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Test: Panasonic DVD-RA61

22.11.2001 (cr)

Finish, Features und Laufwerk

DVD Audio- und DVD-Video-Wiedergabe, Dolby Digital- und DTS-Decoder, CD-RW, CD-R- und MP3-CD-Abspielmöglichkeit, dazu ein hochwertiger 54 MHz/10-Bit Video D/A-Wandler, eine tadellose Verarbeitung - das klingt nach einem interessanten Gerät, bei dem man, auch wenn die Preise für exzellent ausgestattete Universalplayer deutlich gesunken sind, einen Preis von rund 1500 DM vermuten könnte. Könnte. Denn die Realität sieht anders aus: Knapp 1000 DM kostet der in silberner oder schwarzer Ausführung lieferbare Panasonic DVD-RA61, der zumindest dem Datenblatt nach die Konkurrenz das Fürchten lehrt. Mehr Ausstattung für weniger Geld gibt es nirgendwo, und es fällt schwer, noch echte Ausstattungslücken nachzuweisen. Die einzige, die spontan auffällt, betrifft den fehlenden koaxialen Digitalausgang, was man angesichts des Kaufpreises aber gern verzeiht. Denn ansonsten führte nirgendwo sichtbar der Rotstift Regie: Die Verarbeitung ist kaum weniger hochwertig als beim 500 DM teureren Panasonic DVD-RA71, wenngleich beim DVD-RA61 die Frontplatte aus Kunststoff besteht. Großzügig spendierte man dem Gerät bei Panasonic auch ein praktisches Shuttlerad auf der Frontplatte, und die mitgelieferte, sehr ordentliche Fernbedienung ist alles andere als ein windiges Provisorium, das nur danach ruft, durch eine Pronto oder ähnliches ersetzt zu werden. 

Herausragend sind die schnellen Ladezeiten des leisen Laufwerks, und dies bei allen Medien, die der DVD-RA61 abspielt: So waren auch die Test-MP3-CDs rasch geladen. Die Tonqualität der Wiedergabe ist ohne Fehl und Tadel, Ton-Aussetzer sind praktisch nie zu hören. Diese hört man dafür permanent bei der Wiedergabe von SVCDs, und das Bild ruckelt entweder dauernd oder bleibt gleich ganz stehen - Fazit: SVCD-Wiedergabe nicht möglich. Hier sollte sich Panasonic ein Beispiel an der Konkurrenz nehmen (JVC, Pioneer), die völlig ohne Probleme die SVCDs (gebrannt nach vcdhelp-Muster) abspielen. Beim Abspielen unserer Fehlerkorrektur-Check-DVD beweist der DVD-RA61 sein Können und zeigt bis Track 25 keinerlei Artefakte.  Bies Track 29 kommt er, zuletzt zwar mit deutlicher Artefaktebildung, das ändert aber nichts am erstklassigen Ergebnis. 

Bewertung Fehlerkorrektur/Laufwerk 

Hervorragend: Günstiger Kaufpreis, komplette Ausstattung und ein tadelloses Finish. Da kann man nur gratulieren und sechs Sterne vergeben, denn mehr kann man für 1000 DM kaum noch bieten. 

Bewertung

 

Bedienung

Die gesamte Bedienung gestaltet sich Panasonic-typisch einfach und problemlos, nett sind die Menüs anzusehen, die Fernbedienung liegt tadellos in der Hand, alle Tasten haben einen klar definierten Druckpunkt. Wünschenswert wäre einzig und allein noch eine Beleuchtung der wichtigsten Funktionstasten. Kritik gibt es für die MP3-Wiedergabefunktion: So ist zwar ein Spulen innerhalb der Tracks möglich, aber ein richtiges Bildschirmmenü wie bei einigen Konkurrenten beispielsweise von Pioneer, Grundig oder JVC gibt es nicht. Das ist vor allem dann von Nachteil, wenn man sich den Hauptvorteil der MP3-Datenkompression, den geringen Speicherplatz pro Track, zunutze macht und richtig viele Titel auf eine CD brennt. Immer wieder hübsch anzusehen und sehr informativ: Das gelungene Display. 

Bewertung
Bild

Die visuellen Qualitäten sind tadellos, so ist beispielsweise die Farbwiedergabe, wie von Panasonic-Geräten gewohnt, überragend, natürlich, mit einem sehr angenehmen, minimal warmen Einschlag. Besonders Brauntöne und Braun-Rot-Farbgebungen werden sehr stimmig wiedergegeben. Hier bietet der DVD-RA61 ein Top-Niveau, das auch von der tadellosen Schwarzwiedergabe untermauert wird, die in etwa auf gleichem, sehr erfreulichen Niveau wie bei den Pioneer-Playern DV-444 und DV-545 sowie dem Harman Kardon DVD20 liegt. Nur die Kontrahenten von JVC (XV-SA72) und Sony DVP-NS900V/DVP-NS700V) bieten hier nochmals mehr.  Dazu sind die Farbverläufe, wie sich bei den Real-Testbildern der DVD-Discovery zeigt, exakt gezeichnet. Die Bildharmonie also ist hoch, bei weniger guter Software wird immer noch enorm viel geboten. Was die Bildqualität bei nicht perfekten DVDs anbetrifft, so scheint es nach dem ersten längeren Eindruck, muss sich der DVD-RA61 nur knapp dem JVC XV-SA72 geschlagen geben, der selbst bei Software mit höchstens durchschnittlichen visuellen Qualitäten noch ein erstaunlich gutes Bild auf das Bildausgabegerät zauberte. Die Bildschärfe ist sehr gut, hier hält der Panasonic aber einen kleinen Respektabstand zum in dieser Disziplin herausragenden Pioneer-Duo DV-444 und DV-545, die beide bei hervorragender Software das schärfste und auch detailreichste Bild bieten, kann aber auf der anderen Seite den Konkurrenten von JVC mit seiner etwas höheren Gesamtbildschärfe auf Distanz halten. Erstaunlich ist insgesamt dass sich der DVD-RA61 nach den ersten Testläufen ohne Probleme mit dem "größeren Bruder" messen kann: Wie der DVD-RA71 bietet auch der DVD-RA61 visuelle Qualitäten auf hohem Niveau. Mit dabei ist auch ein Videoequalizer, dessen Funktionsumfang gegenüber dem Panasonic DVD-RA71  aber etwas abgespeckt ist. Beim DVD-RA61 kann eingestellt werden:

  • Kontrasteinstellung (-7 bis + 7)
  • Helligkeitseinstellung (0 bis + 15)
  • Bildschärfe ( -6 bis +6)
  • Farbeinstellung (-7 bis +7)

Dazu kommt als werksseitig vorprogrammiertes Bildfeld der helligkeitsreduzierte Cinema-Modus (soll bei Spielfilmen ein angenehmeres Bild sicherstellen). Erfreulich ist, dass es an der Funktionsweise nichts auszusetzen gibt, im Gegenteil. Die Einstellmöglichkeiten sind durchaus dazu angetan, das Bild noch dem persönlichen Geschmack sichtbar anzupassen beziehungsweise kleine Softwareschwächen auszubügeln oder Softwarestärken wie beispielsweise ein sehr kontrastreiches oder scharfes Bild, zu betonen. Bei der Bildschärfe allerdings legt der Panasonic auch bei aufgedrehtem Schärferegler die Betonung immer noch auf die visuelle Gesamtharmonie - es gibt Konkurrenten, die noch mehr Schärfe zeigen. Ordentlich managt der DVD-RA61 den Layerwechsel, nur kurz bleibt das Bild stehen, der Tonaussetzer ist ebenfalls nur von kurzer Dauer.

Bewertung

 

Ton

Im DVD Audio-Betrieb bietet der DVD-RA61 für seinen günstigen Kaufpreis sehr gute Leistungen, die die meisten Musikliebhaber vollauf zufrieden stellen dürfte. Hier bestehen allerdings doch Unterschiede zur teureren Konkurrenz: So harmonisch und homogen wie der aber auch mehr doppelt so teure Yamaha DVD-S1200 klingt der Player bei Dvoraks "Symphony Nr 9 - From The New World" (96 kHz/20-Bit Fünfkanal) nicht, was man dem Panasonic aber gern verzeiht, denn die gebotene klangliche Harmonie ist noch immer sehr gut.  Unterschiede in der Prägnanz der Darstellung sind ebenfalls auszumachen: Hier findet der DVD-RA61 seinen Meister im Denon DVD-1600, der eine unglaublich klare, pointierte Vorstellung abliefert. Gerade das Herausmodellieren feiner Details, für sich betrachtet tadellos, gelingt dem Panasonic DVD-RA61 nicht mit der selben Präzision, das Ergebnis wirkt minimal verwaschener, kleine Zwischentöne werden nicht so plastisch herausgearbeitet - dies zeigt sich auch bei Beethovens Symphonie Nr.3 (96 kHz/25-Bit Sechskanal), inzwischen bei uns schon ein Klassiker, wegen der sehr guten akustischen Qualitäten aber immer wieder gern genommen. Aber auch zwischen Denon und Panasonic besteht ein deutlicher Preisunterschied, und, das muss man auch bedenken, was die Videosektion angeht, sind Denon und Panasonic praktisch baugleich - wieder ist der Tester erstaunt, was der DVD-RA61 für seinen günstigen Einstiegspreis alles bietet. Trotzdem: Wer viel Wert auf eine brilllante DVD Aduio-Wiedergabe legt, sollte sich den Denon oder den Yamaha anhören, die beide zeigen, was für 1600 bis 2000 DM machbar ist, auch wenn die Basistechnik dieselbe ist. Aber gerade beim DVD Audio- und CD-Klang kommt es auch auf das "Feintuning" an. 

Bei der Darstellung von Claude Debussys "Clair de Lune", auf einem Panasonic DVD Audio Demo-Sampler in 192 kHz/24-Bit Qualität vorliegend, konnte der DVD-RA61 mit guten Leistungen aufwarten: Das komplette Klangverhalten des Pianos ist ordentlich detailliert, die transparenten, glasklaren höherfrequenten Töne bringt der Panasonic aber nicht so feinfühlig zum Ausdruck wie die preislich darüber liegende Konkurrenz. Hier wäre wieder der Denon DVD-1600 zu nennen, der mit seiner unglaublich natürlichen Wiedergabe der Anschlagdynamik des Steinway-Flügels, auf dem Pianist Satsuki Kobayashi am 7. April 1999 in der Sumida Triphony Hall in Japan Debussys berühmtes Stück darbot, ebenso begeistern kann wie der minimal wärmer ausgelegte Yamaha DVD-S1200. Diese beiden DVD Audio-Player basieren zwar technisch auf Panasonic-Komponenten, doch umsonst sind die zwei DVD Universal-Spieler nicht deutlich teurer auch als der DVD-RA71: Was diese beiden Player bieten, ist Extraklasse, ob man eher die noch harmonischere Darstellung des Yamaha oder die nochmals frischere und klarere Darbietung des Denon vorzieht, ist Geschmackssache. Doch setzt das Erkennen von Unterschieden umfangreiches Probehören voraus, und auch dieses Probe hören stellt heraus, dass das, was der DVD-RA61 klanglich bietet, vielleicht nicht an das extrem hohe Niveau des Denon und des Yamaha heranreicht, aber für 1000 (!) DM ganz hervorragend ist, sogar eine "Audio Only"-Funktion ist vorhanden, auch wenn sie das Hörvergnügen nicht entscheidend beeinflussen konnte. Wer noch mehr möchte, aber nicht bereit ist, dafür gleich fünfhundert Mark zusätzlich zu investieren, kann sich noch den höchst lebendig und detailliert aufspielenden JVC XV-SA72 anhören, der für knapp 1200 DM schon ein erstaunlich komplettes und exaktes Klangbild offeriert. Tadellose Leistungen zeigte der interne DD/DTS-Decoder des DVD-RA61, der sich mit einer sehr gut aufgebauten Surround-Klangkulisse und einer guten Transparenz auszeichnen konnte. Seine Fähigkeiten stellte er beim Abspielen der 5. DTS Demo DVD sehr gut zur Schau: So war die Wiedergabe dynamisch, der Bassbereich wies ein voll befriedigendes Volumen auf, und die Effektpositionierung war hervorragend. So kann der interne Decoder auch gut als kurz- bis mittelfristiger Ersatz dienen, sollte noch kein AV-Receiver oder -Verstärker beim Kauf des DVD-RA61 im Haus sein. Bei der Wiedergabe von Audio-CDs bietet der DVD-RA61 ordentliche Leistungen. Die klangliche Homogenität ist gut, wenngleich sich der anspruchsvolle Musikhörer mehr Frische und Lebendigkeit wünschen würde. Dieses Manko fällt aber erst im Vergleich mit den teureren Universalplayer-Konkurrenten hörbar auf. Aus der selben Preisklasse bietet nur der DV-545 von Pioneer und der Harman Kardon DVD20, beides reine DVD Video-Player, einen besseren Klang bei Audio-CDs: So klingt der Pioneer-Player spritziger und detaillierter, er arbeitet kleine musikalische Details prägnanter heraus,  ähnliches gilt für den Harman Kardon DVD20, der ebenfalls mit viel Esprit in unserem Test aufspielte.

Bewertung

 

Fazit

Panasonic ist mit dem DVD-RA61 zweifellos ein großer Wurf gelungen.  Zusammen mit dem Pioneer DV-545 und dem Harman Kardon DVD20 markiert er momentan eindeutig die Klassenspitze aller Player bis 1000 DM. Interessant ist aber, wie verschieden die jeweiligen Geräte ausgelegt sind. Während HK und Pioneer bei herkömmlichen Audio-CDs einen exzellenten Klang bieten, überragt der Panasonic beide Geräte mit seiner schon fast verschwenderischen Ausstattung. Hier ist einfach alles drin und dran, was man in ein 1000 DM-Player hineinstecken kann, insbesondere natürlich die DVD Audio-Wiedergabe. Diese ist auch gut gelungen, vor allem in Anbetracht des Kaufpreises. Unterschiede, die vor allem die Transparenz, die Detaillierung und die Lebendigkeit betreffen, werden erst im direkten Hörvergleich mit der teureren Konkurrenz bemerkbar.  Der interne Decoder überzeugt mit guten klanglichen Eigenschaften. Visuell bietet der Panasonic ein sehr ausgewogenes Bild, das bei Top-Software aber nicht ganz an die Schärfewerte des Konkurrenten von Pioneer heranreicht. Dafür bieten Panasonic und der HK ein harmonischeres Bild bei weniger guten DVDs, wenngleich die aktuelle Pioneer-Generation hier auch ordentliche Ergebnisse erzielt.  Hervorragend ist auch beim DVD-RA61 das leise, schnelle und akkurat arbeitende Laufwerk, das in jeder Disziplin überzeugen kann und eine referenzverdächtige Fehlerkorrektur bietet. Nicht ganz zufrieden kann man mit der der MP3-Ausstattung sein: Denn hier wird ein Bildschirmmenü vermisst. Alles in allem aber ist der Panasonic nicht nur ein sehr guter DVD-Player, sondern ein ganz heißer Kauftipp in der Preisklasse bis 1000 DM.

Sehr harmonisches Bild und Vollausstattung zum konkurrenzlosen Preis

Obere Mittelklasse
Pro:
  • Sehr harmonisches Bild

  • Überragendes Preis-/Leistungsverhältnis

  • Sehr gute Ausstattung

  • Gute Verarbeitung

  • Übersichtliche Bedienung

Contra:
  • Kein MP3-Menü und 

  • Keine SVCD-Wiedergabe

 

Die Ausstattung und Technik:
  • DVD Audio-/Video-Player mit integriertem DD- und DTS-Decoder
  • 24-Bit/192-kHz-D/A-Wandler für alle Kanäle
  • 10-Bit / 54-MHz-Video-D/A-Wandler 
  • Audio Only-Funktion (Videosektion wird abgeschaltet)
  • MP3-Wiedergabe
  • Cinema-Voice-Modus
  • Virtual-Surround-Funktionen (für 2 Lautsprecher-Betrieb oder Kopfhörer)
  • MP3-CD/CD-R/CD-RW-Wiedergabemöglichkeit
  • Regelbarer Kopfhörerausgang
  • 2 SCART-Buchsen (1x mit RGB- oder S-Video-Ausgabemöglichkeit)
  • Optischer Digitalausgang für PCM, Dolby Digital, MPEG und DTS
  • Analog-Stereo-Ausgang
  • 2 FBAS (Composite)-Video-Ausgänge
  • 5.1-Kanalausgang (für Multikanal-DVD-Audio, DTS, Dolby Digital)
  • Hosiden (S-Video)-Buchse
  • In Silbern und Schwarz erhältlich
  • Verkaufspreis: 499 € (975,76 DM)

 

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