Test: DVD Audio-Player Panasonic
DVD-RA71

Finish, Features und
Laufwerk
Auch der Einstieg in die Klangwelten von DVD Audio wird
immer günstiger: Seit kurzer Zeit bietet Panasonic mit dem DVD-RA71
für 1499 DM ein voll ausgestattetes Gerät inklusive Dolby Digital-
und DTS-Decoder an, welches mit vielen interessanten Ausstattungsmerkmalen
aufwarten kann. Doch dazu später mehr, denn zunächst freut sich der
Neukäufer nach dem Auspacken über das tadellose Finish des
hierzulande ausschließlich in Champagner lieferbaren Players. Die
Frontblende macht einen edlen Eindruck, und auch die hinlänglich von
verschiedenen Technics- und Panasonic-Playern her bekannte und nur
leicht veränderte Fernbedienung hilft mit, den positiven Eindruck zu stützen: Ihre
Verarbeitung und Materialqualität liefert keinen Anlass zur
Klage. Diese liefert auch das schön anzusehende Geräte-Display nicht.
Auch die Anschlussbestückung ist mit zwei Scartbuchsen (Nr. 1 kann
RGB ausgeben) in Ordnung. Vermisst wird allerdings ein YUV-Ausgang, was
Projektorenbesitzer und Freunde progressiver Bildausgabe stören
dürfte.

Bis auf
einen YUV-Ausgang komplett: Die Anschlussbestückung
Freude kommt hingegen bei multimedial Interessierten
auf: Dank Twin Laser-Pickup spielt der DVD-RA71 CD-Rs und CD-RWs ab,
und nach Umbau bei Karsten Becker,
DVD Upgrades oder
ChipTech spielt der Player sogar MP3-Files ab. Da wir unser Testgerät
direkt von Panasonic bezogen haben, war diese Modifikation und ein Check der MP3-Funktion
nicht möglich. Wir werden aber in Kürze einen Kurztest dazu bringen.
Das komplett neue Laufwerk besitzt noch andere Features, denn mit den
Discs geht der Player besonders sorgfältig um: Dies soll ein
"Disc Stabilizer" ermöglichen, welcher eine akkurate
Lagerung der DVD oder CD während des Abspielbetriebs sicherstellt.
Somit soll die Abspielsicherheit steigen, auftretende Vibrationen
werden eliminiert.
Öffnet man das Gehäuse des DVD-RA71, macht sich ein wenig
Ernüchterung breit, denn so viel hochkarätige Technik wie im Vorgänger DVD-A7
oder gar im Technics DVD-A10
ist im neuen Player nicht zu finden. Aber zaubern kann eben auch Panasonic nicht, und
für Audiophile hält man daher auch weiterhin den Technics
DVD-A10 bereit. Schon das recht niedrige Gewicht von 3,5 kg (der
Vorgänger brachte noch 5,2 kg auf die Waage) dokumentiert, dass z.B.
keine so großzügig dimensionierten Trafos wie beim DVD-A10
zu finden sind. Die gesamten Video- und Audiosektionen sind einfacher
und weniger aufwändig konzipiert, ebenfalls ist das Chassis
schlichter aufgebaut. Für die meisten Ansprüche aber dürfte der
DVD-RA71 genügen, zumal er mit vielen interessanten Features
ausgeliefert wird. Zu nennen wäre da einmal die dreistufige
"Remaster-Schaltung". Diese soll den Klang herkömmlicher
Audio-CDs verbessern. Intern kommen Filter zum Einsatz, deren
Charakteristik je nach Remaster-Programm unterschiedlich ist. Allen
Remaster-Programmen gemein ist die Verdopplung der Samplingfrequenz
von 44,1 auf 88,2 kHz. Auch via Digitalausgang funktioniert die
Remaster-Schaltung, zuvor muss diese Funktion aber erst im Setup des
DVD-Players (einfach via OSD anwählbar) freigeschaltet werden. Was uns noch auffiel: Beim Anschluss via
Digi-Out waren der Subwoofer und sämtliche Einstellmöglichkeiten am
Testverstärker, dem Yahama DSP-AX1,
außer Betrieb. Für Freunde eines reinen, unverfälschten
Klanggenusses aber (besonders Klassik & Jazz) ist die Schaltung
ein echter Gewinn. Mehr dazu in der Tonwertung, hier die 3 Modi im
Überblick:
 |
Modus 1 für schnellere Musik (Bezeichnung: Ryhtm
& Pop) |
 |
Modus 2 für verschiedene Zwischentempi, diese
Betriebsart soll für besonders viele Musikarten die richtige
Einstellung sein (Bezeichnung: Jazz, Pop) |
 |
Modus 3 für langsame Musik (Bezeichnung:
Classical, Orchestra, Ballad) |
Selbstverständlich verfügt auch der DVD-RA71 über
eine "Audio Only"-Betriebsart, in der die Videosektion des
Geräts komplett abgeschaltet wird. Neben der Audio- kommt auch die
Videoausstattung nicht zu kurz: Denn es stehen sowohl vorprogrammierte
Bildfelder als auch die Möglichkeit zur Verfügung, selber Hand
anzulegen. Hier der Überblick:
Die vorprogrammierten
Bildfelder:
 |
Normalmodus |
 |
Soft-Modus, welcher sich besonders für weniger
gute Software eignen soll, da durch die Weichzeichnung des
Bildes die Video-Artefakte teilweise "glattgebügelt"
werden |
 |
Fein-Modus mit verbesserter Detailwiedergabe |
 |
Cinema-Modus, hier wird Spielfilm-Atmosphäre
durch ein Herunterregeln der Bildhelligkeit erzeugt |
Dazu kommen vielfältige
individuelle Einstellmöglichkeiten:
 |
Blockrauschfilter (Block NR, 0 bis +3, glättet
Blockrauschen) |
 |
Moskitorauschfilter (Mosquito NR, 0 bis +3, dient
zum Reduzieren des Verschmierens, das zwischen Bildteilen mit
Kontrastunterschieden besteht ) |
 |
3D-Rauschfilter (3D-NR, 0 bis +4, reduziert das
Gesamtbildrauschen) |
 |
Kontrasteinstellung (-7 bis + 7) |
 |
Helligkeitseinstellung (0 bis + 15) |
 |
Bildschärfe ( -6 bis +6) |
 |
Farbeinstellung (-7 bis +7) |
 |
Gammakorrektur (0 bis +5) |
Nettes Feature für den Heimcineasten: Der DVD-RA71 kann
sich die individuellen Bildeinstellungen für bis zu 200 Discs merken.
Wenn die gleiche DVD nochmals abgespielt wird, aktiviert der DVD-RA71
wieder die vom Benutzer gewählten Ereinstellungen. Vorsicht:
Wird vor dem Herausnehmen der DVD oder dem Ausschalten des Players in
den Normal-, Soft-, Fein- oder Cinema-Modus umgeschaltet, können die
Einstellungen nicht gespeichert werden und gehen verloren.
Das neue Laufwerk ist noch immer im
positiven Sinne typisch Panasonic: Das Laufgeräusch ist angenehm
leise und wird nie störend, so dass man durchaus auch leise Parts
einer DVD ohne Einschränkungen genießen kann. Die
Einlesegeschwindigkeit ist ordentlich, hier gibt es allerdings auch schnellere DVD-Player. Die
Fehlerkorrektur ist insgesamt sehr gut, bei
Track 20 unserer Check-DVD hakt der DVD-RA71, spielt ihn aber nach dem kurzen Stehen
bleiben ordentlich ab. Ab Track 22 mischen sich sichtbare Artefakte
ins Bild, nach kurzem Stocken ab und zu spielt der Player aber weiter
alle Tracks problemlos ab, ab Track 26 aber doch mit größeren
Problemen. Aufgeben will der Panasonic aber keinesfalls, sondern er
hangelt sich durch bis zum letzten Track, was einer abgespielten
Fehlerlänge von 4 mm entspricht. Somit schlägt er sich nicht so
grandios wie sein kleiner Bruder, der DVD-RV31,
aber immer noch besser als viele Konkurrenten. Zudem erfreute der
DVD-RA71 mit einer einwandfreien Kompatibilität, alle DVDs und CDs
wurden auf Anhieb problemlos eingelesen, einen Absturz leistete sich
der Player ebenfalls nicht. Einen halben Punkt Abzug gibt es für die
Artefaktebildungen ab Track 22.
Tadelloses Ergebnis in der ersten Disziplin: Sehr gute Verarbeitung, ein großzügiges Ausstattungspaket inklusive eines
umfangreichen Videoequalizers sichern dem DVD-RA71 sechs Sterne. Mehr
kann man für 1499 DM nicht erwarten, wenn auch mancher Heimcineast
gern noch einen YUV-Out hätte.
Bedienung
Das Menü des Panasonic DVD-RA71 ist, wie von
Panasonic-Playern her gewohnt, optisch ansprechend gestaltet und
gefällt mit sehr einfacher und übersichtlicher Bedienung, inklusive
des kompletten Set-Ups für den internen Decoder. Wer sich
einmal kurz mit den Symbolen des OSDs vertraut gemacht hat, kann den
DVD-RA71 problemlos bedienen, zumal bei den verschiedenen
Einstellparametern des Videoequalizers auch noch die jeweilige
Bezeichnung (z.B. "Kontrast") zusätzlich zum Symbol
auftaucht. Tadellos klappt das Zusammenspiel mit der ergonomisch griffigen Fernbedienung, die schon vom längst nicht mehr
produzierten DVD-A350 und vom DVD-A360 und vom Vorgänger DVD-A7
her bestens bekannt ist - immer noch einer der besten IR-Controller am
Markt. Verändert wurde dieser aber doch ein wenig, so dass nun keine Klappe mehr für die
weniger oft benötigten Funktionen vorhanden ist.

Bewährt
und gut, nur diesmal ohne Klappe: Die Fernbedienung des DVD-RA71
Der Druckpunkt aller Tasten, ob an der Fernbedienung
oder am Gerät selber, gefällt mit exakter Definition und einem
angenehmen Druckgefühl. Das schon
erwähnte hochwertige Display mit sehr schön anzusehender Auflösung
zeigt alle wesentlichen Informationen an, beispielsweise werden auch
die verschiedenen Remaster-Modi angezeigt. Die DVD-Lade kommt nach dem Drücken der
Auswurf-Taste schnell heraus.
Bild
Mit dem gebotenen Bild kann man äußerst
zufrieden sein, denn in allen Teildisziplinen vermag der DVD-RA71 mit
tadellosen Leistungen zu glänzen: So bot er bei The Rock - Special Edition in den dunkeln Szenen einen hervorragenden Kontrastumfang, der
für eine sehr reale Darstellung sorgte und kein Detail in der
Dunkelheit verschwinden ließ. Auch die Bildschärfe und die
Farbwiedergabe waren gelungen: So kann das Bild durch ein gezieltes Aufdrehen
des Schärfereglers (+1 oder +2) noch minimal an Gesamtbildschärfe
und Detailtreue zulegen. Hilfreich wäre allerdings eine Funktion, die
der Pioneer DV-737 in den
Einstellmöglichkeiten des Videoequalizers bietet: Hier kann der
Benutzer anwählen, ob er nur die Detailtreue im hochfrequenten
Bildbereich verändern möchte, oder ob
der die Gesamtbildschärfe aller Frequenzbereiche erhöhen will. Bei
sehr gut detaillierten und scharfen DVDs kann man durch eine, je nach
den Softwarevoraussetzungen, unterschiedlich dosierte Anwendung beider
Regler einen beinahe optimalen Bildeindruck erzielen.
Für Freunde des "Kino-Feelings"
empfiehlt sich die "Cinema"-Modus mit sehr natürlich
wirkendem Schwarz und einer auf ein sehr angenehmes Maß gedämpften Bildhelligkeit. Gerade
bei "The Rock" sieht ein auch nur minimal zu helles Bild
wirklich nicht überzeugend aus. Nachteil gegenüber dem individuellen
Einstellen der Bildparameter mit leichter Betonung der
Gesamtbildschärfe: Die Bildschärfe ist geringer, was man in einigen
Szenen sieht. Pluspunkt für den DVD-RA71: Auch mit aufgrund des
Alters des Masters weniger perfekter Software kommt er prima zurecht.
So überzeugte er bei Top Gun
mit einer natürlichen Farbwiedergabe und einem harmonischen Bild.
Bei den 16:9-Realtestbildern der BUROSCH-Referenz-DVD
bestätigen sich die vielen positiven Eindrücke: So stellt der
Panasonic das Testbild mit den Papageien in exzellenter Farbgebung und
absolut sauberer Farbdekompression dar. Beim Testbild mit dem
Heißluftballon zeichnet der Player die Farbverläufe angenehm exakt,
kein Verfließen ist zu beobachten. Die Bildschärfe ist ebenso ohne Fehl und Tadel,
dies zeigt sich beispielsweise beim Testbild mit den Skyscrapern oder
bei der fein gezeichneten Haut des hübschen schwarzen Mädchens. Sehr hoch ist die Sauberkeit und die Ruhe der
Kanten, was leider bei manchen Playern noch immer ein Problem
darstellt. Fazit: Schon in der Werkseinstellung bietet der Panasonic
ein Bild, das aufgrund seiner harmonischen, minimal weichen Auslegung
den Geschmack vieler Heimkinofreunde treffen dürfte.
Wer es schärfer
mag, bedient sich des Schärfereglers, mit dem sich das Plus an
Bildschärfe gut dosieren lässt und eine bessere Bildqualität bereit
gestellt wird als bei der manchmal leicht digitalisiert wirkende
Bildwiedergabe in der "Fine"-Bildeinstellung
(vorprogrammiertes Bildfeld). Prima funktioniert die
fünfstufige Gammakorrektur, was besonders Projektorenbesitzer freuen
dürfte. Gegenüber dem Vorgänger ist das Bild des DVD-RA71 in allen
Belangen den berühmten Tick besser: Nicht Revolution, sondern
Evolution, etwas schärfer, etwas kontrastreicher und etwas
detailtreuer. Nichts mehr zu verbessern gab es bei der
Farbdekompression und der Natürlichkeit der Farbgebung. Hier war
schon der DVD-A7
vorbildlich.
Ton
DVD Audio
DVD Audio- Der
Anschluss
DVD-Audio oder die Renaissance der
Cinch-Kabel: Hochwertige Cinch-Kabel sind - zumindest vorerst - wieder
gefragt. 192 kHz/24 Bit-Aufnahmen oder Musikstücke, die in 96 kHz/24
Bit-Fünfkanaltechnik aufgenommen werden, können beim Anschluss des
Players via optischem oder koaxialem Digitalkabel nicht entsprechend
wiedergegeben werden, denn: Das Maximale, was über ein optisches oder
koaxiales Digitalkabel übertragen werden kann (mehr ist erst via
IEEE1394 drin), ist 96 kHz/24 Bit-Zweikanal. Und auch das setzt
voraus, dass der Verstärker oder Receiver dann echte 96 kHz/24
Bit-Digital/Analogwandler besitzt. Wer also höchste Klangqualität
bei DVD Audio genießen möchte, schließt seinen DVD Audio-Player mit
denen schon vom Anschluss eines DVD-Player-internen Decoders her
bekannten sechs einzelnen Cinch-Kabeln an einen Verstärker/Receiver
mit 5.1-Eingang an. Und dieser Eingang am Verstärker/Receiver sollte
100 kHz-tauglich sein, um auf die 192 kHz Abtastfrequenz bei DVD
Audio-Aufnahmen vorbereitet zu sein.
Wie sind die 100 kHz-Tauglichkeit und die
192 kHz Abtastfrequenz in Einklang zu bringen? Des Rätsels Lösung
liegt im Zusammenhang zwischen Abtast- und Nutzsignal: Nach dem
Abtasttheorem des Mathematikers Shannon kann man mit einer bestimmten
Abtastfrequenz höchstens ein Nutzsignal codieren, das keine höheren
Anteile als die Hälfte der Abtastfrequenz in sich trägt - sonst
treten schwerwiegende Fehler auf: Im Falle einer 192kHz-Aufzeichnung
heißt das, dass fehlerlos Tonfrequenzen mit maximal 192:2, also mit
96 kHz, wiedergegeben werden können, die dann via Cinch in den
Analogeingang des Receivers hineinströmen. Somit sind Verstärker/Receiver
mit 100 kHz-tauglichen Eingang für alle DVD Audio-Formate geeignet.
Wer mehr wissen will, schaut in unser DVD Audio
Special.
DVD Audio - Der
Klang
Hier konnte der DVD-RA71 in Anbetracht
seines fairen Preises vollauf überzeugen. Bei Beethovens
Symphonie Nr. 3 (Teldec DVD Audio, 96 kHz 24 Bit 6-Kanal) gefiel er
mit einer homogenen Klangwiedergabe, die, mit guter Detaillierung
gepaart, für einen erfreulichen Gesamteindruck sorgt. Der Hochtonbereich präsentiert sich fein
abgestuft, aber im Vergleich zu deutlich teueren DVD Audio-Playern
wie zum Beispiel dem Denon DVD-3300
oder dem Technics DVD-A10
klingt der DVD-RA71 im Hochtonbereich nicht ganz so luftig, sondern
angestrengter, was den Eindruck einer makellosen Dynamik, den die
beiden genannten DVD Audio-Player der Perfektion nahe herüberbringen,
minimal schmälert. Beim Stück "Deep
Waters" der Formation "Incognito" auf der Technics
Hybrid-DVD "Jazz Festival Hamburg 1999" im 192 kHz 24 Bit-Zweikanal-Format
zeigt der DVD-RA71, dass er durchaus in der Lage zu einer prägnanten,
exakten Stimmwiedergabe ist. Nur beim natürlich-impulsiven Charakter,
den hier der deutlich teurere Technics
DVD-A10 an den Tag legt, muss der Musikfreund hier kleine
Abstriche machen. Die gebotene Gesamtharmonie ist aber ohne Fehl und
Tadel, so dass das Gros der Musikliebhaber mit dem Gebotenen sehr
zufrieden sein kann.
Bei der Wiedergabe normaler CDs, besonders
mit klassischer Musik, kann der DVD-RA71 mit seiner Remaster-Schaltung
auftrumpfen. Diese sorgt für eine glasklare, aber niemals aggressive
Höhenwiedergabe. Verblüffend ist, wie detailgetreu der Player
Mendelssohns fünf Symphonien wiedergibt, wie exakt die Betonung der
einzelnen Instrumente ist. Trotzdem ist die gebotene Gesamtharmonie
tadellos.
Der integrierte Dolby Digital-/DTS-Decoder
Der integrierte Dolby Digital- und
DTS-Decoder gefiel im Test durch ein prima Leistungsprofil. Auch wenn
er eigentlich eher als zusätzliche Dreingabe und nicht als
Hauptkaufgrund-Feature angesehen werden sollte - der Käufer des
DVD-RA71 wird in fast allen Fällen schon über einen ordentlichen
AV-Verstärker oder AV-Receiver verfügen - ist die Qualität absolut tadellos. Unterschiede gegenüber guten AV-Receivern lassen
sich naturgemäß in der Klanghomogenität und im Bassvolumen
ausmachen, hier kann der Decoder erwartungsgemäß nicht mithalten.
Aber was er zu leisten vermag, erreicht locker das Niveau eines
manchen Receivers der 800 DM-Preisklasse. Die Dynamik der The Rock - Special Editionwar überraschend gut, auch die Auflösung im Hochtonbereich
konnte ebenso überzeugen wie die exakte Effektpositionierung. Mit der
wuchtigen Abmischung von Air Force One - Special
Edition kam der Panasonic ebenfalls gut zurecht, auch wenn
bei den spektakulären Luftverfolgungsjagden, in deren Verlauf die
Präsidenten-Maschine von F-15-Jägern eskortiert wird, gegenüber einer
ausgewachsenen AV-Zentrale wie dem Yahama
DSP-AX1 schon sehr deutliche Unterschiede hervortreten. Eine
Vergleichbarkeit mit einem solchen Gerät sollte man aber der Fairness
halber auch keinem internen Decoder zumuten. Der ordentliche
Eindruck gilt auch für die DTS-Wiedergabe. So brachte der Player
beim Auszug aus U-571 auf der 5. DTS-Demo-DVD Beachtliches zustande
und füllte die heftigen Unterwasserexplosionen mit befriedigendem
Bassvolumen an. Bei der Gladiator-Szene auf der selben DVD war es
erstaunlich, wie exakt und sauber der DVD-RA71 die Effekte
positionierte. Dieser Eindruck bestätigte sich auch in der
Filmsequenz aus "The Lost World".
Der Digitalklang
Mit natürlicher Luftigkeit und einer
feinen, exakten
Darstellung, unabhängig vom abgespielten Medium, spielt der Player
auch digital angeschlossen seine sehr guten akustischen Qualitäten
aus, die sich auch in einem reinen, von Störgeräuschen unbeeinflussten Klangbild zeigen.
Fazit
Der Panasonic DVD-RA71 lehrt der Konkurrenz in vielen Punkten das
Fürchten, denn es ist nicht leicht, in diesem überzeugenden Package
wirkliche Schwachstellen ausfindig zu machen: Natürlich, es gibt
Player mit noch schärferem Bild, einer noch brillanteren DVD
Audio-Wiedergabe und einer noch gediegeneren Verarbeitung - aber die
kosten keine 1499 DM, sondern sind in ganz anderen Preisklassen zu
Hause. Für sein Geld bietet der Panasonic ein Optimum an Ausstattung,
Bedienkomfort sowie Bild- und Tonqualität. Der tägliche Umgang mit
dem Gerät macht viel Freude, denn er ist von Problemlosigkeit in
jeder Hinsicht geprägt: Das Laufwerk las
in unserem Test jede DVD und CD problemlos ein, die Menüs sind klar verständlich,
die Fernbedienung ergonomisch. Überraschungen gibt es nur in
positiver Hinsicht: So ist beeindruckend, was der DVD-RA71 auch aus
weniger guten DVDs visuell herausholt, und sein Klang bei Audio-CDs
gefällt ebenfalls immer wieder aufs Neue.
Premium-Leistungen
zum Mittelklasse-Preis

OBERE MITTELKLASSE
Pro & Contra
 |
Exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis
hinsichtlich Bild- und Tonqualität |
 |
Hervorragende Verarbeitung |
 |
Sehr gute Ausstattung und einfache
Bedienung |
 |
Ergonomische Fernbedienung |
 |
Sehr schnelles und leises Laufwerk |
 |
Kein YUV-Ausgang |
Technische Daten
 |
DVD Audio/Video-Player mit Dolby
Digital-/DTS-Decoder |
 |
Videoausgänge: 2x SCART (Nr. 1 mit RGB), 1 x Hosiden (S-Video),
2 x Cinch
(Composite) |
 |
Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 1 x koaxial, 1 x
Sechskanal-Out
analog:: 1 x Cinch 2-Kanal Downmix |
 |
Umfangreich ausgestatteter Videoequalizer mit
werksseitig
programmierten Bildfeldern und individuell justierbaren Parametern |
 |
Speichermöglichkeit der individuellen
Bildeinstellungsparameter für bis zu 200 DVDs |
 |
Remaster-Schaltung mit 3 wählbaren
Kennfeldern |
 |
Farbe: Champagner |
 |
Maße (B x H x T): 43 x 26,5 x 9,9 cm |
 |
Gewicht: 3,5 kg |
 |
Preis: 1499 DM (UVP) |
23. Juli 2001
Test: Carsten Rampacher
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