Test: Onkyo DV-SP502E
08.04.2005 (cr) (khp)
Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER
für das Bereitstellen der Hörräume
Overview
Onkyo stellt mit dem DV-SP1000E
und mit dem TX-NR5000E gleich zwei
erstklassige AV-Komponenten, die sich unsere "Masterpiece"-Auszeichnung
und damit das höchstmögliche Testprädikat abholen durften. Auch in
"bürgerlicheren" Preisregionen geben die Japaner Vollgas und stellen
mit dem TX-SR702E den momentanen Champion
in der 1.000 €-Liga. Nicht allzu umfangreich hingegen, hier klaffen diverse
Lücken, ist das Sortiment an DVD-Playern unterhalb des
Vorzeige-Highendmodells DV-SP1000E. Hier gibt es als Einstieg den DV-SP402E
für 249 €, und dann folgt der DV-SP502E für 599 €, der im Gegensatz zum
reinen DVD Video-Player DV-SP402E ein Universalplayer ist, der auch DVD-Audio-
und SACD-Software abspielt. Wir haben im Test genau überprüft, ob auch dieses
wahlweise in silberner oder schwarzer Ausführung erhältliche Modell mit
überdurchschnittlichen Qualitäten aufwarten kann.
Finish/Ausstattung

Hochwertig: Alu-Frontplatte und solide Bedienelemente. Mickrig
hingegen fallen die Gerätestandfüße aus
Typisch für Onkyo-Geräte brilliert der DV-SP502E mit
ausgezeichneter, hochwertiger Verarbeitung. Die Gerätefront besteht, wie bei
allen Onkyo-Komponenten, aus sorgfältig gebürstetem Aluminium, das Display
allerdings hat nur eine Quasi-DOT-Matrix-Auflösung. Echtes DOT Matrix würden
wir noch lieber sehen. Sehr überzeugend wirken die Bedienelemente auf der
Gerätefront, die den noblen Eindruck unterstützen. Die Laufwerkslade birgt
keine Überraschungen, sie ist in Bezug aufs Material von durchschnittlicher
Qualität, kommt aber recht leise herausgefahren. Nicht überzeugen können die
Gerätestandfüße, die zu mickrig aussehen und wenig hochwertig wirken.

Das Display löst gut auf, schafft aber keine echte
Punktmatrix-Darstellung

Die Laufwerkslade kommt schnell und recht leise herausgefahren
Die Ausstattung des DV-SP502E fällt nicht übertrieben
reichhaltig aus. Störend ist, dass es kein Bassmanagement für den DVD-Audio-/SACD-Betrieb
gibt. So muss der Anwender dann entweder über große Standlautsprecher oder
sehr basskräftige Regalboxen verfügen, um diesen Nachteil aufwiegen zu
können. Wer ein Subwoofer-/Satellitensystem einsetzt, wird keine große
akustische Freude haben, da kein Bassbereich vorhanden ist. Die einzige
"Rettung" in solchen Fällen ist dann ein AV-Receiver wie z.B. der Harman Kardon AVR-7300,
dessen internes Bassmanagement auch auf den 6/8-Kanal-Externeingang anwendbar
ist. Auch sonst sucht man überwältigende Opulenz vergeblich. Ein 108
MHz/12-Bit-Video-D/A-Wandler ist in Ordnung für die Preisklasse. Der De-Interlacer ist schlicht und verfügt nicht über einen
einstellbaren Film- oder Video-Modus. Die eingesetzten 192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler
sind hingegen hochwertige Bausteine, wie unsere Klang-Testreihen später
eindrucksvoll zeigen werden. Finish
     
Ausstattung      

Konventionell:
Keine Besonderheiten auf der Rückseite des DV-SP502E Der Onkyo
ist in Bezug auf die Anschlussvielfalt konventionell
ausgerüstet, neben den obligatorischen Anschlussformen YUV (1 Ausgang) und Scart (1 Ausgang mit
RGB) gibt es noch einen optischen und einen koaxialen Digitalausgang,
einen 5.1-Ausgang sowie einen 2-Kanal-Stereo-Analog-Ausgang. Videoseitig
stehen noch ein S-Video- und ein FBAS-Terminal zur Verfügung. Bewertung
     
Multimedia und Laufwerk
Hier gibt es praktisch nur lobende Worte - bei unserem
Testgerät war auch das Laufgeräusch des Laufwerks nicht besonders
aufdringlich, nur während des Einlesevorgangs waren die Arbeitsbekundungen aus
dem Geräteinneren deutlicher zu vernehmen. Die hoch liegende Betriebssicherheit gehört zu den besonderen
Vorzügen des Onkyo. Während der umfangreichen
Testreihen leistete sich unser schwarzes Testgerät keinen einzigen Absturz,
auch deutlich zerkratzte DVDs und CDs wurden klaglos entgegen genommen. Proteste
in Form von Tonaussetzern oder (bei DVDs) Pixelbildungen gab es erst bei
Material, das man an sich kaum noch einem DVD-Player zumuten dürfte, und selbst
da nur in Einzelfällen. Sehr gut
schlägt sich der Onyko auch, wenn es um eine fehlerfreie MP3-Wiedergabe geht.
Nicht nur, dass der MP3-Klang durch Klarheit und eine stimmige räumliche
Aufteilung überzeugt, auch die
Abspielsicherheit liegt hoch. Auch über zeitlich gesehen längere Etappen sind kaum
Aussetzer herauszuhören. Der Layerwechsel ist praktisch nicht mehr zu bemerken
(Testmuster: Top Gun Code 2), dies verstärkt den sehr guten Gesamteindruck.
-
CR-Rs: Problemlos nimmt der DV-SP502E unterschiedliche Arten
von Rohlingen entgegen.
-
MP3-CD Multisession: Auch Multisession-CD-Rs mit MP3-Dateien
nimmt der Onkyo entgegen.
-
MP3/jpeg-Kombination auf CD-R: Sehr gut - zur Diashow
spielen die MP3-Musikdateien als Untermalung. Rascher jpeg-Bildaufbau selbst
bei großen Dateien, ordentliche, aber nicht überdurchschnittliche
jpeg-Bildqualität.
-
SVCD: Störungsfreie Wiedergabe
-
DVD-Rs: Ohne Schwierigkeiten und ohne Artefaktebildung
spielt der Onkyo Filme, die auf DVD-Rs gebrannt sind, ab.
-
DVD-RW Video- und VR Mode: Beide DVD-RW-Formen werden
anstandslos entgegengenommen und wiedergegeben.
-
DVD+R: Wiedergabe mit tadellosem Bild und klarem Ton
-
DVD-R mit MP3-Dateien: Problemlose Wiedergabe durch den
DV-SP502E.
Keine echten Schwächen in der Multimedia-Disziplin, nur fehlt
die ID3-Tag-Darstellung im MP3-Betrieb.
Bewertung      
Bedienung

Tasten
etwas klein, aber zentral positioniertes Navigationskreuz: Die Onkyo-typische
Fernbedienung Das
Graphical User Interface (GUI) zeigt die Verwandtschaft, Onkyo hat auf
zuverlässige Pioneer-Technologie zurückgegriffen. Bedauerlicherweise jedoch
wurde nicht alles übernommen, so steht zwar, wie von den aktuellen
Pioneer-Geräten her bekannt, "Home Menu" als Bezeichnung für das
Basis-Interface auf dem Bildschirm, die Taste für das Aufrufen des "Home
Menu" auf der Onkyo-Fernbedienung jedoch ist althergebracht mit
"Setup" beschriftet. Sehr gut ist das zentral positionierte
Navigationskreuz auf der Fernbedienung, die Tastenanzahl ist sinnvoll, auch
"Newbies" werden hier nicht unnötig verwirrt. Prima gefallen uns auch
die Bedienelemente am Hauptgerät, die solide ausgeführt und leicht zu
handhaben sind. Weitere Pluspunkte sammelt der DV-SP502E mit seiner
Navigationseinheit auf der Gerätefront (siehe Bild links), die es ermöglicht,
auch direkt am Player z.B. das DVD-Menü aufzurufen und Navigationsarbeiten
auszuführen. Das Kapitel springen funktioniert einwandfrei, das Laufwerk agiert
recht schnell und sorgt so für eine Steigerung des Bedienkomforts. Das dimmbare
Display ist in Bezug auf Ablesbarkeit und Kontrast in Ordnung.
Bewertung
     
Testequipment:
Test-Tools:
Bild

Der
Video-EQ ist eher schlicht Der verwendete De-Interlacer ist für
einen 600 €-DVD-Player etwas schlicht geraten. Beweisstücke dafür finden
sich verschiedene: So tauchen bei schnellen Bewegungen z.B. in den Gesichtern
der Protagonisten (Film-Beispiele: James Bond 007, The World is not enough, Die
Mumie kehrt zurück, X2, Behind Enemy Lines) gut sichtbare Linienmuster auf.
Auch kommt es bei raschen Kameraschwenks oder sich schnell fortbewegenden
Objekten (z.B. von oben gefilmte Autos auf der Straße) zu Nachzieheffekten und
zu sichtbaren Verschiebungen an den Objektkonturen - Fehler, die auf ein nicht
schnell und präzise genug arbeitendes De-Interlacing hinweisen. Bei einem
kostengünstigeren Gerät könnte man durchaus damit leben, den wirklich
schlecht ist die Bildqualität wahrhaftig nicht, so sind trotz der hohen
Bildschärfe bei nicht oder kaum bewegten Bildern keine Doppelkonturen sichtbar.
Auch die Detailtreue überzeugt. In der Preisklasse des DV-SP502E jedoch sollte man noch
ein wenig mehr bieten, somit ist der Onkyo eher für die
Interlaced-Signalausgabe geeignet, was in Bezug auf das Bildwiedergabegerät die
Wahl zwischen zwei Optionen lässt: Entweder man verwendet einen herkömmlichen,
hochwertigen Röhrenfernseher und nimmt die systembedingten Nachteile der
Halbbild-Wiedergabe billigend in Kauf, oder aber man setzt auf einen Plasma-
oder LCD-Fernseher mit entsprechend hochwertigem De-Interlacer. Wir probierten
es mit einem unserer Pioneer G5-Schirme ( Pioneer
PDP-435FDE) aus und stellten fest, dass mit einem Bildwiedergabegerät mit
ausgezeichnetem De-Interlacer das zur Verfügung stehende visuelle Erlebnis
absolut überzeugen kann. Plötzlich waren auch bei schnellen Bewegungen und
Kameraschwenks weder kleine Unschärfen noch horizontale Linien zu sehen, und
auch die Kanten der auf dem Bildwiedergabegerät gezeigten Objekte waren
sauberer und fast völlig frei von leichten Pixelbildungen und
Treppenstufenmustern. An den gebotenen Leistungen des Onkyo bei
Farbwiedergabe und Kontrast gibt es nichts auszusetzen, im Gegenteil. Der
DV-SP502E überzeugt mit natürlicher, sauberer Farbwiedergabe und einem sehr
guten Kontrastumfang, wie man eindrucksvoll bei verschiedenen Testbildern auf
der Professional Test-DVD und auf
der DVD-Discovery nachvollziehen
konnte: Keine Überstrahlungseffekte und kein Verschlucken von Bildteilen in
sehr hellen oder sehr dunklen Bildsequenzen. Auch das niedrige Bildrauschen
spricht für den DV-SP502E. Bewertung      
Klang
Die Klangqualität, die der DV-SP502E bietet, ist ohne
Einschränkung hervorragend. So besticht der fundierte, klare Aufbau, der für
eine räumlich akkurate und detaillierte Wiedergabe sorgt. Der brillante,
transparente Hochtonbereich ergänzt den positiven Gesamteindruck. Gerade auch
bei SACD-Software, deren Reiz oft im glasklaren, sehr fein differenzierten
Hochtonbereich liegt, spielt der Onkyo seine Qualitäten erfolgreich aus. Im
Bassbereich erzielt er ebenfalls sehr lobenswerte Resultate, der Bass ist nie
undefiniert und schwammig, sondern stets präzise und glänzt mit guter
Struktur. Überzeugend managt der Player auch große Dynamiksprünge und hält
ein sehr natürliches, nie aufgesetzt wirkendes Klangbild bereit. Mit seiner
außergewöhnlichen Leistungsfähigkeit ist er auch für denjenigen Anwender
eine verlockende Alternative, der einen Ersatz für seinen bislang verwendeten
CD-Player der oberen Mittelklasse sucht - sein frischer, lebendiger und
mitreißender Klang bei Audio-CDs ist über alle Maßen begeisternd, selbst
manch teurerer DVD-Spieler ist, gerade was das Abspielen von CDs betrifft, dem
DV-SP502E unterlegen. Wer noch einen internen Dolby Digital- und DTS-Decoder
benötigt, kann ebenfalls auf den Onkyo zurückgreifen: Eine tadellose Dynamik,
eine weitläufige Surround-Klangkulisse und eine klar verständliche
Stimmwiedergabe deuten an, dass der interne Decoderbaustein seine Arbeit besser
macht als mancher AV-Receiver der unteren Mittelklasse. Der fein auflösende
Digitalton, der auch kleine Nuancen effektiv einarbeitet, vervollständig die
Sechs-Sterne-Leistung des DV-SP502E.
Bewertung
     
Fazit
Insgesamt ist Onkyo zurzeit einer der am stärksten
aufgestellten Hersteller. An den gleichermaßen hochwertigen wie akustisch
begeisternden AV-Receivern haben sich schon viele Konkurrenten die Zähne
ausgebissen - dies wird beim DV-SP502E jedoch nicht der Fall sein. Der
Universalplayer gefällt zwar mit ausgezeichneten akustischen Eigenschaften in
jeder Betriebsart, ganz gleich, ob CDs, DVD-Videos, DVD-Audios oder SACDs
wiedergegeben werden. Seine visuellen Leistungen im Progressive Scan-Betrieb
jedoch passen nicht ganz in seine Preisklasse. Hier würde ein aufwändigerer
De-Interlacer mit höherer Rechenleistung für Besserung sorgen. Somit ist der
DV-SP502E eher für den Interlaced-Anschluss geeignet, entweder an einen
hochwertigen Röhrenfernseher oder aber an einen Plasma- oder LCD-Fernseher mit
sehr gutem De-Interlacer. Die Verarbeitung und die Bedienung hingegen
überzeugen fast ohne Abstriche, nur Kleinigkeiten sind hier verbesserungswürdig
(Verarbeitung: Gerätestandfüße, Hochwertigkeit der Fernbedienung, Handling:
Home Menu- anstatt Setup-Taste). Die Ausstattung ohne Bassmanagement für SACD/DVD-Audio
ist schmal geraten, hier könnte man für den Kaufpreis mehr verlangen. Summa
summarum präsentiert sich der DV-SP502E als starker Akustiker mit brillantem,
lebendigen Klang, was Bildqualität und Ausstattung betrifft, wird jedoch
lediglich Durchschnittliches geboten.
Klanglich absolut überzeugende, aber sehr teure Alternative von Onkyo

Obere Mittelklasse
Test 08. April 2005
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
-
Brillanter, klarer und mitreißender Klang bei SACDs und
DVD-Audio-Software
-
Hervorragende Eignung als CD-Player-Ersatz
-
Ausgezeichneter Digitalklang
-
Sehr gutes Bild über Scart-RGB
-
Harmonische, gelungene Farbwiedergabe
-
Tadelloses Finish
-
Leichte Bedienung
-
Hoch liegende Betriebssicherheit
Contra:
-
Für Player mit diesem Grundpreis zu simples De-Interlacing
-
Kein Bassmanagement für SACD und DVD-Audio
-
Insgesamt schmale Ausstattung
DV-SP502E Ausstattungsmerkmale:
Ausstattungsmerkmale Video:
• DTS, Dolby Digital-Decoding
• Kompatibel zu folgenden Medien und Formaten: DVD-Audio & DVD-Video, Super Audio CD (SACD), MP3 CD, WMA CD,
CD-R/RW, DVD-R/RW, JPEG-CD,
Video und Audio CD
• Wiedergabe von DivX Video
• 108 MHz/12-Bit Video-D/A-Wandler
• PAL und NTSC Progressive Scan-Videoausgang
• Formatumschaltung (4:3 und 16:9)
• Schleift PLUGE-Signale zur Schwarzwertkalibrierung durch
• Zufallswiedergabe
• Programmwiedergabe und Programmspeicher
• On Screen-Display (Position) und Kindersicherung
• Schneller Vor- und Rücklauf, Wiedergabe in Zeitlupe
• Multi-Camera Angle-Unterstützung
• Gleichzeitig aktive Videoanschlüsse (Composite, Scart,
S-Video, Komponenten-Video)
• Bildschirmschoner
Audio Features:
• Farblich markierter 5.1-Mehrkanal-Audioausgang
• 192 kHz/24-Bit D/A-Konverter
• 48 kHz oder 96 kHz wählbarer Digitalausgang
• Optischer und koaxialer Digitalausgang
Weitere Leistungsmerkmale:
• Komplettes Angebot an A/V-Ausgängen (Komponente, Scart, S-Video und Composite)
• DVD Quick-Start-Wiedergabe
• Mitgelieferte A/V und S-Video-Kabel
• On Screen-Display mit hoher Auflösung (Englisch, Französisch,
Deutsch, Italienisch, Spanisch)
• Gerätefront aus gebürstetem Aluminium
• Audio-Dynamikumfang einstellbar
• Justierbare Display-Helligkeit
08. April 2005
Test: Carsten Rampacher, Karl-Heinz Pöppl
Redaktion: Carsten Rampacher
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