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Test: DVD/SACD-Player Philips SACD1000

Finish, Features und Anschlüsse

Philips und Sony sind die treibenden Kräfte hinter dem Konkurrenzstandard zu DVD Audio, genannt SACD. Bislang hatte DVD-Audio von den Systemmerkmalen her noch einen Vorteil gegenüber SACD, denn während bei der SACD zwar zukünftig  Mehrkanalwiedergabe vorgesehen war, beschied man sich bei den ersten Playern und der ersten Software auf die Wiedergabe in Stereo. DVD Audio-Soft- und Hardware war jedoch schon von Beginn an nicht nur theoretisch auf maximal sechskanalige Wiedergabe ausgelegt, sondern wurde auch so angeboten.

Nun aber legen die SACD-Promoter nach, und die Vorreiterrolle hier in Deutschland hat Philips übernommen, mit einem SACD1000 genannten, SACD-Multichannel-fähigen DVD Video-Player. Der Preis des optisch dem  DVD1010fast gleichenden Geräts: 4000 DM. Eine stolze Summe, die hier den Besitzer wechselt - schauen wir also auf die zu erwartenden Qualitäten. Videoseitig bietet das Topmodell nur normale Kost, Progressive Scan-Wiedergabe, wie bei den DVD Audio-Konkurrenzmodellen wie dem Toshiba SD-900E (3299 DM) und dem Pioneer DV-939A (4000 DM) aus dem selben Preissegment, oder überhaupt einen YUV-Ausgang sucht man vergeblich. Ebenso gibt es laut Datenblatt keinen integrierten Decoder für DTS und Dolby Digital. Dem ist aber tatsächlich nicht so, ein interner DD-Decoder ist mit an Bord, was der Klangtest mit Verwendung des Sechskanal-Decoders zutage förderte. Auf Nachfrage bei Philips kam dann auch die Bestätigung, dass dieses Feature vorhanden sei. Versöhnlich stimmt der Blick auf das Innenleben des SACD1000, wo der audiophile Liebhaber einen sehr hochwertigen Ringkern-Transformator nebst einer äußerst aufwendig ausgeführten Audio-Mimik mit Chrystal D/A-Wandern vorfindet. 

Edel und Hochwertig: Vorne links der Ringkerntransformator, oben rechts gut zu sehen die High-End- Audio-Baugruppen

Der Audio- und Videoaufbau ist streng separiert, die Verarbeitung ist überragend und dem Preis absolut angemessen. Bei den Audiobauteilen, soviel ist klar, wurde an nichts gespart - dagegen nimmt sich das Videoboard eher bescheiden aus. Es ist also nicht die selbe aufwändige Videoelektronik des DVD1010, die im SACD1000 steckt, sondern eine schlichtere Version.

Die Aluminium-Frontplatte des schlicht designten Gerätes ist bestens verarbeitet, die Knöpfe haben eine angenehme Griffigkeit,  leise gleitet die DVD-Lade heraus. Nur die Lade an sich könnte hochwertiger ausgeführt sein und wirkt etwas labil. 

Die formschöne und hochwertige Fernbedienung ist exakt das Modell, das auch dem DVD1010 beiliegt, was alles andere als ein Fehler ist. Auch in der 4000 DM-Preisklasse macht sich das formschöne und gut verarbeitete Teil noch sehr gut. Das einzige, was nicht zum sonstigen Anspruch des Players passt, ist das etwas zu grob auflösende Display, das zudem einen nicht so schön anzusehendem Blauton mit leichtem Grünstich aufweist. Hier sollte nachgebessert werden, gerade bei einem Topmodell für 4000 DM erwartet man hier eher ein schickes Display mit hochauflösender DOT-Matrix-Darstellung.

An Anschlüssen bringt der SACD1000 neben dem Sechskanalausgang für die Mehrkanal-SACD-Wiedergabe einen optischen und einen koaxialen Digitalausgang mit, hinzu kommt ein Stereo-Downmix-Ausgang und auf der Videoseite zweimal Scart (Nr. 1  mit RGB) und einmal S-Video Hosiden sowie einmal FBAS-Cinch.

Der Philips ließ sich beim Einlesen unserer Fehlerkorrektur-Check-DVD ein wenig Zeit, kam dann aber immerhin bis Track 24, was einem prozentualen Anteil von 80% aller abgespielten Tracks und einer noch abgespielten Fehlerlänge von rd. 3,35 mm  entspricht. Dies ist ein ordentliches Ergebnis, erst ab Track 20 gibt es deutlich sichtbare Artefaktebildungen.  Unsere Test-SVCD las der SACD1000 schnell und ohne Probleme ein. Das ergibt insgesamt eine gute bis sehr gute Bewertung der Laufwerksqualitäten, dazu trägt auch das vorbildliche Einleseverhalten bei: Kein einziges Mal verweigerte der Philips die Annahme einer DVD oder CD, zudem stürzte er nie ab. Das Laufwerk zeigte in keiner Weise Funktionsstörungen. Das Laufgeräusch ist nur beim Einlesen gut zu hören, spielt der Philips die DVD erst mal ab, ist es angenehm zurückhaltend und nie störend.

Bewertung Fehlerkorrektur/ Laufwerk

Summa summarum brilliert der SACD1000 mit einem hochwertigst ausgeführten Audio- und Netzteil im Innenleben und einer praxisgerechten Ausstattung. Leider ist der Videoteil etwas schlicht geraten, und der Preis des Players sehr hoch. Aber trotzdem: Das Ergebnis ist gut bis sehr gut.

Bewertung Finish und Features


Bedienung

Sehr lobenswert: Das Display ist zwar, wie schon gesagt, optisch nicht das schönste, aber es zeigt immer genau das momentan abgespielte Tonformat an (z.B. Dolby Digital 3/2). Schon beim Test der anderen Philips-Modelle der aktuellen Generation stellten wir die übersichtliche und gut gegliederte Menüführung als großen Pluspunkt heraus. So auch beim SACD1000, mittels der etwas zu langen, ansonsten in jeder Beziehung tadellos ausgeführten Fernbedienung, die durch ihre angenehme Haptik zusätzlich punkten kann, macht das Navigieren richtig Spaß, auch wenn die Enter-Taste sich im Navigationskreuz noch besser machen würde. Hier ist Philips wirklich ein bemerkenswert eleganter und guter IR-Controller gelungen, der zu hochwertigen DVD-Spielern bestens passt.

Eleganter und praktischer IR-Controller

Dies muss umso mehr betont werden, ist doch aufgrund der interaktivern Einsatzmöglichkeiten die Verwendung der Fernbedienung des DVD-Players von einer weitaus höheren Intensität geprägt als bei anderen Bausteinen der Heimkinoanlage - und nicht jeder Heimkino-Liebhaber verfügt auf die in diesem Zusammenhang gern genannten Universalfernbedienungen mit Touch Screen.  Doch trotzdem werden vielen, auch teuren, DVD-Playern manchmal nicht standesgemäße Fernbedienungen beigepackt. Beim SACD1000 aber eitel Sonnenschein: Innerhalb kürzester Zeit ist der Philips-Player startklar für den jeweiligen individuellen Einsatz, die Wahl der richtigen Tonausgabe ist ebenfalls einfach. Die Tasten an der Gerätefront gefallen durch eine ordentliche Haptik.

Bewertung

Bild

Die Bildqualität des SACD1000 ist insgesamt gut bis sehr gut. Bei "Gladiator" und "The Patriot" gefallen seine sehr saubere Farbwiedergabe und die komplette Abwesenheit von Farbrauschen ebenso wie die Plastizität des Bildes. Der Gesamteindruck könnte freilich noch besser sein, wenn bezüglich der Detailtreue bei feinen Mustern noch mehr geboten würde. Hier bleibt ein kleines Defizit gegenüber den Konkurrenten: Der Toshiba SD-900Eund der Pioneer DV-939Abringen hier noch mehr Feindarstellung im hochfrequenten Bildbereich ins Spiel. Als großes Plus des Philips fällt die natürliche Farbwiedergabe auf, besonders im Wiedergabemodus "natürlich" beeindruckt der Player, nomen est omen, mit einer ausgewogenen und stets passenden Farbgebung des Bildes.  

Der Kontrastumfang ist gut, kein Überstrahlungseffekt taucht auf, nur in manchen Fällen könnten feine Übergänge noch besser herausmodelliert werden. Zu loben ist die einwandfreie Bildruhe, die einen hochwertigen Player auszeichnet.  Bei den Real-Testbildern der Referenz-DVD konnten diese Leistungen bestätigt werden: So fällt beim Papageien-Testbild ebenso wie beim Früchtestillleben die sehr gute Ausdruckskraft der Farben auf. Das Rot ist leuchtend und kräftig, das Gelb tief und satt.  Die Detailtreue und der Kontrastumfang verdienen sich die Note "gut". 

Der eingebaute Video-Equalizer besitzt beim SACD1000 ein übersichtliches Angebot an Parametern. Entweder kann der Benutzer das Bild nach seinen individuellen Vorlieben bezüglich Farbe, Helligkeit und Kontrast justieren, oder aber er wählt eine vier vorprogrammierte Einstellungen, nämlich "natürlich", "weich", "warm" oder "Animation".  Die Einstellvielfalt des Video-Equalizers könnte also insgesamt noch ein wenig großzügiger ausfallen. Der Layer-Wechsel ist mit deutlichem Einfrieren des Bildes, genauso wie bei vielen Konkurrenten, noch verbesserungswürdig.

Bewertung


Ton 

Multichannel-SACD

Angeschlossen mittels sechs hochwertiger Cinch-Kabel an den Sechskanal-Eingang unserer Testverstärker (Denon AVC-A1SE Yahama DSP-AX1), waren die klanglichen Leistungen bei Verwendung des Multichannel-SACD-Standards beeindruckend. Bei der uns vorliegenden Demo-SACD, einem Movie- und Filmserien-Medley von Jerry Goldsmith-Melodien, gefiel der homogene Klangeindruck ebenso wie die weitläufige Raumwirkung. Bei der bekannten Melodie aus "Star Trek  - The Motion Picture" brillierte der SACD1000 mit einer ungeheuer großen Ausdruckskraft, die im Orchester enthaltenen Streicher stattete er mit einer vorzüglichen Transparenz aus. Nicht die geringsten tonalen Missstimmungen trübten das Hörvergnügen, dafür gefiel dem Tester der wohl dosierte, nie übertriebene Basseinsatz, der trotzdem immer mit Nachdruck erfolgte, sehr gut. Diese Beobachtungen wurden beim Auszug des Music Scores zu "Airforce One" bestätigt. Gewaltig, wuchtig und doch feinnervig, war der SACD1000 Meister des musikalischen Spagats.  Beim "Love Theme" aus dem Film "Forever Young" zeigte der Player seinen trefflichen Umgang mit feinen musikalischen Details, plastisch, exakt und mit Feingefühl erfüllte die Wiedergabe höchste Ansprüche problemlos. Große Dynamiksprünge, wie etwa bei der Musiksequenz aus der Fernsehserie "The Man from UNCLE" gab der SACD1000 mit hoher Präzision wieder. Die Blasinstrumente in der Sequenz klangen voll, sehr gut strukturiert und nie belegt, was gerade bei dieser Instrumentengattung nicht einfach zu realisieren ist. 

Herkömmliche CD

Dass im SACD1000 Wandlertechnik vom Feinsten steckt, merkt der Musikliebhaber auch beim Abspielen normaler Audio-CDs. Bei musikalischen Auszügen aus Phil Collins' Album "But Seriously" waren seine Wiedergabequalitäten schlichtweg überragend. So trug er beim Song "That's Just The Way It Is" Collins' charakteristische Stimme in allen Details in den Zuhörerraum, die Basswiedergabe erfolgt angenehm trocken und pointiert. Dies zusammen ergibt ein sehr harmonisches, natürliches Klangbild. Auch bei "Do You Remember" konnte der DVD-Spieler mit einem vollen und runden Instrumentaleinsatz punkten. Sehr zu liegen schien dem Philips auch die angewählten Tracks von Mark Knopflers CD "Sailing To Philadelphia":  Die Wiedergabe der Gitarre war so exakt und räumlich so gut positioniert, dass man Knopfler auf einer virtuellen Bühne vor sich stehen sah. Die exzellente Stimmwiedergabe bestätigt, dass der SACD1000 in dieser Disziplin Überdurchschnittliches zu leisten vermag.  So klang denn auch der Titelsong des Albums, "Sailing To Philadelphia", dynamisch und originalgetreu.

Digitalklang

Der Digitalklang des SACD1000 ist von großer Reinheit und Transparenz geprägt. Bei jedem Klangbeispiel fiel die exzellente Hochtonwiedergabe ebenso auf wie die Luftigkeit bei der Wiedergabe. Hier schließt der Philips nahtlos an die Spitzenleistungen der beiden ersten Disziplinen an.

Klang des internen Dolby Digital-Decoders

Der interne Decoder, entgegen die Datenblättern doch vorhanden, gefällt durch ein harmonisches Klangbild im Filmbetrieb, weist aber ein typisches Manko von in DVD-Playern integrierten Decodern auf: Der Antritt im Bassbereich ist nicht kraftbachtungen bei "Armageddon" und "Der Patriot". Bei Effektfeuerwerken ist die Positionierung einwandfrei, aber auch hier könnte die Präsentation mit noch mehr Nachdruck erfolgen. Bei "Freddie Mercury -The Video Collection" in Dolby Digital 5.1 gefiel der Philips mit einer homogenen Darstellung, die Herausarbeitung von Mercurys Stimme könnte allerdings noch pointierter erfolgen - so wirkt die Stimme minimal gedämpft. Gut gefiel der interne Decoder bei den "Berliner Philharmonikern - Italian Nights" unter Claudio Abbado. Der SACD1000 konnte mit einem gut abgestuften, reinen Klangbild punkten.

Fazit Ton

Man kann Philips nur Respekt zollen. Die sehr aufwändige Audiotechnik des SACD1000 bringt in der Praxis vollauf überzeugende Resultate. Der herausragende Klang im Multichannel-SACD-Betrieb , die bestechende Wiedergabe herkömmlicher Audio-CDs und der Top-Digitalton ergänzen sich zusammen mit dem ordentlichen DD-Decoder zu einem Paket der Spitzenklasse, das jeden Freund hochwertigster Wiedergabe überzeugen dürfte. 

Bewertung



Fazit

Ohne Frage - die tonalen Eigenschaften des SACD1000 sind ganz hervorragend. Der große Aufwand, den Philips beim Aufbau des Geräts trieb, trägt also seine Früchte. Der Klang in der neuen Ton-Norm SACD Multichannel ist superb, gleiches gilt für die Wiedergabequalitäten bei normalen Audio-CDs, wo der Philips mit einer sehr natürlichen, plastisch sehr überzeugenden Klangauslegung zu begeistern weiß. Beim visuellen Part trieben die Entwickler weniger Aufwand. Die Bildqualität ist trotzdem gut, hier vermag der SACD1000 aber keine Maßstäbe zu setzen und muss sich den Leadern der Klasse, dem Pioneer DV-939Aund dem Toshiba SD-900E, geschlagen geben. Dies ist eigentlich schade und auch nicht nötig, denn mit dem DVD1010 hat Philips einen DVD-Player mit exzellenten visuellen Eigenschaften im Sortiment. Dessen Videoelektronik hätte dem SACD1000 ebenfalls sehr gut zu Gesicht gestanden. Trotzdem überwiegen die positiven Eindrücke, zumal die Bildqualität keine wirklichen Schwächen aufweist. Das Laufwerk des SACD1000 gefällt ebenso wie die sehr gute Verarbeitung und das logisch strukturierte Bedienkonzept. Insgesamt ein Player für den audiophilen Liebhaber, der beim Videoteil gut auf eine Progressive Scan-Bildausgabe verzichten kann.

Schön anzusehen: Anschlussterminal des SACD100, leider ohne Progressive Scan-fähigen YUV-Ausgang

Hochwertiger DVD Video/SACD-Player mit exzellenten Audioeigenschaften


OBERKLASSE

Pro & Contra

Exzellente Audioqualitäten
Hervorragende Verarbeitung
Durchdachtes Bedienkonzept mit sehr guter Fernbedienung
Gutes Laufwerk
Keine Progressive Scan-Ausgabe
Sehr hoher Preis

Wichtige Daten

DVD-Video/SACD-Player mit SACD-Multichannel-Wiedergabe und internem Dolby Digital-Decoder
Videoausgänge: 2x SCART (Nr. 1 mit RGB), 1 x Hosiden (S-Video), 2 x Cinch (Composite)
Audioausgänge: Digital 21x optisch, 1 x koaxial, analog 2 x Cinch 2-Kanal Downmix, 1 x Sechskanal-Ausgang (SACD)
Videoequalizer mit 3 Funktionen sowie 5 vorprogrammierten Werkseinstellungen
Farbe: silbern
Maße (B x H x T): 435 x 110 x 330 mm
Preis: 3999 DM (UVP)

28. Mai 2001

Test: Carsten Rampacher

       

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