mittelklasse
Preis-/Leistung:

 

Pro:
  • Sehr sauberes, scharfes und detailreiches Bild

  • Gutes Bild auch bei nur durchschnittlicher Software

  • Hervorragender CD-Klang

  • Guter Klang als SACD-Player

  • Komplett ausgestatteter interner Decoder mit ordentlichem Klang

  • Sehr reichhaltige Ausstattung

  • Sehr gute Verarbeitung

  • Einfache Bedienung und attraktive OSDs

Contra:
  • Keine Möglichkeit zur Einstellung der Delay-Time im SACD-Betrieb

  • Kein YUV-Ausgang

 

Technische Daten:
  • DVD-Video/SACD-Player mit DD/DTS-Decoder

  • Wiedergabe von CD-Rs/CD-RWs/MP3-CDs/VCDs/SVCDs (nicht von Seiten des Herstellers garantiert!)/DVD-RWs

  • 108 MHz/12-Bit Video-DAC

  • 2822 kHz/1-Bit DSD-Wandler für SACD-Betrieb

  • Videoausgänge: 2x SCART (Nr.1 mit RGB und S-Video), 1 x S-Video Hosiden, 1 x Cinch (Composite)

  • Audioausgänge: Digital 1 x koaxial, 1 x optisch, , analog 1 x 2-Kanal Stereo, 1 x 6-Kanal-Ausgang (SACD, DD/DTS-Decoder)

  • Videoequalizer mit 4 einstellbaren Parametern

  • Blockrauschfilter in 3 Stufen schaltbar

  • Verschiedene Surround-Programme

  • Farben: Schwarz, Silbern

  • Maße (B x H x T in cm): 43,0 x 7,7 x 25,7

  • Gewicht: ca. 2,8 kg

  • Preis: 600 EUR (UVP)

Testequipment:

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