Test: AV-Receiver Onkyo TX-SR700

Ausstattung
Für knapp 1150 EUR kann man vollwertige, für den Mehrkanal-Musik-,
den Heimkino- und den Stereo-Betrieb gleichermaßen geeignete AV-Receiver erwerben, wie
beispielsweise den Onkyo TX-SR700 für 1149 EUR, der von uns bei unserer großen
Test-Session im Studio unseres Kooperationspartners HiFi-Regler
genau unter die Lupe genommen wurde. Bereits der
TX-SR600 konnte uns im Testbetrieb überzeugen, vor allem die für seine
Preisklasse (799 EUR UVP) hervorragende Musikalität fiel uns positiv auf.
Sowohl im Mehrkanal-Musik- als auch im Stereo-Betrieb begeisterten uns die
Feinfühligkeit und die Brillanz, mit der der Onkyo zu Werke ging. So waren wir
natürlich sehr gespannt, wie sich der deutlich teurere - 350 EUR mehr gehen
über die Ladentheke, greift man zum TX-SR700 - AV-Receiver im Praxistest
schlägt.
Der erste Eindruck ist typisch Onkyo: Nach dem Auspacken sticht die
exzellente, einen langlebigen Eindruck machende Verarbeitung ins Auge, der
günstigere TX-SR600 ist aber ebenso erstklassig verarbeitet. Beide Geräte
glänzen mit einer gebürsteten Frontplatte aus edlem Aluminium. Gerade in dieser
Disziplin zeigt Onkyo vielen Konkurrenten immer wieder, wie viel Eleganz und
Hochwertigkeit auch in "normaleren" preislichen Regionen geboten
werden können. - eine Alu-Front haben viele andere AV-Receiver dieser
Preisklassen auch, aber manchmal wirkt der Eindruck, den man vom verwendeten
Material hat, von der Haptik und Optik her eher wie
Kunststoff. Sehr gut gefiel uns auch beim TX-SR700 das großflächige,
fein auflösende DOT-Matrix-Display, bei der silberfarbenen Ausführung leuchtet
es bernsteinfarben, beim schwarzen AV-Receiver in grün. Den
überdurchschnittlichen Gesamteindruck unterstützt auch die tadellose mitgelieferte Fernbedienung im
gewohnten Design des Onkyo Line-Ups. Zur einfacheren Justage liefert Onkyo auch
ein On Screen Display (OSD) mit.
Ausgestattet ist der TX-SR700 praxisgerecht, aber nicht übertrieben
reichhaltig, vor allem wenn man den Mehrpreis zum TX-SR600 mit ins Kalkül zieht.
Bereits der TX-SR600 kommt mit Decodern für DTS ES Discrete/Matrix 6.1, Dolby
Digital 5.1 EX und DTS Neo:6/Dolby Pro Logic II. Sechs Endstufen sind beim
TX-SR700 ebenso mit an Bord wie beim kleineren TX-SR600, mit dem Unterschied,
dass die Einheiten im TX-SR700 etwas mehr Leistung mitbringen: Anstatt 115 Watt pro Kanal
treten beim 700er 130 Watt pro Kanal (jeweils 6 Ohm, 1 kHz, DIN) an. Die Anschlussbestückung unterscheidet sich ebenfalls
nicht fundamental, so bringt der TX-SR700 einen Audio-Eingang mehr mit, außerdem bietet er Pre-Outs für alle Kanäle – diese Option fehlt dem 600er. Mit drei Digitaleingängen und zwei Digitalausgängen sowie zwei Komponenteneingängen und einem Komponentenausgang
wird der übliche Klassenstandard, aber nichts deutlich Darüber liegendes
geboten. Wer mittels Multi Room einen zweiten Raum beschallen möchte, wird sich
darüber freuen, dass der 700er dieses Unterfangen im Gegensatz zum 600er ermöglicht. Ansonsten
gibt es nur wenige Unterschiede zwischen den beiden Modellen, genau wie der günstigere Onkyo bringt auch der TX-SR700 insgesamt 13 klanglich
zum Teil recht gut gelungene DSP-Programme mit, in beiden Geräten tun
hochwertige 192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler und ein 24 Bit Crystal DSP-Chip
ihren Dienst. Wie im Test des TX-SR600 stellen wir aber auch beim TX-SR700 fest,
dass die Ausstattung im Detail noch verfeinert werden könnte: Eine in mehr
Schritten einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenz (nur 80, 100 oder 120 Hz wählbar, wir würden zusätzlich eine 60 Hz-Einstellung für sinnvoll halten) sowie ein ausführlicheres Setup für die Delay-Time-Einstellung der Lautsprecher (Front Links/Rechts und Surround Links/Rechts sind nur zusammen anwählbar). Auch würden sich sieben eingebaute Endstufen nicht schlecht machen, denn dann könnte man ein vollwertiges 7.1-System
im Zusammenspiel mit dem TX-SR700 verwenden.
Insgesamt überzeugt der TX-SR700 in der ersten Disziplin mit seiner sehr
hochwertigen Verarbeitung, die Ausstattung ist praxisgerecht und sinnvoll,
wenngleich sie noch etwas reichhaltiger ausfallen könnte.
Bewertung      
Bedienung
Es ist ein sehr einfaches Unterfangen, den
TX-SR700E für den Mehrkanal-Betrieb im eigenen Hörraum vorzubereiten. Ihren Anteil daran hat die sehr komfortabel zu bedienende Fernbedienung, die auch noch beleuchtet ist und ein sehr griffgünstig positioniertes Navigationskreuz aufweist und eine sehr gute Reichweite besitzt.
Ein nützliches Feature ist die "IntelliVolume"-Funktion, die
Lautstärkeunterschiede zwischen verschiedenen Eingangsquell-Geräten regelt.
Für jedes Eingangsquell-Gerät kann man mittels IntelliVolume eine eigene
Lautstärkeeinstellung treffen. Ebenfalls steigert das übersichtliche OSD die einfache und übersichtliche Bedienung, so dass man auch ohne langwierige Studien der sehr guten Bedienungsanleitung schnell zurecht kommt. Kleiner Nachteil: Das Lautsprecher-Setup könnte bei einem Gerät dieser Preisklasse noch exakter
sein - diese Feststellung trafen wir bereits beim günstigeren TX-SR600. So ist für die vorderen Lautsprecher (Front links/rechts)
und Surround Links/Rechts) der Abstand vom Hörplatz zur Festlegung der Verzögerungszeit
(Delay-Time, damit an allen Lautsprechern, wenn diese eine unterschiedliche Distanz zum Hörplatz haben, der Ton zeitgleich ankommt) nur für beide Boxen zusammen einstellbar. Die Distanz ist selbstverständlich in Metern einzugeben, ein umständliches Umrechnen Delay-Time in ms/Lautsprecher-Entfernung in Metern entfällt. Die Schritte könnten aber noch weitaus exakter sein, Onkyo wählte 0,3-Meter-Schritte, 0,1 Meter-Schritte wären
wünschenswert, dies würde die Präzision bei der Delay-Time-Einstellung noch
weiter steigern. Dies sind aber in der Praxis keine fundamentalen Nachteile, die Vorzüge des eleganten Onkyo überwiegen eindeutig: Zu diesen gehören auch der brauchbare Testton-Generator, die Tasten auf der Gerätevorderseite mit tadelloser Haptik
und ansprechender Verarbeitung und das sehr gut ablesbare, fein auflösende Display mit ausgezeichnetem Kontrast.
Bewertung      
Ton
Testequipment:
-
DVD-Player Pioneer DV-656A, Onkyo DV-SP500
-
Vergleichs-AV-Receiver: Onkyo TX-SR600, Denon AVR-3803, Yamaha DSP-AZ2
-
Frontlautsprecher für Stereo: KEF Reference 205
-
Kabel für KEF Reference Stereo-Test: Kimber 8-PR
-
Test-Set 1 für Surround: KEF KHT-2005 Sub/Sat
-
Zusatz-Erweiterung für Back Surround: KEF KHT-2005 Satellit
-
Test-Set 2 für Surround:
-
Frontlautsprecher Mirage FRX-9
-
Centerlautsprecher Mirage MC-2
-
Surroundlautsprecher Mirage FRX-Rear
-
Back Surround-Lautsprecher Mirage FRX-Rear
-
Aktiver Subwoofer Monitor
Audio Fast Bass 212
-
TV Philips 32-PW-8807
-
Plasma Panasonic TH37PW5EX
-
Netzleiste Brennenstuhl 30000 TV
Klang Film
- Die nochmals geringfügig feinere Einarbeitung kleinerer Effekte (im Vergleich
zum TX-SR600E) fällt auf, die Unterschiede sind jedoch nicht so gravierend,
will heißen: Im direkten Vergleich bei sehr guter Software hört man eine
nochmals etwas plastischer wirkende Einarbeitung des TX-SR700 heraus, kleine
Einzelheiten wirken noch klarer, akzentuierter - ohne dass der Eindruck
einer Überbetonung aufkommt. Besitzer des TX-SR600 brauchen sich unserer
Ansicht nach aber nicht zu grämen: Für deutlich weniger Geld wird eine nur
minimal schlechtere Leistung geboten. Insgesamt erreicht der Onkyo im Punkt
Einarbeitung kleiner Effekte/Detailtreue sogar fast das Niveau
des Denon AVR-3803 und bewegt sich auf dem Level des Yamaha DSP-AZ2. Gerade
zuschlagende Türen, Stimmen im Hintergrund oder knarrendes Holz gibt der
Onkyo sehr realitätsnah wieder. Dies zeigt aber nicht nur die Qualität des
teuren TX-SR700, sondern vor allem auch die Güte des nur geringfügig
weniger detailliert agierenden TX-SR600.
- Sehr klarer, im Hochtonbereich lebendiger Klang - auch hier zeigt sich,
dass Onkyo bei seinem Line-Up eine eindeutige Linie verfolgt. Die brillante
Vorstellung im oberen Frequenzbereich ist ein typisches Merkmal, welches uns
auch beim TX-SR600 schon auffiel.
- Beim sehr gute Antritt, den der TX-SR700 bietet, zeigt sich eigentlich der Hauptvorteil gegenüber
dem TX-SR600. Der größere der beiden Onkyos bietet, gerade in größeren
Hörräumen, mehr Vehemenz als der mit etwas schwächeren Endstufen
versehene TX-SR600. Gerade der
Bassbereich, sonst keine Domäne auch der teureren Onkyo Modelle, zeigt die
gelungene Weiterentwicklung. Bezüglich des Wortes
"Weiterentwicklung" sprechen wir nicht vom TX-SR600, der
ebenfalls um Vergleich zum TX-DS595 (Vorgänger des TX-SR600) mehr Basskraft
bietet, sondern wir machen einen Vergleich zwischen dem TX-SR700 und dem
Vorgänger TX-DS696, der im Bassbereich
weniger Kraft bot und schmaler wirkte. Daher möchten wir betonten, dass
auch der TX-SR600 in der Teilwertung "Basseinsatz" für seine
Preisklasse beachtlich abschneidet. Im direkten Vergleich zwischen beiden
Onkyos agiert der 700er aber etwas runder und voluminöser, ohne hier das Volumen
des teureren Yamaha DSP-AZ2 zu erreichen. Der Unterschied zwischen beiden
Geräten fällt jedoch geringer aus als erwartet, dies zeigt, wie gut sich
der Onkyo TX-SR700 schlägt. Bei weniger guter Software bietet der DSP-AZ2
jedoch spürbar mehr Basskraft. Der TX-SR700 kontert mit seiner sehr
hohen Präzision, heraushörbarbei sehr guten DVDs. Wer sich zwischen den verschiedenen,
hier genannten Geräten entscheiden möchte, dem raten wir aber auf jeden
Fall zu sehr ausführlichen Hörproben, denn letztendlich ist alles auch
eine Frage der persönlichen Präferenzen.
- Der Onkyo TX-SR700 bietet eine sehr gute Präzision bei der Effektwiedergabe
(Beispiele: DTS Demo DVD 4, Saving
Private Ryan, The Haunting, DVD "Dragonheart"), Surround-Klangkulisse mit hoher Dynamik.
Besonders hervorzuheben ist das hervorragende Ansprechverhalten auch bei schwierigen (z.B. Split Surround
oder bidirektionalen) Effekten. Der Denon AVR-3803, merklich kostspieliger,
kann hier seine überragende Geschmeidigkeit allerdings voll ausspielen und
bietet ein noch rascheres Reaktionsvermögen, zudem werden die Effekte mit
nochmals größerer Wucht durch den Hörraum geschleudert. Das beste Volumen
bei der Effektwiedergabe bietet nach wie vor der Yamaha DSP-AZ2, der sich
dafür im Punkt Präzision dem Denon knapp geschlagen geben muss und in
dieser Disziplin etwa
auf dem Level des TX-SR700 zu finden ist.
- Die hervorragende Pegelfestigkeit des Onkyo ist ebenfalls ein Vorteil des
edel anmutenden Geräts. Auch in dieser Wertung bietet der Onkyo für seine
Preisklasse sehr viel. Denon AVR-3803 und Yamaha DSP-AZ2 ziehen bei sehr
hohen Pegeln in Hörräumen ab ca. 35 Quadratmeter davon, wenn man über
einen längeren Zeitraum hört. Im Vergleich merkt man, dass Denon und
Yamaha mit einer etwas höheren Souveränität zu Werke gehen - dazu ist
aber der direkte Vergleich bzw. das Kennen aller Geräte von Nöten, um
einen wirklichen Unterschied herauszuhören. Wer alle Geräte genau kennt,
merkt bei sehr hohen Lautstärken im großen Hörraum eine um Nuancen
niedrigere Dynamik beim Onkyo - zu berücksichtigen ist aber auch dessen
weitaus günstigerer Preis, der dieses kleine Manko wieder wett macht. Kein
"Wenn" ohne "Aber": Auch der "kleine" TX-SR600
schlägt sich in dieser Disziplin sehr beachtlich, nur sollte hier der
Hörraum, möchte man mit großen Pegeln hören, die 30 Quadratmeter nicht
wesentlich übersteigen, während der TX-SR700 auch in Hörräumen bis knapp
über 35 Quadratmeter einzusetzen ist. Die Frage, ob sich für denjenigen,
der z.B. einen 23 Quadratmeter großen Hörraum hat, die 350 EUR
Mehrinvestition des TX-SR700 gegenüber dem TX-SR600 lohnt, würden wir mit
spontan eher "Nein" beantworten - nicht aber, weil der TX-SR700 eine schlechte
Offerte darstellt, sondern weil der TX-SR600 eine besonders gute Wahl
ist.
- Die natürliche, klare Stimmwiedergabe mit ausgewogenem Charakter und sehr
guter Detaillierung fiel uns noch im Testbetrieb sehr positiv auf - hier zieht von in etwa vergleichbaren Modellen nur der
1499 EUR kostende Denon AVR-3803 mit seinen überragenden Eigenschaften
(nochmals minimal bessere Akzentuierung) davon. Im Vergleich zum
günstigeren TX-SR600 bietet der 700er einen noch facettenreicheren Aufbau
der Stimme, dadurch wird die jeder Stimme eigene Charakteristik noch besser
herausgestellt. Dies setzt allerdings die Verwendung tadelloser, sauber
abgemischter Software voraus, denn bei nur befriedigend abgemischten DVDs
ist gerade die Stimmwiedergabe häufiger zu ausdruckslos und zu stumpf,
Vergleiche sind auf diesem Level dann nicht möglich.
Klang Mehrkanal-Musik
- Der Onkyo schafft eine realitätsnahe Live-Atmosphäre bei "Pretty Woman"
von Roy Orbison (DTS Demo DVD Nr. 4), mit einer sehr natürlich aufgebauten
Surround-Soundkulisse.
- Auch die bereits im Filmton-Betrieb herausgehörte, sehr klare, frische Stimmwiedergabe
überzeugt im Mehrkanal-Musikbetrieb erneut.
- Die hervorragende Einarbeitung aller Instrumente sorgt für eine
überzeugende Gesamtharmonie, ebenso berücksichtigte der TX-SR700 die exakte Akzentuierung
und klare, charismatische Darstellung jedes Instruments.
- Durch die sehr lebendige Darbietung kommt die Spielfreude der Musiker sehr gut zum
Ausdruck. Die Surround-Klangkulisse mit sehr gutem Hochtonbereich, die zudem
sehr facettenreich und somit auch für kleinere Details zugänglich ist,
ergänzt diese Höreindrücke. Im Vergleich zur Konkurrenz überzeugt vor
allem die Leichtigkeit - das gebotene Volumen ist gut, hier bietet aber z.B.
der Yamaha DSP-AZ2 mehr. Dafür ist der TX-SR700, wie bereits erwähnt,
spritziger. Die "goldene Mitte" stellt der Denon AVR-3803 dar.
- Wie es sich für einen AV-Receiver dieser preislichen Liga gehört, bietet
der TX-SR700 ein homogenes Klangbild mit akkurater akustischer Verteilung, nie
wirken Front- oder Surround-Klangkulisse, die richtige Einpegelung vorausgesetzt, überbetont.
- Onkyo zeigt auch im Mehrkanal-Musikbetrieb, dass natürlich und ausgewogen klingende
AV-Receiver das Markenzeichen des Line-Ups sind. "Effekthascherei"
ist dem TX-SR700E fremd - wenn er jedoch gefordert wird, stehen die
Leistungsreserven sofort zur Verfügung und sorgen dann auch für den
nötigen Druck, was beispielsweise bei plötzlichen Orchestereinsätzen von
großem Vorteil ist. Die Endstufen agieren dabei stets sehr gefühlvoll und
lassen es nie an Präzision fehlen.
- Wie bei der Wiedergabe von Spielfilmen auf DVD überzeugt die sehr gute Stimmwiedergabe mit hervorragender Akzentuierung bei Mozarts
"Cosi van Tutte" in DTS 5.1.
Klang Pro Logic II Music
- Im PLII Music-Modus gefällt der sehr ausgewogene, klare Klang.
- Die gut aufgebaute Surround-Klangkulisse mit lebendiger Effektwiedergabe
sorgt für ein gelungenes räumliches Sounderlebnis, auch hier überzeugt
der TX-SR700 mit seiner spielerischen Leichtigkeit, die gerade bei der
Wiedergabe von Jazzmusik und klassischen Musikstücken akustische Vorteile
bringt. Dazu passt der transparente, saubere Hochtonbereich vortrefflich.
- Der Bassbereich begeistert vor allem durch seine hohe Präzision, das
Volumen ist gut, aber nicht überdurchschnittlich. Die Bass-Vehemenz
ist so beim Yamaha RX-V1300 (mit 999
EUR/UVP günstiger, besonders voluminös im Bassbereich noch stärker, dafür
klingt der OnkyoTX-SR700 noch eine Spur sauberer und knackiger.
- Das kann der TX-SR700 besonders gut: Die Stimmwiedergabe ist auch im
Stereobetrieb erstaunlich präzise und mit einem sehr natürlichen
Volumen versehen, der Präzisionsverlust gegenüber der Darstellung im
Stereobetrieb fällt nur darum deutlich hörbar aus, weil der Onkyo
bezüglich seiner Stereoqualitäten so gut abschneidet.
- Der Antritt ist ordentlich, Onkyo stellt hier aber immer die Gesamtharmonie vor die absolute
Vehemenz
- Unser Fazit: Eine insgesamt sehr gelungene Integration, schon beinahe auf dem Level der
teureren Denon AVR-3803 (1499 EUR)/Yamaha DSP-AZ2 (1549 EUR). Yamaha und
Denon bieten nur noch mehr Antrittsstärke und bei großen Hörräumen
und/oder hohen Pegeln noch mehr "Punch" - für seinen Preis jedoch
ist die Leistung des Onkyo exzellent, gerade die hohe Gesamtharmonie
überzeugt. Daher bekommt der Onkyo für seinen Preis die Höchstpunktzahl
im PLII-Klang.
Klang Stereo:
- Hier beweist der TX-SR700 ganz besonders seine vielfältigen Talente: Sehr
detailliert stellt er insbesondere Jazzmusik und klassische Musik dar - aber
auch hier merkt selbst der anspruchsvolle, erfahrene Hörer, wie gut sich
bereits der TX-SR600 schlägt: Die Modellierung feinster Kleinigkeiten
möchte dem 700er noch eindrucksvoller gelingen, aber bereits der lediglich
799 EUR kostende 600er bietet hier Leistungen, die überdurchschnittlich gut
sind und sich auch nicht vor vielen Konkurrenten höherer Preisklassen
verstecken müssen.
- Die sehr homogene Gesamtdarstellung und die sehr natürliche, frische
Klangcharakteristik unterstützen den tadellosen Eindruck
- Die Stimmwiedergabe sehr gelungen, der Onkyo bietet ein realistisches Volumen und
eine klare Stimmstruktur
- Die räumlich sehr tiefe, akkurat abbildende Wiedergabe passt ebenso zu
unseren sonstigen Hörerfahrungen mit dem Onkyo. Die hohe Brillanz und Klarheit sorgen für
Hörspaß auf beachtlichem Niveau. Um diese Eigenschaften genießen zu
können, sollte man aber auf sehr hochwertige Software zurückgreifen.
- Auch für anspruchsvollere Hörer ist der TX-SR700 im Stereobetrieb eine ernst zu nehmende
Alternative. Mit noch etwas mehr räumlicher Tiefe, einer noch etwas
brillanteren Darstellung und einem runderen Bassbereich kann er sich vor dem
günstigeren TX-SR600 behaupten.
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Dolby PLII      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Der Onkyo TX-SR700 bietet Ausgewogenheit auf sehr hohem Niveau,
besonders beeindrucken die Natürlichkeit, die feine Detaillierung und die
hervorragende Stimmwiedergabe. Trotz seiner Feinfühligkeit ist der AV-Receiver
kein reiner "Feingeist" - denn wenn sie gefordert werden,
können die Endstufen mit der nötigen Kraft und einer hervorragenden Dynamik
zupacken. Die Stereoqualitäten des Onkyo sind ebenso von sehr hoher Güte,
gerade die Faktoren Plastizität und Klarheit sind es, die hier sicherstellen,
dass der TX-SR700 ein für den Musikliebhaber besonders interessantes Angebot
darstellt. Fürs Auge bietet das exzellent verarbeitete Stück Technik auch eine
Menge, die Verarbeitung ist hochwertig, die Haptik edel anmutend. Für den Onkyo
spricht auch noch die einfache, durchdachte Bedienung: Das große
DOT-Matrix-Display, die sehr gute Fernbedienung und die übersichtlichen OSDs
ergänzen sich zu einem stimmigen Gesamtkonzept. Nun aber kommen wir zum
Hauptproblem des TX-SR700, und der Name dieses Objekt gewordenen Hauptproblems
klingt ganz ähnlich - kein Wunder, denn der AV-Receiver, der hier angesprochen
wird, kommt aus dem selben
"Stall": Es handelt sich um den TX-SR600, 350 EUR günstiger, aber mit
einem ähnlich tadellosen Leistungsprofil versehen. Natürlich bietet der 700er
in vielen Teilwertungen - Dynamik, Bassstärke, Pegelfestigkeit, Plastizität im
Mehrkanal- und im Stereo-Betrieb -
noch etwas bessere Leistungen, nur muss dies immer in Relation zum Preis gesehen
werden, und da schlägt die große Stunde des "kleinen Bruders". Die
Unterschiede zwischen den Modellen fallen unserer Meinung nach zu gering aus, um
vorbehaltlos eine klare Empfehlung für das teurere Gerät zu geben. Sicherlich, wer
externe Endstufen nutzen möchte, wird sich an den Pre-Outs des TX-SR700
erfreuen, ebenso wird die Multiroom-Fraktion zum größeren der beiden Onkyos
greifen, da der 600er keine Multiroomm-Funktion bietet. Ebenso kann der
Hörraum, nutzt man den TX-SR700, durchaus noch eine Nummer größer ausfallen.
Wer jedoch den Kauf eines neuen AV-Receivers plant, sollte sich am besten genau
über die eigenen Prioritäten im Klaren sein, denn für viele, auch durchaus
hohe Ansprüche, reicht der TX-SR600 problemlos aus. Wir vermissen weitere Unterscheidungsmerkmale zwischen beiden AV-Receivern, die wirklich von noch
größerem Interesse sein können - so z.B. 7 integrierte Endstufen anstatt 6,
ein THX Select Zertifikat, DTS 96/24-Decoding oder ein deutlich ausführlicheres
Function Set-Up. Hier bringt der 700er ebenso wie der TX-SR600 kleine
Schwachpunkte mit, so z.B. würden wir uns mehr Einstellmöglichkeiten für die
Subwoofer-Übernahmefrequenz und ein ausführlicheres Lautsprecher-Setup
wünschen. Insgesamt aber überwiegen die positiven Seiten des hochwertigen
Geräts eindeutig, dass der 700er ein "Ausgezeichnet" und nicht, wie
der 600er, ein "Überragend" als Testurteil bekommt, liegt am
schlechteren Preis-/Leistungsverhältnis.
Hochwertiger, edel anmutender und klangstarker
AV-Receiver

Oberklasse
Test 13.03.2003
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
- Ausdrucksvolle, sehr klare Mehrkanal-Musikwiedergabe
- Heimkino-Performance durch Natürlichkeit und feine Abstufung geprägt
- Für den Preis sehr leistungsfähige Endstufen
- Stereodarstellung mit sehr hoher Plastizität und tadelloser
Detaileinarbeitung
- Frischer und dynamischer Dolby PLII Music-Klang
- Sehr gute Fernbedienung
- Großes Gerätedisplay
- Durchdachte Bedienung inkl. OSD
- Verarbeitungsqualität auf Top-Niveau
Contra:
Die technischen Daten:
AV-Receiver
Decodiert dts 5.1/Dolby Digital 5.1, dts ES Matrix/Discrete 6.1, Dolby Digital EX, Dolby Pro Logic II, dts NEO:6
6 x 130 Watt Ausgangsleistung (DIN, 1 kHz, 6 Ohm)
192 kHz/24-Bit D/A-Wandler
80/100/120 Hz Subwoofer-Übernahmefrequenz einstellbar
On Screen Display
DOT Matrix-Display am Gerät (Farbe grün bei schwarzer Ausführung, Farbe bernstein bei silberner Geräteausführung)
Anschlussmöglichkeiten
Front AV-Eingang inkl. S-Video & opt. Digitaleingang
5.1-Kanal-Eingang für DVD-Audio & SACD
Digital-Eingänge: 1x koaxial, 2x optisch, 1x Front-AV (optisch)
Audio-/Video-Eingänge (Video FBAS/S-Video): 4AV / 3A
Audio-/Video-Ausgänge (Video FBAS/S-Video): 1A / 1AV / 1V (Monitor Out)
Digital-Ausgang: 1x optisch, 1 x koaxial
2 Komponenteneingänge, 1 Komponentenausgang (YUV)
Pre-Outs für alle Kanäle
Lautsprecheranschlüsse A + B
Multiroom-fähig
Fernbedienung (vorprogrammiert, macro- und lernfähig)
Abmessungen (B x H x T) in mm: 435 x 175 x 431,5
Gewicht: 13,1 kg
Farbe: Schwarz, Silbern
Preis: 1149 EUR
Test: Carsten Rampacher
13. März 2003
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