Test: Quadral Surround-Set 6000 Aktiv
07.05.2003 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER
für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments
Wer ein höchst elegantes, aus edlen Materialien gefertigtes
Lifestyle-Lautsprechersystem sucht, das bei allen optischen Reizen auch noch
überdurchschnittlich gut klingen soll, gehört zum potentiellen Kundenkreis
für das Quadral Surround-Set 6000 Aktiv - denn dieses System soll eine Synthese
aus Design und Sound auf hohem Niveau bieten. Vier sehr schmale und in
schlichter Noblesse auftretende große Satellitenlautsprecher (Nennbelastbarkeit
100 Watt, Musikbelastbarkeit 150 Watt) mit integrierten Füßen, ein ebenfalls
schlanker, edel auftretender Center (Nennbelastbarkeit 100 Watt,
Musikbelastbarkeit 150 Watt) und ein kompakter, aber bärenstarker aktiver
Subwoofer (300 Watt Nennleistung, 500 Watt Musikleistung) bilden das Set - das
mit 2599 EUR allerdings auch alles andere als ein Sonderangebot zum
Mitnahmepreis ist.
Dass man hier ordentlich finanzielle Mittel in sein Surround-Boxensystem
gesteckt hat, verdeutlicht das für Verstärker von 4 bis 8 Ohm geeignete 6000
Aktiv auch dem technischen Laien durch seine besonders hochwertige Verarbeitung.
Massives, sorgsam verarbeitetes Aluminium ist fast überall als Werkstoff zu
finden, was den Eindruck besonderer Hochwertigkeit deutlich verstärkt An allen Lautsprechern
nehmen vergoldete Schraubverschlüsse auch Lautsprecherkabel mit größeren Querschnitten problemlos
entgegen. Der aktive Subwoofer, der nach dem Downfire-Prinzip arbeitet und
zwecks akustischer Optimierung noch einen auf der Gehäusefront integrierten
Passivradiator mitbringt, ist komplett ausgestattet: Die Übernahmefrequenz ist
regelbar, selbstverständlich gibt es einen Lautstärkepegelregler, einen Phasenumschalter und auch eine Standby-Automatik.
Die wertvolle, elegante Ausstrahlung des Quadral-Sets konnte uns vollauf
begeistern - nun waren wir gespannt, wie es um die akustischen Werte steht. Bei
unseren Hörtests beeindruckte auf Anhieb die sehr feinfühlige
Detaileinarbeitung, sowohl im Mehrkanal-Musikeinsatz als im Heimkinobetrieb. Das
6000 Aktiv bot erfreulicherweise keinen "glattgebügelten" akustischen
Gesamteindruck, sondern eine facettenreiche Vorstellung, so manches kleines
Detail, was man mit weniger hochwertigen Lautsprechern nicht hört, machte das
Quadral-System nicht nur gut hörbar, sondern fügte es auch harmonisch in die
Gesamtklangkulisse ein. Der brillante, sehr frisch und klar herauskommende
Hochtonbereich sorgt dafür, dass das 6000 Aktiv auch für den Liebhaber von
klassischer Musik oder von Jazzmusik eine akustisch interessante Alternative
sein könnte - nur geben wir, wie auch bezüglich der weiter unten geschilderten
Eindrücke über die Stereowiedergabe, gerade dem erfahrenen Hörer bzw. sehr
engagierten Musikliebhaber den Tipp, auf jeden Fall vor der Kaufentscheidung
große, vollwertige Lautsprecher Probe zu hören, die insgesamt ein vielleicht
noch kompletteres, realistischeres Klangbild realisieren können. Wem es mehr
auf maximalen Klang als auf die maximal mögliche optische Integration und
Wohnraum-Kompatibilität ankommt, der sollte wirklich einen mehr auf Akustik als
auf schicke Optik optimierten Boxensatz ins Auge fassen. Für die schmale,
elegante Bauweise jedoch boten die Quadral-Schallwandler ein tadelloses
Leistungsprofil, das durch den wirkungsvoll, aber nie übertrieben agierenden
aktiven Subwoofer nachhaltig positiv ergänzt wurde.
Die Hörraumgröße, in der man das 6000 Aktiv mit besonders überzeugenden
klanglichen Ergebnissen einsetzen kann, reicht von 15 bis rund 25 Quadratmeter.
In diesen Größenordnungen gefällt die dann bei höheren Lautstärken sehr
druckvoll und zugleich präzise agierende Surround-Soundkulisse, die auch ein
ordentliches Volumen offeriert. Dass das Gesamtvolumen trotz der schmalen
Lautsprechersäulen so tadellos erscheint, ist der Verdienst des aktiven
Subwoofers, der sehr kräftig zupackt und einen beachtlichen Tiefgang
ermöglicht. Auch bei bassstarken Filmen wie "U-571" oder "Titan
A.E." bot der leistungsstarke Subwoofer eine Vorstellung von beruhigender
Souveränität, die keine Zweifel an den Leistungsangaben von Quadral aufkommen
ließen. Auch die völlige Abwesenheit von Strömungsgeräuschen oder ähnlichen
den Hörspaß eindämmenden Faktoren spricht für eine solide, durchdachte
Konstruktion. Einige zum Vergleich herangezogene, größere und auch teilweise
teurere Subwoofer konnten sich im Vergleich zum "Power Cube Sub 300
aktiv", wie der Basslautsprecher mit vollem Namen heißt, nicht durch
bessere Leistungen absetzen. Dies beweist das hohe Niveau, das auch dieser
Quadral Sub wieder bietet.
Wer übrigens in einem Raum hört, der über den von weiter
oben angegebenen Maßen liegt, sollte sich nach einem größeren
Lautsprechersystem umsehen – Quadral selber offeriert hier beispielsweise mit der
klangstarken Aurum-Serie (Test Quadral Aurum 5.1-Set,
Test: Quadral Aurum Titan) verschiedene interessante
Alternativen – oder in den Ansprüchen bezüglich der maximal möglichen Pegel etwas zurückgehen. Wer meistens in Zimmerlautstärke oder nur leicht darüber hört, kann das System auch in größeren Räumlichkeiten einsetzen, die Klangkulisse wirkt dann
allerdings etwas dünner und nicht mehr so klar herausmodelliert. Der
bärenstarke Subwoofer hingegen liefert noch immer noch mehr als genug Kraft, hier spürt man die hohen Leistungsreserven der verbauten Endstufe.
Mit erstaunlichen Leistungen kann das Set im Stereobetrieb aufwarten. Vor allem
gefällt das gelungenen Zusammenspiel zwischen den beiden Frontlautsprechern und dem Subwoofer,
die angenehme Folge: Es gibt keine der Gesamthomogenität schadenden Klanglöcher, sondern ein
komplettes, dichtes Klangbild von sehr guter Plastizität. wird geboten.
Musikalische Feinheiten werden von den beiden schicken Frontlautsprechern gut
herausgearbeitet, so dass selbst detailverliebte Musikliebhaber zufrieden mit
den Quadral-Boxen sein dürften - wenn sie gleichzeitig auf das schmale,
elegante Design Wert legen. Für einen Kompromiss aus optischer Ästhetik und
klanglicher Güte liefert das Quadral-"Team" eine wirklich brauchbare
Performance, wer sich am Anblick großer Boxen weniger stört, dem sei
allerdings angeraten, vor dem Kauf des Quadral-Ensembles sich ausgewachsene
Standlautsprecher (die es für den nicht gerade niedrigen Preis des Quadral-Sets
durchaus gibt) im Vergleich anzuhören, denn die von großvolumigen Standboxen
oder sehr hochwertigen, großen regallautsprechern gebotene räumliche Zeichnung
und akustische Ausgeglichenheit, kombiniert mit hervorragender Detaillierung und
hoher Pegelfestigkeit, können die schmalen Quadral-Säulen bauartbedingt
natürlich nicht bieten. Man muss sich also immer im Klaren darüber sein, dass
stark designorientierte Boxen in praktisch allen Fällen für den sehr
engagierten Stereo-Musikfreund durch ein Equipment, bei dem Sound klar vor Optik
geht, immer übertroffen wird. Nur, wenn Geld überhaupt keine Rolle mehr
spielt, dann kann man sich höchst elegante Boxen kaufen, die zudem auch noch
klangstark sind. Besonders klein sind diese dann aber auch nicht, denn ein
ansprechendes Volumen ist im Endeffekt gerade für akkuraten Stereoklang noch
immer eine der Basisvoraussetzungen. Wer sich mit dem Konzeot der
Quadral-Säulen angefreundet hat, wird sich über den auch im Stereoeinsatz sehr fein ansprechenden
Hochtonbereich freuen. Sehr schön zeichnen die Quadral-Lautsprechern die virtuelle Bühne vor den Zuhörer, die gebotene räumliche Tiefe ist
für ein solches System tadellos. Der Subwoofer liefert immer ein im höchsten Maße angenehmes, weil souveränes, präzises und nie übertriebenes
Bassfundament, zudem sprechen die ordentlichen maximal möglichen
Belastungswerte für den aktiven Bassisten aus dem Hause Quadral.
Fazit
Das Quadral Surround-Set 6000 Aktiv brilliert mit meisterhafter
Verarbeitung und einem dynamischen, präzisen Klang. Abgerundet wird die
tadellose Leistung durch den überdurchschnittlich kraftvollen aktiven Subwoofer
- ohne Zweifel ist hier ein Surround-System entstanden, das durch Design und
Klanggüte gleichermaßen überzeugt. Die glasklare, antrittsstarke Vorstellung
im Hochtonbereich bringt akustische Frische in die Darbietung des 6000 Aktiv.
Bei sehr hohen Pegeln allerdings könnte der dann etwas scharf werdende
Hochtonbereich für harmoniebedürftige Zeitgenossen ein wenig zuviel des Guten
sein - wer jedoch auf besondere Klarheit, Transparenz und eine ausgeprägte
Akzentuierung Wert legt, findet im Quadral-Set genau den richtigen Partner. Im
Mehrkanal-Musikbetrieb und im Heimkinoeinsatz überzeugt die hervorragende
Präzision bei der Effektdarstellung, auch die Detaileinarbeitung befindet
sich auf einem für ein solches System beachtlichen Level. Der plastische,
räumlich erstaunlich gut in die Tiefe gehende Stereoklang ergänzt unsere
positiven Eindrücke. Nur der Kaufpreis fällt selbst in Anbetracht der
hervorragenden Qualitäten sehr hoch aus - getreu dem Motto "Es war schon
immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben".
Das Quadral-Set überzeugt durch Top-Design und
dynamischen Klang

Oberklasse
Test 06.05.2003
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
-
Dynamischer, klarer Klang
-
Hervorragende Pegelfestigkeit aller Komponenten
-
Überdurchschnittlich leistungsfähiger aktiver Subwoofer
-
Facettenreiche und präzise Surround-Klangkulisse
-
Center mit natürlicher Stimmwiedergabe
-
Überraschend gute Stereoqualitäten
-
Erstklassige Materialauswahl und Verarbeitung
Contra:
Technische Daten
Satelliten Front/Rear BASIC 2000T, Center BASIC 2000 BASE: 2-Wege-System, magnetisch geschirmt, geschlossenes Bauprinzip, Nennbelastbarkeit 100 Watt, Musikbelastbarkeit 150 Watt, Übertragungsbereich
Front/Rear-LS 70 bis 22000 Hz, Center 80 bis 22000 Hz, für Verstärker von 4 bis 8 Ohm geeignet, Maße
Front/Rear-LS (H x B x T in mm) 1100 x 102 x 93, Maße Center-LS 102 x 560 x 102, Ausführung: Aluminium-Strangprofil mit Metallgitter, lieferbare Farbe: Silber
Aktiver Subwoofer POWER CUBE SUB 300 aktiv: Bassreflex-Subwoofer,
Downfire-Prinzip, Nennleistung 300 Watt, Musikleistung 500 Watt, Übertragungsbereich 22 bis 150 Hz, Übertragungsfrequenz 50 bis 150 Hz, variabel einstellbar,
Stand-By-Schaltung, Tieftöner mit 260 mm Durchmesser, zusätzlich Passivmembran (260 mm Durchmesser) auf Gehäusevorderseite, Maße (H x B x T in mm) 423 x 305 x 400, Ausführung wahlweise silber oder schwarz lackiert.
Komplettpreis 2599 EUR.
Test: Carsten
Rampacher
06. Mai 2003
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