Test: DVD-Player Pioneer DV-454 und Slim Line-AV-Receiver VSX-C100
06.09.2002 (cr)

So stellt sich Pioneer ein passendes SlimLine-Duo-vor:
Natürlich passt der 269 EUR kostende Pioneer DV-454 auch problemlos zu den
anderen neuen AV-Receivern des Hauses, gerade zu den neuen Modellen mit der im
oberen Bereich angewinkelten Gehäusefrontplatte - aber besonders gut macht er
sich in Verbindung mit dem ultraflachen AV-Receiver VSX-C100, der ebenso wie der
DV-454 wahlweise in schwarzer oder silberner Version angeboten wird. Der
VSX-C100 für 379 EUR kommt mit 5 x 30 Watt und bringt neben dem obligatorischen
Dolby Digital- und DTS-Decoder auch einen Dolby ProLogic II-Decoder mit. Vier
Audio/Video-Eingänge und 1 Audio/Video sowie 2 Videoausgänge sorgen für den
passenden Kontakt mit den Zuspielern, 3 DSP-Programme für Abwechslung. Das
Display bietet mit seiner feinen Auflösung etwas fürs Auge. Der Pioneer
DV-454 bringt zusätzlich einen optischen Digitalausgang mit und besitzt das
schon angesprochene, andere Design der Vorderseite - ansonsten ist er absolut
baugleich mit dem von uns bereits vor geraumer Zeit getesteten Pioneer DV-350,
der 20 EUR günstiger zu haben ist.
Daher werden wir uns zunächst dem bereits Bekannten widmen und
hier die Erfahrungen mit den baugleichen Playern DV-454 und DV-350 nochmals
darlegen.
Ausstattung
Kernstück beider neuen DVD-Player ist ein neuer
Videochip mit einem vollkommen linearen Frequenzgang bis in höchste
Bildfrequenzen. Folge: Eine nochmals bessere Bildschärfe und vor allem
Detailtreue, zudem kann sich Pioneer dank des neuen Chips die Verwendung eines
Videoequalizers sparen. Diese Mission ist ebenso wie beim DV-350 beim
baugleichen DV-454 gelungen, siehe Bildwertung. Nur diejenigen, die unbedingt
Anpassungsmöglichkeiten an das Bildausgabegerät benötigen, werden den
Videoequalizer des DV-444 vermissen. Hinzu kommt ebenfalls bei DV-454 und DV-350 eine neue Zoom-Funktion, die
aufgrund der große Beliebtheit dieses Features Einzug erhielt. Doch das ist
noch nicht alles: Eine komplett überarbeitete Benutzeroberfläche, grafisch
aufwändiger gestaltet und noch einfacher zu bedienen, erfreut das Auge. Hier
wurden offensichtlich Anleihen beim DVD-RW-Recorder DVR-7000 genommen, was
keinesfalls ein Fehler war: Die Optik der OSDs gefällt und wird somit dem
Anspruch an ein High-Tech-Produkt auch gerecht. Sehr ordentlich ist die
Verarbeitung des DV-454, hier gibt es keine Unterschiede zum DV-350 - hier
entscheidet also der Geschmack des jeweiligen Käufers, welches Design den
Vorzug erhält. Auf jeden Fall ist die Qualität der Preisklasse absolut angemessen. Das Display gefällt
auch hier mit
ordentlicher Auflösung. Hochwertiger als beim Vorgänger erscheint die neue
Fernbedienung, hier liegt dem DV-454 und dem DV-350 das absolut identische Teil
bei. Genauso wie der DV-350 kann selbstverständlich auch der DV-454 RGB-Signale via Scart ausgeben, und auch ein
S-Video-Hosidenausgang fehlt beim DV-454 nicht.

Selbstverständlich spielt der DV-454 auch MP3-CDs ab, die Ausstattung mit
MP3-Fatures ist mit der des DV-350 vollkommen identisch. Zur Verwaltung der
MP3-Files steht auch hier wieder der grafisch überarbeitete MP3-Navigator als
On Screen-Oberfläche zur Verfügung. Maximal 32 Zeichen des Tracknamens können
dargestellt werden. Vermisst haben wir eine Anzeigemöglichkeit für ID3-Tags.
Dafür kann der DV-454 wie auch schon der DV-350 mit einer Programmier- und einer Random-Play-Funktion
auch für den MP3-Betrieb positiv auffallen. Das Vorspulen innerhalb eines Titels könnte
noch verbessert werden, so ist es eine etwas ruckelige Angelegenheit. Prima
gelöst bei DV-454 und DV-350: Die ersten acht Zeichen des Dateinamens zeigt der
Player auch im Display des Geräts an, so muss nicht immer das
Bildausgabegerät mitlaufen, möchte man wissen, um welchen Titel es sich
handelt. Die Tonausgabe ist bei DV-454 und DV-350 sowohl auf analogem als auch auf digitalem Wege
möglich. Die MP3-Klangqualität ist, wie bei den meisten Playern der aktuellen
Generation, sehr gut, frisch und angenehm klar. Aussetzer verderben nur selten den Spaß, auch digitale
Störgeräusche konnten nur in absoluten Einzelfällen herausgehört werden,
ebenfalls schneidet der Pioneer keine Trackanfänge ab. Die
Einlesegeschwindigkeit bei MP3-CDs geht in Ordnung. Noch etwas kürzer sein
könnte sie bei SVCDs, die, gebrannt nach dem vcdhelp-Muster,
die von DV-454 und DV-350 ebenfalls eingelesen werden. Das Laufwerk agiert
auch in unserem Test-DV-454 ausreichend leise (hier gibt
sich der Panasonic DVD-RV32 akustisch noch zurückhaltender) und zuverlässig,
vor allem im DVD-Betrieb wurden auch verkratzte DVDs anstandslos eingelesen.
Lediglich bei einigen "Härtefällen" besteht noch
Verbesserungspotential. Im
CD-Betrieb war die Fehlerkorrektur bei unserem Test-DV-454 etwas besser als beim
früher getesteten DV-350 - absolut identisch sind die einzelnen Player eben
auch nicht, gewisse Schwankungen sind immer zu beobachten und wohl auch nicht
völlig zu verhindern. Sehr erfreuliches gibt es bei DV-454 und DV-350 zum Thema Layerwechsel zu vermelden: Zwar ist er noch sicht- und hörbar,
aber die gesamte Prozedur war bei unseren Testexemplaren weitaus kürzer als beim
Vorgänger, so dass man mit dem Gebotenen sehr gut leben kann. Insgesamt zeigt
der DV-454 ebenso wie der DV-350 und der Panasonic DVD-RV32 deutlich, wo der Hammer hängt.
Denn alle genannten Geräte lassen bezüglich ihrer Verarbeitungsqualität, der
technischen Güte und der Ausstattung gemessen am fairen Einstandspreis keine
Wünsche offen. Während der Panasonic noch eine Spur hochwertiger vom Gehäuse
her wirkt und zudem ein praktisches Shuttle-Bedienelement an der
Gerätevorderseite hat, kontert das Pioneer-Duo mit der noch besseren weil
umfangreicheren und noch störungsfreieren MP3-Funktion und dem schöneren Display. Letztendlich also eine
Geschmackssache - alle genannten DVD-Spieler schneiden hervorragend ab in der ersten
Disziplin.
Bewertung Austattung      
Bedienung
Die Pioneer-Entwickler konzipierten die Hilfestellung, die für den
Neueinsteiger gedacht ist, neu - bei der ersten Inbetriebnahme des DV-454 und
DV-350 geschieht nun
folgendes:
- Wahl der Sprache für die Player-OSDs
- Wahl des TV-Formats (4:3 oder 16:9)
- Wählt man nun im OSD die Option "Setup Assistent", geht es
weiter:
- Spracheinstellung DVD-Sprache
- Audio-Ausgänge: Player an AV-Receiver angeschlossen angeschlossen/nicht
angeschlossen. Wenn "nicht angeschlossen" gewählt wird, ist ist
das Basis-Setup an dieser Stelle beendet. Wird "ja" angewählt,
geht es weiter:
- Audio Ausgänge: Digital-Ausgang angeschlossen/nicht angeschlossen. Bei
der Wahl der Option "nicht angeschlossen" ist das Basis-Setup an
dieser Stelle beendet. Sonst geht es weiter:
- Ist der AV-Receiver Dolby Digital-kompatibel? (kompatibel/nicht
kompatibel/weiß nicht)
- Ist der AV-Receiver DTS-kompatibel? (kompatibel/nicht kompatibel/weiß
nicht)
- Ist der AV-Receiver mpeg-kompatibel? (kompatibel/nicht kompatibel/weiß
nicht)
- 96 kHz-Übertragung: AV-Receiver kompatibel/nicht kompatibel/weiß nicht
- Setup beendet.
Bedauerlicherweise
vergisst das Pioneer-Basissetup genauso wie beim Konkurrenzmodell von Panasonic,
dem DVD-RV32, die elementar wichtige Frage nach der Art der Bildsignalausgabe (RGB/S-Video/FBAS).
Ansonsten aber ist die Bedienung einfach, zudem sind die OSDs schön anzusehen.
Auch, was die grafische Qualität der OSDs betrifft, nehmen der Pioneer
DV-454/DV-350 zusammen
mit den DVD-Playern von Grundig und Panasonic die momentane Spitzenstellung ein,
knapp vor den ebenfalls tadellosen Sony-DVD-Playern. Die gute Fernbedienung
mit voll befriedigender Reichweite hilft, den guten Eindruck weiter zu unterstützen:
Perfekt ist das zentral angeordnete Navigationskreuz, die Tasten verlangen zwar
nach einem recht kräftigen Druck und sind somit bei zarteren Benutzer-Charakteren ein Fall für
die innere Überwindung, wenn man aber mit einem nachhaltigen Druck der
Funktionsbefehl erteilt, wird er vom Gerät rasch umgesetzt. Sehr lobenswert
ist, dass der Pioneer DV-454 genauso wie der DV-350 beim ordentlich funktionierenden Kapitel
überspringen auch die Nummer der Kapitel via OSD anzeigt. Die Laufwerkslade
reagiert rasch nach dem Drücken der "Open"-Taste. Nett anzusehen ist
das Display mit seiner angenehmen Farbgebung und der guten Auflösung, nur wäre
etwas mehr Kontrast wünschenswert, denn gerade bei stärkerer
Sonneneinstrahlung (die es sogar diesen verregneten Sommer ab und zu gab!)
lässt die Ablesbarkeit etwas zu wünschen übrig.
Bewertung     
Bild
Auch der Pioneer DV-454 bietet visuelles Vergnügen auf hohem Niveau.
Wie schon beim DV-350 beobachtet, steigt wiederum die Bildschärfe und vor allem
die nun wirklich überragende Detailtreue: Dies beweist der DV-454 bei "Inspector
Gadget" (Code 2), wo auch die sehr gute Wiedergabe der sehr kräftigen
Farben dieser Disney-DVD vollauf überzeugen kann. Bezüglich der Bildschärfe
ist der Toshiba SD-220 das einzige Gerät der Einsteigerklasse, was hier
gleichziehen kann. Was die visuellen
Gesamtqualität betrifft, sind ebenfalls verschiedene Geräte auf dem selben hohen
Niveau: Hier ist es neben dem Pioneer-Duo der Panasonic DVD-RV32, der vielleicht das
Bild nicht so messerscharf zeichnet wie Pioneer und Toshiba, dafür aber ein
Höchstmaß an Natürlichkeit auch bei nicht perfekter Software zu realisieren
weiß und die beste Ausgewogenheit aller Einstiegsplayer an den Tag legt, wobei
mit dem nagelneuen Denon DVD-900 mit seinem neutralen, homogenen und klaren
RGB-Bild ein ebenbürtiger Gegner erwachsen ist. Gerade bei DVDs, auf denen ein älterer Film abgelegt wurde,
beweisen Denon und Panasonic ihr großes Können, denn es ist immer wieder verwunderlich, wie gut
die Bildqualität selbst bei derartigen DVDs noch ist, und trotzdem erreichen
sowohl Panasonic als auch Denon bei Top-Software ebenfalls hervorragende Ergebnisse. Mit einer
ähnlichen Auslegung wie der DVD-900 und der DVD-RV32 kann auch der ebenfalls sehr harmonische
Grundig Livance GDP-3200 punkten. Doch Pioneer wäre nicht Pioneer, wenn nicht
in einer visuellen Teildisziplin wieder ein neuer Glanzpunkt gesetzt würde: Und diese
Disziplin ist die Detailtreue bei erstklassigen DVDs. Während schon der
Panasonic DVD-RV32 und der Denon DVD-900 mit einer hervorragenden Detailtreue und einer prima
Plastizität auch bei feinen Einzelheiten glänzen konnten, legt der Pioneer
beim DV-454 und beim DV-350 noch
eins drauf: Das, was er bei "Gladiator" (Code 2), z.B. im neunten
Kapitel, leistet, ist Extraklasse, so klar, scharf und differenziert werden noch
allerkleinste Bilddetails gezeigt, mit einer beeindruckenden Plastizität. Aber
auch der exzellente Kontrastumfang in der Eröffnungsschlacht zu Beginn der DVD
dokumentiert eindrucksvoll, was heute schon an Bildgüte in der Einsteigerklasse
geboten wird. Selbst viele teurere Geräte können hier nicht mehr entschieden
mehr in die Waagschale werfen. Was
die Schwarzwiedergabe betrifft, so teilen sich die Pioneer-Spieler den Spitzenplatz mit
Panasonic, Denon, Toshiba und Grundig, die natürliche, klare Farbwiedergabe ist
ebenfalls allen Geräten eigen, wobei sich der DV-454 und der DV-350 ebenso wie
der Denon DVD-900 besonders akkurat an die
Original-Farbgebung auf der DVD halten - hier wieder eine Spitzenleistung, wobei
das etwas wärmere Bild des Panasonic DVD-RV32 ungeheuer gefällig und stimmig
wirkt, hier kommt es also auch auf die individuellen Prioritäten an. Exzellente Resultate erbringt der
DV-454 auch bei "Shaft", hier begeistern einmal mehr die tadellose
Schwarzwiedergabe und der sehr gute Kontrastumfang. Fazit: Mit etwas unterschiedlichen
Schwerpunkten, aber einer insgesamt
überragenden Leistung setzen sich die beiden Pioneer, der Denon DVD-900 und der
Panasonic DVD-RV32 an die Klassenspitze,
dicht gefolgt vom Toshiba SD-220 und dem Grundig Livance GDP-3200 sowie dem eng verwandten
Xenaro GDP-5100. Untereinander kann man trotz der leichten Überlegenheit von
Pioneer, Panasonic und Denon nicht von gravierenden Unterschieden sprechen, alle diese Geräte
bieten summa summarum eine Menge ür ihren Preis, wenngleich die Pioneer- und
Panasonic-Geräte besonders günstig für ihre hervorragende Qualität sind, der
Denon ist hier doch teurer.
Welches Gerät jeweils am besten auf den eigenen Geschmack abgestimmt ist, das
kann nur ein umfangreicher Vorab-Check vor dem Kauf zeigen. Sehr empfehlenswert
sind alle genannten Player.
Bewertung     
Ton
Auch hier überzeugt der DV-454 wie auch schon zuvor der DV-350, denn die
lebendige, fein gezeichnete und sehr gefällige Gesamtcharakteristik des Pioneer
DV-454 als analog angeschlossener CD-Player-Ersatz überzeugt. Sicherlich, bezüglich der
Plastizität und der genau gewichteten Einarbeitung feiner Nuancen dürfen keine
Wunder erwartet werden, aber man sollte immer den Preis des Geräts mit in die
Bewertung einbeziehen. Wer mehr will, sollte sich nicht scheuen, 379 EUR für
den mit überragenden D/A-Wandlern gesegneten Denon DVD-900 bereit zu
stellen. Für die günstigen Kaufpreise bieten die Pioneer-Spieler eine
außergewöhnlich gute Leistung, die durch den überdurchschnittlich klaren,
exzellent aufgebauten und dynamischen Digitalton bestätigt wird, mehr noch:
Bezüglich der Güte des Digitaltons kommt zurzeit keiner am DV-454 und am DV-350
vorbei - auf gleichem Niveau agiert hier noch der Denon DVD-900. Auch wenn es einigen jetzt kalt den Rücken herunterläuft: Es gibt Unterschiede
bezüglich der Güte des Digitaltons, auch wenn es einiger Zeit bedarf, diese
herauszuhören: Denn groß sind sie tatsächlich nicht, aber hörbar.
Bewertung     
Fazit
Die Einstiegsplayer-Welt wird immer mehr zur Zweiklassengesellschaft,
das macht auch der Test der 2. Pioneer-"Sturmspitze" DVD-454 deutlich.
Während Hersteller wie Panasonic, Pioneer, Grundig, Denon und Toshiba Vollgas geben
und eindrucksvoll zeigen, was für sehr faire Preise heute möglich ist, lassen
es andere Marken den Kunden zu deutlich merken, wo und wie der Rotstift
angesetzt wurde. Damit öffnen sie den Markt auch für sogenannte "No-Name"-Hersteller,
deren Produkte manchem Markengerät von der Gesamtgüte her immer näher kommen.
Den Käufern des DVD-454 kann es genauso wie denjenigen, die sich für den DV-350
entschieden haben, egal sein, denn sie erhalten für 269 bzw. im Falle DV-350
für 249 EUR einen
DVD-Spieler von sehr hoher Güte, der alles kann, was ein DVD-Player können
sollte: Er realisiert zusammen mit dem Panasonic DVD-RV32 und dem Denon DVD-900 das beste Bild in
dieser Klasse, bezüglich der Detailwiedergabe erobern die gelungenen Pioneer-"Brüder"
sogar den Spitzenplatz, ebenso mit seiner überdurchschnittlich akkuraten
Farbwiedergabe, hier steht der Denon DVD-900 mit ganz oben auf dem Treppchen. Die Konkurrenten von Toshiba und Grundig folgen mit sehr knappen
Abstand, schon deutlicher dann der Unterschied zum "Rest der DVD-Welt".
Akustisch ziehen die Pioneer-Player ebenfalls alle Register: Mit einem klaren,
feinfühligen und dynamischen Digitalton können die Plaxer ebenso begeistern wie mit
lobenswerten Eigenschaften als analog angeschlossener CD-Player-Ersatz. Hier
bietet nur der akustisch brillante, aber deutlich teurere Denon DVD-900
hörbar mehr. Dazu bei beiden Pioneer DVD-Spielern eine prima MP3-Funktion, der nur die Darstellung von ID3-Tags
als zusätzliches Feature fehlt. Schon jetzt überzeugt vor allem die extrem
hohe Abspielsicherheit und der lebendige Klang. Die
Bedienung ist einfach, die neuen On Screen Menüs sind grafisch anspruchsvoll
gestaltet. Nur sollten die Tasten der ansonsten guten Fernbedienung nicht mehr
ganz so schwergängig sein. So bleibt als Resultat festzuhalten, dass man nur
die Fehlerkorrektur bei CDs und DVDs noch verbessern kann, denn der DV-454
schnitt hier zwar besser ab als unser zuvor getesteter DV-350, aber hier geht
trotzdem noch mehr. Selbst der Layerwechsel ist zwar noch zu spüren, aber bei weitem
nicht mehr so lang und störend wie noch beim Vorgänger. Daher kann man
resümieren: Mission erfüllt, Pioneer knüpft mit dem schlagkräftigen
Duo DV-454 und DV-350 nahtlos an die
Tradition des Hauses an, bei einem Modellwechsel weitaus mehr zu bieten als nur
oberflächliche Kosmetik: Im Falle der Testkandidaten zwei überragende DVD
Video-Player mit erstklassigem Preis-/Leistungsverhältnis.
Kaufempfehlung: Top-Bild und erstklassige MP3-Wiedergabe

Einsteigerklasse
Preis-/Leistung:      
Pro:
-
Extrem scharfes und detailtreues Bild
-
Hervorragender Digitalton
-
Praxisgerechte Ausstattung
-
Gute Verarbeitung
-
Sehr gute MP3-Funktion inklusive Random Play und Programmiermöglichkeit
-
Grafisch aufwändige On Screen Menüs
Contra:
Technische Daten:
-
DVD Video-Player mit 192 KHz/24-Bit Audio
D/A-Wandlern
-
Videoausgänge: 1x SCART (mit RGB und S-Video), 1 x S-Video Hosiden, 1 x Cinch (Composite)
-
Audioausgänge: Digital 1 x koaxial, 1 x optisch
analog:: 1 x Cinch 2-Kanal Downmix
-
Farben: Schwarz, Silbern
-
Maße (B x H x T in cm): 42,0 x 5,5 x 27,6
-
Gewicht: ca. 2,5 kg
-
Preis: 249 EUR (UVP)
Im folgenden Test stellen wir den Spielpartner für unseren DV-454 vor.
VSX-C100

Pioneers richtiges Modell für die Liebhaber einer
möglichst kompakten und eleganten AV-Lösung: Der VSX-C100 für 379 EUR, ein
nur 65 Millimeter hoher AV-Receiver mit 5 x 30 Watt-Endstufen (DIN, 1 kHz, 8 Ohm)
und 96 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandlern. Neben einem DTS 5.1/Dolby Digital
5.1-Decoder bringt der schicke "Flachmann" auch einen Dolby Pro Logic
II Decoder mit, diesen aber nur in der Normalversion, will heißen: Die
Einstellmöglichkeiten "Dimension Control", Center Width Control"
und "Panorama Mode" fehlen. Ansonsten aber sind jede Menge nützlicher
Features mit an Bord, die den Umgang mit dem AV-Receiver möglichst angenehm
machen sollen. Es folgt ein Überblick über die vielfältigen
Ausstattungsmerkmale:
Zunächst einmal ist die "Room
Size"-Funktion beim Lautsprecher-Setup hilfreich. Hier stehen 3 Versionen
zur Verfügung, mit denen verschiedene gängige Lautsprecher-Aufstell-Schemata
simuliert werden. Anwählbar sind
-
"S", wenn die Surround-Lautsprecher im
Vergleich zu den übrigen Boxen näher an der Hörposition stehen
-
"M", wenn alle Lautsprecher dem
identischen Abstand vom Hörplatz haben
-
"L", wenn die Frontlautsprecher näher
an der Hörposition stehen.
Natürlich kann im entsprechenden Setup auch
Entfernung der Lautsprecher vom Hörplatz bequem in Metern eingegeben werden
(0,3 m-Schritte, Front L/R nur zusammen einstellbar, Center, Surround L/R
nur zusammen einstellbar). Auch kann man die Subwoofer-Übernahmefrequenz am
VSX-C100 regeln. Hier sind folgende Werte justierbar:
-
200 Hz
-
150 Hz
-
100 Hz
-
Subw PLS, zusätzlicher Bassschub
-
Subwoofer Off (der Anschluss eines aktiven
Subwoofers ist aber unbedingt empfehlenswert!)
Der Pioneer VSX-C100 besitzt verschiedene,
sogenannte "Advanced"-Surround-Programme, die je nach Software bzw.
Programmquelle durchaus eine leichte Verbesserung des Klangbilds, z.B.
bezüglich der räumlichen Weite, der Verständlichkeit von Stimmen und der
richtigen Betonung der verschiedenen Klangbestandteile, herbei führen können.
Im einzelnen gibt es folgende Advanced-Programme (nicht bei 96 kHz-Signalen
anwählbar!):
-
Movie, soll die Atmosphäre eines mittelgroßen
Kinosaals simulieren.
-
Music, schafft virtuell die Akustik eines
großen Konzertsaals
-
TV Surround, soll bei TV-Programmen für etwas
Surround-Untermalung sorgen
-
Game, Simulation für Video-Spiele, soll die
darin enthaltenen Effekte besonders gut wiedergeben
-
Virtual Surround Back (VIRTL SB), Modus, der
dafür entworfen wurde, hintere Surroundkanäle bei Signalquellen zu
simulieren, die über keine solchen verfügen. Der Modus simuliert den
Effekt von hinteren Surroundlautsprechern im Hörraum
-
Expanded, soll Dolby Surround-Quellen mehr
Klangtiefe verleihen.
-
5-Channel-Stereo: Stereo-Wiedergabe über alle
Kanäle
Zusätzlich sind verschiedene Klangmodi anwählbar.
Mittels dieser Klangmodi lassen sich jeder Signalquelle bestimmte Klangelemente
hinzufügen.
-
Natural, dieser Modus reduziert die
Gesamtfrequenzausgabe, so dass sie den Eigenschaften von kleinen
Lautsprechern (die in vielen Fällen am VSX-C100 angeschlossen werden)
entspricht und die Lautsprecher bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit bei der
Wiedergabe nicht überfordert werden. Folge soll ein besserer Surroundklang
sein. Hier hilft nur Experimentieren, bei hochwertigen Lautsprechern wie
unserem Teufel System 5 braucht man dieses Programm nicht.
-
Midnight, leisere Töne werden hörbarer
gemacht, laute abgesenkt, so dass z.B. Dialoge auch nachts noch gut
verständlich sind, die Effekte wie Explosionen etc. aber nicht die Nachbarn
aus dem Bett holen
-
Manner, Verringert Bass und Höhen, soll dann
verwendet werden, wenn man Töne als zu hart oder zu grell empfindet.
-
S.Bass (Super Bass), steigert den Bassanteil im
Signal
Verarbeitet ist der SlimLine-Receiver gut, die
mitgelieferte Fernbedienung ist hochwertig und der Preisklasse absolut
angemessen. Die Anschlussmöglichkeiten sind durch die flache Bauweise
natürlich begrenzt, mit dem Gebotenen kann man aber zufrieden sein. Für die
Lautsprecher stehen, dies ist ebenfalls ein Tribut an die Abmessungen, nur
kleine Klemmverschlüsse zur Verfügung. Daher sollte man erst gar nicht
versuchen, dicke Kabelenden in den VSX-C100 einzuführen.
Bewertung      
Bedienung
Nach
kurzem Studium der Bedienungsanleitung kann es losgehen - rasch ist der VSX-C100
betriebsfertig. Alle Einstellungen werden mit der guten, wenn auch mit sehr
vielen Tasten versehenen und recht großen Fernbedienung vorgenommen, am Gerät
befinden sich kaum Bedienelemente. Dass es in dieser Preisklasse noch kein On
Screen Display gibt, dürfte klar sein, dafür erfreut das Gerätedisplay mit
feiner Auflösung. Als sehr praktisch auf der Fernbedienung erweist sich der
große Wippschalter für die Lautstärke. Wünschenswert wäre noch eine
Beleuchtung, zumindest der wichtigsten Tastengruppen, für einen komfortableren
Betrieb in der Dunkelheit.
Bewertung      
Ton
Der VSX-C100 konnte im Testbetrieb für ein Gerät dieser Bauart
überzeugen - eins sollte man direkt im Voraus klären: Damit beim VSX-C100 genug Kraft im leistungsintensiven Bassbereich
vorhanden ist, gehört beim SlimLIne-Receiver mit
seinen 5 x 30 Watt auf jeden Fall ein aktiver Subwoofer mit dazu. Ebenfalls
raten wir zum Einsatz größerer, klangstarker Satelliten oder
Regallautsprecher, die dann zusammen mit dem Aktivwoofer für ein komplettes Klangbild
sorgen. Im Testbetrieb kam unser exzellentes, bewährtes und immer
wieder empfehlenswertes Teufel System 5 zum
Einsatz, welches nach den Papierdaten eher über- denn unterdimensioniert ist.
Im Praxisbetrieb kam der elegante SlimLine-AV-Receiver sehr gut mit den flexibel
einsetzbaren Teufel-Boxen zurecht. So überzeugte uns dann auch die Leistung bei
"Gladiator" (Code 2, DTS 5.1-Tonspur), die Effektkulisse war kräftig
und vom Aufbau her ordentlich. Lediglich im Hochtonbereich und bei der schieren
Durchschlagskraft heftiger Effekte merkt man bei forcierten Pegeln, dass hier
das Ende der Fahnenstange naht und größere AV-Receiver in solchen Situationen entschiedene
Vorteile bezüglich der Leistungsfähigkeit verbuchen können. Aber nicht jeder
Anwender ist in der Lage (Nachbarn!), ständig gnadenlos Druck zu machen, und
nicht jeder Anwender möchte dies überhaupt tun. Und um eine halbe Stunde mal
in höheren Lautstärken zu hören, dazu eignet sich der VSX-C100 ohne
Schwierigkeiten. so gefiel bei Gladiator denn auch die sehr runde
Basswiedergabe, natürlich auch Verdienst des wiederum vollauf überzeugenden
Teufel M5000, der mit seiner sauberen und klaren, aber gleichsam voluminösen
Basswiedergabe punkten konnte. Aber der beste aktive Subwoofer nutzt herzlich
wenig, wenn die gesamte Abstimmung nicht stimmt. Wir kennen das sehr gut von
verschiedenen sehr günstigen AV-Receivern oder DVD-Playern mit integriertem
Decodern, wo das Ergebnis selbst in Verbindung mit einem tadellosen Subwoofer
keine Begeisterung zu wecken vermag. Und hier beweist der VSX-C100, dass seine
Bassqualitäten keinesfalls so flach sind wie die Bauhöhe des Geräts: Der
Basseinsatz ist mit einem guten Volumen versehen, selbst in unserem 40
Quadratmeter-Hörraum gab es bei noch "verträglichen" Pegeln keine
Probleme, die mit zu ausdrucksloser Basswiedergabe zusammen hängen. Der guten
Eindruck, den der AV-Receiver bei uns hinterließ, verstärkt sich direkt zu
Beginn von "Shaft" (Code 2, englische Original-Tonspur), als der
bassintensive Soundtrack durch den Hörraum schallt. Aber auch während des
Films kann der VSX-C100 gefallen, die Stimmwiedergabe ist differenziert.
Lediglich in Szenen, in denen hauptsächlich Neben- und Umgebungsgeräusche
über die Surroundlautsprecher wiedergegeben werden, wünscht sich der
anspruchsvollere Heimcineast mehr Ausdruckskraft. Doch der VSX-C100 eignet sich
auch eher für den Heimkino-Einsteiger oder den Hörer mit normalem
Anforderungsprofil, der ab und zu schon brauchbares Heimkino-Feeling in seinen
eigenen vier Wänden realisieren möchte. Dieser potentielle Käuferkreis
wird vollkommen einverstanden mit den Eigenschaften des Pioneer-Receivers. So
ist die Effektwiedergabe auch bei "Inspector Gadget" überzeugend, die
vielen verschiedenen Effektarten werden gut wiedergegeben. Der Bassbereich kann
auch hier wieder gefallen.
Im Musikbetrieb wird das Leistungsprofil des VSX-C100 ebenfalls
vielen Käufern ausreichen, denn bei der Scorpions-DVD "Acoustica",
die live bei einem Konzert in Lissabon aufgenommen wurde, gibt es an der
Wiedergabequalität nichts Wesentliches auszusetzen. Gut arbeitet der Pioneer
die charakteristische Stimme des Sängers ein, die Wiedergabe im Hochtonbereich
ist in Bezug auf die Front-Soundkulisse gut, nur ganz minimal belegt (Tonspur
DTS 5.1) bei kräftigen Lautstärken. Dies wird aber wirklich erst dann
auffallen, wenn in größeren Hörraumen kräftige Pegel anliegen. Auf den
Surroundkanälen bringt der VSX-C100 die Live-Atmosphäre gut zur Geltung,
wenngleich die Beifallsbekundungen des Publikums noch etwas kraftvoller und
authentischer ausfallen dürften. Bei Mozarts Symphonie Nr. 40, enthalten auf
unserer Naxos Musical Journey-Mozart-DD/DTS 5.1-DVD, ist die Wiedergabe sehr
gefällig, allerdings sollte man dafür sorgen, dass der aktive Subwoofer hier
mit etwas weniger Einsatz mitläuft, denn ansonsten übertönt der
Basslautsprecher das sonstige Geschehen, und das trübt dann den Hörspaß doch
merklich. Die Streicher erklingen mit guter Harmonie, lediglich bezüglich der
Detailarbeit dürfen natürlich keine Wunder erwartet werden. Gut gefallen die
Orchestereinsätze, die vor allem durch ihre Weitläufigkeit positiv auffallen.
Das Management der Dynamiksprünge ist für ein Gerät dieser Bauart gelungen.
Doch auch mit weniger anspruchsvollerer Musik kommt der VSX-C100 zurecht, so
z.B. mit der Scooter-Doppel-DVD "Encore - The Whole Story": Die Musik
ist bestimmt nicht jedermanns Geschmack, aber der Umgang, den der Pioneer mit
den voll befriedigend abgemischten Stücken an den Tag legt, ist wirklich
überraschend. Wir hörten hier aufgrund der Original-Tonspur auf der DVD in
Dolby ProLogic II Music, hier konnte der VSX-C100 mit einem homogenen Klangbild
mit recht breiter Surround-Klangkulisse punkten, obwohl in Dolby PLII die
Einstellmöglichkeiten fehlen. Mit guter Basskraft und einer erstaunlich
ausdrucksstarken Stimmwiedergabe meisterte der SlimLine-Receiver Toni Braxtons
"Secrets"-CD, ebenfalls in Dolby PLII. Auffällig war das tadellose,
natürliche und nicht übertriebene Hallverhalten auf den Surroundkanälen. Auch
Felix Mendelssohn-Bartholdys 1. Symphonie ertönte harmonisch, klar und mit
einer befriedigenden Detaillierung. Die gleichen Stücke im Stereobetrieb
klangen befriedigend, aber hier kann man Pioneer wirklich keinen Vorwurf machen:
Ein solcher AV-Receiver wie der VSX-C100 ist wirklich nicht für stereophile
Hörer konzipiert, und für denjenigen, der ab und zu mal Musik in Stereo hören
möchte, reicht das Gebotene hinsichtlich Plastizität, Klangreinheit und
Harmonie völlig aus. Ansonsten kann nur resümiert werden, dass für die
Wiedergabe herkömmlicher Audio-CDs der Dolby PLII Music Mode den kompletteren
Eindruck hinterlässt.
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Dolby PLII      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Für denjenigen, der nur wenig Platz für die Aufstellung seiner
Heimkino-Komponenten zur Verfügung hat oder der seine AV-Komponenten möglichst
unauffällig beispielsweise unter den Fernseher integrieren möchte, ist der
VSX-C100 mit seinem eleganten und Platz sparenden Design eine empfehlenswerte
Alternative. Die Ausstattung ist bis auf die fehlenden Einstellmöglichkeiten im
PL II Music Mode komplett, die Verarbeitung gut, die Fernbedienung hochwertig
und die Bedienung geht nach kurzem Studium der Bedienungsanleitung auch recht
leicht von der Hand, wenngleich eine Beleuchtung für die mit relativ vielen
Tasten belegte Fernbedienung noch eine Steigerung bezüglich der Bedienqualität
mit sich bringen würde. Klanglich schlägt sich der SlimLine-Receiver
überraschend gut, in Verbindung mit einem aktiven Subwoofer können die
Heimkino-Qualitäten gefallen und reichen gerade für den Einsteiger oder den
Anwender, der ab und zu einmal in seinem Wohnzimmer 5.1-Material wiedergeben
möchte, absolut aus. Das Gleiche lässt sich von den ausgeglichenen
Mehrkanal-Musik-Darbietungen sagen. Im Stereo-Betrieb sind die Ergebnisse
befriedigend, aber für eine extrem hochwertige Stereowiedergabe ist der
VSX-C100 auch nicht geschaffen.
Gute Heimkino-Qualitäten und sinnvolle Ausstattung für den
Anwender mit wenig Platz für die AV-Anlage

Einsteigerklasse
Test 06.09.2002
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
Contra:
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