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Test: DVD-Player Philips DVD-640

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von Karsten Becker Hard- und Softwarenentwicklung

08.01.2003 (cr)

Ausstattung

Praktisch preisgleich gibt es in der Einsteigerliga der DVD-Player auf dem deutschen Markt zwei Offerten: Den bereits getesteten Panasonic DVD-RV62 für 229 EUR und den Philips DVD-640 für 229,95 EUR. Uns interessierte nun, welcher der beiden Player für den kostenbewussten Käufer die bessere Alternative ist. Gleich nach dem Auspacken sticht das nüchterne, sachliche Design des Philips ins Auge - was absolut kein Nachteil ist, denn mit seiner unauffälligen Optik lässt sich der Philips gut integrieren. Nicht ganz überzeugt hat uns die wenig hochwertige Geräte-Frontplatte - dieses Finish bieten auch weitaus preiswertere DVD-Abspieler von No-Name-Anbietern, die momentan palettenweise in den großen Elektroniksupermärkten angeboten werden. Genauso verhält es sich mit dem farblich aufdringlichen, grob auflösenden Gerätedisplay, das in dieser unbefriedigenden Ausführung der Preisklasse nicht gemäß ist. Hier also schafft es der Philips im Gegensatz zur Konkurrenz z.B. von Pioneer und Panasonic nicht, sich von den No Names abzugrenzen. Sicherlich, eine extreme Hochwertigkeit kann man auch den Einsteigermodellen von Pioneer und Panasonic nicht nachsagen, aber sie bieten wenigstens eine dem Kaufpreis absolut angemessene Anmutung. Dass Philips es weitaus besser kann, zeigen verschiedene teurere Modelle, die in ihren Preisklassen eine äußerst ansprechende Verarbeitung bieten. Die These, dass der DVD-640 nicht allzu viele Kaufanreize bietet, wird durch die mangelhafte Anschlussbestückung weiter unterstützt: Gut, die Konkurrenz von Pioneer (DV-350) bietet auch nur einen koaxialen und keinen optischen Digitalausgang, und der gleich teure Panasonic DVD-RV62 kommt nur mit einem optischen (und keinem zusätzliche koaxialen) Digitalausgang. Aber: Philips geht noch einen gewichtigen Schritt weiter und verwehrt dem Player gänzlich die Ausgabe von S-Video-Signalen. Weder gibt die Scartbuchse (wahlweise RGB oder FBAS) S-Video aus, noch gibt es einen S-Video-Hosiden-Ausgang - so viel Sparsamkeit muss nicht sein. Da helfen auch weder der kleine Video-EQ (der Anwender kann Helligkeit, Farbsättigung, Farbton und Kontrast einstellen) noch die abrufbaren, vorprogrammierten Bildfelder weiter: Ein solches Anschluss-Manko wiegt schwer. 

Zur Aufpolierung der Bilanz unseres Testgerätes taugt auch nicht die SVCD-Wiedergabe (SVCD wird von Philips als abspielbares Format aufgeführt). Bei unserer nach vcdhelp-Muster gebrannten Test-SVCD leistete sich der DVD-640 einige Bildruckler und kurze Tonaussetzer. Das kann manches Konkurrenzgerät besser, obwohl in verschiedenen Fällen die SVCD-Wiedergabe gar nicht vom Hersteller garantiert wird. Auch mit DVD-Videos kam der Philips-Player nicht immer anstandslos zurecht: Eine DVD, die sich in optisch neuwertigem Zustand befindet und in anderen zur Verfügung stehenden Playern sofort abgespielt wurde, wollte der DVD-640 erst nach mehreren, länger dauernden Einlesevorgängen wiedergeben. Bei einer anderen DVD blieb der Player beim Aufrufen des Menüs aus unerfindlichem Grunde stehen, nach kurzer Zeit aber ging der Spielbetrieb weiter. Wenigstens die MP3-Wiedergabe funktionierte bezüglich der gebotenen Abspielsicherheit anstandslos - wobei Philips, wie die Bedienungsanleitung belegt, die Fähigkeiten des eigenen Geräts anscheinend nicht ganz kennt: So ist die Tonausgabe nicht nur über den analogen, sondern auch über den digitalen Ausgang möglich, und auch Multisession-Discs gab unser Testsample komplett wieder und nicht, wie von Philips angegeben, nur die erste Session.  Das extrem schlichte MP3-Menü gibt nur stellt nur die wichtigsten Grundfunktionen dar. Auch sonst ist die MP3-Funktion nicht gerade üppig mit Features bestückt: Es gibt weder eine Zufallswiedergabe noch eine Programmierfunktion, zudem können die ersten Zeichen des Tracks, der gerade abgespielt wird, nicht im Display des DVD-Players angezeigt werden. Die Klangqualität ist in Ordnung.

Das Laufwerk verhält sich im Spielbetrieb recht leise, nur derjenige, der sich in unmittelbarer Nähe des Players aufhält, vernimmt leise Arbeitsgeräusche, die aber nicht unbedingt sehr vertrauenserweckend klingen. Während des Einlesevorgangs wird das Laufwerk etwas lauter, aber nie richtig akustisch störend. Dickes Lob an Philips: Bei unserem Testgerät war der Layerwechsel kaum noch zu bemerken. Wir hoffen, dass die Serienstreuungen nicht allzu groß sind und dieses Niveau auch bei anderen Geräten zu beobachten ist. Insgesamt erreicht der DVD-640 in der ersten Teilwertung nur ein ausreichendes Ergebnis. Die wenig hochwertige Ausführung, die spärliche Anschlussbestückung und die wechselnde Abspielsicherheit des Laufwerks verhindern ein besseres Resultat. 

Bewertung
Bedienung

Die Bedienung des Philips DVD-640 ist recht einfach - kein Wunder, denn typisch für fast alle Basisgeräte sind der Funktionsumfang des Geräts und somit auch die Einstellmöglichkeiten gering. Die Fernbedienung hat eine angenehme Größe und ist sehr übersichtlich, das Navigationskreuz ist zentral platziert. Mit befriedigender Geschwindigkeit und mit der Anzeige des gerade aktuellen Kapitels funktioniert das Kapitelspringen insgesamt ordentlich. Die On Screen Menüs sind sehr schlicht, aber dafür übersichtlich. Am Gerät selber sind nur wenige Tasten mit einem etwas wackeligen Druckpunkt angebracht. Der Philips verfügt sogar über einen richtigen Netzschalter, wenn man diesen drückt, hat man aber jedes Mal das Gefühl, er möchte am liebsten direkt in das Geräteinnere fallen. Das grob auflösende Display des DVD-640 ist wenigstens ausreichend groß.  

Bewertung
Bild


Lobenswert ist hier die hohe Gesamtbildschärfe, die zwar nicht ganz das überragende Niveau des Pioneer-Duos DV-350/DV-454 erreicht, sich aber trotz allem wirklich sehen lassen kann. Auch die Detaileinarbeitung ist gut, wenn auch nicht überdurchschnittlich. Bei weniger guter Software ist der Bildeindruck noch in Ordnung, aber nicht so harmonisch wie beim in dieser Disziplin vorbildlichen Panasonic-"Team" DVD-RV 32 und DVD-RV62. Der Philips zeigt kleine Softwarefehler deutlicher. 

Auch, was die Farbwiedergabe betrifft, muss sich der Philips den insgesamt noch sauberer darstellenden Pioneer- und Panasonic-Playern geschlagen geben. So bringt der DVD-640 die Farben zwar, wenn es aufgrund der Software angebracht ist, kräftig und satt auf den Bildschirm, die Farbreinheit könnte aber noch höher ausfallen. Der Kontrastumfang ist in Ordnung, aber auch hier bietet der DVD-640 keine überdurchschnittliche Leistung: Gerade dunklen Bildbereichen könnten sich dort befindende Gegenstände noch akzentuierter wiedergegeben werden. Die Schwarzdarstellung könnte ebenfalls noch tiefer ausfallen. Sehr gut: Die Bildruhe.  

Bewertung
Ton

Leider kann der Philips auch hier keinen Boden gut machen. Analog angeschlossen, ist der Klang im Hochtonbereich leicht belegt und etwas blechern, während die Darbietung im tieffrequenten Bereich zu dünn und emotionslos ausfällt. Der Digitalton ist insgesamt homogen und gefällig, lässt es aber an Spitzigkeit im Hochtonbereich missen. Auch wenn man von Playern dieser Preisregionen keine klanglichen Wunder erwarten darf: Das geht deutlich besser.

Bewertung

Fazit 

Der Philips DVD-640 konnte bei uns im Praxistest nicht überzeugen. Die Bildqualität geht noch in Ordnung, wenn sie auch nicht auf überdurchschnittlich gutem Niveau liegt. Aber: Die Anschlussbestückung ist entschieden zu sparsam, die Abspielsicherheit des Laufwerks, das zumindest bei unserem Testgerät für einen sehr guten Layerwechsel sorgte, zu wechselhaft. Zudem sind auch die akustischen Eigenschaften nicht dazu angetan, eine Empfehlung für dieses Modell auszusprechen. Die Verarbeitung ist ausreichend, der Philips wirkt nicht hochwertiger als viele No Name-Player. Diese sind im Vergleich zum Philips aber für die Hälfte des Geldes zu haben. Resümee: Philips weiß, wie man sehr gute DVD-Player baut - verschiedene teurere Modelle belegen dies und bieten in praktisch jeder Disziplin ein tadelloses Niveau. In der Einsteigerklasse aber bietet man mit dem DVD-640 kein wirklich empfehlenswertes Gerät an.

 Die Anschlussbestückung ist unzureichend, die Abspielsicherheit zu gering und der Preis zu hoch 

Einsteigerklasse
Test 08. Januar 2003
Preis-/Leistung:
Pro:
  • Sehr gute Bildschärfe

  • Gute MP3-Wiedergabe

  • Kaum zu bemerkender Layerwechsel

Contra:
  • Keine S-Video-Signalausgabe möglich

  • Kein optischer Digitalausgang

  • Stark wechselnde Abspielsicherheit

  • Zu hoher Kaufpreis

Technische Daten:
  • DVD Video-Player
  • Abspielformate DVD-Video, DVD-Audio, DVD-R, Video-CD, Audio-CD, CD-R/RW, MP3, SVCD
  • Video-D/A-Wandler 10 Bit/27 MHz, Audio-D/A-Wandler 96kHz/24Bit
  • Koaxialer Digitalausgang
  • 1 x Scart (RGB, Composite, kein S-Video)
  • FBAS-Anschluss
  • Abmessungen (B x H x T in cm) 43,5 x 7,1 x 23,5
  • Farbe: Silbern
  • Gewicht 2,7 kg
  • Unverbindliche Preisempfehlung 229,95 Euro (inkl. Mwst.)
Testequipment:

 

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