Test: Sony
DVP-NS300

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- &
Softwareentwicklung
Finish, Features und
Laufwerk
Sony liefert seit diesem Monat den Nachfolger des
Volumenmodells Sony DVP-S335
aus, der Preis beträgt 699 DM. Grund für uns, den neuen
Sony-Einstiegsplayer im Praxistest genauer unter die Lupe zu
nehmen. Das Design sorgt für eine sofortige
Identifizerungsmöglichkeit: It's a Sony, daran besteht kein Zweifel.
Schick sieht er aus, und beim Einschalten verschafft er sich durch das
sehr hochwertige, fein auflösende Display weitere Pluspunkte, die
Verarbeitung ist tadellos, dies gilt für außen und innen. Der
positive Eindruck setzt sich beim Anblick der vom Vorgänger
übernommenen, hochwertigen Fernbedienung nahtlos fort. Etwas weniger
erfreut blickt der Heimcineast auf die Anschlüsse auf der Rückseite:
Zwar ist die im Gegensatz zum Vorgänger nur noch einfach vorhandene
Scart-Buchse in der Lage, RGB-Bildsignale auszugeben, aber neben der
schon erwähnten zweiten FBAS-tauglichen Scartbuchse zum
Durchschleifen des Videorecorders fiel auch der optische
Digitalausgang dem Rotstift zum Opfer. Ähnliches muss sich wohl bei
der zusätzlichen Laufwerksabdeckung abgespielt haben. Diese fehlt im
Vergleich zum Vorgänger schlichtweg, was ein höheres, wenn auch
nicht zu aufdringliches Laufgeräusch des "Precision Drive
2" getauften Laufwerk mit sich zieht.
Innen
sauber gemacht, aber Laufwerk ohne die zusätzliche Abdeckung des
DVP-S335
"Precision Drive 2 " ist leider beim
Einstiegsmodell von Sony auch weiterhin nicht in der Lage, CD-Rs
abzuspielen, was dem DVP-NS300 sicherlich Minuspunkte bei der SVCD-
und der CD-R-Fraktion einhandeln dürfte. Dieser Schritt, beim
Basismodell kein Twin-Laser-Pickup-Laufwerk einzusetzen, ist nicht
verständlich, da, wie auch verschiedene Umfragen schon hier auf der
Seite zeigen, diese Funktion in den günstigen Preissegmenten stark
nachgefragt wird. Daher haben die neuen Player von Herstellern wie JVC
oder Panasonic Laufwerke mit Twin Laser-Pickup. Pioneer und Philips
bieten schon seit Generationen von DVD-Spielern nur Modelle mit Twin
Laser-Pickup an. Das Laufwerk handelt sich auch im weiteren
Verlauf des Tests nicht nur Pluspunkte ein. Zwar ist die
Einlesegeschwindigkeit rasch, das schon erwähnte lautere
Laufgeräusch, kombiniert mit eher mäßigen Eigenschaften bei der
Fehlerkorrektur, lassen aber in dieser Disziplin nicht so recht Freude
aufkommen.
Der Sony kommt auf unserer Fehlerkorrektur-Check-DVD
zwar bis Track 20, was einem prozentualen Anteil von 66,6 % aller
abgespielten Tracks und einer noch abgespielten Fehlerlänge von rd. 3
mm entspricht. Dies ist auch noch ein befriedigendes Ergebnis,
weniger befriedigt allerdings die Tatsache, dass es schon ab Track 14
deutlich sichtbare Artefaktebildungen gibt. Der JVC
XV-S40 und insbesondere der Panasonic
DVD-RV31 hatten dort noch in keinster Weise Probleme und
verrichteten ihre Arbeit ohne jegliches Anzeichen der Artefaktebildung.
So bleibt vom Laufwerk insgesamt ein eher zwiespältiger Eindruck
zurück: Fehlerkorrektur und fehlende CD-R-Unterstützung verhindern
eine bessere Bewertung.
Das Finish das Sony ist gut - auch im Geräteinneren - ,
die Ausstattung bewegt sich auf Klassenniveau, einen Punktabzug für
die fehlende CD-R-Wiedergabe gab es schon in der vorherigen Wertung.
Die Fernbedienung ist für ein Gerät dieser Preisklasse ebenso
aufwändig wie das Display. Damit sichert sich der Sony in der zweiten
Teildisziplin eine gute Bewertung.
Bedienung
Hier kann der Sony voll punkten: Nicht nur die leicht
bedienbare Fernbedienung gefällt, auch die zwar bekannten, aber immer
noch überzeugenden On Screen Menüs, die auch dem
Heimkino-Neueinsteiger das Einstellen aller wesentlichen Basisoptionen
sehr leicht macht.
Vom
Vorgänger bekannt: Sehr gute Fernbedienung
Da passt es ins Bild, dass der Sony auch mit einem sehr
gut ablesbaren und vollständig informierenden Display punkten kann.
Zusätzlich zur Navigation über die Fernbedienung hat der Sony auch
noch ein Navigationselement an der Gerätefront. Besser geht es nicht
mehr.
Fortsetzung
von Seite 1
Bild
In der Bilddisziplin zeigt der Sony eine
überzeugende Leistung. So sind bei den Real-Testbildern der Referenz-DVD
Bildschärfe und Detailtreue gut, die natürliche Farbwiedergabe
gefällt ebenso wie der fein gestufte Kontrastumfang. Das Testbild mit
dem Weißkopf-Seeadler gab der Player mit einem einwandfreien Kontrast
wieder und neigte weder zum Überstrahlen noch zum Verwischen. Beim
Früchtestillleben bietet der Sony eine plastische Bildwiedergabe, die
mit zum Besten gehört, was in dieser Klasse geboten wird. Gleiches
gilt für die fehlerfreie Farbdekompression und die ausgezeichnete
Darstellung reiner Rot-, Blau- oder Grüntöne. Farbrauschen kennt der
DVP-NS300 nicht, und bei der Unterwasser-Aufnahme mit dem gelben Fisch
auf der Referenz-DVD handelt er sich wiederum durch seine angenehm
anzusehende, doch trotzdem von der Schärfe her guten Bildwiedergabe,
die auch hier wieder schön plastisch wirkt, Pluspunkte ein. Dieser
Eindruck findet beim Testbild mit dem hübschen schwarzen Mädchen
seine Fortsetzung, wo der Sony die Poren der Haut ordentlich
darstellt. Beim Heißluftballon-Testbild zeigt der DVP-NS300 exakt
bestimmbare Farbverläufe, beim Testbild mit den Wolkenkratzer eine
ordentliche Bildschärfe.
Dass der neue Player seinen Vorgänger in
der Bilddisziplin zu übertreffen vermag, bewahrheitet sich bei den
Filmbeispielen. So sind beim Abspielen der Gladiator-DVD eine gute
Bildschärfe, ein großer Kontrastumfang sowie eine natürliche,
angenehme Farbwiedergabe zu beobachten, die exakt so wie auf dem
visuell sehr guten Ausgangsmaterial abgelegt zum Zuschauer
transportiert wird. Auch bei "The Patriot" kann der
Sony punkten: Hier beispielsweise zu Beginn von Chapter 3, wo der die
beabsichtigten, weil zur Filmthematik passenden, verschiedenen warmen
und kalten Gesamt-Farbeindrücke in den Filmsequenzen prima
herausarbeitet. Das können viele teurere Geräte auch nicht besser.
Diese haben aber noch einen Vorteil bei der detaillierten Darstellung
feiner Muster.
Summa summarum bietet der Sony mit einer
Auslegung, die zwischen dem kompromisslos scharfen und detaillierten
Pioneer-Modellen, die in diesen Disziplinen weiterhin ungeschlagen
bleiben, und den eher etwas weichen, bei jeder Software gute Resultate
bringenden, dabei noch sehr angenehm und homogen aussehenden Bildern
eines Panasonic DVD-RV31
oder eines JVC XV-S40 liegt, einen
guten Kompromiss. Besser als der Vorgänger ist er auch noch,
bleibt nur noch der Layerwechsel. Dieser ist leider im Vergleich zum
DVP-S335 schlechter geworden, das Bild bleibt länger stehen. In
dieser Disziplin aber leisten die Konkurrenten großteils auch nicht
mehr.
Ton
Der Digitalton des Sony-Players ist, wie
schon beim Vorgänger beobachtet, außergewöhnlich gut: Plastisch,
detailliert und spritzig, beweist er bei verschiedenen Musik- und
Filmbeispielen, dass es zwar winzige, aber doch vorhandene
Unterschiedchen bei der Digitaltonwiedergabe gibt. So rein und befreit
wie der Sony spielte sonst keiner der Konkurrenten auf, wenn auch der
Unterschied erst nach sehr ausführlichem Probehören auffällt, und
dann nur minimal. Besonders schön zeigt sich dies beispielsweise beim
DTS Trailer "Sonic Landscape". Analog angeschlossen,
überzeugt der DVP-NS300 mit einem homogenen, transparenten
Klang, dem es nur etwas an der pointierten Wiedergabe des unteren
Frequenzbereiches fehlt - aber dafür ist der Antritt im
Hochtonbereich angenehm luftig und trotzdem exakt.
Fazit
Hätte der Sony ein Laufwerk mit besserer Fehlerkorrektur und
CD-R-Wiedergabemöglichkeit, dann wären die Schwachstellen weg - denn
ansonsten kann er in jeder Disziplin gefallen: Seine visuellen und
akustischen Eigenschaften überzeugen rundum und lassen ihn an die
Klassenspitze stürmen. Wenn er sich bei der Bildwiedergabe diese
Position noch mit anderen hervorragenden Playern teilen muss, weist er
sie in der Tonwertung zwar minimal, aber doch hörbar in die
Schranken. Prima auch: Die akkurate Verarbeitung und das ausgereifte,
tadellose Bedienkonzept. Insgesamt trotz der genannten Nachteile
ein erfreulich gutes Gerät in der Einsteigerklasse, das auf jeden
Fall einen Kauftipp wert ist.
Bis auf wenige
Schwächen ein guter Basisplayer mit Spitzen-Ton

Einsteigerklasse
Pro & Contra
 |
Digital- und Analogton ausgezeichnet |
 |
Sehr gutes Bild |
 |
Gute Verarbeitung |
 |
Vorbildlich einfache Bedienung |
|
|
 |
Spielt keine CD-Rs ab |
 |
Fehlerkorrektur des Laufwerks nicht ganz
überzeugend |
Wichtige Daten

Die
Scart-Buchse gibt auch RGB aus
 |
Videoausgänge: 1x SCART, 1 x Hosiden (S-Video), 1 x Cinch
(Composite) |
 |
Audioausgänge: Digital 1 x koaxial
analog:: 1 x Cinch 2-Kanal Downmix, 1 x Subwoofer-Out |
 |
Farbe: Schwarz |
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Maße (B x H x T): 43 x 7,4 x 25, 6 cm |
 |
Gewicht: 2,7 kg |
 |
Preis: 699 DM (UVP) |
23. Mai 2001
Test: Carsten Rampacher
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