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Test: DVD-Player Sony DVP-NS305

29.04.2002 (cr)

Finish, Features und Laufwerk

Wir waren gespannt auf den neuen DVP-NS305, schließlich ist er das neue Basis- und damit auch Volumenmodell aus dem Sony-Sortiment und mit 249 EUR auch noch angenehm preiswert. Zudem, das dürfte vor allem die Design-Fraktion interessieren, ist der DVD Video-Player in schwarzer oder silberner Ausführung erhältlich. Optisch trifft Sony mit der etwas merkwürdig gestalteten Frontplatte sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Nettes Detail: Der elegante Ring um den kombinieren Play/Skip/Forward/Rewind-Button. Die gesamte Verarbeitung ist befriedigend, man merkt allerdings, dass die immer niedrigeren Preise für DVD-Player nicht von ungefähr kommen. Nicht gespart wurde am D/A-Wandler, was Pioneer im vergangenen Jahr mit den Slim Line-Playern DV-444 und DV-545 begann, macht Schule: Auch Sony verwendet 192 kHz/24-Bit Audio-DACs.

Außerdem ist die aktuelle Player-Generation die erste des Hauses, die auch MP3-CDs abspielen kann - und dies sowohl aus dem Analog- als auch aus dem Digitalausgang. Doch das ist noch nicht alles: Die Sony-Newcomer brillieren mit einer Wiedergabemöglichkeit für Multisession-MP3-CDs.  Nicht wiedergegeben werden können, wie bei fast allen Playern üblich, Tracks im MP3 PRO-Format, schon schwerwiegender ist, dass Sony keine Erkennungsmöglichkeit für ID3-Tags integriert hat. Ebenfalls ist im MP3-Modus keine Zufallswiedergabe oder kein Programmieren von Titeln  möglich. 

MP3-Features in der Übersicht/Tipps zum Erstellen von MP3-CDs:

  • Brennen mit Nero 5.5
  • CDs müssen, damit der DVP-NS305 sie wiedergeben kann, nach ISO9660, Stufe 1, Stufe 2, oder im Joliet-Format aufgezeichnet sein
  • Multisession ist möglich
  • Abtastraten von 32 kHz, 44,1 kHz, 48 kHz werden unterstützt
  • Max. 36 Zeichen können angezeigt werden
  • Wiedergabewiederholung (alle Stücke oder nur ein Stück) möglich
  • Suchlauf innerhalb eines Titels in 2 Geschwindigkeiten

Die MP3-Wiedergabequalität ist klanglich sehr gut gelungen, Aussetzer während des Abspielens leistet sich der DVP-NS305 nur wenige, Titelanfänge werden nicht abgeschnitten. Damit liegt er auf einem hohen Niveau. Wenig überzeugend: "Cannot Play" war im Display zu lesen, als wir versuchten, eine nach vcdhelp-Muster gebrannte SVCD abzuspielen. Damit findet die Multimedia-Kompatibilität, die ansonsten durch eine Abspielmöglichkeit von DVD+RW-Discs, DVD-RWs (im Video Mode aufgenommen) sowie DVD-Rs gegeben ist, ihr jähes Ende.  Schnell aufgezählt sind die spärlichen Anschlüsse: Einmal Scart (inklusive S-Video und RGB), einmal Cinch-FBAS, einmal Digital-Koaxial, einmal Cinch Zweikanal-Stereo - das ist schon alles. Eine S-Video-Hosidenbuchse sucht man ebenso vergeblich wie einen optischen Digitalausgang. 

Das Laufwerk ist angenehm leise, hier ist eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger DVP-NS300 festzustellen. Zudem ist es auch recht schnell, nur die Einlesezeit einer MP3-CD könnte noch kürzer sein. Abgestürzt ist der DVP-NS305 in unserem gesamten Testbetrieb nicht, die Fehlerkorrektur im DVD-Betrieb war tadellos, auch zerkratzte DVDs gab der Sony-Player ohne erkennbare Schwierigkeiten wieder. 

Bewertung Finish, Features

 

Bedienung

Hier ist alles im grünen Bereich: Die Fernbedienung hat eine übersichtliche Anzahl von Tasten (leider teilweise etwas zu klein), der Enter-Button ist in der Mitte des Navigationskreuzes - die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Dazu kommt, dass die Skip-Funktion des DVP-NS305 schnell und problemlos funktioniert. Die On Screen Menüs sind von der letzten Sony-Player-Generation her bekannt, und das ist auch alles andere als ein Fehler: Die optische Aufmachung gefällt, und die Bedienbarkeit ist durch die logische Strukturierung einwandfrei. Die instabil wirkende "Open"-Taste neben dem Display zeigt allerdings, dass die Verarbeitung nicht "High-Class" ist. Dafür öffnet die DVD/CD-Lade nach dem Drücken besagten Open-Knopfes schnell. 

Bewertung 

 

Bild

Der DVP-NS305 hat ohne Zweifel ein gutes Bild - aber einen neuen Klassenstandard definiert er nicht. So beweist er bei den 16:9-Testbildern der DVD-Discovery zwar, dass bezüglich der Bildschärfe Fortschritte gemacht werden konnten - so wird das 16:9-Bild mit den Goldmünzen oder die aufgeschnittenen Kiwis in tadelloser Bildschärfe abgebildet. Die Detailtreue  ist gut, aber nicht überragend. Die Plastizität des Bildes ist befriedigend, hier ist mehr möglich: Das gesamte Bild wirkt, wie sich beispielsweise beim Testbild mit dem Hühnerei oder bei den zerknüllten Zeitungen mit asiatischen Schriftzeichen zeigt, zu "platt" und zu wenig wie zum Anfassen. Auch bei der Schwarzwiedergabe wären Steigerungen möglich, zwar ist das Ergebnis gut, aber hier bietet mancher Konkurrent mehr und ermöglicht so in dunklen Filmsequenzen ein noch realistischeres Bild.  Gut ist es um die Bildruhe und um den Kontrastumfang bestellt, auch die Farbwiedergabe ist gut, wenngleich kräftige Farben noch einen Tick ausdrucksstärker zur Geltung kommen könnten.

Auch bei den Filmbeispielen zeigte der Sony ein gutes, aber kein überragendes Bild: Beim "Planet der Affen" und beim Star Trek-Film "Der Erste Kontakt" war das Bild zwar ausreichend scharf und harmonisch, bezüglich der Detailqualität holte der DVP-NS305 aber nicht das Optimum aus den sehr guten Vorlagen. Ordentlich meistert der Player DVDs, deren Bild aufgrund des Alters des darauf abgelegten Films nicht mehr Oberklasse-Qualitäten erfüllt: Bei "Top Gun" (Code 2) bewies der Sony mit hoher Bildruhe und einer tadellosen Gesamtharmonie, dass er auch mit nicht optimaler Software gut zurecht kommt. Bei qualitativ weniger guten DVDs kann der schaltbare Blockrauschfilter leichte Verbesserungen bezüglich der Bildgüte herbeiführen, wobei man nur die ersten beiden der insgesamt drei Stufen verwenden sollte. Der Layerwechsel fällt leider immer noch zu lang aus - auch wenn sich der DVP-NS305 keine Ruckeleien (wie auch schon bei einigen Geräten beobachtet) rund um die Position des Layerwechsels leistet, so ist das Stehenbleiben des Bildes mit ca. 2 Sekunden noch immer zu üppig, ebenfalls ist der Tonaussetzer deutlich hörbar. 

Bewertung 

 

Ton

Sony setzt nun auch auf 192 kHz-24-Bit Audio-DACs, damit sollen die Wiedergabefähigkeiten als analog angeschlossener CD-Player-Ersatz verbessert werden. Der DVP-NS305 klingt auch erstaunlich gut, nur sollte man immer mit in die Kaufüberlegungen einbeziehen, dass ein Einsteiger-DVD-Player keinen sehr guten CD-Player ersetzen kann. Bei Carl Orffs "Carmina Burana" bringt der Sony ein erstaunlich homogenes Klangbild zustande. Nur im Hochtonbereich könnte der Player noch transparenter agieren, so wirkt der Klang leicht belegt und lässt das letzte Quäntchen an Brillanz vermissen. Dies zeigt sich auch bei der Hamlet-Fantasie-Ouvertüre von Peter Tschaikowsky. Nicht, dass der Sony für seine Preisklasse eine schlechte Leistung erbringt, ganz im Gegenteil - aber der potentielle musikinteressierte Käufer, der mit dem Kauf eines neuen DVD-Players gleich den CD-Player ersetzen möchte, sollte seinen alten Compact Disc-Spieler nicht vorschnell aus dem Rack entfernen.  So erbringt der Sony mit seinem auf Harmonie abzielenden Klangbild eine solide Leistung und kann sich zumindest in dieser Disziplin an die Klassenspitze setzen - diese teilt er sich allerdings mit dem Pioneer DV-444. Gut: Der Digitalton des DVP-NS305. Zwar könnte auch hier die Feinauflösung im Hochtonbereich noch besser sein, aber die Homogenität ist tadellos. 

Bewertung 

 

Fazit

Ein ordentlicher Klang als analog angeschlossener Audio-CD-Player, eine sehr gut arbeitende MP3-Funktion, der allerdings, um auch MP3-Freaks zufrieden zu stellen, einige Features fehlen, und ein gutes Bild reichen nicht aus, um den Klassenstandard neu zu definieren, denn der Sony DVP-NS305 vermag in keiner Disziplin Maßstäbe zu setzen: Zwar ist der Kaufpreis mit 249 EUR sehr günstig, dafür erhält der Kunde aber auch nur eine dürftige Ausstattung, besonders die spärliche Anschlussbestückung missfällt. Die Verarbeitung ist durchschnittlich, einen sonderlich hochwertigen Eindruck macht der Player nicht. In Ordnung geht die Qualität der Fernbedienung, wenngleich sich auch an ihr der zum Erreichen der günstigen Kaufpreise verordnete Sparzwang zeigt. Die Bedienung ist einfach, ärgerlich ist, dass der Sony keine SVCDs abspielt.

Insgesamt befindet sich der Sony mit diesen Qualitäten auf klassenüblichem Niveau, wer aber mit der neuen Generation eine deutliche Qualitätssteigerung in jeder Beziehung erwartete, sieht sich enttäuscht. Bezüglich der Bildqualität muss sich der DVP-NS305 den beiden Top-Geräten der Einsteigerklasse, dem Pioneer DV-444 und dem Grundig-Duo Malaga SE-1230/Xenaro GDP-5100 geschlagen geben,  und das Ergebnis in dieser Disziplin kann man auch auf das Fazit übertragen: Auch wenn sie, trotz günstiger Marktpreise, etwas teurer als der Sony DVP-NS305 sind, so sind die Offerten von Pioneer und Grundig nach wie vor die empfehlenswertesten in der Einsteigerklasse auf dem deutschen Markt. 

Der DVP-NS-305 befindet sich auf dem klassenüblichen Niveau

Einsteigerklasse
Pro:
  • Sehr gute MP3-Funktion

  • Brauchbare D/A-Wandler

  • Ordentlicher Digitalklang

  • Günstiger Kaufpreis

Contra:
  • Magere Ausstattung

  • Keine SVCD-Wiedergabe

  • Durchschnittliche Verarbeitung

Technische Daten:
  • DVD Video-Player mit 192 KHz/24-Bit Audio D/A-Wandlern

  • Videoausgänge: 1x SCART (mit RGB), 1 x Cinch (Composite)

  • Audioausgänge: Digital 1 x koaxial,
    analog:: 1 x Cinch 2-Kanal Downmix

  • Blockrauschfilter in 3 Stufen schaltbar

  • Farben: Schwarz, Silbern

  • Maße (B x H x T in cm): 43 x 6,2 x 25,5

  • Gewicht: ca. 2,3 kg

  • Preis: 249 EUR (UVP

Testequipment:
  • AV-Verstärker Denon AVC-A1SE mit Upgrade

  • Frontlautsprecher Mirage FRX-9

  • Centerlautsprecher Mirage MC-2

  • Surroundlautsprecher Mirage FRX-Rear

  • Back Surround-Lautsprecher Mirage FRX-Rear

  • Aktiver Subwoofer Magnat Omega 380

  • TV Grundig Lenaro 92 MFW 92-6110/9 DVD

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