Test: DVD-Player Pioneer DV-550
22.01.2003 (cr)

Austattung
Pioneer hat nicht nur ein Herz für Technik- sondern auch für
Design-Fans: Denn zusätzlich zu den "normalen" flachen
SlimLine-Playern DV-350 und DV-454 gibt es auch, nur in kleineren Stückzahl
und nicht in den "Elektronik-Supermärkten", sondern im
Wesentlichen nur im Fachhandel, den edel aussehenden DV-550, der mit einer
unverbindlichen Preisempfehlung von 329 EUR allerdings nicht ganz billig
ist. Wer eine optimale optische Harmonie bei seinen Home
Cinema-Komponenten wünscht, dem empfiehlt Pioneer die Paketlösung: Zum DV-550
kommt dann noch der SlimLine-AV-Receiver VSX-C550, der technisch mit dem von uns
getesteten VSX-C100 baugleich ist.
Doch zurück zum DV-550: Der Kunde erhält für den Aufpreis gegenüber dem
praktisch baugleichen DV-454 neben mehr optischer Exklusivität auch einen
jpeg-Viewer, der es möglich macht, Bilder mit jpeg-CDs in den DVD-Spieler
einzulegen und über das angeschlossene Bildausgabegerät zu betrachten.
Ansonsten entspricht die Ausstattung dem DV-454, so arbeiten 192 kHz/24-Bit
Audio-D/A-Wandler und ein 27 MHz/10-Bit Video D/A-Wandler im Inneren des noblen
Geräts - in diesen Preisregionen des DV-550 würde sich als Video-Feature
inzwischen ein 54 MHz/10-Bit Video-DAC noch besser machen. Aber auch wenn ein
derartiger Chip eine nochmals bessere Detailtreue und eine nochmals gesteigerte
visuelle Plastizität garantieren KANN, so ist zum einen ein einziges Bauteil
kein Garant für ein außergewöhnlich gutes Bild - da bedarf es noch der
entsprechenden Peripherie -, zum anderen bewies Pioneer mit DV-350 und DV-454,
dass in diesen Preisregionen auch mit einem 27 MHz/10-Bit Video DAC ausgezeichnete visuelle Eigenschaften realisierbar sind. Genauso wie DV-350 und
DV-454 vertraut auch der DV-550 auf einen Videochip mit einem vollkommen linearen Frequenzgang bis in höchste
Bildfrequenzen. Folge: Eine nochmals bessere Bildschärfe und vor allem
Detailtreue, zudem kann sich Pioneer dank des neuen Chips die Verwendung eines
Videoequalizers sparen. Diese Mission ist ebenso beim DV-550 wie auch beim DV-350
und beim DV-454 gelungen, siehe Bildwertung. Natürlich spielt auch der DV-550
MP3-CDs ab, und zwar nicht irgendwie, sondern wie gewohnt von Pioneer-Playern,
in sehr guter Klangqualität (Signalausgabe sowohl über den analogen als auch
den digitalen Ausgang möglich) und mit hoher Abspielsicherheit. Ganz gleich,
welche Test-MP3-CD der DV-550 abspielen sollte - Aussetzer glänzten durch fast
völlige Abwesenheit. ID3-Tags kann der Player wie seine Schwestermodelle nicht
darstellen, er erfreut aber mit einem übersichtlichen MP3-On Screen Menü und
einer Programmierfunktion sowie einer Random Play-Abspielmöglichkeit. Die
Einlesegeschwindigkeit ist ordentlich, nur bei MP3-Discs mit sehr vielen Titeln
muss man sich etwas in Geduld üben. Recht flott las der DV-550 SVCDs ein, die, gebrannt nach dem vcdhelp-Muster,
trotz offiziellem Dementi von Pioneer (keine Garantie, dass dieses Format
abgespielt werden kann), problemlos und ohne Bildruckler oder Tonaussetzer
liefen. Das Laufwerk erfreute zudem mit einer im DVD-Betrieb tadellosen
Fehlerkorrektur, auch leicht bis mittelschwer verkratzte DVDs las der Player ein
und leistete sich keine Bild- oder Tonstörungen. Nicht ganz so rosig fiel
die Bilanz bei der CD-Fehlerkorrektur aus: es wäre falsch, hier von einem
schlechten Ergebnis zu sprechen, denn leicht zerkratzte CDs bzw. Discs mit
normalen Gebrauchsspuren gab der DV-550 ohne jeglichen Anlass zu Beanstandungen
wieder. Lediglich "härtere Fälle", die schon sehr deutliche Kratzer
mitbrachten, veranlassten den Player zu hörbaren akustischen Störungen. Das
Laufgeräusch des Laufwerks bekommt von uns die Note "gut", besser
können es nur manche Panasonic-Modelle, deren Laufwerk dafür bezüglich der
Einlesegeschwindigkeit hinter die Pioneer-Player zurückfällt. Das ehemals
gerade bei Pioneer-Playern leidige Thema Layerwechsel fällt nun im Vergleich zu
früheren Modellen bei weitem nicht mehr so schlecht aus: waren früher Bild-
und Tonaussetzer entschieden zu lange, kann man nun zwar den Layerwechsel gerade
bei DVDs, wo dieser extrem ungünstig platziert ist, noch bemerken, das Stehen
bleiben des Bildes und der Tonaussetzer sind aber merklich kürzer geworden.
Anschlussseitig weist der DV-550 unter anderem, wie auch der DV-454, einen
optischen und eine koaxialen Digitalausgang sowie ein S-Video- und
RGB-beschaltete Scartbuchse auf. Auch ein S-Video-Hosidenausgang fehlt nicht.
Somit erreicht der DV-550 in der ersten Teilwertung ein gutes Resulatat, nur der
trotz der Exklusivität etwas hohe Preis trübt den tadellosen Eindruck.
Bewertung Austattung     
Bedienung
Die Pioneer-Entwickler konzipierten eine spezielle Hilfestellung, die für den
Neueinsteiger gedacht ist. Bei der ersten Inbetriebnahme des DV-550 geschieht nun
folgendes:
- Wahl der Sprache für die Player-OSDs
- Wahl des TV-Formats (4:3 oder 16:9)
- Wählt man nun im OSD die Option "Setup Assistent", geht es
weiter:
- Spracheinstellung DVD-Sprache
- Audio-Ausgänge: Player an AV-Receiver angeschlossen angeschlossen/nicht
angeschlossen. Wenn "nicht angeschlossen" gewählt wird, ist ist
das Basis-Setup an dieser Stelle beendet. Wird "ja" angewählt,
geht es weiter:
- Audio Ausgänge: Digital-Ausgang angeschlossen/nicht angeschlossen. Bei
der Wahl der Option "nicht angeschlossen" ist das Basis-Setup an
dieser Stelle beendet. Sonst geht es weiter:
- Ist der AV-Receiver Dolby Digital-kompatibel? (kompatibel/nicht
kompatibel/weiß nicht)
- Ist der AV-Receiver DTS-kompatibel? (kompatibel/nicht kompatibel/weiß
nicht)
- Ist der AV-Receiver mpeg-kompatibel? (kompatibel/nicht kompatibel/weiß
nicht)
- 96 kHz-Übertragung: AV-Receiver kompatibel/nicht kompatibel/weiß nicht
- Setup beendet.
Bedauerlicherweise
vergisst das Pioneer-Basissetup die elementar wichtige Frage nach der Art der Bildsignalausgabe (RGB/S-Video/FBAS).
Ansonsten aber ist die Bedienung einfach, zudem sind die OSDs schön anzusehen.
Die gute Fernbedienung
mit voll befriedigender Reichweite hilft, den guten Eindruck weiter zu unterstützen:
Perfekt ist das zentral angeordnete Navigationskreuz, die Tasten verlangen zwar
nach einem recht kräftigen Druck und sind somit bei zarteren Benutzer-Charakteren ein Fall für
die innere Überwindung, wenn man aber mit einem nachhaltigen Druck der
Funktionsbefehl erteilt, wird er vom Gerät rasch umgesetzt. Sehr lobenswert
ist, dass der Pioneer DV-550 beim ordentlich funktionierenden Kapitel
überspringen auch die Nummer der Kapitel via OSD anzeigt. Die Laufwerkslade
reagiert rasch nach dem Drücken der "Open"-Taste. Nett anzusehen ist
das Display mit seiner angenehmen Farbgebung und der guten Auflösung.
Bewertung     
Bild
Auch der Pioneer DV-550 bietet Bildqualität auf hohem Niveau.
Besonders die bei exzellenter Software mögliche Bildschärfe beeindruckt immer
wieder aufs Neue, stellt sie doch nicht nur die meisten Mitwettbewerber
derselben preislichen Regionen in den Schatten - auch in höheren Preisklassen
bekommt man diese glasklaren Schärfewerte, die für eine präzise, stimmige
Zeichnung des Bildes sorgen, nicht unbedingt geboten. Auch die neutrale,
angenehme Farbgebung gefällt - DVDs mit kräftigen, ausdrucksvollen Farben
werden ebenso originalgetreu wiedergegeben wie Discs, deren Inhalt eher farblich
zurückhaltend gestaltet ist. Hervorragend ist es um die Schwarz-Wiedergabe
bestellt, tief und klar erscheinen schwarze Bildsequenzen, wenn sie in
entsprechender Güte (was nicht selbstverständlich ist!) auf der DVD vorliegen.
Der Kontrastumfang ist ebenfalls sehr zu loben, so zeigt sich z.B. bei "The
Rock", "Gladiator" oder bei "ID4", dass auch kleine
Details nicht in der Dunkelheit untergehen, sondern gut akzentuiert
hervorgehoben werden. Auch die Zeichnung feiner Details und Muster kann
überzeugen - im Rahmen dieser Preisregionen ist nicht mehr viel mehr
prinzipielles Potential da, noch mehr leistet hier der Panasonic DVD-RA82,
leider nur noch sehr schwer zu bekommen, mit 54 MHz/10-Bit Video-DAC, und
der JVC-XV-N5, ebenfalls mit 54 MHz/10 Bit Video D/A-Konverter. Beide Geräte
standen uns für umfangreiche Vergleiche ebenso wie ein DV-454 und ein Panasonic
DVD-RV62 zur Verfügung. Um herauszufinden, was DVD-Player höherer
Preisregionen im Vergleich leisten, ergänzten wir unsere Vergleichsgeräte um
einen HK DVD-25, einen Pioneer DV-757Ai und einen Denon DVD-A1.
Ergebnis unserer Testreihen: Pioneer, Panasonic und JVC bieten Top-Bildgüte
zum fairen Preis. Natürlich ziehen die zum Vergleich herangezogenen, weitaus
teureren DVD-Spieler gerade an hochwertigen Bildausgabegeräten und bei
exzellenter Software visuell davon, die Detailtreue, die Plastizität, die
räumliche Tiefe, die Farbreinheit und die Bildsauberkeit sind nochmals höher
- aber eklatant sind die Unterschiede nicht, und auch das erfahrene Auge
braucht Zeit, um die Vorteile der angetretenen Edel-Player zu analysieren. Für
denjenigen, der dem Hobby Heimkino sehr viel Zeit widmet und der zusätzlich
bereit ist, größere finanzielle Investitionen zu tätigen, für den lohnt sich
ein teurer DVD-Spieler aber nach wie vor, denn gerade die von uns versammelten
Geräte schöpfen die technischen Rahmenbedingungen des Systems DVD inzwischen
praktisch voll aus - der Einstieg in die visuelle Top-Liga beginnt schon mit
moderaten 499 EUR für den HK DVD-25. Für alle anderen, die einfach einen
guten, problemlos zu handhabenden DVD-Spieler, der am ordentlichen TV ein sehr
ansehnliches Bild bringen soll, suchen, sind die günstigeren Geräte aber eine
ausgezeichnete Wahl.
Die Auslegung der Geräte unserer Preisklasse, also der JVC-, Pioneer- und
Panasonic-Player, ist auch nicht identisch, denn in Bezug auf die maximal
mögliche Bildschärfe liegen die Pioneer-Player weiterhin - fast schon
traditionell - vorne, denn jeder Konter der Konkurrenz wurde bei der nächsten
Pioneer-Generation immer wieder erfolgreich erwidert. Die Panasonic-Flotte
brilliert dafür mit einer nochmals höheren Bildharmonie auch bei weniger guten
DVDs, eine Auslegung, die auch der JVC XV-N5 bietet. Auch wenn die
Pioneer-DVD-Spieler hier echte Fortschritte gemacht haben - früher waren die
Player sehr kleinlich gegenüber Bildfehlern auf weniger guten Discs und legten
diese ziemlich schonungslos dar - , so arbeitete man auch bei JVC und Panasonic
kontinuierlich an weiteren Verbesserungen, so dass immer noch die Panasonic- und
JVC-Player kleinere Fehler effektiver ausbügeln. Es ist also letztendlich auch
eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob es nun ein Pioneer- ein JVC- oder
ein Panasonic-Player sein soll - alle drei Firmen bieten heute fürs Geld
der Kunden eine Menge (der XV-N5 sogar noch einen ausgewachsenen, sauber
abgestimmten Video-EQ) und somit ist es kein Wunder, dass nur wenige
Konkurrenten erfolgreich eingreifen können.
Natürlich "wildern" viele Anbieter von No-Name-Playern im JVC-,
Panasonic- und Pioneer-Revier - doch visuell haben diese Geräte, obwohl sie
keinesfalls mehr wirklich schlecht sind, wenig Chancen. Noch ist der Vorsprung,
den momentan gerade diese drei Firmen in Bezug auf die Bildqualität ihrer
Player haben, deutlich sichtbar. Wer allerdings viele Features zum
Sonderpreis haben möchte, auf ein exzellentes, ruhiges, sauberes, sehr klares
Bild weniger Wert legt, kann sich bei den No Names umsehen - denn eins steht
fest: Mit Pioneer, Panasonic und JVC schwimmen drei Markenhersteller mit ihren
Player Line Ups auf der Erfolgswelle, aber mancher Markenhersteller kommt,
obwohl seine Modelle preislich nicht unter den Pioneer-, Panasonic- und
JVC-Modellen liegen, von der Bildgüte her nicht mit. Es gibt auch DVD-Player,
die sich nur noch durch das Markenlogo, nicht aber durch spürbar bessere
Qualität von den No Names unterscheiden.
Bewertung     
Ton
Auch hier kann sich der DV-550 sehr gut in Szene setzen: Analog
angeschlossen, klingt er erstaunlich erwachsen, die Detaillierung ist voll
befriedigend, die akustische Brillanz kann sogar gut genannt werden - dies ist
für einenn DVD-Spieler dieser Preisklasse wirklich tadellos. Natürlich
dürften nicht die Maßstäbe sehr guter CD-Player angelegt werden, die noch
feinfühliger, dynamischer und lebendiger ihren Vortrag im Hörraum verbreiten,
aber mit dem Gebotenen kann man absolut zufrieden sein. Pioneer-gewohnt top: Der
fein auflösende, transparente Digitalton.
Bewertung     
Fazit
Mit exklusivem Design und dem interessanten, zusätzlich integrierten
jpeg-Viewer hebt sich der DV-550 vom DV-454 ab. Ansonsten bietet der DV-550
gewohnte Pioneer-Tugenden: So das extrem scharfe Bild, eine exzellent
integrierte MP3-Funktion, sehr gute akustische Eigenschaften und eine einfache
Bedienung. So ist letztendlich für den Kunden die Frage zu beantworten,
ob für ihn das zugegebenermaßen sehr hübsche Äußere und die
Darstellmöglichkeit für jpeg-CDs den Mehrpreis Wert sind. Denn vom reinen
Standpunkt des Nutzens und des Preis-/Leistungsverhältnisses aus gesehen,
lautet die Empfehlung: DV-454 kaufen. Aber: Das Auge "isst"
bekanntlich auch mit. Und da schlägt die große Stunde des DV-550, denn rein
von der Optik her könnte er auch in einer höheren Preisklasse zuhause sein,
und die verspiegelte Frontpartie lenkt bestimmt die Blicke eines jeden Besuchers
auf sich. Kleiner Schönheitsfehler beim Thema Preisgestaltung: Der ebenfalls
sehr exklusiv aussehende JVC-XV-N5 kostet trotz exzellenter, vorbildlicher
Ausstattung mit 299 EUR etwas weniger, und der leider nur noch schwer
erhältliche Panasonic DVD-RA82 liegt preislich gleichauf. So bekommt der edle,
aber teure DV-550 (der wegen seines Preises auch in die "Mittelklasse"
eingestuft wird) im Gegensatz zu den günstigeren "Brüdern" DV-350
und DV-454 bei uns ein "ausgezeichnet" als Testprädikat. Die
günstigeren Modelle wurden als "überragend" eingestuft.
Der richtige Player für Design-Fans mit Sinn für technische
Qualität

Mittelklasse
Test 22. Januar 2003
Preis-/Leistung:      
Pro:
Contra:
Technische Daten:
-
DVD Video-Player mit 192 KHz/24-Bit Audio
D/A-Wandlern
-
Videoausgänge: 1x SCART (mit RGB und S-Video), 1 x S-Video Hosiden, 1 x Cinch (Composite)
-
Audioausgänge: Digital 1 x koaxial, 1 x optisch
analog:: 1 x Cinch 2-Kanal Downmix
-
Farbe: Silbern
-
Maße (B x H x T in cm): 42,0 x 5,5 x 27,9
-
Gewicht: ca. 2,6 kg
-
Preis: 329 EUR (UVP)
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