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Test: DVD-Player Panasonic DVD-XV10

24.01.2003 (cr)

Ausstattung

Pioneer hat den DV-550 - einen schicken Player, der zwar technisch auf den Basismodellen DV-454/DV-350 basiert, aber optisch eine Menge hermacht. Doch damit steht man nicht allein auf weiter Flur da, denn die Konkurrenz von Panasonic führt schon bald ein Jahr den 299 EUR kostenden DVD-XV10 im Programm, der sich eines ähnlichen Rezeptes bedient: Man nehme die Features eines DVD-RV32/DVD-RV62 und stecke sie in eine aufregende Designer-Hülle, und fertig ist der Edel-Player für denjenigen, der ein leicht zu handhabendes Gerät ohne viel technischen "Schnickschnack" sucht, das aber optisch zum Rolf Benz-Sofa und dem extravaganten HiFi-Rack passen soll. Daher bekommt der Käufer technisch bewährte Panasonic-Kost geboten, die mit noblem Aussehen kombiniert wird: Der DVD-XV10 bietet einige Bild-Einstellmöglichkeiten, einen Dialog Enhancer für bessere Dialog-Verständlichkeit bei leiserer Gesamtlautstärke, eine Anschlussmöglichkeit für einen aktiven Subwoofer auf der Geräterückseite (für 2.1 Anlagen). Selbstverständlich nimmt der DVD-RV62 CD-Rs, CD-RWs und MP3-CDs entgegen. Das flache Gehäuse ist ein echter Hingucker, der Player passt optisch perfekt zur TV/Media-Box der Panasonic Plasma-Schirme, wer beide Gerätschaften sein eigen nennt, kann sich über ein stimmiges Gesamtbild freuen. Im Gegensatz zu den anderen Panasonic DVD-Playern weist der DVD-XV10 ein schickes Display in hellblauer Einfärbung auf, auf der die Schrift schwarz angezeigt wird. Die mitgelieferte Fernbedienung ist bis auf eine andere Farbgebung mit dem IR-Controller von DVD-RV32 und DVD-RV62 identisch.

Die MP3-Wiedergabe ist prinzipiell gut gelungen. Nicht nur, dass es eine Zufallswiedergabe und eine Programmierfunktion zur Verfügung stehen, auch Multisession-MP3-CDs liest der Panasonic-Player ein. Eine deutlich längere Wartezeit beim Einlesevorgang sollte man allerdings einkalkulieren, wenn man eine in mehreren Sessions erstellte MP3-CD einlegt. Das MP3 On Screen Menü ist gut aufgebaut und attraktiv aufbereitet, ID3-Tags können allerdings nicht dargestellt werden. Noch besser gefallen würde uns die MP3-Wiedergabe, wenn der DVD-Player zumindest die ersten Buchstaben des Tracknamens im Display des Geräts darstellen könnte. So muss man, möchte man genau wissen, welcher Titel gerade läuft, das Bildausgabegerät bemühen. Nicht überzeugend: Im Gegensatz zum kürzlich getesteten DVD-RA62, der in dieser Disziplin voll punkten konnte, leistete sich der DVD-XV10 eine stark wechselnde Abspielsicherheit. So gab es MP3-CDs, die der Player komplett ohne Aussetzer wiedergab, bei anderen Discs hingegen waren es entschieden zu viele Störungen, um noch von einer ausreichenden Abspielsicherheit zu sprechen. Anmerkungen: Es handelte sich immer um nicht verkratzte, mit dem selben Brennprogramm (Nero 5.5) und der selben Sorte CD-Rohlinge erstellte MP3-CDs. Hier also bestätigen unsere Erfahrungen aus dem Testalltag erneut, dass es bei praktisch allen Playern aller Hersteller (es gibt nur wenige Ausnahmen, unsere Pioneer-DVD-Spieler lieferten in fast allen Fällen eine makellose MP3-Wiedergabe bezüglich der Abspielsicherheit) Serienstreuungen gibt: Mal arbeiten Testgeräte völlig ohne Schwierigkeiten, beim nächsten Testsample dann finden sich bei der Wiedergabe derselben Test-MP3-CDs unerklärliche Aussetzer, mal am Trackanfang, mal mitten im Track. Multimedial konnte zumindest unser Testgerät auch aus anderen Gründen nicht voll überzeugen, denn unsere Test-SVCDs las der schicke Player zwar ein, die von dauernden Bild- und Tonaussetzern geprägte Wiedergabe war aber nicht zumutbar. 

Das Laufwerk ist nicht allzu schnell, dafür gerade während des Abspielbetriebs sehr leise. Nur manchmal drangen aus dem Inneren des DVD-XV10 während des Einlesevorgangs bei verschiedenen Medien - besonders bei MP3-CDs -  etwas ungesund klingende Kratzgeräusche.  Bei DVDs und CDs arbeitete das Laufwerk im Testbetrieb sehr zuverlässig. Der Layerwechsel ist nicht perfekt, man stellt noch einen hörbaren Tonaussetzer und ein Stehen bleiben des Bildes fest, beides ist aber kurz genug, dass man unserer Meinung nach damit leben kann, ohne dass der Filmspass zu stark eingeschränkt wird.  

Nur das Nötigste an Anschlüssen hält die Geräterückseite, deren Bestückung absolut identisch ist mit dem DVD-RV32 und dem DVD-RV62 ist, bereit: Lediglich ein optischer Digitalausgang ist vorhanden. Hinzu kommen ein Zweikanal-Cinch-Ausgang, eine S-Video/RGB-beschaltete Scartbuchse sowie einmal FBAS-Video und eine S-Video-Hosidenbuchse. Als "Luxus" für den Aufbau einer 2.1-Anlage findet sich noch ein Ausgang zum direkten Anschluss eines aktiven Subwoofers. So erhält man für 299 EUR einen überdurchschnittlich hochwertig wirkenden Player, dessen Ausstattung aber für diesen nicht gerade niedrigen Kaufpreis etwas zu spartanisch ist. Der leider kaum noch zu bekommende DVD-RA82 bietet für seinen nur unwesentlich höher liegenden Kaufpreis, u.a.  ist er mit einer DVD Audio-Wiedergabemöglichkeit, einem DD/DTS-Decoder und einem 54 MHz/10-Bit Video-D/A-Wandler ausgestattet, ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis, wenngleich  - die subjektive Meinung des Autors  - der DVD-XV10 optisch der schönste Player aus der Panasonic-Flotte ist.  Doch leider gibt es noch einige objektive Faktoren, die ein besseres Abschneiden des DVD-XV10 in der ersten Disziplin verhindern: Auch wenn es Panasonic offiziell nicht angibt, ist es ärgerlich, dass der DVD-XV10 über keine funktionierende SVCD-Wiedergabe verfügt. Unser kürzlich getesteter DVD-RV62 hatte keinerlei Probleme mit exakt den selben SVCDs. Zusätzlich mit der wechselnden Abspielsicherheit im MP3-Betrieb ergibt sich in der ersten Wertung ein durchschnittliches Ergebnis für den DVD-XV10.

Bewertung
Bedienung

Die Bedienung des DVD-XV10 gestaltet sich wie bei den anderen von uns unter die Lupe genommenen Panasonic-Playern insgesamt einfach. Für Neueinsteiger gibt es eine Starthilfe für die wichtigsten Grundeinstellungen, leider wird die wichtige Frage nach der Bildsignalausgabe nicht berücksichtigt (RGB, S-Video oder FBAS), so muss man diese Einstellung separat vornehmen - ein echter Beinbruch ist dies aber nicht, denn die On Screen-Menüs sind attraktiv anzusehen und klar strukturiert. Selbst die verschiedenen Zusatzfunktionen sind so gut integriert, dass sie auch der Neueinsteiger rasch nutzen kann (z.B. die verschiedenen Bildfelder). Die beim DVD-XV10 anstatt in tristem Grau in attraktiverem Silber gehaltene Fernbedienung hat eine angenehme Größe, das Navigationskreuz ist sehr griffgünstig untergebracht und sehr leicht zu bedienen. Der Druckpunkt der von der Anzahl her richtig dosierten Tasten ist befriedigend, die Knöpfe wollen mit etwas Nachdruck gedrückt werden, gerade die kleinen Knöpfe für das Kapitel springen und den Suchlauf. Die Reichweite des IR-Controllers geht noch in Ordnung, könnte aber großzügiger ausfallen. Als zu klein erweisen sich die Funktionstasten auf dem oberen Teil der schicken Gerätefront. Das Kapitel springen geht in befriedigender Geschwindigkeit vor sich, hier wäre nur eine Anzeigemöglichkeit für das gerade aktuelle Kapitel wünschenswert. Die DVD/CD-Lade kommt auf Anforderung rasch herausgefahren, im Vergleich zu früheren Modellen klappt dies nun bei allen aktuellen Panasonic-Playern wesentlich schneller. Das Display mit hellblauer Grundfarbe und schwarzer, dünner Schrift darauf sieht zwar sehr elegant aus, die Ablesbarkeit könnte aber aufgrund der nicht allzu großen Darstellung und der ungewöhnlichen Kontrastverhältnisse noch besser sein.

Bewertung
 
Bild

Der Panasonic DVD-XV10 überzeugt in der Bildwertung genauso wie die "Geschwister" DVD-RV62 und DVD-RV32. Im Gegensatz zum "größeren Bruder" DVD-RA82 sind DVD-XV10, DVD-RV62 und DVD-RV32 aber lediglich mit einem 27 MHz/10-Bit Video-DAC ausgestattet. Die Vorteile des 54 MHz/10-Bit-Video D/A-Konverters des DVD-RA82 zeigen sich nur beim Anschluss via RGB - dann aber kann man an einem entsprechend hochwertigen Bildausgabegerät schon Unterschiede sehen. Feine Muster wirken noch realer, das Bild wirkt räumlich tiefer und noch eine Idee plastischer. Die Farbwiedergabe ist minimal neutraler, die Farbreinheit geringfügig höher. Diese nicht revolutionären Unterschiede sieht man aber erst, wenn man sich entsprechend Zeit nimmt und über das entsprechende Equipment verfügt. Insgesamt kann man aber mit dem Bild des DVD-XV10 sehr zufrieden sein. Bei "Gladiator" (Code 2) zeigte sich (Anschluss via Scart-RGB) ein sehr sauberes Bild, das von natürlicher, klarer, aber nie übertriebener Bildschärfe bestimmt wird. Die gefällige, stimmige Farbdarstellung und die gute Detailzeichnung beweist in Verbindung mit dem exzellenten Kontrastverhältnis, dass die Panasonic-Player der aktuellen Generation ein besonders hochwertiges und ausgewogenes Bild bieten. Dieses Urteil findet nach dem Anschauen von "Asterix und Obelix - Mission Cleopatra" weitere Bestätigung. Auch hier wiederum überzeugt der DVD-XV10 mit seiner ausgewogenen Farbgebung, die genau das wiedergibt, was auf der DVD enthalten ist - in diesem Falle sind die Farben kräftig und klar, was der Panasonic-Player sehr gut zur Geltung bringt. Auch Panorama-Bilder gefallen, denn die Bildruhe ist hoch - das manchmal zu beobachtende Phänomen, dass Bildteile, wenn sie in guter Bildschärfe dargestellt werden, zittern, fehlt hier trotz der tadellosen Bildschärfe erfreulicherweise. Sehr gut schlägt sich der Player auch bei DVDs, die aufgrund des älteren, darauf enthaltenen Ausgangsmaterials nicht die visuelle Qualität von DVDs mit aktuellen Filmen erreichen können. Die verbleibende Bildgüte ist erstaunlich hoch, was besonders gefällt: Der Kontrast ist auch bei solchen Discs sehr ausgewogen, das Bild wirkt einheitlich und wird nicht in verschiedene, unpassende Abstufungen unterteilt.

Der DVD-XV10 ist mit einem kleinen Video-Equalizer sowie vorprogrammierten Bildfeldern ausgestattet. Im einzelnen finden sich: 

  • Normalmodus (Werkseinstellung, neutrales, klares Bild mit ausgeglichenen Schärfewerten)
  • Cin: Soll sich besonders für Kinofilme eignen, bei manchen DVDs realer wirkende Kontrastverhältnisse und sehr angenehmes Bild
  • Con: Laut Panasonic soll sich dieser Modus für das Betrachten von Live-Mitschnitten, z.B. von Konzerten, eignen. In der Praxis kommt diesem Modus unserer Meinung nach keine erhöhte Bedeutung bei
  • Usermodus: Kontrast, Helligkeit und Farbsättigung sind individuell einstellbar

Insgesamt zeigt der DVD-XV10, dass er visuell in die absolute Spitzengruppe seiner Klasse gehört. Zusammen mit den Pioneer- und JVC-Playern bieten die DVD-Spieler des Hauses Panasonic gerade in der Preisklasse bis 350 EUR momentan die überzeugendesten Leistungen - denn wahre Schwächen sind diesen sehr empfehlenswerten Geräten in dieser Disziplin fremd. 

Bewertung
Ton

Hier leistet sich der DVD-XV10 ebenso wenig Ausrutscher wie der DVD-RV32 und der DVD-RV62. Ein klarer, transparenter und frisch klingender Digitalton sorgt für einen sehr guten tonalen Eindruck. Bei der CD-Darstellung mittels analogem Anschluss fällt die beachtliche klangliche Homogenität der Darbietung auf, die gesamte Akustik ist harmonisch und angenehm, so dass es Spaß macht, dem DVD-XV10 auch über einen längeren Zeitraum zuzuhören. Dabei fällt dann auch auf, dass die Detaillierung und die Transparenz ebenso die Note "gut" verdient, in Bezug auf die Preisklasse, daher auch unsere Bewertung, ist das Resultat sogar ausgezeichnet.

Bewertung
Fazit 

Der DVD-XV10 beeindruckt wie die anderen von uns getesteten Panasonic-Player mit einem sehr harmonischen, klaren Bild, einem sauberen Klang als analog angeschlossener CD-Player-Ersatz, einem hervorragenden Digitalton und einer einfachen, gut durchdachten Bedienung. Bei diesem Modell kommt noch die höchst elegante Optik und die hochwertige Verarbeitung gewinnbringend hinzu. Schade nur, dass dem Player ein besseres Testergebnis durch die bei unserem Testgerät vorhandenen Mängel bezüglich der MP3-Abspielsicherheit verwehrt bleibt. Zudem wollte unser Testsample unsere SVCD-Discs nur unter permanentem Ruckeln abspielen (zu berücksichtigen ist hier aber, dass Panasonic die SVCD-Wiedergabe nicht offiziell garantiert). Zusammen zeigt dies, dass zumindest bei unserem DVD-XV10 die multimedialen Eigenschaften noch verbessert werden könnten. Zusätzlich wäre es von Vorteil, wenn der DVD-XV10, gerade in Anbetracht seines nicht gerade niedrigen Kaufpreises, noch einen koaxialen Digitalausgang mitbringen würde, der weitaus mehr Sinn macht als der mitgelieferte Pre-Out für den Anschluss eines aktiven Subwoofers (dieser ist für den Betrieb eines 2.1-Systems mit 2 aktiven Hauptboxen und einem aktiven Sub vorgesehen, in Verbindung mit den Virtual Surround Funktionen sollen so zumindest "Surround-Anflüge" realisiert werden - in der Praxis aber ein eher lauer Kompromiss). Mit koaxialem Digital-Out und einer verbesserten MP3-Abspielsicherheit wäre der DVD-XV10 für die Fans eines exklusiven Designs und sehr guter Audio- und Video-Eigenschaften eine hervorragende Wahl.

Top-Optik und Spitzen-Bild - nur die Multimedia-Eigenschaften verlangen nach Nachbesserung

Mittelklasse
Test 24. Januar 2003
Preis-/Leistung:
Pro:
  • Hervorragendes, natürlich scharfes und farblich gefälliges Bild

  • Sehr gutes Bild auch bei nur durchschnittlicher Software

  • Für die Preisklasse tadellose D/A-Wandler

  • Lebendiger, klarer Digitalton

  • Hochwertige Optik

  • Leises Laufwerk

  • Einfache Bedienung

Contra:
  • Kein koaxialer Digitalausgang

  • Stark wechselnde Abspielsicherheit im MP3-Betrieb

  • Hoher Kaufpreis

Technische Daten:
  • DVD Video-Player
  • Abspielformate DVD-Video, DVD-R, Video-CD, Audio-CD, CD-R/RW, MP3 (auch Multisession)
  • Video-D/A-Wandler 10 Bit/27 MHz, Audio-D/A-Wandler 192kHz/24Bit
  • Optischer Digitalausgang
  • 1 x Scart (RGB, S-Video, Composite)
  • S-Video Anschluss Hosiden
  • FBAS-Anschluss
  • Abmessungen (BxHxT in cm) 43 x 5,2 x 30,0 
  • Farbe: Silber
  • Gewicht 2,9 kg
  • Unverbindliche Preisempfehlung 299 Euro (inkl. Mwst.)
Testequipment:

 

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