AREA DVD Test: AV-Receiver Onkyo TX-DS989 Upgrade 2

Ausstattung
Für 4499 EUR erhält man Onkyos Topmodell des AV-Receiver-Line-Ups - den
TX-DS989. Dass es dieses Gerät bereits seit geraumer Zeit gibt, ist absolut
korrekt - nicht korrekt aber ist die damit verbundene Vermutung, vielleicht sei
der in schwarzer oder silberner Version lieferbare Bolide technisch nicht mehr
auf der Höhe der Zeit. Bereits zum zweiten Mal wurde der 989er mit einem
umfangreichen Update versehen, daher lautet die genaue Bezeichnung des aktuellen
Modells auch TX-DS989upg2. Nach der jüngsten Überarbeitung kann das
Onkyo-Spitzenmodell nun alles, was ein AV-Receiver auch für sehr anspruchsvolle
Heimkino- und Mehrkanal-Musik-Liebhaber können muss. So erfüllt er die
strengen Richtlinien für den Erhalt des THX Ultra 2-Zertifikats, ebenso
wird neben THX Surround EX, Dolby Digital 5.1 EX und DTS ES Matrix/Discrete 6.1
auch DTS 96/24 decodiert. An Surround-Aufpolierern stehen DTS Neo:6 und Dolby
Pro Logic 2 (mit allen Einstellmöglichkeiten im Music Mode) zur
Verfügung. Mit zur erstklassigen Ausstattung zählen auch umfangreiche
Parameter zur Justage der einzelnen Hörmodi, verschiedene DSP-Programme und
nützliche Zusatzfeatures. Zusammen mit der Arbeitsweise von THX Ultra 2 sind
diese Ausstattungsmerkmale im Anhang dieses Tests ausführlich aufgeführt und
kommentiert.
Die Anschlussbestückung ist sehr reichhaltig, es gibt genug
Digitaleingänge, um auch einen sehr umfangreichen Gerätepark anschließen zu
können. Auch ein RF-Input für einen LD-Player ist vorhanden. Das Einzige, was
nicht mitgeliefert wird, ist eine digitale Hochgeschwindigkeitsschnittstelle wie
i.link o.ä. Zwar war für den TX-DS989 ein entsprechendes Update angedacht,
doch zur Auslieferung kam es in der Praxis nicht, so dass der i.link-Interessent
auf den Nachfolger des aktuellen Flaggschiffs warten muss, das, so vermuten wir
einmal, solche Schnittstellen mitbringen wird. Als 5.1- bzw. 7.1-Anschluss
fungiert ein DB25-Port, das entsprechende Adapterkabel liegt dem TX-DS989 bei.
Der DB25-Anschluss ist im Vergleich zu den Cinch-Varianten natürlich recht
platzsparend und übersichtlich, wer aber ein sehr hochwertiges 5.1 Kabel
besitzt, muss sich nun damit zufrieden geben, dass der akustische Vorteil eines
exzellenten Kabels durch den eher kostengünstig ausgeführten Adapter wieder
zunichte gemacht wird. Hier hilft dann nur der Kauf eines höherwertigen
Adapters oder eines kompletten hochwertigen 5.1- auf DB25-Kabels.
Die Verarbeitung des Onkyo-Flaggschiffs macht einen sehr gediegenen Eindruck.
Das großflächige DOT-Matrix-Display, der sauber geführte
Lautstärke-Drehregler und die hervorragend verarbeiteten Bedienelemente auf der
Gerätefront sind dafür verantwortlich, dass man auch auf den zweiten und
dritten Blick noch genau hinschauen kann und trotzdem keine
Verarbeitungsschwächen entdeckt. Ein zusätzliches Ausstattungsmerkmal, das die
konstruktive Liebe zum noblen Detail zeigt, ist die auf Knopfdruck nach unten
fahrende Klappe auf der Gerätevorderseite. Unter der Klappe finden sich,
ebenfalls äußerst hochwertig ausgeführt, verschiedene weniger oft gebrauchte
Bedienelemente. Nicht ganz einem so stattlichen, hochqualitativen und vornehmen
AV-Receiver angemessen ist die mitgelieferte Fernbedienung. Bei einem
Mittelklasse-AV-Receiver macht sich der IR-Geber zwar wirklich gut, bei einem
Gerät für fast 4500 EUR jedoch wirkt sie etwas deplaziert. Wenn man bedenkt,
was für hochwertige Fernbedienungen Denon, Marantz oder Pioneer ihren
Toplinern beipacken, könnte Onkyo hier durchaus noch etwas mehr Großzügigkeit
walten lassen.
Bewertung      
Bedienung
Die
Bedienung des TX-DS989 gestaltet sich trotz der vielen Funktionen nicht
besonders schwierig. Dies liegt am klar strukturierten OSD und an der gut in der
Hand liegenden Fernbedienung, die nicht mit Tasten völlig überladen ist. Nur
der Druckpunkt mancher Tasten und die Führung des Enter-Knopfes sind nicht
absolut präzise, sondern leicht schwammig. Wer übrigens nicht auf das OSD
zurückgreifen möchte, kann selbstverständlich alle Einstellarbeiten auch
über das großformatige Gerätedisplay mit ausgezeichneter Auflösung vornehmen
- die Menüführung ist für ein Gerät mit einem solchen Funktionsumfang
übersichtlich. Sehr hochwertig und mit einem tadellosen Druckpunkt versehen, aber teilweise etwas klein sind die Tasten auf der
Gerätevorderseite. Die meisten von ihnen befinden sich unter der elektrisch auf
Knopfdruck ausfahrbaren Klappe.
Nachteil für sehr exakte Heimcineasten: Das
Lautsprecher-Setup könnte in Bezug auf die Einteilung der einzelnen
Justageschritte noch etwas genauer sein, dieses kleine Manko dürfte aber nur
weit überdurchschnittlich genaue Zeitgenossen ernsthaft stören. In der
tagtäglichen Hörpraxis ergeben sich keinerlei akustische Nachteile. Sehr gut
arbeitet der interne Testtongenerator, der ein genaues Einpegeln ohne
Schwierigkeiten - etwas Zeit vorausgesetzt - möglich macht. Ein nützliches Feature ist die "IntelliVolume"-Funktion, die
Lautstärkeunterschiede zwischen verschiedenen Eingangsquell- Geräten regelt.
Für jedes Eingangsquell-Gerät kann man mittels IntelliVolume eine eigene
Lautstärkeeinstellung treffen.
Bewertung      
Ton
Testequipment:
-
DVD-Player Marantz DV12S1, Harman/Kardon
DVD-30
-
Lautsprechersystem Jamo D 7, KEF
Reference
-
Software: ID4 (Dolby Digital 5.1), Sleepy Hollow (DTS ES Discrete 6.1),
Herr Der Ringe - Die Gefährten (Dolby Digital 5.1 EX), THX Ultimate Demo
Disc, THX Surround EX Demo Disc, DTS Music Experience Studio Voodoo (DD 5.1
EX/DTS ES Discrete 6.1), DTS
Demo Disc Nr. 4 (DTS 5.1 und DTS ES Matrix 6.1) Naxos Musical Journey,
Johann Sebastian Bach: Violinenkonzert Bachwerkeverzeichnis 1042 und
Violinenkonzert Bachwerkeverzeichnis 1041 (DD/DTS 5.1), Audiophile Musik für
Dolby Pro Logic 2 (Audio-CD), Best Of Rock and Blues Soundcheck (Audio-CD),
Klassik audiophil (Audio-CD)
Klang Film
Mit seiner kompletten Ausstattung und seinen kräftigen Endstufen ist der
Onkyo TX-DS989 schon von den Daten her bestens gerüstet, um eine sehr
ansprechende Heimkino-Performance an den Tag zu legen. Nicht unterschätzt
werden darf in diesem Zusammenhang aber, dass sich in der Preisklasse des
TX-DS989 harte Konkurrenz befindet, so beispielsweise der Denon AVC-A1SR
und der Pioneer VSA-AX10 (mittlerweile
durch den Pioneer VSA-AX10i-S im i.link-Schnittstelle ersetzt). Somit wird es
schwer sein, Maßstäbe zu setzen, die kein anderer Konkurrent erreicht - und das gelingt dem Onkyo
auch nicht, was dem Gerät aber keinesfalls als gravierender Fehler anzukreiden
ist. Vielmehr ist Tatsache, dass das Niveau dieser Klasse weit
überdurchschnittlich hoch ist, und in Anbetracht dieser Feststellung ist es
sehr bewundernswert, wie gut sich der von seiner Grundkonzeption her bereits
ältere Onkyo schlägt. Nirgendwo muss er sich hinter den beiden starken
Konkurrenten verbergen, überall hält er so gut mit, dass man ihn zusammen mit
dem Pioneer und dem Denon klar zur Spitze dessen zählen muss, was auf dem
AV-Verstärker/-Receiver-Markt weltweit momentan angeboten wird.
Seine exzellenten Fähigkeiten in Bezug auf die Detailarbeit und eine
akkurate Gesamtdarstellung stellt der TX-DS989 sehr gut bei "Sleepy Hollow"
unter Beweis. Der klare, sauber klingende Hochtonbereich tut ebenso seinen Teil
dazu wie die sehr natürliche, facettenreiche Surround-Soundkulisse. Der Onkyo
tritt zwar nicht ganz so vehement an wie Denon und Pioneer, agiert dafür gerade
bei "kleineren" Effekten äußerst feinfühlig und schafft so eine
hervorragende klangliche Plastizität. Bei großen Effekten stellt der Onkyo
sicher, dass die nicht einfach laut und gesichtslos durch den Hörraum brettern,
sondern dass auch Einzelheiten wie z.B. wegfliegende kleine Bruchstücke bei
einer gigantischen Explosion sehr gut herausgearbeitet werden. Auch vereinzelte
Rufe, Schreie oder Wortfetzen stellt der TX-DS989 mit großer Sorgfalt dar.
Aufgrund dieser Fähigkeiten war auch die "Herr Der Ringe - Die
Gefährten"-DVD ein echter Hörgenuss, der imposante Film-Soundtrack wurde
vom Onkyo ebenfalls mit viel Lebendigkeit in den Hörraum getragen. Hier kann
man sagen, dass der Onkyo zusammen mit den bereits erwähnten Offerten von Denon
und Pioneer die Grenze des momentan Machbaren im Bereich der
AV-Verstärker-/Receiver demonstriert. Wer noch mehr möchte, muss zu weitaus
teureren Vor-/Endstufen-Kombinationen greifen.
Als zwar recht kostspieligen, aber exzellent passenden Spielpartner können
wir gerade dem heimkinoorientierten Käufer das Jamo D 7-System
sehr empfehlen, im Zusammenspiel mit diesem LS-Set kann der TX-DS989 seine
Qualitäten hervorragend unter Beweis stellen, hier werden in allen Disziplinen
überragende, weit abseits der Norm liegende Werte erreicht, die schon fast das
Niveau professioneller Systeme erreichen. Wer mit deutlich weniger Geld
auskommen möchte, fährt immer noch überdurchschnittlich gut und wählt das Teufel Theater 8,
das ebenfalls bestens zum Onkyo passt - kein Wunder, schließlich sind Receiver
und Lautsprecher THX Ultra 2-zertifiziert, was die Kompatibilität der
Komponenten weitestgehend - wenn auch nicht hundertprozentig -
sicherstellt. Im Falle des ebenfalls sehr komplett klingenden Teufel-Angebots
aber wird diese hundertprozentige Marke wirklich fast erreicht.
Im Zusammenspiel mit den D 7-Boxen erreicht der Onkyo auch bei der Sequenz
aus "Saving Private Ryan" auf der 4. DTS Demo DVD erstklassige
Resultate. Druckvoll jagen die Schüsse quer durch den Hörraum, die Schreie
gellen durch die Lautsprecher, die Möglichkeit zur exakten Ortung besteht
jederzeit. Der Onkyo lässt auch hier den Film nicht zu einem einzigen Getöse
verkommen, sondern modelliert auch bei hohen Pegeln immer noch eine exakte
Struktur heraus. Hervorragend managt der Onkyo den Auszug aus dem
"Geisterschloss" (The Haunting) auf der 4. DTS Demo-DVD, die Stelle,
an der der Spiegel zersplittert, wird dynamisch und glasklar wiedergegeben.
Interessant war natürlich auch, wie sich der Onkyo ohne angeschlossenen
aktiven Subwoofer schlägt, denn gerade musikalisch orientierte Anwender, die
nicht hauptsächlich Filme, sondern zu größeren Anteilen Mehrkanal-Musik
hören, verwenden nicht selten großvolumige Standlautsprecher und keinen
aktiven Subwoofer. Da ein aktiver Subwoofer den Endstufen viel Arbeit im
leistungsintensiven Bassbereich abnimmt, ist es natürlich klar, dass auf die
Endstufen weitaus mehr Arbeit wartet, wenn kein Subwoofer Verwendung findet. Der
TX-DS989 kommt aber auch mit dieser Situation gut klar, auch bei hohen Pegeln
waren keinerlei Leistungseinbrüche zu beobachten, die gebotene Dynamik war
stets ausgezeichnet. In diesem Zusammenhang muss aber auch die einzige echte
Schwäche des Onkyo-Receivers angesprochen werden: Die aktive Kühlung. Während
viele Konkurrenten auf eine komplett passive Kühlung durch massive, großzügig
dimensionierte Kühlkörper setzen, setzt Onkyo selbst bei diesem edlen
Topmodell einen Ventilator ein. Dieser meldet sich leider gerade beim "hochpegeligen"
Einsatz öfters zu Wort, um die Betriebstemperatur des TX-DS989 zu senken. Wenn
beim Ventilatoreneinsatz gerade eine Dialogszene ohne lautstarke Effekte
wiedergegeben wird, ist dieses kurze, in leiseren Szenen gut wahrnehmbare
Anlaufen des Ventilators wirklich störend. Da das Gerät aber ohne effektive
Kühlung zu heiß werden kann, ist der Einsatz kaum zu vermeiden. Hier sollte
Onkyo bei einem Nachfolger wirklich komplett auf eine passive Kühlung setzen,
die zum Habitus eines solchen Geräts, das ansonsten durchweg Spitzenleistungen
bietet, weitaus besser passt.
Denn ansonsten liefert der Onkyo ein eindrucksvolles Zeugnis seiner
außergewöhnlichen Fähigkeiten ab: Sein runder Bassbereich gefällt sehr gut,
nie zu dominant, aber gnadenlos zupackend, wenn es erforderlich ist - wie
z.B. gehört bei den THX-Trailern auf den oben aufgeführten THX Demo-DVDs.
Selbstverständlich überzeugt der Bassbereich auch dann, wenn große
Standlautsprecher und nicht ein leistungsstarker aktiver Subwoofer angeschlossen
ist - nur mit dieser Art von Anschluss, also große Stand-LS ohne Aktivsub, kann
man tiefergehende Aussagen über die Basskraft und die tieffrequente Auslegung
eines AV-Receivers/-Verstärkers treffen. Der Onkyo gefällt auch mit seiner
außerordentlich guten Präzision, nur der AVC-A1SR bringt die Bässe noch eine
Spur exakter in den Hörraum. Exzellent ist es um die Stimmwiedergabe bestellt,
das natürliche Volumen und die erstklassige Feinarbeit sorgen dafür, dass der
TX-DS989 hier keinen Konkurrenten fürchten muss.
Klang Mehrkanal-Musik
Von einem AV-Verstärker/-Receiver der 4500 EUR-Preisklasse erwartet der
Käufer zu Recht weitaus mehr als von einem Gerät, das eher in bürgerlichen
finanziellen Regionen angesiedelt ist. Nicht nur der nötige Druck und eine
exzellente Pegelfestigkeit sollen vorhanden sein, auch wird ein sensibler Umgang
mit Musikmaterial vorausgesetzt. Bei Johann Sebastian Bachs Violinenkonzerten
beweist uns der TX-DS989, dass ihm dieses Tätigkeitsfeld auch absolut zusagt,
denn gerade durch die sehr gelungene Darstellung kleiner Einzelheiten wird es
möglich, in die Musik völlig einzutauchen. Der Onkyo vermittelt dem Hörer den
Eindruck, mitten im akustischen Geschehen zu sein und keine Einzelheit zu
verpassen. So arbeitet der TX-DS989 jedes beteiligte Instrument sehr exakt
heraus, wie man es bei einem solchen Kaufpreis auch erwarten kann. Das Besondere
an der Darbietung des Onkyo ist jedoch, in welch hohem Maße er die Spielfreude
der Musiker zu vermitteln weiß. Sicherlich, gerade dies können andere
hochwertige AV-Receiver und -Verstärker auch sehr gut, aber so leicht, lebendig
und voller Esprit wie der Onkyo verdient dieser Vortrag ein Sonderlob. Gerade
für die Liebhaber klassischer Musik ist Onkyos Topliner - bis auf das oben
bereits geschilderte kleine Problem mit dem Ventilator - eine uneingeschränkte
Empfehlung Wert.
Auch bei hohen Pegeln ist seine Souveränität noch tadellos, lediglich der
Denon AVC-A1SR zieht in großen Hörräumen (über 40 Quadratmeter) und bei
extrem hohen Lautstärken nochmals davon, er wirkt dann noch freier und
druckvoller. Mit dem, was der Onkyo (und auch der Konkurrent von Pioneer, der
VSA-AX10, inzwischen VSA-AX10i-S) bietet, werden aber eigentlich fast alle, auch
sehr anspruchsvollen Hörer, in Bezug auf die Pegelfestigkeit sehr zufrieden
sein. Bei Roy Orbisons "Pretty Woman" gefällt wiederum die sehr
charismatische Stimmwiedergabe. Auch wenn wir festgestellt haben, dass gerade in
Bezug auf die Darstellung von Stimmen selbst preisgünstigere AV-Receiver im
Vergleich zu früheren Modellgenerationen hörbare Fortschritte gemacht haben,
so bieten Geräte vom Schlage eines TX-DS989 doch nochmals mehr Detailreichtum,
Fundament und somit summa summarum mehr Ausdruckskraft. Die Instrumente bei
"Pretty Woman", aber auch beim "Hotel California" von den
Eagles stellt der 989er sehr sorgfältig dar, keine Facette entgeht dem akkurat
arbeitenden AV-Receiver.
Klang Pro Logic II
Viele anspruchsvolle Musikliebhaber wenden sich immer noch uninteressiert ab,
wenn es darum geht, ihre geliebte, in 2-Kanal Stereo aufgenommene Musik mittels
eine Stereo-to-Surround-Aufpolierers nun über alle Lautsprecher eines
Surround-Boxensystems wiederzugeben. Zu unexakt, zu wenig klar strukturiert, zu
matt im Hochtonbereich und zu wenig druckvoll im Bassbereich - kurzum: Nicht zu
gebrauchen. Durch Dolby Pro Logic 2 sind diese Vorurteile zwar deutlich
entkräftet worden, existieren jedoch nach wie vor. Wir raten den Zweiflern,
sich einmal CDs in PL2 Music auf dem Onkyo TX-DS989 anzuhören, und wir wollen
schon beinahe wetten, dass anschließend nicht wenige der
"Probehörer" ihre Meinung ändern werden. Mit seiner sehr klaren
Auslegung, die beispielsweise dafür sorgt, dass Stimmen in keinster Weise
verwaschen oder unsauber wiedergegeben werden, erfüllt der Onkyo hohe
Ansprüche. Dies ließ sich auf unseren verschiedenen Test-CDs mit audiophilen
Musikstücken (Klassik, Rhythm&Blues, Jazz) sehr gut
nachvollziehen. Der TX-DS989 schafft stets ein Gefühl natürlicher
Räumlichkeit, er klingt immer angenehm und homogen: In diesen Einzelwertungen liegt der Onkyo in der
Bolidenklasse vorn. Der Denon AVC-A1SR und der
Pioneer VSA-AX10 kontern jedoch mit einer
höheren Dynamik und einem kräftigeren Bass, wobei bei diesen beiden der Denon
noch mehr Druck bietet, der Pioneer dafür noch reaktionsschneller ist. Leider
macht der Onkyo einen Teil seines Vorsprungs in Bezug auf die Natürlichkeit und
auch die Feinfühligkeit wieder zunichte, da auch im PL2-Betrieb bei höheren
Pegeln das gut hörbare Anspringen des Ventilators stört. Eine komplett passive
Kühlung wäre sehr wünschenswert, denn ansonsten brilliert der TX-DS989 gerade
auch im PL2-Betrieb. Dies zeigt sich auch, wenn Filme in PL2 Movie gehört
werden sollen: Mit einer sehr gut ausbalancierten Surround-Klangkulisse und
einer erfreulich guten Detaileinarbeitung kann sich Onkyos Topmodell hier sehr
gut in Szene setzen. Exzellent modelliert der AV-Receiver auch kleinere Effekte heraus
und bietet so ein tiefes, komplettes Klangbild.
Klang Stereo:
Was die Klangqualität im Stereobetrieb angeht, kann sich der TX-DS989 sehr
gut behaupten. Auch die sehr starken Konkurrenten vom Schlage eines Denon AVC-A1SR
und eines Pioneer VSA-AX10 sind nicht in
der Lage, den sehr klar, akzentuiert und angenehm klingenden Onkyo zu
distanzieren. Diejenigen Hörer, die zuvor einen guten Stereoverstärker
besaßen, dürften sich somit vom Onkyo angesprochen fühlen, sind seine
Detaileinarbeitung und seine räumliche Darstellung im Zweikanaleinsatz doch
außerordentlich gut gelungen. Besonders beeindruckt die sensible
Instrumentaleinarbeitung auch diffizil darstellbarer Instrumente. Hier bewegt
sich der TX-DS989 fast auf einem Level mit dem exzellenten Denon AVC-A1SR,
der Pioneer hinkt leicht hinterher, macht dieses Manko aber durch seinen etwas
dynamischeren Einsatz gerade beim Aufspielen des kompletten Orchesters oder/und
bei plötzlichen Dynamiksprüngen wieder wett. Diese geschilderten Differenzen
sind nicht gigantisch - wir raten jedem Kaufinteressenten trotzdem zu
umfangreichen Hör-Vergleichen, da verständlicherweise gerade in diesen
Preisklassen das ins Auge gefasste Gerät auch genau so akustisch arbeiten soll,
wie es sich der anspruchsvolle Musikliebhaber vorgestellt hat.
Sehr schön
stellt der Onkyo beispielsweise das Violoncello oder auch das Klavier da -
gerade die Anschlagdynamik beim Klavier, das sanfte Ausklingen von Tönen, aber
auch plötzliche Tempowechsel meistert der Onkyo ohne Fehl und Tadel.
Hervorzuheben ist das hohe Maß an akustischer Brillanz, das dafür sorgt, dass
die gesamte Darbietung mitreißend ist und mit Lebendigkeit in den Hörraum getragen
wird. Im Stereoeinsatz klingt der TX-DS989 dann besonders gut, wenn
großvolumige, hochwertige Standlautsprecher ohne zusätzlichen aktiven
Subwoofer angeschlossen sind. Mit sehr hochwertigen, eigentlich auf
Heimkino/Mehrkanalsound optimieren Lautsprechersystemen lässt sich aber auch
schon eine beachtliche Klanggüte realisieren. Nur in der Feinarbeit und in
Bezug auf die räumliche Darstellung (Schaffung einer exakt ortbaren virtuellen
Bühne) überzeugen edle Standlautsprecher noch mehr.
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Dolby PLII      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Der Onkyo TX-DS989upg2 erreicht bei uns in der High-End-Klasse ein sehr
respektables Ergebnis. Obwohl in seiner Grundkonzeption schon eine längere Zeit
auf dem Markt, schaffte es Onkyo geschickt, durch umfassende
"Faceliftings" von der Ausstattung und Technik her auf Top-Niveau zu
halten. Nach wie vor ist das Spitzenmodell der japanischen Surround-Pioniere
auch sehr reizvoll - und zwar aus vielen Gründen: Schon von der Optik her ist
der TX-DS989upg2 sehr gelungen, er repräsentiert durch seine imposanten
Gehäuseabmessungen eindeutig, dass er der AV-Receiver-Luxusklasse zugehörig
ist. Gleichzeitig aber strahlt sein Design genau das Maß an
wohnraumkompatibler, zeitloser Eleganz aus, das dafür sorgt, dass auch die
Ehefrau oder Freundin sich optisch gern mit dem Gerät anfreundet. Feine Details
wie das großflächige DOT Matrix-Display und die praktisch geräuschlos
heruntergleitende Klappe auf der Gerätevorderseite sorgen für einen
hervorragenden Eindruck auch auf den zweiten Blick.
Akustisch fällt es ebenfalls leicht, sich mit Onkyos Topliner anzufreunden.
So ist sein Klang bestens ausgewogen, einerseits höchst dynamisch und
antrittsstark, andererseits aber auch voller Detailreichtum. Während sich der
Onkyo in Bezug auf das Volumen und die Pegelfestigkeit in großen Hörräumen
(über 45 Quadratmeter) dem Denon AVC-A1SR geschlagen
geben muss, ist er bei der Einarbeitung kleiner Feinheiten und bei der
Natürlichkeit der Surround-Klangkulisse noch immer auf oberstem Niveau. Er kann
sich in Bezug auf beide Parameter zwar nicht vom Denon und auch vom Pioneer VSA-AX10
absetzen, doch bietet er Leistungen auf prkatisch ebenbürtigem Level. Mit seiner
hervorragenden Gesamthomogenität im Mehrkanal-Musikbetrieb und dem klar
gegliederten, kräftigen, aber nie übertriebenen Bassbereich kann sich der
Onkyo auch sehr gut an der Klassenspitze behaupten, nur bei hohen Pegeln zieht
der AVC-A1SR allen Konkurrenten davon. Der Pioneer zeigt sich dann überlegen,
wenn ein besonders heftiger Antritt gefragt ist, dann kann er seine weit
überdurchschnittliche Dynamik voll ausspielen und setzt sich allein an die
Klassenspitze. Sehr lobenswert auch beim VSA-AX10: Mittels des genialen
M.C.A.C.C. ist nicht nur das Lautsprecher-Setup besonders einfach, sondern auch
die Anpassung des LS-Equipments an den AV-Verstärker und an die akustischen
Bedingungen des Hörraums besonders exakt und gelungen. Etwas Vergleichbares wie
M.C.A.C.C. können momentan weder Denon noch Onkyo bieten.
Im Stereobetrieb überzeugt der Onkyo absolut - hier begeistern der
Detailreichtum und der exakte virtuelle Bühnen-Aufbau ebenso wie die Brillanz
und die sehr ausgewogene, gefällige und natürliche Gesamtdarstellung. Somit
ist es für den Onkyo in der Stereo-Wertung kein Problem, sehr gut mithalten zu können. Der
Pioneer klingt insgesamt noch etwas dynamischer, der Denon dafür noch eine Idee
feinfühliger - der Onkyo repräsentiert hier die "goldene Mitte". Wir
raten Kaufinteressenten, auf jeden Fall alle drei Geräte ausführlich
miteinander akustisch zu vergleichen, denn nur so kann man herausfinden, welcher
Bolide am besten zum eigenen Geschmack passt.
Die Ausstattung des Onkyo ist sehr reichhaltig, es werden alle Standards
decodiert, die man auch als anspruchsvoller Heimcineast und
Mehrkanal-Musikliebhaber benötigt. Ebenso gibt es verschiedene, klanglich recht
gelungene DSP-Programme und ausgefeilte Komfortfunktionen wie z.B. "IntelliVolume".
Das Einzige, was wir vermissen, ist eine digitale
Hochgeschwindigkeitsschnittstelle, die die Konkurrenz von Pioneer (i.link) und
Denon (DenonLink) inzwischen bietet. Da der TX-DS989 von seiner Konzeption her
aber auch bereits älter ist (zum Zeitpunkt der Entwicklung war dies noch nicht
eingeplant), wird der Nachfolger bestimmt mit digitalen
Hochgeschwindigkeitsschnittstellen aufwarten können.
Dass es dennoch "nur" zu einem "Überragend" und nicht zu
unserem "Referenz"-Prädikat reicht, liegt an zwei Faktoren - wobei
der erste weitaus schwerer wiegt: Die aktive Kühlung in Form eines Ventilators,
dessen Geräuschkulisse bei hoher thermischer Belastung des TX-DS989upg2 doch
störend werden kann. Hier sollte Onkyo nachbessern und eine komplette
passive Kühlung mit massiven Kühlkörpern dieser Lösung vorziehen, gerade in
dieser Preisklasse. Der zweite Faktor: Die mitgelieferte Fernbedienung ist von
der Anmutung und Ausführung her einem so teuren Gerät nicht ganz
angemessen, vor allem wenn man vergleicht, was Denon, Marantz oder Pioneer ihren
Toplinern für anspruchsvolle Infrarot-"Regiepulte" mit auf den Weg
geben.
Der TX-DS989 mit dem zweiten Upgrade präsentiert
sich immer noch absolut "up to date"

High-End-Klasse
Test 20.08.2003
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
- Sehr klare, feine Detailauflösung im Hochtonbereich
- Sehr gute Dynamik und Antrittsstärke im Heimkinobereich
- Natürliches, plastisches Raumgefühl im Mehrkanal-Musikbetrieb
- Exzellente Stereoqualitäten
- Hervorragendes Geräte-Display
- Exzellente Verarbeitung
- Hochwertige Details (motorgetriebene Klappe)
- Überragende, durchdachte Ausstattung
Contra:
-
Ventilatorengeräusch stört bei hoher Belastung
-
Fernbedienung könnte hochwertiger sein
-
Keine digitale Hochgeschwindigkeitsschnittstelle
Anhang
Über THX Ultra 2
-
THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante, die vollständig für
digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Auch die Extended
Surround-Tonnormen von Dolby und von DTS wurden bei der Entwicklung berücksichtigt.
So bietet THX Ultra II auch ein weiter gehendes Post Processing, DTS ES
Discrete 6.1 ist ebenfalls voll integriert: Der zusätzliche diskrete Kanal
auch als ein solcher erkannt und mit dem THX Post Processing versehen.
-
Neu bei Ultra 2: Die Aufteilung in Cinema- und Music Mode.
Der Cinema Mode ist optimiert für Wiedergabe von 5.1-Material über ein
7.1-Lautsprechersystem und soll die Vorteile von Extended Surround auch bei
eigentlich in 5.1 vorliegendem Material akustisch optimal ausnutzen. Alle 8
an einem EX-System beteiligten Lautsprecher werden optimal aufeinander
abgestimmt. Um dies für den Back Surround-Bereich zu ermöglichen, stellt
der Heimcineast die Entfernung zwischen den beiden Back Surround
Lautsprecher ein. Diese Einstellung benötigt THX Ultra 2, damit ASA (Advanced
Speaker Array) richtig arbeiten kann und die Surround- und Back
Surround-Klangkulisse als homogenes Ganzes erscheint. Wer Material hat,
welches in Dolby Digital 5.1 EX vorliegt, verwendet nach wie vor THX
Surround EX und nicht THX Ultra 2 Cinema.
-
Erstmalig bei THX gibt es auch einen Music Mode, der
besonders für DTS 96/24 und Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert
ist. Der Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems
mit zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden
jedoch anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So wird
die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet, die
rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box. Sinn dieses Unterfangens
ist es, räumlich gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und
Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen, deren
Klangeindruck aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens dem Klangbild
eines normalen Direktstrahlers (also der Lautsprecherart, die für die
akkurate Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll. THX
will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe Lautsprechersystem
sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend
vonstatten gehen soll. In der Praxis entpuppt sich THX Ultra II Music nicht
als "fauler Kompromiss", sondern als brauchbares Feature: So wird
eine raumfüllende, aber trotzdem präzise Musikwiedergabe von guter Dynamik
erreicht. Auch wenn nicht das Niveau physisch vorhandener Direktstrahler
erreicht wird: Im Rahmen der Möglichkeiten einer virtuellen Erzeugung ist
das Ergebnis beachtlich gut.
-
Neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für die
Verwendung des Verstärkers mit einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer
bestimmt und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen des
Hörraums (Struktur der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes
und des Subwoofers sorgen in verschiedenen Fällen für eine störende Überbetonung
der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer als zu dominant
erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension ein und gleicht übermäßig
starke Basstöne, die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.
-
Um alle THX Ultra 2 Features nutzen zu können, ist ein
komplettes 7.1 Lautsprechersystem erforderlich.
DSP-Programme
Der Onkyo TX-DS989upg2 bringt verschiedene DSP-Programme mit. Im einzelnen
sind vorhanden:
- Action. Besonders geeignet für Filme, die mit kräftigen Effekten und
einer dynamischen Surround-Soundkulisse aufwarten können. Die niedrigen
Frequenzbereiche für die Front- und Surround-Lautsprecher werden angehoben,
die Surround-Pegel werden erhöht. Die Resonanz soll nach Onkyo-Angaben auf
die Kino-Atmosphäre zugeschnitten und soll einem intensiveren Klangerlebnis
zuträglich sein. Unser Fazit: Gar nicht schlecht gelungen, bringt bei
manchen Action-Filmen neueren Datums eine zwar nicht deutliche, aber dennoch
hörbare Verbesserung der Effekt- und Surrounddynamik.
- Musical. Nomen est Omen - dieses DSP-Programm wendet sich besonders an
denjenigen Anwender, der Musicals, oder Film-DVDs mit hohem Musikanteil noch
intensiver erleben möchte. Da die mittleren und hohen Frequenzen beim
Mittenlautsprecher (Center) geringfügig angehoben werden, scheint der
Gesang mit mehr Ausdruckskraft in den Hörraum getragen zu werden. Dieser
Modus ist in der Praxis gar nicht schlecht, sollte aber nur dann eingesetzt
werden, wenn man einen entsprechend hochwertigen Centerlautsprecher sein
eigen nennt - was beim Kauf eines TX-DS989 eigentlich Voraussetzung sein
sollte. Onkyo empfiehlt den Musical-Modus besonders für Soundtracks mit
einem ausgeprägten Front-Klangbild.
- Mono Movie. Auch hier verrät der Name das Programm - alte, in Mono
vorliegende Tonspuren sollten mittels dieses DSP-Programmes etwas
"aufgepeppt" werden. Die Wiedergabe des unverarbeiteten
Originaltons erfolgt über den Mittenkanal, während über die anderen
Kanäle der mit einem geeigneten Nachhall aufbereitete Mittenkanalton
wiedergegeben wird. Genau hier liegt, wie auch bei den ähnlich agierenden
Mono Movie-Programmen der Konkurrenz, das Problem: Durch die hinzugefügten
Halleffekte wird das Klangbild etwas unharmonisch. Im Zweifel lieber den
Film in Mono anhören.
- T-D (Theater-Dimensional). Soll einen Anflug von Surround-Feeling auch bei
lediglich 2 Frontlautsprechern ermöglichen. In der Praxis ist gerade bei
edlen AV-Receivern wie dem TX-DS989upg2 ein solches Feature praktisch nicht
von Belang.
- Enhanced 7. Soll eine natürliche Klangumgebung mit 7 Lautsprechern
ermöglichen. Die Klangeffekte sollen sich sanft zum Surround-Hintergrund
bewegen. Der Enhanced 7-Modus eignet sich laut Bedienungsanleitung besonders
für Musik- und Sportsendungen im Fernsehen.
- Orchestra. Dieses DSP-Programm ist für die Wiedergabe klassischer Musik
und von Opern gedacht. Der Centerkanal wird abgeschaltet und die
Surround-Kanäle hervorgehoben, um so das Stereobild der gesamten
Darstellung zu verstärken. Dieser Modus simuliert, so Onkyo, den
natürlichen Nachhall, der in einem großen Konzertsaal erzeugt wird.
- TV Logic. Soll sich für die realistische akustische Wiedergabe eines
Fernsehprogramms eignen, das von einem Fernsehstudio aus gesendet wird. Das
DSP verbessert den allgemeinen Surround-Ton und die Wiedergabe von
Gesprächen.
- Unplugged. Onkyo liefert mit dem "Unplugged"-DSP einen eigenen
Modus für die verbesserte Wiedergabe von akustischen Instrumenten sowie
Vocal- und Jazzmusik. Durch die Betonung des vorderen Stereobildes werden
die akustischen Gegebenheiten vor der Bühne simuliert.
- Studio-Mix. Das Studio Mix-DSP ist für die Wiedergabe von Rock- oder
Popmusik integriert worden. Die Live-Klänge werden für ein kräftiges
Gesamt-Klangbild verstärkt, die Simulation des Klangbilds eines Clubs oder
eines Rockkonzertes ist das Ziel dieses DSP-Programms.
- All Channel Stereo: Die Frontlautsprecher, die Surround- und Back
Surround-Boxen erzeugen ein Stereo-Klangbild, das die gesamte Fläche mit
einschließt.
Hörmodus-Parameter (S.44 Bedienungsanleitung):
- Subwoofer. Dieser Parameter muss auf "Off" gesetzt werden, wenn
kein angeschlossener Subwoofer verwendet wird (auch wenn er angeschlossen
ist, aber nicht eingesetzt wird), Wenn bei der Einstellung des Subwoofers im
Lautsprecher-Konfigurations-Untermenü die Option "No" gewählt
wurde, wird diese Einstellung nicht angezeigt. Bei voluminösen
Standlautsprechern, die hoch belastbar sind und im Freuqenzgang sehr tief
nach unten reichen, kann der TX-DS989 ohne Weiteres auch ohne aktiven
Subwoofer betrieben werden, die Leistungskraft der Endstufen ist groß
genug, auch größere Hörräume zu versorgen, wenn kein aktiver Sub (der
den Endstufen Arbeit im leistungsintensiven Bassbereich abnimmt)
angeschlossen ist. Wir raten aber, wenn überdurchschnittlich viel Filme
gehört werden, zu einem Heimkino-optimierten LS-Set mit kräftigem aktiven
Subwoofer. Wer überdurchschnittlich viel DVDs mit Mehrkanal-Musik hört,
insbesondere Klassik oder Jazz, und/oder DVD-As und SACDs, der könnte auch
ein sehr hochwertiges Lautsprecherensemble mit Standlautsprechern für vorn
(vielleicht sogar 5 oder 7 Mal mal die identische Box) und ohne Subwoofer
verwenden.
- RE-EQ/Academy. Je nach Hörmodus kann man Re-EQ ein- oder ausschalten oder
zwischen Re-EQ, Academy oder Off wählen. Re-EQ (Re-Equalization) hat die
Aufgabe, dem Heimkinoklang die Schärfe oder "Helligkeit" zu
nehmen (was auch beim THX Post Processing geschieht), um die Tatsache zu
kompensieren, dass der für Kinos abgemischte Ton zu hell klingen kann, wenn
er über ein Heimkinolautsprechersystem wiedergegeben wird. Die
Academy-Einstellung soll sich besonders um ältere monaurale
Filmtonabmischungen kümmern. Bei diesen Tonspuren wurde zur Gewährleistung
eines angemessen balancierten Tons eine Verstärkung der hohen Frequenzen
vorgenommen, um zu vermeiden, dass man das durch die Kornstruktur des Films
bedingte Geräusch bei der Projektion zu laut hörte. Einige Filme wurden
ohne Dämpfung der hohen Frequenzen auf Video übertragen und haben daher
einen zu hohen, zischenden Ton. Der TX-DS989 bringt den Academy-Filter mit,
der auf der zeitgenössischen Wiedergabepraxis für solche Filme mit
Breitbandsystemen beruht. In der Praxis ist die Academy-Einstellung
brauchbar, denn sie verbessert die Gesamt-Hörqualität gerade bei älteren
Filmen deutlich. Stimmen und Hintergrundgeräusche verschwinden nicht in
einem schwer verständlichen Gemisch aus verschiedenen Störgeräuschen,
sondern sind klarer und akzentuierter wahrnehmbar.
- Input Channel. Hier kann sich der Benutzer entscheiden, welcher
Eingangskanal für den monauralen Ton verwendet werden soll: Audio L/R, soll
unter normalen Umständen ausgewählt werden - für die Wiedergabe mit dem
linken und dem rechten Lautsprecher. Left/Right: Für die Wiedergabe von
zweisprachigen Videoquellen muss entweder der linke oder der rechte Kanal
ausgewählt werden. In diesen Fällen wird mit dem linken und dem rechten
Kanal jeweils eine andere Sprache wiedergegeben.
- Output Channel. Hier kann der Ausgangskanal für den monauralen Ton
eingegeben werden. Wenn bei der Einstellung des Mittenlautsprechers im
Lautsprecher-Konfugurations-Untermenü die Option "None" gewählt
wurde, wird diese Einstellung nicht angezeigt. L+R, der monaurale Ton wird
auf den linken und den rechten Kanal aufgeteilt. Center, der monaurale Ton
wird über den Centerkanal wiedergegeben werden.
- Digital Upsampling verarbeitet das digitale Eingangssignal und wandelt
seine digitale Abtastfrequenz für eine genauere Tonwiedergabe in das
Zweifache der aktuellen Frequenz um.
- Surround Speakers. Hier kann man festlegen, über welche Lautsprecher (Surround/Backk
Surround) der für die Surround-Lautsprecher während der
5.1-Kanalwiedergabe bestimmte Ton ausgegeben werden soll. Anwählbar sind:
a) Surround L/R plus Surround Back, hier sind alle 4 Rear-LS, also Surround
und Back Surround, in Betrieb, b) Surround L/R, hier laufen nur die linke
und die rechte Surroundbox mit, c) Surround Back, hier laufen nur die beiden
Back Surround Lautsprecher, aus dem linken und rechten Surround-LS kommt
kein Signal.
- Front Effect: Einige Live-Aufnahmen enthalten akustischen Nachhall. Wenn
Tonquellen dieser Art wiedergegeben werden, wird vom digitalen
Signalprozessor noch mehr Nachhall hinzugefügt, was dann insgesamt dazu
führt, dass zuviel Nachhall wiedergegeben wird. Der Ton wird im
Hochtonbereich zu stumpf, insgesamt zu blechern und zu unpräzise. Daher ist
in solchen Fällen die Option "Front Effect" auf "Off"
zu stellen. Dann wird der Ton originalgetreu und ohne zusätzlichen Nachhall
wiedergegeben.
- Reflect Level. Mit Hilfe dieses Parameters kann man den Grad der direkten
Schallreflexion im Einklang mit der Wiedergabequelle, der Akustik des Raums
und anderen Faktoren einstellen. Die Justage kann innerhalb eines Bereiches
von -5 bis +5 dB in Schritten von einem dB vorgenommen werden. Hier sollte
man sich, möchte man wirkungsvoll optimieren, etwas Zeit nehmen, denn für
das Feintuning ist diese Funktion gut zu verwenden.
- Reverb Level. Mittels dieser Funktion kann die Tiefe des akustischen
Nachhalls im Einklang mit der Wiedergabequelle, der Akustik des Raums und
anderen Faktoren eingestellt werden. Die Justage ist in einem Bereich
von -5 dB bis +5 dB durchführbar, und zwar in Schritten von 1 dB. In
der Praxis ebenfalls fürs Feintuning gut. Man sollte aber die akustischen
Gegebenheiten im eigenen Hörraum gut kennen.
- Room Size hilft, die Größe des virtuellen für jeden Surround-Modus
Raums festzulegen. Es besteht die Wahl zwischen "Large", "Mid-Large",
"Middle", "Mid-Small" und Small".
- Listening Angle. Der Hörwinkel ist der vom Hörer aus gesehene Winkel,
der vom linken und vom rechten Lautsprecher eingeschlossen wird. Die
Einstellungen von 20 und 40 Grad sind nur Richtwerte. Zu wählen ist der
Wert, der dem aktuellen Hörwinkel am nächsten liegt.
- Center. On/Off-Einstellung.
- Front Expander. Breitet den Ton der Frontlautsprecher aus.
- Virtual Surround Level. Von -3 dB bis +3 dB ist die Stärke des virtuellen
Surround-Effekts einstellbar.
- Dialog Enhance. Bei "On" werden die Sprachfrequenzbereiche des
Centerlautsprechers erhöht.
Verschiedene nützliche Features
- A/V sync. Wenn ein digitaler Signalprozessor angeschlossen ist, kann es
vorkommen, dass die Ton- und Bildwiedergabe von einem DVD- oder LD-Player
nicht perfekt synchronisiert sind. Dies erkennt man daran, dass Bild und Ton
nicht zusammen passen und der Ton bereits im Vergleich zum Bild zu früh
gehört wird. In diesem Fall kann man diese Funktion aus dem "Delay"-Untermenü
dazu verwenden, Ton und Bild zu synchronisieren. Die Einstellung ist in
einem Bereich von 0 bis 30 ms in Schritten von 0,5 ms möglich.
- Relative Delay (ebenfalls im Untermenü "Delay"): Neben der
Regulierung von Pegel und Delay kann der Benutzer beim TX-DS989 für die
Feinabstimmung des Klangfelds auch die Lautsprecherposition ändern oder
korrigieren. Dies geschieht mit Hilfe des "Enhanced Spatial Positioning
Algorythm". Diese Funktion erlaubt die Einstellung einer Verzögerung
von 10 ms für die Lautsprecher, was einer Vergrößerung des
Lautsprecherabstandes von 3 m entspricht. Diese Anwendung verfügt über
einen Einstellbereich von -4 bis +6 ms (-1,2 bis +1,8 m) für die Korrektur
der Hörposition. Nachdem die groben Einstellungen - Lautsprecherpegel und
Abstände- bereits getätigt wurden, erzeugt das System auf Grundlage seiner
Einstellungen eine charakteristische oder eine breite Klangumgebung. Durch
Korrektur der Lautsprecherposition kann man das Klangfeld so verändern,
dass es breiter (tiefer) oder enger (seichter) wird. Eine nette
Zusatzfunktion, die das Gesamtklangbild individuell anpassen kann.
- IntelliVolume. Beim Umschalten der Eingangsquellen kann der Eindruck
entstehen, dass die Ausgangspegel der angeschlossenen Peripheriegeräte oder
Ausgangsquellen, die an den TX-DS989 angeschlossen sind, verschieden hoch
sind - trotz identischer Justage der Hörlautstärke am Lautstärkeregler.
Normalerweise müsste man nun die Hörlautstärke für jede Quelle
individuell anpassen. IntelliVolume setzt nun genau hier an und bietet dem
Heimcineasten die Möglichkeit, für jede eingehende Quelle separat einen
Lautstärkepegel vorab einzustellen. Wenn nun von einer Eingangsquelle zur
nächsten umgeschaltet wird, korrigiert "IntelliVolume"
entsprechend die Lautstärke und hält sie auf dem identischen, bereits
zuvor gehörten Hörlautstärke-Pegel. Die IntelliVolume-Einstellung ist in
einem Bereich von -12 dB bis +12 dB einstellbar. Sehr gut zu verwenden, so
können z.B. auch die unterschiedlichen Aufnahmepegel von CDs und DVDs an
die Hörlautstärke angepasst werden, wenn an den TX-DS989 neben dem
DVD-Spieler zum DVD hören auch noch ein separater CD-Player für die
CD-Wiedergabe angeschlossen ist.
- Listening Mode Setup. Mit diesem Menü kann die Feineinstellung der
Hörmodi vorgenommen werden, die mit dem Untermenü für die
Hörmodus-Auswahl für die jeweiligen Eingangsquellen angewählt wurden. Mit
diesem umfangreichen Setup können dann die oben bereits beschriebenen
Hörmodus-Parameter individuell für jede Eingangsquelle eingestellt werden
(nicht alle Parameter sind für jeden Modus abrufbar!).
Die technischen Daten:
-
AV-Receiver mit THX Ultra 2-Zertifikat
-
Decodiert DD/DTS 5.1, Dolby Digital 5.1 EX, DTS ES Matrix/Discrete
6.1, THX Surround EX, DTS 96/24, Dolby Pro Logic 2, DTS NEO:6
-
7 x 160 W/Kanal, 6 Ohm, 1 kHz (DIN)
-
DAC (Digital/Analog-Wandler): 192 kHz/24-Bit
-
96 kHz/24-Bit digitales Upsampling
-
Frequenzgang: 5 Hz-100 kHz
-
10 digitale Verbindungen + AC-3 RF Eingang (Digitale Eingänge: 3 optische, 5 koaxiale,
1 optischer digitaler Ausgang, 1 koxialer digitaler Ausgang)
-
3 Component-Video-Eingänge/1 Component-Video-Ausgang
-
S-Video-kompatible Ein-/Ausgangs-Buchsen: 6/5
-
5.1/7.1-Eingang (DB25-Anschluss, Adapter mitgeliefert)
-
Vorverstärker-Ausgänge für 7.1-Kanäle
-
3 Amp-In-Eingänge
-
Zone 2 (Multisource) Line Out: 1
-
Kopfhörerbuchse
-
Phono-Eingang
-
2 Subwoofer-Pre Outs
-
Audio- und A/V-Eingänge: 4/6
-
Aufrüstbar auf IEEE1394
-
RS232-Schnittstelle
-
A/V Synchronisation Delay
-
Verschiedene DSP-Programme
-
Veränderbare Trennfrequenz für Bass-Management (40/60/80/100/120 Hz)
-
RDS-Tuner mit 40 Stationsspeichern
-
IntelliVolume
-
On Screen Display
-
DOT Matrix Display
-
Lieferbare Farben: Schwarz und Silbern
-
Preis: 4499 EUR
Test: Carsten Rampacher
Testassistent: Matthias Walther-Richters
20. August 2003
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